Weißes Gold in Sachsen

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von Michael Kniese

Weißes Gold in Sachsen

Auf der CMT 2018 haben wir einen Stand der Stadt Meißen und der dort ansässigen Porzellanmanufaktur besucht. Die Dame, die die Porzellanmanufaktur vertrat, tat das mit so viel Begeisterung, dass wir beschlossen, zum Tag der offenen Tür, der nur einmal im Jahr für 2 Tage stattfindet, nach Meißen zu fahren.

Von Campingplatz Mainkur, Frankfurter Landstraße, Maintal, Deutschland nach Campingplatz Mainkur, Frankfurter Landstraße, Maintal, Deutschland
1029 Kilometer 5 Tage 17 Wegpunkte
Tag 1

Campingplatz Mainkur, Frankfurter Landstraße, Maintal, Deutschland

Frankfurter Landstraße 107, 63477 Maintal, Deutschland

Waldhelm Andreas, Ringstraße, Eisenach, Deutschland

Ringstraße 27, 99817 Eisenach, Deutschland

Wie immer, wenn wir in Richtung Deutschlands Osten unterwegs sind, starten wir am Abend und beenden die erste Etappe in Eisenach bei der Firma Waldhelm. Ein Wohnmobilhändler mit einem schönen Wohnmobilstellplatz auf dem Betriebsgelände, auf dem man auch noch nachts ankommen kann. Für die Anmeldung und Bezahlung nutzt man dann die bereitgelegten Formulare und Umschläge und kann so auch gleich noch für den nächsten Morgen Brötchen bestellen. Außerdem gibt es noch WC und Duschen, beides zweckmäßig aber sehr gepflegt und sauber. Außerdem kann man von hier noch einen Abstecher nach Eisenach und zur Wartburg unternehmen, die wir bisher immer von unseren Stellplätzen aus sehen konnten.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: auf dem Gelände ist auch noch eine Berger Filiale.

Tag 2

Parkplatz Schloss Moritzburg, Schloßallee, Moritzburg, Deutschland

Schloßallee 2, 01468 Moritzburg, Deutschland

Der Wohnmobilstellplatz befindet sich am Rand des offiziellen PKW Parkplatzes des Schlosses Moritzburg. Der Platz kostete bei unserem Besuch 10 €. 4 kostenpflichtige Stromanschlüsse sind vorhanden, weiteren Service gibt es nicht. Der Platz ist weitestgehend eben, kann aber bei Regen ein wenig matschig werden.  Das Besondere an diesem Stellplatz ist, dass es der einzige im Bereich der Moritzburg ist, auf dem man (offiziell) übernachten darf; auf allen anderen Parkplätzen ist der Aufenthalt Nachts verboten. Und, dass er in unmittelbarer Nähe zum Schloss liegt und man eventuell das Schloss vom Fahrzeug aus sehen kann. Alternativ kann man, wenn man nur einen Tagesbesuch plant, auf dem nächsten Parkplatz stehen (51.166683 N / 13.688152 E). Aber eben nicht übernachten.

Moritzburg, Deutschland

Die Moritzburg, die in dem gleichnamigen Ort liegt, wurde 1542 von Herzog Moritz von Sachsen als Jagdschloss gebaut. Von August dem Starken zum Barockschloss umgebaut ist es heute ein Prunkstück des Sächsischen Barock. Neben dem eigentlichen Schloss lohnt noch ein Besuch bei der Fasanerie Geöffnet ab 1. Mai) und dem "Hafen" mit Mole und Leuchtturm. Auf dem Parkplatz an der Fasanerie darf man zwar mit dem Wohnmobil stehen, das Übernachten aber ist verboten!

Die Moritzburg ist von fast atemberaubender Schönheit, wobei bei unserem Besuch die Sonne einen erheblichen Anteil hatte. Leider darf man im Schloss nicht fotografieren (und anders als so mancher Zeitgenosse halten wir uns daran), und so haben wir "nur" Bilder vom Schloss selber. Ein Besuch lohnt aber auf jeden Fall, wenn ihr mal in der Gegend seid. Bringt etwas Zeit mit. Ein Spaziergang um das Schloss, den See, hin zur Fasanerie lohnt. Alternativ die riesige Anlage aber auch geradezu ideal für Fahrradtouren, da das Gelände weitestgehend eben ist. Un auch durch den Ort knn man gut schlendern; nicht sehr groß aber hübsch.

Tag 3

CMD Caravan Meinert Dresden GmbH, Am Weiher, Moritzburg, Deutschland

Am Weiher 4, 01468 Moritzburg, Deutschland

Alternativ kann man auch auf dem entfernten Stellplatz bei Caravan Meinert außerhalb von Moritzburg/Boxdorf im Gewerbegebiet übernachten. Der Platz ist geschottert und weitestgehend eben, nachts sicherlich ruhig. Da wir nicht dort gestanden haben können wir zu den Preisen und weiteren Details keine Angaben machen. Allerdings muss man dann zum Besuch der Moritzburg mit dem Wohnmobil fahren. 

Wir haben den Platz aber nur für die V/E genutzt, die man auch (kostenpflichtig) nutzen kann, wenn man nicht auf dem Platz steht. Ideal, da es in Moritzburg selber ja keinen Service gibt.

Meißen, Deutschland

Fischergasse 1, 01662 Meißen, Deutschland

Meißen gilt als die Wiege Sachsens. 929 baute Heinrich I. eine Burg, die Stadt entwickelte sich daraufhin im Laufe der Jahrhunderte bis sie Ende des 15. Jahrhunderts Sachsens Hauptstadt wurde. Heute überragt die Altstadt mit der Albrechtsburg und dem Dom das Elbtal. Neben dem Besuch der Albrechtsburg und des Doms empfehlen wir euch noch einen Gang durch die Altstadt mit einem Besuch der Cafés und Restaurants sowie einem Stop bei der Frauenkirche. Die Frauenkirche besitzt das weltweit erste Porzellanglockenspiel aus Meißener Prozellan. Seit 1929 erklingen hier 37 Porzellanglocken mit ihrem weichen Klang. Informationen zur Frauenkirche (auch sehenswert) und dem Glockenspiel erhaltet ihr auf frauenkirche-meissen.de

Das Te Deum (Großer Gott wir loben dich), dass um 8:30 Uhr erklingt, ist besonders schön und eindrucksvoll und lohnt das frühe Aufstehen. Auch der Blick auf die Altstadt vom Turm der Frauenkirche aus entschädigt für den Aufstieg.

Der gebührenpflichtige Stellplatz liegt direkt zu Füßen der Albrechtsburg und der Altstadt an der Elbe. Er bietet keinen Service, was er aber durch seine Lage wieder Wett macht. Eigentlich ist er für 10 Mobile gedacht, doch schaffen es die Wohnmobilisten locker 2 ½ mal so viele unterzubringen, ohne dass es Stress gibt oder wirklich zu eng zugeht. Also, perfekt für einen Besuch Meißens geeignet. Und wenn dann noch das Wetter mitspielt, lohnt ein Spaziergang an das gegenüberliegende Elbufer; der Blick über die Elbe und den Stellplatz auf den Fels mit der Albrechtsburg ist atemberaubend.

Albrechtsburg, Meißen

Vom Stellplatz aus überquert man die breite Bundesstraße und kann dann über eine kleine Querstraße und Treppen direkt in die Altstadt laufen. Ein Stück weiter entlang der Hochuferstraße (Bundesstraße) geht aber auch links die Meisastraße ab. Wenn man ihr folgt, gelangt man linker Hand zum Panoramaaufzug, mit dem man auf das Felsplateau fahren kann.

Hauptattraktion ist natürlich die mächtige Albrechtsburg, die die Altstadt zur Elbe hin schützt. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die vorhandene Burg zum Schloss ausgebaut, obwohl Albrecht der Albertiner 1485 Dresden zu seiner Residenz erhob. Das Schloss mit seinen Zellengewölben, Wandgemälden aus dem 19. Jh. und eine Ausstellung zur Prozellanmanufaktur, die ja lange hier untergebracht war, machen den Besuch absolut lohnenswert. Infos gibt es unter albrechtsburg-meissen.de

Dom zu Meißen

Den Dom, ein Meisterwerk der sächsischen Gotik mit einer wertvollen Ausstattung, kann man im Kombiticket mit der Albrechtsburg besuchen. Als Teil des Burgbergensembels beherrscht er mit seinen beiden Haupttürmen das Elbpanorama. Die riesigen Hallen sind beeindruckend, ebenso die (Stein-) Skulpturen und die Grabmonumente der Wettiner bis 1539. Informationen bekommt ihr unter dom-zu-meissen.de

Porzellan-Manufaktur Meissen

Hauptattraktion und eigentlicher Grund für unseren Besuch von Meißen war natürlich der Tag der offenen Tür in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. Der findet immer für zwei Tage im April statt und ist absolut einen Besuch wert. Man bekommt hier einen tiefen Einblick in die Porzellanherstellung, von der Konzeption über die Herstellung bis zur Bemalung, wobei sich die Mitarbeiter Zeit nehmen und gerne alle Fragen beantworten. Es gibt Zeichenkurse, Essen und Getränke und natürlich auch spezielle Angebote im Shop. Auch die Geschichte der Manufaktur kommt nicht zu kurz. Der Besuch während der Tage der offenen Tür ist natürlich kostenlos... Infos und Termine bekommt ihr unter meissen.com

Tag 4

Mehr Zeit zur Verfügung?

Wir hatten nur ein verlängertes Wochenende. Wer mehr Zeit hat (und es lohnt sich definitiv für die Gegend einen Kurzurlaub einzuplanen), kann sich Meißen genauer ansehen. Oder aber man nutzt die Nähe und Gelegenheit für einen Abstecher nach Dresden und ins ebenfalls nahegelegene Elbsandsteingebirge. 

Wenn ihr die großen Galerien und Museen in Dresden besuchen wollt, denkt an rechtzeitiges Reservieren/Buchen, denn diese sind immer gut besucht. Dresden alleine füllt eine eigene Route; das werden wir später in Angriff nehmen. Als "Appetit-Anreger" schon mal ein paar Bilder.

Klostergarten Kloster Altzella, Nossen, Deutschland

Zella, 01683 Nossen, Deutschland

Wir sind wieder auf dem Rückweg nach Hause, lassen uns aber nicht die Gelegenheit entgehen, die ein oder andere Sehenswürdigkeit noch "mitzunehmen".

Im ehemaligen Zisterzienserkloster befindet sich die Erbbegräbnisstätte der Wettiner aus dem Zeitraum von 1190 bis 1381. Das Kloster mit seiner teilweise noch gut erhaltenen Mauer ist heute eine Mischung aus romantischem Park mit Ruinen und renovierten Gebäuden, es dient verschiedenen kulturellen und religiösen Zwecken. Im Wirtschaftsbereich können Seminare, aber auch private Feierlichkeiten veranstaltet werden.

Der Einzug des Abtes mit seinem Konvent aus der Zisterzienserabtei Pforta (bei Naumburg) in das Kloster Cella erfolgte im Jahr 1175. Zeitgleich wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Für die Zeit zwischen 1180 und 1230 ist eine rege Bautätigkeit nachgewiesen, innerhalb der die Gebäude des Klausurbereichs und das romanische Stufenportal entstanden und 1198 die Stiftskirche geweiht wurde.

Um 1540 veranlasste der sächsische Herzog Heinrich der Fromme die Säkularisation des Klosters. Bis zur Einrichtung des Amtes Nossen im Jahr 1544 erfolgte die Verwaltung des umfangreichen Klosterbesitzes noch durch ehemalige Klosterangehörige von Altzella aus. Auch danach dienten die Gebäude bis 1548 als Ort für mehrere kirchenpolitische Konferenzen[1].

Spätestens ab 1557 wurden große Teile der sich nun in schlechtem baulichen Zustand befindlichen Klosterbauten unter Kurfürst August abgebrochen und zur Gewinnung von Baumaterial z. B. für den Umbau des Schlosses Nossen in ein kurfürstliches Jagdschloss verwendet. Das Schicksal vieler noch nutzbarer Gebäude innerhalb der Klostermauern besiegelte schließlich 1599 ein Brand. In den folgenden drei Jahrhunderten wurde Landwirtschaft betrieben. Nur das als Schüttboden und Rinderstall genutzte Konversenhaus blieb vollständig erhalten.

Zwischen 1676 und 1787 ließen die sächsischen Kurfürsten Grabungen nach den sterblichen Überresten der Vorfahren durchführen und diese in einer Gedächtniskapelle, dem heutigen Mausoleum, beisetzen. Um 1800 entstand ein romantischer Landschaftspark, bei dem Gebäude und Ruinen mit in die Gestaltung einbezogen wurden. Im 19. Jahrhundert wurden auf dem Gelände eine Mühle, ein Wagenschuppen und ein Spritzenhaus errichtet. 1993 wurde das Kloster schließlich vom Freistaat Sachsen übernommen und einschließlich der noch vorhandenen Fragmente denkmalgerecht wiederhergestellt.

In der Außenstelle der Universitätsbibliothek Leipzig finden sich einige ältere Schriften, unter anderem auch der Sachsenspiegel, 

Freiberg(Sachs), Freiberg, Deutschland

09599 Freiberg, Deutschland

Freiberg ist eine alte Silberstadt in der alten Bergbauregion Erzgebirge. Vom 12. Jh. bis 1969 war die Stdt geprägt von Bergbau und Hüttenindustrie. Der gesamte historische Stadtkern steht unter Denkmalschutz und gehört zusammen mit örtlichen Denkmälern der Bergbaugeschichte zum UNESCO Welterbe.

Ein Spaziergang durch die Altstadt oder ein Besuch der "Terra Mineralia" oder der "Mineralogischen Sammlung Deutschland" bieten sich da geradezu an. Für eine kleine Pause bietet sich das Schwanenschlösschen im Kreuzteich, direkt hinter der "Terra Mineralia" und dem Schloss, an.

Netzschkau, Deutschland

Brückenstraße, 08491 Netzschkau, Deutschland

In Netzschkau steht die Göltzschtalbrücke, mit 98 Bögen und 78 Metern Höhe die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Die Schlusssteinlegung erfolgt am 14. September 1850 im Beisein von König August II.

Vom Parkplatz aus hat man schon einen tollen Blick auf diese riesige Eisenbahnbrücke; ein Spaziergang zum Fuß des Viadukts, vorbei an der Austellung Alte Mühle Göltzschtalbrücke bietet sich an, ebenso wie zum Aussichtspunkt auf der anderen Talseite.

Stellplatz am Schwedensteg

Schwedensteg, 95326, Kulmbach, Deutschland

Letzte Etappe auf dem Weg nach Hause war Kulmbach. Zum Übernachten haben wir uns den Stellplatz am Schwedensteg ausgesucht. 

Der Stellplatz mitten in Kulmbach, fußläufig von der Altstadt und der Burg gelegen, ist kostenlos (ein freiwilliger Beitrag wird erbeten) und bietet Strom und V/E. Dazu die zentrale Lage... Die Nacht war ruhig, es kann aber, wenn Volksfest in Kulmbach ist, sicherlich schon mal ein wenig lauter werden. Wir haben ihn jedenfalls in unsere Favoriten aufgenommen.

Tag 5

Kulmbach

Kulmbach, ein sehr altes Städtchen (Stadtrechte um 1231), dass am Konraditag geplündert und einschließlich der Plassenburg bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde, hat heute eine schöne Altstadt, ein Brauereimuseum (Mönchhofbrauerei) und eben jene wieder aufgebaute Plassenburg. Hier kann man im Rahmen einer interessanten Führung einiges über die Geschichte der Plassenburg, Kulmbachs und der Hohenzollern erfahren sowie sich das größte Zinnfigurenmuseum der Welt mit über 300.000 Figuren anschauen. Als größtes Zinnfiguren-Diorama der Welt, mit Eintrag in Guinness-Buch, könnt ihr die Schlacht am Konraditag nachempfinden. Wem der Sinn nach Eis steht, dem sei das Eis Opera in der Spitalgasse 4 empfohlen; fast wie in der Toskana. Lecker. 

Ach ja, westlich von Kulmbach, in Melkendorf, fließen der Weiße Main und der Rote Main zusammen und bilden den Main...

Plassenburg

Am Zusammenfluss des Weißen und des Roten Mains erhebt sich die Hohenzollernfeste Plassenburg – einst eine der imposantesten Festungsanlagen nördlich der Alpen und bis heute Wahrzeichen der Stadt Kulmbach. Von 1338 bis 1791 ist sie im Besitz der Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg aus dem Hause Hohenzollern. Sie dient den Zollern als Hauptsitz „oberhalb des Gebirges” und ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Hohenzollern „Vom Fels zum Meer”, also vom Fels der Schwäbischen Alb bis zur Ostsee.

1554 wird die Burg im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen des berüchtigten Markgrafen Albrecht Alcibiades stark zerstört. Georg Friedrich von Brandenburg-Kulmbach-Ansbach beauftragt 1561 Caspar Fischer mit dem Bau einer Vierflügelanlage. Heute zählt diese zu den eindrucksvollsten historischen Bauwerken in Bayern – sie besticht durch einen herrlichen Innenhof mit Arkadengängen und durch reich verzierte Fassaden.

Darüber hinaus beherbergt die Burg das weltgrößte Zinnfigurenmuseum, das Landschaftsmuseum Obermain, das Museum Hohenzollern in Franken mit den Markgrafenzimmern, die im Renaissance-Stil gehaltenen einstigen Wohngemächern der Hohenzollern, eine zu den ältesten protestantischen Kirchenbauten zählende Schlosskirche und das Armeemuseum Friedrich der Große.

Quelle und Infos: https://www.hohenzollern-orte.de/poi/plassenburg-22167/

Campingplatz Mainkur, Frankfurter Landstraße, Maintal, Deutschland

Frankfurter Landstraße 107, 63477 Maintal, Deutschland