Letztes Update: 19. März 2026
Beim Thema Maut in Europa sind die Regeln vielfältig und mitunter sehr verwirrend – ganz besonders, wenn es um Wohnmobile und Campingfahrzeuge über 3,5 t zGG geht. Maut bezahlen muss man zwar in den meisten EU-Ländern, die Art und Weise ist aber teilweise sehr unterschiedlich. Freeontour gibt einen Überblick, in welchen EU-Ländern schwere Wohnmobile der Fahrzeugklasse M1 für die Mautzahlung unbedingt eine Mautbox oder eine Vignette benötigen - und in welchen europäischen Ländern sich eine Mautbox auch ohne Pflicht lohnen kann.
Inhalt
Wo benötigen Campingfahrzeuge über 3,5 t zwingend eine Mautbox?
Wo brauchen Wohnmobile über 3,5 t eine Vignette für die Maut?
In welchen Ländern kann man optional eine Mautbox nutzen?
Gibt es eine Mautbox für Wohnmobile über 3,5 t für mehrere Länder in Europa?
Weitere Informationen in Sachen Maut bei Freeontour
Wo benötigen Campingfahrzeuge über 3,5 t zwingend eine Mautbox?
Verpflichtend ist eine Mautbox für Wohnmobile oder Caravan-Gespanne über 3,5 t zGG zurzeit tatsächlich nur in drei Ländern der EU - in Österreich, Slowenien und Tschechien. Eine weitere gute Nachricht: Seit Ende 2025 gibt es endlich eine Mautbox beziehungsweise Mauttransponder für schwere Wohnmobile oder Caravan-Gespanne, die für all diese drei Länder in Europa einheitlich einsetzbar ist. Dabei handelt es sich um die DKV Camper Mautbox, die über den ADAC erhältlich ist - dazu unten mehr. Daneben gibt es natürlich für jedes dieser Länder weiterhin eine separate Mautbox, die zwar umständlicher in der Handhabung, aber kostengünstiger in der Beschaffung sind.
So gibt es in Slowenien den Mauttransponder DarsGo der Betreiberfirma des Mautsystems Dars. Er ist an den Servicestationen der Dars und online gegen eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 10,00 Euro erhältlich (Quelle: DarsGo / Stand: März 2026). Die Berechnung der Maut selbst in Slowenien erfolgt dann nach gefahrenen Kilometern, der Anzahl der Achsen sowie der Euro-Emissionsklasse. Bei Caravan-Gespannen, deren Zugfahrzeug unter 3,5 t liegt, ist an Stelle eines Mauttransponders eine E-Vignette nötig.
Auch in Tschechien gibt es für Wohnmobile schwerer als 3,5 t die eigene Mautbox des Betreibers. Der Myto CZ- Transponder ist gegen Hinterlegung einer Kaution von ca. 100 Euro an den Servicestellen hinter der Grenze erhältlich. Wer nicht regelmäßig in Tschechien unterwegs ist, sollte die Mautbox an den Servicestellen hinter der tschechischen Grenze wieder abgeben und erhält die Kaution dann zurück. Auch in Tschechien wird die Maut für Fahrzeuge oberhalb 3,5 t nach einer Kombination aus gefahrener Streckenlänge und Fahrzeugkategorie berechnet.
Lediglich in Österreich gibt es neben der GO-Box des Betreibers Asfinag für Camper drei Möglichkeiten, den Mauttransponder eines anderen Anbieters zu nutzen: Wer die neue ØresundPAY-Mautbox für Skandinavien nutzt, kann diese neuerdings nach Angaben der Betreiber auch in Österreich einsetzen (Quelle: ØresundPAY). Kompatibel sind außerdem die Mautbox für Wohnmobile und Fahrzeuge über 3 Meter Höhe bzw. über 3,5 t von maut1.de sowie die Camper Mautbox von ADAC/DKV. Beide Mauttransponder sind zusätzlich für weitere Länder in Europa einsetzbar, die im Detail weiter unten erläutert werden. Die GO-Box ist an zahlreichen Vertriebsstellen der Asfinag in Österreich und teilweise auch in Süddeutschland gegen eine Bearbeitungsgebühr von 12 Euro als Leihgerät erhältlich (Quelle: Asfinag / Stand: März 2026).
Wer die separaten Mauttransponder der jeweiligen Mautsystembetreiber nutzt, hat den Vorteil, dass auf die Mautgebühren selber keine weiteren Gebühren oder Provisionen zu zahlen sind. Wer beispielsweise von München über Österreich und Slowenien nach Kroatien fahren möchte, müsste sich aber gleich zwei Mautboxen besorgen und diese jeweils an den Grenzen wechseln. Wer es in der Praxis lieber etwas komfortabler hat, sollte sich daher das Angebot der Mehrländerboxen unten ansehen.
Wo brauchen Wohnmobile über 3,5 t eine Vignette für die Maut?
Während Reisemobile und andere Campingfahrzeuge schwerer als 3,5 t in Österreich, Slowenien und Tschechien zwingend eine Mautbox benötigen, gibt es auch EU-Länder, in denen eine Vignette verpflichtend ist. Das ist in Rumänien, Bulgarien und der Slowakei der Fall - und seit Anfang 2026 auch in Ungarn. In allen vier Ländern kann man sich schon vor der Abfahrt zu Hause online eine E-Vignette kaufen und ist dann auf der sicheren Seite.
In welchen Ländern kann man optional eine Mautbox nutzen?
Freeontour hat sich für diesen Artikel 32 Länder in der EU und Europa in Sachen Maut genauer angesehen. Eine klassische Autobahn- und/oder Straßenabgabe fällt für Wohnmobile über 3,5 t in 18 dieser Länder an, wobei nur 10 davon die Option bieten, die Gebühren per Mauttransponder automatisch zu zahlen. Länder wie Dänemark, Schweden oder Belgien, wo nur einzelne Brücken beziehungsweise Tunnel mautpflichtig sind, werden hier nicht mitgezählt.
Wie oben beschrieben muss eine Mautbox nur in Österreich, Slowenien und Tschechien verpflichtend an Bord eines Wohnmobils oberhalb 3,5 t zGG sein. Wer den Komfort einer Mautbox schätzt und an Mautstationen nicht anhalten möchte, kann in den folgenden sieben Ländern optional einen Mauttransponder nutzen, um die Gebühren für schwere Reisemobile zu begleichen: Frankreich, Italien, Spanien, Norwegen, Portugal, Irland und Griechenland. Ob sich der Aufwand und teilweise auch die zusätzlichen Kosten für die Anschaffung einer Mautbox lohnen, muss jede und jeder für sich selbst entscheiden.
Eine Ausnahme stellt hier Norwegen dar, wo man insbesondere mit Campingfahrzeugen oberhalb 3,5 t einen deutlichen Rabatt auf die Mautgebühren erhält, wenn man freiwillig mit Mauttransponder und dazugehörigem Nutzungsvertrag unterwegs ist. Beispielsweise werden schwere Wohnmobile über 3,5 t in die deutlich günstigere Tarifgruppe 1 der leichten Wohnmobile eingeordnet, wenn sie mit Mautbox angemeldet sind. Zusätzlich erhalten in der Tarifgruppe 1 alle Fahrzeuge mit Mauttransponder 20 % Rabatt auf die Mautgebühren in Norwegen. Auch manche Fähren und Brücken in Skandinavien können mit Mautbox günstiger sein. Wer mit einem Mietwohnmobil oder einem geleasten Fahrzeug mit einem zGG über 3,5 t in Norwegen unterwegs ist, muss übrigens auf jeden Fall und unabhängig vom Gewicht eine Mautbox an Bord haben. Ob dies automatisch der Fall ist, sollte man vorab mit seiner jeweiligen Wohnmobilvermietung klären. Hier gibt es ausführliche Infos zum Thema Mautbox in Norwegen:
Gibt es eine Mautbox für Wohnmobile über 3,5 t für mehrere Länder in Europa?
Während es für leichte Wohnmobile unter 3,5 t und 3 m Höhe mittlerweile eine ganze Reihe Mautbox-Anbieter für mehrere Länder in Europa gibt, ist die Auswahl für schwere Wohnmobile im deutschsprachigen Raum deutlich geringer. Eine Option für Camper, die gerne nach Südeuropa reisen, ist das Angebot von Maut1.de, das verwirrenderweise als Mautbox für Wohnmobile und Fahrzeuge über 3 Meter Höhe bezeichnet wird. Dass die Box auch für Fahrzeuge über 3,5 t zGG geeignet sein soll, erschließt sich leider nur aus den Detailinformationen zum Einsatzland Österreich. Neben Österreich soll diese Mautbox für schwere und hohe Wohnmobile auch in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal funktionieren.
Der Transponder von Maut1.de schlägt allerdings mit einer einmaligen Aktivierungsgebühr von 19,90 Euro sowie einer Jahresgebühr in Höhe von 84,90 Euro zu Buche. Darüber hinaus berechnet das Unternehmen zusätzlich 5 % auf die jeweils anfallenden Mautgebühren. (Quelle: maut1.de / Stand: März 2026)
Noch etwas teurer ist die DKV Camper Mautbox, die in Deutschland über den ADAC bezogen werden kann. Auch sie ist auf Wohnmobile über 3,5 t ausgerichtet und kann in Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal genutzt werden. Zusätzlich ist die Mautbox seit Ende 2025 in Slowenien und auch in Tschechien einsetzbar. Darüber hinaus werben die Anbieter der Mautbox damit, dass diese auch auf der dänischen Storebælt-Brücke sowie der Øresund-Brücke nach Schweden genutzt werden kann, ebenso wie im belgischen Liefkenshoektunnel und in Deutschland im Herrentunnel und für die Warnowquerung. Beispielsweise für die City-Maut in den schwedischen Metropolen Göteborg und Stockholm ist die Mautbox aber nicht geeignet.
Auch für die ADAC/DKV Camper Mautbox wird eine einmalige Aktivierungsgebühr in Höhe von 19,90 Euro berechnet. Hinzu kommen 3,90 Euro für den Versand, eine Jahresgebühr in Höhe von 99,00 Euro sowie so genannte Service-Entgelte in Höhe von 5,95 % auf die jeweils anfallenden Mautgebühren.
NEU 2026: Seit Kurzem haben auch die Anbieter maut1.de und Tollbird die Gewichtsbeschränkung bis 3,5 t für einzelne ihrer Produkte für Fahrzeuge unter 3 m Höhe aufgehoben. Das gilt für die Standard-Mautbox von maut1.de und die beiden Tollbird-Tarife Captain Holiday und Frequent Traveller. Diese Mautboxen für den Einsatz in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal sollen nun auch für schwerere Wohnmobile bis 3 m Höhe nutzbar sein. Hier gibt es eine detaillierte Übersicht zu diesen Mautboxen:
Wer nicht so viele Länder auf einmal abdecken möchte, wird vielleicht beim Anbieter Tolltickets fündig. Dieser hat für Wohnmobile über 3,5 t beispielsweise mit der Mautbox Iberia eine Mautbox für Spanien und Portugal mit zwei unterschiedlichen Tarifen im Programm, bei denen sich auch die Serviceentgelte auf die Mautgebühren nach dem jeweiligen Tarif richten. Auch für Frankreich-Reisende gibt es hier eine Mautbox für Fahrzeuge oberhalb 3,5 t. Mit der Mautbox Skandinavien kann man neben den Mautgebühren in Norwegen außerdem die dänische Storebælt-Brücke sowie die Øresund-Brücke nach Schweden zahlen.
Weitere Informationen in Sachen Maut bei Freeontour
Wer sich schon einmal mit dem Thema Maut für Wohnmobile auseinandergesetzt hat, weiß aus eigener Erfahrung, wie vielschichtig und undurchsichtig das sein kann. Wer weitere Informationen zum Mautsystem in seinem jeweiligen Reiseland sucht, wird bei Freeontour im Länderprofil Auf einen Blick des jeweiligen Reiselands fündig. Wer auf der Suche nach einer Mautbox für Wohnmobile unter 3,5 t zGG ist, sollte sich auch das Angebot des Freeontour-Partners Bip&Go genauer ansehen


