Schlafen im Wohnmobil - neun Grundrisse zur Auswahl

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von FREEONTOUR, Titelbild: Sunlight

Schlafen im Wohnmobil - neun Grundrisse zur Auswahl

Teil 3 der Serie Grundrisselemente im Wohnmobil: Betten und Schlafplätze

Man schlafe so gut, wie man sich bettet – so lautet eine bekannte alte Volksweisheit. Sie gilt für alle Schlafstätten, also auch jene im Reisemobil, und bezieht sich nicht nur auf die Qualität der Matratzen sowie deren Unterbau. So sind zuvorderst die Art und der Ort des Schlafplatzes entscheidend: Lieber im Einzel- oder im Doppelbett? Lieber im Heck des Wohnmobils oder vorne unter dem Dach? Lieber längs oder quer zur Fahrtrichtung? Mit diesem Fokus hat man beim Betrachten der Grundrisse eine breite Auswahl, wenn es um die Schlafsituation im Reisemobil geht.

Festbetten sollten dabei Priorität vor jenen haben, die man jeden Abend erst zusammenbauen muss – beispielsweise aus einer Sitzgruppe. Ein Aspekt bei der Entscheidung für eine bestimmte Bettenkonstellation im Wohnmobil ist zudem das Stauraum-Angebot: Das Schlafzimmer im Heck bietet in der Regel den Vorteil einer großen Garage darunter. Viele Hersteller bieten hier zudem höhenverstellbare Betten an, um einerseits den Einstieg der Körpergröße anpassen und andererseits den Stauraum darunter variieren zu können. Der Lattenrost-Rahmen der Heckbetten lässt sich in den meisten Reisemobilen nach oben klappen, um den Stauraum darunter bequem erreichen zu können.

Querbett:

Das Querbett ist der Klassiker unter den Bettenkonstellationen im Reisemobil. Die Bezeichnung weist bereits darauf hin, dass es quer zur Fahrtrichtung eingebaut ist, standardmäßig im Heck. Der Vorteil dabei ist die Platzersparnis in puncto Länge, weswegen das Querbett vor allem in Campervans sowie kompakten Reisemobilen bis sieben Meter Länge zu finden ist. Ein großer Nachteil: Der an der Rückwand schlafende Partner muss beispielsweise bei nächtlicher Notdurft über den vorne liegenden hinüberklettern. Eher selten ist das Quer-Einzelbett im Heck.

Seitenbett (auch französisches Bett oder Längsheckbett):

Ebenfalls eine klassische Konstellation im Wohnmobil ist das längs auf einer Seite im Heck platzierte und von der Höhe einstiegsfreundliche Doppelbett. Es wird standardmäßig mit einem Längsheckbad gleich daneben kombiniert. Für einen besseren Zugang zu dessen Waschabteil ist das Fußteil eines solchen Seitenbettes meist schmaler gestaltet. Ohnehin empfiehlt es sich aufgrund der beschränkten Breite eher für zwei schlanke Erwachsene. In der Vergangenheit wurde diese Konstellation vor allem im teilintegrierten Wohnmobil verwendet, mittlerweile ist sie auch in anderen Aufbauformen zu finden.

Queensbett:

Das komfortable Doppelbett im Heck erfreut sich neben den Einzelbetten großer Beliebtheit. Der praktische Grund: Da es frei in der Mitte des Schlafabteils im Wohnmobil steht, bietet es bequemen Zugang von beiden Seiten. Links und rechts am Kopfende ist je ein Kleiderschrank verbaut, davor meist noch eine Ablage für die persönlichen Sachen. Unter dem klappbaren Lattenrost-Rahmen eröffnet sich ein Stauraum, oft auch ein niedriger Kleiderschrank oder eine Garage. Einige Hersteller bieten darüber hinaus eine Höhenverstellung an. In manchen Reisemobil Modellen ist das Queensbett mittlerweile sogar mit einem verstellbaren Kopfteil ausgestattet. Damit lässt sich zum einen eine bequeme Position für die Abendlektüre und zum anderen für den Tag mehr Bewegungsfreiheit am Fußende einstellen. Ein Queensbett wird im Reisemobil in der Regel mit einem Raumbad kombiniert und findet sich in allen Aufbauformen, ausgenommen Campervans.

Einzelbetten:

Die Konstellation aus zwei Einzelbetten im Reisemobil hat sich in den letzten Jahren zum Bestseller vor allem bei älteren reisenden Paaren entwickelt. Der Grund: Jeder darf es sich auf einer eigenen, mit bis zu 80 cm ausreichend breiten Liegefläche bequem machen und stört den Partner somit weder beim späten Zubettgehen noch beim frühen Aufstehen. Und auch nicht im Falle des nächtlichen Toilettenbesuchs. Der Unterbau der Einzelbetten bietet genügend Stauraum, der über komplett oder teilweise hochklappbare Lattenroste zugänglich ist. Befinden sich die Einzelbetten im Heck, ist darunter meistens eine geräumige Garage vorhanden. Sie lassen sich zudem mit einem Zwischenpolster zum Doppelbett ausbauen. Eine alternative Konstellation im Wohnmobil ist die Anordnung der Einzelbetten in der Fahrzeugmitte, die dann mit einem Heckbad kombiniert wird. Sie erlaubt allerdings keine Heckgarage.

Stockbett(en) / Etagenbett(en):

Vor allem für Familien mit Kindern sind die Grundrisse mit zwei Stockbetten – entweder längs oder quer bzw. über Kreuz im Heck des Wohnmobils eingepasst – konzipiert. Das Konzept erlaubt vor allem bei zwei quer installierten Stockbetten eine großzügige Raumgestaltung im Wohn- und Küchenbereich – sogar in kompakten Reisemobil Modellen auf mittlerem Radstand. Pfiffig-praktisch sind Ausführungen, bei denen sich das untere Stockbett zur Erweiterung des Heckstauraums bzw. der Garage hochklappen lässt. Das Konzept findet vorzugsweise im Alkoven Wohnmobil Verwendung, stellt aber auch für Campervans eine raumsparende Lösung dar. 

Alkovenbett:

Die Konstellation mit dem festen Doppelbett im großen Dachteil über dem Fahrerhaus hat dem Alkoven Wohnmobil – dem klassischen Familien-Reisemobil – seinen Namen verliehen. Die Schlafkoje bietet Platz für zwei Erwachsene, sowohl in Länge und Breite als auch in Sachen Kopffreiheit. Das Alkovenbett wird aufgrund des Kuschelnest-Charakters aber auch gerne von Kindern genutzt. Ein einhängbares Netz dient in diesem Fall als Absturzsicherung. Der Einstieg erfolgt über eine Leiter. Konzeptioneller Vorteil beim Alkovenbett ist die Platzersparnis im Wohnraum. Im Heck sind dann je nach Aufbaulänge des Reisemobils Festbetten in Quer- oder Längsanordnung eingebaut. In manchen Modellen lässt sich der Unterbau des Alkovenbettes für mehr Stehhöhe im Cockpitbereich hoch schwenken, das Bettzeug muss dazu allerdings nicht extra verstaut werden.

Hubbett:

Ein Hubbett ist ein Doppelbett (selten ein Einzelbett), das in einer Art „Kasten“ quer oder längs unter dem Dach vom Reisemobil hängt. Mittels einer Scherenmechanik kann es manuell oder elektrisch herunter- und wieder hochgefahren werden. Ein möglichst langer Hubweg ermöglicht einen bequemen Einstieg ins Bett. Das Hubbett wird entweder über dem zentralen Bereich hinter dem Cockpit oder im Heck über einem Festbett angeordnet. So bietet das Hubbett zusätzlichen Schlafplatz ohne wesentliche Raumeinschränkungen und wird daher nicht nur als Aufpreis-Feature immer beliebter. In vielen Reisemobil Baureihen ist es mittlerweile bereits in der Basisausstattung enthalten, vorzugsweise beim vollintegrierten Wohnmobil. Beim teilintegrierten Reisemobil kommt es oft auch in einer eigenen Modellfamilie mit höherer Dachhaube daher. Vor allem für extrem kompakte Teilintegrierte der Längenklasse bis sechs Meter bietet sich ein Hubbett als einzige Schlafstätte anstelle von Festbetten an und wird dann gerne mit einem Heckbad kombiniert. Die auf beiden Seiten installierte Hubmechanik reduziert allerdings die Länge (bei Quereinbau) bzw. Breite (bei Längsanordnung) der Liegefläche. Je nach Einbaulage kann ein Hubbett allerdings die Stehhöhe bzw. Kopffreiheit einschränken. Gleiches gilt für Hubbetten, die in Campervans über der Sitzgruppe installiert sind.

Hochdachbett:

Ein Doppelbett über der Sitzgruppe oder im Heck ist bei Campervans eine beliebte Alternative zu den hinteren Festbetten: Die Konstellation spart reichlich Platz und ermöglicht eine großzügigere Gestaltung des Wohn- und Küchenbereichs. Dabei ist das Hochdachbett – der Bezeichnung entsprechend – unter dem erhöhten Stahl- oder Kunststoffdach der Kastenwagenkarosserie installiert. Die Matratze ruht auf einer Rahmenkonstruktion mit Lattenrost oder Tellerfedern.

Bett im Aufstelldach:

Sogenannte Schlaf-Aufstelldächer kommen im Ursprung aus der Campingbus-Kategorie, haben sich mittlerweile aber auch beim Crosscamper und bei den größeren Campervans durchgesetzt. Aufstelldächer mit luftdurchlässigen Zeltwänden sind vor allem Sommercampern zu empfehlen, für den Winter sind sie mangels Isolierung nicht geeignet. In puncto Komfort muss man sich gegenüber den klassischen Festbetten etwas einschränken: Unterfederung sowie Matratzenstärke sind aufgrund des geringeren Platzes im Aufstelldach weniger stark ausgeprägt.

Dinettenbett (auch Sitzgruppenbett):

Diese von den Herstellern ausschließlich als Zusatz- bzw. Notbetten gedachten Konstruktionen werden aus den Elementen der Dinetten bzw. Sitzgruppe – beispielsweise der Bank, dem Seitensofa, dem absenkbaren Tisch und eventuell einem gedrehten Cockpitsitz – sowie Verbindungspolstern gebaut. Konzeptbedingt entstehen dabei Spalten zwischen den Einzelteilen, die für eher unkommodes Liegen sorgen. Je nach Anzahl der Polsterteile sowie der Bewegungsfreiheit im Wohnbereich gestaltet sich der Umbau der Dinette zum Bett mehr oder weniger aufwendig.

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