Tunesien Rundreise im Frühjahr 2017

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Logboek van Gerd Ribnitzky
Gemaakt 20.05.2017

Tunesien Rundreise Frühjahr 2017

  • 10.03.2017 - 09.04.2017 (30 Dagen)
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Im Frühjahr waren wir auf einer Rundreise durch Tunesien.

1. Tag Graun
Lange Anfahrt nach Genua. Wir waren 14 Stunden unterwegs mit 3 Stopps. Erster in Mittenwald, dort gab es noch eine neue Gasflasche. Eine Gasflasche war nur halb voll, und mit dieser wurde das Reisemobil 2 Tage vorgeheizt. Ab Mittenwald fahren wir jetzt mit 2 vollen Flaschen – ein Nachfüllen in Tunesien ist nicht möglich, also müssen diese 2 Flaschen reichen (für Kühlschrank, Kochen, Warmwasser und Kaffee). Dann weiter nach Graun am Reschensee mit seinem versunkenen Kirchturm. Langer Koch- und Mittagessen-Stop. Es folgt eine sehr lange Etappe, naja, wenn man halt dem NAVI die Führung überlässt. Über Meran geht’s ins Eisacktal, dann schwenkt die Routenführung nach Westen. Upps – hallo Heshmat, wollen wir westlich des Gardasees langfahren, das soll ziemlich eng und langwierig sein. Aber das NAVI wertet ja die Verkehrslageinformationen über DAB aus, sollte eigentlich wissen wo der Verkehr rollt. Heshmat will Gardasee sehen. Na denn. Dadurch landen wir aber weiter westlich, und nicht bei Manerbio, wo die Autobahn nach Genua startet. Und so fahren wir weiter auf Staatsstraßen, von Kreisverkehr zu Kreisverkehr, jeden km ein Kreisverkehr bis zu einem Einkaufscenter bei Pavia. Im McDonald mit McCafe gab es für Heshmat eine Capuccino mit Sojamilch, und eine große Portion Pommes für alle. Die Sonne war jetzt untergegangen. Weiter ging's im Scheinwerferlicht bis Voltaggio. Hier standen wir auf dem zentralen Platz, und hatten eine ruhige Nacht.

2. Tag Voltaggio
Es ist frisch in Voltaggio. Einige Windschutzscheiben geparkter Autos sind aufgefroren. Leider sind die Toiletten hinter dem Spielplatz geschlossen. Nach dem Frühstück dann noch eine Runde durch Voltaggio. Der Fluß Lemme teilt sich hier in 2 Arme, und auf der von den Flußarmen umschlossenen Insel steht die Altstadt. Über die beiden Lemme Arme führen alte Steinbrücken, eine stammt noch aus der Römerzeit – die bauten noch mit langlebiger Qualität. Auf zur letzten Etappe auf dem Weg zur Fähre. Auf der Staatsstraße SP160 benötigten wir über eine Stunde für die letzten 40 km, durch eine tolle Landschaft, auf schmaler Straße (bei Gegenverkehr: Ausweichstelle suchen), über einen Pass nach Genua, und in Genua zum Hafen. Hört sich einfach an, aber selbst mit NAVI haben wir es erst im dritten Anlauf gefunden. Dort treffen wir Norbert, der unsere Gruppe komplett macht. Er fährt einen Allrad-LandCruiser, kein Wohnmobil, und hatte bei der Anfahrt zum Hafen in Genua die selben schlechten Erfahrungen mit dem NAVI. Im Hafen dann vielfach Kontrollen, schon vor Hafeneinfahrt – Ticket (was wollen wir im Hafen), und dann mehrfach Ticket und Pässe. An der Anlegestelle ein großer Parkplatz der sich langsam füllt, sehr füllt (ist die Fähre überbucht?). Um 14:00 Uhr soll die Fähre einlaufen, und 2 Stunden später wieder auslaufen. Tatsächlich kommt die Fähre ca. 2 Stunden später. Es dauert, bis das Schiff entladen ist. Und das Boarding dauert … Mittlerweile werden an der Fähre 10 Rettungsflösse mit einem Autokran ausgetauscht. Dann bricht das Chaos aus, jeder will zuerst an Board. Es gibt PKW-Plätze mit einer Höhe bis 2,7 m und die LKW-Plätze mit bis zu 5 m Höhe. 2,7 m ist für uns knapp zu niedrig. Also warten, bis wir schließlich in den Bauch des Schiffes gewunken werden. Jetzt alles was wir für die nächsten 22 Stunden brauchen, inkl. Essen ,Trinken und Pinscher, einpacken und unsere Kajüte suchen. Pinscher wird in einer eigens dafür gekauften Hundetasche getragen. Hunde und Tunesienfähren ist ein unschönes Kapitel. Es gibt Hundboxen, viele kleine in engem Raum, in welche Hunde verbracht werden können. Abgesehen davon, daß ich das als Tierquälerei bezeichnen würde, Pinscher würde alleine durchdrehen. Explizit Hundekabinen, wie wir es von der Fähre Rostock – Trelleborg kennen gibt es hier keine. Die Fähre legt endlich ab um 20:45 Uhr, nur 4:45 Stunden zu spät. In der Fähre sollen die Einreiseformalitäten erledigt werden können. Nicht bei uns, wir müssen ein Zielhotel angeben. Rundreise mit Gruppe, dann soll die ganze Gruppe kommen. Es scheint man will uns nicht haben. Das mit den Individual-Touristen muß sich wohl erst noch etablieren. Zur Kabine: 2 Betten (sehr hart), ein kleiner an die Wand geschraubter Tisch, ein zweitüriger Schrank und eine Naßzelle mit Toilette und Dusche. Keine Steckdose, kein Stuhle (ich sitze beim Schreiben im Bett), keine Bullauge (Innenkabine). Das Licht über Heshmat's Bett ließ sich Ein- aber nicht mehr Aus-schalten, also habe ich es für die Nacht durch das Vorhängen meiner Jacke verhüllt. Mehrfach unterbrochene Nachtruhe. Man spürt nur leicht den Seegang, es gibt nur kleine Wellen bei nur wenig Wind.

3. Tag Tunis
Was sich gestern noch wie ein unüberwindliches Hindernis anhörte, heute ist alles in Ordnung. Diesmal geht Heshmat vor und bekommt sofort den Stempel für die Einreise. Sie kommt zurück mit der Info, das KFZ-Formular nachzureichen. Das hab ich, also erneuter Versuch, und heute bekomme ich den Stempel sofort. Was wohl diese Sinnesänderung bewirkt haben mag? Stempel im Pass, Stempel auf dem KFZ-Formular. Heshmat meint da fehlt noch was und fragt nochmal nach. Die Polizei, zuständig für diese Einreiseformalitäten, hat sich auf 3 Lokalitäten im Schiff verteilt. Erste, an der ich war, ist nur die persönlich Einreise. Also nochmal hinauf, an der Zweiten wird dann die KFZ-Versicherung (gültig auch in Tunesien?) und der KFZ-Schein geprüft und mit Stempel bestätigt und an der Dritten wird eine 'Autorisation de Circulation pour un Vehicule Automobile' ausgestellt. Jetzt hab ich endlich alles – hoffentlich. Um 17:00 Uhr soll die Fähre in Tunis einlaufen. Schaun wir mal. Noch vor 17:00 Uhr kommen fleißige Hände und ziehen die Betten ab, wohlgemerkt während wir darauf sitzen, und bevor die Garagen geöffnet wurden und wir zu unseren Autos gehen konnten. Knapp verfehlt isch au vorbei – eine halbe Stunde später hat die Fähre angelegt, aber es dauert noch über eine Stunde, bis wir aus der Fähre herausfahren dürfen. Und dann noch eine knappe Stunde am Zoll macht halb acht. Mouldi passt uns ab und wir fahren gemeinsam mit Norbert der ein-einhalb Stunden vor uns aus dem Zoll kam zum ersten Übernachtungsplatz. Nach etwas rangieren stehen wir relativ gerade. Die SAT-Schüssel findet ASTRA auf Anhieb, und wir ziehen uns noch einen Tatort rein.

4. Tag Tabarka
Wir fahren in den Nordwesten Tunesiens nach Tabarka. Unterwegs gibt’s noch eine Mittagspause auf grüner Weide. Dann taucht auch schon das Genueser Fort über der Hafeneinfahrt von Tabarka auf. Im 16. Jh. von der Genueser Adelsfamilie Lomellini erbaut und später von den Türken stark zerstört, beherbergt es heute eine meteorologische Station und den Leuchtturm. An der gegenüberliegenden Mole die Les Aiguilles, die spitzen nadelförmigen und bis zu 25 m hohen Felsen. Tabarka ist eine altes Fischerdorf mit heute stark touristischer Prägung. Leider hat der Tourismus die vergangen vier Jahre kaum stattgefunden, und so sind einige Hotelkomplexe stark heruntergekommen. Im Hafen liegen viele Fischerboote und so fehlt es auch nicht an einer Boots-Aufbereitung. Doch hier wird nicht nur aufbereitet, hier wir auch abgewrackt, Boote die wohl nicht mehr zu retten sind. Wir sitzen vor unseren Autos am Hafen und genießen die Umgebung und die frische Seeluft.

5. Tag Dougga
Heute besuchten wir die archäologische Ausgrabungsstätte: Dougga. 25 ha davon sind seit 1997 auf der UNESCO Weltkulturerbe Liste. Im 2. Jh. vor unserer Zeitrechnung wurde die Stadt eine Residenz der Berberprinzen, die mit Rom gegen Karthago verbündet waren. Nach der Errichtung der neuen Provinz Africa Nova 46 vor unserer Zeitrechnung siedelten sich im römischen 'Thugga' die Verwalter der kaiserlichen Domänen an. Reisen römischer Kaiser nach Afrika gaben Anlass zum Bau von Tempeln und Triumphbögen. Seine Blüte erlebte 'Thugga' unter dem aus Lybien stammenden Kaiser Septimus Severus und seinen Nachfolgern im 2. und 3. Jh. unserer Zeitrechnung. Etwa 100 Jahre später setzte der wirtschaftliche Verfall ein. In der byzantinischen Zeit, im 6. Jh. dienten viele Monumente aus der römischen Epoche als Baumaterial. Auffällig unter den Gebäuden sind das 169 unserer Zeitrechnung errichtete Amphitheater für 3500 Zuschauer und das dreistöckige Mausuleum des Berberprinzen Ateban aus dem 3. Jh. vor unserer Zeitrechnung. Weitere interessante Gebäude sind der Triumphbogen Alexandres, die großen Zisternen, römische Bäder mit bunten Mosaikböden, ein römischen Forum, eine gut erhaltene Latrine und viele Tempel, Grundmauern und Straßen mit Originalbelag. Eine riesiges Gelände mit Ausgrabungen einer römischen Kleinstadt und sehr beeindruckend.

6. Tag Kairouan
Tunesier lieben Störche. Auf vielen Strommasten ist für diese Vögel extra ein Metallkorb angebracht. Ein paar Adebar-Impressionen von unterwegs. Heute ging es nach Kairouan, der ersten Metropole des arabischen Nordafrika. Die gut erhaltene Medina in der sich auch die große Moschee befindet zählt seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe. In Kairouan besuchten wir 2 Moscheen. Zunächst die große Moschee in der Medina. Sie ist vom Gründer der Stadt 671 erbaut und heute das größte tunesische Heiligtum, und nach Mekka, Medina und Jerusalem das viert-heiligste für gläubige Muslime. Für christliche Besucher zugänglich ist nur der mit Marmorplatten ausgelegte Hof, von dem man eine Blick in den offenen Gebetssaal werfen kann. In den heiligen Gebetssaal dürfen nur Muslime, ungläubigen Christen müssen draußen bleiben. Besonders ist die geometrische Anordnung der Säulen. Ob man geradeaus, nach rechts oder links schaut, immer hat man eine gerade Säulenreihe vor sich. In der Mitte des Hofes gibt es eine Sonnenuhr zur Errechnung der Gebetszeiten. Gleich hinter der Mauer welche die Medina einfasst liegt ein muslimischer Friedhof. Dann noch die Barbiermoschee in Kairouan. Ihren Namen hat sie nach Abu Zam'a al-Balawi, Gefährte und Vertrauter des Propheten, dessen Gebeine in diesem Mausoleum ruhen, und der von vielen Gläubigen besucht wird. Auch hier darf das eigentliche Grabmal nur von Muslimen betreten werden. Diese Moschee ist mit vielen bunten Kacheln und Gipsornamenten ausgekleidet. Dann fuhren wir weiter nach Gafsa um die Nacht auf einem Camping-Platz zu verbringen.

7. Tag Jebel el-Negueb
Fahrt zur Bergoase Midès an der algerischen Grenze ins Jebel el-Negueb Gebirge. Das Gebirge ist ein kahles, nur von niedrigen Büschen bestandenes Bergmassiv, an denen das Wasser seit Urzeiten tiefe Einschnitte hinterlassen hat. Wanderung am Rand der und in der Midès-Schlucht. Keine festgelegten Wege, freies wandern und wunderbare Aussichten. Dann fahren wir weiter nach Tozeur. Dort bin ich auf der Suche nach Briefmarken um die Ansichtskarten wegzuschicken. Hier stehen wir für die nächsten 2 Nächte in der Stadt auf einem kleinen Campingplatz.

8. Tag StarWars
Ab in die Wüste. Mit einem Allrad-Taxi fahren wir über Stein- und Sanddünen an den Rand des trockenen Salzsees Chott el-Gharsa. Und dann weiter zu den StarWars Filmkulissen. Obwohl teils bereits aus den 70er-Jahren sind diese noch ganz gut erhalten. Die trockene Wüste konserviert gut. Auf der Rückfahrt machen wir Halt in der Oase Nefta. Von oben wirkt die Kulisse unwirklich, wie von einem anderen Planeten. Am Nachmittag durchwanderten wir die Medina von Tozeurs. Sehr enge Gasse, hier ist das motorisierte Zweirad die beliebteste Fortbewegungsart. Die Ornamentierung mit vorstehenden Ziegelsteinen ist typisch für Tozeur und Nefta, heute aber auch andernorts zu sehen. Am Rand der Medina die alte Moschee aus dem 16. Jh. Wir können durch ein Seitenfenster einen Blick in den Gebetsraum werfen.

9. Tag Douz
Fahrt über einen Damm durch den trockenen Salzsee 'Chott el-Djerid'. Auf dem Salzsee wird Salzabbau betrieben. Früher wurden die Arbeiter mit Bussen an ihren Einsatzort gefahren. Einsetzender Regen machte den trockenen Salzsee zur Schlammgrube. Der Bus musste aufgegeben werden, und ist nun (ausgeschlachtet) beliebtes Touristenziel. Wir ließen unser WoMo auf dem Straßendamm stehen, und fuhren mit in Mouldis Allrad-LandCruiser zum Bus. Den Rückweg legten wir zu Fuß zurück. Auf dem weiteren Weg der heutige Salzabbau, mit Förderbändern und Baggern. Dann ging's weiter nach Douz. Douz ist ehemaliger Handelsplatz und Treffpunkt der Nefzaoui-Nomaden am Nordrand der Wüste Grant Erg Oriental. Sie wurde von den Franzosen zur Stadt ausgebaut und ist von einer grandiosen Dünenlandschaft umgeben. Nach unserer Mittagspause ging's erst mal in die Stadt. Es locken ein Gemüsemarkt, und ein Ladenforum mit Allerlei, nicht nur für Touristen.

10. Tag In der Wüste 'Grand Erg Oriental'
Wir verbringen einen Tag in der Wüste 'Grand Erg Oriental' in einem Sandrosen-Fundgebiet. Metergroße Exemplare werden mit Stahlseilen aus den gegrabenen Gruben gehoben, die Menschen sind mal wieder die größten Wühlmäuse der Wüste. Eine Sandrose ist ein bizarres Kristallgebilde, das meist aus Sandkörnern besteht, die in einen Kristall aus Gips eingebettet sind. Die wasserlöslichen Gipsrosen entstehen in heißen und trockenen Wüstengebieten. Durch schnell verdunstende Oberflächenfeuchtigkeit wird Grundwasser durch Kapillarkräfte nach oben gefördert. Die im Wasser gelösten Salze kristallisieren aufgrund der fortschreitenden Verdunstung aus und bilden zusammen mit dem Sand die charakteristischen, blattförmigen Strukturen. Viele außergewöhnliche Sandrosen werden in der tunesischen Salzwüste Chott el Djerid in Tiefen bis zu 50 m abgebaut. Dabei werden Exemplare mit einem Gewicht bis zu 6 t gefunden. Sandrosen sind bei entsprechender Lagerung haltbar und auch beliebte Sammelobjekte. Wir unternehmen kleine Wanderungen zu den Fundstellen und in die Dünen. Für die Fleischesser wird eine traditionelle Mahlzeit bereitet, mit Fladenbrot im Sand gebacken. Der Teigfladen wird im heißen Sand vergraben und darüber ein Feuer entzündet. Wenn das Brot durch ist, wird der Sand abgeklopft, und es schmeckt prima. Wir verweilen zwischendurch im Schatten unserer Fahrzeuge, und unter dem Sonnensegel, das ich zum ersten mal testen konnte. Auf der Rückfahrt zum Campingplatz in Douz kleine Sandsteinerhebungen mit einem Sandsockel der ihnen den Anschein von Felsmonoliten in Miniaturausgabe gibt.

11. Tag Ksar Ghilane
Spaziergang durch Douz mit Stadtansichten, dem Friedhof, einer Schreiner, einer Vogelhandlung, einer Reinigung und anderem mehr. Weiterfahrt zur warmen Quelle von Ksar Ghilane am Rand der Sahara. Hier wurde nach Öl gebohrt, und gefunden hat man eine schwefelhaltige Warmwasserschicht. Heute ist 20. März, Unabhängigkeitstag, Feiertag in Tunesien und so sind auch viele Ausflügler hier sich zu vergnügen. Es gibt Quad-Verleihe, Dromedar-Ausritte und die allerorten anzutreffenden Touristenfallen mit allerlei Andenken. Natürlich gehört ein Bad im warmen Quelltopf zum Besuch. Es ist angenehm im Wasser, allerdings bietet der Quelltopf kaum Ruhe- / Sitzgelegenheiten, und der Boden ist schlickig. Und gleich hinter dem Quelltopf beginnen die Dünen der Sahara.

12. Tag Wüstenfort
Vormittagsspaziergang in die Dünen mit Begegnung der Wüstenameise. An einem der Verkaufsstände hatten sie zwei hübsche junge Wüstenfüchse. Da der Vormittag etwas verregnet war (WOW – Regen in der Wüste), lud Heshmat die ganze Gruppe zum Mittagessen ein, und wir aßen zu viert in unserem Reisemobil. Am Nachmittag gingen wir zu Fuß durch die Sahara-Dünen zu den Überresten eines Wüstenforts, das dem Ort seinen Namen gab: Ksar Ghilane. Von Unterwegs mitgebracht: einige Dünen-Impressionen. Am Abend gab's ein Bad im Thermalwasser-Quellteich gemeinsam mit Pinscher. Gemeinsames schwimmen mit Pinscher, eine ganz neue Erfahrung. Überhaupt sind die Tunesier lieb zu Hunden, und Pinscher finden (fast) alle toll. Einmal wurden Heshmat im Tausch 3 Kamele geboten, aber was will ich mit Kamelen. Und bislang durfte er in jedes Geschäft. Die Tunesier sind wohl nicht nur an Touristen-Hunde gewöhnt, Pinscher bekommt auch fast überall Streicheleinheiten. Beinahe könnte man vergessen, daß wir in einem moslemischen Land unterwegs sind.

13. Tag Offroad
Offroad durch die Wüste. Mouldi nimmt uns in seinem LandCruiser mit, Norbert kommt mit dem eigenen hinterher. Zunächst zum Wüstenfort, welches wir gestern erwandert hatten, nur ist heute strahlend blauer Himmel. Dann zu einem Campingplatz, ca. 20 km südlich unseres Standortes, und nur über eine Offroad-Piste erreichbar. Dieser liegt direkt bei der großen Düne, die sich dort von Horizont zu Horizont erstreckt, oder wie Mouldi sagt, die bis Afrika reicht. Wie? Wir sind hier doch in Afrika, oder? Naja, für Europäer ist Tunesien in Afrika, aber für Tunesier ist Tunesien Mittelmeer-Anreiner, und Afrika beginnt erst südlich der Sahara. Gut, daß wir das geklärt haben. Der Campground verfügt über große Speisehallen, Übernachtungszelte (klein 2er, mittel 4er und groß 6er) und Duschen bei vollem Wüstenfeeling. Und am Abend dann nochmal gemeinsames schwimmen mit Pinscher, der schläft heute sicher wieder gut und lange.

14. Tag Douiret
Weiterfahrt nach Douiret mit einigen Zwischenstopps. Erster Stop in Tamezret. (In dieser Stadt spielten sich Teile des Rommel-Feldzuges ab.) Altes Stadtzentrum auf einer Anhöhe. Weiter dann Richtung West, unterwegs noch vor Matmata ein Museum in einem alten Höhlengebäude. Die Entstehung geht 400 bis 500 Jahre zurück. Um einen künstlich ausgehauenen Innenhof gruppieren sich Eingänge in unterschiedliche Bereich. Innen finden sich neben Schlafbereichen, Brunnen und Teppichwebrahmen auch einen Ölmühle für Olivenöl die von einem Kamel gedreht wurde. In Matmata machten wir den nächsten Fotostop mit Einkaufsmöglichkeit. Die ganze Region bildete über Jahrhunderte hinweg einen sicheren Zufluchtsort für die Berber des Landes. Dann besichtigten wir Ksar Schenk, eine jetzt verfallende alte Berber-Speicherstadt. In ihr wurde nicht gewohnt, es wurden nur Vorräte angelegt. Jede Familie hatte einen Speicherraum – es müssen sehr viele Familien gewesen sein. Die ganze Speicherstadt hat nur einen zentralen Eingang, durch den alle durch müssen, ob rein oder raus. Es kommt der letzte Teil der heutigen Fahrt, nach Douiret, unterwegs ein Blick auf das die Berberstadt Chenini.

15. Tag Berberstädte
Alte Berberstädte: Douiret, Chenini (oder neu Chenenni) und nochmal Douiret. Beide Städte waren um eine Berg gebaut, auf dessen Gipfel sich der Speicher mit Kammern für alle Familien befand. Waren, denn beide Städte sind nicht mehr bewohnt, bzw. heute wieder von Guides, Läden und Cafes für Touristen. Die ehemaligen Bewohner sind in moderne Städte in der Ebene gezogen. In den alten Berberstädten gab es kein fließend Wasser und auch keinen Brunnen. Das Wasser musste mit Lasttieren aus einer Oase herbeigebracht werden, und dementsprechend gab es auch wenig Komfort. P.S.: mir gefällt auch das Leben in der modernen Stadt besser. Besichtigung von Douiret bei Morgenschein und noch einmal bei Abendschein. Am Vormittag fuhren wir dann nach Chenini. Die Besichtigung einer weiteren Stadt mussten wir streichen, da alle Zufahrtswege von streikenden Tunesiern blockiert waren. Hier wird Phosphat abgebaut, aber von den damit verbunden Arbeitsplätze hat die ansässige Bevölkerung nichts, es arbeiten nur Auswärtige und Algerier im Phosphat-Abbau. Mittags standen wir schön in einem Palmenhain, und ich konnte zum zweiten Mal mein Sonnensegel einsetzen.

16. Tag Ile Djerba
Fahrt nach Osten auf die Insel Djerba. Ile Djerba ist Tunesiens größte Insel. Seine großen Sandstrände sind bei Touristen sehr beliebt. Djerba zeichnet sich aus, durch das friedliche Nebeneinander ethnischer und religiöser Minderheiten. So hatten auch einige vertriebene Juden hier eine Bleibe gefunden. Die Insel kam unter den Römern zu einer ersten Blüte. Verlor aber nach der Zerstörung durch die Vandalen jegliche Bedeutung, bis sie im Mittelalter ins Visier sich bekämpfender Mittelmeermächte geriet, und dabei mehrfach stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Verwaltungshauptstadt ist Houmt Souk, das wir morgen besichtigen wollen. Für heute Nacht stehen wir auf der Lagunen-Zunge im Osten der Insel bei Cap Taguermess, dessen Leuchtturm innerhalb unserer Sichtweite liegt.

17. Tag Houmt Souk
Wir erkunden Houmt Souk, die Verwaltungshauptstadt der Insel Djerba. Im Hafen stehen neben Fischerbooten viele Ausflugsboote für Touristen. Aber leider auch viele überholungsbedürfige Boote. Am Hafen steht auch die Festung 'Borj el-Kebir'. Erbaut wurde sich 1289 nach der Einnahme der Insel durch den König von Sizilien. Die Hafsiden zerstörten die Anlage später und errichteten an gleicher Stelle ein neues Bollwerk. Eine erste Restaurierung unternahm 1560 der damalige Gouverneur von Djerba. Heute ist Sonntag, und so fällt das Angebot auf dem Markt nicht so reichlich aus wie Werktags. Obst und Gemüse, Korbwaren und Keramik, Fleisch und Fisch, Gewürze und Kleidung, alles was man braucht, obwohl viele der Marktläden geschlossen blieben. Am Nachmittag besucht Heshmat ein Hamam, und wir finden uns wieder auf dem Strandplatz im Osten der Insel ein.

18. Tag Chaffar
Wir verlassen die Insel Djerba mit der Fähre und fahren bis Chaffar, ca. 4 km östlich von Mahres. Unterwegs gab's eine kleine Unachtsamkeit, und so mussten Bremsen und Radnaben einer extra Kühlung unterzogen werden (glücklicher Weise nicht unsere). In Chaffar stehen wir direkt am Mittelmeer, an einem Sommer-Strandcafe. Noch ist es recht kühl und es sind noch keine Touristen im Land, die den Strand und das Cafe bevölkern. Der öffentliche Platz war sehr vermüllt, und dieser kleine Privatplatz bietet zusätzlich eine Toilette. In Chaffar häufen sich Sommerresidenzen betuchter Bürger. Oft geschützt mit hohen Mauern, Videoüberwachung und vergitterten Fenstern und Türen. Unsere Gastgeber, die Strandcafe-Betreiber, betätigen sich auch des Fischfangs. Das Netz von der letzten Ausfahrt muß noch entwirrt und gereinigt werden.

19. Tag Ile Kerkenna
In Chaffar genießen wir einen schönen Sonnenaufgang. Die Auf- und Untergänge laufen hier viel schneller ab, als in unserer nördlicheren Region, und heute wurde die Sonne von Wolken teilweise verschleiert. Wir setzen mit der Fähre über von Sfax (zweitgrößte Stadt Tunesiens) auf die Insel Kerkennah. Diese Insel (oder Inselgruppe) ist etwas weiter vom Festland entfernt, die Überfahrt dauert 1¼ Stunden. Vielleicht wegen der längere Anreise gibt’s auch weniger Touristen, dafür mehr unberührte Naturlandschaften, und weite seichte Strände. Wir machen eine Rundfahrt durch die Inselgruppe. Nur wenige ältere Bauten stehen hier. Das Ford in der Mitte der Inselgruppe am nordwestlichen Strand stammt von den Osmanen, die Überreste davor aus der Römerzeit. Bei den Palmen sehen wir eine neue Art der Ernte. Der Palmwedelkopf wird entfernt, und über einen eingeschobenen Halm wird Palmensaft geerntet. Die Palme liefert den Saft etwa ein halbes Jahr lang, dann ist die Palme tot. Dieser Saft ist eine beliebte Spezialität und gilt als sehr gesund. Für Palmen ist jetzt die Zeit des Bestäubens. Auf einer Palme stehen die Blütenstauden in voller Pracht. Da nur wenige Touristen die Inselgruppe besuchen, ist Fischerei auf der Inselgruppe weit verbreitet. Im seichten Strand werden Stellnetze aufgestellt. Und in den regionalen Häfen finden sich viele Fischerboote. Außerdem gibt es um die Inselgruppe Erdgas und Erdöl Lagerstätten. Vor den Inseln wird gebohrt und gefördert, und auf einer Insel auch verarbeitet. In der Nähe unserer Übernachtungsstätte eine Friedhof, nicht wie die der Berber. Und ein Stück weiter ein Wasserspeicher. Im alten Teil (Tonnengewölbe) ist ein Teil der Decke eingestürzt, und im Wasser schwimmt der Müll. Dieses Wasser möchte man lieber nicht trinken.

20. Tag Ile Kerkennah
Größter Wirtschaftszweig ist mit Abstand die Fischerei. Wir sind auf dem Fischmarkt am Fährhafen, und dann in Fischerhäfen auf der ganzen Inselgruppe, bis in den äußersten Osten. In einer kleinen Fischerboots-Werft werden traditionell Holzboote gefertigt. Auch sehen wir viele Beispiele der Stellnetz-Fischerei in den seichten Stränden der Inselgruppe. In direkter Nachbarschaft zum Fort in der Mitte der Inselgruppe ist ein Hotel gehobener Klasse. Rezeption, Restaurant, Cafe und Zimmer gruppieren sich um einen Innenhof, in welchem ein großer Pool zum Schwimmen einläd. Wir testen den Espresso – naja, und lassen uns ein Zimmer zeigen – oha, mit Blick auf das Ford. Aber welcher Tourist kommt in diese Abgeschiedenheit?

21. Tag El Djem
Bye bye Kirkennah, wir fahren mit der Fähre zurück aufs Festland. Und weiter, zunächst nach El Djem (oder El Jem). Hier stand, nach Rom und Capua, das drittgrößte Kolosseum des Römischen Reiches. Seine Überreste stammen aus dem 3. Jh. und es hatte ca. 35000 Plätze. Hier ist auch der unterirdische Teil mit Räumlichkeiten für Gladiatoren und Tieren, mit Magazinen und Durchläufen, auffallend gut erhalten. Die Arena misst 64 x 39m, das ganze Kolosseum hatte eine Umfang von 427 m. Im Kolosseums-Eintritt enthalten ist auch der Eintritt ins Ausgrabungs-Museum. Im Museum werden schöne Mosaiken aus den römischen Villen des in der Blütezeit sehr wohlhabenden 'Thysdrus' präsentiert. Dann fuhren wir weiter nach Mahdia. Der natürliche Hafen war ausschlaggebend für diese punische Gründung. Bedeutung erlangte Mahdia im 9. Jh., als die schiitischen Fatimiden sie zu ihrer tunesischen Hauptstadt machten. Die Festung Borj el-Kebir stammt aus spanischer Zeit. Wir übernachten am Strand von Mahdia, in der Nähe der Universität.

22. Tag Monastir
Heute besuchen wir Monastir. Der Ribat von Monastir ist der älteste einer Festungskette die im 8. Jh. entlang der tunesischen Küste entstand um der Byzantinergefahr vorzubeugen. Es handelt sich im Ursprung um ein quadratisches Monument mit runden Ecktürmen, von denen einer als Feuerturm diente. Im 10. Jh. wurde der Westflügel als Frauen-Ribat zugebaut, in welchem die weiblichen Mönchssoldaten ihre Wohnzellen hatten. Der im ersten Stockwerk gelegene ehemaligen Gebetssaal der Ritter wurde 1958 in ein Museum umgewandelt. Alle Ebenen des Ribat sind nach der Restaurierung zugänglich, ebenso der Feuerturm der einen schönen Blick auf Monastir, den Hafen und den Friedhof mit dem Mausoleum des Republikgründers Habib Bourguiba erlaubt. (Bourguiba war der erster Parlamentsvorsitzender des seit 20. März 1956 von Frankreich unabhängigen Tunesien, und unter seiner Führung wurde am 25. Juli 1957 die Monarchie abgeschafft. Bourguiba gilt als Republiksgründer und wurde am 8 Nov. 1959 zu Tunesiens erstem Präsidenten gewählt.) Die Ursprünge Monastirs reichen zurück bis in die punische Zeit. Unter dem Namen Ruspina hatte Julius Cäsar hier einen Stützpunkt für seine Afrikafeldzüge angelegt. Noch heute ist die Altstadt von einer Stadtmauer umgeben. Viele Stadttore und ein vorgelagerter Verteidigungsturm gehören zur Befestigung. Am Nachmittag sind wir weiter nach Sousse gefahren. Wir waren im Hafen und am Strand. Morgen wollen wir ins Zentrum.

23. Tag Sousse
Die ersten phönizischen Seeleute kamen im 7. Jh. vor unserer Zeitrechnung in diese Gegend. Gegründet wurde Sousse 100 Jahre später als Hadrumet durch neue phönizische Einwanderer. 310 vor unserer Zeitrechnung wurde die mit Karthago verbündete Stadt zerstört. Anfang des 4. Jh. wurde Sousse Hauptstadt der Provinz Byzacena. Als die Araber 647 die Stadt angriffen, war sie bereits von Berberstämmen verwüstet worden. In der Folgezeit wechselten Epochen der Blüte und des Niedergangs. Der Ribat von Sousse gilt wegen seiner geometrischen Gleichmäßigkeit als einer der schönsten des Landes. Der Turm (Nador) diente zur Übermittlung von Feuerzeichen. Bewohnt wurden die Ribats von Mönchssoldaten, Kriegern die sich freiwillig zum Dienst meldeten, in den Festungen aber ein mönchisches Dasein mit Gebeten und religiösen Riten führten. Neben dem Ribat steht die große Moschee. Die Medina von Sousse ist seit 1988 auf der UNESCO Welterbeliste, und sie ist ringsum von einem Stadtmauer umgeben. In der Medina offene und überdachte Souks mit vielen Geschäften.

24. Tag Kelibia
Wir fahren auf die große Halbinsel östlich von Tunis in den nördlichen Teil von Cap Bon, nach Kelibia. Schon von weitem sehen wir die Festungsanlage oberhalb Kelibias, die wir morgen besichtigen wollen. Wir quartieren uns am Strand nordöstlich von Kelibia ein, und genießen die schönen Ausblicke: Richtung Südwesten der Blick über Kelibia auf die Festung, vor uns der Strand, und Richtung Nordosten der Blick auf einen gestrandeten Fischtrailer. Essensbereitung durch Fischgrillen mit eine Grillfeuer im Schubkarren – so geht’s auch. Am Nachmittag dann ein Spaziergang am Strand entlang zum Wrack.

25. Tag Kelibia
Bevor wir die Festungsanlage erklimmen, besichtigen wir ein Gräberfeld aus punischer Zeit. In den Fels gehauene Familiengrüfte und kleine Kindergräber. Eine Treppe führt hinunter in die Gruft, die mit einem großen Stein verschlossen wurde. Dann gehen wir zur Festung hinauf. Die Festung stammt aus der Hafsidenzeit (13. Jh.). Kelibi ist eine phönizische Gründung, wurde aber im 16. Jh. von den Spaniern schwer verwüstet. An der Festung wurde einiges rekonstruiert, so ist die Festungsmauer komplett geschlossen. Leider stehen innerhalb der Festungsmauern neue Gebäude, die nicht in das Ensemble passen, und für deren Bau sicherlich alte Originalsteine verwendet wurden die jetzt für eine Rekonstruktion fehlen. Auf dem Rückweg kreuzen wir einen Friedhof aus neuerer Zeit.

26. Tag Kerkouane
Wir fahren weiter in nördlicher Richtung und kommen nach Kerkouane. Kerkouane ist das einzige Beispiel einer rein punischen Ruinenstätte und steht heute auf der UNESCO-Welterbeliste. Die ältesten nachweisbaren Spuren reichen zurück bis ins 6. Jh. vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.). Wahrscheinlich wurde die Stadt zweimal zerstört, nämlich im Jahr 310 v.u.Z. durch Agathokles und im ersten römisch-karthagischen Krieg (256-255 v.u.Z.) durch die Soldaten Regulus´. Die Stadt erstand aus ihrer Asche nie wieder auf, und so präsentieren sich die ausgegrabenen Überreste heute im Zustand von Mitte des 3. Jh. v.u.Z.. Ihren Reichtum bezog die nur in Ihren Grundmauern erhaltene Stadt von der Züchtung der Murex-Schnecken, die zur Herstellung der damals gesuchten Purpurfarbe dienten. Die Stadthäuser waren mit Sitzbadewannen und schönen Fußböden ausgestattet. Ein System von Rinnen sammelte das Regenwasser, und in tiefen Gräben auf einer der Straßenseiten wurde das Schmutzwasser ausgeleitet. Es gab vermutlich gute Handelsbeziehungen zur griechischen Welt. Unter den Ausgrabungs-Gegenständen fanden sich Kultobjekte, wie Nachbildungen der Artemis von Ephesus, oder Vasen und Keramiken griechischen Ursprungs. Weiter geht’s nach El Haouaria nahe an Cap Bon. Salzwasser, Gischt und Erosion haben aus dem mit Kalk durchsetzten Sandstein bizarre Formen entstehen lassen. Der Stein lässt sich gut bearbeiten, daher nutzten die Römer diese Bucht als Steinbruch. Auf der Weiterfahrt machen wir Halt bei einer Heiße Quelle. Hier in Douala fließt 80°C heißes Wasser direkt ins Mittelmeer. Jugendliche suchen die Wohlfühlzone wo das heiße Quellwasser das kalte Mittelmeerwasser ideal erwärmt hat. Wir übernachten in Soliman am Meer, ca. 25 km vor Tunis.

27. Tag Tunis
Wir fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr ins Zentrum von Tunis. Erst mit dem Bus zum Vorortzug (Fahrzeit ca. 20 min) dann mit dem Vorortzug nach Tunis (Fahrzeit ca. 45 min) zum Gare Centrale de Tunis (Hauptbahnhof, wenn man das Angesichts von nur 3 Bahnlinien im ganzen Land so nennen kann). Auf dem Weg zur Medina besuchen wir zunächst den Marché Central, die 2007 renovierte Markthalle, mit einem bunten Angebot von regionalen Früchten und Gemüse, Blüten und Gewürzen, Fleisch und Fisch. Die Medina betreten wir durch den Bab el-Bhar, das alte Westtor. Von der ehemaligen Stadtmauer ist leider nichts mehr zu sehen. Die Medina von Tunis zählt seit 1976 zum UNESCO Weltkulturerbe, und wurde seit dem (bis 2011) teilweise renoviert und rekonstruiert. Der Zustand ist entsprechend sehr unterschiedlich, von neu renoviert bis verfallen. Wir gehen quer durch die Medina, haben einen Blick über die Dächer, gehen vorbei an der großen Moschee und kommen zum Regierungsviertel. Zentraler Platz ist der Place de la Kasbah mit der Kasbah genannten großen Skulptur. Davor das Finanzministerium, dahinter das Hotel de Ville (Rathaus oder Parlament?) und links und rechts von Moscheen flankiert. Dann wieder zurück durch die Medina mit seinen Läden, Handwerkern und großen Portalen, zum Bab el-Bhar. Wir gehen noch etwas Richtung Osten und kommen zur Cathédale Saint Vincent de Paul. Dann wieder zum Bahnhof und mit dem öffentlichen Nahverkehr zurück.

28. Tag Carthage
Wir fahren nach Karthago (Carthage) und besuchen die Reste die von der zerstörten Stadt wieder ausgegraben wurden. Zunächst das römische Theater, leider ein Anschauungsobjekt wie Archäologie nicht gemacht wird. Die Bühne ist mit moderner Theatermaschinerie überbaut, die Sitzreihen großteils neu ausgemauert, damit das Theater als Aufführungsort genutzt werden kann. Dann ein Viertel mit römischer Villa und teilweise originalem Straßenbelag. Unter dem mit breiten Steinen belegten Fußweg verläuft ein Wassergraben. Im Garten die Teile einer Getreidemühle, ein konischer Ring sitzt auf einer Art Pyramidenstumpf. Oben kommt das Getreide auf den Stumpf, dreht man den konischen Ring kommt unten das Mehl heraus. Viele aufgefundene Mosaikböden lagern in einem Magazin aneinander gelehnt. Jetzt kommen die noch am Besten erhaltenen Teile: die Thermen des Antonius. Sie sind dem Stil der Caracalla-Thermen nachempfunden und sind ein Zeugnis des Wohlstandes der Stadt. Auf dem zentralen Hügel dem Byrsa hatten die Römer einen Tempel mit Forum errichtet. Hier steht heute das Museum de Carthage mit vielen interessanten Exponaten. Und schließlich besuchten wir noch das Amphitheater. Ausgestaltet mit Gängen war es der Veranstaltungsort von Tier- und Gladiatorenkämpfen. Nur ein wenig entfernt liegt Sidi Bou Said. Aus Spanien geflohene arabische Andalusier hatten sich hier am Berghang angesiedelt und eine Stadt in weiß und blau erschaffen. So wie früher ein Anziehungspunkt für Maler, so heute für Touristen aus aller Welt.

29. Tag Tunis
Abschied von Tunesien. Wir stehen an der Hafeneinfahrt und warten auf unsere Fähre. Das Schwesterschiff, mit dem wir gekommen waren, steht am Peer und hat Pause. Das neue kommt, wird entladen, und dann dürfen wir an Board. Vom obersten Deck haben wir einen Blick über den Teil des Hafens von Tunis in welchem die Zollabfertigungshallen stehen, und in denen wir bei der Ankunft viel Zeit verbringen mussten. Diesmal ist die Fähre ziemlich leer. Dadurch geht es zwar schneller (nur 2:45 Stunden verspätete Abfahrt), aber die Fähre liegt auch viel höher im Wasser. Wir haben spiegelglatte See, also kaum Schaukelbewegungen, aber die Vibrationen des Schiffsdiesels lassen die ganze Fähre erzittern. Eine auf und abschwellende Amplitude, unsere Kabine liegt wohl genau im Resonanzbereich. Mit vollem Schiff und größerem Tiefgang wären die Resonanzfrequenzen wesentlich tiefer und der Schiffsdiesel besser gedämpft. Diese Nacht verlief reichlich unruhig.

30. Tag Genua
Ankunft in Genua. Bei Tag ein Blick auf die bebauten Hügel an der Mittelmeerküste und auf den Hafen von Genua. Gegen 14:00 Uhr rollen wir von Bord. Dann die Einreise in die EU (EU-Außengrenze). Das zieht sich ziemlich in die Länge (etwa eine Stunde). Wir starten unsere Rückfahrt und kommen bis Brentino Belluno, wo wir auf dem Parkplatz einer Pizzeria zum Übernachten stehen dürfen.

31. Tag Graun
Zweiter Teil der Heimreise. Es geht wieder über den Reschenpass mit einem weiteren Fotostopp am Reschensee mit der Kirchturm von alt Graun. Und einem weiteren kurz vor der deutschen Grenze mit Blick auf die Zugspitze.