Toskana mit Leib und Seele – das war noch nicht alles!

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von Michael Kniese

Toskana mit Leib und Seele – das war noch nicht alles!

Wir haben unsere Toskanatour mit dem Besuch in Monteriggioni beendet. Doch die Toskana hat so viel zu bieten, dass ein Besuch alleine nicht ausreicht. Da wir 2017 bereits mit dem Wohnmobil dort waren (wir sind damals von Rom nordwärts durch die Toskana gefahren), möchten wir euch die Orte nicht vorenthalten, die wir damals zusätzlich besucht hatten. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und Betrachten der Bilder.

Von Area Sosta Camper Orvieto nach Area Attrezzata Camper Il Serchio
375 Kilometer 6 Tage 16 Wegpunkte
Tag 1

Area Sosta Camper Orvieto

Strada della Direttissima, 05018, Orvieto, Italien
Genau genommen liegt Orvieto garnicht in der Toskana, sondern in Umbrien, aber an der Grenze zur Toskana. Außerdem wird Orvieto oft im Zusammenhang mit der Toskana genannt. Wir hatten Orvieto ausgesucht, weil ich von der Autobahn aus die Stadt hoch oben auf dem Felsen so faszinierend fand.
Der Stellplatz liegt am Fuß der Stadt zwischen zwei Eisenbahnlinien, wobei eine davon regelmäßig vom Hochgeschwindigkeitszug genutzt wird. Aber keine Sorge - Abend wird der Zugverkehr eingestellt und startet erst wieder, nachdem die Sonne schon lange wieder aufgegangen ist.
Vom Stellplatz aus, auf dem es auch einen Brötchenservice, einen kleinen Laden und auch Duschen gibt, gelangt ihr schnell zur Bushaltestelle oder Standseilbahn, die euch schnell auf den Berg und in die Altstadt bringt.

Orvieto - die Altstadt

Die Altstadt ist zumindest teilweise von einer Stadtmauer umgeben. In der Nähe der Bergstation der Standseilbahn liegt ein kleiner Park an einem Stadttor, von dem aus man einen phantstischen Blick auf die umgebende Landschaft und auch auf den Stellplatz hat.
Von dort aus geht es durch die Straßen und Gassen ins Herz der Stadt und zur größten Sehenswürdigkeit Orvietos, dem Dom. Ach ja, wir hatten auf dem Weg eine kleine Eisdiele gefunden - unser erstes italienisches Eis im Urlaub - ein Genuss.
Der Dom von Orvieto, die Kathedrale Santa Maria Assunta, ist ein Meisterwerk gotischer Architektur in Mittelitalien und gilt als einer der schönsten Dome Italiens. Begonnen am Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Dom im 14. Jahrhundert fertig. Neben der Außenfassade ist im Innenraum besonders die reich mit Fresken verzierte Kapelle San Brizio sehenswert.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt kann auch noch die anderen Sehenswürdigkeiten von Orvieto besuchen: Orvieto Underground - in den Tuffstein von Orvieto wurden schon früh Höhlen zur Lagerung von Wein gegraben. Hier gibt es Führungen, organisiert mit und ohne Weinprobe. Dann noch der Torre del Moro Orvieto, der einen schönen Blick über die Stadt bietet. Zum Schluss bleiben noch etruskische Gräber, die Necropoli Etrusca del Crocifisso del Tufo.
Also, wenn ihr in der Gegend seid, solltet ihr Orvieto unbedingt einen Besuch abstatten.
Tag 2

Saturnia, Italien

Localita' La Peschiera, Saturnia, GR 58014, 58014 Manciano GR, Italien

Auf dem Weg in den Norden und Richtung Küste sind wir an Saturnia vorbei gekommen. In Saturnia soll der Legende nach Saturn, der Sohn des Jupiter, gelebt haben. Was diesen kleinen Ort aber besonders macht, ist die 37,5° C warmen Schwefelquelle, die sich in Kaskaden und Sinterbecken ins Tal ergießt. Am Besten fährt man auf den Stellplatz, denn in der Nähe der Quellen mit dem Womo zu parken ist schwierig bis unmöglich. Außerdem kann man dann auch nach dem Bad ausgiebig duschen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, in den Schwefelquellen zu baden. Entweder im nahegelegenen Wellnesshotel oder direkt in den Sinterbecken, was zwar u.U. voll werden kann, aber wesentlich schöner ist. Dazu geht ihr aus dem Campingplatz raus, nach Rechts und dann bis zur Straße. Dort auch wieder rechts und immer gerade aus bis zu der Mühle und den Becken. Kann man eigentlich garnicht verfehlen. 

Parcheggio Il Fagiolone

Strada di Pescaia, 53100, Siena, Italien

Der Stellplatz in Siena liegt nahe an der Altstadt, aber ist u.E. nicht für Übernachtungen geeignet. Wir hatten zur Übernachtung Monteriggioni gewählt. Monteriggioni haben wir in unserer Route „Toskana mit Leib und Seele beschrieben“.

Um in die Altstadt zu gelangen, geht ihr über den Parkplatz zurück bis zum Ende. Dort geht ihr halblinks in die Via Esterna di Fontebrana, wo ihr den Bus nehmen oder laufen könnt. Und zwar bis zur  Porta Fontebrana; dort könnt ihr die Rolltreppen in die Altstadt nehmen.

Tag 3

Dom von Siena Santa Maria Assunta

Eine der größten Sehenswürdigkeiten von Siena ist der Dom, für uns der schönste Dom, den wir in der Toskana gesehen hatten. Rechts vor dem Portal ist das Opera della Metropolitana, wo ihr euch die Eintrittskarten für den Dom und die verschiedenen Sehenswürdigkeiten kaufen könnt. Wenn Saison ist, müsst ihr natürlich mit einigen Wartezeiten rechnen, aber man kann die Karten auch im Internet kaufen (operaduomo.siena.it). Wir hatten die große Tour inklusive einer Tour über das Dach und die Hochgalerien des Doms - ein phantastischer Blick. Höhenangst darf man aber nicht haben.

Der Dom selber, im frühen 13. Jahrhundert begonnen, wurde am höchsten Punkt Sienas gebaut und besitzt eine reiche Marmorfassade. Am einzigartigen Marmorfußboden im Innenraum wurde 200 Jahre lang gebaut. Zum Dom gehört auch die etwas weiter unterhalb gelegene Taufkapelle, die einen Besuch definitiv lohnt.

Piazza del Campo

Durch die engen und schattigen Gassen Sienas geht es zum Piazza del Campo. Wenn man aus den Gassen auf den von alten Patrizierpalästen umrahmten Platz tritt, der groß, weit und sonnendurchflutet vor einem liegt ahnt man, warum dies einer der schönsten Plätze der Welt ist. Und ein berühmter noch dazu. Denn hier findet 2 mal jährlich der Palio statt, das berühmte Pferderennen der Sieneser Stadtviertel, der Contrade. Das Stadtviertel, in dem man geboren wird ist Lebens- und Schutzgemeinschaft und hat Bestand bis zum Tod. So ist es seit dem Mittelalter.

Neben den alten Patrizierhäusern, an deren Fassaden sich die Zuschauertribünen drängen und dem „Fonte Gaia“, dem Brunnen der Freude aus dem 15. Jahrhundert befindet sich hier auch das mächtige gotische Rathaus, der Palazzo Publico. In ihm befindet sich das Museo Civico dessen Highlight die vielen reich mit Fresken verzierten Räume. Im Innenhof, wo auch die Reiter des Palio sich versammeln, befindet sich der Zugang zum Torre del Mangia mit seinen 102 Metern Höhe aus dem 14. Jahrhundert. Wer den steilen und engen Aufstieg auf sich nimmt, wird mit einem traumhaften Blick über Siena und auf Il Campo belohnt.

Apropos „Belohnung“: Wer nicht gerade eine Mandelallergie hat oder Marzipan so absolut nicht mag, der sollte sich auf keinen Fall das berühmte Sieneser Mandelgebäck entgehen lassen. Dazu ein Doppio oder ein Cappuchino - herrlich.

Tag 4

Parcheggio P3 Fonto di Docciola

Viale dei Filosofi, 56048, Volterra, Italien

Wie es der Name schon sagt - dieser Wohnmobilstellplatz ist Teil eines großen Parkplatzes. Ein Teil ist abgegrenzt und Wohnmobilien vorbehalten. Wir haben auf der stadtabgewandten Seite mit Blick über das Tal gestanden. Der Platz, auf dem es Ver- und Entsorgung gibt, liegt besonders günstig am Fuße der Altstadt. Ihr geht an der Westseite des Parkplatzes durch das Stadttor und die Treppen hinauf in die Altstadt.

Museo Etrusco Guarnacci

Lange vor den Römern besiedelten und prägten die Etrusker Norditalien und ihre Spuren finden sich überall in der Toskana und weit darüber hinaus. Eines ihrer Zentren war Volterra, damals wie heute ein Zentrum der Alabaster-Produktion. Zu Zeiten der Etrusker und der Römer vor allem reich verzierte Urnen. Diese und weitere Kunstschätze der Etrusker und Römer kann man sich im Museo Etrusco Guarnacci anschauen.

Archäologische Ausgrabungen

Auch die Römer waren in Volterra vertreten. Davon zeugen die Ausgrabungen und die archäoligischen Parks. Da ist zunächst einmal das Amphitheater aus der Zeit des Kaisers Augustus. Oder eben der archäologische Park mit Fundamenten von Tempeln und Verwaltungsgebäuden der „Etruskischen Akropolis“ und, als Besonderheit, die gigantische römische Zisterne mit beeindruckenden Tonnengewölbe.

Volterra

Die von einer Stadtmauer umgebene alte Stadt mit ihren engen und dunklen Gassen ist ein idealer Ort für Vampire und so siedelte Stephenie Meyer die Volturi-Sippe aus der Twilight Saga hier an.

Aber bei Licht betrachtet ist Volterra eine typische toskanische Stadt mit seinem Piazza dei Priori und dem Palazzo dei Priori, dem ältesten Rathaus der Toskana und Vorbild für den Palazzo Vecchio in Florenz. Oder dem etruskischen Stadttor. Versteckt liegt der Dom Santa Maria Assunta, wir haben ihn fast übersehen und im Inneren ist er dunkel und unheimlich.

Wir haben dann noch in einer der Restaurants in der Stadt lecker gegessen und eine ruhige Nacht vollbracht.

Tag 5

San Gimignano, Siena, Italien

53037 San Gimignano, Siena, Italien

Der Stellplatz in Santa Chiara, auf dem wir 2017 standen, existiert leider nicht mehr. Vielleicht findet sich ja neu neuer Pächter.

Die Stadt selber ist ein absolutes Muss in der Toskana. Die Stadt mit ihren typischen Geschlechtertürmen, von denen noch 15 von ehemals 72 noch stehen ist UNESCO Weltkulturerbe. Früher Schutz- und Rückzugsort waren sie aber auch Zeichen der Macht und des Reichtums der jeweiligen Familie. Interessante Legenden ranken sich um so manchen Turm. Aber nur noch wenige dürfen bestiegen werden.

Collegiata de Santa Maria Assunta

Hinter den unscheinbaren Kirchenmauern mit der imposanten Treppe verbirgt sich ein wahrer Schatz, sind doch die Kirchenwände innen über und über mit Fresken verziert. Auf der linken Seitenwand befindet sich in mehreren Reihen die Darstellung des alten Testaments, auf der anderen Seite das neue Testament. Über dem Portal beeindruckt das jüngste Gericht. Bei der Kirche handelt es sich übrigens nicht um einen Dom, da San Gimignano niemals Bischofssitz war.

Palazzo del Popolo und Torre Grossa

Direkt neben der Collegiata de Santa Maria Assunta befindet sich der Palazzo del Popolo, in dem auch die Pinacoteca und das städtische Museum untergebracht. Ein Besuch lohnt, zumal man den Torre Grossa, mit 54 Metern der höchste Turm, nur durch das Museum betreten kann.

Auch hier wird der Aufstieg mit einem tollen Ausblick belohnt.

Ach ja, hier aus San Gimignano kommt auch der einzige Weißwein der Toskana, der Vernaccia di San Gimignano.

Tag 6

Area Attrezzata Camper Il Serchio

Via del Tiro a Segno, 55100, Lucca, Italien

In Lucca selber gibt es 2 Stellplätze: einen auf einem Parkplatz und diesen hier, auf einem abgeschlossenen Gelände mit V/E, Sanitäreinrichtungen (die bei unserem Besuch ok aber verbesserungsfähig waren), die Möglichkeit im angrenzenden Gästehaus den Pool zu nutzen...

Ja und dann ist da noch der Schützenverein, dessen Mitglieder tagsüber recht aktiv sind. Aber da sind wir ja meist unterwegs und ab abends war der Platz still.

Der unbestreitbare Vorteil ist, dass man in ca. 10 Minuten in die Altstadt laufen kann. Immer nur der Straße nach - kann man garnicht verfehlen.

Lucca

Lucca , die bezaubernde Provinzhauptstadt erlebte seine Blütezeit vom 6. bis 12. Jahrhundert als Hauptstadt von Tuszien (Tuscia auf italienisch). Tuszien hieß die Toskana im Mittelalter. Damals war Lucca eine reiche Handelsmetropole für verschiedene Luxusgüter, vor allem Blattgold, Seide und Brokatstoff. Lucca blieb als einzige Stadt der Toskana von Florenz unabhängig - bis in 19. Jahrhundert.

Geschützt und abgeschottet wurde Lucca von der größten erhaltenen Stadtmauer Europas, von den Römern gebaut und im 16. Jahrhundert massiv verstärkt. Vier Kilometer lang, Zwölf Meter hoch und Dreißig Meter breit ist der Festungswall. Auf ihm kann man unter Bäumen die Stadt umrunden, am besten auf dem Fahrrad. Verleihgeschäfte gibt es u.a. an der Porta Santa Maria.

Die Altstadt von Lucca ist nahezu autofrei und so kann man gut zu Fuß die engen Gassen und Plätze erkunden, nachdem man sie durch eins der Stadttore betreten hat (wir sind durch das Porta San Donato gekommen). Die erste der vielen Kirchen Luccas, die wir besucht haben, war auch gleichzeitig die erste und damit älteste Kirche dieser Stadt, die Basilika San Frediano aus dem 12. Jahrhundert. Die Besonderheit dieser Kirche ist gleich von außen gut zu sehen, das große golden schimmernde Mosaik der Himmelfahrt Christi. Im Inneren gibt es noch ein Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert sowie die mumifizierte Leiche der Hl. Zita.

Wenn ihr nach dem Besuch der Basilika aus dem Portal tretet und die direkt vor euch liegende Straße entlang geht, kommt ihr zum Piazza Dell‘Anfitheatro. Alle hier im 19. Jahrhundert erbauten Gebäude folgen dem exakten Umriss des alten römischen Amphitheaters, das an dieser Stelle stand. Aus der Luft kann man es besonders gut sehen...

Neben einem ausgedehnten Stadtrundgang fanden wir noch sehenswert die Kathedrale San Martino. Diese Kirche mit ihrer reich verzierten Fassade, dem feskengeschmückten Gewölbe, den Gemälden birgt noch eine Besonderheit, den Sarkophag der Ilaria del Carretto. Dieses Grabmal aus Marmor wurde so gestaltet, dass alles harte, kantige, nicht fließende entfernt wurde; zart und weich, fast wie schlafend liegt die Figur dort - für mich ein außergewöhnliches Kunstwerk.

Das Ende unserer Tour „Toskana mit Leib und Seele“

Damit endet unsere Tour durch die Toskana. Vorerst. Denn wie schon erwähnt hat die toskana so unglaublich viel zu bieten, touristisch, historisch, kulinarisch - das reicht noch für den ein oder anderen Aufenthalt hier.

Wenn ihr euch unsere passenden Videos zu der Tour anschauen wollt, besucht unseren Kanal unter youtube.com/nanuqwomoblog. Dort findet ihr unter Playlisten „Toskana mit Leib und Seele“. Viel Spaß beim Zuschauen.

Michael und Carmen
nanuq-womoblog.de