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Grand Tour of Switzerland per Wohnmobil
Grand Tour of Switzerland per Wohnmobil

Grand Tour of Switzerland per Wohnmobil

Eine grandiose Rundtour durch die gesamte Schweiz mit dem Wohnmobil. Freeontour stellt die Kernroute der Grand Tour of Switzerland vor.
tarja2908
FREEONTOUR

Autor: Freeontour / Tarja Prüss, Titelbild: Schweiz Tourismus / Mattias Nutt Photography

Die Schweiz ist ein vielseitiges Reiseland, das auch für Camper viel zu bieten hat. Das stellt die  Grand Tour of Switzerland auf 1.643 km eindrücklich unter Beweis - unter anderem mit fünf Alpenpässen, 13 UNESCO-Welterbestätten und 22 Seen. Freeontour stellt die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten sowie Camping-Möglichkeiten vor.

Was ist die Grand Tour of Switzerland? 

Die Grand Tour of Switzerland ist eine Rundreise durch die Schweiz in 25 Teiletappen, die von der Schweizer Tourismusorganisation entlang der landschaftlich schönsten Strecken in der Schweiz ausgearbeitet und beschildert wurde. Entsprechend geht es bei diesem Roadtrip nicht so sehr ums ankommen, sondern vielmehr ums Reisen an sich. Autobahnen werden meist gemieden und es geht gemütlich durch Täler und über Berge von Nord nach Süd und im Bogen wieder zurück. Um gesperrte Pässe zu vermeiden - Stichwort Wintersperre oder Schneefall - eignet sich die Zeit zwischen Mai/Juni und Oktober am besten für eine Rundtour durch die Schweiz. Startet man in Zürich, geht es am Bodensee vorbei nach Appenzell und St. Moritz, von dort aus nach Lugano, Zermatt und Lausanne im Süden und dann nach Neuchâtel und Bern. Man kann aber auch über Basel in die Rundtour einsteigen. Von Basel nach Neuchâtel sind es rund 165 km.

Um genügend Zeit für Sightseeing, Wanderungen oder Radtouren zu haben, sollte man mit dem Pkw idealerweise acht Tage oder mehr für die gesamte Strecke einplanen. Mit dem Wohnmobil empfehlen sich aufgrund der längeren Fahrzeiten mindestens zehn Tage. Hat man nur eine Woche Zeit, sollte man im Schnitt mit sechs Stunden Fahrtzeit pro Tag rechnen und eventuell nur die Hälfte der Tour und über die Autobahn zurück fahren. Freeontour stellt die Rundtour für Campervans und Womos in acht Etappen vor, die man sich aber ganz nach den individuellen Interessen auf zehn oder mehr Tage aufteilen sollte. Dabei geht es insgesamt über mehr als 2.000 Höhenmeter, wenn man bedenkt, dass der höchste Punkt der Grand Tour der Furkapass mit 2.429 m ü.M. und der tiefste Punkt der Lago Maggiore mit 193 m ü.M. ist.

Alpenpässe & Beschränkungen für Wohnmobile entlang der Grand Tour

Die Grand Tour of Switzerland führt über fünf Alpenpässe über 2.000 m ü.M.: 
1. Flüela Pass
Länge: 27 km, max. Steigung: 10 %, Wintersperre meist zwischen Januar und April/Mai, keine Beschränkung für Wohnmobile, Umfahrung: Autoverladestation Vereina von Klosters-Selfranga nach Sagliains
2. Julier Pass
Länge: 16 km, max. Steigung: 12 %, ganzjährig befahrbar (im Winterhalbjahr ist Winterausrüstung Pflicht), keine Beschränkung für Wohnmobile
3. San Bernardino Pass
Länge: 17 km, max. Steigung: 9,7 %, Wintersperre meist zwischen November bis Mai, max. Fahrzeugbreite: 2,30 m, max. Gewicht: 18 t, Umfahrung: San Bernadino Tunnel (Vignettenpflicht) von Hinterrhein nach San Bernardino - Hinweis: Im Juni 2024 ist der Tunnel aufgrund Sanierungsarbeiten phasenweise während der Woche nachts gesperrt. 
4. Gotthard Pass (Tremola)
Länge: 24 km, max. Steigung: 9 %, Wintersperre meist Oktober/November bis Mai, die alte Tremola-Straße ist nur für Fahrzeuge bis 3,5 t befahrbar, Umfahrung: neue Pass-Straße (A2) oder Gotthard Straßentunnel von Airolo nach Göschenen
5. Furka-Pass
Länge: 29 km, max. Steigung: 11 %, Wintersperre meist Oktober/November bis Mai/Juni, Umfahrung: Autoverlad von Realp nach Oberwald

Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gibt es entlang der Strecke der Grand Tour of Switzerland eine weitere Einschränkung auf der Fahrt von Treyvaux nach La Roche. Die Alternativstrecke führt über Serbache. 

1. Etappe: Von Zürich bis Appenzell - ca. 150 km

Zürich ist Wirtschaftsstandort, Universitätsstadt und hippe Trendstadt in einem. Es liegt am nördlichen Ende des Zürichsees und am Fluss Limmat. Wahrzeichen ist das Großmünster - erbaut um 1100 Ausgangspunkt der Reformation unter Ulrich Zwingli. Ulrich, eigentlich Huldrych Zwingli, war sozusagen der Luther der Schweiz, ein radikaler Reformer, dessen Thesen den Weg zur Reformation der Schweiz ebneten.
Vom Großmünster aus sind es nur wenige Meter zur Fraumünster Kirche mit den weltberühmten Chagall-Fenstern. Sehenswert ist auch das Kunsthaus, das größte Kunstmuseum der Schweiz, welches eine der größten Kunstsammlungen der Schweiz beherbergt. Berühmt ist Zürich zudem für seine Shopping-Meile, die Bahnhofstraße mit exklusiven Geschäften, Juwelieren und Banken.

Den Zürichsee kann man entweder mit einem Ausflugsschiff erkunden oder in einem der zahlreichen Badis, wie die Zürcher ihre Badeanstalten liebevoll nennen. Was gehört noch zu  einem Besuch in Zürich? Natürlich der Klassiker: Züri Gschnätzlets.

Zwischenstopp am Rheinfall  

Durchs Zürcher Umland geht es dann rund 40 km weiter zum Rheinfall, dem größten Wasserfall Europas: Über eine Breite von 150 m donnern pro Sekunde mehrere Hundert Kubikmeter Wasser 23 m in die Tiefe. Beinahe mitten im Wasserfall steht man auf den teilweise über den Rhein gebauten Plattformen. Dahin gelangt man besten über das Schloss Laufen, das mit der interaktiven Ausstellung zum Rheinfall auch viele interessante Informationen zu dem Naturschauspiel liefert. Der neue Erlebnisweg mit einer Doppelaufzugsanlage und dem Belvedereweg ermöglicht einen hindernisfreien Zugang zum Rheinfall. Für Wohnmobile eignet sich der Großparkplatz P4 am Rheinfall, auf dem man bis zu 17 Stunden stehen darf. Von hier aus ist es nicht weit zum Rheinufer und den verschiedenen Ausflugsschiffen, die einen ans andere Ufer bringen oder eine kleine Rundtour zum Rheinfall machen. Wer laufen möchte, kann aber auch einen etwa 1-stündigen Spaziergang über die Brücke zur Aussichtsplattform am Rheinfall machen. Tipp: Wer die Besuchermassen meiden möchte, kommt am besten früh morgens oder erst am späten Nachmittag zum Rheinfall. 

Ein separater Wohnmobil-Stellplatz befindet sich rund 1 km entfernt außerhalb von Neuhausen mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten.

Am Bodenseeufer entlang bis St. Gallen 

Von Neuhausen geht es immer am Ufer des Bodensees entlang in die historische Bücher- und Textilstadt St. Gallen. Das Wahrzeichen der Stadt ist der St. Galler Stiftsbezirk mit seiner barocken Kathedrale und der beeindruckenden Bibliothek, die mit ihren 170.000 Büchern UNESCO-Weltkulturerbe ist. Rund 50.000 davon sind im wunderschönen Barocksaal ausgestellt, wo ebenfalls die 2.700 Jahre alte ägyptische Mumie Schepenese zu finden ist.

Aktiv rund um Appenzell 

Mit so viel Kultur und Geschichte im Gepäck fällt es leicht, den Tag im ländlichen Appenzell ausklingen zu lassen - übrigens mit rund 7.000 Einwohnern der kleinste Schweizer Kanton. Im autofreien Ortskern kann man durch kleine Gassen schlendern mit reich verzierten Häusern. Und manchmal wundert man sich, denn nirgends sonst wechseln Hügellandschaft und schroffe Alpenwelt so schnell wie hier. Wie aus dem Nichts ragen gewaltige, bis über 2.500 Meter hohe Felsformationen empor. 

Appenzell verfügt über ein besonders dichtes Wanderwegnetz, darunter auch Erlebniswege wie der Barfussweg bei Gonten, ein Naturerlebnispfad oder die Kapellen-Rundwanderwege. Per Seilbahn kann man ab Wasserauen auf die Ebenalp (1.644 m) fahren und von dort in rund 15 Minuten zu einer Wildkirche wandern, die sich dramatisch an den Felsen krallt. Noch spektakulärer ist die Lage des Berggasthauses Aescher, tausendfach abgebildet auf Postkarten. Die Ebenalp ist auch Ausgangspunkt für die Wanderung auf den Säntis-Gipfel. Weniger schweißtreibend ist allerdings die Fahrt auf den Säntis mit der Schwebebahn ab Schwägalp. Wer ausreichend Zeit hat, kann also durchaus einen aktiven Pausetag rund um Appenzell einlegen.  

Campingplätze und Wohnmobilstellplätze in Appenzell

Mit Camping Jakobsbad und Camping Eischen gibt es zwei Campingplätze in Appenzell. Eine Nacht kann man alternativ aber auch auf den verschiedenen Stellplätzen in der Region verbringen: beispielsweise am Gasthaus Rössli, auf dem Brauereiplatz, in Appenzell-Schlatt bei Zistlis und in Wasserauen in der Schwendetalstraße.

2. Etappe: Von Appenzell bis St. Moritz - ca. 160 km

Auf der Strecke von Appenzell nach St. Moritz lässt sich eindrücklich die Entstehung der Alpen ablesen: Beim UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona zwischen Murgsee, Pizol und Martinsloch bei Elm haben sich über Millionen von Jahren Gesteinsschichten aufgetürmt. Gletscher, Wind und Wetter haben an der Oberfläche die Täler geformt und so die Verschiebungen freigelegt. Das Besondere: Hier stehen die Berge sozusagen Kopf, denn die heute sichtbaren Bergspitzen sind älter als das darunter liegende Gestein – normalerweise ist es gerade umgekehrt.

Stippvisite im Heidi-Dorf Maienfeld 

Das Herz aller Heidi-Fans wird in Maienfeld höher  schlagen. Das Heidi-Dorf hat einen Heidi-Weg, der durch die idyllische Berglandschaft durch Heidi-Haus und zur Heidi-Alp führt. Damit Nicht-Heidi-Fans auch mitreden können: Die Dichterin Johanna Spyri (1827–1901) hat sich bei ihrem Kinderbuch-Klassiker Heidi von der Landschaft in Maienfeld inspirieren lassen.

Geschichtsbummel in der ältesten Stadt der Schweiz 

Von Maienfeld geht es weiter nach Chur, mit 5.000-jähriger Geschichte die älteste Stadt der Schweiz. Die autofreie Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und historischen Gebäuden inmitten imposanter Berge lohnt in jedem Fall einen Bummel. Rote Hinweisschilder führen durch die Stadt und weisen den Weg zu den schönsten Sehenswürdigkeiten, Plätzen und Gassen. Besonders sehenswert sind das bischöfliche Schloss, die Kathedrale Sankt Mariä Himmelfahrt und die vielen restaurierten Gebäude der Altstadt.

Wer etwas mehr Zeit hat, kann von Chur aus auch einen Ausflug mit der Rhätischen Bahn und dem Glacier Express unternehmen und dabei die spektakuläre Eisenbahnstrecke durch die Schweizer Bergwelt entdecken, die zum UNSECO-Welterbe zählt. Hier erhält man noch einmal einen ganz anderen Einblick als mit dem Wohnmobil. Einen Ausflug lohnt ebenfalls der Swiss Grand Canyon. Die Schlucht im Vorderrheintal ist vor 10.000 Jahren entstanden, als 100 Milliarden Kubikmeter Felsen ins Tal donnerten. Die Rheinschlucht beeindruckt mit einem reißenden Fluss und weißen Steilwänden. Unten in der Schlucht wechseln sich sanfte Sandbänke mit wilden Stromschnellen ab. Aber auch stille Seen, seltene Vögel und sogar Orchideen findet man in diesem kleinen Paradies. Die Schlucht kann bequem auf eigene Faust entdeckt werden und zwar zu Fuß, per Rad, auf dem Wasser und mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Über den Flüelapass nach St. Moritz 

Die Grand Tour of Switzerland führt nun über Davos und Klosters über den Flüela-Pass bis nach St. Moritz. Auf diesem warten 27 km voller Kurven und faszinierender Bergpanoramen, für die man etwas mehr Zeit einplanen sollte. Schlusspunkt dieser Etappe ist dann St. Moritz im Oberengadin - Schauplatz zweier Olympischer Winterspiele und aufgrund seiner Heilquellen Sommer-Kurort. St. Moritz ist heute vor allem als luxuriöser Urlaubsort für Jetset-Touristen bekannt. Gourmettempel, Luxushotels und internationale Kongresse haben St. Moritz bekannt gemacht. Sehenswürdigkeiten wie der schiefe Turm, ein Rest der Mauritiuskirche aus der Zeit um 1500 oder das Segantini-Museum bieten aber etwas Abwechslung zu Luxus und Jetset. Die Kunsteisbahn Ludains hat ihre Tore auch den Sommer über für Eisläufer geöffnet und für Kletterfans gibt es gleich 17 Klettergärten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Man kann den Tag aber auch mit einem gemütlichen Spaziergang am See abschließen und einfach das Panorama genießen. 

Campingplätze und Stellplätze bei St. Moritz

Der Campingplatz St. Moritz liegt auf 1.800 m Seehöhe, öffnet seine Saison meist Mitte Mai und hat mit Caravan Village einen extra ausgewiesenen Platz für Wohnmobile. Auf dem Parkplatz Via Sela kann man über Nacht parken, allerdings gibt es weder Wasser, Strom noch  Entsorgungsmöglichkeiten. Außerhalb von St. Moritz gibt es in Rona und in Dinvei Stierva - beide rund 30 km entfernt - Stellplätze für Wohnmobile.

3. Etappe: Von St. Moritz bis Bellinzona - ca. 160 km

Diese Etappe führt in mediterrane Gefilde und beinhaltet gleich zwei Alpenpässe, weshalb es sich lohnen kann, die Etappe auf zwei Tage aufzuteilen und auf etwa halber Strecke zu nächtigen. Den Anfang macht der Julierpass, der schon kurz hinter dem Seenplateau von Silvaplana beginnt. Den größten Teil der Steigungen und Serpentinen hat man hinter sich, wenn man den Skiort Bivio erreicht hat. Die Fahrbahn ist durchgängig breiter als 5 m und auch für Wohnmobile gut zu fahren.

Hinter der Pass-Straße lädt dann der größte Naturpark der Schweiz, der Parc Ela, zu herrlichen Wanderungen ein. Hier gibt es raue Bergketten, steile Schluchten und hügelige Bergwiesen zu entdecken, ob zu Fuß oder mit dem Mountainbike. Spannend ist die Region auch deswegen, weil hier drei Kulturen - Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch - zusammenkommen.

Am Hinterrhein entlang und über den San Bernadino-Pass  

Weiter geht die Fahrt vorbei am Abzweig ins Albula-Tal hinunter nach Thusis und von dort entlang des Hinterrheins bis Andeer - und zwar immer auf der Landstraße. Kurz hinter Andeer führt eine Serpentinenstraße in die Rofflaschlucht, wo sich der Besuch des Wasserfalls und der Felsengalerie lohnt. Der Straße 13 folgend führt die Strecke weiter am Hinterrhein entlang bis Sufers und vorbei an der Festung Crestawald und dann weiter bis Splügen und Nufenen. Kurz hinter Hinterrhein beginnt dann der Anstieg zum San Bernadino Pass. Er verbindet das Hinterrheintal mit dem Tessin. Die Pass-Straße kann prinzipiell mit dem Wohnmobil gut befahren werden, einige Kehren fallen aber recht eng aus, so dass ein durchgehendes Überholverbot gilt.  

Italienisches Lebensgefühl in Bellinzona genießen 

Nach zwei Alpenpässen und gefühlt unendlichen Serpentinen kann man den Tag mit italienischem Lebensgefühl in Bellinzona ausklingen lassen. Auf der verkehrsberuhigten Piazza Collegiata gibt es nicht nur Espresso und Eis, sondern auch schöne Renaissancebauten  und am Wochenende einen Markt. Wie ein Trichter liegt die Hauptstadt des Tessins an der Talenge, an der verschiedene Passrouten zusammenlaufen. Hauptattraktion von Bellinzona sind daher die drei kürzlich restaurierten Burgen: Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro wurden errichtet, um den Zugang zu den Alpenpässen sowie den Warenhandel vom und zum Gotthardpass kontrollieren zu können.

Das Auto beziehungsweise das Wohnmobil kann man erst einmal getrost stehen lassen: Ein kleiner Touristenzug fährt in der Altstadt von Bellinzona los und bringt einen bequem zum Castello Montebello und dem Castello Sasso Corbaro. Unterwegs kann man bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und historischen Orten ein- und aussteigen. Die Rundfahrt dauert etwa eine Stunde. Tickets können direkt bei der Abfahrt vor Ort oder beim Tourismusbüro Bellinzona gekauft werden.

Übernachten in Bellinzona

Übernachten kann man in Bellinzona auf dem Campingplatz Bellinzona am Ufer des Flusses Ticino oder auf dem Wohnmobil-Stellplatz in der Via Brunari, von beiden Plätzen aus erreicht man fußläufig die Altstadt. Wer noch etwa 20 km weiter gen Süden fahren möchte, kann auch direkt am Lago Maggiore bei Locarno oder Vira nächtigen. 

4. Etappe: Von Bellinzona bis Zermatt - ca. 196 km

Nun folgt die kurvigste Etappe der Grand Tour of Switzerland: Von Airolo aus schlängelt sich die Tremola hinauf auf den Gotthardpass. Im spektakulärsten Abschnitt überwindet diese Straße auf einer Länge von 4 km rund 300 Höhenmeter in 24 Kehren, die sogar eigene Namen tragen. Diese Straße, die als das längste Baudenkmal der Schweiz gilt, ist allerdings nur für Wohnmobile bis maximal 3,5 t befahrbar. Wer ein schwereres Reisemobil fährt, muss die neue Passstraße oder den Gotthard-Tunnel nutzen - oder aber, man gönnt sich eine Fahrt mit der Postkutsche, die noch immer regelmäßig von vier Pferden die Tremola hinauf gezogen wird. Eine solche Fahrt sollte man aber vorab buchen. Heute ist der Gotthardpass beziehungsweise der Gotthardtunnel die wichtigste Nord-Süd-Verbindung. 1882 wurde der berühmte Gotthard-Eisenbahntunnel und damit die durchgehende Gotthardbahn eröffnet, knapp 100 Jahre später folgte der Autobahntunnel der A2.

Furkapass und Rhonegletscher 

Kurz vor Hospental vereint sich die alte Gotthard Passstraße mit der neuen Passstraße A2. Wer genug Kurven für einen Tag hatte, sollte in der Gegend rund um Hospental oder Andermatt einen Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz wählen und das Bergpanorama für den Rest des Tages aktiv oder in Ruhe genießen. Denn auf dem Weg Richtung Zermatt wartet bereits der nächste Alpenpass: der Furkapass. Es ist der letzte große Alpenpass der Grand Tour of Switzerland. Zwischen Realp und Oberwald verbindet er das Urserental im Kanton Uri mit dem Bezirk Goms im Kanton Wallis. Auf der Westseite des Passes hat man vom im 19. Jahrhundert erbauten Hotel Belvédère, das seit 2015 geschlossen ist, Zugang zum Ende des Rhonegletschers. Wer sein Wohnmobil beim einstigen Hotel parkt, spaziert etwa 200 m zum Eingang einer in jedem Jahr neu gebohrten Eisgrotte mit einem 100 m langen Eistunnel. Die Gletscherpanorama-Plattform eröffnet einen faszinierenden Ausblick auf den Gletscher. Am Gletscherende zwischen der abschmelzenden Stirn des Rhonegletschers und einem markanten Felsriegel bildet sich aktuell übrigens ein neuer Gletschersee, der in den nächsten Jahren ebenfalls eine eigene Panorama-Plattform erhalten soll.  

Zermatt und das Bergpanorama des Matterhorns 

Weiter geht es zum nächsten Highlight der Grand Tour of Switzerland: dem Matterhorn. Der pyramidenförmige Bergriese gilt als der meistfotografierte Berg der Welt, wofür vermutlich seine charakteristische und unverkennbare Form verantwortlich ist. Im Schatten dieses Giganten liegt ganz beschaulich der kleine, autofreie Ort Zermatt, der nur mit der Bahn ab Täsch erreichbar ist - oder alternativ zu Fuß oder mit dem Mountainbike. Bei Täsch gibt es auch die letzten Campingplätze vor Zermatt, alternativ können Wohnmobil oder Campervan auf den Außenplätzen beim Matterhorn Terminal Täsch geparkt werden. Von hier aus fährt regelmäßig der Shuttlezug nach Zermatt. Ab Zermatt kann man sich dann aussuchen, mit welcher Art Bergbahn es weiter hinauf gehen soll, um den besten Blick aufs Matterhorn zu erhaschen: Einen fantastischen Blick auf das Matterhorn hat man beispielsweise vom Klein Matterhorn (Matterhorn glacier paradise) aus. Es ist von Zermatt aus mit Seilbahnen erschlossen, die Bergstation auf 3.820 m ist die höchste Seilbahnstation der Alpen. Weitere Aussichtspunkte sind der Gornergrat oder das Rothorn. Den Gornergrat erreicht die erste elektrische Zahnradbahn der Schweiz in rund 30 Minuten ab Zermatt. Die Aussichtsplattform ist ganzjährig geöffnet.

Übernachten in Zermatt

Übernachten mit allem gewohnten Komfort kann man auf dem Campingplatz Alphubel in Täsch. Dort gibt es auch einen Stellplatz bei Taxi Christophe.

5. Etappe: Von Täsch/Zermatt nach Lausanne - ca. 175 km

Nach so vielen Alpenpässen und hohen Gipfeln in den vorangegangenen Tagen, steht nun etwas Kultur und Entspannung auf dem Programm. Ab Visp geht es durch das Rhone-Tal durch das Wallis in Richtung Westen - immer schön an der Rhone entlang. Erster Zwischenstopp vor dem Genfer See ist die kleine Stadt St-Maurice, die an einer sehr engen Stelle der Rhone liegt. Genau deshalb siedelten sich schon die Römer hier an und bereits um das Jahr 515 n. Chr. wurde hier eine Abtei gegründet. Heute ist sie die älteste Abtei der Schweiz und beherbergt einen der ältesten Kirchenschätze Europas. Einen Besuch sollte man sich nicht entgehen lassen.

Wasserschloss Chillon am Genfer See 

Weiter geht es entlang der Rhone bis zum Genfersee, wo das nächste historische Highlight wartet: Auf einem Felsen am Ufer des Genfersees liegt bei Veytaux das Schloss Chillon. Fast vier Jahrhunderte lang war Chillon Wohnsitz und ertragreiche Zollstation der Grafen von Savoyen. Über 400.000 Besucher besichtigen pro Jahr die Wasserburg Chillon mit den Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert, den unterirdischen Gewölben, Paradesälen und dem original erhaltenen Schlafzimmer aus der Zeit der Berner Herrschaft. Die gesamte Anlage besteht aus 25 Gebäuden und drei Höfen, die von zwei Ringmauern geschützt sind. Ein wenig Zeit sollte man also einplanen - und am besten Tickets bereits im Voraus reservieren, um nicht allzu lange Schlange stehen zu müssen. 

Welterbe Weinbergterrassen Lavaux 

Kurz vor Lausanne trifft man auf die Weinberg-Terrassen des UNESCO-Welterbes Lavaux, die einen herrlichen Anblick bieten. Die ersten Terrassen wurden bereits im 11. Jahrhundert von Mönchen an den steilen Hängen des Genfersees angelegt. Das Weinbaugebiet erstreckt sich über 40 km und gehört zu einem der größten Weinbaugebiete der Schweiz. Besonders bequem lässt sich dieses im blau-gelben Train des vignes erkunden, einer Bimmelbahn, die sich von Vevey durch die Reben hinauf nach Puidoux-Chexbres windet. In den kleinen Orten kann man kosten, was hier wächst: Weinproben sind in fast jedem Keller möglich. Enge Gassen und charakteristische Winzerhäuser prägen die Dörfer wie St. Saphorin mit der Auberge de l'Onde. Und wer so richtig auf den Geschmack kommen möchte, sollte eine der charmanten Pinten besuchen - und das Wohnmobil am besten direkt auf dem Camping de la Pichette oder dem Camping de Moratel abstellen. 

Sightseeing und Kultur in Lausanne 

Lausanne, die zweitgrößte Stadt am Genfersee, kennt man wohl vor allem als Sitz des Internationalen Olympischen Komitees. Am gegenüberliegenden französischen Ufer erheben sich eindrucksvoll die Savoyer Alpen. Die sehenswerte Altstadt ist größtenteils autofrei und hat als einzige Schweizer Stadt eine Metro. Kleine Gassen mit Cafés und Boutiquen prägen das Straßenbild im mittelalterlichen Stadtkern, in deren Mitte die Kathedrale emporragt. Schließlich war Lausanne mehr als 1.000 Jahre Bischofssitz.  Sehenswert sind auch die südlich angehauchten Parks, das Kunstviertel und prachtvolle Palasthotels wie das Hotel de l'Angleterre, in denen einst bereits Lord Byron abstieg. Als regionale Spezialität gilt Papet Vaudois (Kohlwurst mit Lauchgratin).

Übernachtungsmöglichkeiten in Lausanne

Sehr zentral ist der Campingplatz Camping de Vidy, der im Außenbereich auch Wohnmobilstellplätze für die Durchreise anbietet. Von hier aus lassen sich die meisten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Rund 11 km entfernt ist der Campingplatz TCS Camping Morges direkt am Genfersee. 

6. Etappe: Von Lausanne bis Neuchâtel - ca. 165 km

Vom Genfersee geht es weiter in die Hügellandschaft des Naturparks Jura Vaudois. Er erstreckt sich vom La Dôle Gipfel bis zum mittelalterlichen Klosterstädtchen Romainmôtier. Die Parkgebiete lassen sich unterteilen in die Schluchten der Orbe und des Nozon, die Krete des Jura zwischen Col de la Givrine und Col du Mollendruz / Dent de Vaulion, den Jurasüdfuß, das Massif des Mont Risoux und das Vallée de Joux. Einsame Wälder, mystische Moore, zerklüftete Karstfelsen, Lichtungen und von typischen Trockensteinmauern umsäumte Weidelandschaften mit den ebenso typischen Chalets (Alphütten) bieten hier viel Raum für Wanderer und Mountainbiker. Wer sich aktiv betätigen möchte, hat die Qual der Wahl. Und auch, wer zwischendurch einfach nur mit dem Wohnmobil anhalten möchte, kann von den Jurahöhen und dem südlichen Jurafuß immer wieder überwältigende Panoramen über den Genfersee bis zu den höchsten Alpen genießen.

Uhrmacherkunst im Vallée de Joux 

Im Norden des Naturparks Jura Vaudois liegt auf etwa 1.000 m Höhe das Vallée de Joux. Es ist eine eigene kleine Welt, die mit dem gleichnamigen See und einer langen Tradition der Uhrmacherkunst eingebettet zwischen zwei Juraketten liegt. Vom Mont Tendre - mit seinen 1.679 m der höchste Gipfel im Schweizer Jura - eröffnet sich ein fantastisches Panorama auf den Genfersee und auf die Alpen von Savoyen bis ins Berner Oberland. Der Lac de Joux auf 1.000 m ist der größte Wasserspiegel des Juramassivs. Entlang des Sees und durch Tannenwälder und jurassische Moorlandschaften führt eine regionale Eisenbahnlinie von Vallorbe bis nach Le Sentier und Le Brassus, seit bald 300 Jahren Hochburgen der Schweizer Uhrmacherkunst. Mindestens in einem dieser Orte sollte man einen Zwischenstopp einplanen und dieses Kunsthandwerk bewundern.  

Entspannung am See in Neuchâtel / Neuenburg 

Der Neuenburgersee ist mit 38 km Länge und 8 km Breite der größte ganz in der Schweiz gelegene See. An seinem Nordwest-Ufer liegt die größte Stadt der Region, das aus gelbem Sandstein erbaute Neuenburg beziehungsweise Neuchâtel. Hier lockt ein mittelalterlicher Stadtkern mit vielen Cafés und Restaurants, Shoppingmöglichkeiten und zahlreichen Theatern und Museen. Auch die Strandpromenade lädt zum Flanieren ein. Die weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt sind das Schloss und die Kollegiatskirche, eine gotische, reformierte Kirche aus dem Mittelalter. Das Laténium ist das größte archäologische Museum der Schweiz und zeigt über 50.000 Jahre Regionalgeschichte. Auch den Markthallenplatz, den Place des Halles, und das Rathaus sollte man sich ansehen. Wer sich für Kunst und Literatur interessiert, findet in Neuenburg auch das Centre Dürrenmatt, welches in der Dauerausstellung die Werke des Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt im Dialog mit seinen Bildern präsentiert. 

Campen und Parken in Neuchâtel 

Das Nordufer des Sees ist von Reblandschaften geprägt. Campingplätze gibt es außerhalb von Neuenburg, jeweils rund 15 Minuten von der Stadt entfernt: So etwa westlich von Neuchatel der Camping Paradis Plage in Colombier oder östlich der Campingplatz La Tène Neuenburgersee, der sich am Fuße des Berges Chaumont befindet und direkt am Neuenburgersee liegt. Stellplätze für Wohnmobile gibt es bei Euro-Relais Port de Saint-Blaise,  etwas außerhalb von Neuchâtel und oberhalb der Stadt beim Hotel-Restaurant La Croisée.

7. Etappe: Von Neuchâtel bis Bern - ca. 240 km

Auf der siebten Etappe zeigt sich die Schweiz sehr wasserreich und mittelalterlich. Vom Neuenburgersee führt die Strecke zum Murtensee, Schiffenensee, Greyerzersee, Thunersee, Brienzersee und schlussendlich an der Aare entlang bis in die Hauptstadt Bern. Erste Zwischenstation ist aber das kleine mittelalterliche Murten am Südostufer des gleichnamigen Sees. Es hat sein ursprüngliches Gesicht mit den malerischen Altstadt-Gassen und den gemütlichen Laubengängen erhalten und liegt mit herrlicher Seepromenade an der deutsch-französischen Sprachgrenze. Nach einem Bummel durch die Stadt lohnt es sich, in den See zu stechen – auch Zwei- und Drei-Seen-Fahrten durch Kanäle zum Neuenburger- und Bielersee sind möglich. Für Aktive gibt es 170 km Radwege und 90 km Pisten für Inline-Skater. Eine beliebte Radtour umrundet in gut zwei Stunden den Murtensee. Und wer noch nicht genug hat, kann in der nahe gelegenen Gartenanlage Papiliorama und Nocturama Pflanzen und Tiere aus den Tropen bewundern.

Gotik und Mittelalter in Freiburg und Greyerz 

Wer mittelalterliche Architektur bestaunen möchte, kommt auch an einem Stopp in Freiburg im Üechtland (Fribourg) nicht vorbei. Denn sie zählt zu den größten mittelalterlichen Städten der Schweiz und hat in ihrer Altstadt mehr als 200 einmalige gotische Fassaden aus dem 15. Jahrhundert zu bieten. Am eindrucksvollsten ist jedoch die Kathedrale von Freiburg mit ihren wunderschönen Glasfenstern und ihrem 74 m hohen Turm, von dem aus man einen wunderschönen Panoramablick genießen kann. Vom Stadtteil Neuveville (Unterstadt) aus führt eine alte Standseilbahn in die Flanierzonen der Oberstadt. 

Direkt aus dem Mittelalter entsprungen scheint auch das Städtchen Gruyères / Greyerz zu sein. Schon allein das befestigte Schloss Greyerz aus dem 13. Jahrhundert beeindruckt mit prunkvollen Ausstellungen, Rittersaal, Türmen, Zinnen, Wehrmauern, Garten und einem tollen Voralpen-Panorama. Und auch die verkehrsfreie Kleinstadt selbst hat einen Fotospot nach dem anderen zu bieten. Hier kann man sich zum Mittagessen ein köstliches Käsefondue oder eine andere Käsespezialität gönnen. 

Panoramastraße und Beatushöhlen am Thunersee 

Von Greyerz geht es über Zweisimmen bis Spiez am Thunersee, wo man sich auf fantastische Panoramen bei der Fahrt über die Seestraße einstellen kann. Die Kamera sollte auf jeden Fall griffbereit liegen. Ein weiters Highlight: Hoch über dem Thunersee nahe Interlaken kann man in den St. Beatus-Höhlen ein einmaliges Höhlensystem entdecken. Auf einem gut ausgebauten und ausgeleuchteten Weg lässt sich hier etwa 1 km des Niederhornmassivs mit Stalaktiten und Stalagmiten erkunden, welche über Millionen von Jahren entstanden sind. Zudem kann man das Höhlenmuseum besuchen. Über das ganze Jahr beträgt die Temperatur konstant 8 bis 10 Grad Celsius, daher unbedingt eine warme Jacke im Gepäck haben. In der Nähe der Beatushöhlen gibt es kostenpflichtige Parkplätze in der Nähe der Bushaltestelle. Wer in der Nähe Station macht, nutzt am besten die Buslinie 21 bis zur Haltestelle Beatushöhlen. Von hier aus ist es dann nur noch ein kurzer Spaziergang durch den Wald, bei dem man einige Brücken überquert und einen Wasserfall aus der Höhle fotografieren kann.

Mittelalterlicher Abschluss in Bern 

Zum Abschluss der Etappe wartet die Hauptstadt Bern. Kilometerlange Laubengänge, Figurenbrunnen aus der Renaissance, das Münster, weitgehend erhaltene Sandsteinfassaden sowie eine einzigartige Dächerlandschaft prägen das Bild der 1191 gegründeten Stadt Bern, die eine der großartigsten Zeugnisse mittelalterlichen Städtebaus in Europa ist. Sie ist ein positives Beispiel dafür, wie eine mittelalterliche Stadtstruktur beibehalten und dennoch angepasst werden kann, um auch gegenwärtige Funktionen zu erfüllen.

Campingplätze bei Bern

Eine Pause einlegen lässt sich auf dem TCS Camping Bern - Eymatt oder auf dem zentraler gelegenen Campingplatz Eichholz.

8. Etappe: Von Bern bis Zürich - ca. 320 km

Bei einer Rundreise durch die Schweiz darf natürlich das berühmte Emmental nicht fehlen - ebenso wenig wie der dazugehörige Käse. Sehr beliebt ist daher ein Zwischenstopp in der Emmentaler Schaukäserei in Affoltern. Wem es hier zu voll ist kann stattdessen auch in den verschiedenen Dörfern und Ortschaften entlang der Strecke durchs Emmental anhalten, um sich etwas leckeren Käse zu gönnen. Die Strecke führt weiter durch das Emmental und anschließend durch das UNESCO Biosphärenreservat Entlebuch, das mit riesigen Moorlandschaften, schroffen Karrenfeldern und wilden Bergbächen fasziniert. Wer sich die Füße vertreten möchte, kann sich hier nach Belieben austoben und einen der zahlreichen Wanderwege wählen. Oder aber man fährt noch ein Stück weiter bis kurz vor Seengen zum Schloss Hallwyl - einem der schönsten Wasserschlösser der Schweiz. Die imposante Schlossanlage liegt am Hallwilersee und erstreckt sich über drei Inseln.  

Zwischenstopp in Luzern am Vierwaldstättersee 

Oder aber es geht direkt weiter nach Luzern am Vierwaldstättersee. Denn die Stadt gilt als Tor zur Zentralschweiz und hat eigentlich so viel zu bieten, dass man hier auch ein par Tage verbringen könnte. Beliebtes Fotomotiv der Stadt ist beispielsweise die gedeckte, mittelalterliche Kapellbrücke, die mit ihren Giebelgemälden als eine der ältesten überdachten Holzbrücken Europas gilt. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die Museggmauer, die bis auf einen Turm in ihrer ursprünglichen wehrhaften Gestalt erhalten geblieben ist. Zusätzlich umsäumen historische, mit Fresken geschmückte Häuser in der autofreien Altstadt malerische Plätze wie den Weinmarkt. Der sterbende Löwe, der zum Andenken an die 1792 in den Tuilerien gefallenen Schweizer in den Felsen gehauen wurde, ist eines der bekanntesten Denkmäler der Schweiz. Und mit dem 112 m langen Bourbaki-Panorama besitzt Luzern eines der wenigen erhaltenen Monumental-Rundgemälde der Welt. 

Nicht zu vergessen der Luzerner Hausberg Pilatus, der an schönen Tagen ein Panorama mit 73 Alpengipfeln bietet. Von Luzern aus ist der Berg mit Gondelbahn und Luftseilbahn, von Alpnachstad mit der steilsten Zahnradbahn der Welt erschlossen. Dadurch ist eine spezielle Rundfahrt mit Raddampfer, Zahnradbahn, Luftseilbahn und Bus möglich, die beliebig mit verschiedenen Wanderungen kombiniert werden kann. Also vielleicht doch lieber etwas mehr Zeit einplanen? 

Campingplätze bei Luzern

Übernachten kann man auf dem Camping International Lido Luzern oder bei TCS Camping Luzern in Horw. 

Schweizer Mythern - Rütli-Wiese und Tell-Kapelle 

Zwei der bekanntesten Schweizer Ausflugsziele gibt es ganz zum Schluss der Grand Tour of Switzerland. Wobei man sich auch überlegen kann, diese ab Luzern mit dem Ausflugsschiff anzufahren. Das spart Nerven bei der Parkplatzsuche und auch die nicht ganz günstige Überfahrt mit der Autofähre von Gersau nach Beckenried, bei der ein Wohnmobil mit einer Person bereits mit CHF 35 zu Buche schlägt. Der nächste Zwischenstopp heißt jedenfalls Rütliwiese: Jetzt geht es sozusagen zum Ursprung der Schweiz, denn auf der Rütliwiese soll im Jahr 1291 der Bund der Eidgenossen beschworen worden sein. In einer 1-stündigen Wanderung auf dem Weg der Schweiz gelangt man von Seelisberg auf das Rütli, ein wenig Kondition ist dafür schon erforderlich. 

Letzter Stopp der Grand Tour of Switzerland ist dann die Tellskapelle bei Sisikon, die 1879/80 erbaut wurde und mit vier prächtigen Fresken des Basler Malers Ernst Stückelberg ausgeschmückt ist. Die Fresken zeigen den Rütlischwur, den Apfelschuss, den Tellsprung und Gesslers Tod in der Hohlen Gasse. Denn an dieser Stelle des Urnersees soll Wilhelm Tell mit einem rettenden Sprung aus dem Boot des Landvogts Gessler geflohen sein. Die Tellskapelle ist mit dem Schiff oder zu Fuß ab dem Parkplatz des Hotels Tellsplatte erreichbar.

Oberhalb der Tellskapelle befindet sich übrigens das größte Glockenspiel der Schweiz, das zu jeder vollen Stunde erklingt. Es läutet sozusagen das Ende der Grand Tour of Switzerland ein, denn von hier aus geht die Reise wieder zurück nach Zürich zum Ausgangspunkt. 

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