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Mautboxen für Europa im Vergleich
Mautboxen für Europa im Vergleich

Mautboxen für Europa im Vergleich

Welche Mautbox für Europa bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Wohnmobile und Caravan-Gespanne bis 3,5 t?
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Autor: Freeontour / Claudia Rothkamp, Titelbild: Freeontour

Immer mehr Anbieter bringen Mautboxen für Camper für mehrere Länder in Europa auf den Markt, die vom Grundangebot her fast identisch sind. Die Unterschiede verstecken sich meist in den Details und im Bereich der Kosten. Freeontour stellt eine Auswahl der gängigen Mautboxen für Süd- und Westeuropa für leichte Wohnmobile und Caravan-Gespanne vor. 

Wo benötigen leichte Campingfahrzeuge eine Mautbox?

Kurz und knapp: Verpflichtend ist eine Mautbox für Wohnmobile oder Caravan-Gespanne bis 3,5 t zurzeit in keinem Land in Europa. Nach wie vor kann man in Ländern mit klassischen Mautstationen die erhobene Straßenmaut vor der Schranke bar oder mit Karte zahlen. In Ländern, in denen zusätzlich oder ausschließlich so genannte Free-Flow-Systeme für die Erfassung der Mautgebühren zum Einsatz kommen, lassen sich die Gebühren meist online begleichen. Dafür muss man aber häufig selbst aktiv werden und bestimmte Zeitfenster einhalten oder sich vorab online registrieren. Dabei sollte man im Blick haben, dass die klassischen Mautstationen in den kommenden Jahren voraussichtlich verstärkt von Free-Flow-Systemen abgelöst werden.

Wann lohnt sich eine Mautbox für Camper?

An klassischen Mautstationen wie in Frankreich oder Italien bietet eine Mautbox beziehungsweise ein Maut-Transponder insbesondere für Wohnmobile gleich zwei große Vorteile: Zum einen darf man die für die Mautbox-Systeme reservierten Fahrspuren nutzen und kann ohne Anhalten durch die Mautstation fahren. Gerade in der Haupturlaubszeit kann das einen gewaltigen Zeitunterschied bedeuten. Zum anderen entfällt das umständliche Verrenken an der Mautstation, um Bargeld oder Kreditkarte in den passenden Schlitz zu stecken – denn die sind in der Höhe meist auf Pkw oder Lkw abgestimmt und aus dem Wohnmobil-Fahrerhaus nur schwer erreichbar.

Und auch bei Free-Flow-Systemen wird die Mautgebühr automatisch vom eigenen Konto oder der Kreditkarte abgebucht, ohne dass man sich um irgendetwas kümmern muss. Wer mit Wohnmobil oder Caravan häufig in oder durch Länder mit klassischen Mautstationen reist, wird diesen Komfort nicht missen wollen. Auch für all jene, die in diesen Ländern lange Autobahnstrecken zurücklegen möchten, bietet sich eine Mautbox an. Wer aber ohnehin vorzugsweise auf Landstraßen reist und nur ganz selten die Autobahn nutzt, wird gut auf eine Mautbox verzichten können.

Für welche Länder in Europa gibt es eine Mautbox für Wohnmobile bis 3,5 t?

In Europa gibt es zahlreiche Länder, in denen Mautgebühren für die Nutzung von Autobahnen, Schnellstraßen oder bestimmten Brücken und Tunnels erhoben werden. Aber nicht immer können die Gebühren mittels einer Mautbox bezahlt werden. So muss man in Österreich, Tschechien, Slowenien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, in der Slowakei und in der Schweiz für Fahrzeuge bis 3,5 t nach wie vor eine Vignette erwerben. Streckenabhängig wird die Maut hingegen in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Kroatien, Polen, Griechenland, Irland und Norwegen berechnet. In den meisten dieser Länder gibt es sowohl klassische Mautstationen als auch eigene Systeme der elektronischen Erfassung und Abrechnung. Entsprechend gibt es in diesen Ländern auch eigene Systeme für Mautboxen, die aber nicht immer für Urlauber aus dem Ausland erhältlich beziehungsweise sinnvoll sind.

5 Mautboxen im Vergleich

Für manche Länder gibt es mittlerweile aber Mautboxen, die länderübergreifend eingesetzt werden können. Dazu gehören Frankreich, Spanien, Portugal und Italien sowie mit gewissen Einschränkungen seit Kurzem Kroatien. Im deutschsprachigen Raum weit verbreitete Anbieter dieser 4-Länder-Mautboxen sind Bip&Go, maut 1/ADAC, Tolltickets Westeuropa, Go by Telepass und noch relativ neu der Anbieter Tollbird. Freeontour stellt die Mautboxen dieser fünf Anbieter im Folgenden in alphabetischer Reihenfolge vor und vergleicht das Preis-Leistungs-Verhältnis*.

1. Bip&Go Mautbox Liber-t

Bip&Go ist ein französischer Anbieter, dessen Telemautbox für Frankreich, Spanien, Portugal und Italien auf dem französischen Liber-t System basiert. Für Kroatien ist der Mauttransponder bislang noch nicht freigeschaltet, eine Erweiterung wird für 2025 erwartet. Die Bip&Go Mautbox kann in Frankreich für Fahrzeuge und Gespanne bis 3,5 t und maximal 3 m Höhe eingesetzt werden. Vor allem die Höhe ist in Frankreich ausschlaggebend. In Italien, Spanien und Portugal können auch schwerere und höhere Fahrzeuge den Badge nutzen.

Bip&Go bietet zwei unterschiedliche Tarifmodelle, von denen sich insbesondere der Tarif À-la-Carte für Camper eignet, die nur selten oder gar nicht nach Frankreich fahren. Denn in diesem Tarif fallen nur in den Monaten Kosten an, in denen die Mautbox tatsächlich genutzt wird. In Frankreich sind das 1,70 Euro (1,90 Euro ab 01.06.2024) pro genutzten Monat, in Italien, Spanien und Portugal sind es jeweils 2,50 Euro je genutztem Monat. Hinzu kommen lediglich die jeweiligen Mautgebühren der gefahrenen Strecken – und zwar ohne Aufschlag auf den Mautumsatz. Im ersten Jahr fallen zusätzlich eine Aktivierungsgebühr in Höhe von 14 Euro und 10 Euro Versandkosten an, auf die Freeontour-Mitglieder aber 5 Euro Rabatt erhalten. Außerdem sollte man beachten, dass eine Nichtnutzungsgebühr in Höhe von 10 Euro berechnet wird, wenn man die Mautbox 14 Monate in Folge nicht in Frankreich genutzt hat.

Wer im Gegensatz dazu häufig in Frankreich unterwegs ist, kann auch den Pauschaltarif wählen. Hierbei zahlt man eine pauschale Jahresgebühr für Frankreich in Höhe von 16 Euro und jeweils 2,50 Euro pro Monat, in denen die Mautbox in Spanien, Portugal oder Italien genutzt wird. Noch mehr Details zum Angebot von Bip&Go gibt es hier

Die Bip&Go Mautbox war bei Freeontour schon mehrfach im Praxistest in Frankreich und in Italien im Einsatz und hat durchgehend ohne Beanstandung funktioniert. Da es sich um eine französische Mautbox handelt, dauert die Rechnungsstellung aus Italien, Spanien und Portugal allerdings etwas länger, teilweise mehrere Monate. Die Mautgebühren für Frankreich können hingegen schon im laufenden Monat online und in der Bip&Go-App eingesehen werden. Die Abrechnung erfolgt dann zu Beginn des Folgemonats.

Auch der Sitz des Kundendienstes in Frankreich mag für KundInnen aus deutschsprachigen Ländern etwas umständlich sein, da sich das Einsenden der Mautbox im Fall einer Wartung oder Kündigung als teurer und komplizierter erweist als in Deutschland. Neben der Kostenstruktur ist ein weiterer Pluspunkt des Bip&Go-Badges, dass man mit diesem auch Parkgebühren bei bestimmten Parkhäusern und Parkplätzen in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal sowie teilweise auch Fähren in Italien bezahlen kann. 

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2. Go by Telepass

Go by Telepass ist die Multiländer-Mautbox des italienischen Mautbetreibers Telepass. Auch diese Mautbox kann in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und mit Einschränkungen in Kroatien eingesetzt werden. Für Kroatien ist der Mauttransponder zurzeit nur für Fahrzeuge bis 1,90 m Höhe und ohne Anhänger freigeschaltet, eine Ausweitung auf größere Fahrzeuge wird es voraussichtlich erst 2025 geben. Darüber hinaus gilt er aktuell noch nicht auf den Autobahnstrecken in Istrien. In Italien kann man die Mautbox unabhängig von Gewicht und Größe für alle Fahrzeuge mit zwei bis maximal drei Achsen inklusive Anhänger einsetzen. Auch in Portugal und Spanien spielen Höhe und Gewicht des Fahrzeugs keine Rolle, so lange es nur zwei Achsen besitzt. In Spanien sind auch Pkw mit Caravan erlaubt.

Go by Telepass ist zurzeit das einzige Produkt von Telepass, das von Kunden ohne italienisches Bankkonto online bestellt werden kann. In diesem Tarif wird komplett auf eine Jahresgebühr verzichtet. Stattdessen zahlt man 4,00 Euro für jeden Monat, in dem man die Mautbox nutzt – und zwar egal, in welchem Land oder in mehreren Ländern. Maximal werden pro Jahr neun Monate mit insgesamt 36,00 Euro in Rechnung gestellt, auch wenn die Mautbox in zehn oder mehr Monaten genutzt werden sollte. Hinzu kommen die reinen Mautgebühren ohne Aufschlag. Im ersten Jahr fallen außerdem 7,50 Euro für den Versand sowie 15,00 Euro Aktivierungsgebühr an. 

Da es sich um einen italienischen Anbieter der Mautbox handelt, sitzt auch hier der Kundenservice im Ausland. Das Einsenden der Mautbox im Fall einer Wartung oder Kündigung ist dann wieder etwas teurer und umständlicher als in Deutschland. Italienischkenntnisse sind auf jeden Fall hilfreich. Dafür bietet aber auch Go by Telepass die Möglichkeit, Parkgebühren bei bestimmten Parkhäusern und Parkplätzen in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal sowie teilweise auch Fähren in Italien zu bezahlen.

3.  Telepass Mautbox maut 1 / ADAC Mautbox

Im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist die Telepass Mautbox des Anbieters maut 1, die identisch ist mit der ADAC Pkw Mautbox. Vertragspartner ist in beiden Fällen maut 1. Beide Mautboxen eignen sich für Wohnmobile und Caravan-Gespanne bis maximal 3 m Höhe und 3,5 t und sind in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Kroatien (außer Istrien) für diese Fahrzeuge nutzbar. Laut Angaben der beiden Anbieter wäre dies die einzige Mautbox, die aktuell für Wohnmobile und Wohnwagen-Gespanne in Kroatien freigeschaltet wäre. Ein weiterer Vorteil der Mautbox von maut 1 beziehungsweise ADAC ist der deutschsprachige Kundenservice, den sich beide aber auch entsprechend bezahlen lassen. 

So gibt es diese Mautbox ausschließlich auf Basis einer pauschalen Jahresgebühr in Höhe von 22,90 Euro. Zusätzlich wird ein Aufschlag in Höhe von 5 % auf den Bruttomautumsatz berechnet. Im ersten Jahr kommt außerdem eine einmalige Aktivierungsgebühr in Höhe von 19,90 Euro hinzu. Dafür fallen die Versandkosten mit 3,90 Euro etwas geringer aus als bei Anbietern mit Sitz im Ausland. 

Im Gegensatz zu den Mautboxen von Bip&Go oder Go by Telepass ist die maut 1 / ADAC Mautbox zurzeit nur für die Abrechnung von Mautgebühren geeignet. Parkplätze und andere Services stehen nicht zur Verfügung. 

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4. Tollbird

Ein noch verhältnismäßig junger, wenig bekannter Mautbox-Anbieter ist Tollbird mit Sitz in Deutschland. Auch diese Mautbox deckt die Länder Frankreich, Italien, Spanien und Portugal für Fahrzeuge bis maximal 3 m Höhe und Caravan-Gespanne bis maximal 3,5 t ab. Voraussichtlich ab Sommer 2024 soll nach Angaben von Tollbird auch Kroatien hinzukommen. Für Autobahnen in Istrien wird die Box zunächst aber ebenfalls noch nicht nutzbar sein. 

Tollbird bietet die 4-Länder-Mautbox mit zwei Tarifen an: Der Tarif Frequent Traveller beinhaltet eine pauschale Jahresgebühr in Höhe von 19,90 Euro. Hinzu kommen dann nur noch die anfallenden Mautgebühren unterwegs – und zwar ohne Aufschlag oder Service-gebühr. Im ersten Jahr zahlt man zusätzlich eine Aktivierungsgebühr in Höhe von 19,90 Euro, darf sich aber über den kostenlosen Versand der Mautbox freuen. 

Der Tarif Captain Holiday richtet sich an Reisende, die ihre Mautbox im Jahr eher selten nutzen. Dieser Tarif setzt sich zusammen aus einer Jahresgebühr in Höhe von 7,90 Euro sowie einer Monatsgebühr in Höhe von 3,90 Euro, die nur für Monate berechnet wird, in denen die Mautbox genutzt wird. Hinzu kommen die reinen Mautgebühren sowie im ersten Jahr eine Aktivierungsgebühr in Höhe von 24,90 Euro. 

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5. Tolltickets Mautbox Westeuropa

Ebenfalls in Deutschland ansässig ist das Unternehmen Tolltickets, das verschiedene Mautboxen im Programm hat. Dazu gehört auch die Mautbox Westeuropa, welche die vier Länder Frankreich, Italien, Spanien und Portugal für Fahrzeuge und Caravan-Gespanne bis 3 m Höhe und 3,5 t abdeckt. Ob und wann man diese Mautbox zukünftig auch für Kroatien nutzen kann, ist noch nicht bekannt.  

Die Tolltickets Mautbox Westeuropa gibt es auf Basis einer pauschalen Jahresgebühr in Höhe von 17,90 Euro. Zusätzlich wird ein Aufschlag in Höhe von 3 % auf den Bruttomautumsatz berechnet. Im ersten Jahr kommen außerdem eine einmalige Aktivierungsgebühr in Höhe von 9,90 Euro und 4,90 Euro Versandkosten dazu. Ein wesentlicher Vorteil von Tolltickets ist durch den Sitz in Deutschland der deutschsprachige Kundenservice sowie die eventuell leichtere Abwicklung von Gerätetausch und Kündigung. Das Bezahlen von Parkplätzen und anderen Services ist mit der Box zurzeit nicht möglich.

Fazit: Diese Mautboxen bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Camper

Wie das tatsächliche Preis-Leistungs-Verhältnis der hier vorgestellten Mautboxen in der Praxis aussieht, muss man prinzipiell immer am individuellen Reiseverhalten messen. Wer nur selten mit Wohnmobil, Caravan-Gespann oder Pkw nach Frankreich, Italien, Spanien, Portugal oder Kroatien fährt, sollte auf jeden Fall eine Mautbox ohne Jahresgebühr wählen. Wer dabei eher in Richtung Frankreich tendiert, findet bei Bip&Go mit 1,70 Euro (1,90 Euro ab 01.06.2024) pro Monat ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, zumal hier kein Aufschlag auf die Mautgebühren anfällt. Außerdem erhalten Freeontour-Mitglieder 5,00 Euro Rabatt auf die Aktivierungsgebühr. Wer statt nach Frankreich lieber ein- bis zweimal im Jahr nach Italien fährt, ist beim Angebot Go by Telepass sehr gut aufgehoben. Wem dabei ein deutschsprachiger Kundenservice wichtig ist, sollte sich den Tarif Captain Holiday von Tollbird genauer ansehen.

Für all jene, die mehrfach pro Jahr in einem oder mehreren dieser Länder unterwegs sind, lohnt es sich hingegen, über eine Mautbox mit Jahrespauschale nachzudenken. Gerade bei Vielfahrern macht es sich aber finanziell bemerkbar, ob der Mautbox-Anbieter einen Aufschlag auf die Mautgebühren erhebt oder nicht. Zur Orientierung: Für die einfache Fahrt mit Wohnmobil oder Caravan-Gespann über Straßburg bis in die Provence nach Avignon fallen ungefähr Mautgebühren in Höhe von 100 Euro an. Bei einem Aufschlag von 5 % würde dies zusätzliche Kosten von 5,00 Euro für die einfache Fahrt bedeuten. Bei mehreren Reisen im Jahr können sich die Mehrkosten somit leicht summieren. 

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