Im Rausch der Farben – die Bäume treiben´s bunt!

tobias
von FREEONTOUR

Im Rausch der Farben – die Bäume treiben´s bunt!

Ganz unverhofft überrascht uns der Oktober oftmals mit dem „Altweibersommer“: Die Sonne scheint noch einmal warm vom Himmel und taucht das bunte Blätterkleid der Bäume in besonders schönes Licht.


Und: Da einige Urlauber um diese Jahreszeit eher südliche Gefilde bevorzugen, hat man so manches Ausflugsziel fast für sich alleine. Spätestens jetzt ist die letzte Ausrede für einen Camping-Ausflug in die Natur zusammen mit dem „Herbst-Blues“ verflogen. „Indian Summer“ in Deutschland: die schönsten Kulissen für einen Herbsturlaub im mobilen Zuhause!

Der Begriff „Indian Summer“ steht zwar streng genommen für das beeindruckende Naturspektakel in Kanada – die üppigen Wälder erstrahlen im Herbst in kräftigem Gelb, Orange und Rot – doch in Anbetracht der Fülle an leuchtenden Laubbäumen in Deutschland darf man an dieser Stelle ruhig ein Auge zudrücken. 
Von Ahorn-über Apfel-bis hin zu Kastanienbäumen ist unsere Landschaft reich an Laubbäumen. Rund 90 Milliarden Bäume gibt es in Deutschland – ein Drittel der gesamten Landfläche ist mit ihnen bedeckt, und in dieser Jahreszeit treiben es zumindest die Laubbäume unter ihnen besonders buntt! 

Erleben Sie farbenprächtige Laubwälder in Deutschland – diese fünf Orte sind im Herbst besonders bezaubernd: 

„WeltWald Harz“: Rote Laubpracht, Indianer und Mammutbäume in Deutschlands größtem botanischen Baumgarten

Wenn wir nicht nach Kanada kommen, dann kommt Kanada eben zu uns: Im „WeltWald Harz“ beim Örtchen Bad Grund im Oberharz kann man den „Indian Summer“ hautnah erleben. Mit über 500 Pflanzenarten aus aller Welt ist dieser Naturpark der größte botanische Baumgarten Deutschlands. 

Unter den fast 300 Baumarten sind Exoten aus Nordamerika und Kanada ebenso vertreten wie aus dem Mittelmeergebiet, Westsibirien und Asien. Besonders beliebt sind Streifzüge durch den rund 100 Hektar großen Waldpark im Herbst, wenn sich die typischen Ahorn-, Birken-und Eichenarten in ein leuchtend rotes Farbenmeer verwandeln.

Doch beeindrucken die Bäume hier nicht nur durch Farbe, sondern auch durch Größe: Auf dem „Mammutbaumweg“ kann man sich unter Giganten ganz klein fühlen. Verschlungene Erlebnispfade in den „Wäldern Nordamerikas“ bringen den Besuchern die Flora, Fauna und Geschichte des weiten Landes näher. Sogar eine Indianer-Kultstätte mit Totempfählen verbirgt sich zwischen den Bäumen. 

Abgesehen vom „WeltWald“ bietet Bad Grund übrigens auch ein verwunschenes Sagen-und Märchental, das mit seinen liebevoll in Handarbeit hergestellten Märchenhäusern beliebt bei Familien ist, und einen abenteuerlichen Ausflug ins „Höhlen-Erlebnis-Zentrum“ der Iberger Tropfsteinhöhle. Nicht zuletzt lädt die Region des Harzes zu vielen magischen Wandertouren, wie beispielsweise dem „Harzer Hexenstieg“, ein.

Bären, Luchse und herrliche Aussichten im Bayrischen Wald 

Auch der Bayrische Wald verspricht malerische Ausflüge unterm bunten Blätterzelt. Zusammen mit dem angrenzenden Nationalpark „Sumava“ im tschechischen Böhmerwald bildet er das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas.

Mit etwas Glück begegnet man hier sogar einem der seltenen, tierischen Waldbewohnern. Im Nationalpark leben unter anderem Wölfe, Bären, Luchse, Uhus, Fischotter, Wildschweine, Elche und sogar Wisente – eine seltene, europäische Büffelart.

Unter den zahlreichen Wanderrouten eignet sich für wildromantische Herbst-Touren beispielsweise der Baumwipfelpfad, auf dem man dank der in die Natur integrierten Holzstege 8 bis 25 Meter über dem Waldboden wandert. Der buchstäbliche Höhepunkt der 1,3 Kilometer langen Tour ist der 44 Meter hohe „Baumturm“, auf dem man eine spektakuläre Aussicht über den Bayrischen Wald genießt.

Bis zum Horizont: Betörendes „Nordlicht“ Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide hat ihren ganz eigenen Charme. Gerade noch bedeckte sie im Spätsommer der lila Schleier der Lavendelblüte, nun leuchtet sie im goldenen, norddeutschen Herbstlicht. Weit und breit sind keine Berge in Sicht, dafür ist der Horizont umso gewaltiger. Das eignet sich nicht nur hervorragend für lange Spaziergänge, zum Beispiel entlang des Heidschnuckenweges, sondern auch für herbstliche Radtouren. Durch die bunten Laubwälder verläuft ein gut ausgeschildertes, weitläufiges Radnetz.

Die weite Landschaft der Lüneburger Heide ist geprägt von Kastanien, Buchen, Eichen und Apfelbäumen, die im Herbst kontrastreiche Farbtupfer zum mystischen Morgennebel bilden. Während sich die Zugvögel sammeln, um in den Süden zu fliegen, schwärmt das in der Lüneburger Heide beheimatete Rotwild zur Brunft aus. An den Meißendorfer Teichen im Naturpark Südheide und am Jastorfer See in der Region Uelzen lassen sich Kraniche, Schwarzstörche und Gänse von Aussichtstürmen beobachten. Ein weiteres Highlight sind die Herbst-und Erntedankmärkte in den traditionellen umliegenden Dörfern, auf denen es neben saisonalen Produkten auch landestypische Handwerkskunst gibt.

„Das Auge des Teufels“ im Kromlauer Rhododendronpark

Im sächsischen Kromlau, im Landkreis Görlitz, befindet sich Deutschlands größter Rhododendronpark. Zwar muss die Blütezeit des Rhododendrons noch bis zum Frühjahr warten, doch im Herbst fügen sich die rot gefärbten Blätter der Büsche harmonisch ins Bild der umliegenden Laubwälder ein. Und abgesehen vom Rhododendron gibt es im Kromlauer Park noch eine ganz andere Sehenswürdigkeit, die im Herbst nicht weniger spektakulär ist als zur Hauptbesuchszeit im Frühling: die Rakotzbrücke, auch „Teufelsbrücke“ oder „Auge des Teufels“ genannt. Diese geheimnisvolle, düster anmutende Brücke ist aus Basaltgestein gefertigt und entstand um 1860 in einer zehnjährigen Bauphase.

Ihren mystischen Namen verdankt die „Teufelsbrücke“ ihrem ungewöhnlich dünnen Bogen, der sich über den 35 Meter breiten Rakotzsee spannt. Früher glaubte man, nur der Teufel könne eine solch dünne Brücke bauen – und lauere darauf, seine Opfer über die Schwelle zu führen. Heute ist die Brücke baufällig und kann ohnehin nicht mehr betreten werden. Doch ein tolles Fotomotiv ist sie allemal! Weitere Erlebnisse im Rhododendronpark sind zahlreiche Wanderwege, das Kromlauer Schloss aus dem 19. Jahrhundert und eine Fahrt mit der historischen „Waldeisenbahn“, die in den 1860er Jahren zwischen Görlitz und Berlin verkehrte.

Inmitten von Felsriesen: Das Tal der Berg-Ahornbäume im Naturpark Karwendel

Sie sind eine wahre Erscheinung und teils uralt, die über 2000 Berg-Ahornbäume im Tal des sogenannten „Großen Ahornbodens“, im Naturpark Karwendel in Oberbayern.

Vermutlich ist es den jahrhundertelangen Überschwemmungen des „Rissbachs“ zu verdanken, dass hier so viele prächtige Berg-Ahornbäume wachsen: Die Wassermassen brachten sandigen und kargen Untergrund mit sich, den die Ahornbäume so lieben, und der Fichten und Tannen hingegen vertreibt. 

Viele Bäume stehen hier seit dem 17. Jahrhundert – damals, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, konnten junge Keimlinge heranwachsen, da das Vieh während der Kriegsjahre nicht auf dem Weidegrund graste und die jungen Triebe fras. Als nach dem Krieg bereits mehrere Bäume das Tal säumten, beschloss man, die Ahornbäume stehen zu lassen. Und so wuchsen sie zu den stolzen Riesen heran, die bis heute bezaubern. Seit 1928 ist der „Große Ahornboden“ Naturschutzgebiet – das älteste Tirols. 

Das Naturschauspiel ist zu jeder Jahreszeit schön, im Herbst ist es aufgrund der bunten Blätter jedoch besonders romantisch. Der „Große Ahornboden“ lässt sich über Lenggries oder Garmisch-Partenkirchen erreichen und hält stimmungsvolle Wandertouren bereit. Eine gemütliche, etwa einstündige Tour geht beispielsweise hinauf zur traditionellen „Binsalm“. Wer höher hinauf will, der kann weiter auf das knapp 2000 Meter hohe „Lamsenjoch“. Von oben sehen die bunten Ahornbäume ebenfalls prächtig aus!