Kanadas Westen - eine Rundreise durch British Columbia und Alberta mit Fotos und Notizen

prorom
von Michael Leder

Kanadas Westen - eine Rundreise durch British Columbia und Alberta mit Fotos und Notizen

Auf nach Kanada! dem Land der Bären, Berge, Wälder, Seen und Indianer. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal für wenige Tage im Süden Kanadas, aber ohne das Land richtig kennenzulernen. Das sollte sich 2016 ändern. In 7 Wochen sind wir von Vancouver aus in einer großen Runde mit einem Wohnmobil quer durch British Columbia und Alberta gereist. Erst nach Vancouver Island und weiter mit der Fähre die Insight Passage bis nach Prince Ruppert. Dann bis an die Grenze nach Alaska und quer durchs Land Richtung Osten zu den Rocky Mountains. Von dort die Rocky‘s entlang über den Crowsnest Highway zurück nach Vancouver - zuzüglich eine Woche relaxen an der Goldcoast in Sechelt. Wenn euch der Bericht gefällt - freue ich mich über eure Rückmeldung. Und wenn ihr Fragen habt, einfach melden. Für uns jedenfalls war es so bereichernd, dass wir planen, unseren Camper mal von Europa nach Kanada zu verschiffen. Ab ca. 8 Wochen rechnet sich das und ist günstiger als ausleihen. Geplant sind 6 Monate um vom Osten Kanadas in den Westen zu fahren, dann in den Süden und durch die USA wieder zurück bis an die Ostküste und weiter nach Neuengland. Gute Reise!

Von Vancouver, Britisch-Kolumbien, Kanada nach Vancouver, Britisch-Kolumbien, Kanada
5440 Kilometer 0 Tage 91 Wegpunkte

3. Juli, Frankfurt - Vancouver

Die Anreise läuft sehr reibungslos. Pünktlich werden wir mit dem Bus vom Michels Flughafen Transfer daheim abgeholt und zum Flughafen Frankfurt gefahren. Da wir länger unterwegs sind, war der Transfer einiges günstiger als ein Parkhaus. Der Flug mit Condor geht direkt nach Vancouver und startet leider mit 3 Std. Verspätung. Ein Fahrdienst bringt uns dann nach der Ankunft in die Innenstadt zum Hotel Rosedahle on Robson, wo wir uns erst einmal eine Weile aufs Ohr legen.

Vancouver, Britisch-Kolumbien, Kanada

4. Juli, Vancouver - Stanley Park, Rad Tour, Granville Island, Chinatown, Gastown

Aufstehen fällt uns heute Morgen – bedingt durch die Zeitverschiebung – nicht so schwer. Um 7 sind wir schon zum Frühstück und leihen uns danach Räder bei Simons Bike Rental für 30$ pro Tag, incl. Zubehör. Der Stanley Park eignet sich prima für eine Rundfahrt. Die meisten Radfahrer fahren tatsächlich gegen den Uhrzeigersinn um den Park, was an einigen engen Stellen wirklich ein Vorteil ist. Die Rundfahrt bietet sehr schöne Aussichten auf die Stadt und den Hafen, vor allem auch auf die ständig startenden und landenden Wasserflugzeuge. Auf Granville Island legen wir eine Pause ein und stellen uns für Fish&Chips dort an, wo die meisten stehen. Ein bewährtes Rezept, das sich auch wieder bewährt. Die Fischsorte kann man wählen und ich habe normalen Lachs (Cod) gewählt. Der ist zwar nicht schlecht, aber der etwas teurere Halibut (Heilbut) wäre – nach kurzem Test bei Petra - besser gewesen. Das Fleisch ist etwas fester, schneeweis und richtig lecker. Chinatown mit seinem Chinesischen Garten enttäuscht uns dagegen sehr. Der Garten ist ungepflegt und der Stadtteil ist voll mit Betrunkenen, Drogensüchtigen und Obdachlosen. Überhaupt scheint die Stadt ein Problem mit Drogen zu haben, jedenfalls riecht es sehr oft nach Haschisch. In Gastown ist die Welt schlagartig wieder normal, nur eine Straße weiter. Hier tummeln sich natürlich auch Unmengen von Touristen, vor allem vor dem Gassy Jack Denkmal und der dampfbetriebenen Standuhr. Etwas früher als geplant kehren wir zum Hotel zurück, da der Tag lang war und Petra mit ihrer Erkältung und Jetlag kämpft.

5. Juli, Vancouver nach Victoria

Um 10.00 werden wir mit dem Transferservice von Fraserway abgeholt und durch die Stadt zum Stützpunkt nach Delta gefahren. Es erfolgt eine reibungslose Übergabe und – mit etwas Verzögerung – eine deutsche Einweisung. Auch eine zusätzliche Decke und zwei Kissen bekomme ich mit. Dann kann ich etwas weicher und schräger liegen. Der Typ, der die Einweisung macht, guckt zwar etwas irritiert, stellt aber keine dummen Fragen, wehe. Die Zeit wird aber dann doch etwas knapp, da eine Umleitung nach Tsawwassen – wo die Fähre nach Vancouver Island abfährt – unklar beschrieben ist. Es passt aber gerade noch. Es handelt sich um eine sehr moderne Fähre und das Einchecken lauft total easy. Man muss nicht einmal aussteigen, eher wie eine Mautstelle. Um 14.00 geht’s los auf die 1.30 Std. lange Fahrt. Nur diese Linie hier ab Tsawwassen fährt sehr eng zwischen die Inseln hindurch bis Swartz Bay. Wir haben tolle Aussichten auf die Wälder und die teils bebauten Ufer. Ein paar Seeadler sind von weitem zu sehen. Auf dem Weg zum gebuchten Campground gehen wir noch einkaufen und checken dann auf dem Fort Victoria RV Campground ein. Jetzt erst räumen wir unsere Sieben Sachen ein und machen uns mit dem Fahrzeug vertraut. Neu für uns ist der Sewer Schlauch, d.h. der Wagen hat für die Toilette keine Box, sondern einen eigenen Tank, Blackwatertank genannt (?!).

Fort Victoria RV Park, Burnett Road, Victoria, Britisch-Kolumbien, Kanada

129 Burnett Rd, Victoria, BC V9B 4P6, Kanada

6. Juli, Victoria – Altstadt, Seaside, Hafenrundfahrt

Heute bleiben wir auf dem Campground und wollen mit dem Bus nach Victoria. Das läuft überraschend einfach. Für 5$ gibt es ein Tagesticket beim Schaffner und die Linie 14 fährt direkt in die Stadt. Da wir oft halten fällt mir auf, dass die Fahrgäste beim Aussteigen ein „Thank You“ ausrufen, manchmal auch „Thanks Driver“. Die Leute bedanken sich doch tatsächlich jeder für eine sichere Fahrt – sehr nachahmenswert. In Australien soll man das auch so machen. In Victoria machen wir einen Rundgang durch die hübsche Altstadt. Es gibt viele Backsteinhäuser, die oft hübsch restauriert sind oder sich teilweise im Umbau befinden. Auch durch das Mini Chinatown laufen wir, was zwar hübsch, aber wirklich Mini ist. Da gerade Fussball-EM in Frankreich ist, schauen wir uns im Irish Pub das Spiel Portugal-Wales an (2:0) an und gehen weiter an die Seaside und danach auf eine Hafenrundfahrt mit einem Miniboot, die wir schon aus Vancouver kennen. Der Skipper muss sehr auf den Verkehr auf dem Wasser achten, weil ständig Flugboote starten und landen. Auch das Parlamentsgebäude und das Fairmont Hotel schauen wir uns am Hafen noch an. Für das sehenswerte Museum ist es dann aber zu spät und es wären sowieso 2-3 Stunden dafür einzuplanen. Das wäre dann etwas für die nächste Kanada Reise. Am Inneren Hafen sind viele Straßenkünstler und Verkäufer aktiv, teilweise auch Indianer der First Nations die Schnitzarbeiten etc. präsentieren. Eine tolle Show bieten uns dann 3 Jungs mit ihrer Straßenmusik: Drums, Trompete und Saxophone. Nicht perfekt, aber wir und die Leute sind begeistert. Nach lecker Pizza in der Altstadt geht es gegen 20.00 per Bus wieder zurück auf unseren Campground.

7. Juli, Victoria - Scenic Marine Drive, Fort Rodd Hill und Lighthouse, Duncan, Chemainus

Heute fahren wir mit dem Wagen noch einmal nach Victoria, auch weil wir im Irish Pub das EM-Fußballspiel Deutschland gegen Frankreich sehen wollen (leider 0:2 verloren). Zuvor fahren wir an der Küste den Scenic Marine Drive entlang. Im Hafen liegt gerade von Royal Carribian die „Explorer of the Sea“. Der Drive ist nicht so spektakulär und wir parken hinter dem Victoria Goverment House. Nach dem Fußball geht es gegen 14.30 Richtung Nanaimo. Auf dem Weg liegt das Fort Rodd Hill und daneben ein hübsches Lighthouse. Die gesamte Anlage ist Ende des 19. Jahrhundert errichtet worden und recht beschaulich. Ein paar Robben tummeln sich im Wasser und ihre Schnauzen schauen neugierig in unsere Richtung. Es fängt an zu regnen und es geht weiter Richtung Duncan. Wir suchen die zentrale Stelle im Ort, wo die meisten der 80 Totempfähle aufgestellt sind. Trotz Regen laufen wir einen Teil des mit gelben Fußspuren markierten Weges. Einige der Totems sind sehr bunt, andere eher schlicht und unbemalt. Auch Chemainus sehen wir im Regen, der leider so stark geworden ist, dass wir den Rundweg durch die Stadt mit dem Auto machen. Irgendjemand hatte mal die Idee, die Häuser der Stadt anzumalen, um Touristen anzulocken. Bei uns hat es funktioniert, wie auch bei vielen andern. Die Malereien sind teilweise sehr aufwändig und sehenswert. Hauptsächlich Situationen der Geschichte des Städtchens, des Trans Canada Highway´s, aber auch Einzelpersonen. Abends checken wir dann in einem Campground im Wald vor Nanaimo ein, sehr abseits und sehr basic.

Duncan, Britisch-Kolumbien, Kanada

Chemainus, Britisch-Kolumbien, Kanada

Nanaimo, Britisch-Kolumbien, Kanada

8. Juli, Pacific RIM Nationalpark, Ucluelet

Nach Shopping in Nanaimo und Recherche wegen Campground entschließen wir uns, die geplanten Highlights auf dem Weg nach Tofino auf der Rückfahrt zu machen. So haben wir eine höhere Chance noch einen Platz auf einen der Campgrounds in Ucluelet oder Tofino zu ergattern. Die Fahrt quer über die Insel ist sehr schön und wird hinter Port Alberni einsamer und wilder. Nach zwei Stunden kurvenreicher Fahrt incl. Regenschauer erreichen wir das Info Center des Pacific Rim Nationalparks und unsere Hoffnung erfüllt sich. Es gibt noch freie RV Plätze - trotz Wochenendbetrieb und obwohl einige Campgrounds schon dicht sind. Nach einchecken im Ucluelet Campground, direkt am Hafenbecken, machen wir uns auf einen kleinen Trail rund um das Lighthouse. Der 2,6km lange Trail ist Teil des West Coast Trail, der bis an die Nordspitze der Insel führt. Sehr schöne Aussichtspunkte zeigen die wilde Küste und den 1915 erbauten Leuchtturm. Etwas durchnässt sind wir nach 1 Std. wieder zurück in der Stadt zum Fish & Chips mit frischem Heilbut, genauer Halibut. Er ist etwas teurer als normaler Fisch, etwa 15$ die Portion, also um die 10€. Sehr lecker!

Ucluelet Campground, Seaplane Base Road, Ucluelet, Britisch-Kolumbien, Kanada

260 Seaplane Base Rd, Ucluelet, BC V0R 3A0, Kanada

9. Juli, Pacific RIM Nationalpark, Radar Hill, Tofino, Schooner Trail, Long Beach

Da es heute regnen und erst am Nachmittag langsam aufklaren soll, fahren wir erst nach Tofino. Vorher aber besorgen wir uns den Nationalpark Pass, der dann für alle Parks in Kanada gültig ist. Der erste Stopp ist der Radar Hill kurz vor Tofino, von wo man eine schöne Übersicht über das Hinterland und den Pacific Rim Nationalpark hat. Da heute Samstag ist und viele Kanadier selbst das Wochenende an der Küste verbringen, ist in Tofino viel los. Für RV´s ist Tofino nicht so geeignet, kaum Parkplätze. Nur ein Parkplatz knöpft einem 8$ für den ganzen Tag ab, Nepp wenn man nur 2 Std. bleiben möchte. Ein kleiner Markt offeriert lokale Handarbeit und Krimskrams. Durch den Regen flüchten aber alle in die Restaurants, die Galerien oder in die Souvenir Shops. Überall werden Outdoor Aktivitäten angeboten, Kanufahren, Surfen etc. Am Nachmittag wird es tatsächlich etwas heller und wir machen die geplanten Stopps im National Park. Zunächst geht es auf dem Schooner Trail durch Regenwald bis an die Küste zu den berühmten, angeschwemmten Baumstämmen. Tausende liegen dort wild herum und laden zum Balancieren ein. Der weite Beach ist voll mit Strandgut und Algenresten. Nächster Stopp ist der South Beach am südlichen Ende Richtung Ucluelet. Hier liegen noch mehr Baumstämme. Einige Surfer suchen nach der perfekten Welle. Zurück geht es gegen 20.00 zu einer zweiten Nacht in Ucluelet. Die Ebbe hat das Hafenbecken wieder trockengelegt, nur das Restaurantschiff und die Segelboote liegen in der matschigen Rinne.

10. Juli, Pacific RIM Nationalpark, MacMillan Provincial Park - Cathedral Grove; Little Qualicum Falls Provincial Park; Campbell River

Es geht wieder zurück an die Ostküste. Dieses Mal jedoch mit den Stops, die wir auf der Hinfahrt wegen dem Regen ausgelassen hatten. Der Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park ist weniger spektakulär und nur ein kleiner Rundweg durch den Wald mit mächtigen, teilweise umgefallenen Baumriesen, meist Douglas Tannen. Die größte hat einen Umfang von 9m und ist 300 Jahre alt. Schon eher sehenswert sind die Upper und Lower Qualicum Falls im Little Qualicum Falls Provincial Park. Schöne Wasserfälle haben sich in den Felsen hineingearbeitet und stürzen über mehrere Kaskaden durch eine kleine Schlucht. Nach einem Kaffee im Starbucks von Comox geht es weiter nach Campbell River, wo wir auf einem hübschen Campground des Provincial Park „Elk Falls“ einen Platz finden. Einfach reinfahren, einen freien Platz suchen und draufstellen. Der Parkwächter kommt dann auf seiner Rundtour vorbei und regelt alles. 22$, ohne Strom und Wasser, aber der schönste Platz bisher, auch wenn wir direkt am Campbell River leider keinen Platz mehr finden. Natürlich hat auch dieser Platz eine Tischgarnitur und eine Feuerstelle – die wir erstmals nutzen. Sogar Feuerholz bekommen wir umsonst. Vielleicht hatte der Parkwächter aber auch Erbarmen mit uns, weil wir so mickriges Holz dabei hatten. Petra kocht heute und es gibt leckere Steaks, die am Lagerfeuer besonders gut schmecken.

Campbell River, Britisch-Kolumbien, Kanada

11. Juli, Elk Falls Provincial Park, Campbell River, Sayward, Alder Bay Campground

Bevor wir wegen unseres defekten Außenspiegels zu einem Händler fahren, geht es zu den imposanten Elk Falls im Elk Falls Provincial Park. Den Strathcona Provincial Park lassen wir wetterbedingt aus, der wegen der Aussicht vom Mt. Washington interessant gewesen wäre. Die Elk Falls sind durch die neue Hängebrücke sehr gut zu sehen und zu empfehlen. Etwa 30m stürzt der Campbell River in die Schlucht. Alles wurde sehr professionell 2015 renoviert und eine Hängebrücke gebaut. Die Reparatur des defekten Außenspiegels sah dann so aus, dass man mein Reparaturband abgewickelt und ein neues herumgewickelt hat. Dafür steht jetzt der Spiegel fix schief. Sehr witzig. In Campbell River sehen wir uns noch den historischen Discovery Pier aus Holz an, auf dem sich oft viele Angler tummeln. Heute tummelt sich hier genau ein Angler. Der Rekord beim Fischen liegt dieses Jahr steht bei 24 lps, etwa 11.5kg, ganz ordentlich. Nordwärts schlängelt sich die Straße einsam durch den Wald. Immer weniger Verkehr kommt uns entgegen. Da wir etwas Zeit und Appetit auf einen Cafe haben, schwenken wir noch mal an die Küste nach Sayward. Dort ist aber praktisch nichts los, außer einer interessanten Holzverladung in der Bucht. Tausende von Loggs werden dort für den Versand vorbereitet und in Gruppen auf dem Wasser vorsortiert. Winzige Motorboote flitzen zwischen den Baumstämmen hin und her. Unser Campground liegt idyllisch an der Alder Bay mit Blick auf die Johnstone Strait. Ein guter Ausgangspunkt für die morgen geplante Bootstour ab Telegraph Cove.

Telegraph Cove, Britisch-Kolumbien, Kanada

Telegraph Cove, Britisch-Kolumbien V0N, Kanada

12. Juli, Telegraph Cove, Waltour, Walmuseum, Port Hardy

Um 6 gehts heute raus Richtung Telegraph Cove zur Waltour. So früh ist auf dem Campground noch niemand unterwegs und wir haben die Duschen für uns allein. Die saubersten bisher. Die würden auch 1 $ extra kosten, aber es ist niemand da zum Kassieren und eine Geldbox ist auch nicht zu sehen. Wir sind etwas früher in Telegraph Cove, weil wir noch etwas frühstücken möchten. Aber über allem ist um 7.30 noch der Dornröschenschlaf incl. Frühnebel. Doch nach etwas Suchen entdecken wir eine hübsche Bude, die schon auf hat, für uns gibt’s Kaffee mit Bagel und Cremecheese. Dann unkompliziertes Einchecken um 8.30 und Begrüßung durch den Captain und Carmen. Wir haben Glück mit dem Wetter, denn ab Mittag wird es ziemlich regnen. Für uns bleibt es trocken und es gibt tatsächlich Killerwale oder Orca‘s zu sehen, was nicht immer der Fall ist. Doch wir sehen aus größerer Entfernung 3-4 Gruppen, die sich in Ufernähe fortbewegen. Man sieht immer erst die Flosse und dann den Rücken. Leider alles in ziemlich großen Abstand. Erst als wir wieder abdrehen zu einem Spot für Buckelwale, kommt uns ein Orca sehr nahe und dreht direkt vor unserem Schiff eine kleine Runde. Die Buckelwale kündigen sich immer durch ihre Fontäne an und wir sehen 2-3 Wale, die schon von anderen Booten umringt werden. Wenn sie dann abtauchen, ist die Flosse schön zu sehen - und weg sind sie. Alles in allem war es eine schöne Tour, leider ohne große Fotomöglichkeiten. Danach gehen wir noch in das Walmuseum neben Stubbs Island Tours. In Port McNeill beginnt es dann kräftig zu regnen, während wir etwas einkaufen. Ansonsten gibt es im Ort wenig zu sehen und wir fahren weiter zum Campground nach Port Hardy. Einen netten Empfang gibt es dann auf dem Quatse Campground, wo wir namentlich begrüßt werden und viele Infos bekommen. Nach einem Nickerchen gehen wir dann in Sporty´s Bar superlecker Essen, mit Platz an der Theke, Fisch, Steak und Football.

Quatse River Campground, Byng Road, Port Hardy, Britisch-Kolumbien, Kanada

8400 Byng Rd, Port Hardy, BC V0N 2P0, Kanada

13. Juli, Inside Passage von Port Hardy nach Prince Rupert

Start ist heute schon sehr früh. Um 5.30 ist schon Check In am Hafen, so dass wir um spätestens 4.00 raus müssen. Alles läuft reibungslos, sogar die Camper Länge wird exakt nachgemessen. Bei uns 20,3 ft. Wir dürfen als #2 an Board und sind dann auch die ersten am Counter im Schiff, wo wir die Sitze in der Aurora Lounge zugewiesen bekommen. Wir sind froh, dass wir diese schon früh gebucht haben, so haben wir in der ersten Reihe Mitte sehr schöne Plätze. Hier sehen wir alles im 180° Panorama, so wie der Kapitän über uns, von links nach rechts alles direkt vor uns - Perfekt. Der Service an Bord ist 1a, sogar ein Kaffee Gutschein ist dabei. Neben uns sind 2 Paare aus dem Ruhrpott, und hinter uns eine Familie aus der Schweiz mit einem Mädchen – mit denen wir uns länger unterhalten. Die ersten 3.5 Stunden nach dem Auslaufen geschieht wenig. Dann geht es durch unzählige, kleine Inseln hindurch. Links und rechts ist alles dicht bewaldet und sehr bergig. Mit dem Wetter haben wir wieder Glück. Wir erleben zwar fast alle Wetter, aber meist bleibt es trocken und auch sonnig, Regen und Nebel sind auch dabei. Zwischendurch gibt es einen längeren Stop in Bella Bella, wo ein paar Fahrzeuge das Fährschiff verlassen. Ich verfolge die Tour auf dem iPad mit Maps.me. Etwa 4 Stunden vor dem Ziel kommen wir an die engste Stelle, bis zu den Ufern sind es ca. 50-100m. Die Insight Passage gilt nicht umsonst als eine der schönsten Fährstrecken der Welt. Die Schlangenlinien, die das Schiff durch die Inseln fährt, fordern sicher viel Aufmerksamkeit vom Kapitän. Das Timing ist perfekt und wir erreichen nach einem tollen Sonnenuntergang um 23.10 Prince Rupert, wo man auf dem Campground schon auf uns wartet.

Prince Rupert, Britisch-Kolumbien, Kanada

14. Juli, Prince Ruppert, Khutzeymateen Valley, Yellohead Highway, Skeena Valley

Auch wenn wir heute Morgen etwas Zeit haben, sind wir mit dem Einchecken bei Prince Rupert Adventure Tour zu unserer Grizzly Tour um 10.10 etwas spät dran. Wir sind die letzten und es geht auch schon gleich los, etwas früher als die geplanten 10.30. Es sind etwa 60-70 Leute auf dem Katamaran. Eine Nette Crew empfängt uns mit Infos. Nach der Fahrt aus dem Hafen geht es die Küste entlang bis in den Seitenarm zum Khutzeymateen Grizzly Bear Sanctuary. Auch wenn es dafür keine Garantie gibt, sehen wir nach einigem Suchen doch einen Grizzly auf einer Lichtung am Ufer. In aller Ruhe verspreist er eine große Portion Gras und trottet nach einer halben Stunde davon. Wir sind angewiesen leise zu sein und nur zu flüstern. Wir suchen weiter das Ufer ab, doch leider erfolglos. Es bleibt bei dem einen Bären. Aber unterwegs sehen wir immer wieder Buckelwale. Der Kapitän hat eine gute Nase und beobachtet die Schwimmrichtung. An Bord haben wir eine gute Sicht, denn es gibt 3 Ebenen, eine mit 360 Grad Rundumsicht. Am Ende gibt es noch eine Show mit 8 Eagle´s, die der Kapitän mit Speck angelockt. Die Flugkünste sind elegant und lassen sich gut beobachten. Nach 7.5 Std. (geplant waren 6 Std.) sind wir wieder in Prince Rupert. Die Suche nach weiteren Bären hatte uns doch etwas mehr Zeit gekostet. Nach 2 Std. Fahrt auf dem Yellowhead Highway Richtung Osten finden wir am Skeena River auf einem kleinen Parkplatz des Provincial Parks einen hübschen, ruhigen Stellplatz. 

Skeena Valley Meats, Greig Avenue, Terrace, Britisch-Kolumbien, Kanada

4910 Greig Ave, Terrace, BC V8G 1N4, Kanada

15. Juli, Skeena River, Terrace, Cassiar Highway, Totems von Gitanyow, Stewart

Es ist nicht weit bis Terrace, einer Stadt direkt am Skeena River. Frühstück gibt es heute bei Tim Horton, den wollten wir sowieso mal testen. Aber wir sind nur mäßig begeistert. Die Suche nach Chemie für die Toilette zieht sich etwas hin, bis wir dann im Wal-Mart fündig werden. Vom Yellowhead Highway (auch Teil des TCH, Trans Canada Highway) geht es dann Richtung Norden ab auf den Cassiar Highway. Die dichten Wälder sind auch hier überall, es sind kaum freie Flächen oder Felsen zu sehen. Nach einigen Kilometern gibt es einen Abzweig nach Gitanyow, einem kleinen Indianerdorf. Dort findet man die ältesten Totem Poles von BC, über 140 Jahre alt. Die Totems erzählen die Familiengeschichte des Stammes, meist auf poetische Weise. Ein Adler hat eine lange Nase wie Pinocchio – ob es die Geschichte hier auch gibt? Eine nette Kanadierin aus Hazelton spricht uns an. Sie ist das erste Mal hier, obwohl es nicht weit weg von Daheim ist. Sie sind auch das erste Mal auf Urlaub und Richtung Alaska unterwegs – ihr erster Tag. Die Fahrt nach Stewart, besonders die 60 km nach dem Abzweig vom Cassiar Highway, ist traumhaft. Das Tal ist mit Wäldern und Bergen gesäumt, die durch unzählige Wasserfälle und einige Gletscher geschmückt sind. Unterwegs treffen wir zwei Mal auf Schwarzbären, die am Straßenrand fressen. Der zweite trottet in aller Seelenruhe über die Straße, frisst Gras oder gräbt mit seiner Nase in der Erde wie ein Wildschwein. Ich dachte immer, dass Schwarzbären etwa 90-100 kg auf die Waage bringen, aber dieser hier ist sicher deutlich schwerer, eher 150-200kg. Gegen den zu kämpfen dürfte schwierig werden. Wir checken im Rainey Creek Campground ein und fahren noch in die kleine Stadt. Wer sich entscheidet hier zu leben, der lebt wirklich JWD. Viele Häuser stehen leer und zeugen von einer besseren Zeit, als die Minen noch voll in Betrieb waren. Ein paar Läden versorgen die Touristen – und uns mit Pizza auf amerikanische Art.

Rainey Creek Campground, 8th Avenue, Stewart, Britisch-Kolumbien, Kanada

8th Ave, Stewart, BC V0T 1W0, Kanada

16. Juli, Hyder Alaska, Salmon Gletscher, Lachse am Fish Creek

Seit wenigen Tagen machen sich die Lachse auf den Weg zu ihren Laichplätzen. Und für Bären sind sie dann eine leichte Beute, da die Lachse geschwächt und fast reglos im Wasser schwimmen. Daher ist der Fish Creek in Hyder – auf der Alaska Seite direkt hinter Stewart – ein beliebter Aussichtspunkt. Leider sind die Bären noch selten und wenn dann morgens ab 6-7 Uhr zu sehen. Aber auch ohne Bären ist der Creek interessant. Die Lachse sind kapitale Burschen von ½ Meter Länge und sie erkämpfen sich Meter für Meter mit kräftigen Flossenschlägen. Einige US Ranger erklären den Besuchern das Verhalten der Tiere. Weiter geht es dann hinauf zum Salmon Gletscher, etwa 30 km Schotterstraße – was für ein Gerappel. Für sowas ist der Camper dann doch nicht gebaut. Es gibt diverse Stopps mit grandioser Sicht auf den Gletscher, am besten aber dann auf dem obersten Aussichtspunkt. Man kann den Gletscher, bis zu seinem Beginn in 30km Entfernung, gut überschauen. Die Rückfahrt führt uns dann wieder über Hyder nach Stewart, also über die Grenze Alaska-Canada, wo wir bei der Einreise nach Canada kontrolliert werden. Die Ausreise nach Alaska erfolgte am Morgen ohne Kontrolle, weil es dann sowieso ins Nowhere geht. Das war definitiv die einfachste Einreise in die USA, die ich je erlebt habe. Hyder ist übrigens eine regelrechte Geisterstadt. Viele leerstehende Häuser und alte Autos. Für uns geht es wieder zurück Richtung Stewart, wo es nach einem Picknick zu dem hübschen Campground am Meziadin Lake geht.

Hyder, Alaska, USA

Meziadin Lake Provincial Park, Dease Lake Highway, Meziadin Junction, Britisch-Kolumbien, Kanada

Dease Lake Hwy, Meziadin Junction, BC V0J, Kanada

17. Juli, Hazelton - Ksan Indian Village

Auf dem Rückweg über den Cassiar Highway fällt uns auf, dass viele Bäume über die Straße gefallen sind und provisorisch mit der Motorsäge auf Seite geräumt wurden. Hier muss gestern wohl ein Sturm durchgegangen sein – andererseits gibt es so viele Bäume am Wegrand, dass irgendwann auch welche auf die Straße fallen müssen. Die Fahrt nach Hazelton ist easy und nach einem kurzen Stopp am Visitor Center geht es zum Ksan Historic Indian Village. 7 Langhäuser wurden hier nach altem Vorbild nachgebaut und dienen als Ausstellungshaus. Das Grog Haus beschreibt das Leben der Gitxsan Indianer. Bei der Audioführung wird uns eine gute Beschreibung auf Deutsch präsentiert – perfekt. Interessant finde ich, dass die Indianer fast alles aus Zedernholz gefertigt haben, Körbe, Schalen, Seile, Kisten, Waffen, Kleidung. Nur für besonders geschulte Frauen und mit viel Aufwand, wurde für Kleidung auch Schafwolle verwendet. Das zweite Haus, Wolf House, ist für Feste gedacht. Das Fireweed House enthält viele besondere Gegenstände, wie Kleidung für die Tänzer und Häuptling, Decken, Masken etc. Besonders der Rabe kommt in den Masken oft vor. Er steht für List und Zwietracht. 3 Häuser sind nicht zu besichtigen. Im Ersten gibt es noch ein Museum und einen Shop. Eine sehenswerte Siedlung wie wir finden. Danach fahren wir noch kurz durch Old Hazelton, wo einige hübsche Häuser aus ca. 1880 stehen und wo der Skeena River Dampfer gehalten hat. Doch heute ist es sehr ruhig, weil Sonntag ist. Kurz vor Smithers sind wir dann auf dem Glacier View Campground, bisher der sauberste aller privaten Plätze. Wir spielen sogar Federball mit den Schlägern des Campground‘s. Die Plätze der Provincial Parks sind alle schöner, haben aber keine Duschen, nur Stellplätze und Plumpsklo, manchmal Strom, zentral Wasser, selten Dump. 

Hazelton, Britisch-Kolumbien, Kanada

Smithers, Britisch-Kolumbien, Kanada

18. Juli, Trans Canada Highway bis Prince George, Chubb Lake

Am Morgen hatte ich eine Erfahrung der siebten Art. Erstmals hatte ich für meinen Gang auf die Toilette ein blitzsauberes WC vor mir, dazu das Gefühl, das es Erfolgreich werden könnte – und begleitet von Musik, dem Ave Maria. Es lief alles gut! Der Platz hat uns sehr gut gefallen, auch wenn die Nähe zum Highway hörbar war. Richtung Prince George geht es auf dem Trans Canada Highway weiter, Petra übernimmt das Steuer. Deutlich verändern sich die Landschaften, mehr Weiden mit Rindern, viele Hügel, weniger Berge und dichte Wälder. Auf den unzähligen Seen sehen wir viele Paddler. Unterwegs geht es preiswert in einen Hardwarestore zum Einkaufen – eine Axt, weil die aus dem Camper stumpf und für Anzündholz zu lang ist, Mückenspray (welches sich am Abend gegen die hiesigen Mücken als völlig wirkungslos erweist) und Firestarter, weil der Lagerfeuerversuch vorgestern kläglich gescheitert war. Bei Fraserway geht der Tausch des defekten Außenspiegels fix über die Bühne. In der Stadt verpassen wir um 17.00 knapp das Visitor Center, doch ein Mitarbeiter sieht uns vom Parkplatz aus und kommt noch einmal rein – obwohl schon vor 30 Min. geschlossen wurde. Die gewünschten Informationen erhalten wir zwar, aber leider keine passenden Termine für Rodeos. Am Sonntag, also einen Tag früher, hätten wir in Quesnel ein Rodeo sehen können. Dieses war aber von Deutschland aus auf den entsprechenden Webseiten nicht gelistet - schade. Beim zweiten Versuch finden wir dann einen schönen Platz am Chubb Lake. Ein paar Gänse machen sich aus dem Staub und wir richten unser Lager ein. Es ist unheimlich leise – außer dem Summen der Mücken natürlich.

Prince George, Britisch-Kolumbien, Kanada

Chubb Lake Recreation Site, Chubb Lake Road, Hixon, Britisch-Kolumbien, Kanada

Chubb Lake Rd, Hixon, BC V0K 1S1, Kanada

19. Juli, Cariboo Country – Quesnel, Bakerville Historic Western Town

Zunächst geht es heute Morgen zu einem Frühstück nach Quesnel. Im Zentrum finden wir einen Bäcker, der offenbar von Deutschen eröffnet wurde. Angeboten wird zum Beispiel Black Forest Brot, da für Kanadier alles Deutsche irgendwie Black Forest sein muss. Ich habe auch schon Black Forest Bier gesehen – als wäre der Schwarzwald ein Inbegriff für gutes Brot und Bier, Pfff. Die Goldgräberstadt Bakerville liegt etwa 80 km abseits des Cariboo Highway, direkt hinter Wells auf dem Weg zu den Bowron Lakes. Wells war eine Enttäuschung, hieß es doch, dass hier einige alte Gebäude erhalten sind, die man auf einem Rundgang erkunden kann. Ein paar alte Bruchbuden ohne Pflege, das war´s. Wir haben Glück mit dem Wetter. Es ziehen zwar ein paar Wolken auf, aber es bleibt trocken und es kommt auch ab und zu die Sonne raus. Bakerville steht original an der Stelle, wo tatsächlich Mitte bis Ende des 19.Jahrundert nach Gold gegraben und gewaschen wurde. Die Häuser beinhalten vom Schmied bis zum Zahnarzt alles, was eine funktionierende Stadt so braucht. Schulhaus, Kirche, Saloon etc. Am Ende des Tals gibt es sogar eine kleine Siedlung von Chinesen, die zwar unbeliebt waren, aber doch nützlich. Viele Maschinen gibt es auch zu sehen. Wir würden so etwas Freilichtmuseum nennen, allerdings hier auch mit lebendigen Menschen aus der Zeit und entsprechend gekleidet. Über den Tag verteilt kann man sich diverse Shows und Präsentationen ansehen. Zu den Bowron Lakes fahren wir nicht, da das Wetter schlechter wird und vor allem morgen kein Kanu Wetter ist. Diese Gelegenheit wird sicher noch woanders kommen. Für Kanu Fans ist die Gegend ein Eldorado. Mehrere Lakes sind in einem großen Quadrat hintereinander angeordnet. Mit 7-8 Umtrage Passagen kann man die Lakes in einer Woche schaffen, auch schneller, wenn man gut trainiert ist. Auf der Rückfahrt nach Quesnel kommen wir im Regen am Cottonwood House vorbei, dass eigentlich als alte Ranch bekannt ist, aber auch ein paar hübsche Stellplätze hat. Zum Einchecken ist zwar niemand da, aber wir suchen uns einfach einen freien Platz und werden das morgen erledigen.

Cottonwood House Historic Site, Barkerville Highway, Quesnel, Britisch-Kolumbien, Kanada

4460 Barkerville Hwy, Quesnel, BC V2J 6T8, Kanada

20. Juli, Cariboo Country, Quesnel - Cottonwoodhouse, Williamslake - Museum, Lac la Hache –

Am Morgen kläre ich zunächst Ein – und Auschecken. Alles ganz einfach. Um 10.00 tauchen drei Mädels auf, die für den Betrieb zuständig sind. Ein junger Mann kümmert sich um die Reinigung. Das Wetter ist richtig mies und Museum genau das Richtige. Das ganze Projekt hier am Cotton Wood House ist von jungen Leuten organisiert. Die Mädels haben sich in historische Schale geworfen, kümmern sich um das Frühstück der Cabin Bewohner, wir bezahlen unseren Platz (20$) und ich frage nach einer Führung. In 15 Min. ist sie startklar und führt uns durch das Hauptgebäude der Familie Boyd, welches seit ca. 1850 als Roadhouse genutzt wurde. Ab Lilloet gibt es mehrere dieser Häuser, die dann den Namen der Entfernung in Meilen tragen. Das Cotton Wood liegt etwas abseits und ist das älteste dieser Häuser, allerdings ohne die Mile Bezeichnung. In Williamslake besuchen wir das Ranch Museum und die 5$ lohnen sich tatsächlich. Viel ist über das berühmte Rodeo von hier zu sehen, unzählige Sättel und Geschichten aus der Region. Eigentlich ist es auch ein Heimatmuseum, weil einiges über die Stadt als solche erzählt wird. Leider waren die Infos bezüglich Rodeos im Vorfeld über das Internet und Reiseführer schlecht. Die richtige Seite wäre rodeobc.com gewesen. So verpassen wir das Rodeo in Quesnel um einen Tag und müssten 3 Tage auf das nächste Rodeo südlich von Williamslake warten – das würde doch einiges durcheinanderbringen. Schade, Schade!! Im Lac La Hache Provincial Park finden wir einen schönen Platz im verregneten, fast leeren Gelände. Über einen kleinen Tunnel geht man unter den Highway auf die Seeseite. Sehr hübsch – aber nass. 

Williams Lake, Britisch-Kolumbien, Kanada

21. Juli, Cariboo Country – 108 Mile House, Clearwater

Wir stehen zwar im Regen auf, aber schon in 108 Mile House ist es sonnig und richtig warm. Wir machen einen Loop um den See und sehen uns die Häuser an. An 10 Mile House fahren wir vorbei, nix los hier. Auf der #24 Richtung Clearwater verschwinden die Weiden wieder und wir fahren an Seen und Wäldern vorbei. Mittags gehen wir in einem italienischen Restaurant lecker Lasagne essen – Original Italienisch und nicht zu erwarten hier. Sehr lecker und sehr sehr teuer, 85$. Und – Nein, es gab keine Karte und – Nein, wir haben nicht nach den Preisen gefragt und Ja, die haben uns übers Ohr gehauen. Gegen 16.00 landen wir auf dem schönen, engen Dutch Lake Campground in Clearwater. 

Dutch Lake Motel & RV Campground, Roy Road, Clearwater, Britisch-Kolumbien, Kanada

333 Roy Rd, Clearwater, BC V0E 1N0, Kanada

22. Juli, Wells Grey Provincial Park - Spahats Falls, Dawson Falls, Helmcken Falls, Clearwater Lake

Der Wells Grey Provincial Park ist bekannt für seine Wasserfälle und die Möglichkeit, abseits der Zivilisation auf den Seen Clearwater Lake, Murle Lake, Azure Lake etc. ungestört zu fischen und zu den Campgrounds zu fahren, die über Straßen nicht zugänglich sind. Wir machen Stops an den bekannten Falls: Spahats Falls, Dawson Falls und Helmcken Falls. Danach hört die ausgebaute Straße auf und es geht über eine relativ gute Schotterstraße weiter zum Clearwater Lake. Die meisten Touristen kehren bei den Helmcken Falls um. Der Park ist an sich gar nicht so hoch gelegen. Die Falls sind durch vulkanische Aktivitäten entstanden und fliesen in den Clearwater River, der sich parallel zur Parkstraße schlängelt. Ob nun der Dawson oder der Helmcken Fall schöner ist – Geschmacksache. Bekannter ist der Helmcken Fall, der 2,5-mal höher wie die Niagara Fälle ist. Aus einer schmalen Rinne stürzt der Wasserfall in die Schlucht und erzeugt am späten Nachmittag – bei Sonne – einen schönen Regenbogen. Nah heran kommt man nur über eine längere Wanderung. Die Spahat Falls sehen ähnlich aus, sind aber deutlich kleiner. Die Dawson Falls dagegen sind breit und wild. Man kann ganz nahe heran und hat fast ein Feeling wie bei den Niagara Fällen, sozusagen Niagara in Mini. Mir gefielen beide sehr gut. Wir sind die Straße bis zum Lake durchgefahren, was aber eigentlich nur lohnt, wenn man dort irgendetwas vorhat, Campground, Boot fahren, fischen oder so. Man sieht kaum etwas vom See, da man am unteren Ende ankommt, wo die Stromschnellen im Übergang zum Clearwater River anfangen. Dass man hier auch Kanus ausleihen kann finde ich krass. Wer ungeübt ist, landet schnell im Whitewater. Die Rückfahrt zieht sich dann etwas und wir fahren weiter auf dem Yellowhead Highway Richtung Norden. Am Blue River übernachten wir frei auf einem Rastplatz mit einigen anderen Campern. Nur das Quietschen des Zuges nervt etwas, wie gerade jetzt. Ein Wort zu „Wild Campen“: Das ist in den Internet Foren ein beliebtes Thema, da man ja mit dem RV im Prinzip nicht auf einen Campground angewiesen ist und jeder Camper gerne wüsste, wo er denn für Umme stehen kann. Also, Nationalpark und Privatgelände sind Tabu. Möglich sind Recreation Sites der Provincial Parks. Dazu gibt es empfehlenswerte Websites, die neben ein paar Infos die Positionen als GPS-Code genau beschreiben (Apps wie maps.me verwenden mit Offlinekarten). Ansonsten kann man bei vielen Parkplätzen der Superstores wie Walmart stehen. Hinter einigen Tankstellen sieht man manchmal Trucks stehen, das geht auch. Normale Parkplätze außerhalb Provincial Parks und Nationalparks sind so eine Sache. Oft steht da ein Schild „No Overnight Camping“ o.ä. Wenn keines dasteht, kann man i.d.R. da auch stehen. In verlassenen Gegenden kann man sich auch Rückwärts in die Forststraße stellen – sofern die Loggtrucks da noch durchkommen. Und wenn der Truck nicht durchkommt, wird der sich einen Weg suchen – egal wie danach der Camper aussieht. Ansonsten sind die Campgrounds der Provincial Parks allermeist den privaten Campgrounds vorzuziehen. 

Wells Gray Provincial Park Visitor Information Centre, Eden Road, Clearwater, Britisch-Kolumbien, Kanada

416 Eden Rd, Clearwater, BC V0E 1N1, Kanada

23. Juli, Mount Robson Provincial Park, Overlander Falls, Moose Lake, Jasper Nationalpark

Auf dem Weg zum Mount Robson, dem höchsten Berg der kanadischen Rockies und unser erstes Ziel heute, fahren wir in Valemount zu einem Schweizer Bäcker. Spitze! Wir hatten uns Old Style Butter besorgt und mit dem Brot zusammen ist das ein Gedicht. Leider ist der Mount Robson heute in den Wolken, kein Wunder bei fast 4000 m. Gegenüber dem Visitor Center machen wir einen kleinen Trail zu den Overlander Falls. Es ist beeindruckend, wie selbst die Wasserfälle der 2.ten Klasse gewaltig herunterdonnern. Auf dem Weg nach Jasper beginnt bald das grandiose Panorama, wofür die Rockies in Alberta bekannt sind. Jasper ist – nach den einsamen letzten Tagen – erschreckend. Very much busy. Wir tingeln zwar durch die Stadt, fühlen uns aber wie Außerirdische. Da wir Wochenende haben, die Kanadier Urlaub und viele Touristen unterwegs sind, finden wir nur einen Stellplatz auf dem Snaring Overload Campground. Der hat zwar keinen Service, aber eine Tolle Lage. 

24. Juli, Jasper Nationalpark, Jasper, Maligne Lake, Maline Canyon

Am Morgen buchen wir in Jasper die Bootsfahrt auf dem Maligne Lake für 14.00. Für die Nacht bekommen aber um 11.00 immer noch keinen Stellplatz – wie uns die nette Lady am Wistler Entrance erklärt. Es gab keine Stornierungen. Da wir nicht genau wissen, wie der Tag verläuft, buchen wir auch nicht den Vorschlag für einen Campsite ohne Service – da können wir auch wieder auf den Snaring Overload gehen. Auf dem Weg zum Maligne Lake werden wir durch einen Stau gestoppt. Etwa 15 Fahrzeuge versuchen einen Bären zu fotografieren, der dort am Straßenrand sitzt und speist. Wir fahren vorbei, dass kennen wir einerseits, anderseits ist die Verkehrssituation etwas brenzlig. Vor der Bootstour geht es noch auf dem Marie Schäffer Trail. Sehr schön geht es am Lake entlang und dann durch den Wald zurück zum Bootshaus. Die meisten kehren um und bleiben nur am Wasser. Tatsächlich gab es etwa weiter weg vom See eine Grizzly Warnung. Wir sind aber mutig und gehen weiter, pfeifen und singen ein wenig. Die Bootstour dauert etwa 90 Minuten und geht bis Spirit Island, welche als Fotomotiv schon so manche Wand oder Desktop ziert. Ganz nett zwar und das Panorama ist tatsächlich beeindruckend. Insgesamt ist die Tour aber mäßig und nur wegen der Ausblicke lohnend. Auf jeden Fall aber mit 65$ zu teuer. Auf dem Parkplatz fragt mich ein Japaner, ob ich eine Abkürzung nach Lake Luise kenne, also nicht zurück Richtung Jasper. Unfassbar ahnungslos! Dazu müsste er quer durch die Wildnis, müsste ein paar Gletscher und Gebirgszüge durchqueren. Ob er das ernst meinte? Leider ja. Auf der Rücktour geht es zum Maligne Canyon, wo sich der Bach in das weiche Tuffgestein hineingefressen hat. Sehr tief, sehr wild und verschlungen kann man dem Bachlauf folgen. Über mehrere Brücken kann man in die Schluchten hineinsehen. Zum Abendessen gehen wir in die Jasper Brewery, wo heute etwas weniger Betrieb als gestern ist.

Jasper, Jasper-Nationalpark, Jasper, Alberta, Kanada

Jasper, Alberta T0E 1E0, Kanada

25. Juli, Jasper Nationalpark, Athabaska Falls, Sunwapta Falls, Icefield Parkway North, Athabasca Glacier, Icefield Center, Sunwapta Pass

Heute verlassen wir Jasper und machen erst ein paar Besorgungen. Erstes Ziel sind die Athabaska Falls – welche auch bei den Chinesen und Japanern an erster Stelle stehen. Wie bei allen Wasserfällen bisher, donnert auch dieser gewaltig aus dem See in eine Schlucht hinunter. Die Sunwapta Falls sind etwas kleiner, aber auch sehr sehenswert. Eine Frau ist verblüfft, als Petra wilde Stachelbeeren vom Strauch pflügt und isst. Sie probiert auch und ist sehr dankbar. Der Icefield Parkway ist eine wunderschöne und beeindruckende Panoramastraße. Viele Viewpoints laden zum Ausguck ein. Nicht jeder ist lohnend, aber vom Sunwapta Pass bis Lake Luise fast alle. Am Icefield Center machen wir einen Stopp und gehen erst zum Athabaska Gletscher hinauf. Man kommt fast bis zum Rand, aber wir begnügen uns mit der Aussicht auf den Gletscher. Die Fahrt mit dem Bus (!) auf den Gletscher scheint der Hit zu sein. Wir sehen die roten Allradbusse, die dann auf einer Eisfläche halten und einen etwas näheren Blick auf den Gletscher ermöglichen. Seltsames Vergnügen. Im Icefieldcenter sehen wir uns einen schönen Film über die Vergänglichkeit des Eises an und treffen zu unserer Überraschung am Schalter wieder den netten Ranger, der uns auch in Jasper ein paar Tipps gab. Er erkennt uns und wünscht uns eine gute Reise. Die Campgrounds in Lake Louise sind leider alle dicht. Punkt. Die nächsten Tage werden wir also stromlos auf FCFS oder Overflow unterkommen müssen. Die Weiterfahrt auf dem Parkway ist traumhaft. Schönere Täler habe ich selten gesehen und besonders die steil aufragenden, von Gletschern „glatt“ polierten Wände sind schön mit Wäldern geschmückt. Dazwischen hier und da ein Gletscher, der vielleicht schon bessere Tage hatte, aber uns immer noch beeindruckt. Am Sunwapta Pass sind mehrere Stopps für schöne Fotos. 60 km vor Lake Luise finden wir auf dem Waterfowl Lower Lake Campground einen hübschen Platz im Wald, mit nassem Feuerholz, welches nach einigen Versuchen dann aber doch restlos abfackelt. Ein Schild am Platzeingang warnt vor einen Bären, der hier vor 2 Tagen gegen 8.00pm gesichtet wurde. Also Augen + Ohren auf! Wir freuen uns über die Squirls, denen dieser Wald eigentlich gehört. Sie beschweren sich mit zirpenden Geräuschen über unsere Anwesenheit. Aber sie haben auch untereinander ihren Spaß oder Streit und jagen um den Baum herum bis in die Baumwipfel einander hinterher.  

Athabasca Falls, Jasper, Alberta, Kanada

Alberta 93A, Jasper, AB T0E 1E0, Kanada

Columbia Icefield Discovery Centre, Alberta 93, Jasper, Alberta, Kanada

AB-93, Jasper, AB T0E 1E0, Kanada

Sunwapta Pass, Improvement District No. 12, Alberta, Kanada

Sunwapta Pass, Improvement District No. 12, AB T0L, Kanada

26. Juli, Banff Nationalpark, Icefield Parkway South, Bow Summit - Peyto Lake Viewpoint, Herbert Lake, Lake Luise, Yoho Nationalpark – Takakkaw Falls

Am Sunwapta Pass hatten wir unbemerkt den Banff Nationalpark erreicht und fahren den Icefield Parkway weiter Richtung Süden. Nach ein paar Stopps erreichen wir den Bow Summit und kurz danach den Peyto Lake Viewpoint. Dieser herrliche Aussichtspunkt ist sehr beliebt und einzigartig. Der Lake ist türkisfarben und so gleichmäßig, dass er fast unecht, wie gemalt aussieht. Dahinter der Blick auf die Berge und heute eine Sicht, die wohl 50 km bis zum Sunwapta Pass reicht – Grandios! Nach einem kurzen Stopp in Lake Luise und einigen wertvollen Tipps zur Campground Situation, entscheiden wir uns zunächst den Monarch Campground, der eigentlich der Overflow vom benachbarten Kicking Horse Campground ist, anzufahren. Aber durch FCFS (First Come First Served) haben wir eine Chance und ergattern den vorletzten Platz. Dadurch können wir entspannt in den Yoho Nationalpark fahren, der direkt dahinter liegt. Die Zeit ist perfekt. Am späten Nachmittag steht die Sonne voll auf den Takakkaw Falls – die zu den schönsten zählen, die ich je gesehen habe. Die Falls stürzen in 4 Stufen herab, die von unten nur teilweise sichtbar sind. In der letzten Stufe scheint das Wasser wie in einer Schanze hochgeschleudert zu werden, um dann 254m nach unten zu stürzen. Was ankommt ist nur noch Gischt, die teilweise vom Winde verweht den Betrachter duscht. Natürlich gehören auch 2-3 Regenbögen mit zur Show, die uns außerordentlich gefallen haben. Übrigens hatten wir auf der Fahrt in den Yoho Nationalpark noch kurz einen Stopp bei den Spiral Tunnels gemacht. Die Bahnlinie war früher mit 4,6% zu steil und man baute 2 Spiralen durch den Berg, um die Strecke zu verlängern. Jetzt sind es nur noch 2,2% Steigung und man kann bei langen Zügen an einem Aussichtspunkt 3 Zugabschnitte gleichzeitig sehen, wovon einer in die „falsche“ Richtung fährt – verblüffend.

Kicking Horse Campground, Yoho Valley Road, Field, Britisch-Kolumbien, Kanada

Yoho Valley Rd, Field, BC V0A 1G0, Kanada

27. Juli, Yoho Nationalpark – Natural Bridge und Hamilton Waterfall, Emeralde Lake, Banff Nationalpark Lake Louise – Moraine Lake mit Rockpile und Sea Trail

Auf dem Weg in den Yoho Nationalpark, geht es zuvor an die Dump Station, wo sich uns eine einmalige Show bietet. Ein deutsches Pärchen, so um die 30, das erste Mal beim Dumpen. Er, ungeschickter Yuppietyp, Sie deutlich geschickter als er. Zuvor sei erwähnt, dass man sich zunächst um das Abwasser kümmert. 2 Ventile sind zu öffnen, schwarz (also Kacke und so) und grau (alles andere). Das ganze wird über einen vorher anzuschließenden Schlauch, der etwa einen faustgroßen Durchmesser hat, abgelassen. Also ….. Er: „Soll ich schon mal die Ventile aufmachen oder kommt erst der Schlauch dran?“ und will die Ventile schon öffnen. Na, das hätte ich gerne gesehen, wenn er ohne Abwasserschlauch die Ventile geöffnet hätte, wenn ihm die ganze Scheiße über die schicken Shorts und neuen Mokassins gelaufen wäre. Aber Frau schrie laut und rechtzeitig „Stopp!!“. Und statt den Abwasserschlauch mit dem Wasseranschluss – der extra am Abwasser montiert und beschriftet ist – zu reinigen, rannte Madam mehrmals mit einem Eimer Wasser nach innen und schüttete Wasser ins Klo. Das Ganze dauerte eine halbe Ewigkeit. Hinter uns bildete sich eine Schlange und die fanden das gar nicht Witzig. OK, beim ersten Mal läuft es nie glatt, aber sowas habe ich noch nicht gesehen. Jedenfalls scheint die Harmonie der beiden nicht gelitten zu haben und sie lagen sich in den Armen, als sie erfolgreich Ihre Ausscheidungen losgeworden waren. Wie süß! 
Erstes Ziel heute sind die Natural Bridges, gleich am Eingang Richtung Park. Sehr beeindruckend quetscht sich der Fluss durch eine Felsbrücke und donnert auf der anderen Seite wieder heraus. Das Ganze sieht aus wie ein überdimensionaler Badewannenabfluss. Man kann sich irgendwie kaum sattsehen an diesem Riesenwirbel. Nach etwa 10 Kilometern sind wir bereits am Emerald Lake und starten erst mit einer kleinen Wanderung zu dem Hamilton Falls. Dieser entpuppt sich leider als klägliches Rinnsal an einer Felswand. Aber die Wanderung durch den dichten Wald war schön und es waren wenig andere Wanderer unterwegs. Das Bärenglöckchen war aktiv und ich hatte erstmals meine Signalpfeife aus dem Rucksack um den Hals gehängt. 
Ein Wort zu Bären: Fast überall sind Schwarzbären unterwegs, in Banff und Yoho auch schon mal Grizzly‘s. Treffen tut man sie im Wald selten – aber an der Straße haben wir schon mehrmals Bären gesehen. Am Waterfowl Lower Lake haben wir eine geplante Wanderung abgesagt, weil 2 Tage vorher ein Bär auf dem Campground war und in dem Bereich 2 Bären gesichtet wurden. Eine entsprechende Warnung hing vom Ranger am Parkeingang – darauf sollte man schon achten. Problematisch wird es erst, wenn ein Schwarzbär überrascht wird, vor allem beim Fressen z.B. von Beeren. Darum sollte man immer geräuschvoll unterwegs sein, am besten auch nicht alleine. Normalerweise suchen Bären dann das Weite. Sollte man doch einem begegnen, ruhig auf den Bären einreden, nie angreifen, langsam zurückziehen. Wir werden sehen …… Ach so, ja, viele kaufen Bärenspray, im Prinzip eine große Patrone Pfefferspray. Wir haben so etwas nicht dabei und vertrauen darauf, dass wir es nicht brauchen. 
Woran erkennt man einen Schwarzbären? Am Pfeffergeruch und den Glöckchen im Kot. Auch bekannt ist die Regel, wie man Schwarzbären von Grizzly‘s unterscheiden kann. Ganz einfach – man klettert auf einen Baum. Klettert der Bär hinterher, ist es ein Schwarzbär. Haut der Bär den Baum um, ist es ein Grizzly. Ob einen diese Erkenntnis dann noch interessiert, ist eine andere Frage.
Am Emerald Lake zieht ein Gewitter auf, weshalb wir nur einen Teil des wunderschönen, türkisblauen Sees ablaufen. Kanufahren gäbe es für 45$ die Stunde, ein teures Vergnügen. Am Dutch Lake bei Clearwater/Wells Grey PP waren es noch 10$, das wäre ok. Wir verlassen den Yoho Nationalpark und fahren wieder nach Lake Luise. Petra geht shoppen, ich verbringe die Zeit im Visitor Center, um unsere Geräte aufzuladen, vor allem Kamera Accu und Notebook. Erstmals gibt es auch ein wirklich schnelles WiFi. Danach geht es in den Banff Nationalpark zum Moraine Lake. Der ebenso türkisblaue See liegt vor einer großartigen Kulisse von Berggipfeln – 10 an der Zahl – die teilweise schneebedeckt sind. Am Parkplatz, Shop und Restaurant sind wie immer viele Chinesen und Japaner unterwegs, aber meist nur in einem Radius von ca. 100m. Danach trifft man meist nur noch auf Schweizer, Niederländer, Deutsche und natürlich Kanadier. Asiaten eher weniger. Die Aussicht auf den Moraine Lake ist nach dem kurzen Rockpile Trail sehr schön, besonders nachdem sich die Regenwolken verzogen haben, die uns seit einer Stunde begleiten. Auf einem kleinen Steinhügel hat man eine schöne Übersicht auf den See. Nach einem kurzen Trail am See entlang, geht es wieder zurück nach Lake Luise und weiter Richtung Banff auf den geplanten Overflow Campground für 10.80$, einem Schotterparkplatz. Da hatte Jasper mehr zu bieten.

28. Juli, Banff Nationalpark Lake Louise – Gondola, Banff – Hoodoos, Tunnel Mountain Trail, Bow River Falls, Banff Springs Hotel

Schon um 7.00 klingelt der Wecker, weil wir zeitig an der Seilbahn auf den Whitehorn Mountain bei Lake Louise sein wollen. Der Spaß ist zwar etwas teuer (ca. 33$, Wechselkurs etwa 7:10/€:C$), aber da Frühstück nur 3$ Aufpreis kostet, ist das Ganze wieder im Lot. Wir sind zum Glück um 8:15 an der Seilbahn in Restaurant, da sich um 8:30 eine große Gruppe angekündigt hat. Wir sind – zu unserer Überraschung - die ersten und die Chefin ist so nett uns auf den Ansturm hinzuweisen. Das Frühstück an sich war sehr reichhaltig und zu empfehlen, das übliche, aber gute Qualität. Aufschnitt – wie Käse oder Wurst – gibt es nie, ähnlich wie in den USA. Mit der Begegnung von Grizzly‘s wird zwar geworben, aber wir haben keine gesehen. Auf der Bergstation sind außerdem noch ein Lehrpfad und eine interessante Ausstellung zu sehen, die alle wesentlichen Wildtiere ausgestopft präsentiert. Nach der Gondola wollen wir nach Lake Louise und eine Wanderung machen. Leider ist die Zufahrt aber vor 30 Min. wegen Überfüllung geschlossen worden. Ärgerlich! zumal heute Donnerstag ist, also kein Wochenende mit dem üblichen Andrang. Daher fahren wir weiter nach Banff und klären zunächst den Stellplatz für die Nacht am Tunnel Mountain Campground. Tatsächlich ist unerwartet ein Platz frei. Wir haben damit unseren Rekord gebrochen – wir waren 6 Nächte ohne Service, also ohne Strom – und Wasseranschluss, keine Duschen. Das ist hier in Kanada ohne weiteres möglich, da es überall Dump Stationen mit Frischwasser gibt. Und eine Dusche hat unser Camper ja. Der Reihe nach besuchen wir noch einige interessante Sehenswürdigkeiten. Ganz in der Nähe des Campground gibt es Hoodoos, also Sandsteinspitzen, allerdings nicht besonders umwerfend. Etwas weiter Richtung Stadt kann man im Tal die Bow River Falls sehen und gegenüber das Banff Springs Hotel. Das Hotel wurde 1888 gebaut und ist ein sehenswerter, altehrwürdiger Kasten. Eine Harfe spielende Musikerin gibt uns ein paar Hinweise und wir sehen uns das Hotel gerne an. Besonders einladend finden wir das Hotel allerdings nicht. Nach etwas Shopping kehren wir zum Tunnel Mountain Trailer Park zurück und genießen den Abend. Ein Rudel Wapiti Hirsche sorgt dann noch für etwas Aufregung. Etwa 8-9 Tiere grasen am Rand des Campground, gleich an der Straße und lassen sich durch Autos und fotografierende Zuschauer kaum stören. Als ein Ranger davon Wind bekommt, lotst er die Damen in den Wald und lässt den Hirsch aber in Ruhe.

Lake Louise, Alberta, Kanada

Tunnel Mountain Trailer Court, Tunnel Mountain Road, Banff, Alberta, Kanada

Tunnel Mountain Rd, Banff, AB T0L, Kanada

29.Juli, Banff Nationalpark, Banff – The Cave and Basin Historic Site, Marsh Loop, Stadt

Heute soll es etwas ruhiger zugehen, lange schlafen und dann in die Stadt. Zunächst besuchen wir die „Cave and Basin Historic Site“, wo die Parkverwaltung den Beginn aller Nationalparks thematisiert. Hier fand man in einer Höhle eine Schwefelquelle - die auch heute noch sprudelt - und richtete diesen Ort als Besucherzentrum ein. Später wurde dies ausgedehnt und weltweit als der erste Nationalpark, eben der „Banff Nationalpark“ eröffnet. In der Sulphur bzw. Schwefelquelle leben winzige Schnecken, die etwa Fingernagelgroß sind. Früher konnte man in dieser Anlage übrigens auch schwimmen und alte Fotos amüsieren uns vor allem wegen der damaligen Bademode. Hinter der Anlage geht es zu einem Trail, dem Marsh Loop Trail. Durch eine Sumpflandschaft teilen sich Mensch und Pferd einen Weg, der links den langsam fließenden Bow River und rechts von Sumpfgelände begleitet wird. Von den vielen Vögeln, die hier sein sollen, ist aber wenig zu sehen. In Banff machen wir einen Stadtrundgang, vor allem durch die Shops. Essenstechnisch sind wir von der Old Spagetti Factory begeistert, wo wir für ca. 13-15$ All Inclusive tolle Spagetti bekommen, also incl. Vorspeise, Brot, Kaffee, Eis. Sehr zu empfehlen. 
Da wir ja gestern in Lake Luise nicht zum See kamen, werden wir dies morgen zeitig noch einmal versuchen. Daher fahren wir bis kurz vor Lake Luise und übernachten noch einmal auf dem Overflow Parkplatz vor dem kleinen Ort.

30.Juli, Banff Nationalpark Lake Luise – Lake Agnes Trail, Little Beehive, Kootenay Nationalpark

Heute ist Wandern angesagt, so um 10 km haben wir uns vorgenommen, 500m Steigung. Der Wanderweg heißt Lake Agnes Trail, beginnt am Lake Luise und ist 3.8km lang bei 380m Steigung. Ziel ist das Teehaus. Weiter soll es zum Little Beehive Aussichtspunkt gehen, nochmal 1km mit 120m Steigung. Eine kräftiges Gewitter verunsichert uns am Morgen etwas – ob das Wetter wohl hält? Doch wir hatten das nun schon öfter, dass sich innerhalb ½ Stunde das Wetter komplett ändert, so auch heute. Der Parkplatz ist heute gegen 10.00 noch nicht voll. Für den meistbesuchten Bergsee der Welt ist also noch Luft nach oben. Hunderte von Menschen in allen Sprachen tummeln sich am Rand des See´s und bestaunen den Türkisfarbenen See mit den dahinter liegenden Bergen. Das Panorama ist schon klasse, wenn auch noch in den Wolken. Davor liegt der große Komplex des Fairmond Chateau Hotel. Wir halten uns nicht lange auf und starten gleich den Weg bergauf zum Lake Agnes. Es geht ziemlich konstant bergauf, aber die Steigung ist ok. Es sind überraschend viele auch auf dem Trail, aber nach oben werden es immer weniger. Nach 1 ½ Std. sind wir am Ziel, dem total überfüllten Teehaus. Der See liegt sehr schön vor der schneebedeckten Bergkulisse. Wir machen uns noch weiter auf den Little Beehive Trail, wo uns nur selten jemand begegnet. Die Aussicht ist fantastisch, da man von hier in die Täler nördlich und südlich von Lake Luise schauen kann. Die Hütte ist leider bei einem Waldbrand abhandengekommen. Der Abstieg ist etwas zäh, da ich mein rechtes Knie schonen muss – mit dem Ergebnis, das jetzt mein linkes Knie Kummer macht, nah Prima. Wir kommen aber gut wieder unten an und verlassen Lake Luise Richtung Kootenay Nationalpark. Wir finden einen der letzten Plätze auf dem Marble Canyon Campground. Leider hat am Abend dann ein Gewitter mein Feuerchen buchstäblich verhagelt und gelöscht.
Ein Wort zu Feuer: Was hat es bei den Kanadiern mit dem Feuermachen eigentlich auf sich? Fast alle Campsites sind mit Firepits oder Feuerringen ausgestattet, manchmal reicht auch eine ausgediente LKW-Felge. Feuerholz gibt es manchmal sogar umsonst – bei den Provincial Parks – aber meist kostet es so um 7-10$. Aber warum Feuer machen? Einige wenige grillen tatsächlich etwas, wobei ein Holzfeuer nicht optimal ist. Das wissen die Kanadier auch und haben daher i.d.R. einen Gasgrill auf dem Tisch stehen. Gegen Mücken hilft ein Feuer auch, weil die Rauch gar nicht mögen, aber es gibt nicht überall Mücken. Einsprühen tun sich die meisten dann trotzdem noch, falls das mal nötig ist. Vielleicht weil Feuer wärmt? Sicher, aber Kanadier machen auch Feuer wenn es schon warm ist. Fragen über Fragen. Na, auf jeden Fall macht es Spaß am Feuer zu sitzen und sich zu unterhalten. An Gesprächsstoff mangelt es so wenig wie an Holz. Wir haben einen Kanadier gefragt und der wusste auch nur eine Erklärung – es liegt an den Genen. In jedem Kanadier steckt irgendwie auch ein Abenteurer, Jäger und Sammler, da gehört ein Feuer einfach dazu.

Marble Canyon Campground, East Kootenay G, Britisch-Kolumbien, Kanada

East Kootenay G, BC V0A 1M0, Kanada

31. Juli, Kooteney Nationalpark - Vermillion Pass, Marble Canyon, Paint Potts, Radium Hot Springs

Der Marble Canyon befindet sich gleich gegenüber dem Campground. Hier hat der Bach eine bis 40 m tiefe Spalte in das weiche Gestein gefressen. Ein 1,5km langer Trail kreuzt mit 6 Brücken den Tokumm River, so dass man dieses Naturwunder gut bestaunen kann. Ein paar Kilometer weiter durch den Kooteney Nationalpark kommt man zu den Painted Potts, wo Eisen Oxid ausgespült wird und als ockerfarbene Ablagerung überall in der Ebene und im Bach zu sehen ist. Schon die Indianer kannten diese Stelle und färbten damit ihre Kleidung und benutzten die Farbe für Wandmalereien. Später hat man den Abbau industriel betrieben. Ein paar alte, verrostete Maschinenteile zeugen davon. 
Wie kalt der Vermillion River ist, testen wir kurz mit einem kleinen Fußbad. Man hält es kaum 1 Minute in dem Wasser aus, nach 30 sek. beginnen die Füße zu schmerzen. Auf der Fahrt über den Vermillion Pass sieht man auf der nördlichen Seite, die erstorbenen Baumreste des Waldbrandes von 1968. Es wächst hier oben alles sehr langsam. Weiter geht es durch das schöne und weite Tal am Kootenay River entlang- vor allem interessant für ausgedehnte Wanderungen - bis nach Radium Hot Springs. Der Ort ist wegen seiner Thermalquellen bekannt, aber der geplante Badetag scheint fast auszufallen, da das Bad überfüllt ist. Heute ist eben Sonntag und morgen ein Feiertag. Aber nur fast, denn in unserem heutigem Campground, dem Radium Valley Vacation Resort gibt es auch Pools. Ziemlich teuer (69$) aber sehr nobel und komfortabel (5*).

Kootenay-Nationalpark, Britisch-Kolumbien, Kanada

Britisch-Kolumbien V0A, Kanada

Radium Valley Road, Radium Hot Springs, Britisch-Kolumbien, Kanada

Radium Valley Rd, Radium Hot Springs, BC V0A, Kanada

1. August, Glacier Nationalpark - Parker Pass; Mt.Revelstrocke Nationalpark – Skunk Cabbage Trail, Meadows in the Sky Parkway

Heute Morgen geht es zunächst nach Golden, am Columbia River entlang. Es ist auf dieser Nebenstrecke kaum Verkehr und die Ausblicke ins Tal sind sehr schön. Wie bei den meisten Flüssen, die wir bisher gesehen haben, ist der natürliche Verlauf des Flusses durch Begradigung nicht verändert worden. Der Fluss schlängelt sich durch ein breites Tal mit Sümpfen, Auen und Marschland. Natürlich gibt es keinen kommerziellen Schiffsverkehr und dem Fluss seinen Lauf zu lassen nimmt viel Platz weg, aber Überschwemmungen hinterlassen so kaum Spuren und es sieht wunderschön aus. In Golden herrscht ein irrer Betrieb und wir fahren lieber gleich weiter zum Glacier Nationalpark. Viel haben wir dort nicht auf dem Programm. Im Visitor Center am Parker Pass haben Sie einen interessanten Film über die Lawinenbekämpfung. Das ist hier oben überhaupt ein Riesenthema. Die Bahn hatte man zum Beispiel verlegt, weil zu viele Lawinen heruntergingen. 1910 kamen bei einem Zugunglück 58 Menschen ums Leben. Ein Mahnmal erinnert daran. Mit Europäern hat man – zum Beispiel mit Kanonen – eine Lawinenschutzstrategie erarbeitet. Viele Straßen sind überdacht worden. Diese Kanonen sind ausgestellt, weil man vermutlich – wie in der Schweiz - inzwischen mit Hubschraubern Sprengladungen abwirft. Am Ende des Parks gehen wir den Hemlock Trail, auf dem einige alte Zedern zu bewundern sind. Auf dem Parkplatz bewundern wir aber zuerst die vier VW Bulli die hier stehen, drei davon tiefergelegt und echt schick. Einer sieht etwas übel aus und wird gerade restauriert, ein T1 aus den 1950er Jahren. Im Mt. Revelstrocke Nationalpark haben wir etwas mehr vor. Den Zedern Trail schenken wir uns, aber den Skunk Cabbage Trail gehen wir gerne. Wegen der stinkenden Kohlgewächse hat er seinen Namen. Das Highlight des Tages ist der „Meadows in the Sky Parkway“ bei Revelstroke. Erst einmal geht es 16 Serpentinen hinauf auf den Berg, dazwischen verschiedene Aussichtspunkte. Schon auf der Fahrt nach Oben ahnt man, dass die angekündigte Blumenpracht kommen wird. Verschiedene bunte Blumen stehen dichtgedrängt am Straßenrand und je höher wir kommen, desto mehr. Oben hat man – wegen des zunehmenden Verkehrs – für den letzten Kilometer einen Shuttlebus eingerichtet. Wir gehen einige kleinere Rundwege und bestaunen die Blumenpracht. Am besten gefallen mir die roten Fireweed, eine Weideröschen Art. In einer Felsspalte liegt im Schatten ständig Schnee, auch im Sommer. Nur die vielen Mücken trüben das Vergnügen ein wenig.
Ein Wort zu Mücken: Sie sind fast überall, sie sind lästig und sie nerven. Aber mit Mückenspray (hier kaufen!!) kann man sich ganz gut schützen. Manchmal sehe ich wie sie Platz nehmen, um ihr Werk zu vollbringen – und schnell wieder abdüsen. Man sollte das Spray auch immer dabeihaben, man weiß ja nie. Manchmal schwirren so viele herum, dass man sich doch unwohl fühlt. Wir sind froh, dass unser Camper dicht ist und überall Gitter sind. Was wir immer dabei haben ist unser Elektroschocker, naja, ein batteriebetriebener Stick der für ein paar Sekunden eine kleine Messingfläche erhitzt. Diese hält man auf den Stich, wodurch das Gift neutralisiert wird. Klappt prima, wenn man dies auch rasch tut. Mit Mücken muss man sich irgendwie abfinden und leider sind sie oft dort zu finden, wo es besonders schön ist. Nur lange Klamotten anzuziehen reicht alleine übrigens nicht. Was eine richtige kanadische Mücke ist, die kennt keine Gnade und lässt sich von ein bisschen Stoff nicht abschrecken.
Abends geht es noch ins Denny´s, schmutzig zwar, aber lecker – zumindest für mich - und danach auf einen freien Parkplatz des Provincial Parks, der vor allem im Winter genutzt wird.

Revelstoke, Britisch-Kolumbien, Kanada

2. Aug, Revelstoke – Dam, Town, Upper Arrow Lake, Nakusp Hot Springs

Am Morgen fahren wir zum Revelstroke Dam, der mit einer Höhe von 175 Meter den Columbia River staut. Er dient einerseits der Zähmung des Flusses, aber auch der Stromgewinnung für 1 Mio. Haushalte. Die hübsche Megan erklärt uns auf einer Tour den Bau des Dammes und wozu er dient. Uns wird das aber irgendwann zu lang und wir machen uns davon. Nach einem kurzen Walk durch Revelstroke geht es in den Süden zum Upper Arrow Lake. Leider ist die Schlange vor der Fähre so lang, dass wir das 3.te Fahrzeug für die Fähre in einer Stunde sind, also warten. Als wir nach der Überfahrt die Schlange auf der anderen Seite sehen, ist das aber nur halb so schlimm. Die haben locker 2-3 Stunden Wartezeit vor sich. Die Überfahrt über den See ist fast schwankungsfrei. Die Fahrt am See entlang ist hier am Upper Lake nicht so toll, Bäume, Bäume, Bäume. In Halcyon Hot Springs finden wir leider keinen Platz mehr, hier gibt es ein Bad mit heißen Quellen. Aber am Campground in Nakusp Hot Springs kommen wir – nach 12 km kurvenreicher Fahrt - unerwartet unter, incl. Eintritt zu den heißen Quellen 50$, das ist ok. Nach dem Einchecken machen wir uns gleich auf den Weg zu den Pools. Nach 2 Minuten im warmen Becken wurde das Bad wegen eines Gewitters aber leider wieder geschlossen, dass wir eigentlich auch schon gesehen und befürchtet hatten. Aber Safety first. Netterweise dürfen wir später am Abend noch einmal rein. Der Platzwart kommt sogar extra vorbei und ruft laut, dass das Bad wieder sicher ist. Es ist eine kleine, aber feine Anlage. Ein rundes Becken von ca. 10m Durchmesser bildet die beiden Becken, wobei ein kleiner Teil für die 40° und der große Teil für 36° vorgesehen sind. Es beginnt zwar noch einmal zu regnen, aber das stört uns nicht und nur ein wenig auf dem Heimweg.

Nakusp Hot Springs, Chalets, and Campground, Hot Springs Road, Nakusp, Britisch-Kolumbien, Kanada

Hot Springs Rd, Nakusp, BC V0G, Kanada

3. Aug, Nakusp Hot Springs, Arrow Lake, Monashee Mountains, Vernon

Nach einer durchregneten Nacht – ok, wir sind schließlich im Regenwald – machen wir noch einen kleinen Abstecher zu der hübschen Fußgängerbrücke 5 Min. von Nakusp Hot Springs. In Neuengland würde man sie eine Covered Bridge nennen, da sie komplett überdacht ist, sogar mit Bänken darauf. In Nakusp am See machen wir einen kurzen Stop am Visitor Center. Der Mitarbeiter des Visitor Center sieht uns draußen sitzen und weist uns darauf hin, dass er gleich ein wenig Lärm macht. Ist ok, kein Problem. Alles hatten wir nicht verstanden, da er sehr schnell sprach. Kurz danach – Petra war gerade zum Auto – um Punkt 12.00 haut´s mich dann dermaßen von der Bank, das ich denke mir drückt einer links und rechts einen 500 Watt Subwoofer in die Ohren. Nach 10 Sekunden ist der Spuk vorbei und mir ist fast übel von dem tiefen, dröhnenden Sound. Was war DAS denn? Ich komme langsam zur Besinnung und orientiere mich. Keine 5m von mir entfernt hat man die historische Dampfschiffpfeife des Schaufelraddampfers aus Revelstroke montiert. Für 5$ kann man sich das Pfeifen um High Non wünschen. Für mich war´s umsonst. Im Visitor Häuschen steht eine Dame, grinst und hält sich die Ohren zu – sehr witzig. Wir haben heute etwas mehr zu fahren und starten am schönen Arrow Lake entlang zur Fähre, wieder auf die Westseite zurück. Nach einer 15 Min. Fahrt – die übrigens wie die meisten Inlandfähren kostenlos ist – geht es durch die Monashee Mountains eine schöne und kurvenreiche Strecke entlang nach Vernon, dem nördlichen Ende des Okanagan Valley´s. Wir hatten Mittag´s einen schönen Campground in Lake Country herausgesucht, der auch noch für 3 Tage freie Plätze hatte. Leider konnten wir mangels WiFi nicht rechtzeitig antworten und verpassen den letzten Platz. Am Visitor Center in Plumby und Vernon kann man uns auch nicht helfen und so steuern wir eher mit guter Hoffnung, den Silver Star RV Park am Swan Lake, kurz oberhalb von Vernon an. Glück muss man haben, es sind noch zwei kleine Plätze frei. Es gibt sogar einen Pool, die schönsten Duschen und das beste WiFi das wir bisher hatten. Da es richtig schön warm geworden ist, wird der Pool am Abend auch noch getestet. Super!

Silver Star RV Park, Stickle Road, Vernon, Britisch-Kolumbien, Kanada

6310 Stickle Rd, Vernon, BC V1B 3V1, Kanada

4. Aug, Vernon, Lake Country, Kelowna

Von Vernon fahren wir Richtung Lake Country, um uns die Gray Monk Winery anzusehen. Das Vinetasting ist kostenlos. Vier Weine stehen zur Auswahl, die wir nicht schlecht finden. Den Pino Gri und Merlot nehmen wir mit. Ca. 12-15 Euro die Flasche ist zwar für Pfälzer Verhältnisse viel, in Kanada aber eher die Regel. Teurer geht hier natürlich immer, 30$ für einen Cuvéé verkneifen wir uns. Die Bedienung gibt sich sehr viel Mühe und merkt, dass wir nicht ganz unerfahren sind. Sogar ein paar deutsche Wörter hat sie drauf. Auf die Tour durch den Weinkeller verzichten wir aber. Die wäre zwar auch kostenlos, aber das kennen wir zur Genüge. Die Lage des Weingutes ist traumhaft an den Hängen des Okanagan Valley gelegen mit gutem Blick auf den See. Die Fahrt nach Süden am Lake entlang bietet schöne Ausblicke auf den See. Die Hänge sind sehr trocken, was ein krasser Kontrast zu dem gestrigen Arrow Lake ist. Durch Kelowna fahren wir vorerst einfach hindurch, weil wir den Baer Creek Campground hinter West Kelowna erreichen möchten. Der ist bekanntermaßen voll, aber der Overflow Parkplatz ist auch OK. Der liegt direkt am Strand und hinter der Wiese mit den Sitzgarnituren. Wir verbringen einen gemütlichen Badenachmittag am See. Das Wasser ist nicht so kalt und wir schwimmen eine Runde im Okanagan Lake. Die Baumstämme im Wasser, die den Strand absperren, sind gar nicht so leicht zu erklimmen. Die sind rutschig und sehr massiv. Aber wir schaffen es aber beide und sind stolz wie Oscar.

Kelowna, Britisch-Kolumbien, Kanada

5. Aug, Kelowna – City Park, Weingut Quails Gate, Weingut Little Straw, Summerland

In Kelowna spazieren wir durch den City Park, bestaunen die Schönheiten der Stadt und die spielenden Kinder auf den Playground‘s. Einige Mutige präsentieren Ihre Klavierkünste auf den Klavieren, die in der Stadt verteilt aufgestellt sind. Für Kinder wird deutlich mehr gemacht als bei uns – was einem im britischen Ausland oft auffällt. Man hat sogar einen Wasserspielplatz auf dem See eingerichtet und riesige aufblasbare Burgen miteinander verbunden, wenn auch mit Eintritt. Die Kids sind begeistert. Am Eingang des Parks steht die Figur des Ogopogo Wasserungeheuers, sozusagen das Nessy vom Okanagan Lake. Sehr gefährlich sieht es nicht aus und es lächelt freundlich. Die Darstellung entspricht jedenfalls detailgetreu den überlieferten Augenzeugenberichten. Das Angebot von „Pizza in a Cone“ – was wirklich aussieht wie Erdbeereis im Hörnchen – nehmen wir nicht an, zu abstrus. Danach fahren wir zu zwei Weingütern, dem bekannten Quails Gate Vineyard und dem kleineren Little Straw Vineyard unterhalb von West-Kelowna Richtung Peachland. Natürlich nehmen wir einige Flaschen mit und freuen uns über kostenfreie Weinproben, was nicht überall der Fall ist. In Summerland verbringen wir den Nachmittag am Okanagan Lake. Es ist sehr angenehm trotz der Hitze über 30°, da der Wind vom See sehr frisch weht. Übernachtet wird auf dem Campground bei der Dickinson Farm. Unter Obstbäumen wurden etwa 14 Camp Sites eingerichtet, das Office ist die Küche von Mrs. Dickinson. Hier wird noch immer Obst angebaut, vor allem Kirschen und in der Nachbarschaft Pfirsiche. 1.5$ sind für das Pfund Pfirsich ein guter Preis, etwa die Hälfte wie bei uns.

Summerland, Britisch-Kolumbien, Kanada

Summerland, Britisch-Kolumbien V0H, Kanada

6. Aug, Summerland – Giant Head, Kettle Valley Railway, Ornamental Gardens; Penticton – Riverboot Run; Osoyoos – Desert Centre, Haynes Point Campground

Am Morgen versuchen wir bei Summerland die Auffahrt zum Aussichtspunkt Giant Head – leider zu schmal für uns. Die Spur ist nur für ein Fahrzeug und es gibt eine Menge Serpentinen. Also lassen wir das lieber. Die Suche nach der Brücke der Kettle Valley Railway gestaltet sich etwas zäh, da die Beschreibung im Reiseführer falsch ist. Aber anhand der Landkarte werden wir fündig und stehen überrascht vor der Dampflok, die von Hope bis Penticton fährt. Die Brücke sehen wir auch noch einmal etwas besser von den Ornamental Gardens, die einige Kilometer später vom Highway 97 abzweigen. Der Garten ist kaum besucht und nicht besonders spektakulär. Da heute Samstag ist, tummeln sich unglaublich viele Leute in Penticton – außer beim Starbucks finden wir keinen Parkplatz. Viele haben ein Schlauboot auf dem Dach oder unter den Armen und laufen Richtung Kanal. Der fließt ganz langsam von Penticton bis zum Skaha Lake. 2 Stunden braucht man ungefähr. Hunderte von aufblasbaren Booten, Schwimminseln, Schläuchen etc. bilden eine lustige Gesellschaft. Die Gegend hinter Oliver Richtung Osoyoos ist so trocken, dass sie auch Pocket Desert genannt wird. Was wir aber mit dem Desert Center kurz vor Osoyoos verbinden, lässt sich mit heiß, trocken, langweilig rasch umschreiben. Der beliebteste und sicher auch einer der coolsten Campgrounds BC‘s ist der Haynes Point Campground im Osoyoos Lake. Über eine schmale Straße liegt der Campground mitten im See. Schon vor Wochen war der Platz ausgebucht, vor einer Woche und gestern ebenso. Als wir – nur mal so zum Ansehen – am Eingang stehen, steht dort wie zu erwarten „Full“. Als wir über den Platz fahren – nur so zum ansehen - ist da doch tatsächlich ein Platz am See für einen Tag „Availabel“ – unfassbar. Wir stellen uns sofort darauf und sagen dem Park Kontroller Bescheid. Ja, kein Problem, da ist jemand früher gefahren – Glück muss man haben. Der Platz ist echt prima, man hat einen Rundumblick an die Küste und kann das Treiben auf dem See beobachten: Boote, Wasserskiläufer, Paddler, Enten.

Penticton, Britisch-Kolumbien, Kanada

Haynes Point (Swiws) Provincial Park, Okanagan-Similkameen A, Britisch-Kolumbien, Kanada

Okanagan-Similkameen A, BC V0H 1V0, Kanada

7. Aug, Osoyoos; Crowsnest Highway, Manning Provincial Park – Cascade Lookout, Hope Slide, Harrison Hot Springs

Bevor wir Richtung Westen auf den Crowsnest Highway einschwenken, fahren wir noch auf einen Aussichtspunkt, etwa 8km östlich von Osoyoos. Von diesem hat man eine tolle Übersicht auf den Osoyoos Lake und die Berge die dahinter bereits zu den USA (Washington) gehören. Zurück Richtung Westen kommen wir an den Spotted Lakes vorbei. Früher war dieses Mal ein See, aber im Laufe der Jahre ist er verdunstet. Übrig geblieben sind viele kleine, verschiedenfarbige Wasserflächen. Jeder Mini-See hat eine andere Mineraliendichte, was zu den Farbunterschieden führt. Ein tolles Naturschauspiel. Den Crowsnest Highway hatten wir an sich etwas spektakulärer in Erinnerung, aber das liegt sicher daran, dass wir vor einigen Jahren von Vancouver kamen und jetzt aus den Nationalparks. Jedenfalls ist die Fahrt eher anstrengend durch die viele Kurverei. Schöne Ausblicke gibt es dann wieder im Manning Provincial Park. Er kann vor allem mit Wanderungen ins Hinterland erforscht werden, bietet aber auch viele Campgrounds an. Wir fahren hinauf zum Cascade Lookout. Von dort kann man einige schneebedeckte Gipfel in den Bergen Washingtons erkennen, bis ca. 2500m. Vor Hope schauen wir uns den riesigen Erdrutsch „Hope Slide“ an. 1965 wurde hier am 9.1. nach einem kleinen Erdbeben das Tal mit einem Teil des Berges zugeschüttet, 4 Menschen kamen ums Leben, die sich noch heute in ihren Autos befinden. In Harrison Hot Springs fahren wir zunächst über eine lange Gravelroad in den Sasquatch Provincial Park, haben aber dummerweise nicht mehr genug Bargeld, Visa geht leider nicht. Also wieder zurück nach Harrison zur Bank – aber wir bleiben dann doch in Harrison auf dem Harrison Springs Camping & RV Park, der ist zwar alt, aber ok.

Harrison Springs Camping & RV, 740 Hot Springs Rd, Harrison Hot Springs, Britisch-Kolumbien, Kanada

740 Hot Springs Rd, Harrison Hot Springs, BC V0M 1K0, Kanada

8. Aug, Harrison Hot Springs, Bridal Vail Falls, Chilliwack Valley

Irgendwie sind wir an diesem letzten Tag mit dem Camper etwas lustlos. Auch eine Kanada Rundreise geht eben irgendwann mal zu Ende und Harrison Hot Springs ist nicht gerade die Stadt, davon abzulenken. Die Stadt liegt zwar hübsch am See, aber es ist alles doch sehr auf Tourismus ausgelegt. Zwei japanische Restaurants gibt es, sogar ein „Black Forest Restaurant“ mit Real Bavarian Foot (?!) und deutschem Nachrichtensender, sehr witzig. Etwas zu Fastfood: Bei A&W kann man übrigens deutlich besser speisen – wenn schon Fastfood – als in Mac Donalds oder ähnlichen Ketten. Pommes und Burger schmecken besser, und es wird stilvoller serviert (Pommes im Gitterkörbchen, Metalltablett und Soda im Glas). Auch achten sie auf umweltfreundliche Verpackung. Ich kann mich nicht erinnern A&W in den USA schon mal gesehen zu haben. Auch Tim Horton ist in USA eher sehr selten anzutreffen, hier überall. Die servieren süße Sachen, Kaffee, Donuts, ähnlich Dunkin Donuts in den USA – aber auch deftiges. Wir entschließen uns, den letzten Tag nicht in Harrison, sondern im Chilliwack Valley zu verbringen. Einmal noch in die Wildnis, die zudem nicht weit von uns weg ist. Bekannt sind dort die Bridal Vail Falls, die nicht sehr mächtig sind, aber sehr breit daherkommen, wie ein Brautschleier halt. Erst geht es über den breiten Fraser, dann am Chilliwack River entlang, bis zu einem hübschen Stellplatz, der Thurston Meadows Recreation Site. Interessant ist, dass hier auch der TCT durchgeht, der Trans Canada Trail. Der Wanderweg führt komplett von West nach Ost, quer durch Kanada. Am Abend machen wir dann unser letztes Feuerchen und wärmen uns mit dem restlichen Feuerholzvorrat aus unserem Camper.

Chilliwack Lake Provincial Park

Trans Canada Trail, Rosedale, BC V0X 1X0, Kanada

9. Aug., Chilliwack, Vancouver – Faserway, Sechelt

Zurück Richtung Vancouver geht es durch das Tal am Chilliwack River und zum Frühstück zu Starbucks. OK, Starbucks ist zum Frühstücken eigentlich nicht so ganz die Superadresse, aber der Kaffee ist Spitze und wegen mir darf es auch mal ein Blueberry Muffin sein. Weiter geht´s auf dem Highway #1 nach Vancouver zu Fraserway. Sicher wäre die parallel verlaufende #7 schöner und auch geplant, aber jetzt geht es darum nicht zu viel Zeit zu verdaddeln, da wir ja noch weiter wollen über die Fähre an die Sunshine-Coast. Die Fahrzeugrückgabe verläuft reibungslos und fix. Wir packen unsere vorsortierten sieben Sachen in die Koffer, die wir bei Fraserway stehen gelassen hatten, regeln die zusätzlichen Kosten (5000 + 1067 zus. km) und werden mit dem Shuttle zum Airport gebracht. Dort haben wir bei Alamo einen SUV gebucht. Der SantaFe von Hyundai ist ein tolles Auto mit viel (zu viel) Schnickschnack. Nach einem Stau durch Vancouver erreichen wir die Fähre von Horseshoe nach Langlay so gegen 4.00pm. Auch die Mail von Fraserway erreicht mich jetzt, dass wir den Sack mit den Netzteilen und Kabeln im Camper vergessen haben. Na Super. Da müssen wir mit dem Strom wohl ein wenig haushalten. Nach der 40-minütigen Fährfahrt führt uns die Weiterfahrt durch das hübsche Örtchen Gibson und weiter nach Sechelt. Gegen 6.15pm erreichen wir das Haus „Seastone at Sandy Hook“ und werden von den netten Gastgebern, Kirk und Wendy Exner schon erwartet. Die Aussicht ist traumhaft. Die Fotos und Bewertungen haben nicht gelogen. Das Haus liegt über dem Sechelt Inlet und wir bewohnen die untere Etage mit freiem Esstisch, einer Firelounge und dem Sundeck. Direkt vor uns der Inlet mit Booten und Ausblick auf die Wälder. Es sieht aus wie an einem See, aber strenggenommen hat der See Zugang zum Meer, daher Inlet. Wir freuen uns besonders auf die weichen Betten und schlafen wie die Babys.

Vancouver, Britisch-Kolumbien, Kanada

10. Aug., Sechelt

Heute ist Relaxen angesagt, und Wäsche waschen. Auf dem Weg in die Stadt begegnen wir einem jungen Bären, der wenige Meter vor uns, ungefähr 100m von unserer Unterkunft die Straße kreuzt. Er verschwindet aber schnell in die Büsche - und ist damit im Vorgarten eines Wohnhauses. Na, die werden gucken. Erst fahren wir noch ein paar Kilometer das Inlet weiter, um bei Pedals & Paddles für den nächsten Tag ein Doppelkajak zu buchen. Abends sind wir im Lighthouse Pub zum Essen, was zwar lange dauert, aber gut ist.

Sechelt, Britisch-Kolumbien, Kanada

11. Aug., Sechelt, Paddeltour

Mit dem guten Essen vom Vortag bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich habe schlecht geschlafen und mir Ist übel. Dann ist ja eine Paddeltour genau das Richtige, gmmpff. Nach einer kurzen Einweisung geht’s um 10.00 los. Das Doppelkajak wird auch Recreational Kayak genannt und ist ein Mittelding zwischen einem offenen Canadier und einem geschlossen Kajak. Die Lage von Pedals & Paddles ist sehr günstig, weil man eigentlich schon mittendrin ist. Direkt vor uns liegen eine kleine Insel und gleich dahinter gleich nochmal drei kleine. So geht es bei wunderschönem, sonnigem Wetter langsam die Küste hoch. Das Boot waagerecht zu halten ist kein Problem und auch die Abstimmung beim Paddeln mit dem Doppelpaddel klappt immer besser. Ich sitze hinten und kann mit den Füßen noch zusätzlich ein Ruder bewegen. Wir fahren zwei Buchten an, die auf der großen Karte vor uns markiert sind. Natürlich haben wir viele Tiere gesehen, gleich zu Beginn ein Reh, das auf einem Felsvorsprung auf das Wasser hinausschaut. Hunderte von Quallen sind vom Kajak aus im Wasser zu sehen. Wenn es wärmer wird, sinken sie weiter nach unten. Dann beginnt plötzlich das Wasser vor uns an zu sprudeln, oder regnet es? Nein, ein riesiger Fischschwarm ist unter uns zu sehen und es springen ab und zu Fische aus dem Wasser oder wirbeln die Oberfläche auf. Sehr witzig sind die Seehunde, die gelegentlich ihre Nase aus dem Wasser stecken und zu uns hinüberschauen. Einer kommt zu uns geschwommen, aber doch mit einem Sicherheitsabstand. Die Paddelei ist nach ein paar Stunden anstrengend und ungewohnt, hat aber großen Spaß gemacht. Dass die Kanadier oft ein Kajak oder Canadier auf dem Autodach oder auf dem Camper haben, ist irgendwie logisch. Es gibt eben so unfassbar viele Seen, Flüsse und Meeresarme in diesem Land.
Nachmittags verbringen wir die Zeit auf dem Sonnendeck, wo ich einen kleinen Unfall habe, der leider einem der schicken Klappstühle das Leben kostet. Ich war auf dem gemütlichen Stuhl etwas eingenickt und als ich die Augen aufmache denke ich noch: Na, was ist das doch für ein hübscher Stuhl und man kann so einfach und ohne viel Kraftaufwand die Lehne verstellen. Da ging es blitzartig einen halben Meter abwärts und ich saß mit meinen 4 Buchstaben auf dem Boden. Der Stoff des Stuhls war von oben bis unten an der Naht durchgerissen. Offenbar ein Materialfehler. Es gab keine Verletzte. Irgendwo hatte ich gelesen, dass ein Meteoritenschwarm auf die Erde zufliegt. Am späten Abend haben wir dann in der dunklen Nacht Sternschnuppenzählen gespielt. Ich kam auf 12.

12.Aug., Sechelt, Smugglers Cove, Egmont - Skookumchuck Narrows

Bevor wir zu unserer Tour nach Norden starten, zeigt uns Kirk seine Bilder, da ich ihm gesagt hatte, dass mir das Appartement sehr gefällt, besonders die Fotos und Bilder. Er hat einige schöne, auch großformatige Bilder in seiner Wohnung. Bei uns im Appartement ist besonders der Bärendruck imposant, ungefähr 1,5 x 1,5m. Kirk ist am Eingang gerade dabei einen neuen Weg zum Parkplatz zu machen und eine Abgrenzung zu dem etwas unansehnlichen Nachbargrundstück. Danach gefragt sagt er, dass es überall Termiten gibt, aber Zedern – daraus besteht das Haus - nicht angegriffen werden. Dass wir vorgestern auf der Straße, ungefähr 100m vor dem Haus, einen Bären gesehen haben beeindruckt ihn nicht besonders. Er zeigt uns die Kratzspuren von Bärenkrallen am Vorratshäuschen und erzählt uns, dass er letztes Jahr einen großen Boop (=Bärenhaufen) vor unserer Terrasse entdeckt hat. Verzögert starten wir zu unserem Ausflug nach Norden. Zuerst geht es in die Smugglers Cove, einer kleinen Bucht, die Ihren Namen von einem Chinesen und Alkoholschmuggler hat. Der Weg führt zunächst an Teichen vorbei, die durch die fleißige Arbeit von Bibern entstanden sind. Die Bucht selbst liegt sehr schön nach ca. 45 Min. Wegzeit. Einige Segler liegen im klaren und hellblauen Wasser. Weiter nördlich, am Francis Point, spazieren wir durch die Bucht und beobachten das beschauliche Treiben der Menschen auf Ihren Booten und in ihren Gärten. Kurz vor der Fähre nach Saltery Bay geht es in Earls Cove rechts zu dem Fischerdorf Egmont. Dort genießen wir auf der Terrasse des Pubs ein kühles Bier und die Aussicht auf die Skookumchuck Narrows. Das ist der enge Durchlass des Sechelt Inlets zum Meer. Da es durch die Gezeiten starke Strömungen gibt, ist die Enge sehr berüchtigt. Im Moment ist es aber sehr ruhig. Nach einem leckeren Abendessen im griechischen Restaurant „Daphne“ in Sechelt, geht es wieder zurück nach Sandy Hook in den Coracle Drive.

Egmont, Britisch-Kolumbien, Kanada

Egmont, BC V0N 2H4, Kanada

13. Aug., Sechelt – Arts and Craft

Heute ist Künstlertag in Sechelt, jedenfalls gibt es eine ganze Menge Veranstaltungen in der Stadt: Farmers Market, Musik an der Stadtbibliothek, Vernissage im Seashore House, Arts and Crafts Ausstellung im Hackert Park – dazwischen etwas Shoppen in der Courie Street. Sehr interessant und unterhaltsam, auch wenn viele ältere Herrschaften die Ergebnisse ihrer Hobbys präsentieren. Einiges kann sich aber wirklich sehen lassen. Bei der Vernissage sind wir von den Bildern der aus Holland stammenden Marleen Vermehlen beeindruckt. Fast fotorealistische Ölgemälde, die aus der Nähe abstrakt, aus der Ferne aber wie echt wirken. Termiten Könige fliegen regelmäßig abends um 8.30 aus einem großen Baumstumpf an der Feuerstelle. Erst hatte ich mich gefragt, was das denn am ersten Abend für ein Fliegenschwarm war, der langsam in den Himmel stieg. Dann habe ich gesehen wie sie aus den Löchern kriechen und gemütlich um mich herumfliegen, zwei Flügelpaare auf dem Rücken. 

15.Aug. Sechelt, Porpoise Bay PP, Rundflug

Bevor wir zu unserem Rundflug starten, machen wir einen kleinen Abstecher zum Porpoise Bay PP, der nicht weit weg ist von unserem Guest House. Der ist bekannt für seinen langen Strand und bei Familien sehr beliebt. Es ist schade, dass es diese Einrichtung von öffentlichen Parks bei uns so nicht gibt. Es würde viel zu einer besseren Gemeinschaft beitragen. Auch in Australien oder Neuseeland haben wir viele Parks dieser Art gesehen, die frei und lebhaft genutzt wurden. Hier in Kanada ist dies noch sehr viel ausgeprägter. Die Parks werden Top instand gehalten und es gibt Bänke, Toiletten, Grillplätze .... was man so braucht. Und alles ist blitzsauber. Es kommt einfach nicht vor, dass Müll herumliegt. 
Um 3.00 starten wir dann zu dem Rundflug mit einem Kleinflugzeug, natürlich vom Wasser aus. Wir haben diese Flieger oft gesehen und wollten selbst mal einen Flug mitmachen. Wir sind insgesamt 5 Personen und ergattern die guten, mittleren Plätze. Es ist weniger spektakulär, wie man glaubt. Start, Flug und Landung gehen sehr sanft vor sich, eher wie in einem Bus. Auch die Wellen sind kaum spürbar. Gut, wir hatten einen ruhigen und sonnigen Tag. Aber auch in der Luft spürt man kaum etwas vom Wind. Die Aussichten von Oben auf die vielen Inseln und das Meer sind wunderschön und so wie auf den vielen Werbefotos die wir schon gesehen haben. Auch die Skookumchuck Narrows können wir Prima von Oben sehen. Gerade fließt die Flut gewaltig in das Inlet hinein und erzeugt eine starke Strömung und Wellen. Einige bekannte Orte können wir von oben gut ausmachen, z.B. Egmont oder die Smugglers Cove. Nach 40 Minuten haben wir das Sechelt Inlet und die Lower Sunshinecoast abgeflogen und sind wieder in Sechelt. Der Pilot ist sichtlich genervt von seinem „Co-Piloten“, der den ganzen Flug über gequatscht hat und auch nach Ende des Fluges keine Ruhe gibt. „Let‘s go Home“ waren die letzten Worte, die ich hören konnte. 

16. Aug., Roberts Creek, Gibsons

Der letzte ganze Tag ist wie so oft etwas wehmütig. Schon bald geht die schöne Zeit in Kanada zu Ende. Da wir noch nicht in Gibsons waren – und bei der Rückfahrt morgen dafür natürlich keine Zeit sein wird, obwohl wir daran vorbeifahren – geht es heute dorthin. Das Hafenstädtchen liegt gleich hinter der Anlegestelle wo die Fähre aus Vancouver ankommt. Auf dem Weg dorthin machen wir aber erst einen Stop in Roberts Creek. Hier gab es früher einmal einen langen Steg, um Holzstämme auf ein Dampfschiff zu verschiffen. Bis in die 1950er Jahre war er in Betrieb. Heute sieht man davon nur noch Überreste. Der Creek ist heute ein beliebter Spot zum Baden und Lustwandeln. Wie üblich schmücken Baumstämme die Küste und ein paar Reiher versuchen im knietiefen Wasser ihr Glück. Die Sunshine Coast ist ja für ihre Künstler bekannt und über 400 haben sich hier am Ende der Straße auf dem Boden verewigt, auch Amateure. Die große Miniaturmalerei wird regelmäßig erneuert. Gibsons ist ein hübsches Hafenstädtchen mit einigen Shops. Viele Maler und Trödler verkaufen dort ihre Waren und Selbstgemachtes. In den Kunstläden sollte man eigentlich auch Gemälde von Gloria Masse (www.gloriamasse.com) kaufen können. Aber leider ist nichts zu finden, obwohl sie aus Gibsons kommt. Ihre Gallery ist in Whistler, was leider etwas zu weit weg ist für einen kleinen Ausflug. Sie ist bekannt für ihre Bären - und Wolfsgemälde. Bei uns in der Unterkunft hängt ein großes Bild, welches mir sehr gut gefällt. Vermutlich wären mir 4000-5000 Can. $ aber auch zu viel. Am Abend bekomme ich dann doch noch den Waschbären zu sehen, von dem uns Kirk erzählt hat. Unsere Sachen auf der Veranda hat er aber bisher in Ruhe gelassen. Ein niedlicher kleiner Kerl, der in den Büschen wohl nach etwas zu knabbern sucht. Wir verabschieden uns schon von Kirk und Wendy und bedanken uns für die schöne Zeit, die wir in Ihrem Haus verbringen durften. Selten haben wir so schön gewohnt!

Gibsons, Britisch-Kolumbien, Kanada

17. Aug., Vancouver und Rückflug nach Frankfurt

Früh morgens geht es mit der Fähre zurück nach Vancouver. Die Zeit, die uns noch verbleibt, verbringen wir mit ein wenig shoppen. Aber leider ist die Zeit günstiger Angebote hier schon vorüber. Auch bei Fraserway müssen wir noch kurz vorbei, da ich ja den Beutel mit den Netzteilen vergessen hatte. Der Rückflug klappt dann planmäßig. Nur an Schlafen ist irgendwie nicht zu denken. Ich bin froh, dass wir in Frankfurt mit dem Bus nach Hause gefahren werden. 
Nur - wann hört dieser Busfahrer endlich auf zu quatschen.


Vancouver, Britisch-Kolumbien, Kanada