Engadin und Domleschg

gnehmalf
von Alfred & Susanne

Engadin und Domleschg

Es herrscht im Juni 2021 immer noch Corona, wenn auch mit sinkenden Infektionszahlen. Die Einreise nach Deutschland, Österreich und Italien ist immer noch nur mit Einschränkungen möglich. Obwohl vollständig geimpft, wollen wir uns keinen unnötigen Risiken aussetzen und bleiben daher in der Schweiz. Von früheren Reisen ins Engadin und Münstertal inspiriert, wollen wir dort neue Orte und Landschaften erkunden. Am meisten interessiert uns das Val Mora, das wir vor zwei Jahren wegen ungünstiger Schneeprognosen nicht durchqueren konnten.

Von Zürich, Schweiz nach Zürich, Schweiz
417 Kilometer 12 Tage 27 Wegpunkte
Tag 1

Zürich, Schweiz

Bahnhofpl., 8001 Zürich, Schweiz

Es herrschen im Juni 2021 immer noch Corona-Einschränkungen und die Einreise nach Deutschland, Österreich und Italien ist immer noch nur mit Einschränkungen möglich. Obwohl vollständig geimpft wollen wir uns keinen unnötigen Risiken aussetzen und bleiben daher in der Schweiz. Von  früheren Reisen ins Engadin und Münstertal inspiriert, wollen wir dort neue Orte und Landschaften erkunden. Am meisten interessiert uns das Val Mora, das wir vor zwei Jahren wegen ungünstiger Schneeprognosen nicht durchqueren konnten.

Flüelapass, Zernez, Schweiz

Flüelapass, 7260 Zernez, Schweiz

Fahrt ins Engadin

Um 08:50 Uhr verlassen wir unseren Parkplatzund tuckern dem Kanton Graubünden zu. Bei Grüsch

wechseln wir den Fahrersitz und kurz nach 11:00 Uhr
erreichen wir die Passhöhe des Flüela-Passes.

Wir entscheiden, bis Zernez durchzufahren und dort zu
essen. Kurz vor 12:00 Uhr erreichen wir den Campingplatz Zernez. Die Reception ist bereits seit 11:00 Uhr geschlossen. Wir sollen uns einen Platz suchen und uns nach Öffnung des Empfangs um 15:00 Uhr anmelden, steht auf einem Anschlag. Wir inspizieren die Plätze in der Umgebung des Empfangs und finden bereits kurz darauf einen Platz, der unseren Ansprüchen genügt. Wir gehen zum Wohnmobil zurück und fahren auf den Platz, wo wir innert Minuten das Fahrzeug platzieren und anschliessen. Wir holt Tisch und Stühle hervor und schon können wir den Apéro geniessen, gefolgt von den mitgebrachten Sandwiches.

Wir geniessen die Sonne und die Temperatur, die doch 22 Grad überschreitet. Nach der Anmeldung spazieren wir ins Zentrum von Zernez, das wir bereits von Ferien und anderen Aufenthalten kennen, um ein Lokal für unser Nachtessen zu finden. Wir klappern alle Restaurants ab und entscheiden wir uns für das Hotel Spöl und spazieren zum Campingplatz zurück.

Nun beginnt es zu regnen und zu
stürmen. Die Niederschläge dauern jedoch nur wenige Minuten und wir können uns auf die Velos schwingen. Nach wenigen Minuten erreichen wir Das Hotel Spöl und können noch zwei Platze im Innern ergattern. Wir bestellen zwei Bier, eine Engadinerwurst mit Kartoffelsalat sowie einen Fitnessteller. Den Kaffee danach trinken wir später im Wohnmobil.




Camping Cul

Madinas s/n, 7530, Zernez, Switzerland

Schöner, grosser Platz, 5 Minuten vom Bahnhof mit Bahn- und Postautoverbindungen

Tag 2

Wanderung über Susch nach Lavin

Nach dem Morgenessen diskutieren wir das Vorgehen
und entschliessen uns für einen Abmarsch direkt ab Camping nach Susch.

Der Weg führt entlang des Inns und ist gesäumt von einem Blumenmeer. Speziell erwähnenswert sind die Feuerlilienund die Türkenbundlilien, deren Knospen jedoch meist noch verschlossen sind. Ganze Wiesen von Margeriten ziehen an uns vorbei, auch Witwenblumen tauchen immer wieder auf und Nelken.

Über die gedeckte Brücke erreichen wir das andere Ufer und steigen, die Strasse nach Susch hinauf, gesäumt von Engadiner Häusern. Gleich auf der anderen Strassenseite befindet sich das Restaurant Flüela mit Garten, das sich für unser Mittagessen anpreist.

Nach dem Mittagessen suchen wir das Museum Susch auf, das aus einem Wohnhaus mit Landwirtschaft und vis-à-vis einer Brauerei bestand. Heute sind die Gebäude wunderbar renoviert und die Vergangenheit scheint überall noch durch. Die Ausstellung ist jedoch moedern und hat nichts mit dem Dorf zu tun.

Gleich hinter dem Museum befindet sich die Dorfkirche mit ihrer barocken Ausstattung, die auf den reformierten Gottesdienst zugeschnitten ist. Am benachbarten Tuor Planta vorbei geht es wieder über die Felder Lavin zu. Die Blumenpracht ist wiederum betörend artenreich. Im Unterschied zu Susch befindet sich Lavin nicht am Talboden, sondern erhöht über dem Inn. Über eine gedeckte Brücke und einen steilen Anstieg erreichen wir Lavin, dessen Häuser teilweise auf der Talseite mit Erkern versehen sind. Auch hier sind die Strassen von schönen Engadinerhäusern gesäumt.

Zum Abschluss der Wanderung suchen wir noch die alte, aus dem Mittelalter stammende Kirche mit den Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Dann geht es mit der Rhätischen Bahn zurück nach Zernetz, wo wir uns mit einem Griechischen Salat belohnen.


Camping Cul

Madinas s/n, 7530, Zernez, Switzerland
Tag 3

Ruhetag

Am Morgen ruhen wir uns etwas aus, unternehmen nur eine kurze Velofahrt und gehen dann einkaufen.

Am Nachmittag unternehmen wir einen Rundgang durch das Dorf Zernez. Die reformierte Dorfkirch, die Kapelle San Bastian danaben mit seinen mittelalterlichen Fresken sind einen Besuch wert. Das Schloss Wildenberg und sein Park liegen nun auf dem Weg zum Nationalparkmuseum. Für den Besuch sollte man sicher 2 Stunden einkalkulieren, auch mit Kindern!

Camping Cul

Madinas s/n, 7530, Zernez, Switzerland
Tag 4

Kurzwanderung oberhalb Ftan und Scuol

Mit der Bahn fahren wir nach Scuol, wo das Postauto nach Ftan bereits auf uns wartet. Von Ftan geht es mit der Sesselbahn hoch nach Prui, von wo aus man in weniger als einer Stunde nach Motta Naluns wandern könnte. Wir nehmen jedoch den Weg hoch zur Ebene Naluns Sura. Einam mehr erfreuen wir uns der Blumenpracht. Hier begenen wir mehreren Orchideenarten. Das Mittagessen kommt diesmal aus dem Rucksack, während wir die Insekten um uns herum beobachten können.

In Mottag Naluns kehren wir noch für ein Bier ein und lassen uns dann energiesparend (für uns) zu Tal nach Scuol tragen. Mit der Bahn geht es dann wieder zurück nach Zernez.

Camping Cul

Madinas s/n, 7530, Zernez, Switzerland
Tag 5

Kurzwanderung um Zernez

Heute unternehmen wir eine Wanderung Richtung Susch und dann ansteigend über Clüs bis Sivü.
Ab da geht der Weg in etwa horizontal weiter und sinkt dann wieder nach Zernez ab, wo man bei der Kirche das Dorf wieder erreicht. Die Wanderung ist leicht strenger als erwartet und dauert knapp 3 Stunden über 10 Km mit 390 Metern Steigung und Gefälle. Man wird jedoch mit einer schönen Aussicht über das Dorf Zernez und seinen Campingplatz belohnt. Auch der Wanderweg ist sehr abwechslungsreich, überquert er doch Alpen und Bäche, bietet schöne Ausblicke auch nach oben. Der letzte Teil des Weges führt entlang des Inns zurück zum Campingplatz.


Camping Cul

Madinas s/n, 7530, Zernez, Switzerland
Tag 6

Wanderung ins Val Sinestra

Um 08:49 Uhr Fahren wir mit dem Zug nach Scuol und
wechseln dort auf das Postauto Richtung Martina. In Ramosch wechseln wir auf ein kleines Postauto, das uns nach Vna bringt. Das Postauto ist pumpenvoll und wir erwarten eine Radiowanderung nach Zuort oder Val Sinestra.

Wir starten unsere Wanderung deshalb rasch, um
nicht alle überholen zu müssen. Aber weit gefehlt, ausser einem jungen Paar folgt uns niemand. Auf einer Bank erleichtern wir uns und schmieren uns noch weiter mit Sonnencrème ein. Das junge Paar überholt uns und wird künftig immer etwa 100 Meter vor uns wandern. Wir wählen den Bergweg, stellen jedoch bald fest, dass dieser dem Fahrweg im Abstand von wenigen Metern folgt. Der kleine Unterschied: der Fahrweg führt geradeaus, der Bergweg bergauf und bergab. So wechseln wir wieder auf den Fahrweg, der uns zum Hof Zuort führt.

Auf dem Weg passieren wir Bachbette, die jeweils viel
Geröll herunterbringen und Erdpyramiden, wie wir sie
aus dem Wallis kennen. Der Weg ist wieder gesäumt von vielen Blumen, darunter Frauenschuhe und Türkenbundlilien. Die Blüten der Türkenbundlilien sind jedoch noch nicht geöffnet. Nach einer letzten Brückenüberquerung nähern wir uns dem Hof Zuort. Auf den ersten Blick sieht das Gebäude aus, wie ein Schulhaus, daran angeschlossen jedoch Scheunen und Ställe. Beim Nähertreten stellen wir fest, dass der Hof zugleich auch eine Zollstation ist.

Wir betreten die Terrasse
und belegen einen Tisch  und bestellen die Haus-
Omelette, einmal mit Speck und einmal mit Gemüse und vorab einen Holunderblütensirup mit Pfefferminze, je 5 dl. Nach kurzer Zeit erhalten wir unsere Gerichte und geniessen sie. Die Wand hinter uns strahlt das Sonnenlicht heiss zurück und macht richtig warm. In der Zwischenzeit sind Velofahrer (Neudeutsch «Biker») eingetroffen, die mit ihrem Mundwerk die ganze Beiz beherrschen. Zum Glück bleiben sie nicht lange. Wir haben mehrere Stunden Zeit, müssen aber den Bus um 14:53 beim Hotel Val Sinestra erwischen, damit wir unsere Dorfführung in Zernez nicht verpassen.

Wir verlassen den Hof Zuort und begehen den Brückenweg. Dieser führt bergauf und bergab entlang der Schlucht. Einmal befinden wir uns fast auf Wasserhöhe, dann wieder weit oberhalb des Wassers. Nach einer Stunde Wanderzeit erreichen wir die erste Hängebrücke. Die Brücke ist nicht speziell. Wir haben schon längere Brücken erlebt. Spektakulär ist aber die Schlucht unterhalb der Brücke. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir die zweite Hängebrücke und danach steigt der Weg wieder an. Zusätzlich aufsteigen müssen wir auch, weil ein Teil des Weges abgestürzt
ist. Und dann folgt die Brücke zum Hotel Val Sinestra.
Sie ist nicht spektakulär, aber der Anblick des Hotels
hoch über dem Bach. So hoch, dass wir beim Gedanken an den Aufstieg stöhnen. Wir machen uns an den Aufstieg, können ihn jedoch nach rund 100 Metern abbrechen,denn in der ersten Kurve steht ein Gasthaus und davor die Tafel der Bushaltestelle.

Mit dem Postauto fahren wir über Sent nach Scuol und
können gleich auf den Zug nach Zernez wechseln, wo wir nach Hause eilen und um 16:22 Uhr das Nachtessen auf dem Tisch haben. Nach weniger als einer halben Stunde machen wir uns wieder auf den Weg ins Dorfzentrum, wo wir beim Besucherzentrum des Nationalparks auf die Gruppe Touristen treffen, die neben uns auch an der Führung teilnehmen. Die Führung dauert mit Unterbrechung durch einen Apéro etwas mehr als zwei Stunden und ist nichts Besonderes.

Zu Hause im Womo richten wir noch die Verpflegung für die Wanderung vom Dienstag und beladen die Rucksäcke. So früh wie noch nie sind wir bereits im Bett und träumen dem Folgetag entgegen.



Camping Cul

Madinas s/n, 7530, Zernez, Switzerland
Tag 7

Wanderung durch das Val Mora

Um 08:15 fährt das Postauto ab Bahnhof Zernez zum Ofenpass. Die Fahrt durch den Nationalpark dauert nicht lange. Viele Leute steigen zu und wieder aus. Auf der Passhöhe sind wir noch drei Personen und davon steigen wir zwei aus.

Gleich hinter demHotel steigt der Weg an. Die ersten 100 Meter von gut 20 Kilometern sind geschafft. Entlang von Hängen geht es über einen Pass der Engadiner Dolomiten hinüber zum Val Mora. Bald kommt der letzte "Point of no Return", bei dem man noch nach Buffalora abzweigen und die Route verkürzen könnte. Wir marschieren weiter. Weit unter uns öffnet sich das Val Mora mit seiner Alp. Wir passieren die Alp Mora und die Alp Sprella und tauchen in eines der wildesten und natürlichsten Täler mit einer nicht verbauten Flusslandschaft und Wiesen voller Pionierpflanzen. Aber nicht nur Pflanzen gedeihen hier, auch Murmeltiere erfreuen uns langsam müde werdende Wanderer.

Nach überschreiten der Wasserscheide Richtung Münstertal öffnet sich das Val Döss Radond mit seinem wunderbaren Wasserfall. Nun säumen gelber Enzian und Alpenrosen den Abstieg. Schon winkt das Dorf Valchava durch den Fichtenwald und nach 7 Stunden Wanderzeit errecihen wir die Bushaltestelle Valchava, von wo uns der Bus zurück nach Zernez trägt.

Camping Cul

Madinas s/n, 7530, Zernez, Switzerland
Tag 8

Ruhetag

Nach der langen Wanderung haben wir einen Ruhetag verdient. Am Morgen Lebensmittel einkaufen, am Nachmittag einen Bahnausflug nach La Punt unternehmen liegt gerade noch drin.

Camping Cul

Madinas s/n, 7530, Zernez, Switzerland
Tag 9

Julierpass, Surses, Schweiz

Julierpass, 7457 Surses, Schweiz

Verlegung auf den Camping Viamala in Thusis

Über St. Moritz und Silvaplana fahren wir auf den Julierpass, auf dem ein Turm für die Kunst steht. Dann geht es abwärts über Bivio - Savognin - Tiefencastel bis nach Thusis, wo wir auf dem Camping Viamala noch kurz vor Mittag eingecheckt werden. Uns erwartet ein Campingplatz in einem Föhrenwald. Den Rest des Tages geniessen wir einfach!

TCS Camping Thusis - Viamala

Pantunweg, 7430, Thusis, Switzerland

Platz in einem lichten Föhrenwald mit grosszügigen Parzellen. Bahnhof gut 5 Minuten vom Platz mit vielen Postautoverbindungen. Stadtzentrum in 10 Minuten erreichbar durch die Postautostation mit Lift.

Sanitäranlagen und Restaurant neu gebaut und zweckmässig.

Tag 10

Via Mala und Obertschappina

Heute wollen wir einige Sehenswürdigkeiten des Domleschg genannten Tales anschauen. Die erste ist die Via Mala Schlucht, die wir mit dem Postauto in wenigen Minuten erreichen. Beeindruckend ist die Schlucht, aber auch die Fahrstrassen, die mit den Jahrhunderten seit den Römern hier erstellt wurden.

Leider ist der Besuch der Schlucht durch den Lärm von Bauarbeiten an einer Brücke beeinträchtigt. Aber sonst ist die Schlucht schon beeindruckend.

Mit dem nächsten Postauto fahren wir wieder nach Thusis, steigen ins Postauto nach Obertschappina und lassen uns von diesem immer höher tragen. Masein. Flerden, Urmein und Tschappina werden durchfahren, bis wir in Obertschappina, fast 1000 Meter oberhalb der Talsohle ankommen. Von dort geht es zu Fuss einige Kilometer durch Blumenwiesen bis nach Oberurmein, einem Schlafort, der nur im Winter zu erwachen scheint. Bergab geht es nun zur Strasse nach Urmein, wo das Postauto uns wieder aufnimmt und zu Tal trägt.

TCS Camping Thusis - Viamala

Pantunweg, 7430, Thusis, Switzerland
Tag 11

Wanderung entlang der Albula

Mit dem Postauto fahren wir nach Fürstenau, einer der kleinsten Orte mit Stadtrecht aus dem Mittelalter. Als Wächter der Alpenstrasse zu Albula- und Julierpass gab es da wahrscheinlich viel mit Zöllen zu verdienen. Auf jeden Fall finden sich da gleich mehrere Schlösser innerhalb der früheren Stadtbefestigung.

Von da ziehen wir dem Hinterrhein nach aufwärts, dann der Albula nach und erreichen oberhalb Sils die Burg Baldenstein und die Kirche Sant Cassian. Von da geht es wieder zurück nach Thusis.

TCS Camping Thusis - Viamala

Pantunweg, 7430, Thusis, Switzerland
Tag 12

Rückfahrt

Auf direktem Weg geht es wieder nach Zürich, wo wundervolle Ferien nun enden werden.

Zürich, Schweiz