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Routen
Schottland Roadtrip 2024 - Reisetagebuch
dierumtreiber
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Gefahren Öffentlich

Schottland Roadtrip 2024 - Reisetagebuch

Manche Reisen beginnen nicht mit dem Packen eines Rucksacks. Sie beginnen in einem Krankenhauszimmer. Im Mai 2023 wurde mir die Zunge entfernt. Zungenkrebs. Ein Wort, das nüchtern klingt und doch alles verändert. Danach war nichts mehr selbstverständlich. Nicht das Gehen. Nicht das Essen. Nicht das Trinken. Nicht einmal das Sprechen. Dinge, über die man nie nachdenkt, solange sie funktionieren, mussten plötzlich mühsam neu erlernt werden – Schritt für Schritt, Schluck für Schluck, Laut für Laut. Rehabilitation bedeutet nicht, wieder der Mensch zu werden, der man einmal war. Es bedeutet, sich selbst neu kennenzulernen. Im Spätsommer folgten Chemotherapie und Bestrahlung. Wieder wurde mir vieles genommen, was ich mir zuvor zurück erkämpft hatte. Wieder begann alles von vorn. Essen. Trinken. Sprechen. Geduld. Hoffnung. Auch Zweifel. Besonders Zweifel. Der Herbst und der Winter brachten neue Zähne. Oben Kronen, unten ein Vollimplantat. Technisch beeindruckend – menschlich eine weitere Prüfung. Wieder war da dieses Gefühl, fremd im eigenen Mund zu sein. Wieder Logopädie. Wieder üben. Wieder scheitern. Wieder weitermachen. Im Frühjahr 2024 stand ich schließlich vor meiner Sprachprüfung. Deutsch und Englisch. Nicht für ein Zeugnis. Nicht für einen Job. Sondern für mich. Für die Gewissheit, dass ich wieder sprechen konnte. Dass meine Stimme noch da war. Ich bestand. Und genau in diesem Moment wurde aus einer vagen Idee ein konkreter Plan. Schottland. Nicht als Flucht. Nicht als Belohnung. Sondern als Weitergehen. Als Beweis dafür, dass das Leben nach dem Stillstand wieder Fahrt aufnehmen kann. Straßen statt Klinikflure. Regen statt Infusionen. Weite statt Wände. Freiheit statt Termine. Dieser Roadtrip ist kein „Danach“. Er ist ein „Trotzdem“. Trotz Angst. Trotz Narben. Trotz der Tage, an denen selbst einfache Worte schwerfallen. Schottland wurde zur Linie am Horizont, an der sich alles ausrichtete: Training, Therapie, Durchhalten. Ein Ziel, das nicht laut war, aber stark genug, um mich vorwärtszuziehen. Dieses Buch erzählt von dieser Reise. Von Straßen und Landschaften – ja. Aber vor allem von dem Weg zurück ins Leben. Wenn du diese Seiten liest, fährst du nicht nur durch Schottland. Du fährst ein Stück mit mir.


Routeninfo
2650 Kilometer
16 Tage
11.05.2024 - 26.05.2024
61 Wegpunkte

Reisebericht

Tag 1
11.05.2024
Schottland – das nördlichste Land Großbritanniens.

Ein Land aus rauen Bergen, tiefen Tälern und dunklen Seen. Die Cairngorms und die Northwest Highlands prägen das Bild dieser Landschaft. Dazwischen ziehen sich lange Gletschertäler, die man hier Glens nennt, und überall liegen diese stillen, oft geheimnisvollen Seen – die Lochs.


Weiter südlich pulsiert das Leben in den Städten. Die Hauptstadt Edinburgh, mit ihrer berühmten Burg hoch oben auf dem Felsen, wirkt wie ein Tor zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Und Glasgow, einst Industriestadt, heute voller Musik, Kunst und Kultur.


Doch diese Reise beginnt für mich nicht in Schottland. Sie beginnt viel früher.


Überarbeitet im März 2026.

Die Idee zu diesem Roadtrip gab es schon lange. Bereits 2020, während unserer ersten Wohnmobil-Testfahrt an die Ostsee, entstand der Gedanke: Eines Tages fahren wir nach Schottland. Damals war es nur eine Idee. Eine von vielen.


Dann kam meine Krebsoperation im Jahr 2023. Während der langen Zeit der Genesung hatte ich plötzlich etwas, das mir vorher oft fehlte: Zeit. Zeit zum Nachdenken. Zeit zum Planen. Zeit, mich gedanklich auf Straßen zu bewegen, während mein Körper noch damit beschäftigt war, wieder stark zu werden. So entstand langsam eine Route durch Schottland.

Mein ursprünglicher Plan war klar: viel Freiheit, viel Einsamkeit, viel Freistehen entlang der North Coast 500. Nächte irgendwo zwischen Meer, Moor und Bergen. Genau so hatte ich mir diese Reise vorgestellt.


Doch Reisen zu zweit bedeutet auch Kompromisse. Meine Reisepartnerin sah manches anders. Campingplätze statt nur freier Stellplätze, etwas mehr Planung, etwas weniger Wildnis.

Also wurde gestrichen, angepasst und neu geplant.


Im Nachhinein hätte ich diese Reise vielleicht auch allein machen können.
Aber so ist das Leben – wenn man gemeinsam unterwegs ist, nimmt man Rücksicht. Man verschiebt Grenzen ein wenig und schaut, wohin der Weg trotzdem führt. Und vielleicht ist genau das auch Teil dieser Reise. Denn dieser Roadtrip ist nicht nur eine Fahrt durch die Highlands. Er ist auch eine Testfahrt für uns beide. Können wir zusammen Vanlife? Können wir wochenlang auf engem Raum leben, fahren, planen, diskutieren – und am Ende trotzdem gemeinsam vor einem Loch sitzen und einfach nur schweigen? Passen wir zusammen auf der Straße? Dieses Reisetagebuch erzählt nicht nur von Landschaften, Straßen und Orten. Es erzählt auch von genau dieser Frage.


Nun wünsche ich euch viel Freude bei diesem überarbeiteten Reisetagebuch
durch die Highlands von Schottland.



Meine YouTube-Playlist

https://www.youtube.com/playlist?list=PLD3KxOtxoJUEThEi87lCXLkDxYPhdjwgm


und auf


www.maddinaufwiking.de



Start
Kreis Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Startvorbereitungen


Wer mich kennt, weiß: Ich plane gern. Und meistens auch weit im Voraus. Nicht, weil ich Überraschungen vermeiden will – die gibt es auf Reisen sowieso immer. Sondern weil ein guter Start vieles einfacher macht. Wenn der Camper rollt, will ich nicht mehr über Kleinigkeiten nachdenken müssen.

Also wurde vorbereitet. Wie immer.


„Fritz“ bekam zuerst seinen Teil: Tank voll. Wassertank voll. Ein kurzer Rundgang ums Fahrzeug – alles fest, alles da, alles bereit für die Straße.

Dann kam der Rest. Konserven wurden verstaut, der Kühlschrank gefüllt. Reisekarten wanderten ins Handschuhfach, auch wenn heute vieles digital läuft. Aber Papier funktioniert immer – auch dort, wo kein Empfang mehr ist. Pässe kontrolliert. Geldkarten eingepackt. Die kleinen Dinge, die eine große Reise erst möglich machen.


Am 11. Mai 2024 war es schließlich soweit. Petra und ich machten uns mit unserem Camper „Fritz“ auf den Weg nach Rotterdam. Von dort sollte die Fähre nach Harwich in England gehen. Die Überfahrt dauerte etwa sechs Stunden, inklusive der kleinen Zeitverschiebung. Doch an diesem Tag spielte alles mit. Das Wetter war klar, der Himmel weit und der Ärmelkanal so ruhig, wie man ihn sich nur wünschen kann.


Am frühen Abend standen wir draußen an Deck und sahen langsam die englische Küste näher kommen.

Gegen 20 Uhr legte die Fähre schließlich in Harwich an.


England. Die Reise konnte beginnen.



Hoek van Holland
Südholland, Niederlande

Strangers Holiday Park
The Street, Bradfield, Essex, England, Vereinigtes Königreich

https://strangersholidaypark.co.uk/park-information/


The perfect place to start your holiday. Strangers Holiday Park is in the perfect location to holiday and use as a base to make the most of day’s out to local towns and local attractions.


Erste Nacht in England


Nach der Fährüberfahrt wollten wir es ruhig angehen lassen. Keine lange Weiterfahrt mehr, kein Suchen im Dunkeln. Einfach ankommen.


Unsere Wahl fiel auf den Campingplatz „Strangers Holidaypark“. Er lag günstig in der Nähe – perfekt für die erste Nacht nach der Überfahrt. Natürlich waren wir auch neugierig. Wie sind eigentlich englische Campingplätze?


Schon bei der Einfahrt waren wir überrascht. Der Platz wirkte weniger wie ein typischer Campingplatz und eher wie ein kleiner Golfpark. Große, offene Rasenflächen, alles sauber gemäht, ordentlich angelegt und sehr gepflegt. Nichts wirkte überfüllt oder hektisch. Eher ruhig und persönlich. Man merkte schnell: Hier kümmert sich jemand.


Wir stellten „Fritz“ auf unseren Platz, machten es uns gemütlich und ließen den Tag langsam ausklingen. Die sanitären Anlagen nutzten wir gar nicht – im Camper ist ja alles vorhanden. Der Platz selbst war abgesperrt, was ein gutes Gefühl gab.

Die erste Nacht in England verlief ruhig. Und während draußen langsam die Dunkelheit über die Wiesen zog, schliefen wir tief und sicher auf unserem kleinen Stück Rasen mitten in Ostengland.


Tag 2
12.05.2024
12. May. 2024 - 12. May. 2024
Erste Erfahrung mit dem Linksverkehr

Heute ist Sonntag und habe die Gelegenheit mit dem Fritz den englischen Linksverkehr zu befahren. Schliesslich sind wir auf der Britischen Insel. Die kurze Strecke nach SuttonHoo ist eine gute Möglichkeit. Ich komme sehr schnell mit dieser Art der Verkehrsregelung klar. Die kleinen Roundabouts schaffe ich mit Bravour.


12. May. 2024 - 12. May. 2024
Sutton Hoo Archeological Site
Suffolk, England, Vereinigtes Königreich

Sutton Hoo liegt unweit der kleinen Stadt Woodbridge in der Grafschaft Suffolk, im Osten Englands – in der Region East Anglia. Heute wirkt der Ort unscheinbar. Ein paar sanfte Hügel, Wiesen, etwas Wind vom nahen Meer. Nichts deutet auf den ersten Blick darauf hin, dass hier einst Geschichte neu geschrieben wurde.

1939 machten Archäologen hier einen Fund, der alles veränderte.


Unter einem der Hügel entdeckten sie ein etwa 1.400 Jahre altes angelsächsisches Schiffsgrab. Kein kleines Boot, sondern ein ganzes Schiff – mit einer Fülle an Grabbeigaben, wie man sie zuvor in Britannien noch nie gesehen hatte. Waffen, Schmuck, kunstvoll gearbeitete Gegenstände aus Gold und Silber. Dinge, die nicht nur von Reichtum erzählen, sondern auch von Macht.


Die Funde wurden später im British Museum untersucht und ausgestellt. Historiker mussten ihr Bild vom frühen Mittelalter in England danach neu denken. Sutton Hoo zeigte plötzlich, dass diese Zeit keineswegs nur eine dunkle, primitive Epoche gewesen war. Hier existierten bereits hoch entwickelte Königreiche mit weitreichenden Handelsverbindungen.


Man könnte sagen: Ein einzelnes Grab hat die Geschichte Englands neu erzählt. Doch Sutton Hoo steht auch für eine Zeit des Umbruchs.


Nach dem Rückzug der Römer um das Jahr 410 begann in Britannien eine neue Epoche. Verschiedene Völker kamen über das Meer – unter ihnen die germanischen Angeln und Sachsen. Aus vielen kleinen Machtgebieten entstanden nach und nach eigene Königreiche.


Zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert wuchs daraus eine neue Ordnung. Die einst heidnischen Herrscher begannen zum Christentum zu konvertieren. Mit diesem Wandel verschwanden auch langsam die alten Bestattungsrituale. Große Schiffsgräber mit kostbaren Beigaben wurden seltener. Der neue Glaube verlangte andere Formen des Abschieds.


Man könnte es so formulieren: Mit der Geburt des christlichen Englands starben die alten Grabbeigaben.

Trotz vieler Kriege – selbst der Wikingerüberfälle im 9. Jahrhundert – überlebten einige dieser angelsächsischen Königreiche. Im Jahr 927 wurden sie schließlich zu einem Reich vereint: dem Königreich England.


Hier, auf diesen unscheinbaren Hügeln von Sutton Hoo, liegt also nicht nur ein Grab. Hier beginnt ein Stück der Geschichte Englands.


Mein YouTube-Video hierzu

https://youtu.be/nk3rf0GYs2A


12. May. 2024 - 12. May. 2024
Wagtail Park
North Lane, York, York, England, Vereinigtes Königreich

Am Stadtrand von York


Auf unserem Weg Richtung schottische Grenze entschieden wir uns spontan für einen kleinen Abstecher.


York lag ohnehin fast auf der Route – also warum nicht anhalten und der alten Stadt einen kurzen Besuch abstatten. Für die Nacht suchten wir uns einen ruhigen Platz am Stadtrand und landeten im Wagtail Park. Der Stellplatz liegt etwas außerhalb der Stadt, angenehm ruhig, mit einem kleinen Fischteich direkt neben den Stellflächen. Genau die Art von Platz, die ich mag: ein wenig Natur, etwas Abstand zur Stadt – und trotzdem nah genug, um alles gut erreichen zu können. Die Koordinaten hatte ich schnell im Navi: 53.998653673297106, -1.030522709508943


Von dort aus nutzten wir zum ersten Mal das Park & Ride System. Auto oder Camper draußen abstellen und bequem mit dem Bus in die Stadt fahren. Eine einfache Lösung – und eine ziemlich gute noch dazu. Gerade in größeren Städten ist das eine entspannte Möglichkeit, sich nicht mit Verkehr, engen Straßen oder Parkplatzsuche herumzuärgern. Und so viel kann ich schon verraten: Das war nicht das letzte Mal, dass wir Park & Ride auf dieser Reise genutzt haben.


Tag 3
13.05.2024
York – auf den Spuren der Wikinger
York, England, Vereinigtes Königreich

Der Besuch in York hat sich mehr als gelohnt. Eine wirklich beeindruckende Stadtbesichtigung. Besonders der alte Markt in den „Shambles“ blieb uns im Gedächtnis. Eine enge, verwinkelte Straße mit schiefen Fachwerkhäusern, die sich fast über den Köpfen berühren. Kleine Läden, Kopfsteinpflaster und überall dieses Gefühl, dass hier schon seit Jahrhunderten Menschen unterwegs sind.


York gilt als eine der alten Wikingerstädte Englands. Und genau dieses historische Erbe spürt man an vielen Stellen. Die Stadtmauern, die noch immer große Teile der Altstadt umschließen, und die gut erhaltenen Fachwerkhäuser lassen einen leicht in eine andere Zeit eintauchen. Beim Spaziergang durch die Gassen hat man oft das Gefühl, als wäre man ein paar Jahrhunderte zurückgereist.


Eine Stadt mit Geschichte – und mit einer Atmosphäre, die man so nicht oft findet.


Mein YouTube-Video

https://youtu.be/Y2G48b_i_Ic


Auf den Wiking-Spuren bleiben ...

Lindisfarne – Wo die Wikinger Geschichte schrieben


Im Jahr 793 geschah an der nordöstlichen Küste Englands etwas, das bis heute als Beginn der Wikingerzeit in Europa gilt. Auf der kleinen Insel Lindisfarne, auch bekannt als Holy Island, stand eines der bedeutendsten Klöster des frühen Christentums in Britannien. Gegründet im 7. Jahrhundert, war es ein Ort des Glaubens, der Gelehrsamkeit und der Ruhe. Mönche lebten hier abgeschieden zwischen Meer, Wind und Gebet.


Doch diese Abgeschiedenheit wurde ihnen zum Verhängnis. Im Sommer des Jahres 793 tauchten plötzlich fremde Schiffe am Horizont auf. Lange, schmale Boote mit hochgezogenen Steven – Langschiffe aus dem Norden. Krieger aus Skandinavien landeten auf der Insel und überfielen das Kloster. Die Angreifer plünderten die Gebäude, töteten oder verschleppten Mönche und nahmen alles mit, was aus Gold oder Silber war. Für die christliche Welt war dieses Ereignis ein Schock. Chronisten jener Zeit beschrieben das Geschehen als göttliches Strafgericht. Sie berichteten von Feuerzeichen am Himmel, von Stürmen und unheilvollen Vorzeichen, die dem Angriff vorausgegangen seien. Für die Menschen jener Zeit musste es wirken, als wären plötzlich Krieger aus einer anderen Welt über sie gekommen. In vielen Erzählungen wird dieser Angriff später mit dem legendären Wikinger Ragnar Lodbrok in Verbindung gebracht – einer Figur aus nordischen Sagas, halb Krieger, halb Mythos. Historisch ist das nicht eindeutig belegt, doch sein Name wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem Symbol für die ersten großen Raubzüge der Wikinger.


Der Überfall auf Lindisfarne markierte den Beginn einer neuen Epoche. In den folgenden Jahrhunderten sollten Wikinger immer wieder an den Küsten Britanniens auftauchen, handeln, siedeln – und kämpfen.


Wir erreichten die Gegend um Lindisfarne am Abend zuvor und stellten unseren Camper „Fritz“ auf dem Buddle Bay Campsite ab. Ein ruhiger Platz mit weitem Blick über die Küstenlandschaft und das Wattenmeer.

Von hier aus wollten wir am nächsten Tag zur Gezeiteninsel fahren. Denn Lindisfarne ist nur bei Ebbe über einen schmalen Damm erreichbar. Steigt das Wasser wieder, verschwindet die Straße unter der Nordsee – und die Insel wird für einige Stunden wieder zu dem, was sie immer war:


Ein abgeschiedener Ort zwischen Meer und Geschichte.


Budle Bay Campsite
Northumberland, England, Vereinigtes Königreich

Der Buddle Bay Campsite liegt ruhig an der Küste von Northumberland, nur wenige Kilometer vor der Zufahrt zur Gezeiteninsel Lindisfarne. Genau der richtige Ort, wenn man die Insel am nächsten Tag entspannt besuchen möchte. Der Platz selbst ist angenehm schlicht gehalten. Große offene Wiesenflächen, viel Platz zwischen den Fahrzeugen und ein weiter Blick über die Landschaft. Direkt neben dem Platz liegt die Bucht von Buddle Bay, ein flaches Küstengebiet mit Salzwiesen und Wattflächen. Bei Ebbe zieht sich das Wasser weit zurück und legt eine raue, fast stille Küstenlandschaft frei. Möwen, Wind und das entfernte Rauschen der Nordsee bestimmen hier die Geräusche. Gerade am Abend hat dieser Ort eine besondere Ruhe. Kein Stadtlärm, keine Hektik – nur der offene Himmel über der Küste.


Die Atmosphäre ist freundlich und unkompliziert. Man merkt schnell, dass hier viele Reisende übernachten, die am nächsten Tag zur Holy Island hinüberfahren wollen. Die Zufahrt zur Insel ist schließlich von den Gezeiten abhängig, und so warten viele Camper hier geduldig auf den richtigen Zeitpunkt.


Wir stellten „Fritz“ auf die Wiese, genossen noch den Blick über die Bucht und ließen den Tag ruhig ausklingen. Ein einfacher Platz – aber genau richtig für diese Nacht an der Küste.


Tag 4
14.05.2024
14. May. 2024 - 14. May. 2024
Lindisfarne – Wo Geschichte auf das Meer trifft
Crooked Lonnen, Holy Island, Northumberland, England, Vereinigtes Königreich

Der Besuch von Lindisfarne war für mich mehr als nur ein kurzer Zwischenstopp auf unserer Reise.

Dieser Ort trägt Geschichte in sich – eine Geschichte, die mich schon lange fasziniert.

Lindisfarne, auch Holy Island genannt, ist eine Gezeiteninsel vor der Küste von Northumberland. Die Insel ist nur bei Ebbe über einen schmalen Damm erreichbar. Steigt das Wasser, verschwindet die Straße wieder unter dem Meer und Lindisfarne wird für einige Stunden zu dem, was sie immer war: eine Insel zwischen Himmel, Wind und Nordsee.

Schon die Anfahrt ist besonders. Links und rechts Wattflächen, kleine Wasserläufe im Sand, darüber ein weiter Horizont. Man merkt schnell, dass hier die Natur den Takt vorgibt – nicht der Mensch.

Bereits im 7. Jahrhundert gründete der irische Mönch St. Aidan hier das Kloster Lindisfarne. Die Insel entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Zentrum des frühen Christentums in Britannien. Mönche lebten hier abgeschieden, beteten, schrieben und verbreiteten ihren Glauben.

Doch dieser ruhige Ort wurde später Schauplatz eines Ereignisses, das die Geschichte Europas verändern sollte.

Am 8. Juni 793 wurde Lindisfarne von nordischen Kriegern überfallen. Die Angelsächsische Chronik berichtet, dass die Angreifer – von den Mönchen als „Heiden“ bezeichnet – das Kloster plünderten, die Kirche zerstörten und viele der Bewohner erschlugen oder verschleppten.

Für die damalige christliche Welt war dieser Angriff ein Schock.

Heute gilt dieser Überfall als Beginn der Wikingerzeit in Europa.

Doch Geschichte hat immer mehrere Blickwinkel.

Die Chroniken der Mönche erzählen von grausamen Eindringlingen aus dem Norden. Wenn ich jedoch an diese Zeit denke, sehe ich nicht nur Plünderer. Ich sehe auch Seefahrer, Händler, Entdecker und Krieger, die aus den nordischen und germanischen Kulturen hervorgingen. Menschen, die das Meer beherrschten, neue Länder erreichten und ihre eigene Weltanschauung lebten – lange bevor das Christentum den gesamten Kontinent prägte.

Viele alte Traditionen und Glaubensvorstellungen dieser Zeit wurden später verdrängt oder verschwanden ganz, als sich das Christentum immer weiter ausbreitete. Lindisfarne steht daher auch symbolisch für diesen Zusammenstoß zweier Welten.


Während ich über die Insel ging, dachte ich daran, wie diese Küste wohl im 8. Jahrhundert ausgesehen haben muss. Nebel über dem Meer, der Wind über den Salzwiesen – und irgendwo am Horizont vielleicht die ersten Langschiffe, die sich der Küste nähern.

Solche Orte erinnern mich immer wieder daran, warum mich diese Epoche so sehr interessiert.

Meine Reisen mit „Fritz“ sind für mich deshalb nicht nur einfache Roadtrips. Sie sind auch eine Art Spurensuche – nach den Orten der Wikinger, der alten germanischen Kulturen und der frühen Königreiche im Norden Europas.

Schottland, Norwegen, England – vielleicht irgendwann noch weiter nach Norden.


Lindisfarne war auf dieser Reise einer dieser besonderen Orte. Ein Ort, an dem Geschichte nicht nur in Büchern steht. Hier weht sie noch immer über das Meer.


England-Scotland Border Viewpoint (Scotland Bound)
55.80650431474623, -2.043548324361698

Roslin Chapel
Chapel Loan, Roslin, Midlothian, Schottland, Vereinigtes Königreich

https://www.myhighlands.de/rosslyn-chapel/


Auf unserem Weg Richtung Norden machten wir noch einen Halt an einem Ort, der Geschichte, Legenden und ein wenig Geheimnis miteinander verbindet: Rosslyn Chapel.

Die kleine Kapelle liegt südlich von Edinburgh im Dorf Roslin und wurde im Jahr 1446 von William Sinclair, dem dritten Earl of Orkney, erbaut. Schon von außen wirkt das Gebäude ungewöhnlich. Für eine so kleine Kapelle ist sie erstaunlich reich verziert. Steinmetzarbeiten, Figuren, Symbole – überall entdeckt man neue Details.

Tritt man ein, wird es noch beeindruckender.

Die Wände, Säulen und Bögen sind über und über mit Steinschnitzereien bedeckt. Keine Fläche scheint unbearbeitet zu sein. Pflanzenmotive, Engel, seltsame Figuren und geheimnisvolle Symbole. Besonders bekannt ist die sogenannte „Apprentice Pillar“, eine kunstvoll verzierte Säule, um die sich bis heute alte Legenden ranken.

Viele Besucher kennen Rosslyn Chapel heute vor allem durch den Roman „Sakrileg – The Da Vinci Code“ von Dan Brown und die spätere Verfilmung mit Tom Hanks. In der Geschichte spielt die Kapelle eine zentrale Rolle. Sie wird dort als möglicher Ort beschrieben, an dem ein uraltes Geheimnis rund um den Heiligen Gral verborgen sein soll.

Der Film machte die kleine Kapelle weltweit bekannt. Seitdem reisen jedes Jahr viele Menschen hierher – auf der Suche nach den Spuren dieser Geschichte.

Doch auch ohne Roman und Hollywood hat Rosslyn Chapel eine besondere Ausstrahlung.

Die Mischung aus mittelalterlicher Baukunst, religiöser Symbolik und all den Mythen, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt haben, verleiht diesem Ort eine fast mystische Atmosphäre.

Wir standen eine Weile im Inneren der Kapelle, ließen den Blick über die unzähligen Steinornamente wandern und fragten uns, wie viele Geschichten sich wohl in diesen Mauern verbergen.

Manche Orte sind einfach nur alt.
Andere erzählen Geschichten.

Rosslyn Chapel gehört eindeutig zur zweiten Sorte.


Mein YouTube-Video

https://youtu.be/yPf9s75Nft4


14. May. 2024 - 14. May. 2024
Gedanken in Braemar

Hier in Braemar, irgendwo zwischen Hügeln, Wind und dieser endlosen Weite der Highlands, hatte ich zum ersten Mal auf dieser Reise wirklich Zeit, einfach nur dazusitzen. Ein Kaffee in der Hand. Der Blick hinaus über die Landschaft. Die Gedanken kommen dann ganz von allein.


Die letzten Jahre waren nicht leicht. Firma, Krankheit, Operationen, Therapien, vieles, was einen Menschen verändert. In solchen Zeiten merkt man schnell, wer an deiner Seite steht und wer nicht.


Dafür muss ich meiner Frau danken. Sie ist diesen Weg mitgegangen. Doch Reisen haben eine besondere Eigenschaft. Wenn man unterwegs ist, wenn der Kopf frei wird und die Landschaft an einem vorbeizieht, beginnen auch die Gedanken ehrlicher zu werden. Dieser Roadtrip zeigt mir etwas, das ich vielleicht schon länger gespürt habe. Manchmal fühlt sich eine Beziehung mehr wie eine tiefe Vertrautheit an. Wie eine Verbindung, die eher an Bruder und Schwester erinnert. Verlässlich, vertraut, respektvoll – aber vielleicht ohne diesen harten Kern, der eine große Liebe wirklich ausmacht.

Solche Gedanken kommen leise.
Und sie bleiben zunächst unausgesprochen. Ich sitze hier, schaue über die Highlands und lasse sie einfach zu. Nicht alles im Leben braucht sofort eine Antwort. Manche Dinge zeigen sich erst mit der Zeit. Mal sehen, was kommt.


Edinburgh ausgelassen - weiter Richtung Highlands ...

Eigentlich hatten wir geplant, Edinburgh zwei Tage lang zu erkunden. Die Hauptstadt Schottlands, mit ihrer Burg auf dem Felsen, den alten Gassen und der langen Geschichte – das klang nach einem guten Start in dieses Land.

Doch manchmal entscheiden nicht Pläne, sondern das Bauchgefühl.

Schon bei der Anfahrt merkten wir schnell, wie voll die Stadt war. Touristen überall, Busse, Menschenmengen in den Straßen. Sicher beeindruckend – aber genau in diesem Moment zog uns etwas anderes stärker an. Die Natur. Also trafen wir eine spontane Entscheidung:

Wir ließen Edinburgh einfach rechts liegen. Der Kurs ging direkt Richtung Braemar – hinein in die Highlands.


Und schon nach kurzer Zeit merkten wir, dass es genau die richtige Entscheidung war. Die Landschaft wurde weiter, ruhiger, offener. Sanfte Hügel, endlose Wiesen und dieses unglaubliche tiefe Grün, das man so intensiv kaum irgendwo anders sieht.

Man fährt durch diese Landschaft und merkt plötzlich, wie still alles wird. Der Blick schweift über die Hügel, kleine Flüsse ziehen durch die Täler, und überall liegt diese unberührte Natur.

Wir saßen im Camper, schauten aus dem Fenster und waren einfach nur sprachlos.


Schottland hatte uns ankommen lassen – nicht in einer Stadt, sondern mitten in seiner Landschaft.


Braemar Caravan Park
Glenshee Road, Ballater, Aberdeenshire, Schottland, Vereinigtes Königreich

https://www.braemarcaravanpark.co.uk/


Camping in den Highlands – Braemar

Ein wirklich schöner Campingplatz mitten in den Highlands.

Der Braemar Caravan Park liegt direkt im kleinen, malerischen Ort Braemar in der Region Royal Deeside. Schon bei der Ankunft merkt man sofort: Hier ist man wirklich mitten in den schottischen Highlands angekommen.

Der Platz selbst ist hervorragend ausgestattet und sehr gepflegt. Große Stellflächen, moderne Einrichtungen und vor allem eines – Natur direkt vor der Tür. Vom Campingplatz aus starten mehrere Wanderwege, die direkt in die umliegende Landschaft führen. Kein Auto nötig. Einfach loslaufen.

Und die Umgebung hat es wirklich in sich.

Von hier aus blickt man auf die weiten Landschaften des Cairngorms-Nationalparks. Sanfte Hügel, weite Täler und dieses satte Grün, das Schottland so besonders macht. Gerade morgens, wenn noch etwas Nebel über den Wiesen hängt, wirkt die Landschaft fast ein wenig mystisch.

Der Platz gehört zum Invercauld Estate und bietet Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte. Wer es etwas komfortabler möchte, kann auch in kleinen Camping-Pods übernachten – mit einem fantastischen Blick auf die umliegenden Highlands.

Der Campingplatz ist fast das ganze Jahr geöffnet, ganze elf Monate im Jahr. Damit ist er ein idealer Ausgangspunkt für alle, die die Highlands erkunden wollen.

Für uns war es jedenfalls genau der richtige Ort, um ein paar Tage mitten in dieser beeindruckenden Landschaft zu verbringen. Mit „Fritz“ standen wir dort, umgeben von Hügeln, frischer Highland-Luft und der Gewissheit, dass das Abenteuer Schottland gerade erst begonnen hatte.


Tag 5
15.05.2024
30. Nov. -0001 - 30. Nov. -0001
Wanderung zum Creag Choinnich

Direkt bei Braemar liegt der kleine Berg Creag Choinnich, etwa 562 Meter hoch. Keine riesige Höhe, aber genau richtig für eine schöne Wanderung zwischendurch. Der Weg ist mit rund 2,8 Kilometern recht überschaubar und normalerweise in ein bis zwei Stunden zu schaffen. Doch wie so oft in den Highlands sagt die Länge eines Weges wenig über seine Wirkung aus. Der Aufstieg beginnt zunächst gemütlich. Der Pfad führt durch einen lichten Kiefernwald, typisch für die Landschaft der Cairngorms. Der Boden weich, der Duft von Harz in der Luft und immer wieder kleine Lichtungen, durch die man schon einen ersten Blick auf die umliegenden Hügel werfen kann.

Je näher man dem Gipfel kommt, desto steiler und felsiger wird der Weg. Die letzten Meter verlangen noch einmal etwas Kraft. Kein gefährlicher Abschnitt, aber man merkt schnell, dass man sich in den Highlands bewegt. Oben angekommen wird man jedoch sofort belohnt. Der Blick öffnet sich weit über das obere Tal des River Dee und hinunter auf das kleine Dorf Braemar. Rundherum Hügel, Wälder und diese unglaubliche Weite der Landschaft. Die Wanderung war wirklich sehr schön. Aber ich gebe zu – anstrengend war sie auch. Doch genau das macht solche Momente am Ende umso besser.


Mein YouTube-Video

https://youtu.be/LSRwGcq4ThQ


30. Nov. -0001 - 30. Nov. -0001
Balmoral Castle
Riverside walk, Ballater, Aberdeenshire, Schottland, Vereinigtes Königreich

Nicht weit von Braemar, am Oberlauf des River Dee, liegt Balmoral Castle. Das Schloss steht in der Region Royal Deeside, eingebettet zwischen Hügeln, Wäldern und den Ausläufern der Highlands. Oberhalb erhebt sich der markante Berg Lochnagar, der dieser Landschaft noch einmal eine besondere Kulisse gibt. Der Name „Royal Deeside“ kommt nicht von ungefähr. Die Gegend trägt ihn, weil sie seit vielen Generationen eng mit der britischen Königsfamilie verbunden ist. Balmoral Castle war über viele Jahre die Sommerresidenz von Königin Elisabeth II.. Jedes Jahr zog es sie für einige Wochen hierher in den Norden Schottlands. Meist zwischen August und Oktober, wenn die Landschaft langsam in den Herbst übergeht und die Highlands eine ganz eigene Stimmung bekommen.


Am 8. September 2022 starb die Königin hier auf Balmoral. Das Schloss selbst gehört übrigens nicht zum Crown Estate, sondern ist Privatbesitz der königlichen Familie. Balmoral war für die Monarchie nie nur ein offizieller Regierungssitz, sondern eher ein Rückzugsort – ein Platz, um der Öffentlichkeit für eine Zeit zu entkommen. Wenn man durch diese Gegend fährt, versteht man auch warum.


Die Landschaft rund um den River Dee ist weit, ruhig und beeindruckend schön. Wälder, Hügel und immer wieder dieses offene Highland-Gefühl. Es ist eine Gegend, in der man leicht vergessen kann, dass hier irgendwo eines der bekanntesten Schlösser Großbritanniens steht. Manchmal wirkt Balmoral eher wie ein großes Landhaus mitten in den Highlands. Und genau das macht diesen Ort wohl so besonders.


Wir spazierten zunächst durch den Park von Balmoral. Große Rasenflächen, alte Bäume und immer wieder schöne Blickachsen in die umliegende Landschaft. Man hat nicht das Gefühl, sich in einem steifen Schlosspark zu bewegen, sondern eher in einer sehr gepflegten Highland-Landschaft. Hier und da stehen kleinere Gebäude, alte Mauern und Wege, die sich durch den Park ziehen. Alles wirkt ruhig, fast ein wenig privat – so als würde die königliche Familie gleich um die nächste Ecke spazieren.

Ein besonderer Punkt unseres Besuchs war die Gemäldeausstellung von König Charles III. Der heutige König ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Maler und hat auf Balmoral immer wieder Zeit gefunden, die Landschaften der Highlands festzuhalten. In der Ausstellung waren einige seiner Werke zu sehen – vor allem Aquarelle. Viele Bilder zeigen genau das, was man draußen vor der Tür sieht: Hügel, Täler, Flüsse und Gebäude aus der Umgebung von Balmoral. Keine pompösen Szenen, sondern ruhige Landschaftsbilder. Fast wie persönliche Momentaufnahmen eines Menschen, der diese Gegend wirklich liebt. Es war interessant zu sehen, wie jemand, der sein Leben in einer der bekanntesten Familien der Welt verbringt, sich hier einfach als Landschaftsmaler ausdrückt.

Nach der Ausstellung gingen wir noch eine Weile durch den Park. Der Wind zog leicht durch die Bäume, irgendwo hörte man Vögel, und über den Hügeln lag dieses typische schottische Licht.

Ein ruhiger Ort. Und man versteht schnell, warum die britische Königsfamilie gerade hier oben in den Highlands immer wieder ihren Rückzugsort gefunden hat.


Balmoral Car Park für Übernachtungen

Dieser Parkplatz liegt günstig für Balmoral und kostet 5 £ für ein ganztägiges Parken. Die Stellplätze sind mittelgroß und der Parkplatz ist bis zur Mittagszeit voll. An den Automaten benötigen Sie Ihr Autokennzeichen (Kennzeichen) und können mit Karte, nicht mit Bargeld bezahlen.


Mein YouTube-Video

https://youtu.be/3rbgGaIIA90


Braemar Caravan Park
Glenshee Road, Ballater, Aberdeenshire, Schottland, Vereinigtes Königreich

Super Platz


Tag 6
16.05.2024
Inverness
B9006, Inverness, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Auch rund um Inverness reichen die Spuren der Geschichte weit zurück. Nicht weit von hier liegt der Clava Cairn von Culdoich, eine urgeschichtliche Grabstätte aus der Bronzezeit. Steinkreise, alte Grabhügel und diese stille Atmosphäre, die solche Orte oft umgibt. Wenn man zwischen diesen Steinen steht, merkt man schnell, dass Menschen hier schon vor Tausenden von Jahren ihre Spuren hinterlassen haben. Später wurde die Gegend zu einem wichtigen Zentrum der Pikten. Inverness galt einst als eine ihrer bedeutenden Festungen.

Im Jahr 565 kam der irische Mönch Columban von Iona in diese Region. Sein Ziel war es, den Piktenkönig Brude I. zum Christentum zu bekehren. Brude residierte damals auf der Festung Craig Phadrig, einem Hügel etwa 2,4 Kilometer westlich des heutigen Stadtzentrums. Von dort aus blickt man weit über die Landschaft – ein strategisch guter Platz für eine frühe Burganlage. Auch am Ufer des Flusses entstand früh religiöses Leben.

Keltische Mönche gründeten hier eine kleine Kirche mit einer Klosteranlage. Heute steht an dieser Stelle die Old High Church, einer der ältesten christlichen Orte der Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Inverness weiter. Die Burg oberhalb der Stadt wurde schließlich von König Malcolm III. im 11. Jahrhundert errichtet. Malcolm war der Sohn von König Duncan I., dessen Name vielen aus der Geschichte – oder aus Shakespeares Macbeth – bekannt ist. Duncan fiel im Machtkampf mit seinem Cousin Macbeth, einer der bekanntesten Figuren der schottischen Geschichte.


So viel Geschichte also für eine Stadt im Norden der Highlands. Umso größer war vielleicht unsere kleine Enttäuschung, als wir schließlich selbst durch Inverness liefen. Das Castle, das hoch über der Stadt steht, war wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Also blieb uns nur der Blick von außen. Manchmal sind es dann die kleinen Begegnungen, die eine Stadt doch noch interessant machen.


In einem Souvenirshop trafen wir plötzlich einen Mann aus Köln. Er war gerade dabei, sich einen Kilt auszusuchen. Nicht für Schottland. Sondern für den Kölner Karneval. Auch eine Art, Kultur zu verbinden.



Victorian Market
Academy Street Market Hall, Inverness, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
Der Victorian Market ist eine historische, überdachte Einkaufspassage im Stadtzentrum von Inverness, Schottland. Er wurde 1870 eröffnet und hieß ursprünglich New Market. Er besteht aus zwei sich kreuzenden Passagen innerhalb eines Häuserblocks.

Culloden Moor
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Unser nächster Halt führte uns zum Culloden Moor, dem Ort einer der bekanntesten Schlachten der schottischen Geschichte.


Zuerst parkten wir am Besucherzentrum. Parkplatzgebühr, Museumseintritt – alles sehr modern gemacht, mit Ausstellung, Filmen und viel Multimedia. Im Nachhinein muss ich ehrlich sagen: Das hätten wir uns sparen können. Denn das Entscheidende liegt draußen. Das eigentliche Schlachtfeld kann man kostenlos begehen. Und genau dort, draußen auf diesem weiten Moor, versteht man viel besser, was hier im Jahr 1746 passiert ist. Das Moor von Culloden wirkt heute still. Grasflächen, etwas Wind, weite offene Landschaft. Kaum vorstellbar, dass hier einst Tausende Männer aufeinandertrafen. Die Schlacht von Culloden war der letzte große Jakobitenaufstand gegen die britische Krone. Die Jakobiten unterstützten die Stuart-Dynastie, die nach der sogenannten Glorious Revolution von 1688 den englischen Thron verloren hatte. Der katholische König James II. war damals abgesetzt worden, und die protestantischen Herrscher aus dem Haus Hannover übernahmen die Krone. Doch viele Menschen – besonders in den schottischen Highlands – blieben den Stuarts treu.

Immer wieder kam es in den folgenden Jahrzehnten zu Aufständen. Der bekannteste von ihnen wurde von Charles Edward Stuart angeführt, besser bekannt als „Bonnie Prince Charlie“. 1745 landete er in Schottland und sammelte die Highland-Clans um sich. Für eine kurze Zeit sah es tatsächlich so aus, als könnte er den britischen Thron zurückerobern. Seine Truppen marschierten sogar bis nach Derby in England vor. Doch die Unterstützung blieb aus, und schließlich zog sich das Jakobitenheer wieder nach Schottland zurück.

Am 16. April 1746 trafen die erschöpften und schlecht versorgten Jakobiten hier auf dem Culloden Moor auf die gut ausgerüstete Armee der britischen Regierung unter William Augustus, dem Duke of Cumberland.

Die Schlacht dauerte weniger als eine Stunde. Die Highland-Krieger versuchten ihre traditionelle Sturmattacke – den berühmten Highland Charge. Doch auf dem offenen Moor waren sie den Kanonen und Musketen der Regierungstruppen nahezu schutzlos ausgeliefert.

Es wurde ein Massaker. Nach der Niederlage begann eine harte Zeit für die Highlands. Die britische Regierung versuchte, die Clanstruktur zu zerschlagen. Waffen wurden verboten, Tartans und Kilts teilweise untersagt, viele traditionelle Strukturen der Highland-Gesellschaft verschwanden.

Wenn man heute über das Moor läuft, sieht man nur noch die Gedenksteine der Clans, die hier kämpften und starben. MacDonald. Fraser. MacGillivray. Und viele andere. Die Geschichte dieser Zeit wurde später auch durch Bücher und Serien wieder populär. Besonders bekannt ist heute „Outlander“, in dem der Clan Fraser und die Ereignisse rund um den Jakobitenaufstand eine zentrale Rolle spielen. Doch wenn man hier auf dem Moor steht, braucht man eigentlich keine Serie. Der Wind über dem Gras, die weite Landschaft und die einfachen Steine der Clans erzählen die Geschichte auch so. Still. Und eindrucksvoll.


Clava Cairns megalithische Grabanlagen
C22, Newlands of Culloden, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Nicht weit von Inverness, etwas östlich der Stadt, liegt ein Ort, der noch viel älter ist als Burgen, Könige oder Wikinger.


Der Clava Cairn von Culdoich.

Die Anlage liegt ruhig in den flachen Feldern des Tals, zwischen der Bahnlinie der Highland Main Line und dem River Nairn. Eine unscheinbare Gegend – Wiesen, etwas Wind, viel Himmel. Doch genau hier haben Menschen vor rund 4000 Jahren eine beeindruckende Begräbnisstätte errichtet. Der Cairn selbst besteht aus einem Steinring, der einst einen Durchmesser von etwa 17 Metern hatte. Die äußere Steinbegrenzung wirkt heute etwas unregelmäßig. Große gespaltene Steine und Felsbrocken bilden den Ring, der größtenteils noch erhalten ist. Nur auf der Südseite fehlt ein Teil – dort wurde später eine Kiesgrube angelegt, die einen Abschnitt der Anlage zerstörte.

Die Steine sind unterschiedlich hoch. Auf der Südwestseite ragen sie noch etwa 85 Zentimeter aus dem Boden, während sie auf der gegenüberliegenden Seite deutlich niedriger sind. Im Inneren befindet sich ein zweiter, runder Steinring mit etwa 6,6 Metern Durchmesser. Früher stand hier ein höher aufgeschichteter Grabhügel aus Steinen. Bei Ausgrabungen stellte man fest, dass einige der inneren Steine ursprünglich bis zu 1,5 Meter hoch waren. Der eigentliche Steinhügel wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte weitgehend abgetragen. Besonders auffällig ist ein einzelner großer Stein außerhalb des Rings. Eine etwa 3,6 Meter hohe Steinplatte, die leicht nach außen geneigt steht. Sie befindet sich rund acht Meter vom Cairn entfernt auf der Südwestseite. Auf der Außenseite dieses Steins finden sich kleine eingearbeitete Vertiefungen, sogenannte Cupmarks. Solche Markierungen tauchen auf vielen prähistorischen Steinen in Schottland auf. Ihre genaue Bedeutung kennt heute niemand mehr. Vielleicht hatten sie eine religiöse Bedeutung. Vielleicht waren es Symbole oder Zeichen für Rituale. Auch einige der Randsteine des Cairns tragen ähnliche Markierungen, wenn auch teilweise stark verwittert. Wenn man zwischen diesen Steinen steht, wird einem schnell bewusst, wie alt dieser Ort wirklich ist. Lange bevor hier Burgen gebaut wurden, lange bevor die Römer Britannien kannten – haben Menschen hier ihre Toten begraben und Steine aufgerichtet. Still stehen sie heute noch im Gras der Highlands. Und erzählen von einer Zeit, die fast 4000 Jahre zurückliegt.


Schlachtfeld von Culloden
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Bunchrew Car. & Camp. Park
Bunchrew, IV3 8TD, Inverness, United Kingdom

Super Platz. 25 Pfund direkt am Wasser.


Mein YouTube-Video

https://youtu.be/DbB9s75W0Ys


Tag 7
17.05.2024
Urquhart Castle – Wächter der Highlands
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Von Urquhart Castle ist heute nicht mehr viel übrig. Und doch reichen die Ruinen vollkommen aus, um zu erahnen, welch beeindruckende Burg hier einst gestanden haben muss.

Hoch über dem Loch Ness stehen noch immer Mauern und ein verfallener Turm, der stolz über den großen See blickt. Selbst als Ruine hat dieser Ort noch eine besondere Ausstrahlung.


Die Lage der Burg war im Mittelalter strategisch perfekt gewählt.

Wer durch das Great Glen reisen wollte – dieses große Tal, das die Highlands von Südwest nach Nordost durchzieht – kam an Urquhart kaum vorbei. Die Burg kontrollierte eine der wichtigsten Routen durch das Hochland. Das Loch Ness selbst bot dabei bereits einen natürlichen Schutz. Urquhart wurde auf einem Landvorsprung errichtet, der weit in den See hineinragt. Dadurch war die Anlage von drei Seiten vom Wasser umgeben. Für Angreifer keine einfache Aufgabe. Und als wäre das nicht schon genug gewesen, hatte man auf der Landseite zusätzlich einen Burggraben angelegt. Der Zugang zur Festung führte über eine Zugbrücke – der einzige Weg hinein. So konnte man die Burg über viele Jahrhunderte gut verteidigen.


Ironischerweise wurde Urquhart am Ende nicht von Feinden zerstört. Als die Burg im späten 17. Jahrhundert aufgegeben wurde, sprengte die eigene Besatzung Teile der Anlage, damit sie nicht mehr von Gegnern genutzt werden konnte. Heute stehen nur noch die Ruinen. Doch wenn man dort oben steht und über das dunkle Wasser des Loch Ness schaut, kann man sich gut vorstellen, wie diese Festung einst das Tal bewachte – wie ein steinerner Wächter der Highlands.


17. May. 2024 - 17. May. 2024
Loch Ness
Vereinigtes Königreich

Glen Moriston
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Als wir mit unserem Camper durch die Glens (Täler) fuhren hätten wir dauernd irgendwo anhalten können. Es war so schön. Nun fuhren wir am Fluss Moriston entlang und fanden unterhalb der Staumauer diesen schönen Ort.


Glen Moriston ist ein malerisches Tal in den schottischen Highlands, das sich westlich von Loch Ness erstreckt und nach dem River Moriston benannt ist, der durch das Tal fließt. Es ist bekannt für seine atemberaubende Natur, historische Bedeutung und friedliche Atmosphäre.


Das Tal verbindet Loch Ness mit dem westlichen Highland-Gebirge und führt Richtung Kyle of Lochalsh. Die Landschaft ist geprägt von bewaldeten Hängen, weiten Moorlandschaften und klaren Flüssen. Der Fluss River Moriston schlängelt sich durch das Tal und bietet spektakuläre Wasserfälle, wie die Falls of Moriston, ein beliebtes Ziel für Wanderer und Fotografen.


Historische Bedeutung:

Glen Moriston spielte während der Jakobitenaufstände eine wichtige Rolle.

Es wird mit den Geschichten von Rebellen und Verfolgung nach der Schlacht von Culloden in Verbindung gebracht. Die Region ist eng mit der Legende von Ewen MacPherson of Cluny, einem Jakobitenführer, verbunden.


Das Tal bietet eine Vielzahl von Wanderwegen mit beein-druckenden Ausblicken auf die Highlands. Es ist reich an Wildtieren, darunter Rotwild, Adler und seltene Vogelarten.

Glen Moriston vereint unberührte Natur, Geschichte und eine ruhige Atmosphäre, die es zu einem versteckten Juwel in den Highlands macht.


Burg Eilean Donan
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Auf unserem Weg durch die westlichen Highlands führte uns die Straße zu einem der wohl bekanntesten Schlösser Schottlands: Eilean Donan Castle.


Schon von weitem erkennt man die Burg. Sie steht auf einer kleinen Landzunge im Loch Duich, umgeben von Wasser, Bergen und dieser typischen Highland-Landschaft. Bei Flut wird aus dieser Landzunge sogar eine kleine Gezeiteninsel. Dann ist die Burg nur noch über die steinerne Fußgängerbrücke zu erreichen, die heute den Zugang bildet. Der Name Eilean Donan bedeutet übersetzt „Donans Insel“. Er geht zurück auf den heiligen Donnán von Eigg, einen keltischen Mönch und Märtyrer aus dem 6. Jahrhundert, der in dieser Region missionierte. Die Lage der Burg wirkt fast wie aus einem Film. Wasser, Berge, eine kleine Insel und darauf diese kompakte steinerne Festung. Kein Wunder, dass Eilean Donan heute zu den meistfotografierten Burgen Schottlands gehört. Historisch war die Burg eng mit dem Clan Macrae verbunden. Die Macraes galten über lange Zeit als Beschützer und treue Verbündete des mächtigen Clan Mackenzie, der in dieser Region großen Einfluss hatte. Eilean Donan wurde dadurch zum Stammsitz und wichtigen Verteidigungspunkt der Macraes. Als wir dort ankamen, standen natürlich auch viele andere Besucher auf der Brücke – Kameras in der Hand, alle mit demselben Gedanken: dieses berühmte Bild festhalten. Doch wenn man sich einen Moment Zeit nimmt und den Blick über das Wasser schweifen lässt, merkt man schnell, warum dieser Ort so besonders ist. Die Burg, die Berge im Hintergrund, das ruhige Wasser des Lochs und darüber dieses wechselhafte Licht der Highlands.

Ein Ort, der wirkt, als wäre er genau für diese Landschaft gebaut worden.


17. May. 2024 - 17. May. 2024
Auchtertyre Farm Motorhome Aire
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Auf dem Weg ein wenig von der Straße abgekommen. Aber der Fritz ist robust.


Schlussendlich haben wir einen günstigen Stellplatz auf einem Bauernhof ergattert. Wurde zum Abend hin immer voller.


Mein YouTube-Video

https://youtu.be/TqL1Rw_O0Nw


Tag 8
18.05.2024
The Plock Viewpoint
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Isle of Sky

Ursprünglich wollten wir am Kyle of Lochalsh beim "The Plock Viewpoint" einen schönen Ausblick und tolle Fotos machen, doch die Zufahrt für Wohnmobile war gesperrt. So blieb uns nur ein kleiner Parkplatz.


Isle of Skye

Skye ist seit langer Zeit besiedelt. Der Missionar Kolumban besuchte im 6. Jahrhundert von Iona kommend die Insel zwei Mal. Das Loch Chaluim Chille (deutsch: Bucht des Columban) im Norden der Insel, an dem sich Spuren eines Klosters fanden, soll sein Landeplatz gewesen sein.

Kurz nach 800 drangen Wikinger und norwegische Siedler auf Skye ein. Es kam zu Plünderungen und Verwüstungen. Die Verteilung von Wikingerfunden und Ortsnamen auf Skye deutet an, dass die Siedler den südlichen Teil der Insel besetzten und den Norden den Pikten überließen. Im Laufe der Zeit kam es zu einer Vermischung der Gruppen.

In den 1090er Jahren war der Clan MacLeod, der norwegischen Ursprungs war, Machthaber auf Skye. Der norwegische König Magnus III. führte einen Feldzug gegen den Clan, um seinen Einfluss zu sichern. Erneut kam es dabei zu Verwüstungen. 1156 schlug der halb-gälische, halb-norwegische Somerled von Argyll die Norweger und begründete so die Herrschaft des MacDonald-Clans über Skye und weitere Hebrideninseln. Man nannte sie Lords of The Isles. Der norwegische König Håkon IV. versuchte, Skye und weitere Gebiete zurückzuerobern, scheiterte aber und starb auf dem Rückweg auf den Orkneys. 1266 wurden alle norwegischen Besitztümer auf den Hebriden an Alexander III. übertragen. Die Lords of the Isles missachteten dies aber bis 1493, als sie der schottische König Jakob IV. entmachtete.


Fairy Pools Parking
Cuckoo Road, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Auf der Insel Skye gibt es einen Ort, der seinem Namen wirklich gerecht wird: die Fairy Pools.


Dabei handelt es sich um eine Reihe von natürlichen Wasserbecken, die durch einen kleinen Gebirgsbach und mehrere kleine Wasserfälle miteinander verbunden sind. Die Pools liegen im Tal Coire na Creiche, einem Seitental des Glen Brittle, am Fuß der mächtigen Cuillin-Berge. Schon der Weg dorthin ist ein Erlebnis. Der Pfad führt über einen gut ausgebauten Schotterweg, der hin und zurück derselbe bleibt. Die Strecke bis zum ersten großen Wasserfall und den bekanntesten Becken beträgt etwa 2,4 Kilometer. Je nach Tempo braucht man dafür ungefähr 40 Minuten bis anderthalb Stunden. An diesem Tag spielte auch das Wetter perfekt mit. Blauer Himmel, klare Luft und diese unglaubliche Weite der Landschaft. Die Wasserbecken selbst wirken fast unwirklich. Das Wasser ist kristallklar, teilweise mit diesem typischen blau-grünen Schimmer, der fast tropisch aussieht – auch wenn die Realität deutlich kälter ist. Einige Mutige ließen sich davon nicht abschrecken. Trotzdem wir erst Mai hatten, sprangen tatsächlich ein paar Besucher in die Pools und planschten in dem eiskalten Wasser. Respekt dafür – für uns blieb es beim Zuschauen. Wir liefen langsam den Weg entlang, blieben immer wieder stehen und ließen den Blick über die Landschaft schweifen. Die Berge der Cuillins, das rauschende Wasser, die klare Luft – alles zusammen ergab einen dieser Momente, in denen man merkt, wie klein man selbst eigentlich ist.


Es war für uns ein himmlischer Tag.

Das Wetter, die Landschaft und diese unglaubliche Natur haben uns wirklich den Atem geraubt. Wir standen dort und konnten kaum glauben, wie schön dieser Ort ist. In solchen Momenten fühlt man sich einfach nur demütig. Beschenkt von der Natur.


Fairy Pools

16. May. 2024 - 19. May. 2024
Sligachan Campsite
IV47 8SW, Sligachan, Großbritannien

Unser Basislager für 2-3 Tage auf der Isle of Sky.


Tag 9
19.05.2024
Wanderung: View of Old Man of Stor
A855, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Für den Old Man of Storr klingelte der Wecker früh. Sehr früh. Um den Touristenmassen zu entgehen standen wir bereits gegen 5 Uhr morgens auf. In solchen Momenten merkt man wieder, dass sich frühes Aufstehen auf Reisen oft lohnt. Als wir den Parkplatz erreichten, lag die Landschaft noch im Nebel. Die Hügel der Insel Skye verschwanden im Grau, der Wind zog leicht über die Hänge und der Weg hinauf war still. Nur wenige Menschen waren unterwegs – genau so hatte ich mir das vorgestellt. Der Pfad steigt stetig an und führt über einen gut angelegten Wanderweg den Hang hinauf. Schritt für Schritt arbeitet man sich höher und mit jedem Meter öffnet sich die Landschaft ein wenig mehr.

Und dann passiert es. Langsam beginnt sich der Nebel zu lichten. Erst tauchen einzelne Felsen auf, dann die steilen Hänge des Trotternish Ridge – und schließlich steht er plötzlich vor einem.

Der Old Man of Storr. Majestätisch ragt diese gigantische Felsnadel aus der Landschaft heraus und überblickt das zerklüftete Gebirge im Norden der Insel Skye. Ein beeindruckender Anblick. Rau, wild und irgendwie zeitlos. Hinter dem Felsen öffnet sich eine grandiose Kulisse. Weite Hügel, zerklüftete Felsformationen und in der Ferne das Meer. Diese Landschaft wirkt fast wie aus einer anderen Welt. Wir standen eine ganze Weile dort oben und ließen alles auf uns wirken. Der frühe Morgen, der Nebel, der sich langsam verzog, und dieser gewaltige Felsen vor uns. In solchen Momenten merkt man wieder, warum sich der Weg gelohnt hat.


Kilt Rock Viewpoint & Mealtfalls
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

An der Küste der Insel Skye gibt es einen Felsen, der seinem Namen alle Ehre macht: Kilt Rock.


Wenn man ihn von oben betrachtet, erkennt man schnell, woher der Name kommt. Die senkrechten Basaltsäulen und die darüber liegenden Gesteinsschichten erinnern tatsächlich ein wenig an die Falten eines schottischen Kilts – fast wie das Muster eines Tartans, das über die Klippen hinunter zum Meer fällt.

Früher diente diese markante Felsformation den Seefahrern als Orientierungspunkt entlang der rauen Küste. Wer hier unterwegs war, wusste: Wenn der Kilt Rock am Horizont auftaucht, ist man auf der richtigen Route. Heute sind es vor allem Reisende und Fotografen, die hier anhalten. Man steht oben an der Klippe, schaut hinunter auf das Meer und hört den Wind, der über die Küste zieht. Direkt daneben stürzt ein Wasserfall – die Mealt Falls – von den Klippen in die Tiefe. Ein kurzer Stopp am Straßenrand. Aber einer, der sich lohnt.


Tag 10
20.05.2024
Dunvegan Castle
Woodland Walk, Dunvegan ~ Dùn Bheagain, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
Dunvegan Castle ist das älteste durchgängig bewohnte Schloss in Schottland. Es diente den Clanchiefs der MacLeods über 800 Jahre lang als Wohnsitz und liegt direkt am Loch Dunvegan. In der viktorianischen Zeit wurde ein großer Park angelegt. Dank des Golfstroms kann eine Vielfalt von Pflanzen in dieser Anlage gedeihen. Zudem gibt es zwei Wasserfälle, Laubengänge oder ein Seerosenbecken. Die Parkanlage kann ebenso wie das Schloss selbst besichtigt werden.

Wanderung : Aufstieg zum Quiraing
Digg Road, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Die Wanderung zum Quiraing fiel bei unserem Eintreffen aus. Die Zufahrt zum Parkplatz und dieser selbst waren hoffnungslos überfüllt. Die Menschenmassen quälten sich in einer Pilgerstrecke den Berg hinauf. Das war nix für mich. Also wieder umgedreht und weiter gefahren. Das ist Roadtrip. Wenn´s nicht passt, einfach weiterfahren.


Fairy Glen – wo die Feen leben auf der Isle of Skye
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Fairy Glen – Das Tal der Feen

Rechts von der Straße, nicht weit vom kleinen Ort Uig, liegt ein Ort, der fast ein wenig aus der normalen Welt herauszufallen scheint.

Hier soll das Reich der Feen sein.

Das Fairy Glen auf der Insel Skye wirkt tatsächlich wie eine Landschaft aus einem Märchen. Kleine Hügel, runde Kuppen, bizarre Formen – alles wirkt irgendwie verspielt und ungewöhnlich.

Niemand weiß genau, woher die Geschichten über die Feen eigentlich kommen. Manche sagen, sie seien die Geister der Verstorbenen. Andere glauben, es seien Engel, die weder gut genug für den Himmel noch böse genug für die Hölle gewesen seien.

Was auch immer der Ursprung dieser Geschichten ist – eines scheint sicher:
Dieses kleine Fabelvolk hätte definitiv ein Gefühl für bizarre Schönheit.

Im Fairy Glen haben sie sich jedenfalls Mühe gegeben.

Überall erheben sich kleine, geriffelte Hügel, dazwischen liegen Tümpel und Wasserflächen. Kleine Bäche schlängeln sich durch das Tal, und die Landschaft wirkt fast wie von einer riesigen Hand geformt.

Über allem wacht ein markanter Felsen, den man hier Castle Ewen nennt.

Mit einer echten Burg hat er allerdings nichts zu tun. Es ist ein steil aufragender Fels mitten im Tal, der aber tatsächlich ein wenig wie ein alter Wachturm aussieht. Wer möchte, kann über einen schmalen Pfad hinaufsteigen. Oben angekommen hat man einen schönen Blick über das ganze Tal.

Und mit etwas Glück scheint sogar die Sonne.

Das Fairy Glen gehört für mich zu den schönsten Orten auf der Isle of Skye. Und trotz seiner besonderen Landschaft ist es noch kein völlig überlaufener Ort.

Wenn man zur richtigen Zeit kommt – vielleicht früh am Morgen oder am Abend – kann es gut sein, dass man dieses kleine Tal ganz für sich alleine hat.

Dann wirkt es fast so, als hätten die Feen den Garten kurz verlassen.


Portree – der Königshafen auf Skye
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Portree ist die Hauptstadt der Insel Skye. Und obwohl sie klein ist, wirkt sie doch wie das Herz der ganzen Insel.

Der Name stammt aus dem Gälischen: „Port-an-Righ“ – der Hafen des Königs. Ein königlicher Name für eine Stadt, in der heute gerade einmal rund 2.100 Menschen leben. Trotzdem führt auf Skye kaum ein Weg an Portree vorbei. Die Stadt liegt ziemlich zentral auf der Insel und verbindet praktisch den Norden und den Süden von Skye. Wer hier unterwegs ist – egal ob mit Bus, Auto oder Camper – kommt fast automatisch durch Portree. Der Mittelpunkt der Stadt ist der Somerled Square. Von hier aus starten die wichtigsten Buslinien der Insel, und rund um den Platz findet man alles, was eine kleine Hauptstadt braucht: eine Kirche, eine Polizeistation, Banken, Restaurants, ein Hotel und einige Geschäfte. Von dort führt die kleine Wentworth Street hinunter zum Hafen. Eine schmale Einkaufsstraße mit Souvenirläden, Cafés und kleinen Geschäften, die alles anbieten, was Reisende auf Skye so mitnehmen möchten.


Wir schlenderten gemütlich durch die Läden, schauten hier und dort hinein – und plötzlich hörten wir deutsche Stimmen. In einem Bonbonladen stand tatsächlich eine deutsche Verkäuferin hinter der Theke. So klein ist manchmal die Welt.


Portree verbindet auf angenehme Weise lebendige Atmosphäre mit der rauen Schönheit der Insel. Der kleine Hafen, die bunten Häuser und die umliegenden Hügel machen den Ort zu einem perfekten Zwischenstopp auf Skye. Und genau das ist Portree auch: der kleine Mittelpunkt einer großen Insel.


Tag 11
21.05.2024
Auf dem Weg zu den Steall Falls
Steall Falls Path, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich

Die Steall Falls gehören zu den höchsten Wasserfällen Schottlands. Mit rund 120 Metern Fallhöhe stürzt das Wasser hier in mehreren Kaskaden über die Felsen hinab – der zweithöchste Wasserfall des Landes.

Der Name stammt aus dem Gälischen: Eas an Steill oder An Steall Bàn. Sinngemäß bedeutet das etwa „der weiße Abfluss“ – ein passender Name, wenn das Wasser in weißen Schleiern über die Felsen hinunterstürzt.

Die Fälle liegen im Glen Nevis, etwa zehn Kilometer südöstlich von Fort William. Umgeben von den Bergen der Mamores, mit dem Ben Nevis – dem höchsten Berg Großbritanniens – nicht weit entfernt auf der anderen Talseite.

Der Wasserfall wird von einem kleinen Bergbach gespeist, dem Allt Coire a’ Mhail, der hoch oben in den Mamores entspringt. Von dort fällt das Wasser durch ein Hängetal hinunter und mündet schließlich unten im River Nevis.

Um die Steall Falls zu erreichen, muss man zunächst eine Wanderung durch das Glen Nevis machen. Der Weg beginnt am Ende der schmalen Single Track Road hinter Fort William und führt zunächst durch die beeindruckende River Nevis Gorge – ein felsiges Tal mit steilen Hängen und viel Natur.

Der erste Teil der Wanderung war wirklich angenehm.

Wir liefen bei schönem Wetter gemütlich am River Nevis entlang. Das Wasser rauschte neben dem Weg, die Berge erhoben sich über dem Tal und überall lag diese typische Highland-Ruhe. Natur pur.

Doch je weiter wir gingen, desto schmaler wurde der Weg.

Aus dem breiten Wanderweg wurde langsam ein Pfad. Der Untergrund wurde unruhiger, es ging über Stock und Stein, und an einigen Stellen musste man etwas aufpassen, wohin man tritt.

Unterwegs kamen uns immer wieder Wanderer entgegen – einige davon auf dem Rückweg.

Das brachte irgendwann auch meine Frau zum Nachdenken.

Und schließlich zur Entscheidung: Umkehren.

Leider schafften wir es dadurch nicht einmal mehr in Sichtweite des Wasserfalls. Petra wollte nicht weitergehen.

Die Stimmung war entsprechend…
im Keller.

Manchmal gehören auch solche Momente zu einer Reise.


Glen Nevis Caravan and Camping Park
Glen Nevis, PH33 6SX, Fort William, United Kingdom

https://www.glen-nevis.co.uk/caravans


Der Park erstreckt sich über 30 Hektar wunderschön gepflegter Grünanlagen, die von Bäumen, Hecken und Sträuchern umgeben sind und sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Wir haben einen gut sortierten Laden vor Ort sowie ein Restaurant und eine Bar in unmittelbarer Nähe.


Tag 12
22.05.2024
22. May. 2024 - 22. May. 2024
Stirling William Wallace Monument
National Wallace Monument Road, Stirling, Stirling, Schottland, Vereinigtes Königreich

Das Wallace Monument beherbergt ein ganzjährig geöffnetes Museum mit Informationen zur Schlacht von Stirling Bridge und zu bekannten schottischen Persönlichkeiten. Gleich neben der Eingangstür trifft man auf eine lebensgroß nachgebaute Figur des Freiheitskämpfers, die zu einer Figur des englischen Königs sagt: „Du hast zwar meinen Körper, aber niemals meine Loyalität und meinen Respekt.“

Im ersten Stock befindet sich der William Wallace Talking Head, eine 3D-Animation, die dem Besucher die Geschichte von William Wallace und der Schlacht von Stirling Bridge erzählt. Außerdem ist dort William Wallaces Schwert ausgestellt. Nach dem Film Braveheart verzeichnete das Wallace Monument eine Verdreifachung der Besucherzahlen.

Stockwerk 2 beherbergt die „Hall of Heroes“: eine Ausstellung zu anderen schottischen Persönlichkeiten, insbesondere jenen des 20. Jahrhunderts. Noch eine Etage höher wird die Geschichte des Monuments selbst erzählt. Außerdem wird gezeigt, wo in der Welt es noch Denkmale für William Wallace gibt.

Eine Aussichtsplattform, genannt The Crown, befindet sich oben am Turm und bietet Aussicht auf Stirling und das Stirling Castle.


Diese Aussicht konnten wir aber nicht nutzen. Petra wollte nicht dort hoch. Also war dieser anstrengende Aufstieg wieder was für die "Katz". Hätte ich es vorher gewusst, wäre ich hier nicht hochgewandert.



Witches Craig Caravan Park
FK9 5PX, Blairlogie, United Kingdom

https://witchescraig.co.uk/


Von hier aus können wir alle Sehenswürdigkeiten besuchen.


Tag 13
23.05.2024
Stirling Robert de Bruce Denkmal
Glasgow Road, Stirling, Stirling, Schottland, Vereinigtes Königreich
Bannockburn 1314 – der große Sieg des Robert the Bruce

Um 1300 versuchen die Engländer Schottland zu übernehmen. Doch sie hatten nicht mit der erbitterten Gegenwehr der Schotten unter ihrem König Robert the Bruce gerechnet. Bei Bannockburn kommt es schließlich zur letzten entscheidenden Schlacht um die Unabhängigkeit des Reichs.


Stirling Castle – Der Schlüssel zu Schottland
Ballengeich Pass, Stirling, Stirling, Schottland, Vereinigtes Königreich

Stirling Castle liegt auf einem gewaltigen Felsen, hoch über der Landschaft. Von hier oben kann man einen großen Teil des zentralen Schottlands überblicken. Wer diese Festung kontrollierte, kontrollierte auch den wichtigsten Übergang zwischen den Lowlands im Süden und den Highlands im Norden.

Schon deshalb war Stirling über Jahrhunderte eine der wichtigsten Burgen des Landes.

Der Zugang zur Burg ist nur von der Südseite möglich. Dort führt der Weg über ein stark gesichertes Tor hinauf auf den Felsen. Steile Abhänge und hohe Mauern schützen die übrigen Seiten. Eigentlich wirkt Stirling Castle dadurch fast uneinnehmbar.

Und doch wechselte die Burg besonders im 13. und 14. Jahrhundert ständig den Besitzer.

Mal hielten sie die Engländer, mal die Schotten.

1296 übernahm der englische König die Burg.
1297 – nach der berühmten Schlacht von Stirling Bridge, in der William Wallace die englischen Truppen besiegte – fiel sie wieder an die Schotten.

1298 übernahmen erneut die Engländer.
1299 wieder die Schotten.

So ging das immer weiter.

Fast könnte man sagen:
Diese massive Festung war erstaunlich leicht einzunehmen.

Dabei wurde das Schicksal der Burg meist gar nicht direkt an ihren Mauern entschieden. Viel häufiger entschieden Schlachten in der Umgebung, wer am Ende Stirling kontrollierte.

Die berühmteste von ihnen war die Schlacht von Bannockburn im Jahr 1314.

Damals versuchte ein englisches Heer, der von Robert the Bruce belagerten Burg zu Hilfe zu kommen. Doch die Schotten besiegten die Engländer vernichtend. Danach fiel Stirling Castle folgerichtig wieder in schottische Hände.

Doch der Wechsel ging weiter.
1333 übernahmen erneut die Engländer.

Die Geschichte von Stirling Castle ist damit auch eine Geschichte der langen Kriege zwischen England und Schottland.

Wie alt dieser Ort als Befestigung tatsächlich ist, weiß man übrigens nicht genau. Der Felsen wäre schon für die Pikten oder sogar die Römer ein idealer Platz für eine Festung gewesen. Sicher belegt ist jedoch erst eine Schlosskapelle, die im Jahr 1110 von König Alexander I. gegründet wurde.

1174 geriet die Burg erstmals in englische Hände, als König Wilhelm I. von Schottland gefangen genommen wurde. Doch bereits 1189 wurde sie wieder zurückgegeben.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Festung immer weiter ausgebaut.

Besonders dramatisch war die Belagerung von 1304. Damals griffen die Engländer mit einer gewaltigen Belagerungsarmee an. Mit zahlreichen Maschinen – darunter wohl auch das riesige Trebuchet „Warwolf“ – beschossen sie die Mauern ununterbrochen mit Steinen, Bleikugeln und sogar griechischem Feuer.

Nach fast vier Monaten musste die kleine schottische Garnison kapitulieren.

Doch das Glück wechselte erneut.

Nur zehn Jahre später standen diesmal die Schotten vor den Mauern. Nachdem Robert the Bruce die Engländer bei Bannockburn besiegt hatte, fiel auch Stirling wieder an Schottland.

Die Burg blieb weiterhin ein Schauplatz dramatischer Ereignisse.
Am 22. Februar 1452 etwa erstach König Jakob II. auf Stirling Castle den 8. Earl of Douglas während eines Streits.

Auch solche Geschichten gehören zu dieser Festung.

Wenn man heute durch die Höfe von Stirling Castle läuft und über die weite Landschaft schaut, versteht man schnell, warum diese Burg so oft umkämpft war.

Sie war – und ist – der Schlüssel zu Schottland.


Witches Craig Caravan Park
FK9 5PX, Blairlogie, United Kingdom

Tag 14
24.05.2024
Wagtail Caravan Park
53.998653673297106, -1.030522709508943
Wir uns kurz entschlossen der Stadt York noch einmal zu besuchen. Wir buchten den Wagtail Park (53.998653673297106, -1.030522709508943) vor den Toren der Stadt und nutzten wieder Park & Ride.

Tag 15
25.05.2024
Jorvik Viking Centre
53.95747554915403, -1.0802833870611483

JORVIK – Eine Reise in die Wikingerzeit


Mitten im Zentrum von York gibt es einen Ort, an dem man der Wikingerzeit erstaunlich nah kommen kann: das JORVIK Viking Centre.

Hier geht es nicht einfach nur um eine Ausstellung mit ein paar alten Gegenständen hinter Glas. Das Konzept ist ein anderes. Man versucht, die Zeit um 960 n. Chr. wieder lebendig werden zu lassen.

Und das gelingt überraschend gut.

Die Besucher steigen in kleine Wagen und fahren langsam durch eine rekonstruierte Wikingersiedlung. Häuser, Werkstätten, Straßen – alles wurde so aufgebaut, wie die Stadt Jorvik damals ausgesehen haben könnte, als York unter der Herrschaft der Wikinger stand.

Dabei bewegt man sich durch eine Art 360-Grad-Szenerie. Überall arbeiten Menschen, Handwerker gehen ihrem Alltag nach, Händler stehen auf dem Markt, Kinder laufen durch die Gassen. Man hört Stimmen, Geräusche und sogar die Gerüche der damaligen Zeit wurden versucht nachzustellen.

Für einen Moment fühlt es sich tatsächlich so an, als würde man durch eine Wikingersiedlung fahren.

Nach der Fahrt durch die Stadt folgt der zweite Teil des Besuchs. In einer modernen Ausstellung werden viele der Originalfunde gezeigt, die hier bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt wurden.

Werkzeuge, Schmuck, Alltagsgegenstände – Dinge, die vor über tausend Jahren von den Bewohnern Jorviks benutzt wurden.

Über 20 Millionen Besucher haben dieses Museum in den letzten Jahrzehnten bereits gesehen. Und man versteht schnell warum.

Für jemanden wie mich, der sich ohnehin für die Geschichte der Wikinger und der nordischen Kulturen interessiert, war das ein wirklich spannender Ort.

Hier merkt man plötzlich sehr deutlich:
Die Wikinger waren nicht nur Krieger.

Sie waren auch Handwerker, Händler und Stadtbewohner. Menschen mit einem ganz normalen Alltag – nur eben vor über tausend Jahren.


ONBORDING am 25.05.2024 20:30h

Kingston upon Hull
England, Vereinigtes Königreich

25. May. 2024 - 25. May. 2024
Fazit - Können wir Roadtrip ?

Fazit – Unser Schottland-Roadtrip

Diese Reise hat mir eines sehr klar gezeigt.

Wir funktionieren zusammen.
Aber funktionieren ist nicht dasselbe wie zusammen reisen.

Nicht immer war Freude dabei. Nicht immer Begeisterung. Und Empathie manchmal auch nur in kleinen Momenten. Für mich persönlich war dieser Roadtrip – auch wenn er stark abgespeckt und zurechtgestutzt war – trotzdem eine gute Erfahrung.

Für meine Frau vermutlich eher nicht.

Mein ursprünglicher Plan sah ganz anders aus.

Ich wollte Freiheit, Einsamkeit und viel Freistehen entlang der North Coast 500. Nächte irgendwo zwischen Meer, Moor und Bergen. Morgens aufwachen, die Tür öffnen und nichts hören außer Wind und Wasser.

So hatte ich mir diese Reise vorgestellt.

Doch wenn man zu zweit reist, entstehen automatisch Kompromisse. Meine Reisepartnerin hatte andere Vorstellungen. Mehr Campingplätze, mehr Planung, etwas weniger Wildnis.

Also wurde gestrichen, verändert und neu geplant.

Am Ende blieb eine kleinere Version der Reise übrig.

Im Nachhinein denke ich manchmal:
Vielleicht hätte ich diese Tour auch alleine machen können.

Aber so ist das Leben. Wenn man gemeinsam unterwegs ist, nimmt man Rücksicht. Man verschiebt Grenzen, passt sich an und schaut, wohin der Weg trotzdem führt.

Und vielleicht war genau das der eigentliche Sinn dieser Reise.

Denn dieser Roadtrip war nicht nur eine Fahrt durch die Highlands von Schottland.
Er war auch eine Testfahrt für uns beide.

Können wir zusammen Roadtrip?
Können wir tagelang auf engem Raum leben, fahren, planen, diskutieren – und am Ende trotzdem gemeinsam auf einem Berg sitzen und einfach nur schweigen?

Passen wir zusammen auf der Straße?

Die Antwort darauf hat uns diese Reise sehr deutlich gegeben.

Nein. Wir beide zusammen nicht.

Und auch das gehört zum Leben.
Erfahrungen sind dazu da, gemacht zu werden.

Wir nehmen sie mit in unsere Zukunft –
und sind trotz allem dankbar dafür.

Wegpunkte
Tag 1
11.05.2024
Schottland – das nördlichste Land Großbritanniens.

Ein Land aus rauen Bergen, tiefen Tälern und dunklen Seen. Die Cairngorms und die Northwest Highlands prägen das Bild dieser Landschaft. Dazwischen ziehen sich lange Gletschertäler, die man hier Glens nennt, und überall liegen diese stillen, oft geheimnisvollen Seen – die Lochs.


Weiter südlich pulsiert das Leben in den Städten. Die Hauptstadt Edinburgh, mit ihrer berühmten Burg hoch oben auf dem Felsen, wirkt wie ein Tor zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Und Glasgow, einst Industriestadt, heute voller Musik, Kunst und Kultur.


Doch diese Reise beginnt für mich nicht in Schottland. Sie beginnt viel früher.


Überarbeitet im März 2026.

Die Idee zu diesem Roadtrip gab es schon lange. Bereits 2020, während unserer ersten Wohnmobil-Testfahrt an die Ostsee, entstand der Gedanke: Eines Tages fahren wir nach Schottland. Damals war es nur eine Idee. Eine von vielen.


Dann kam meine Krebsoperation im Jahr 2023. Während der langen Zeit der Genesung hatte ich plötzlich etwas, das mir vorher oft fehlte: Zeit. Zeit zum Nachdenken. Zeit zum Planen. Zeit, mich gedanklich auf Straßen zu bewegen, während mein Körper noch damit beschäftigt war, wieder stark zu werden. So entstand langsam eine Route durch Schottland.

Mein ursprünglicher Plan war klar: viel Freiheit, viel Einsamkeit, viel Freistehen entlang der North Coast 500. Nächte irgendwo zwischen Meer, Moor und Bergen. Genau so hatte ich mir diese Reise vorgestellt.


Doch Reisen zu zweit bedeutet auch Kompromisse. Meine Reisepartnerin sah manches anders. Campingplätze statt nur freier Stellplätze, etwas mehr Planung, etwas weniger Wildnis.

Also wurde gestrichen, angepasst und neu geplant.


Im Nachhinein hätte ich diese Reise vielleicht auch allein machen können.
Aber so ist das Leben – wenn man gemeinsam unterwegs ist, nimmt man Rücksicht. Man verschiebt Grenzen ein wenig und schaut, wohin der Weg trotzdem führt. Und vielleicht ist genau das auch Teil dieser Reise. Denn dieser Roadtrip ist nicht nur eine Fahrt durch die Highlands. Er ist auch eine Testfahrt für uns beide. Können wir zusammen Vanlife? Können wir wochenlang auf engem Raum leben, fahren, planen, diskutieren – und am Ende trotzdem gemeinsam vor einem Loch sitzen und einfach nur schweigen? Passen wir zusammen auf der Straße? Dieses Reisetagebuch erzählt nicht nur von Landschaften, Straßen und Orten. Es erzählt auch von genau dieser Frage.


Nun wünsche ich euch viel Freude bei diesem überarbeiteten Reisetagebuch
durch die Highlands von Schottland.


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Meine YouTube-Playlist

https://www.youtube.com/playlist?list=PLD3KxOtxoJUEThEi87lCXLkDxYPhdjwgm


und auf


www.maddinaufwiking.de


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Start
Kreis Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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266,2 km 2 Std. 32 Min.
Fährverbindung
Hoek van Holland
Südholland, Niederlande
5 Std. 30 Min.
Harwich
England, Vereinigtes Königreich
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14,9 km 15 Min.
Strangers Holiday Park
The Street, Bradfield, Essex, England, Vereinigtes Königreich
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Tag 2
12.05.2024
So., 12. Mai. 2024
Erste Erfahrung mit dem Linksverkehr

Heute ist Sonntag und habe die Gelegenheit mit dem Fritz den englischen Linksverkehr zu befahren. Schliesslich sind wir auf der Britischen Insel. Die kurze Strecke nach SuttonHoo ist eine gute Möglichkeit. Ich komme sehr schnell mit dieser Art der Verkehrsregelung klar. Die kleinen Roundabouts schaffe ich mit Bravour.

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43,3 km 40 Min.
So., 12. Mai. 2024
Sutton Hoo Archeological Site
Suffolk, England, Vereinigtes Königreich
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Mein YouTube-Video hierzu

https://youtu.be/nk3rf0GYs2A

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364,6 km 3 Std. 35 Min.
So., 12. Mai. 2024
Wagtail Park
North Lane, York, York, England, Vereinigtes Königreich
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Tag 3
13.05.2024
7,3 km 10 Min.
York – auf den Spuren der Wikinger
York, England, Vereinigtes Königreich
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Mein YouTube-Video

https://youtu.be/Y2G48b_i_Ic

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Auf den Wiking-Spuren bleiben ...

Lindisfarne – Wo die Wikinger Geschichte schrieben


Im Jahr 793 geschah an der nordöstlichen Küste Englands etwas, das bis heute als Beginn der Wikingerzeit in Europa gilt. Auf der kleinen Insel Lindisfarne, auch bekannt als Holy Island, stand eines der bedeutendsten Klöster des frühen Christentums in Britannien. Gegründet im 7. Jahrhundert, war es ein Ort des Glaubens, der Gelehrsamkeit und der Ruhe. Mönche lebten hier abgeschieden zwischen Meer, Wind und Gebet.


Doch diese Abgeschiedenheit wurde ihnen zum Verhängnis. Im Sommer des Jahres 793 tauchten plötzlich fremde Schiffe am Horizont auf. Lange, schmale Boote mit hochgezogenen Steven – Langschiffe aus dem Norden. Krieger aus Skandinavien landeten auf der Insel und überfielen das Kloster. Die Angreifer plünderten die Gebäude, töteten oder verschleppten Mönche und nahmen alles mit, was aus Gold oder Silber war. Für die christliche Welt war dieses Ereignis ein Schock. Chronisten jener Zeit beschrieben das Geschehen als göttliches Strafgericht. Sie berichteten von Feuerzeichen am Himmel, von Stürmen und unheilvollen Vorzeichen, die dem Angriff vorausgegangen seien. Für die Menschen jener Zeit musste es wirken, als wären plötzlich Krieger aus einer anderen Welt über sie gekommen. In vielen Erzählungen wird dieser Angriff später mit dem legendären Wikinger Ragnar Lodbrok in Verbindung gebracht – einer Figur aus nordischen Sagas, halb Krieger, halb Mythos. Historisch ist das nicht eindeutig belegt, doch sein Name wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem Symbol für die ersten großen Raubzüge der Wikinger.


Der Überfall auf Lindisfarne markierte den Beginn einer neuen Epoche. In den folgenden Jahrhunderten sollten Wikinger immer wieder an den Küsten Britanniens auftauchen, handeln, siedeln – und kämpfen.


Wir erreichten die Gegend um Lindisfarne am Abend zuvor und stellten unseren Camper „Fritz“ auf dem Buddle Bay Campsite ab. Ein ruhiger Platz mit weitem Blick über die Küstenlandschaft und das Wattenmeer.

Von hier aus wollten wir am nächsten Tag zur Gezeiteninsel fahren. Denn Lindisfarne ist nur bei Ebbe über einen schmalen Damm erreichbar. Steigt das Wasser wieder, verschwindet die Straße unter der Nordsee – und die Insel wird für einige Stunden wieder zu dem, was sie immer war:


Ein abgeschiedener Ort zwischen Meer und Geschichte.

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213,4 km 2 Std. 13 Min.
Budle Bay Campsite
Northumberland, England, Vereinigtes Königreich
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Tag 4
14.05.2024
23,5 km 25 Min.
Di., 14. Mai. 2024
Lindisfarne – Wo Geschichte auf das Meer trifft
Crooked Lonnen, Holy Island, Northumberland, England, Vereinigtes Königreich
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28,8 km 27 Min.
England-Scotland Border Viewpoint (Scotland Bound)
55.80650431474623, -2.043548324361698
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88,6 km 55 Min.
Roslin Chapel
Chapel Loan, Roslin, Midlothian, Schottland, Vereinigtes Königreich
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https://youtu.be/yPf9s75Nft4

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Di., 14. Mai. 2024
Gedanken in Braemar

Hier in Braemar, irgendwo zwischen Hügeln, Wind und dieser endlosen Weite der Highlands, hatte ich zum ersten Mal auf dieser Reise wirklich Zeit, einfach nur dazusitzen. Ein Kaffee in der Hand. Der Blick hinaus über die Landschaft. Die Gedanken kommen dann ganz von allein.


Die letzten Jahre waren nicht leicht. Firma, Krankheit, Operationen, Therapien, vieles, was einen Menschen verändert. In solchen Zeiten merkt man schnell, wer an deiner Seite steht und wer nicht.


Dafür muss ich meiner Frau danken. Sie ist diesen Weg mitgegangen. Doch Reisen haben eine besondere Eigenschaft. Wenn man unterwegs ist, wenn der Kopf frei wird und die Landschaft an einem vorbeizieht, beginnen auch die Gedanken ehrlicher zu werden. Dieser Roadtrip zeigt mir etwas, das ich vielleicht schon länger gespürt habe. Manchmal fühlt sich eine Beziehung mehr wie eine tiefe Vertrautheit an. Wie eine Verbindung, die eher an Bruder und Schwester erinnert. Verlässlich, vertraut, respektvoll – aber vielleicht ohne diesen harten Kern, der eine große Liebe wirklich ausmacht.

Solche Gedanken kommen leise.
Und sie bleiben zunächst unausgesprochen. Ich sitze hier, schaue über die Highlands und lasse sie einfach zu. Nicht alles im Leben braucht sofort eine Antwort. Manche Dinge zeigen sich erst mit der Zeit. Mal sehen, was kommt.

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Edinburgh ausgelassen - weiter Richtung Highlands ...

Eigentlich hatten wir geplant, Edinburgh zwei Tage lang zu erkunden. Die Hauptstadt Schottlands, mit ihrer Burg auf dem Felsen, den alten Gassen und der langen Geschichte – das klang nach einem guten Start in dieses Land.

Doch manchmal entscheiden nicht Pläne, sondern das Bauchgefühl.

Schon bei der Anfahrt merkten wir schnell, wie voll die Stadt war. Touristen überall, Busse, Menschenmengen in den Straßen. Sicher beeindruckend – aber genau in diesem Moment zog uns etwas anderes stärker an. Die Natur. Also trafen wir eine spontane Entscheidung:

Wir ließen Edinburgh einfach rechts liegen. Der Kurs ging direkt Richtung Braemar – hinein in die Highlands.


Und schon nach kurzer Zeit merkten wir, dass es genau die richtige Entscheidung war. Die Landschaft wurde weiter, ruhiger, offener. Sanfte Hügel, endlose Wiesen und dieses unglaubliche tiefe Grün, das man so intensiv kaum irgendwo anders sieht.

Man fährt durch diese Landschaft und merkt plötzlich, wie still alles wird. Der Blick schweift über die Hügel, kleine Flüsse ziehen durch die Täler, und überall liegt diese unberührte Natur.

Wir saßen im Camper, schauten aus dem Fenster und waren einfach nur sprachlos.


Schottland hatte uns ankommen lassen – nicht in einer Stadt, sondern mitten in seiner Landschaft.

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165,4 km 2 Std.
Braemar Caravan Park
Glenshee Road, Ballater, Aberdeenshire, Schottland, Vereinigtes Königreich
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Tag 5
15.05.2024
Di., 30. Nov. -0001
Wanderung zum Creag Choinnich

Direkt bei Braemar liegt der kleine Berg Creag Choinnich, etwa 562 Meter hoch. Keine riesige Höhe, aber genau richtig für eine schöne Wanderung zwischendurch. Der Weg ist mit rund 2,8 Kilometern recht überschaubar und normalerweise in ein bis zwei Stunden zu schaffen. Doch wie so oft in den Highlands sagt die Länge eines Weges wenig über seine Wirkung aus. Der Aufstieg beginnt zunächst gemütlich. Der Pfad führt durch einen lichten Kiefernwald, typisch für die Landschaft der Cairngorms. Der Boden weich, der Duft von Harz in der Luft und immer wieder kleine Lichtungen, durch die man schon einen ersten Blick auf die umliegenden Hügel werfen kann.

Je näher man dem Gipfel kommt, desto steiler und felsiger wird der Weg. Die letzten Meter verlangen noch einmal etwas Kraft. Kein gefährlicher Abschnitt, aber man merkt schnell, dass man sich in den Highlands bewegt. Oben angekommen wird man jedoch sofort belohnt. Der Blick öffnet sich weit über das obere Tal des River Dee und hinunter auf das kleine Dorf Braemar. Rundherum Hügel, Wälder und diese unglaubliche Weite der Landschaft. Die Wanderung war wirklich sehr schön. Aber ich gebe zu – anstrengend war sie auch. Doch genau das macht solche Momente am Ende umso besser.

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https://youtu.be/LSRwGcq4ThQ

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17,6 km 16 Min.
Di., 30. Nov. -0001
Balmoral Castle
Riverside walk, Ballater, Aberdeenshire, Schottland, Vereinigtes Königreich
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https://youtu.be/3rbgGaIIA90

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17,5 km 16 Min.
Braemar Caravan Park
Glenshee Road, Ballater, Aberdeenshire, Schottland, Vereinigtes Königreich
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Tag 6
16.05.2024
124,5 km 1 Std. 45 Min.
Inverness
B9006, Inverness, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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10,2 km 11 Min.
Victorian Market
Academy Street Market Hall, Inverness, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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11,7 km 11 Min.
Culloden Moor
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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3,3 km 4 Min.
Clava Cairns megalithische Grabanlagen
C22, Newlands of Culloden, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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2,3 km 3 Min.
Schlachtfeld von Culloden
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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17,4 km 18 Min.
Bunchrew Car. & Camp. Park
Bunchrew, IV3 8TD, Inverness, United Kingdom
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https://youtu.be/DbB9s75W0Ys

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Tag 7
17.05.2024
31,7 km 27 Min.
Urquhart Castle – Wächter der Highlands
57.32428407130151, -4.444495506375349
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6,5 km 5 Min.
Fr., 17. Mai. 2024
Loch Ness
Vereinigtes Königreich
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17,6 km 13 Min.
Glen Moriston
57.20222402442261, -4.713340165375543
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62,0 km 43 Min.
Burg Eilean Donan
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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5,7 km 4 Min.
Fr., 17. Mai. 2024
Auchtertyre Farm Motorhome Aire
57.28701061743194, -5.591137740523816
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Mein YouTube-Video

https://youtu.be/TqL1Rw_O0Nw

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Tag 8
18.05.2024
9,7 km 10 Min.
The Plock Viewpoint
57.28191893633913, -5.724724608750759
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Isle of Skye

Skye ist seit langer Zeit besiedelt. Der Missionar Kolumban besuchte im 6. Jahrhundert von Iona kommend die Insel zwei Mal. Das Loch Chaluim Chille (deutsch: Bucht des Columban) im Norden der Insel, an dem sich Spuren eines Klosters fanden, soll sein Landeplatz gewesen sein.

Kurz nach 800 drangen Wikinger und norwegische Siedler auf Skye ein. Es kam zu Plünderungen und Verwüstungen. Die Verteilung von Wikingerfunden und Ortsnamen auf Skye deutet an, dass die Siedler den südlichen Teil der Insel besetzten und den Norden den Pikten überließen. Im Laufe der Zeit kam es zu einer Vermischung der Gruppen.

In den 1090er Jahren war der Clan MacLeod, der norwegischen Ursprungs war, Machthaber auf Skye. Der norwegische König Magnus III. führte einen Feldzug gegen den Clan, um seinen Einfluss zu sichern. Erneut kam es dabei zu Verwüstungen. 1156 schlug der halb-gälische, halb-norwegische Somerled von Argyll die Norweger und begründete so die Herrschaft des MacDonald-Clans über Skye und weitere Hebrideninseln. Man nannte sie Lords of The Isles. Der norwegische König Håkon IV. versuchte, Skye und weitere Gebiete zurückzuerobern, scheiterte aber und starb auf dem Rückweg auf den Orkneys. 1266 wurden alle norwegischen Besitztümer auf den Hebriden an Alexander III. übertragen. Die Lords of the Isles missachteten dies aber bis 1493, als sie der schottische König Jakob IV. entmachtete.

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58,2 km 52 Min.
Fairy Pools Parking
Cuckoo Road, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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Fairy Pools
18,2 km 19 Min.
Do., 16. Mai. 2024 - So., 19. Mai. 2024
Sligachan Campsite
IV47 8SW, Sligachan, Großbritannien
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Tag 9
19.05.2024
26,1 km 24 Min.
Wanderung: View of Old Man of Stor
A855, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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13,3 km 11 Min.
Kilt Rock Viewpoint & Mealtfalls
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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Tag 10
20.05.2024
60,7 km 51 Min.
Dunvegan Castle
Woodland Walk, Dunvegan ~ Dùn Bheagain, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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66,9 km 58 Min.
Wanderung : Aufstieg zum Quiraing
Digg Road, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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16,7 km 23 Min.
Fairy Glen – wo die Feen leben auf der Isle of Skye
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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25,8 km 21 Min.
Portree – der Königshafen auf Skye
Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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Tag 11
21.05.2024
183,8 km 2 Std. 30 Min.
Auf dem Weg zu den Steall Falls
Steall Falls Path, Highland, Schottland, Vereinigtes Königreich
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7,8 km 10 Min.
Glen Nevis Caravan and Camping Park
Glen Nevis, PH33 6SX, Fort William, United Kingdom
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Tag 12
22.05.2024
158,2 km 2 Std. 11 Min.
Mi., 22. Mai. 2024
Stirling William Wallace Monument
National Wallace Monument Road, Stirling, Stirling, Schottland, Vereinigtes Königreich
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2,0 km 2 Min.
Witches Craig Caravan Park
FK9 5PX, Blairlogie, United Kingdom
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Tag 13
23.05.2024
9,0 km 9 Min.
Stirling Robert de Bruce Denkmal
Glasgow Road, Stirling, Stirling, Schottland, Vereinigtes Königreich
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4,6 km 8 Min.
Stirling Castle – Der Schlüssel zu Schottland
Ballengeich Pass, Stirling, Stirling, Schottland, Vereinigtes Königreich
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5,4 km 9 Min.
Witches Craig Caravan Park
FK9 5PX, Blairlogie, United Kingdom
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Tag 14
24.05.2024
371,9 km 3 Std. 34 Min.
Wagtail Caravan Park
53.998653673297106, -1.030522709508943
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Tag 15
25.05.2024
7,1 km 10 Min.
Jorvik Viking Centre
53.95747554915403, -1.0802833870611483
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ONBORDING am 25.05.2024 20:30h
60,5 km 54 Min.
Fährverbindung
Kingston upon Hull
England, Vereinigtes Königreich
12 Std. 30 Min.
Rotterdam
Südholland, Niederlande
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Sa., 25. Mai. 2024
Fazit - Können wir Roadtrip ?

Fazit – Unser Schottland-Roadtrip

Diese Reise hat mir eines sehr klar gezeigt.

Wir funktionieren zusammen.
Aber funktionieren ist nicht dasselbe wie zusammen reisen.

Nicht immer war Freude dabei. Nicht immer Begeisterung. Und Empathie manchmal auch nur in kleinen Momenten. Für mich persönlich war dieser Roadtrip – auch wenn er stark abgespeckt und zurechtgestutzt war – trotzdem eine gute Erfahrung.

Für meine Frau vermutlich eher nicht.

Mein ursprünglicher Plan sah ganz anders aus.

Ich wollte Freiheit, Einsamkeit und viel Freistehen entlang der North Coast 500. Nächte irgendwo zwischen Meer, Moor und Bergen. Morgens aufwachen, die Tür öffnen und nichts hören außer Wind und Wasser.

So hatte ich mir diese Reise vorgestellt.

Doch wenn man zu zweit reist, entstehen automatisch Kompromisse. Meine Reisepartnerin hatte andere Vorstellungen. Mehr Campingplätze, mehr Planung, etwas weniger Wildnis.

Also wurde gestrichen, verändert und neu geplant.

Am Ende blieb eine kleinere Version der Reise übrig.

Im Nachhinein denke ich manchmal:
Vielleicht hätte ich diese Tour auch alleine machen können.

Aber so ist das Leben. Wenn man gemeinsam unterwegs ist, nimmt man Rücksicht. Man verschiebt Grenzen, passt sich an und schaut, wohin der Weg trotzdem führt.

Und vielleicht war genau das der eigentliche Sinn dieser Reise.

Denn dieser Roadtrip war nicht nur eine Fahrt durch die Highlands von Schottland.
Er war auch eine Testfahrt für uns beide.

Können wir zusammen Roadtrip?
Können wir tagelang auf engem Raum leben, fahren, planen, diskutieren – und am Ende trotzdem gemeinsam auf einem Berg sitzen und einfach nur schweigen?

Passen wir zusammen auf der Straße?

Die Antwort darauf hat uns diese Reise sehr deutlich gegeben.

Nein. Wir beide zusammen nicht.

Und auch das gehört zum Leben.
Erfahrungen sind dazu da, gemacht zu werden.

Wir nehmen sie mit in unsere Zukunft –
und sind trotz allem dankbar dafür.

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