Ostsee

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von Michael Kniese

Ostsee

Wir hatten unseren Urlaub eingetragen, die Reise geplant - es sollte nach Dänemark gehen - und dann: Corona. Die Grenzen sind noch geschlossen, also was tun? Dahin fahren, wo wir noch nie waren. Eine Reise entlang der Küste nach Rügen.

Von Campingplatz Mainkur nach Campingplatz Mainkur, Frankfurter Landstraße, Maintal, Deutschland
2175 Kilometer 14 Tage 23 Wegpunkte
Tag 1

Campingplatz Mainkur

Frankfurter Landstraße 107, 63477, Maintal/Frankfurt am Main, Deutschland
Wir sind heute wie immer von unserer Homebase gestartet. Hier auf dem Campingplatz Mainkur haben wir unser Wohnmobil abgestellt, für uns ein idealer Ausgangspunkt für unsere Reisen.

Stellplatz am Freibad Papenhorst

Nienhagener Straße 33, 29336, Nienhagen, Deutschland
Unseren ersten Übernachtungsplatz haben wir hier auf diesem Stellplatz gefunden. Hier stehen wir autark und kostenlos, direkt neben dem (geschlossenen) Freibad und einer Pferdekoppel (ich wusste garnicht wie neugierig Pferde sein können).

Der Platz ist sehr ruhig und mitten im Grünen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass das während des Badebetriebs nicht so ist. Aber so ist er für uns ideal.
Tag 2

Wohnmobilhafen-Hamburg

Grüner Deich 8, 20097, Hamburg, Deutschland

Wir haben Hamburg in der Vergangenheit schon öfters besucht, denn wir mögen diese Stadt. Aus diesem Grund war es weniger touristisches Interesse, das uns nach Hamburg geführt hatte, sondern ein kleines Familientreffen. Aus diesem Grund sind wir auch nur einen Tag geblieben und haben uns auf einen Spaziergang vom Stellplatz zur Elbphilharmonie, die wir bisher noch nicht gesehen hatten, beschränkt. Dabei führte uns der Weg durch die Speicherstadt. Die Hamburger Speicherstadt ist der weltgrößte historische Lagerhauskomplex und seit 2015 zusammen mit dem benachbarten Kontorhausviertel UNESCO Weltkulturerbe. Dort befinden sich unter anderem das Maritime Museum, das Deutsche Zollmuseum, Dialog im Dunkeln, das Gewürzmuseum, das Miniatur Wunderland, das Speicherstadtmuseum und die Speicherstadt Kaffeerösterei.

Ganz in der Nähe sind auch der Traditionsschiffhafen, die St. Pauli Landungsbrücken, die Kirche St. Michaelis und vieles mehr, was man sich anschauen kann. Und natürlich die Elbphilharmonie. 

Tag 3

Stellplatz am Marine-Ehrenmal

Steiner Weg 15, 24235, Laboe Ostseebad, Deutschland

Uns hat es heute ans Meer gezogen. Daher haben wir die ein oder andere Sehenswürdigkeit auf der Strecke ausgelassen. Auch Kiel selber war dabei, zumal mir mein Bruder, der noch bis vor einiger Zeit in Kiel gelebt hat sagte, dass die Stadt selber nicht so viel zu bieten hat (von den Häfen abgesehen). Also sind wir direkt nach Laboe gefahren.

Das weithin sichtbare Marine-Ehrenmals in Laboe ragt 85 Meter über der Ostsee und prägt das Gesicht der Kieler Außenförde. Zwei Aufzüge oder 341 Stufen führen zu einer Aussichtsplattform, von der aus sich bei klarer Sicht ein einzigartiger Rundblick über die Ostsee bis zu den dänischen Inseln, der Fehmarnsundbrücke und den Hügeln der Holsteinischen Schweiz öffnet. Ursprünglich dem Gedächtnis der im 1. Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine gewidmet, wurde das Ehrenmal nach dem 2. Weltkrieg zur Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen und zugleich zum Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren. Neben dem markanten Turm gehört zu der Anlage auch eine unterirdische Gedenkhalle, die Historische Halle mit zahlreichen Schiffsmodellen, und anderen marine- und schifffahrtgeschichtlichen Exponaten sowie ein 7000 Quadratmeter großer, mit Wesersandstein belegter Ehrenplatz.

Bekannt ist Laboe auch für sein „U-Boot auf dem Strand“, das 1943 in Dienst gestellte U-995. Sein Einsatzgebiet war im Wesentlichen vor der Norwegischen Küste. Nach dem 2. Weltkrieg wurde U-995 als S-309 bis 1965 von der Norwegischen Marine zum Küstenschutz eingesetzt. Als Zeichen der Aussöhnung machte man das U-Boot der Bundesmarine zum Geschenk. Aber der erforderliche Betrag von rund 750.000 DM für die Anlandung und Aufstellung (vom Transport über Land zum Beispiel nach Sinsheim oder München abgesehen) führten dazu, dass es eigentlich niemand wirklich haben wollte. Es wurde dann dem Deutschen Marinebund vollständig saniert und restauriert als Leihgabe überlassen und hier in Laboe 1972 aufgestellt. Die Kosten kamen, durch das Besucherinteresse, es sind ungefähr 120.000 Besucher pro Jahr, schnell wieder rein.

Tag 4

Turmhügelburg Lütjenburg, Nienthal, Lütjenburg, Deutschland

Nienthal, 24321 Lütjenburg, Deutschland

Das Museum Turmhügelburg im Lütjenburger Nienthal ist die Rekonstuktion einer mittelalterlichen Burganlage. Die frühen Burgen aus dem 10. und 11. Jahrhundert bestanden meist aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie einem Wohnturm auf einem Hügel, der von einem Wassergraben umgeben war, der sogenannten Motte (diese findet sich z.B. auch noch auf Windsor Castle). Das Ganze war noch von Palisaden umgeben. All das kann man in dieser Rekonstruktion sehen, die auf verschiedenen historischen Quellen beruht. Leider war die Anlage coronabedingt geschlossen.

Bräutigamseiche, Dodauer Forst, Eutin, Deutschland

Dodau 99 Dodau Forsthaus, 23701 Eutin, Deutschland

Eine Sehenswürdigkeit ganz besonderer Art findet man im Dodauer Forst bei Eutin.

Der Sage nach pflanzte ein an einen Baum gefesselter keltischer Fürstensohn nach seiner Befreiung durch ein christliches Mädchen aus Dankbarkeit eine Eiche. Und genau diese Eiche war es, die im 19. Jahrhundert die Tochter des Oberförsters und der Sohn eines Schokoladenfabrikanten als "toten Briefkasten" nutzten, um ihre Liebesbriefe auszutauschen. Am Ende heirateten die zwei unter der Eiche am 2. Juni 1891.

Natürlich machte diese romantische Geschichte schnell die Runde und immer mehr Menschen kamen auf die Idee, Briefe an die Eiche zu senden. 1927 bekam diese schließlich eine eigene Postanschrift und eine 3 Meter hohe Leiter, damit der Briefträger die ca. 40 Briefe täglich in das Astloch stecken kann. Jeder kann die Briefe lesen und, wenn er antworten möchte, diese auch mitnehmen. Über 100 Ehen sollen auf diesem Wege schon zustande gekommen sein.

Also, vergesst Tinder, Parship, eDarling und schreibt an "Bräutigamseiche, Dodauer Forst, 23701 Eutin".

Lütjenburg, Deutschland

24321 Lütjenburg, Deutschland

Lütjenburg ist eine schöne und beschauliche kleine Stadt. Mit dem Wohnmobil parken ist nicht einfach, wir haben es gegenüber des örtlichen Tennisvereins geschafft (54.294704 / 10.575107). Von dort aus waren es gute 10 Minuten bis auf den Marktplatz, wo sich auch die Touristeninformation befindet. Hier bekommt ihr einen Stadtplan mit einem Rundgang zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten, wie der St. Michaelis Kirche, den vier Bürgerhäusern am Marktplatz, dem Färberhaus mit dem Bürgerbrunnen "Hein Lüth" und so weiter.

Stellplatz am Binnensee

Eichholzweg, 23774, Heiligenhafen, Deutschland

In Heiligenhafen wollten wir eine kleine Pause einlegen, um die ganzen Bilder, die in der Zwischenzeit entstanden sind, zu sichten und zu bearbeiten und um am Reisebericht zu arbeiten. Dazu hatten wir uns diesen Stellplatz ausgesucht, weil er einen Blick auf den Binnensee bietet.

Heiligenhafen selber hat eine kleine beschauliche Altstadt und lange Strände. Auf dem Graswarder gibt es die Möglichkeit der Vogelbeobachtung und auf der anderen Seite, hinter der Kurklinik, eine kleine Steilküste, die aber durchaus sehenswert ist.

Tag 5
Tag 6

Meereszentrum Fehmarn, Gertrudenthaler Straße, Fehmarn, Deutschland

Gertrudenthaler Str. 12, 23769 Fehmarn, Deutschland

Das Meereszentrum in Burg auf Fehmarn soll eines der größten Aquarien Europas sein und seine Wassermenge von 4 Millionen Litern Wasser klingt Beeindruckend. Es gibt verschiedene kleinere Becken mit unterschiedlichen tropischen Fischen, Informationen zu den Fischen und zum Lebensraum Meer, aber die absoluten Highlights sind der Unterwassertunnel und das große Haifischbecken. Wer mit Kindern unterwegs ist, für den ist das fast ein Muss. Auch wenn die Eintrittspreise nicht wirklich familienfreundlich sind (pro Erwachsenen 11 Euro, pro Kind 7 Euro).

Petersdorf, Fehmarn, Deutschland

Petersdorf, 23769 Fehmarn, Deutschland

In Petersdorf gibt es eigentlich nur eine wirkliche Sehenswürdigkeit, die Kirche St. Johannis. Das Besondere an dieser Kirche sind der mit 64 Metern höchste Turm Fehmarns, die diversen Grabmale, der dreiflügelige Altar aus dem 14. Jahrhundert, der Taufstein aus Gotland und nicht zuletzt die 64 Linden, die die Kirche und den Friedhof ringförmig umschließen.

Wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, könnt ihr ihnen noch Peterwichtel spendieren. Die Geschichte dazu, die ihr auf Faltblättern in der Kirche findet, ist eine schöne Legende und der Erlös dient noch zum Erhalt der Kirche

Lemkenhafen, Fehmarn, Deutschland

Lemkenhafen ist ein Kitesurferparadies. Ansonsten hat Lemkenhafen eigentlich nur eine Sehenswürdigkeit, das Mühlenmuseum in einer Galerieholländer Mühle. Bei unserem Besuch war das Mühlenmuseum aber wegen Corona geschlossen.

Stellplatz am Strand

Gildestraße, 23743, Grömitz, Deutschland

Grömitz ist ein klassischer Ostsee Badeort. Mit einem langen, schönen Strand, Souvenirgeschäften, Restaurants, Hotels und auch Bade- und Kureinrichtungen. An der Seebrücke kann man einen kleinen Unterwasserausflug machen.

Wir wollten hier nur übernachten, nachdem wir bei 6 Plätzen vorher keinen freien Platz mehr gefunden hatten. Aber wir sind dann doch noch einen Tag geblieben - Wetterbedingt, denn es goss wie aus Kübeln und gewitterte den ganzen Tag. Für die Nacht ist nochmals Starkregen angekündigt, bevor es morgen Früh aufklaren soll.

Tag 7
Tag 8

Lübeck-Travemünde Priwallfähre

23570 Lübeck, Deutschland

Wir haben heute Morgen Grömitz verlassen und sind Richtung Wismar weiter gefahren. 

Travemünde, einen bekannten Ostseebadeort, haben wir nicht besucht, obwohl das Museumsschiff Passat schon gereizt hätte. Wir haben uns aber entschlossen die Trave mit der Fähre zu überqueren; 6,90 Fährpreis sind absolut ok, die Auffahrt ein Kinderspiel. 

Wer etwas Zeit mitbringt sollte aber einen Stopp auf der Halbinsel Priwall einlegen und die Passat, eine Viermastbark und ehemals Frachtsegler, besuchen.

Altes Feuerwehrhaus, Damshagen

Klützer Str. 34, 23948 Damshagen, Deutschland

Ein Tipp, den wir bekommen haben, ist ein Bioladen, Café und Bistro in einem alten Feuerwehrhaus. Gut, bis auf den Namen, Altes Feuerwehrhaus, erinnert eigentlich nicht mehr viel an die frühere Verwendung des Gebäudes. Dennoch lohnt ein Besuch, wenn man in der Gegend vorbeikommt. Wir haben uns ein paar echt leckere Croissants und ein Dinkelbrot für‘s Frühstück geholt und sind, ein paar Fotos später zu unserem nächsten Ziel aufgebrochen.

Milchtankstelle, Zierow, Deutschland

Unnamed Road, 23968, Zierow, Deutschland

Was fehlt zu einem guten Frühstück? Frische Milch. Die haben wir uns, direkt vom Bauernhof, an der Milchtankstelle in Zierow geholt. Milchtankstelle? Kling komisch, gibt es aber wirklich. Und ich habe im Internet nachgesehen - es gibt mehrere davon in Deutschland. Ich kannte das bisher nicht. Ist aber eine gute Idee. Frische Milch von der Kuh direkt zum Verbraucher. Und, da es unbehandelte Rohmilch ist, auch noch sooo lecker.

Wismar, Deutschland

Zum Festpl. 16, 23966 Wismar, Deutschland

In Wismar angekommen stellten wir fest, dass auch hier die Stellplatzsituation ein wenig angespannt ist. Wieder mussten wir suchen, wurden aber schnell fündig, nämlich am Parkplatz des Tierparks (53.890994 / 11.427911). Hier gibt es extra große Parkplätze auf denen Wohnmobile stehen dürfen. Vom Stellplatz aus ging es dann mit den Fahrrädern dann die Lübsche Straße entlang in die Altstadt Wismars.

Wismar, das vermutlich auf die Ansiedlung „Alt Wismar“ (1167) zurückgeht, wurde als Stadt erstmals 1229 urkundlich erwähnt. Bereits 1259 trat Wismar der Hanse bei und profitierte stark davon. Bereits 1250 erreichte die Stadt ihre bis ins 18. Jahrhundert gültige Ausdehnung. Auch heute noch zeugen die vielen alten, prächtigen Häuser von Wismars Blütezeit.

Der Marktplatz von Wismar ist der größte Marktplatz Norddeutschlands. Auf ihm befindet sich neben dem Rathaus (1819) ein Bürgerhaus aus dem Jahr 1360, heute das Restaurant „Alter Schwede“. Von den ehemals drei gotischen Hauptkirchen blieb nach dem Krieg nur noch die Nikolaikirche erhalten. Wir sind den kleinen Kanal „Frische Grube“ Richtung Hafen gefolgt. Dort angekommen haben wir uns dann erst mal im „Brauhaus am Lohberg“ aus dem Jahre 1452 ein traditionelles Wismarer Bier, die „Wismarer Mumme“ gegönnt, bevor es durch das „Wassertor“, dem letzten erhaltenen Stadttor, weiter zum Hafen ging. An einem der dort liegenden Botte ansässiger Fischräuchereien konnten wir das erste mal frische Kieler Sprotten kaufen.

Im Hafen liegt auch eine weitere Attraktion, der Nachbau einer mittelalterlichen Hansekogge, die Poeler Kogge „Wissemara“. Mit ihr kann man, nach vorheriger Buchung, kurze Törns durch die Wismarer Bucht, Tagesfahrten oder sogar mehrtägige Segeltörns machen. Infos zur Kogge und zu den Fahrten gibt‘s unter poeler-kogge.de

Tag 9

Schwerin, Deutschland

Bürgermeister-Bade-Platz 1, 19055 Schwerin, Deutschland

Wer in diesem Teil der Ostseeküste unterwegs ist, kommt an Schwerin nicht vorbei. Schwerin ist eine bemerkenswerte Stadt, liegen doch 12 Seen innerhalb ihrer Stadtgrenzen. Auf dem größten von ihnen, dem Schweriner See, wurde das Schweriner Schloss, jetzt Sitz des Landtags, auf einer eigenen Insel erbaut. Gingen die Anfänge auf eine slawische Burg von 941 zurück, stammt seine heutige Form aus der Zeit um 1850 wo sie umfassend umgebaut wurde.

Wir haben unser Wohnmobil in der Nähe des Bahnhofs auf einem Stellplatz für vier Mobile geparkt (53.636528, 11.408611), den man auch stundenweise bezahlen kann. Vor dort aus ist es nur einen Kilometer bis in die Altstadt. Auf unserem Weg sind wir an der St. Paulskirche vorbeigekommen, der wir einen kurzen Besuch abgestattet haben. Mitte des 19. Jahrhundert erbaut ist sie eine moderne Kirche im mittelalterlichen Gewand. Am beeindruckendsten ist die mächtige Friese-Orgel mit über 1.600 Pfeifen; die größte ist sechs Meter hoch, die kleinste hat die Größe einer Zigarette.

Weiter ging‘s zum durch die Altstadt zum Dom. Direkt neben dem Dom ist der alte Marktplatz, auf dem sich das Löwendenkmal befindet. 1995 zum 800. Todestag Heinrichs des Löwen, dem Stadtgründer, errichtet, setzt es sich „kritisch“ mit dessen Leben auseinander. Die meiste Beachtung dürfte dabei allerdings die „Bardowicker Gesäßhuldigung“ erfahren, die die Bürger dem Herzog aus Geringschätzung zuteil werden ließen.

In der Altstadt sollte man unbedingt auch einen Abstecher in die „Enge Straße 2“ machen. Denn dort gibt es das allerbeste Softeis weit und breit. Hergestellt aus rein natürlichen Zutaten wird es auf alten „ILKA“ Eismaschinen aus der ehemaligen DDR hergestellt. Es gibt Schokolade/Vanille und noch zwei Sorten des Tages.

Wir sind dann, vorbei am Sitz des Ministerpräsidenten, zum Schweriner Schloss gelaufen. Sehr beeindruckend, wobei einige Teile stark vom Schloss Chambord an der Loire inspiriert sind. Leider waren wegen Corona nur zwei Räume zugänglich und so waren wir nicht böse, dass das Schloss Montags ohnehin geschlossen ist. Aber auch von außen ist es Sehenswert und so konnten wir auch noch ein wenig im Schlosspark spazieren gehen.

Rostock, Deutschland

Stadthafen 70, 18055 Rostock, Deutschland

Wir haben Schwerin hinter uns gelassen und sind weiter Richtung Rügen gefahren, bis nach Rostock. Hier am Stadthafen gibt es ausreichend Stellplätze, wenn auch ohne V/E. Dafür steht man hier schön, mit direktem Blick auf‘s Wasser (oder eines der dort vertäuten Schiffe).

Der Platz ist auch in idealer Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung, liegt er doch direkt an der Altstadt. Schnell ist man auf der Kröpeliner Straße, der Haupteinkaufsstraße. Auf der einen Seite befindet sich das Rathaus (1270) und der neue Markt. Geht man von dort aus die Kröpeliner Straße zurück kommt man an der Marienkirche (1230) vorbei. Neben der reichen Austattung ist die absolute Besonderheit die astronomische Uhr (1472), die man unbedingt eingehend studieren sollte. Ein mechanisches Meisterwerk.

Weiter geht es die Kröpeliner Straße entlang zum „Brunnen der Lebensfreude“ und der dahinter liegenden Universität (1419), der ältesten Universität Nordeuropas. Wir verlassen kurz die Stadt durch das Kröpeliner Tor, eines der vier erhaltenen Stadttore. Von dort gehen wir die Wallanlage mit Stadtmauer wieder ein Stück zurück und gelangen zum Kloster zum Heiligen Kreuz, einem ehemaligen Zisterzienser Nonnenkloster, gestiftet von der dänischen Königin Margarete I. (1270). Die Klosterkirche gehört heute zur Universität.

Es gibt noch vieles zu sehen in Rostock, wir mussten aber weiter. Die Nikolaikirche allerdings ist den Weg nicht Wert; heute Büros der Probstei und Wohnhaus ist es, außer bei Gottesdiensten, nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Tag 10

Wohnmobilhafen Rügen

Tilzower Weg 32a, 18528, Bergen auf Rügen, Deutschland

Rügen – größte Insel Deutschlands und bekannt für seine Strände und die berühmten Kreidefelsen – Rügen hatten wir uns als nächstes Ziel auserkoren. Dabei waren es weniger die Strände, die uns lockten, sondern die Kreidefelsen. Es ging also von Rostock direkt über die Rügenbrücke auf die Insel. Vorher hatten wir uns ein paar Stellplätze in Strandnähe ausgesucht, ein bisschen Strand geht halt immer.

Aber irgendwie hatten wir ein déjà-vu. Wieder waren alle Stellplätze, die wir angefahren hatten, voll. Darunter sogar zwei mit jeweils 150 Stellplätzen. Wir waren fast soweit, die Insel wieder zu verlassen, als wir in Bergen auf den Caravanstellplatz Bergen (54.402332°, 13.427589°) gestoßen sind. Ein kurzer anruf – voll. Aber... der findige Autohändler (dem auch der Stellplatz gehört) hat mal eben auf seinem Firmenparkplatz zusätzliche Stellplätze abgetrennt, jeder mit Strom und vollem Serviceangebot.

Wir haben dann am Abend erst einmal ausgiebig geduscht und hatten eine ruhige Nacht.

Tag 11

Lohme, Deutschland

Touristik Lohme GmbH, Stubbenkammerstraße 57, 18551 Lohme, Deutschland

Es ist in der Tat so: egal was passiert – wer weiß, wofür es gut ist. Wir haben ausgeschlafen, in Ruhe unseren Kaffee getrunken und uns und das Fahrzeug fertig gemacht. Auf zu den Kreidefelsen. Von Hagen zu den Steilklippen ist die Wanderstrecke am kürzesten, von Sassnitz aus ist es wesentlich weiter. Und einen Parkplatz werden wir schon finden. 

 Man kann sich unsere Überraschung kaum vorstellen, was wir realisierten, dass der Parkplatz in Hagen auch gleichzeitig ein Stellplatz ist und er, als wir am Vormittag ankamen, jede Menge freie Plätze hatte. Schnell stand der Entschluss fest: wir bleiben über Nacht. 

 Erst einmal gegessen (wir frühstücken nicht, genug Kaffee reicht uns), dann die Foto- und Filmausrüstung eingepackt und los ging’s. In den Nationalpark, ins UNESCO Weltnaturerbe, einen der größten zusammenhängenden Buchenwälder Deutschlands. 3,4 Kilometer sind es bis zum Aussichtspunk „Victoria Sicht“, von dem aus man einen schönen Blick auf den Königsstuhl hat. Je nach Tageszeit muss man hier mehr oder weniger anstehen, um auf die kleine Plattform zu kommen. Meist reicht es gerade mal für ein, zwei Bilder, bevor bereits die nächsten drängeln. Tourismus-Hotspot eben. Aber so ist das nun mal. 

 Wir haben das Parkzentrum nicht besucht (kostet separat Eintritt) sondern haben aufgemacht, um auf dem Hochuferweg in Richtung Sassnitz zu wandern. Leider sind die Treppenabgänge am Königsstuhl und an der Kielerschlucht nicht mehr begehbar und so kommt man erst über die Piratenschlucht kurz vor Sassnitz nach unten ans Ufer. Wir haben uns mit der Aussicht vom Hochuferweg zufrieden gegeben. Irgenwann kam eine Weggabelung, die uns in gut 3,8 Kilometern zurück zum Stellplatz geführt hat. Und so waren wir 4 Stunden unterwegs. Aber es hat sich gelohnt.

Tag 12

Prora "KDF" 2016, Binz, Deutschland

Prora, 18609 Binz, Deutschland

Das Schöne am Camping ist, dass man auf Camping- oder Stellplätzen mit seinen Nachbarn ins Gespräch kommt. Es gibt interessante und weniger Interessante Gespräche, Belanglosigkeiten ebenso wie gute Tipps. So war es auch diesmal. Von unseren Nachbarn, mit denen wir wegen meiner Drohne ins Gespräch kamen, erhielten wir den Tipp, Prora bei Binz zu besuchen. Wie wir uns so unterhielten, viel es mir wieder ein: Prora, dieser endlos lange Bau, den die nationalsozialistische Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) als gigantisches Erholungszentrum an der Ostsee bauen ließ. Damals insgesamt 4,5 Kilometer lang, 10.000 Zimmer für 20.000 erholungssuchende. Gigantismuswahn in Reinform.

Wir sind dorthin gefahren – und waren irgendwie beeindruckt. Eingebettet in einen kleinen Wald (was die Anlage zur Insel hin abschirmt) hatten alle Zimmer Meerblick. Ausgestattet waren sie eher einfach: Betten, Kleiderschrank, Waschbecken. Toiletten und Duschen befanden sich in den jeweiligen Fluren. Auch eine eigene Anlegestelle für die KdF-Ausflugsschiffe war geplant. Aber durch den Kriegsbeginn wurde die Prora nie fertig gestellt. Nach dem Krieg wurden Teile davon durch die NVA als Schulungs- und Erholungszentrum genutzt. Später, nach der Wende, zog die Bundeswehr hier ein, bis die Anlage aufgegeben wurde. Ein Teil ist heute Jugendherberge, ein anderer Teil, auf dem Foto klar an den Balkonen zu erkennen, wurde von einem Investor luxussaniert und als Eigentumswohnungen für damals ca. 6.500 €/qm verkauft. Das und der noch erhaltene Rest (und davon gibt es immer noch genug) steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Aber auf Grund seiner Größe kommt die Anlage erst aus der Luft so richtig zur Geltung...

Country Camping Tiefensee Voß e.K.

Schmiedeweg 1, 16356, Werneuchen OT Tiefensee , Deutschland

Alles hat einmal ein Ende, so auch dieser Urlaub. Wir haben uns auf den Rückweg gemacht. Die erste Etappe wollten wir, nich allzu weit entfernt an der Mecklenburgischen Seenplatte beenden. Aber bei der Eingabe der Koordinaten für den Stellplatz in das Navi muss etwas schief gelaufen sein. Bei einer Koordinate habe ich mich um 3 Minuten vertan. Gut, wir haben uns schon über die angezeigte Entfernung gewundert. Aber so richtig stutzig wurden wir erst, als wir auf einmal kurz vor der polnischen Grenze waren. Nein, da wollten wir nicht hin, da waren wir uns ganz, also absolut sicher.

Nun ja, also sind wir zum Übernachten in die Nähe von Berlin gefahren, genauer auf den Campingplatz Tiefensee (52.680805°, 13.850111°). Hier kann man gut übernachten, aber auch ein paar Tage Urlaub machen. Der eigentliche Campingplatz liegt etwas weiter unten im Wald direkt am Gamen See.

Tag 13
Tag 14

Campingplatz Mainkur, Frankfurter Landstraße, Maintal, Deutschland

Frankfurter Landstraße 107, 63477 Maintal, Deutschland

Tja, heute ist nun definitiv Schluss, unsere Reise ist zu Ende. Zurück in unserem „Heimathafen“ heißt es aus- und aufräumen, alles abstellen. Aber: nach der Reise ist vor der Reise und so freuen wir uns auf die nächsten Ausflüge in die nähere Umgebung mit unserem Nanuq.

Wir haben vieles gesehen, alte, schöne Orte besucht und festgestellt, dass es doch noch einiges zu entdecken gibt: Stralsund, Peenemünde, Usedom. Aber wer weiß – vielleicht kommen wir dann wirklich aus Polen.