Frankreich

hymermaus
von Lioba & Uwe

Frankreich

06.09. - 23.09.2020 Mehrfach haben wir - mit Blick auf die aktuellen Corona-Infektionszahlen - unsere geplante Route ändern müssen. Wir haben uns bemüht möglichst immer in den „grünen Zonen“ unterwegs zu sein.

Von Vita Classica Therme, Thürachstraße, Bad Krozingen, Deutschland nach Camping Maintal, Schloßstraße, Collenberg, Deutschland
2157 Kilometer 18 Tage 21 Wegpunkte
Tag 1

Vita Classica Therme, Thürachstraße, Bad Krozingen, Deutschland

Thürachstraße 4, 79189 Bad Krozingen, Deutschland

Wir ergattern einen der letzten Stellplätze an der Therme. Der Platz hat keine Toiletten oder Duschen, die Anlagen in der Therme sind aber nutzbar. Allerdings kann der Weg recht weit sein, je nachdem wo man steht. Für die Dusche müsste man ein Ticket für 3 EUR kaufen. Für einen Zwischenstopp ist der Platz aber gut geeignet. Wir machen noch einen schönen Spaziergang durch den wunderschönen Kurpark mit seinen vielen außergewöhnlichen Bäumen. Und im Biergarten finden wir ein schönes Plätzchen für ein leckeres Abendessen.

Tag 2

Camping du Pâquier Fané

20 rue du paquier fane, 71150, Chagny, Frankreich

Die Fahrt war wie immer in Frankreich recht entspannt. Wir kommen gut an und treffen uns hier mit Campingfreunden. Gemeinsam wollen wir von hier aus unsere Frankreich-Tour starten. Ursprünglich sollte es Richtung Südfrankreich gehen, da dort aber die Corona-Lage bereits recht angespannt ist, ändern wir unsere Reisepläne und werden jeden Tag neu entscheiden, wie es weitergeht.

Tag 3

Santenay

20 rue du paquier fane, 71150, Chagny, Frankreich

Wir machen eine Radtour nach Santenay. Es ist eine wunderschöne Tour entlang dem Canal du Centre. Den Canal werden wir während unserer Reise noch mehrfach besuchen. Er bildet zusammen mit 2 weiteren Kanälen eine Kanalkette, die einen Übergang vom Atlantik zum Mittelmeer erlaubt. In Santenay besuchen wir das Château, dessen Dach mit den typisch burgundischen farbigen Ziegeln gedeckt ist. Der Rotwein aus Santenay hat das Städtchen weltberühmt gemacht, die Preise sind entsprechend hoch. Was uns auf der gesamten Tour durch Frankreich begeistert, sind die wunderschön gestalteten und bepflanzten Kreisverkehre, Brücken und Beete am Straßenrand. Die Blumenkästen an den Brücken quellen förmlich über von einem Blütenmeer und alles super gepflegt.

Der Campingplatz ist sehr ordentlich und gepflegt und auch gut besucht, aber nicht voll.

Tag 4

Camping de Mambre

71600, Paray le Monial, Frankreich

Wir radeln in die Altstadt von Paray-le-Monial und machen einen schönen Rundgang. Wir besuchen u.a. die Basilika, dessen zweitürige Fassade sich im Wasser des vorbeifließenden Flusses spiegelt. Das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, ehemaliges Stadthaus eines reichen Tuchmachers, im Stil der Renaissance mit seiner gelblichen Fassade, ist vor allem durch seine Verzierungen interessant. Muschelornamente und Medaillons mit den Porträts französischer Könige überziehen die gesamte Fassade.
Der Platz ist nicht sehr voll und der Betreiber sehr freundlich. Der Pool ist sauber und gut temperiert. Nach einem warmen Tag wirklich erfrischend!

Tag 5

Kanalbrücke von Digoin

Wir radeln nach Digoin, immer entlang am Canal du Centre bis zur berühmten Kanalbrücke. Hier kreuzt der Kanal die Loire - ein ganz besonders beeindruckendes Bauwerk. Die Brücke ist 243 m lang und hat 11 Bögen und 10 Pfeiler. Der Trog ist 6 m breit und 2,30 m tief, sein Boden befindet sich 8,30 m über der Loire. Beiderseits wird er von einem 1,75 m breiten Treidelpfad gesäumt, auf dem man wunderbar per Rad den Kanal befahren und die Loire überqueren kann.

Auf Empfehlung des Campingplatz-Betreibers radeln wir am Abend nochmal in den Ort Paray-le-Monial. Mit vielen Strahlern und Lichtern wird die gesamte Altstadt angestrahlt, besonders schön erstrahlen das Rathaus und die gegenüberliegende Kirche und natürlich die Basilika. Die Lichter spiegeln sich im Wasser und auch die Brücke ergibt ein tolles Fotomotiv.

Tag 6

Castel Camping du Chateau de Leychoisier, Route de Leychoisier, Bonnac-la-Côte, Frankreich

1 Route de Leychoisier, 87270 Bonnac-la-Côte, Frankreich

Die französische Campingkette Les Castels hat sich auf Campingplätze an Schlössern spezialisiert. Dies sind außergewöhnliche Campingplätze, die den Geist der Familie aufrechterhalten wollen, ihre Parks für die Camper öffnen und damit Geld für die hohen Kosten des Erhalts von Schloß und Park einnehmen. Der von uns besuchte Platz hat ein tolles Ambiente mit einem Schloss, geräumigen Stellplätzen im Schatten von uralten und z.T. seltenen Bäumen. Auch der Pool ist toll angelegt und wir nutzen ihn am Abend ausgiebig. Die sanitären Anlagen sind in den kleinen Nebengebäuden untergebracht, vermutlich waren das früher Ställe oder Wohnungen der Angestellten. Alles versprüht einen besonderen Charme, ist aber sauber und gut ausgestattet. Die Fliesen in den Duschen sind außergewöhnlich, fast schon antik. Der Platz ist kaum besucht, wir stehen fast alleine auf dem riesigen Areal.

Camping Campéole - Clairefontaine

rue du Colonel Lachaud 16, 17200, Royan Pontaillac, Frankreich

Der Platz ist gut gefüllt, aber nicht voll. Die sanitären Anlagen werden regelmäßig gereinigt und desinfiziert. Am Pool wurden alle Liegen weggeräumt, daher trifft man hier auch nicht viele Menschen, aber das abendliche Bad nach einem sommerlich warmen Tag genießen wir trotzdem.

Tag 7

Radtour nach Meschers

Wir radeln auf dem wunderbar angelegten Radweg immer entlang der Küste, vorbei am Hafen von Royan mit den unzähligen Yachten, zum Leuchtturm an der Gironde-Mündung und nach Passieren einer weiteren traumhaften Bucht legen wir in der Acapulco Bar einen Stopp ein. Wir genießen einen kühlen Cocktail und den traumhaften Blick auf den Atlantik. Wir radeln weiter nach Meschers. Bei unserem letzten Besuch vor 2 Jahren haben wir hier ganz lecker gegessen. Diesmal verzichten wir angesichts der vollen Restaurants und der geringen Abstände zwischen den Tischen. 

Tag 8

Radtour nach La Palmyra

Am nächsten Tag radeln wir in die andere Richtung. Auch hier sind die Radwege wunderbar angelegt, wir radeln von einer schönen Bucht zur nächsten - im Sonnenschein und im schattigen Wald, vorbei am Golf-Resort - bis nach La Palmyra. Hier finden wir ein nettes Restaurant mit Blick auf‘s Meer. Hier ist es nicht so sehr voll und wir finden einen Tisch am Rand und leckeres Essen.

Die Sonnenuntergänge am Meer sind natürlich phantastisch, tauchen alles in rot-goldenes Licht - immer wieder sehenswert!

Tag 9

Camping Les Sables, Chemin du Pontreau, Aytré, Frankreich

Chemin du Pontreau, 17440 Aytré, Frankreich

Der Platz ist nur 300 m von einem wunderbaren Sandstrand und nur knapp 7 km von La Rochelle entfernt. Er verfügt über eine tolle Pool-Landschaft mit einem überdachten Schwimmbad, einem Freibad mit großen Rutschen, einem Whirlpool und vielen kleinen Becken. Die üppige Vegetation auf dem Platz ist gepflegt und die Sanitäranlagen sauber.

Tag 10

La Rochelle

Wir radeln nach La Rochelle. Wir kommen vorbei am riesigen Yachthafen, der mit rd. 4000 Liegeplätzen der größte für Freizeitschiffe ausgerichtete Seehafen Europas ist. Der Blick über die Yachten hinweg zur Altstadt ist einfach toll! Dann geht’s weiter zur Markthalle. Sie ist wie überall in Frankreich reich bestückt mit Spezialitäten aus der Region. Unsere Campingfreunde genießen eine Portion frische Austern und wir holen uns für‘s Abendessen Trüffelkäse und eine gute Flasche Wein. Gleich um die Ecke finden wir das Bunkermuseum, untergebracht im Keller eines unscheinbaren Wohnhauses. Eine schwarze Katze war das Emblem der 3. Deutschen U-Boot-Flottille, die in La-Rochelle stationiert war. Fünf Jahre hielten die Deutschen die Hafenstadt besetzt; unter dem Hotel, in dem die Nazi-Offiziere logierten, ließen sie einen Luftschutzbunker anlegen, der Platz für 62 Männer bot und eine geräumige Bar. Absolut sehenswert! Leider ist der Drehort für „Das Boot“ in La Pallice nicht mehr zu besichtigen, schon weit vorher ist das Gelände abgesperrt.                                               Auf dem Rückweg durch die Altstadt und den Hafen kommen wir am Riesenrad vorbei und entscheiden uns kurzerhand für eine Fahrt. Wir werden belohnt mit einer phantastischen Aussicht über die Stadt und den Hafen bis hinaus auf‘s Meer.

Tag 11

La Rochelle

Mit einem Boot geht es heute raus auf den Atlantik, der Blick zurück auf La Rochelle ist umwerfend. Unser Ziel ist das Fort Boyard. Das Fort hat einen ovalen Grundriss, ist 61 m lang, 31 m breit und 20 m hoch. 1801 hat Napoleon diese strategisch wichtige Arbeit in Angriff genommen. Aufgrund starker Strömungen und der Gezeiten konnte nur im Sommer und bei Ebbe gebaut werden. 1857 fertiggestellt kam dem Fort jedoch kaum noch eine militärische Bedeutung zu, diente zwischenzeitlich als Kriegsgefangenenlager und als Gefängnis. Wir genießen die Bootstour bei sommerlichen Temperaturen und einer leichten Meeresbrise, auch wenn Mund-Nasenschutz etwas stört.

Tag 12

Parthenay, Frankreich

79200 Parthenay, Frankreich

Auf unserer Weiterfahrt machen wir einen Stopp in der Mittelalterstadt Parthenay. Die Stadt liegt am Ufer des Thout und hat viele denkmalgeschützte Gebäude: Zitadelle, Burg, Stadtmauer mit Türmen, Brücken und Stadttor und viele schöne Fachwerkhäuser. An vielen Fassaden sind Wappen und Erläuterungen angebracht, alles sehr interessant und absolut sehenswert! Wir kehren ein in der Brasserie Le Coupé Gorge - tolles Ambiente, kleine Bühne für Life Konzerte und eine Terrasse direkt am Fluss. 8 verschiedene Biere werden hier gebraut, z.T. nach längst vergessenen Rezepturen.

Camping Loire et Châteaux

Le Stade, 37130, Brehemont, Frankreich

Den Platz haben wir bereits im letzten Jahr auf unserer Loire-Tour besucht. Die Sanitäranlagen sind zwar sauber, aber einiges ist defekt und müsste dringend repariert werden!

Tag 13

Langeais

Wir radeln auf dem Loire-Radweg zum Pont de Langeais, einer wunderschönen 360 m langen Hängebrücke über die Loire. Mitten im Ort Langeais steht eines der ältesten Schlösser der Loire. Über eine Zugbrücke gelangt man in den Hof und Park. Berühmt wurde das Schloss 1491 als hier die Hochzeit von König Karl VIIII und Anne de Bretagne stattfand. Langeais ist ein zauberhaftes Örtchen, sehr sauber und gepflegt.

Marnay

Am Nachmittag radeln wir noch zum Technikmuseum von Maurice Dufresne in Marnay. Es ist das Werk eines leidenschaftlichen Sammlers, ein riesiges Gelände mit viel alter Technik. In großen Hallen sind Maschinen, Autos, Lastwagen, Motorräder, landschaftliche und militärische Maschinen, Webmaschinen, Weinfilter, sogar eine Original-Guillotine, 3000 großartige Ausstellungsstücke!  Die Männer sind begeistert!

Tag 14

Camping Le Martinet

45250, Briare, Frankreich

Auf dem Campingplatz haben wir eine große Wiese fast für uns allein, die sanitären Anlagen sind sehr einfach, aber sauber. Briare hat viele Kanäle, einen kleinen Yachthafen, eine schöne Kirche mit sehenswerten Mosaiken. Wir radeln durch Briare und bewundern die üppig bepflanzten Brücken, Beete und Pflanzschalen. Unser Ziel ist heute die Kanalbrücke von Briare. Sie ist 662 m lang und ein wahres Kunstwerk. Der Trog faßt rd. 14.000 Tonnen Wasser und ruht auf 14 Pfeilern im Flussbett, die Brücke liegt 9 m über dem normalen Pegel der Loire. Beiderseits des Wasserlaufs wurden Treidelpfade angelegt und Lampen aufgestellt sowie je zwei gemauerte Kandelaber. Ein schönes Fotomotiv und Anziehungspunkt für die Touristen.

Tag 15

Gien

Wir radeln nach Gien. Schon von weitem hat man einen tollen Blick über die Loire auf das Schloss von Gien, welches das Bild der Stadt dominiert. Die Brücke von Gien war im 2. Weltkrieg hart umkämpft. Im Juni 1940 bombardierte die deutsche Luftwaffe die Brücke von Gien, um der französischen Armee die Rückzugsmöglichkeit über die Loire abzuschneiden. Durch den Luftangriff wurde ein Großbrand ausgelöst, der die Stadt zu 80 Prozent vernichtete. Nur das Schloss überstand das Bombardement nahezu unversehrt. Wir sind etwas bedrückt von der Geschichte der Stadt, können aber trotzdem unser Mittagessen am Ufer der Loire genießen.

Tag 16

Les Breuils Camping Verdun, Allée des Breuils, Verdun, Frankreich

7 Allée des Breuils, 55100 Verdun, Frankreich

Der letzte Stopp unserer diesjährigen Frankreich-Reise ist Verdun. Wie alle anderen Plätze auf unserer Tour ist der  Campingplatz Les Breuils nur mäßig gefüllt, man kann sich gut aus dem Weg gehen! Die Sanitäranlagen sind o.k., der Platz verfügt auch über einen Pool, aber das Wetter wird nun etwas kühler und herbstlicher, so dass wir ihn nicht nutzen. Aber im kleinen Bistro bekommen wir abends ein kühles Feierabend-Bierchen. Die Stadt Verdun an der Maas und ihr Umfeld waren 1916 Schauplatz der Schlacht um Verdun, die zu den blutigsten Schlachten des 1. Weltkrieges zählt. Die Schlacht dauerte vom Februar bis Dezember 1916, die Stadt erlitt schwere Zerstörungen, einige Dörfer im Umland wurden vollständig zerstört. 170.000 französische und 150.000 deutsche Soldaten starben während der Schlacht, die zu einem Sinnbild des Krieges wurde.

Tag 17

Fort Douaumont

Wir wollen zuerst das Fort Douaumont besuchen, auf dem Weg radeln wir durch einen Wald mit Hunderten Hügeln, hier waren einst die Stellungen und Schützengräben. Das Fort ist eine riesige Festungsanlage - entstanden 1885 bis 1913. Im Februar 1916 nahmen deutsche Soldaten das Fort fast im Handstreich ein. Wir laufen durch die unterirdischen Räume des Forts, es muß grauenvoll gewesen sein, hier zu leben und zu kämpfen, für deutsche und französische Männer! Wir radeln weiter zum Beinhaus. Hier werden die Gebeine von über 130.000 nicht identifizieren französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt, die auf den Schlachtfeldern aufgelesen wurden. Vor dem Beinhaus befindet sich ein Friedhof mit über 16.000 Gräbern. Die Kreuze stehen in Reih und Glied und ergeben ein beeindruckendes und zugleich bedrückendes Bild. Zentrales Element des Beinhauses ist der 137 m lange Gewölbegang mit rd. 4000 Inschriften an Wänden und Decke.

Tag 18

Camping Maintal, Schloßstraße, Collenberg, Deutschland

Schloßstraße 42, 97903 Collenberg, Deutschland

Nachdem wir uns von unseren Campingfreunden verabschiedet haben, geht’s zurück nach Deutschland. Wir legen noch einen Stopp am Main ein, bevor es endgültig nach Hause nach Berlin geht. Das Fazit unserer Reise fällt durchaus positiv aus. Trotz Corona und steigender Infektionszahlen hatten wir eine tolle Zeit. Die Campingplätze waren alle nicht sehr voll, wir hatten meist viel Platz zum Abstand-Halten und Dank der ACSI-Card auch sehr preiswert. Die Restaurants waren oft sehr voll mit wenig Abstand (vor allem in den Orten an der Atlantik-Küste).