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Gasversorgung im Wohnmobil in Europa
Gasversorgung im Wohnmobil in Europa

Gasversorgung im Wohnmobil in Europa

Unterwegs mit Caravan oder Reisemobil in Europa – wie und wo kann man die Gasflasche füllen oder tauschen?
freeontour
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Autor: Theo Gerstl, Titelbild: Sunlight

Neben Landstrom ist Gas der wesentliche Energieträger an Bord jedes Wohnwagens, Wohnmobils oder Campervans – ganz besonders, wenn es um die Autarkie des Campers geht. Das bedeutet, dass man den Füllstand der Gasflaschen im Auge behalten muss, um die leeren Gasflaschen rechtzeitig gegen volle zu tauschen oder zu befüllen. In Deutschland ist das meist kein Problem – im europäischen Ausland stehen aber insbesondere Camping-Einsteiger bisweilen vor einer Herausforderung. Freeontour hat die wichtigsten Faktoren zusammengetragen. 

Kann man deutsche Gasflaschen im Ausland tauschen?

Herd, Heizung sowie der Warmwasserboiler werden aus der Gasflasche mit der notwendigen Energie versorgt und selbst der Kühlschrank lässt sich in vielen Fällen mit Gas betreiben. Auf längeren Reisen oder beim Wintercamping kann der Vorrat in den Gasflaschen aber schneller zur Neige gehen, als mancher erwartet. Innerhalb Deutschlands lässt sich dieses Problem in der Regel durch eine Fahrt zum nächsten Baumarkt beheben, wo die leere Gasflasche gegen eine neue getauscht wird. Im europäischen Ausland sind aber je nach Land unterschiedliche Gasflaschen und Anschlusssysteme in Umlauf. Entsprechend kann der Tausch von Gasflaschen je nach Reiseland vollkommen problemlos sein oder auch einige Vorbereitungen erfordern. In Österreich und Polen beispielsweise sind die in Deutschland üblichen grauen Stahlflaschen mit fünf oder elf Kilogramm Füllmenge ebenfalls Standard bei der Gasversorgung. In diesen Ländern kann man seine aus Deutschland mitgebrachte Gasflasche also problemlos gegen eine volle tauschen. 

In welchen Ländern benötigt man einen Adapter für die Camping Gasflasche?

In vielen europäischen Reiseländern – beispielsweise in Frankreich, Skandinavien oder auch Großbritannien – werden dagegen andere Typen von Gasflaschen als in Deutschland verwendet, die darüber hinaus auch noch mit unterschiedlichen Anschlüssen versehen sind. Dieses Problem kann man lösen, indem man sich vor Fahrtantritt ein so genanntes Euro-Entnahme-Set aus dem Campingzubehörhandel besorgt. In einem solchen Set sind vier unterschiedliche Adapter beziehungsweise Stutzen enthalten, die zwischen Druckminderer mit KLF-Anschluss und Gasflasche geschraubt werden können. Auf diese Weise lassen sich Leihflaschen oder Kaufflaschen aus ganz Europa an die Druckregler von Caravan oder Wohnmobil aus Deutschland anschließen. 

Das sollte man bei ausländischen Gasflaschen beachten

Wer im europäischen Ausland eine Gasflasche tauscht oder kauft, sollte auch auf die Größe und Abmessungen der Gasflasche achten, die nicht immer mit denen der in Deutschland üblichen Camping Gasflaschen identisch sind. Denn auch die getauschte Gasflasche muss stehend in den Gaskasten des Reisemobils oder Wohnwagens passen und dort vernünftig gesichert werden können. Sollte dies nicht möglich sein, muss man eine kleinere Ausführung der ausländischen Gasflasche wählen. Bei Pfand-Gasflaschen sollte man außerdem nicht vergessen, die Gasflasche vor Verlassen des Urlaubslandes wieder zurückzugeben – wegen des hinterlegten Pfandes. Die Gasflasche muss dafür nicht komplett leer sein, es darf durchaus noch ein Rest an Gas in ihr vorhanden sein. In einigen Fällen muss man dafür aber die Kauf- bzw. Leihquittung wieder vorlegen. In manchen Ländern gibt es allerdings keine Gasflaschen mit Pfand, so dass man die ausländische Flasche entweder kaufen oder die eigene Flasche wieder auffüllen muss, sofern dies am jeweiligen Reiseziel möglich ist.

Kann man die eigene Gasflasche im Ausland auffüllen?

In der Theorie ist die einfachste Lösung bei leerer Gasflasche im Wohnmobil, diese wieder neu befüllen zu lassen – wobei ebenfalls das Problem mit den verschiedenen Anschlüssen besteht. Aber auch dafür gibt es Adapter. Abhilfe schafft hier ein Europa-Füll-Set, das man im Caravaning-Zubehörhandel erhält. Mit dessen vier Adaptern können Gasflaschen mit dem in Deutschland üblichen Anschluss von autorisierten Füllstellen im europäischen Ausland wieder betankt werden. Das Problem dabei: Das Nachfüllen von Gasflaschen darf in vielen Ländern nur von relativ wenigen Betrieben vorgenommen werden, die über das dafür nötige Sicherheitsequipment verfügen. Das können je nach Land lokale Gashändler sein oder auch die Vertretungen der großen Mineralölkonzerne sowie das Gaswerk vor Ort. Diese Nachfüllstationen sollte man sich im Internet bereits bei der Reiseplanung heraussuchen, damit es im Urlaub zu keinen Komplikationen kommt. Oft wissen aber auch die Betreiber von Campingplätzen, wo die nächstgelegene Füllstation zu finden ist.

Aber Achtung: Wer in Deutschland eine rote Leihgasflasche eines bestimmten Anbieters nutzt, kann seine Gasflasche auch nur bei diesem Anbieter auffüllen lassen. Im Ausland ist das nicht möglich. Außerdem werden in manchen Ländern in Europa nur die landesspezifischen Gasflaschen wieder aufgefüllt, nicht aber ausländische Gasflaschen. 

Übersichts-Tabelle: Welche Optionen der Gasversorgung gibt es für Camper in den einzelnen Ländern? 

Freeontour hat hier die Optionen der Gasversorgung in den wichtigsten Campingländern in Europa zur Orientierung in einer Übersicht zusammengestellt: 

Darf man seine Camping Gasflaschen mit Autogas von der Tankstelle füllen?

Um es kurz zu sagen: nein. Tankstellen mit Autogas-Zapfsäulen sind in ganz Europa weit verbreitet. Da wäre es doch verlockend, seine Gasflasche gleich hier mit LPG nachzufüllen, schließlich ist Autogas ebenfalls ein Gemisch aus Propan- und Butangas. Doch das ist schlicht und einfach verboten – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern nahezu im gesamten EU-Raum. Das gilt übrigens auch für jene oft im Internet angebotenen Gasflaschen, die nach Herstellerangaben eine Zulassung dafür haben.

Der Grund für das Zapfverbot: Gasflaschen dürfen maximal zu 80 Prozent aufgefüllt werden, nie aber zu hundert Prozent. Denn im verbliebenen Freiraum oberhalb des Flüssiggases muss sich ein Gaspolster bilden, da Herd, Heizung und Co. den Energieträger im gasförmigem und nicht im flüssigen Zustand benötigen. Darüber hinaus besteht bei einer zu hundert Prozent gefüllten Gasflasche bei höheren Temperaturen die Gefahr, dass sie bersten könnte. Daher dürfen Gasflaschen ausschließlich durch Fachbetriebe auf einer geeichten Waage und mit Spezialmaschinen wieder aufgefüllt werden – nicht aber an der Tankstelle.

Die einzige Ausnahme sind fest im Caravan oder Wohnmobil verbaute Flüssiggastanks, die technisch den Tanks im Pkw-Bau entsprechen und folglich an den Gas-Zapfsäulen von Tankstellen befüllt werden dürfen.

Wie kann man erkennen, wie viel Gas noch in der Camping Gasflasche ist?

Um festzustellen, wie voll oder leer eine Gasflasche ist, gibt es im Camping-Zubehörhandel verschiedene Füllstandsmessgeräte – von preisgünstigen Modellen bis hin zu digitalen App-gesteuerten Komfortversionen. Etwas aufwändiger – aber durchaus möglich und zuverlässig – ist die Ermittlung des Füllstands von Gasflaschen mit einer simplen Kofferwaage oder auch einer Körperwage. Mit ihr ermittelt man das Gewicht der Gasflasche und zieht dann das auf dem Gasflaschengriff eingestanzte Leergewicht Tara ab. Die Differenz ergibt den Gasvorrat in Kilogramm. Zur Orientierung ist auch das Füllgewicht durch einen weißen Aufkleber auf der Gasflasche angegeben.

Ein Beispiel zum Vergleich: Die in Deutschland üblichen grauen 11-kg-Stahlgasflaschen haben meist ein Leergewicht um die 13 kg, eine frisch aufgefüllte 11-kg-Propangasflasche kommt in der Regel auf ein Gesamtgewicht von ungefähr 24 kg.

Wie viel Gas benötigt man für den Campingurlaub im Sommer?

Wie viel Gas man im Sommerurlaub in Caravan oder Wohnmobil benötigt, hängt immer individuell von der Besetzung des Campingfahrzeugs, vom Reiseziel und vor allem den Nutzungsgewohnheiten der jeweiligen Camper ab. Verbringt man seinen Urlaub beispielsweise in einer etwas kühleren Region, wo man gelegentlich auch die Heizung anschmeißen möchte, reicht eine 11-kg-Gasflasche bis zu 14 Tage. Fährt man beispielsweise in den Mittelmeerraum, wird man die Heizung hingegen im Sommer kaum brauchen. Eine 11-kg-Gasflasche kann dann auch gut 21 Tage halten, sofern der Kühlschrank nicht ebenfalls über Gas betrieben wird. Als Faustformel haben viele Camper die Erfahrung gemacht, dass sie mit zwei 11-kg-Gasflaschen im Sommer gut einen Monat auskommen.

Nützliche Tipps zum Gas sparen im Camper

Der Gasverbrauch auf Reisen ist stark abhängig davon, wie viele Verbraucher wie oft und wie lange per Gas betrieben werden. Doch wenn man mit möglichst vollen Gasflaschen in den Urlaub startet und unterwegs ein wenig ans Gassparen denkt, wird man im Rahmen eines normal langen Urlaubs meist nicht in die Verlegenheit kommen, die Gasflaschen in Ländern mit anderen Flaschentypen und Anschlüssen tauschen oder nachfüllen zu müssen. Dank der guten Infrastruktur auf vielen Wohnmobilstellplätzen und Campingplätzen hat man während des Campingurlaubs oder während der Wohnmobiltour verschiedene Möglichkeiten, Gas zu sparen. Wenn man diese konsequent nutzt, geht einem der Energievorrat von zwei vollen 11-kg-Gasflaschen so schnell nicht aus:

- Ein elektrischer Heizlüfter macht beispielsweise das Einschalten der Gasheizung auch an kühlen Abenden überflüssig. Am einfachsten und am umweltfreundlichsten ist es aber natürlich, sich im Campingfahrzeug in kuschelige Decken zu wickeln und auch den zusätzlichen Strom zu sparen. Oder wie wäre es mit einem wärmenden Feuer? 
- Wer Landstrom oder eine Solaranlage hat, sollte den Kühlschrank konsequent über den Stromanschluss laufen lassen und wenn man die Duschen der Sanitärräume nutzt, lässt sich der Verbrauch des Gasboilers deutlich senken.
- Zu guter Letzt kann man im Urlaub aber auch noch die angenehmste Möglichkeit nutzen, um Gas zu sparen: Einfach öfter mal den Grill anschmeißen. Wer einen Gasgrill nutzt, sollte dabei aber lieber auf Campinggasgrillmodelle setzen, die sich auch mit den kleinen Campinggaskartuschen betreiben lassen. Denn ein Gasgrill hat pro Stunde einen vergleichsweise hohen Gasverbrauch und die klassischen Campinggaskartuschen lassen sich an den klassischen Urlaubszielen meist ganz leicht nachkaufen.
- Oder man geht häufiger schön zum Essen, anstatt selbst zu kochen.

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