Périgord / Dordogne - 14 Tage im Südwesten Frankreichs

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von Marcel IrMa Werdenberg

Périgord / Dordogne - 14 Tage im Südwesten Frankreichs

Wir dachten: im Camper sind wir am Besten geschützt. Und haben uns im Juli 2020 auf den Weg nach Frankreich gemacht. Natürlich nicht ans Mittelmeer (zu viele Menschen), sondern ins grüne Hinterland. Es hat sich gelohnt!

Von Sissach, Schweiz nach Sissach, Schweiz
1809 Kilometer 15 Tage 43 Wegpunkte
Tag 1

Sissach, Schweiz

4450 Sissach, Schweiz

Abfahrt am 8. Juli 2020

Genf, Schweiz

Jonage, Frankreich

69330 Jonage, Frankreich

Stellplatz Jons (Jonage)

Grosser Parkplatz eines alten Sportplatzes mit geschottertem Flachboden, Bäume über den Picknick-Tischen. Gratis Wasser und Strom. Markt mit lokalen Produkten im Ort zu Fuss erreichbar.

Tag 2

Thiers, Frankreich

63300 Thiers, Frankreich

Clermont-Ferrand, Frankreich

Brive-la-Gaillarde, Frankreich

19100 Brive-la-Gaillarde, Frankreich

Brive ist bekannt für seinen Wochenmarkt, bei dem Einwohner und Besucher die schmackhaften Produkte der Umgebung entdecken und kaufen können.

Flower Camping Le Lac du Causse

19600, Lissac Sur Couze, Frankreich

Camping liegt oberhalb des Lac-du Causse. Grosszügige Stellplätze unter vielen Bäumen. Alles sehr sauber, auch der Swimmingpool. Preis: €28.00

Tag 3

Turenne, Frankreich

19500 Turenne, Frankreich

Ausflug nach Turenne, eine ehemalige Grafenstadt, die heute zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Aus ihrer reichen mittelalterlichen Vergangenheit hat Turenne viele Spuren bewahren können: das Schloss aus dem 13. Jahrhundert, das Haus des Seneschalls, das Tor Mauriolles und das Haus der Domherren sind dafür wunderbare Zeugen.

Spaziergang durch den historischen Stadtkern mit den malerischen steilen Gassen, die von hübschen Häusern gesäumt sind bis zum Schloss oben auf dem Hügel.

Es sind noch zwei hohe Türme, die von einem hübsch angelegten Garten getrennt werden zu besichtigen: der alte Bergfried aus dem 14. Jahrhundert, in dem sich der schöne Gardesaal mit einem Spitzbogengewölbe befindet und der Turm Caesar, ein alter Wachturm aus dem 13. Jahrhundert. Oben an seiner Wendeltreppe bietet er ein wunderschönes Panorama auf das grüne umliegende Land.

P.S.: in Turenne haben wir einen gut besuchten Stellplatz gefunden.

Flower Camping Le Lac du Causse

19600, Lissac Sur Couze, Frankreich
Tag 4

Montignac

Spaziergang durch die alten Gassen, über den Markt, der um die Kirche herum stattfindet und entlang der Vézère.

In der Crêperie "Le Triskell" auf der Terasse mit Blick über die Vézère die besten Galettes gegessen.


Camping Le Moulin du Bleufond-Lascaux

Avenue Aristide Briand, 24290, Montignac, Frankreich

Recht voller, gut organisierter Campingplatz beim Sportplatz. Mit kleinem Restaurant und sehr gutem Bier.

Tag 5

Grotte von Lascaux - Höhlenmalerei

Sie gilt als „Sixtinische Kapelle der Höhenmalerei“ und zählt zu den bedeutendsten Fundstätten prähistorischer Zeit: die Höhle von Lascaux mit den besterhaltenen prähistorischen Malereien Europas. Mehr als 2000 Figuren und Zeichen sind hier auf beiden Seiten eines nur 150 Meter langen schmalen Höhlenganges entstanden. Neueste Untersuchungen weisen darauf hin, dass ihre Entstehung bis zu 19.000 Jahre vor Christus zurückreicht. Die Bilder zeigen vor allem Tiere wie Auerochsen, Wisente, Hirsche und Pferde.

Seit 1949 der Öffentlichkeit zugänglich, musste die Höhle 1963 geschlossen werden, denn die Atemluft der täglich mehr als Tausend Besucher setzte den Kunstwerken zu und drohte, sie zu zerstören. Noch heute sind sie – trotz aufwändiger Belüftungs- und Klimaregulierungssysteme – von Pilzbefall und Schimmel bedroht. Auch die erste originalgetreue Nachbildung der Höhle, Lascaux II, die 1983 eröffnete, musste 2012 wegen des hohen Besucherandrangs geschlossen werden, der nicht nur Lascaux II, sondern auch die Originalhöhle gefährdete. Unter dem Titel "Lascaux III" tourt seit 2012 auch eine Wanderausstellung durch die Welt. Heute ist die neueste Nachbildung "Lascaux IV" für die Zuschauer offen. Der Besuch lohnt sich!

Saint-Léon-sur-Vézère, Frankreich

24290 Saint-Léon-sur-Vézère, Frankreich

Weiterfahrt mit dem Töff nach Saint Léon-sur-Vézère. Sehr reizvolles Dorf in einer Schlaufe der Vézère. Sein Charme liegt in seinen mittelalterlichen Häusern mit hellen Steinen und der romanischen Kirche.

Roque Saint-Christophe, Peyzac-le-Moustier, Frankreich

Roque Saint-Christophe, 24620 Peyzac-le-Moustier, Frankreich

Eigenartige Felsenstadt mit in den senkrechten Kalksteinfelsen gegrabenen Höhlen und gemauerten Häusern, die über steile Treppen zugänglich sind.

Die etwa 900 m lange und 80 m hohe Felswand weist etwa hundert "Wohnungen" auf, die sich über fünf lange, vom Fluss ausgewaschene Hochterrassen verteilen. Diese natürlichen Höhlen wurden schon in der Steinzeit von Menschen bewohnt.

Im Mittelalter diente eine im Fels entstandene befestigte Siedlung bis zu 1500 Bewohnern als Schutz vor den Einfällen der Wikinger und Normannen sowie den bewaffneten Auseinandersetzungen in der Zeit des Hundertjährigen Krieges. Erst während der Religionskriege wurde die Anlage schliesslich zerstört.

Tag 6

Kanufahrt auf der Vézère

In 3 Stunden ca. 12 km von Montignac nach Saint-Léon gerudert. Die Vézère ist meist sehr ruhig mit wenigen Stromschnellen und immer nur so tief, dass man überall stehen kann. Unterwegs treiben wir an 3 Schlössern vorbei (u.a. Château de Losse). Die Rückfahrt erfolgt bequem im Kleinbus.

Tag 7

Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil, Frankreich

24620 Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil, Frankreich

Fundort des Cro-Magnon-Menschen. Als Epoche der Cro-Magnon-Menschen gilt die Zeitspanne vom ersten Nachweis von Homo sapiens in Europa vor etwa 40.000 Jahren bis zur Entwicklung des heutigen Menschen vor etwa 12.000 Jahren.  Nicht verwandt mit dem Neandertaler.

Im kleinen Ort sind noch Überreste einer Burg in einer steilen Felswand zu sehen.

Le Bugue, Frankreich

24260 Le Bugue, Frankreich

Bekannt ist Le Bugue durch seine mittelalterliche Brücke von 1463 über die Vézère. Ausserdem ist hier das Village du Bournat, ein Freilichtmuseum, das ein Bauerndorf des Périgord zu Ende des 19. Jahrhunderts zeigt.

Bei unserem Besuch war die halbe Innenstadt ein Markt mit köstlichen lokalen Produkten.

Camping Le Port de Limeuil

Rue du port, 24480, Alles Sur Dordogne, Frankreich

Gut ausgestatteter Campingplatz direkt an der Dordogne mit eigenem Schwimmbad. Preis: €37.80

Limeuil

Limeuil liegt an der Mündung der Vézère in die Dordogne. Zwei rechtwinklig zueinander stehende Brücken überqueren die beiden Flüsse. Es herrscht reger Kanu-Verkehr.

Im Ort besichtigen wir auf dem alles überragenden Hügel die "Jardins Panoramiques": thematisch angelegter hübscher botanischer Garten mit schöner Aussicht.

Tag 8

Camping Les Magnanas, Vézac, Frankreich

24220, Vézac, Frankreich

Campingplatz direkt an der Dordogne mit Blick auf 3 Schlösser! Sehr hilfsbereite Campingleiterin, die von früh bis spät hilft und abends auch noch ein besonders gutes Bier serviert - natürlich mit Schutzmaske! Preis: €20.60

Château de Beynac, Beynac-et-Cazenac, Frankreich

Beeindruckendes Schloss mit mächtigem Bergfried hoch über dem Fluss und Städtchen. Solche Wehrtürme sind typisch für die Zeit um 1200, als Richard Löwenherz Hausherr war.

Besichtigung in allen öffentlichen Gebäuden nur mit Schutzmaske!

Beynac-et-Cazenac, Frankreich

Kleines Dorf angeschmiegt an den Felsen mit Häusern teilweise aus dem 15. Jahrhundert.

Tag 9

Sarlat-la-Canéda, Frankreich

24200 Sarlat-la-Canéda, Frankreich

1962 wurde ein Gesetz zum Schutz französischer Kulturdenkmäler erlassen. Sarlat erhielt als erste Gemeinde Fördergelder. Die Stadtherren erkannten schnell die Chancen und liessen bis 1974 nicht nur einzelne Stadtpalaises, sondern die gesamte Innenstadt renovieren. Seither ist Sarlat ein historisches Schmückstück der Renaissance und dient wiederholt als Filmkulisse.

In einer ehemaligen Stadtkirche ist heute ein Feinkostmarkt.

Château Castelnaud, Castelnaud-La-Chapelle

Bereits 1214 im Krieg gegen die Katharer (Glaubensbrüder) niedergebrannt wird die Burg im 13. Jahrhundert mit einem mächtigen viereckigen Bergfried wieder aufgebaut. Während des Hundertjährigen Krieges wechselt die Burg siebenmal die Seite zwischen den Franzosen und Engländern. Nach 1442 wird die Burg erweitert (Vorburg, Zugbrücke, Wohntrakt). 1520 wird der mächtige Artillerieturm mit 5m dicken Mauern erbaut.

Auf unserem Rundgang sehen wir verschiedene Waffen, u.a. Kanonen (Arquebute, Veuglaire-Kanonen und sogar eine Kanonenorgel), Armbrüste und riesige Katapulte.

Von der Burgmauer hat man eine wunderbare Aussicht auf die Dordogne bis zum Schloss Beynac.


Camping Les Magnanas

24220, Vézac, Frankreich
Tag 10

Gärten von Marqueyssac

Das im 17. Jh. erbaute Schloss ist in Privatbesitz. Der dazugehörende 22 ha grosse Park wurde als Lustgarten angelegt. Mehr als 150'000 Buchsbäume wurden hier angepflanzt. 5 Gärtner schneiden sie von Hand teilweise als Skulpturen oder einfach als Wegbegrenzung. Die mehr als 6 km langen Wege in Marqueyssac winden sich auf 3 unterschiedlichen Höhen auf dem Felsplateau nach Süden. Der Belvédère ist eine 130 m über dem Fluss angelegte Aussichtsplattform mit phantastischem Panoramablick auf Roque Gageac.

Roque Gageac

Eingeklemmt zwischen den Kalksteinfelsen und der Dordogne: malerisches, mittelalterliches Dorf mit einer Felsenburg und vielen Touristen.

Tag 11

Domme, Frankreich

24250 Domme, Frankreich

Im Hundertjährigen Krieg wurde das Dorf hoch über der Dordogne als Bastide mit Strassen nach streng rechtwinkligem Muster, Stadtmauern und Stadttoren angelegt. Im Untergrund liegen die Grotten von Domme, mehrere Tropfsteinhöhlen, die durch teils sehr niedrige Gänge miteinander verbunden sind.

Domme war kaum errichtet, als es schon unfreiwillig in die weltgeschichtlichen Ereignisse jener Zeit hineingezogen wurde: 1305 wurden die Mitglieder des Ordens der Tempelritter auf Drängen des französischen Königs der Ketzerei angeklagt um an ihre Reichtümer zu gelangen. Auf einen Schlag wurden daraufhin am 13. Oktober 1307 alle Templer verhaftet. Auch die Tempelritter, die kurz zuvor in Domme eingezogen waren, entgingen ihrem Schicksal nicht und wurden in der gerade fertiggestellten Porte des Tours eingekerkert - bis zu 70 Personen waren damals dort zusammengepfercht.

Während ihrer Haft haben die Templer Botschaften, sog. Graffiti, in die schweren Mauern geritzt. Es finden sich einzelne Wörter, Kreuze, Figuren und verschiedene Symbole. Bis 1318 waren alle Templer umgekommen.

Auf dem Aussichtspunkt Belvedère de la Barre geniessen wir die grandiose Aussicht ins Tal der Dordogne bis Roque Gageac.

Martel, Frankreich

46600 Martel, Frankreich

Städtchen mit Charme und kleinen Gassen rund um die Markthalle aus Holz und die Kirche mit ihrem achteckigen Turm.

Camping Les Chalets sur la Dordogne

Au Port, 46130, Girac, Frankreich

Schattige Plätze an der Dordogne, mit Schwimmbad und Pizzeria.

Tag 12

Carennac, Frankreich

46110 Carennac, Frankreich

Ausflug mit Töff zu den "Schönsten Dörfern Frankreichs". 1. Station: Carennac an der Dordogne.

Loubressac, Frankreich

46130 Loubressac, Frankreich

2. Station: Loubressac, auf dem Felsen über der Dordogne

Autoire, Frankreich

3. Station Autoire: Strassendorf mit schönem Brunnen und alten Häusern.

1.5 km Wanderung zum 33 m hohen Cascade im Cirque d'Autoire (runde Felsenwand).

Camping Les Chalets sur la Dordogne

Au Port, 46130, Girac, Frankreich

Weiterfahrt

entlang der Dordogne nach Norden.

Erste Bilder: genietete Eisenbahnbrücke

Tag 13

Beaulieu-sur-Dordogne, Frankreich

19120 Beaulieu-sur-Dordogne, Frankreich

An der friedlichen Dordogne liegt nun Beaulieu vor uns. Wir stellen uns auf den schönsten Stellplatz unserer Reise (leider nur während der Stadtbesichtigung). Die Altstadt ist in wenigen Minuten über das Tor Sainte-Catherine zu erreichen. Wir gehen durch die typischen Kopfsteinpflastergassen mit alten Wohnhäusern, die sich an ein ehemaliges Benediktinerkloster schmiegen.

Sehenswert ist die Abteikirche, dessen wunderschöner Tympanon mit Meisselarbeiten aus dem 12. Jahrhundert ein wahres Juwel der romanischen Kunst ist.

Argentat-sur-Dordogne, Frankreich

19400 Argentat, Frankreich

Argentat ist ein typisches Dorf des Obertals der Dordogne. Die sogenannte Hauptstadt der Holzbootführer wusste ihre strategisch günstige Lage am Ufer der Dordogne und an der Grenze mehrerer Regionen zu ihrem Profit zu nutzen, um dank der Holzboote den Handel auszubauen. Diese traditionellen Holzboote, die als Gabarre bezeichnet werden, sind flache Boote, die die Stadt damals mit allerlei Waren in beide Flussrichtungen verlassen haben.

Camping Municipal du Lac de Feyt

19220, Servières le Château, Frankreich

Weiterfahrt entlang der Dordogne: das Tal wird enger, die Strasse windet sich immer wieder in S-Kurven den Hang hinauf. Hier wird die Dordogne mehrfach gestaut und grosse Flusskraftwerke erzeugen Strom.

Wir stellen uns auf den Stellplatz ausserhalb des Campingplatzes direkt am See, der zum Baden einlädt (5€ pro Nacht).

Tag 14

Égletons, Frankreich

19300 Égletons, Frankreich

Camping Iloa

base de loisirs d'ILOA ,courty, 63300, Thiers, Frankreich

Nahe der Autobahn A89 an einem kleinen Naherholungsgebiet mit See gelegen. Preis: €16.50

Tag 15

Genf, Schweiz

Sissach, Schweiz

4450 Sissach, Schweiz