Richtung Allgäu...und zurück

nanuqwomoblog
von Michael Kniese

Richtung Allgäu...und zurück

Unser Herbsturlaub 2019 sollte uns eigentlich in die Niederlande führen. Aber es kam anders, unsere Pläne sind im wahrsten Sinne des Wortes "ins Wasser gefallen". 8 Tage durchgehend Regen bei 11 Tagen Urlaub. Das war uns dann doch zu viel. Aber wohin? Wir haben Land- und Wetterkarten studiert und uns dann für die beste Wetteralternative, für das Allgäu entschieden. Einmal Allgäu und zurück in 12 Tagen - mal schauen, was es zu entdecken gibt. "Immer, wenn der Mensch seine Zukunft plant, fällt im Hintergrund das Schicksal lachend vom Stuhl"... So auch jetzt. Ein Missgeschick beim Rad fahren hat unserer Planung leider einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten nach nur drei Tagen abbrechen. Dennoch wollen wir euch unsere Wegpunkte nicht vorenthalten, denn jeder ist einen Ausflug wert. Und wir werden die Reise nachholen. Besucht uns auf unserer Homepage nanuq-womoblog.de

Von Campingplatz Mainkur, Frankfurter Landstraße, Maintal, Deutschland nach Campingplatz Mainkur
702 Kilometer 4 Tage 6 Wegpunkte
Tag 1

Campingplatz Mainkur, Frankfurter Landstraße, Maintal, Deutschland

Frankfurter Landstraße 107, 63477 Maintal, Deutschland

Wie immer starteten wir nach der Arbeit von unserem Abstellplatz aus in Richtung Süden. Und wie immer, wenn wir Abends starten, wählen wir einen Platz in 100, maximal 200 Kilometer Entfernung, damit wir spätestens um 21:00 Uhr ankommen.

Stellplatz am Parkplatz P 2

Bensenstraße/Nördlinger Straße, 91541, Rothenburg/Tauber, Deutschland

Für unsere erste Station haben wir den Stellplatz P2 in Rothenburg o.d.T. gewählt. Wir kennen ihn bereits von einem früheren Besuch und wussten, dass wir hier gut übernachten können. Und wie bei unserem ersten Besuch war der Platz auch diesmal wieder fast komplett gefüllt, aber wir konntenn noch einen der drei freien Plätze ohne Strom ergattern. 

Hier steht man gut und ruhig und der Platz ist ideal für einen Besuch von Rothenburg o.d.T., da die Stadt in unmittelbarer Nähe zum Stellplatz liegt. Wir haben die Stadt bereits beim letzten mal intensiv erkundet und werden morgen daher direkt zum nächsten Ziel weiter fahren

Tag 2

Mönchsrother Straße 8, Dinkelsbühl, Deutschland

Mönchsrother Str. 8, 91550 Dinkelsbühl, Deutschland

Eine Bekannte hat gesagt: "Wenn ihr in der Gegend seid, schaut euch doch mal Dinkelsbühl an."

Warum nicht? Einen Stellplatz gibt es ja in unmittelbarer Nähe der Altstadt in der Mönchsrother Straße und wir haben ja Zeit. Gesagt, getan. Auf dem Stellplatz neben einer Kirche und einem Friedhof, der V/E und Strom bietet, kann auch nur stundenweise bezahlt werden, und so ziehen wir am Parkautomaten ein Ticket für 3 Stunden. Wir machen uns auf den Weg.

Die Altstadt ist noch nahezu vollständig erhalten geblieben im Gegensatz zu vielen historischen Orten, die im Krieg zerstört wurden. Umgeben ist sie vollständig von der historischen Stadtmauer mit ihren Wachtürmen und Stadttürmen. Dinkelsbühl war - und das sieht man noch heute - eine wohlhabende Stadt, wurde sie doch an einer der wichtigsten Handelsstraßen zwischen Worms und Italien als "Burgum Tinkelspuhel" gegründet. Erstmals 1188 in einer Urkunde Kaiser Barbarossas erwähnt wurde sie zwischen dem 13. und 14 Jh. Reichsstadt und beherbergte Fürstbischöfe, Reichsdiplomaten und andere Würdenträger.

Dinkelsbühl hat uns besonders positiv überrascht; sauber, gepflegt, keine modernen Schaufenster und Werbefassaden, alles passt im Stil zu der historischen Stadt. Und es gibt einiges zu entdecken. Wir wissen, wir kommen wieder und nehmen uns die Zeit, die Stadt genauer zu erkunden.

Wir haben beim örtlichen Metzger und Bäcker eingekauft und mit der restlichen Zeit unseres Parktickets

Stellplatz an der Wertach

Bürgermeister-Ackermann-Straße 1, 86152, Augsburg, Deutschland

Idealer Ausgang für einen Besuch von Augsburg ist der Stellplatz an der Wertach. Wer Glück hat (der Stellplatz war immer gut gefüllt) kann sogar mit Blick auf die Wertach stehen. Der Preis betrug bei unserem Besuch 8 Euro, Strom 1 Euro/2 KW. Allerdings kann man nur mit ein- und zwei Euro Münzen bezahlen. Also immer ausreichend Kleingeld mitführen.

Die Altstadt hat man in knapp 30 Minuten zu Fuß oder in gut 10 Minuten mit dem Rad erreicht. Mit dem Rad auch gut erreichbar liegen ein Lidl und ein Aldi.

Tag 3

Augsburg

Augsburg ist eine Stadt voller Geschichte, obwohl sie eigentlich mehr oder weniger neu ist. Wie in vielen Deutschen Städten wurde die Altstadt bei Bombenangriffen kurz vor Kriegsende weitgehend zerstört, aber gleich nach dem Krieg wieder aufgebaut. Uns so präsentiert sich Augsburg mit vielen Sehenswürdigkeiten: dem Rathaus mit dem goldenen Saal und den Fürstenzimmern, die Augsburger Puppenkiste (die auch am Abend ein Kabarett-Programm bietet), die Fuggerei (dem Sozialwerk der Fugger aus dem Mittelalter, das noch heute genutzt wird), dem Dom St. Maria, dem Schaetzler Palais und und und. 

Wir hatten vor, zwei Tage hier zu bleiben und so haben wir uns zunächst auf das Rathaus, das Schaetzler Palais und den Dom beschränkt. Das Rennaisance Rathaus aus dem 17. Jh., bis 1917 das höchste (nicht kirchliche) Gebäude Deutschlands, wurde im Februar 1944 bis auf die Außenmauern zerstört wurde gleich nach dem Krieg mit der Sicherung und dem Wiederaufbau begonnen. Abgeschlossen wurde er mit der Fertigstellung des Goldenen Saals 1996. Statuen und Decke sind mit insgesamt 26 Kilo Blattgold überzogen. 

Das Schaetzler Palais wurde im 18 Jh. von einem Silberhändler errichtet, der Festsaal wurde im Beisein der späteren Königin von Frankreich, Marie Antoinette eingeweiht. Der Festsaal alleine ist eine Besichtigung wert; und wenn man wir wir alleine ist, kann man auch einmal wie Marie Antoinette durch den Festsaal tanzen. Ansonsten bietet das Palais in seinen beeindruckend vielen Zimmern, die fast an ein Schloss erinnern, eine Kunstsammlung barocker Malerei und die Kunstsammlung der angrenzende Katharinenkirche Bilder u.a. von Holbein und Dürer; das berühmteste Portrait von Jacob Fugger war leider an ein anderes Museum ausgeliehen (bis 03/2020). Eine Wechselausstellung im zweiten Stock zeigt aktuell Kunst aus dem Himalaja.

Letzte Station für heute war der Hohe Dom von Augsburg, St. Maria. Die beeindruckende Kirche, die um das Jahr 1.000 auf einem Vorgängerbau errichtet wurde, beherbergt neben historischen Grabsteinen aus der Zeit ab dem 13. Jh., der karolingischen Krypta des Vorgängerbaus auch 5 romanische Kirchenfenster aus dem Jahr 1065 und damit den ältesten figürlichen Glasmalerzyklus der Welt.

Tag 4

Campingplatz Mainkur

Frankfurter Landstraße 107, 63477, Maintal/Frankfurt am Main, Deutschland

Wie schon in der Einleitung geschrieben, mussten wir unseren Urlaub sehr frühzeitig wieder abbrechen. Ein unbedachte Bewegung und vorbei. Eine heftige Verstauchung und Schluss ist. Da bleibt halt nur der Weg zurück nach Hause. 

Aber - nach der Reise ist vor der Reise. Wir werden wieder ins Allgäu kommen, denn es gibt viel zu entdecken. Und das schon auf dem Weg dort hin.