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Weihnachtskrippen in Neapel entdecken
Weihnachtskrippen in Neapel entdecken

Weihnachtskrippen in Neapel entdecken

Der Brauch der Weihnachts-Krippe ist in Italien entstanden – genauer in Neapel. Ein guter Grund für einen Besuch in der Vorweihnachtszeit
freeontour
Laika

Autor: Laika / Freeontour, Titelbild: Pixabay

Die Tradition der Krippe reicht bis ins Mittelalter zurück. Ihre stärkste Entwicklung hat die geschnitzte Krippe jedoch im 18. Jahrhundert vor allem in Neapel erfahren, wo Adelsfamilien Wettbewerbe um die prunkvollste Krippe veranstalteten. Sie verwendeten edle Stoffen und echten Schmuck und widmeten ihren Kunstwerken ganze Räume.

Die Geschichte der neapolitanischen Krippenkunst umspannt Jahrhunderte und gehört heute zu den stärksten Bräuchen der Weihnachtszeit. Die berühmte Krippenstraße Neapels, die Via San Gregorio Armeno, ist weltweit für ihre charakteristischen Kunsthandwerksläden bekannt, die auf die Herstellung von Krippenfiguren spezialisiert sind. 

Krippenkunst der etwas anderen Art

Bei einem Bummel entlang der Via San Gregorio Armeno taucht man ein in ein Meer aus farbenprächtigen Verkaufsständen und typischen Läden, die vor Krippenartikeln regelrecht überquellen: Hütten aus Kork, teils elektrisch betriebene Szenen mit Mühlen oder Wasserfällen und handbemalte Terracotta-Figuren verschiedener Größe mit maßgeschneiderter Kleidung. Hier kann man die Handwerker bei der Arbeit beobachten und wahren Kunstwerken bei ihrer Entstehung zusehen. 

Wie im Video oben zu sehen ist, unterscheidet sich die neapolitanische Krippe, die il presepe genannt wird, deutlich von der heimischen Krippe hierzulande. Denn dargestellt wird nicht nur Jesu Geburt, sondern vor allem das neapoletanische Leben im 18. Jahrhundert. Das kann sowohl eine Spaghettikochende Bäuerin sein als auch ein Plausch auf dem Markt oder in der Trattoria. Neben den traditionellen Krippenfiguren aus Terracotta dürfen auch lustige Figuren nicht fehlen, die von der Politik und dem aktuellen Zeitgeschehen inspiriert und ein fester Bestandteil des ironischen und humorvollen Charakters der Neapolitaner sind.

Die Läden in der Via San Gregorio Armeno sind das ganze Jahr über geöffnet. Allerdings werden sie von den neapolitanischen Familien gemäß der Tradition in der Weihnachtszeit aufgesucht, um eine neue Figur zu ihrer Krippe hinzuzufügen. Deshalb findet man in dieser Zeit die größte Auswahl an Produkten, deren Preise von wenigen Euro bis hin zu beachtlichen Summen für kostbare Stücke reichen. Traditionell wird die neapolitanische Weihnachtskrippe bereits am 8. Dezember aufgebaut. Das Jesuskind wird allerdings erst am 24. Dezember hinzugelegt. 

Tipp: Im Museum San Martino in Neapel kann man auch das ganze Jahr über Krippenkunst bewundern. Es beherbergt die wichtigste Sammlung neapoletanischer Krippen im gesamten Land. Berühmt ist vor allem die riesige Krippe Cuciniello aus dem Jahr 1879. Das Museum ist im großen Klosterkomplex Certosa di San Martino auf dem Hügel von Sant’ Elmo untergebracht. Nebenan liegt das Castel Sant’Elmo. Übrigens: Auch das Bayerische Nationalmuseum in München zeigt in seiner Krippenausstellung einige sehr schöne Beispiele der neapolitanischen Krippen. 

Weitere Sehenswürdigkeiten in Neapel

Neben der Via San Gregorio Armeno gibt es noch viele sehenswerte charakteristische Straßen und Gassen in Neapel und viele Stadtviertel sind zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden. Dazu zählen Avvocata, Montecalvario, San Giuseppe, Porte, Pendino, Mercato, Chiaia, San Ferdinando, Stella, San Carlo all’Arena, San Lorenzo und Vicarìa. Außerdem ist Neapel eine Stadt voll wunderschöner Kirchen. Der prächtige Dom von Neapel, der im 13. Jahrhundert erbaut wurde, vereint verschiedene Stile in sich: von der Gotik aus dem 14. Jahrhundert bis hin zur Neugotik aus dem 19. Jahrhundert. Hier kann man dreimal im Jahr das Blutwunder erleben, bei dem sich das Blut des heiligen Januarius verflüssigt

Unweit des Doms lohnt auch die Kapelle von Sansevero einen Besuch, die dem legendären Alchemisten und Prinz von Sansevero gehörte und das besondere Kunstwerk Cristo Velato (der Verschleierte Christus) beherbergt, das von Giuseppe Sanmartino aus Marmor gehauen wurde und durch seinen unglaublich realistisch wirkenden Schleier charakterisiert ist. Wenige Schritte weiter befindet sich der Chiostro di Santa Chiara, der vollständig mit Majoliken von außergewöhnlichem ikonografischen und künstlerischen Wert bedeckt ist.

Aber was wäre eine Reise nach Neapel ohne eine Kostprobe der wahren neapolitanischen Pizza? Manche behaupten, es sei die beste Pizza der Welt! Man sollte aber auch die typischen Süßspeisen Neapels nicht links liegen lassen, beispielsweise sfogliatelle, babà, zeppole und die weihnachtlichen struffoli - natürlich gefolgt von einem unverzichtbaren neapolitanischen Espresso.

Highlights in der Umgebung von Neapel: Vesuv und Pompeji

Wer ohnehin in Neapel ist, sollte sich auch einen Ausflug zum Vesuv nicht entgehen lassen, was etwa einen halben Tag in Anspruch nimmt. Der Vesuv ist der einzige aktive Vulkan auf dem europäischen Festland und durch den tragischen Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. in die Geschichte eingegangen. Denn bei diesem Ausbruch wurden die Städte Pompeji und Herculaneum zerstört. Heute ist der Vesuv ein wunderschöner Nationalpark, in dem auch einige Weinberge angelegt wurden, die aufgrund der besonderen Bodenbeschaffenheit berühmte Weine wie den Lacrima Christi gedeihen lassen. Über eine herrliche Panoramastraße kann man selbst mit dem Wohnmobil bis in 1.000 m Höhe auf den Vesuv fahren. Vom Parkplatz aus erreicht man den Vulkankrater zu Fuß in etwa 30 Minuten. An den Hängen des Vulkans befindet sich auch der Ort Torre Del Greco, der bekannt ist für die Herstellung von Kameen und Erzeugnissen aus Koralle. Ein Zwischenstopp zum Bewundern oder Kaufen dieser wertvollen Stücke lohnt sich also in jedem Fall, bevor die Reise weitergeht zu den Ausgrabungsstätten von Pompeji.

Die Stadt Pompeji ist weltweit dafür bekannt, dass sie im Jahr 79 n. Chr. unter der Lava des Vesuvius begraben wurde und dabei praktisch unversehrt geblieben ist. Es handelt sich um eine regelrechte Metropole der Vergangenheit. Bequemes Schuhwerk ist allerdings ein Muss für den Besuch, denn hier gibt es viel zu laufen und zu sehen. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören das Forum, das antike pulsierende Herz der Stadt, und der Apollontempel. Auch das berühmte Amphitheater aus dem Jahr 80 v. Chr. ist absolut sehenswert. Der einstige Schauplatz blutiger Gladiatorenkämpfe diente 1971 als Drehort für den Musikfilm Live at Pompei von Pink Floyd. Unweit des Forums kann man auch das Haus des Fauns besichtigen, das einem reichen Vertreter des römischen Adels gehörte.

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