Italienische Riviera

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von Michael Kniese

Italienische Riviera

Lange Zeit konnten wir nicht verreisen, keine Touren unternehmen. Wegen Corona. Aber die Inzidenzzahlen sinken, überall werden die Reisebeschränkungen aufgehoben. Erst waren wir unsicher, wohin wir fahren sollten, zu unterschiedlich waren doch noch die Auflagen und Einschränkungen in den einzelnen Ländern. Wir haben unser Reiseziel daher sehr kurzfristig und spontan ausgewählt: Italien. Und zwar in einen Teil, in dem wir noch gar nicht waren. Unser Wohnmobil ist gepackt, betankt und reisefertig. Also starten wir, Richtung Italien.

Von Campingplatz Mainkur nach Wohnmobilpark Schwarzach Am Wildpark
2132 Kilometer 21 Tage 23 Wegpunkte
Tag 1

Campingplatz Mainkur

Frankfurter Landstraße 107, 63477, Maintal/Frankfurt am Main, Germany

Wohnmobilstellplatz Lörrach, Grüttweg, Lörrach, Deutschland

Grüttweg 8, 79539 Lörrach, Deutschland

Wir sind heute Vormittag in Frankfurt am Main gestartet. Bei einer kurzen Mittagspause auf dem Rasthof Baden Baden an der A5 habe ich mir die Autobahnkirche St. Christiopherus angeschaut. Sie ist eine von 45 Autobahnkirchen in Deutschland und ich finde sie schon sehenswert. Vor allem die vielen modernen aus Beton gegossenen Reliefs oder die Crypta (hätte ich jetzt bei einer Autobahnkirche nicht vermutet).

Ziel unserer heutigen Etappe war Lörrach, unmittelbar vor der Schweizer Grenze, denn wir wollten wegen der geltenden Coronaregeln nur durch die Schweiz durchreisen. Station gemacht haben wir auf dem Wohnmobil-Stellplatz Lörrach. Nach 5 Stunden Fahrt kamen wir dort bei ca. 36° C an. Erst einmal die Markise ausfahren, die Stühle raus und ein schönes kaltes Feierabendbier.

Danach gab‘s Pizza aus dem Steinofen in der Campingplatz-Pizzeria und einen ausgedehnten Verdauungsspaziergang durch den wunderschönen angrenzenden Park.

Tag 2

Wohnmobilstellplatz Como, Italien

Via Brennero, 7, 22100 Como CO, Italien

Wir sind kurz vor 11:00 Uhr in Lörrach gestartet. Eigentlich wollten wir schon eine Stunde früher los, aber wir sind über ein niederländisches Bloggerpaar aus Bonn "gestolpert", die einen 20 Jahre alten Carthago fahren. Und wir haben uns festgequatscht. Schnell noch entsorgt und ab auf die Autobahn Richtung Schweiz. Lief alles glatt. Keine Kontrollen, ruckzuck waren wir in der Schweiz. Wir sind, bis auf eine kurze Mittagspause, nonstop nach Italien. Aufgehalten hatte uns nur ein 3 km Stau vor dem Gotthardtunnel und dann ein weiterer bei der Einreise nach Italien. Das lag aber nur an dem eingerichteten Slalom in der Grenzstation. Kontrolliert (ein PCR oder Antigentest nicht älter als 48 Stunden war für die Einreise Pflicht) wurden wir auch diesmal nicht. Kein Wunder, dass sich die Mutationen so schnell und ungehindert ausbreiten können. Aber das ist ein anderes Thema.

Wir sind jedenfalls direkt auf den Area Sosta Camper in Como gefahren, wo wir bis Sonntag bleiben werden, denn am Samstag spielen Frankreich und Deutschland in der Europameisterschaft und dass müssen wir sehen (sagt meine Frau).

Tag 3
Tag 4

Camping Ticino, Via Mascherpa, Pavia, Italien

Via Mascherpa, 16, 27100 Pavia PV, Italien

Wir sind am ersten Etappenziel unserer Reise angekommen, dem Piemont. Aber was anschauen? Orte, die einen mehr oder weniger kurzen Besuch lohnen, gibt es einige. Die Entscheidung wurde uns aber abgenommen. Das Piemont, ebenso wie später Ligurien, sind nicht wirklich wohnmobilfreundlich. Klar, jeder größere Ort, jede Stadt hat ihren Wohnmobilstellplatz. Aber fast immer ist es ein Parkplatz, ohne Service mit keinen oder ganz schlechten Bewertungen oder es gibt sie ganz einfach nicht mehr. Und Parkmöglichkeiten für Stadtbesichtigungen - oftmals auch Fehlanzeige.

Pavia macht da eine Ausnahme. Der kleine Stell-/Campingplatz für über 30 Mobile liegt am Ortsrand und bietet einigen Schatten. Der Platz ist sehr sauber, barrierefrei und verfügt auch über einen kleinen Pool. Das Beste aber ist, dass man mit dem Fahrrad schnell in die Altstadt von Pavia gelangt. Eine schöne Fahrt meist am Ufer des Ticino entlang.

Tag 5

Sightseeing in Pavia

Wir haben uns heute unsere erste Stadt vorgenommen, Pavia. Einiges gibt es hier zu sehen, aber nicht alles haben wir uns angeschaut, da die ein oder andere Sehenswürdigkeit doch etwas außerhalb der Innenstadt liegt.


Wenn man mit dem Rad vom Campingplatz kommt, so ist der erste Halt die Ponte Coperto, die überdachte Brücke. Sie erinnert ein wenig an den Ponte Vecchio in Florenz, hat aber im Gegensatz zu ihm keine Läden. Dafür aber eine kleine Kapelle in der Mitte. Leider wurde die mittelalterliche Brücke im Krieg zerstört und 1949 wieder aufgebaut. Schön ist sie aber trotzdem.

Von hier aus gelangt man schnell zur Basilica di San Michele Maggiore. 1155 ließ sich Kaiser Barbarossa in ihr zum König von Italien krönen. Besonders sind hier die vielen Relieffiguren an der Sandsteinfassade und die Zwerggalerie, die eher untypisch für die Gegend ist. Was wir nicht bedacht hatten ist, dass hier die Kirchen Mittags schließen. Und so wurden wir nach kurzer Zeit nonverbal aber deutlich aufgefordert zu gehen. Also weiter zum Dom aus dem 15. Jh. Die Kuppel, deren Entwürfe ebenfalls aus der Renaissance stammen, wurde erst 1884 aufgesetzt. Der neben dem Dom befindliche Backsteinturm aus dem 11. Jahrhundert stürzte 1989 ein und riss 4 Menschen in den Tod. Im Inneren ist der Dom eher schlicht gehalten.

Auf dem Piazza della Vittoria hat man einen schönen Blick auf alte Patrizierhäuser, den Borletto aus dem 12./13. Jh., ehemals Sitz der Stadtregierung, und die Domkuppel.

Nächstes Ziel ist die Universität. Nach Bologna ist sie die zweitälteste Universität Italiens. In den Innenhöfen des Gebäudekomplexes stehen Statuen von berühmten Professoren und Studenten, wie z. B. von Allesandro Volta, dem Erfinder der elektrischen Batterie.

Verlässt man die Universität durch den rückwärtigen Bereich, sieht man die verbliebenen drei der ehemals 200 Geschlechtertürme Pavias.

Tag 6

Azienda Agricola La Trava, SP51, Mango, Cuneo, Italien

SP51, 2, 12056 Mango CN, Italien

Das Problem mit den Städten und Sehenswürdigkeiten hatten wir ja bereits geschildert. Abgesehen davon wollten wir diesmal auch keinen Besichtigungsmarathon veranstalten, sondern es mal beschaulich angehen lassen. Asti oder Alba, wo der bekannte Sekt oder die weißen Trüffel herkommen sollte es werden. Aber wieder sind wir an der Stellplatzfrage gescheitert. Wir haben gesucht und wurden doch noch fündig. Ein kleines Weingut, abgelegen in der Gegend von Alba, soll eine traumhafte Aussicht bieten und die Betreiber sollen sehr nett sein.

Also haben wir uns über Serpentinen in die Berge gearbeitet, sind mal eben an der Einfahrt vorbei und haben in Mango gewendet. Aber uns wurde in der App diesmal nicht zu viel versprochen. Und das der Wein auch noch richtig lecker war, war fast schon zu viel des Guten. Klar, wir sind dann gleich einmal 2 Nächte geblieben und haben uns mit Wein für den Rest unserer Tour eingedeckt. Man weiß ja nie was kommt...

Tag 7

Beim Winzer zu Hause...

Tag 8

Camping De Wijnstok, Strada Comunale Poggi, Imperia, Italien

Strada Comunale Poggi, 2, 18100 Imperia IM, Italien

Wir sind an der Riviera angekommen! Auch hier erwartete uns das gleiche "Elend". Nichts mit kleinen verträumten Stellplätzen in lauschigen Buchten, wie es die Werbung so gerne suggeriert. 

Auf Parkplätzen (wie in Bodighera) unerwünscht, die Stellplätze, wenn vorhanden staubige Flächen am Rand einer Müllsammelstelle und eigentlich nur in der ersten Reihe gerade noch akzeptabel wegen des Blicks auf‘s Meer, wie in San Remo. Da hatten wir uns mehr versprochen. Wir sind an der Küste entlang gefahren und haben uns für einen der beiden Campingplätze in Imperia entschieden. Vielleicht können wir ja hier ein bisschen Strandurlaub machen. Gut, die Bewertungen waren nicht berauschend, aber der viele Verkehr und die zum Teil engen Straßen forderten ihren Tribut. 

Aber der erste Platz war gleich bei der Einfahrt eine Zumutung. Also wenden und wieder raus. Der zweite Platz, der Camping De Wijnstok ist zwar auch nicht gerade erste Wahl (Bewertung 2,5, die Parzellen raumbetont, die Sanitäranlagen schon ziemlich runtergekommen), aber für eine Nacht ist's ok. Nachdem wir die sehr enge Einfahrt gemeistert und uns angemeldet hatten, bekamen wir den Platz zugewiesen. Das Highlight auf dem Platz ist die Pizzeria. Die Pizza ist wirklich sehr lecker und eine von 2 Pizzen ist die gratis Begrüßungspizza.

Tag 9

Camping Lino, Via Nazario Sauro, Cervo, Imperia, Italien

Via Nazario Sauro, 4, 18010 Cervo IM, Italien

Wir sind am nächsten Tag weiter. Erst die Küste entlang, dann auf die Autostrada. Wir machen Nägel mit Köpfen und haben uns für 3 Tage auf einem richtig guten Campingplatz in Cervo angemeldet. Mit kleinem Lebensmittelladen, Pool, eigenem Privatstrand... Camping Lino heißt unsere Strandoase. Die Zufahrt zu den Stellplätzen ist ziemlich eng und schon etwas sportlich, aber der Einweiser vom Personal war Profi.

Am Nachmittag ging es für uns dann an den Strand und ins Meer. Ende Juni ist das Wasser aber noch ein wenig frisch.

Tag 10

Cervo - mittelalterliche Perle Liguriens

Am nächsten Morgen habe ich erst einmal die Drohne steigen lassen. Am Strand direkt vor der an den Berg gebauten Stadt Cervo. 

Am Nachmittag haben wir dann diesen mittelalterlichen Ort erkundet, in dem es gefühlt immer nur bergauf geht. Denn vom Meer ist der Ort an den Felsen gebaut worden. Enge, autofreie Gassen, verschachtelt gebaute Häuser, kleine Plätze, auf denen sich das Leben abspielt - bis hoch zum Gipfel, wo das Castello di Cervo (Stadtmuseum) steht. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Kirche San Giovanni Battista. Das einst von den Korallenfischern gestiftete Gotteshaus (18. Jh.) besticht mit der Barock-Fassade und einer großen Freitreppe vor der Meereskulisse. Auf der Piazza della Chiesa vor der Kirche finden im Juli und August Kammerkonzerte statt.

Den Tag haben wir in der Panoramabar Arielle ausklingen lassen; Cocktails, Knabbereien und ein traumhafter Ausblick.

Tag 11
Tag 12

Area Sosta Camper - Il Poggio

Loc. Beo, 19016 Monterosso al mare SP, Italien

Wir haben unsere Strandtage beendet und wollen weiter. Die Gegend um Portofino sollte es sein. Und wieder zeigte sich das Gleiche Bild: schlechte oder zu weit entfernte Stell- oder Campingplätze, zu wenig Sehenswürdigkeiten. Also wieder kurzfristig umgeplant und ab Richtung Cinque Terre.
Hier gibt es einen Stellplatz auf dem Weg nach Monterosso. Direkt bei dem Stellplatz ist auch eine Bushaltestelle für den Bus nach Monterosso. Doch - Pech. Der Stellplatz ist voll. Wenden ging nicht, also runter nach Monterosso (ich liebe Serpentinen). Aber rein kamen wir nicht; an dem kleinen Kreisverkehr am Ortseingang war Schluss, die Straße gesperrt. Also auf engstem Raum gewendet und alles wieder zurück.

Uns reicht's! Wir fahren nach La Spezia, auch wenn der Stellplatz wieder nicht so doll ist, aber wir wollen ins Cinque Terre.

Area Attrezzata La Spezia

Viale San Bartolomeo, 19120, La Spezia, Italy

Der Stellplatz am Rande des Industriehafens ist in der Tat ein wenig "uncharmant". Ein ordentlicher Teil des Platzes ist mit dauerhaft abgestellten Wohnmobilen belegt. Aber er ist nachts ruhig und ein guter Ausgangspunkt für Touren nach La Spezia und ins Cinqe Terre. Am Platz bekommt ihr auch Bustickets für die Hin- und Rückfahrt; diese sind hier billiger als beim Fahrer.

Allerdings wurde die Haltestelle nach La Spezia verlegt; den Weg haben wir mal nachgezeichnet. Wir wissen allerdings nicht, ob die Verlegung temporär oder dauerhaft ist.

Tag 13

Nationalpark Cinqe Terre - Monterosso

Wir fahren ins Cinque Terre. Aber was ist das überhaupt? Cinque Terre ist die Bezeichnung für fünf jahrhundertealte Dörfer, die mit ihren bunten Häusern und terrassenförmigen Weinbergen und Olivenhainen in die schroffen Steilhänge der italienischen Riviera gebaut wurde. Ein Wanderweg, der Sentiero Azzuro verbindet die Dörfer. Außerdem gibt es noch eine Bahnlinie, die in jedem Dorf hält.

Wir haben uns gut informiert und die Bustickets, für die Fahrt zum Bahnhof (Hin- und Rückfahrt), gleich auf dem Stellplatz gekauft. Das ist billiger als beim Fahrer. Die Bushaltestelle, die "direkt um die Ecke" sein soll, wurde aber verlegt, so dass erst einmal 2 Busse einfach an uns vorbei fuhren. Am Ende hat es aber doch geklappt und nach 20 Minuten Fahrzeit durch La Spezia sind wir am Bahnhof Centrale angekommen. Dort gibt es für die Tickets für die Zugfahrt und den Eintritt in den Nationalpark (braucht man, wenn man von Dorf zu Dorf wandern möchte). Und darüber hinaus noch Hinweise, zum Beispiel welche Wanderstrecke offen oder geschlossen ist.

Dann ab zum Gleis und auf den Regionalzug warten. Für das heimische Gefühl (die Bahn lässt grüßen) wurde dann auch mal eben das Gleis geändert. Aber zum Glück am gleichen Bahnsteig. Sonst hätte es eng werden können. Wir sind die ganze Strecke bis Monterosso gefahren. Monterosso ist das größte der 5 Dörfer und hat den einzigen Sandstrand im Cinque Terre. Vom Strand aus gelangt man durch einen Tunnel in die Altstadt mit ihren schönen, schmalen Gassen und der Kirche San Giovanni Battista.

Von Vernazza nach Corniglia

Den Weg von Monterosso al Mare nach Vernazza haben wir wieder mit der Bahn zurückgelegt. Zu anstrengend soll der Anstieg von Monterosso aus sein. Also haben wir es gar nicht erst versucht. Auch wurde uns gesagt, dass die Strecke von Vernazza nach Corniglia die leichtere sei (die weiteren beiden Strecken waren ja ohnehin gesperrt).

Aber zunächst haben wir uns in aller Ruhe Vernazza angesehen. Es soll ja das schönste der 5 Dörfer im Cinque Terre sein, mit seinem romantischen Hafen. Zu sehen gibt es erst einmal die bunten Häuser, die aber erst bei Sonnenschein so richtig zur Geltung kommen. Dann die engen Gassen der Altstadt und natürlich den Hafen mit seinen bunten Fischerbooten. Die Burg mit ihrem kantigen Turm, von dem man aus einen schönen Blick auf den Hafen haben soll, konnten wir uns leider nicht ansehen, da er ein Restaurant ist. Vielleicht haben wir aber auch nur den Weg zum Turm nicht gefunden. 

Und dann ist da noch die Kirche Santa Margherita d'Antiochia, der Schutzheiligen der Stadt. Sie wurde erstmals 1318 erwähnt und vermutlich im 16. Jh. erweitert. Deutlich sieht man die beiden verschiedenen Teile. Der Altar (14. Jh.) ist übrigens noch original erhalten. Der außergewöhnliche Glockenturm mit einer viereckigen Basis und einem achteckigen Aufbau war Teil des Verteidigungssystems des Dorfes.

Den schönsten Ausblick auf Vernazza hat man wohl von Monterosso kommend. Oder man nimmt die Anstrengung auf sich und geht links vom Ort hoch auf die Klippen. Dort kann man, so die Fotos in der Nationalparkbroschüre, den ganzen Ort von oben überblicken. Wir haben uns aber erst einmal etwas zu Essen geholt: Jeweils eine Tüte frittierten Fisch zum Mitnehmen: Krebsscheren, Tintenfischringe, Sardellen... Lecker. 

Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Corniglia gemacht. Schließlich wollten wir auch in der Cinque Terre wandern. Schon der Weg aus Vernazza hinaus war anstrengend, denn es geht nur stramm bergauf. Und das sollte sich den Großteil des Weges auch nicht mehr ändern. Und das meist auf grob behauenen Steintreppen - mal flach, mal hoch und krumm und schief. Für die schweißtreibende Wanderung wird man aber mit traumhaften Aussichten belohnt. Und so waren wir dann froh, nach ca. 3,5 Kilometern und fast 2 Stunden (mit Fotopausen) in Corniglia anzukommen. Erst mal eine Pause, bevor es an den Abstieg zum Bahnhof geht. Die beiden anderen Orte haben wir uns geschenkt, denn es war schon spät und wir waren erschöpft. Also direkt mit dem Zug nach La Spezia zurück.

Tag 14

La Spezia - nichts wie weg

Eigentlich wollten wir uns heute La Spezia anschauen, durch die Stadt bummeln. Aber gestern ist noch etwas vorgefallen, das unsere Meinung gründlich geändert hat. Wir wollten nur weg hier.

 Zum ersten mal in all den Jahrzehnten, in denen wir gereist sind, einschließlich Kenia und Indien, sind wir Opfer von Taschendieben geworden. Wir standen gestern an der Bushaltestelle des Bahnhofs und wollten gerade einsteigen um zum Stellplatz zurückzufahren, als sich ein Typ reindrängte und seine Tasche fallen ließ. Von hinten drängten andere Passagiere und seine Komplizen nach und in dem Gedränge öffneten sie den Rucksack meiner Frau und fischten in all den Dingen, die dort drin waren, gezielt das Portemonnaie heraus. Unbemerkt. Und plötzlich waren sie wieder weg. Blitzschnell ausgestiegen, kurz bevor die Türen geschlossen wurden. 

Aber - Glück im Unglück. Es waren nur 15 Euro, die Bankkarte (sofort gesperrt) und noch ein paar Einkaufskarten drin. Ärgerlich war allein der Führerschein. Dessen Wiederbeschaffung dauert, kostet und in der Zwischenzeit darf sie nicht Auto fahren. 

Wir sind also kurzerhand abgereist. Nachdem der Parkplatz in Piacenza (da wollten wir eigentlich hin) auf uns keinen vertrauenerweckenden Eindruck gemacht hatte, sind wir bis Como durchgefahren. Unterwegs, wir sind gut 150 Kilometer weit gekommen, meldete sich das Polizeipräsidium von La Spezia, man hätte das Portemonnaie mit einigen Dokumenten (Karten) gefunden. Aber wir waren bereits zu weit gefahren, um umzukehren. Und die Bankkarte war ja schon gesperrt.

Area Sosta Camper - Tavernola - Como, Via Brennero, 7, 22100 Como, CO, Italien

Via Brennero, 7, 22100 Como CO, Italien
Tag 15

Comos Altstadt

Wenn wir jetzt schon das zweite mal in Como sind und darüber hinaus auch noch etwas Zeit haben, wollen wir uns diesmal auch die Stadt anschauen. Zumal heute Markt ist (Dienstags und Donnerstags von 7:00 bis 13:00, Samstags bis 19:00 Uhr).

Dass in der Nähe des Stellplatzes ein Bus fährt, hatten wir schnell herausgefunden. Aber woher die Tickets bekommen? Von Florenz und La Spezia wussten wir, dass die Fahrer meist keine Tickets verkaufen. Aber wo bekommen wir sie? Nach längerer Suche im Internet haben wir eine Verkaufsstelle im Tabakladen vor dem Bennet Supermarkt gefunden. 

Wie immer muss man bei der Busfahrt ein wenig aufpassen, denn die Busse halten nicht, wenn keiner ein- oder aussteigt. Einfach die Stationen zählen ist also nicht. Aber Google hilft auch hier...

Wir sind direkt am Markt ausgestiegen und haben uns in das muntere Treiben gestürzt. Und wir lieben es, über Märkte zu schlendern. Leichte Sommersachen oder lokale Spezialitäten - eigentlich finden wir immer etwas. 

Vom Markt an der Piazza Vittoria sind es nur ein paar Schritte in die Altstadt. Erstes Ziel war die romanische Basilica San Fedele aus dem 12. Jh. an der kleinen aber sehr schönen Piazza S. Fedele. Von dort aus sind wir durch die Gassen zum Dom, der gotischen Cattedrale di Santa Maria Assunta, die wirklich einen Besuch wert ist. Geht man nun vom Dom direkt Richtung See, stolpert man schon fast über die Touristeninformation (obligatorischer Stadtplan). 

Wir haben erst mal im Caffè Monti etwas gegessen und eine Pause eingelegt, bevor es weiter zum Yachthafen und zum "Life Electric" im Comer See geht. Die Moderne Skulptur ist zu Ehren von Alessandro Volta, dem Erfinder der elektrischen Batterie, errichtet worden. Das Besondere ist aber der Blick, den man von der Plattform im See aus hat.

Tag 16

Arbeitstag

Diesen und den nächsten Tag habe ich genutzt, schon einmal die Bilder und Filme für unsere Homepage und unseren Youtubekanal zu sortieren und zu bearbeiten.

Tag 17
Tag 18

Emmetten, Schweiz

Ruotzen 1, 6376 Emmetten, Schweiz

Eigentlich wollten wir auch auf der Rückreise non-stop durch die Schweiz fahren. Eigentlich. Aber wir erhielten im Urlaub eine Mail vom Betreiber der in diesem Jahr gegründeten Plattform landcamp.ch. Ob wir uns das Konzept mal anschauen und darüber berichten wollen. Na ja, wir hatten ja noch etwas Luft in unserem Reiseplan, also warum nicht. Wir haben uns dann abgestimmt und uns für den Biohof Ruotzen von Lisa und Beat Ambauen am Vierwaldstättersee entschieden.

Wir haben die Adresse aus dem Internet ins Navi eingegeben und es hat uns prompt auf den falschen Weg geschickt. Besser ist es die Koordinaten einzugeben. In Emmetten auf der Dorfstraße, die 2. Straße nach der Tankstelle rechts ab (Ischenstraße) und mehr oder weniger gerade aus. Die Straße ist schmal und kurz vor dem Hof kommt eine enge Spitzkehre, aber das ist der einzig erlaubte Weg. Ab dem Hof ist die Straße, obwohl besser ausgebaut, kantonale Privatstraße und das Befahren kann richtig teuer werden.

Wir hatten jedenfalls einen schönen Tag auf dem Hof, haben uns toll mit Lisa und Beat unterhalten und den traumhaften Ausblick auf den Vierwaldstättersee genossen. Die Gegend eignet sich prima zum Fahrradfahren und Wandern und natürlich kann man auch einiges unternehmen.

Tag 19

Stellplatz Murginsel

Schlossstraße, 76593, Gernsbach, Germany

Wir haben die Schweiz verlassen, auch wenn wir gerne noch ein wenig länger geblieben wären. Aber wir wollen auf der Rückreise dem Unimog Museum in Gaggenau noch einen Besuch abstatten. Gaggenau verfügt über einen Stellplatz an der Therme, auf dem Weg zum Museum ist ein netter Biergarten. Aber leider war der Stellplatz voll. Also musste ein Ausweichplatz in der Nähe her. Da bot sich Gernsbach an.

Gemäß unserer Devise: "Wer weiß wofür es gut ist" hat sich auch diesmal die Notlösung als die deutlich bessere herausgestellt. Ein toller Stellplatz, viel schöner und toll gepflegt. Und man ist ganz schnell in der Altstadt von Gernsbach. Wir haben hier zwar nur übernachtet, aber da es hier einiges zu entdecken gibt, werden wir ganz bestimmt wiederkommen.

Tag 20

Unimog-Museum, B462, Gaggenau, Deutschland

An der, B462, 76571 Gaggenau, Deutschland

Unimog - ein Mythos, Geschichte und Zukunft gleichermaßen. Und ein Meisterstück der Kraftfahrzeugtechnik. Universell einsetzbar, hochgradig geländegängig. Seit 1946 (zunächst als Prototyp) gebaut und 1951 von Daimler übernommen, wurde er bis 2001 in Gaggenau gefertigt. In unzähligen Varianten aber immer nach dem gleichen Prinzip. Er ist noch heute das geländegängigste (Serien-)Radfahrzeug der Welt und auch weltweit vertreten. Und diesen Mythos wollte ich mir gerne anschauen. Warum? Weil ich selber bei der Bundeswehr neun Monate lang Unimog fahren durfte. Und er fasziniert und begeistert mich heute noch.

Bild 2 zeigt übrigens einen der Unimogs, die 1964 die olympischen Winterspiele in Innsbruck gerettet haben. Es gab auf der Piste zu wenig Schnee und sie waren die einzigen Fahrzeuge, die auf Grund ihrer Geländegängigkeit in der Lage waren, diesen dorthin zu transportieren, so dass er auf der Piste verteilt werden konnte.

Ach ja, wer möchte, der kann auf dem Gelände auch einmal in einem Unimog mitfahren und sich von den Fähigkeiten dieses Fahrzeugs überzeugen. Eine kleine "Teststrecke" ist direkt auf dem Gelände.

Infos und Bilder rund ums Museum gibt's unter unimog-museum.com

Wohnmobilpark Schwarzach Am Wildpark

Tonwerkstraße 8, 74869 Schwarzach, Deutschland

Unsere Sommerreise haben wir bei Theo und Silke auf dem Wohnmobilstellplatz am Wildpark in Schwarzach, Neckar-Odenwald-Kreis, beendet. Noch ein paar Tage entspannen, spazieren gehen, Geocachen und lecker essen. Kann man eine Reise besser ausklingen lassen?

Ach ja, das Gummientchen ist übrigens "Schwester Rabiata"...

Tag 21

ENDE

Unsere Reise ist hier zu Ende. Wir hoffen, euch hat unser kleiner Reisebericht gefallen.

Demnächst könnt ihr unseren Reisebericht auch als Video auf Youtube sehen unter youtube.com/nanuqwomoblog

Weitere Infos und Berichte gibt es unter nanuq-womoblog.de

Und wenn ihr euch mit Gleichgesinnten austauschen möchtet, besucht die Facebookgruppe "Leidenschaft Wohnmobil"