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Ausflugstipps mit Gruselfaktor
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Ausflugstipps zu Halloween für die Familie: Geheimnisumwitterte Naturphänomene und Geschichten zum Gruseln und Lernen
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FREEONTOUR

Autor: Freeontour, Titelbild: Pixabay

Hexen, Geister und Fabelwesen haben nicht nur rund um Halloween Hochkonjunktur bei den Kids. Warum also nicht das abendliche Lagerfeuer mit Stockbrot und Gruselgeschichten auf dem Campingplatz tagsüber mit Naturerlebnissen verbinden, welche die Phantasie anregen? Und dabei erklären sich ganz nebenbei auch noch spannende Naturphänomene. Freeontour hat drei solcher Ausflugsziele herausgesucht, die sich gut - aber nicht nur - für den Familienurlaub eignen. 

Tipp 1: Gespensterwald in Nienhagen an der Ostsee

Die Natur erzählt nicht selten die spannendsten Geschichten. Für viele Menschen hat allein der Gedanke, nachts in einem finsteren Wald unterwegs zu sein, etwas Gruseliges. Wie aber wäre es mit einem Taschenlampenausflug früh morgens oder abends in den Gespensterwald in Nienhagen? Direkt an der Ostsee gelegen haben die salzhaltige, feuchte Seeluft und der immer herrschende Wind hier ein bizarres Bild geschaffen: Bis zu 170 Jahre alte Eichen, Buchen, Hainbuchen und Eschen haben knorrige, gespenstische Gestalten angenommen. Die Stämme und Äste sind merkwürdig verdreht und kahl, die Wurzeln ragen teils wie Schlangen aus dem Boden. Kein Wunder also, dass sich verschiedene Mythen um den Wald ranken und dass er Künstlern und Fotografen immer wieder als Motiv dient. 

Die ungewöhnlichen und bisweilen bizarr anmutenden Formen der Bäume sorgen insbesondere bei Dämmerung, Nebel und Wind für eine mystische Stimmung und regen unweigerlich die Phantasie der kleinen und großen BesucherInnen an. Fast könnte man glauben, dass Gespenster, Geister und Fabel­wesen den Ästen und Zweigen auf wunder­same Weise Leben einhauchen. Wer im Gespensterwald unterwegs ist, sollte auf jeden Fall eine Kamera dabei haben, denn zwischen den Bäumen ergeben sich zu jeder Jahres- und Tageszeit Bilder, welche die Magie des Waldes noch intensiver erscheinen lassen. Spektakuläre Motive ergeben sich, wenn die Sonne bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang flach über die Ostsee in den Wald scheint.  

Hinweis: Damit der Gespensterwald, der offiziell eigentlich Nienhäger Holz heißt, noch lange erhalten bleiben kann, sollte man sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad ausschließlich auf den ausgewiesenen Wegen und Pfaden bewegen. Die starke Verdichtung des Bodens, die teils durch das Eigengewicht der Bäume entsteht, teils durch die vielen Besuchenden, kann bei Starkregen zu Wasserüberstauung und in der Folge zum Absterben der Feinwurzeln führen. Wer mehr über die Besonderheiten des Gespensterwaldes sowie seine Flora und Fauna erfahren möchte, findet vor Ort übrigens einige Informationstafeln, die man gut gemeinsam mit den Kids studieren kann. 

Geeignete Campingplätze und Wohnmobilstellplätze bei Nienhagen

In Nienhagen selber gibt es einen Campingplatz und einen dazugehörigen Wohnmobilstellplatz nicht weit vom Gespensterwald entfernt. Beide beenden die Saison jedoch bereits Ende Oktober. Ganzjährig geöffnete Campingplätze gibt es in der Umgebung aber z. B. in Kühlungsborn und im Ostseebad Rerik.  Alternativ bietet sich auch der Stellplatz Elmenhorst an. 

Tipp 2: Naturphänomen im Harz - das Brockengespenst 

Es soll Zeiten gegeben haben, als die BewohnerInnen des Harzgebirges völlig verschwitzt und verängstigt vom Brocken, dem höchsten Berg Norddeutschlands, zurückkamen und von einer mysteriösen Erscheinung berichteten: Am Horizont kam aus dem Nichts ein riesiger dunkler Schatten auf sie zu, der von einem hellen Lichtkranz umgeben war. Panisch suchten die Wandernden das Weite und der Mythos vom Brockengespenst war geboren.

Im Jahr 1780 fand der Naturforscher Johann Esaias Silberschlag schließlich eine logische Erklärung für das Phänomen: Es handelt sich dabei um eine optische Täuschung, welche den eigenen Schatten durch eine Luftspiegelung auf ein Vielfaches vergrößert. Fällt der Schatten nicht auf eine feste Fläche, sondern auf Nebelschwaden oder Wolken, spiegelt er sich in unzähligen, winzigen Wassertropfen wider. Das kann das menschliche Auge nicht erfassen und nimmt die Schattengröße viel größer wahr, als sie in Wirklichkeit ist. Kommt zusätzlich Sonne ins Spiel, entsteht der Lichterkranz um die Schattengestalt.

Natürlich kann man das Brockengespenst auch an anderen Orten treffen. Der Brocken bietet mit seinen in Deutschland überdurchschnittlich vielen Nebeltagen im Jahr aber mit die besten Chancen. Allerdings ist das Brockengespenst dennoch ein relativ seltenes Naturphänomen, bei dem mehrere Faktoren zusammenspielen müssen: Meist erscheint es nur, wenn die Strahlen der aufgehenden oder der untergehenden Sonne einen durch eine Person oder einen großen Gegenstand hervorgerufenen Schatten auf eine dichte Nebelwand werfen. Nichtsdestotrotz kann man am Brocken aber viele schöne Wanderungen unternehmen und sich alternativ auch auf die Spuren der Hexen und des Teufels am Brocken machen. 

Geeignete Campingplätze und Wohnmobilstellplätze rund um den Brocken

In wenigen Kilometern rund um den Brocken gibt es mehrere Campingplätze und Wohnmobilstellplätze, die auch im Herbst und Winter geöffnet sind. Dazu gehören beispielsweise die Campingplätze Die Wölfe und Harz Mountain Camp am Schierker Stern sowie die Wohnmobilstellplätze Ilsenburg, an der Waldbadschenke in Elend, der Stellplatz vor dem Harz-Campingplatz und der Stellplatz an der Sole-Therme in Bad Harzburg. Letzterer hat nicht nur den Vorteil, dass sich die Erwachsenen nach einem aktiven Tag auf dem Brocken in Therme und Sauna ein bisschen Entspannung gönnen können, sondern er befindet sich auch nicht weit entfernt vom Baumwipfelpfad Harz und der BaumSchwebeBahn Harz, wo weitere tolle Familienerlebnisse warten. 

Tipp 3: Moorwanderung - und was die leuchtenden Halloween-Kürbisse damit zu tun haben 

Gibt es etwas Unheimlicheres als bei Nebel durchs Moor zu waten? Die meisten Erwachsenen sind diesbezüglich vermutlich einschlägig von der Krimiliteratur und Filmen geprägt und haben diese Vorstellung fest verinnerlicht. Für Kinder gibt es im Moor aber unheimlich viel zu entdecken - wobei es sicherlich Geschmackssache ist, ob man sich unbedingt nebeliges Wetter aussuchen möchte. Seinen Reiz hat es aber sicherlich auch. Für Nicht-Ortskundige empfiehlt es sich außerdem, einen ausgewiesenen Moorerlebnis-Pfad zu wählen, von denen es in Deutschland und auch in den benachbarten Ländern tatsächlich eine ganze Menge gibt. Als Beispiele seien hier nur ein paar wenige genannt: 

- Der Moor-Erlebnispfad Inzell ist eine etwa fünf Kilometer lange, kinderwagentaugliche Rundtour durch eine der letzten großen Moorlandschaften der Chiemgauer Alpen. Entlang 27 speziell aufbereiteten Stationen gibt es viel über die Entstehung und Nutzung des Moors sowie dessen Bewohner zu erfahren.
- Ebenfalls gut für Familien geeignet ist der Moor-Erlebnispfad Resse in der Nähe von Hannover, der verschiedene Erlebnisstationen bietet - beispielsweise Moortreten barfuß oder mit Gummistiefeln, einen Balancierparcours, Hüpfklötze und einen Knüppeldamm.  

- Kurz hinter der deutsch-belgischen Grenze befindet sich mit dem Hohen Venn das größte Hochmoor Europas. Mit einer Fläche von 4.500 ha ist es außerdem das größte Naturschutzgebiet in Belgien. Auch mit Kindern kann man hier fantastische Wanderungen unternehmen - z. B. über eine 8,7 km Rundtour, die komplett über Holzstege verläuft. Es gibt aber auch eine ganze Reihe kürzerer oder längerer Touren im Venn. Gute Ausgangspunkte sind das Naturparkzentrum, Signal de Botrange, Mont-Rigi oder Baraque Michel. 
- Auf dem Moor-Erlebnispfad im Pfrunger-Burgweiler Ried können Familien wahlweise auf einer Länge von vier oder 1,5 Kilometern die unterschiedlichen Lebensräume des Moors auf kleinem Raum erleben. Beim Start- und Endpunkt am Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf erhält man außerdem nicht nur viele Informationen zu Fauna und Flora des Moors, sondern kann sich gegen Gebühr auch einen Moorforscher-Rucksack ausleihen, der u. a. ausgestattet ist mit Aufgabenheft, Becherlupe, Bestimmungsbuch, Pinzette und sogar einem Aquascope. 

Was hat das Moor mit dem Halloween-Kürbis zu tun? 

Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen Ländern ranken sich unzählige Sagen und Mythen um geheimnisvolle Moorlandschaften. Weit verbreitet sind dabei Geschichten von Irrlichtern beziehungsweise Moorlichtern, die mal als die Seelen Verstorbener betrachtet werden, die keine Ruhe finden, mal als das Werk böser Kobolde oder Naturgeister, die Moorwanderer ins Verderben locken möchten. Die bekannteste Sage in Bezug auf die Moorlichter stammt aus Irland und dreht sich die Figur des Jack O’Lantern (deutsch: Jack mit der Laterne). Diesem soll es zu seinen Lebzeiten gelungen sein, den Teufel mehrfach auszutricksen, wofür sich der Teufel nach Jacks Tod rächte, indem er ihm den Zutritt zur Hölle verwehrte. Im Himmel hatte der betrügerische Jack ohnehin keine Chance auf Einlass, so dass er dazu verdammt war, für alle Ewigkeit auf Erden umherzuwandeln.

Der Teufel gab Jack aber ein brennendes Stück Kohle aus dem Hades, das niemals verlöschen soll. Und dieses soll Jack in eine große, ausgehöhlte Steckrübe gesteckt haben, um die Glut der Kohle als Laterne nutzen zu können. Insbesondere in den USA wurde in der Sage die Steckrübe schon früh in einen Kürbis verwandelt. Wissenschaftler vermuten übrigens, dass es sich bei den Moorlichtern um selbstentzündende Faulgase im Moor oder auch biolumineszierende Organismen und Lebewesen handeln könnte - bewiesen ist das aber bis heute nicht. 

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