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Klosterroute Nordschwarzwald
Klosterroute Nordschwarzwald

Klosterroute Nordschwarzwald

Per Wohnmobil die Klosterroute im nördlichen Schwarzwald entdecken: von Maulbronn über Calw-Hirsau und Wildberg bis Alpirsbach
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FREEONTOUR

Autor: Freeontour, Titelbild: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg / Andrea Rachele

Letztes Update: 24. Mai 2024 

Schwarzwald mal anders: Auf der rund 125 km langen Klosterroute im Nordschwarzwald lassen sich vier mittelalterliche Klöster mit Naturerlebnissen und anderen kulturellen Highlights auf nachhaltige Weise kombinieren. Perfekt für den Kurztrip zwischendurch. Komfortables Extra: Alle vier Klosteranlagen befinden sich weniger als 1 km vom nächstgelegenen Wohnmobilstellplatz entfernt. 

Wohnmobilisten auf der Klosterroute willkommen 

Die gute Anbindung an die Wohnmobilstellplätze - und teilweise auch an Campingplätze - lässt erahnen, was nicht immer selbstverständlich ist: Wohnmobilisten und Camper sind auf der Klosterroute das ganze Jahr über ausdrücklich gern gesehene Gäste. Die Route führt in unterschiedlich langen Etappen durch bezaubernde Gegenden im nördlichen Schwarzwald und macht dabei Station an vier der schönsten Klöster des Mittelalters. Bei den geringen Distanzen zwischen den einzelnen Stationen kann man die Route natürlich auch als Tagestour abfahren, aber das wäre eigentlich zu schade. Denn neben den mehr als 1.000 Jahre alten Mauern und Gemäuern gibt es hier auch schöne Wälder und Täler zu entdecken, die man auf diversen Wanderwegen oder per Fahrrad gut vom Wohnmobilstellplatz aus spritsparend und nachhaltig erleben kann. Slow Travel par excellence! 

Station 1: Kloster Maulbronn - beeindruckendes UNESCO Weltkulturerbe  

Die erste Station der Klosterroute Nordschwarzwald ist das Kloster Maulbronn, das als das besterhaltene Zisterzienserkloster nördlich der Alpen gilt. Folgerichtig gehört es schon seit 1993 zum UNESCO Weltkulturerbe und hat einige beeindruckende Details zu bieten. Hervorzuheben ist dabei insbesondere die romanische Klosterkirche, an deren Hauptportal und Südportal die ältesten datierbaren Türen Deutschlands aus dem 12. Jahrhundert zu bestaunen sind. Weltberühmt ist die Vorhalle der Kirche, das so genannte Paradies. Die um 1220 erschaffene, weiträumige Vorhalle gilt mit ihrem Kreuzrippengewölbe als einer der schönsten Räume der Frühgotik. Interessant sind auch die kompakten Wandpfeiler aus romanischer Zeit, die bereits in einzelne Glieder aufgelöst wurden.  

Zu den architektonischen Höhepunkten im Kloster Maulbronn zählen außerdem der gotische Kreuzgang, der Kapitelsaal, das Herrenrefektorium und das Brunnenhaus innerhalb der Klausur. Das Kloster ist ganzjährig - mit Ausnahme einzelner Tage - für BesucherInnen geöffnet und kann entweder auf eigene Faust, mit Audioguide oder im Rahmen einer Führung erkundet werden. Zu bestimmten Terminen werden auch Sonderführungen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten angeboten. Im Kloster Maulbronn kann man aber nicht nur die Räume von Mönchen und Klosterschülern - beispielsweise dem späteren Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse - erleben. Mehrere Museumsbereiche präsentieren zusätzlich verschiedene Themenbereiche, die mit der Geschichte des Klosters und seiner Bewohner zusammenhängen. 

Tipp: Auf dem Klosterhof werden auch regelmäßig saisonale Märkte veranstaltet, im September etwa der Kräuter- und Erntemarkt und im Dezember der berühmte Maulbronner Weihnachtsmarkt. Von Mai bis September lohnt auch ein Besuch der Klosterkonzerte.

Outdoor-Aktivitäten rund ums Kloster Maulbronn 

Wer sich vor oder nach dem Klosterbesuch noch etwas Aktivität und frische Luft gönnen möchte, kann rund um das Kloster Maulbronn unter dem Motto Wasser, Wein und Wald zwischen verschiedenen leichten Rundwanderungen zwischen 2 und 8 km Länge wählen. Sie führen durch die zisterziensische Kulturlandschaft, die ebenfalls Teil des UNESCO Welterbes ist. Insbesondere für Familien lohnt sich im Sommer die kleine Runde zum Tiefen See, der einst der Wasserversorgung der Mönche galt und heute als Badesee dient. Außerdem empfehlenswert ist eine kleine Tour auf dem 1,4 km langen Maulbronner Weinlehrpfad, der in unmittelbarer Nähe des Klosters beginnt und endet. Vom Klosterberg aus kann man zwischendurch eine herrliche Aussicht über Maulbronn genießen. 

Wohnmobilstellplätze und Campingplätze in der Nähe des Klosters Maulbronn 

Wohnmobilisten finden direkt beim Kloster Maulbronn einen kostenfreien Stellplatz mit Stromanschluss und Entsorgungsmöglichkeit. Wer mehr Komfort sucht, wird ganzjährig beim Campingplatz Stromberg nördlich von Maulbronn fündig. Weitere Stellplätze in der Region, beispielsweise bei den lokalen Winzern, sind im Freeontour Stellplatzguide zu finden. 

Station 2: Mehr als 1.100 Jahre Klosterkultur in Hirsau 

Von Maulbronn geht es weiter zum Kloster Hirsau. Die mächtigen Ruinen des einstigen Benediktinerklosters (Titelbild) zeugen davon, dass dort schon im 9. Jahrhundert ein Kloster stand. Die Blütezeit von Hirsau liegt aber im 11. Jahrhundert, als der Ort eines der geistigen und politischen Zentren in Deutschland darstellte. Zu dieser Zeit entstand neben dem Aureliuskloster, von dem heute nur noch die Aureliuskirche übrig geblieben ist, auch der Klosterneubau von St. Peter und Paul. Auch von diesem sind nur noch Teile Erhalten - der so genannte Eulenturm ist der einzige Teil dieses Klosters, der im 17. Jahrhundert im Pfälzischen Erbfolgekrieg nicht zerstört wurde. Er bildete zusammen mit dem Südturm und der zwischen den Türmen errichteten Fassade den monumentalen Westabschluss des romanischen Gotteshauses. 

Neben den Wirtschaftsbauten ist die Marienkapelle das einzige Klostergebäude, das die Zerstörung von 1692 unversehrt überstand. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil umgestaltet. Im Klostermuseum, das sich auf dem ehemaligen Klostergelände in einem Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert unweit des Wohnmobilstellplatzes Flößerwasen befindet, wird die Baugeschichte beider Klosteranlagen anhand von Modellen und Grabungsfunden dargestellt. Ebenfalls auf dem Klostergelände liegt die Ruine eines Jagdschlosses aus dem 16. Jahrhundert, das als Glanzstück der Renaissance gilt. Das Jagdschloss des Herzogs Ludwig von Württemberg grenzte im Süden an die Klausur des Klosters und war mit ihr über einen viergeschossigen Torturm verbunden. Es erstreckte sich etwa 37 Meter in Nord-Süd- und gut 76 Meter in Ost-West-Richtung. 

Hinweis: Die Außenbereiche der Klosterruinen und auch die Kirche St. Aurelius sind das ganze Jahr über tagsüber frei zugänglich. Das Klostermuseum hat aber nur zwischen April und Oktober geöffnet. Nur in dieser Zeit werden auch Führungen angeboten.  

Sehenswertes in der Nähe des Klosters Hirsau 

Wer die Klosterruinen Hirsau besucht, sollte auch einen Abstecher in die 3,5 km südlich gelegene Altstadt von Calw einplanen. Der Geburtsort des Schriftstellers Hermann Hesse würdigt den Literatur-Nobelpreisträger mit einem eigenen Museum, das aber zurzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen ist und voraussichtlich erst im Laufe des Jahres 2025 wieder öffnen wird. Bis dahin kann man sich aber im Palais Vischer eine Präsentation über Hermann Hesse ansehen, die einen Überblick über die Lebensstationen des Dichters sowie sein Schaffen als Maler in seiner Wahlheimat Montagnola gibt. Darüber gibt es eine kleine Ausstellung zum Steppenwolf-Roman. Im Gerbereimuseum (Vorderhaus) ist außerdem eine Hermann Hesse-Ausstellung mit den Schwerpunkten Kindheit und Werk in Calw zu sehen. Und natürlich bietet die Stadt Calw verschiedene Möglichkeiten, um sich im Rahmen von Führungen oder Stadtspaziergängen auf den Spuren von Hermann Hesse zu bewegen. Dabei kommt man auch gleich in den Genuss der vielen historischen Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert in der Altstadt von Calw, die - wen wundert es - Teil der Deutschen Fachwerkstraße ist. Wer sich aktiv betätigen möchte, dem sei eine Fahrradtour entlang der Nagold auf dem Nagoldtalradweg empfohlen.

Wohnmobilstellplätze und Campingplätze in der Nähe des Klosters Hirsau

Weniger als einen Kilometer von der ehemaligen Klosteranlage Hirsau entfernt liegt der gebührenfreie Wohnmobilstellplatz Flößerwasen mit Stromanschlüssen sowie Ver- und Entsorgungsmöglichkeit. Darüber hinaus gibt es auf dem Klosterparkplatz zwei speziell für Wohnmobile und Busse ausgewiesene Parkplätze für den Besuch. Nur wenige Kilometer entfernt liegt auch der ganzjährig geöffnete Campingplatz Holiday Camp, der allerdings stark auf Dauercamper ausgerichtet ist. Zwei weitere Campingplätze befinden sich südlich von Calw. Zudem finden Wohnmobilisten am alten Bahnhof in Calw sowohl Parkplätze als auch Stellplätze für die Übernachtung.  

Station 3: Frauenkloster Maria Reuthin in Wildberg 

Ebenfalls direkt an der Nagold findet man das ehemalige Dominikanerinnen Kloster Maria Reuthin aus dem 13. Jahrhundert. Im Mittelalter wurden hier u. a. die ledigen Adelstöchter der Region untergebracht, die mit ihrer Mitgift den Reichtum des Klosters sicherten. Eine weitere wichtige Einnahmequelle des Klosters war die Schäferei und die Wollproduktion. Viele Klostergebäude sind nach der Reformation verfallen, aber es gibt noch einzelne Gebäude, die vom Reichtum und der Größe des Klosters zeugen. Dazu zählt beispielsweise der mächtige Fruchtkasten, in dem die Abgaben gesammelt und Vorräte aufbewahrt wurden. Heute beherbergt er das Heimatmuseum von Wildberg, in dem Ausstellungsstücke und Informationen über die Geschichte des ehemaligen Klosters zu finden sind. Das Museum ist allerdings nur an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Oberhalb des ehemaligen Klosters liegt auf einem Hügel die Fachwerkstadt Wildberg - perfekt für eine kurze Wanderung nach dem Klosterbesuch. 

Wohnmobilstellplätze und Campingplätze in der Nähe des Klosters Reuthin

In der Nähe des Klosters Maria Reuthin liegt der Wohnmobilstellplatz an der Nagold, der ganzjährig kostenfrei genutzt werden kann. Von hier aus ist auch die Altstadt von Wildberg zu Fuß gut erreichbar. Von April bis November steht südlich von Wildberg auch der Campingplatz Carpe Diem zur Verfügung. 

Station 4: Benediktiner-Kleinod Kloster Alpirsbach 

Letzte Station der Klosterroute im Nordschwarzwald ist das Kloster Alpirsbach aus dem 11. Jahrhundert. Es wurde nach dem cluniazensischen Muster des heiligen Benedikt errichtet und ist heute eines der wenigen erhaltenen Klöster dieser Art im Südwesten Deutschlands. Einst wurde das Kloster außerhalb der Stadt in Ruhe und Abgeschiedenheit gebaut, heute liegt es inmitten der Stadt Alpirsbach. Viele ehemalige Klostergebäude mussten der Stadtentwicklung weichen, einige sind aber noch sehr gut erhalten geblieben. Ältestes Zeugnis für die bauliche Entwicklung der Klosteranlage ist der Turm der ehemaligen Leutkirche aus dem Jahr 1099 . Der Arbeits- und Lebensbereich der Mönche, die Klausur, schließt sich an die nach Osten ausgerichtete Kirche an. Sie ist mit spätgotischem Stil aus dem 15. Jahrhundert sehr gut bewahrt.  

Die Klausur gruppiert sich um den Kreuzgang als Zentrum des Klosters. Und der ist nicht nur dann beeindruckend, wenn eines der bekannten Kreuzgangkonzerte erklingt. Denn er weist ein reich geschmücktes Sternrippengewölbe und prächtige Schlusssteine auf. Aufwändige Maßwerkfenster und kunstvoll gerahmte Portale vervollständigen den gotischen Eindruck. In Alpirsbach sollte man sich auch das Klostermuseum nicht entgehen lassen: Es beherbergt einzigartige Funde mit Alltagsgegenständen aus sechs Jahrhunderten - darunter Hosen, Schuhe und Aufzeichnungen ehemaliger Klosterschüler aus dem 16. Jahrhundert. Das Kloster Alpirsbach und das Klostermuseum können das ganze Jahr über besucht werden - allerdings zu saisonal abweichenden Öffnungszeiten. Auch Führungen und thematische Sonderführungen werden angeboten.  

Sehenswürdigkeiten und Outdoor-Aktivitäten rund ums Kloster Alpirsbach

Alpirsbach liegt im oberen Kinzigtal an der Badischen Weinstraße, mitten im Schwarzwald auf einer Höhe von 400 bis 800 Metern. Einen heimischen Tropfen sollte man in einer der vielen Gaststätten in der historischen Altstadt also gerne probieren. Darüber hinaus kann man in Alpirsbach auf verschiedene Weise traditionelle Handwerkskunst kennenlernen, beispielsweise in einer historischen Druckerei mit einem originalgetreuen Nachbau einer Gutenberg-Presse, in der Alpirsbacher Glasbläserei, bei einer Wanderung auf dem Flößerpfad Loßburg oder in der Alpirsbacher Brauwelt. In letzterer erfährt man anhand von historischen Maschinen und Werkzeugen, wie der geheimnisumwobene Brauprozess des Alpirsbacher Klosterbräu vonstatten geht und wie sich das Brauwesen entwickelt hat, seit die Mönche im Kloster damit begonnen haben. Wem der Sinn nach Erlebnissen in der Natur steht, findet in der Umgebung herrliche Pfade, rauschende Wildbäche, bizarre Felsformen und uralte Baumriesen zum Wandern, Mountainbiken und Genießen. 

Wohnmobilstellplätze und Campingplätze in der Nähe des Klosters Alpirsbach

Kostenlose Parkplätze und Stellplätze fürs Wohnmobil gibt es in etwa 800 m Entfernung zum Kloster hinter dem Bahnhof Alpirsbach. Wer es ruhiger und komfortabler mag, kann von März bis November den Campingplatz Alpirsbach nutzen. Darüber hinaus gibt es im Kinzigtal noch eine Reihe weiterer Wohnmobilstellplätze und Campingplätze.  

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