"Mücke Emotion" on Nord-Amerika Tour

wm44
von Wolfgang & Walburg Jacob Mücke

"Mücke Emotion" on Nord-Amerika Tour

01.01.2015 - 25.04.2015 - 114 Tage ca. 30.000km km

"Mücke Emotion" on Nord-Amerika Tour: mit Caravan-Gespann durch Kanada und USA

Ein Traum wird war: wir werden mit eigenem Caravan-Gespann ( VW Touareg und Dethleffs "Mücke Emotion" ) in 2015 eine ca. 9-monatige Reise durch Nord-Amerika unternehmen.

P1120970.JPG

Wir, das sind meine Lebenspartnerin Walburg Jacob und ich, Wolfgang Mücke. Seit 35 Jahren bin ich Camper und konnte den Bau von Caravans und Wohn- mobilen zu meinem Beruf machen. Viele Jahre war ich bei einem der führenden Hersteller Dethleffs in Isny als Prokurist für den Strategischen Einkauf verant-wortlich.

Zum Beginn meines Ruhestandes in 2005 liess ich mir einen Caravan nach meinen Wünschen und Ideen bauen. Er ist ein Unikat, Außen und Innen komplett verändert und ausgestattet mit vielen Extras, die teilweise im Caravan- bau so nicht üblich sind. 

P1120969.JPG

Seitdem haben wir einige Fernreisen auf alle Kontinente unternommen. In jedem Jahr sind wir aber auch mit meinem "Mücke Emotion" in Europa unterwegs, vom Nordkap bis Portugal und von Frankreich bis Russland. Eine Tour durch  Nord- Amerika mit unserem rollenden Zuhause erschien nicht sehr realistisch, aber der Wunsch blieb bestehen. Nach Anfangsrecherchen ergaben sich doch ver- schiedene Möglichkeiten. Nun stand es fest, wenn nicht jetzt, wann dann.

Anfang 2015 begann ich intensiv zu recherchieren, planen und organisieren. Zunächst das Visum. Kanada ist für 6 Monate Aufenthalt visumfrei, aber für USA ist schon ab 90 Tagen ein Visum erforderlich. Für uns musste das Nicht-einwanderungs-Visum online beantragt werden. Anschließend wurden wir zum Interview ins Amerikanische Konsulat München eingeladen. Nach ein paar Fragen und einige Tage später war das Visum im Briefkasten. Alles einfacher als erwartet.

Nun konnte ich mich um die Verschiffung kümmern. Wie und wer bringt das Gespann über den großen Teich? Im Internet stiess ich immer wieder auf Seabridge in Düsseldorf, mit wiederholt positiven Bewertungen. Also entschied ich mich für Seabridge und bin ebenfalls sehr zufrieden mit der professionellen Abwicklung.

Da die deutsche Kfz-Versicherung in Amerika nicht gültig ist, muss eine amerikanische abgeschlossen werden. Die Verbindung stellte Seabridge her, ebenfalls für die Transport-Versicherung der Verschiffung. Seitdem ich dann unsere Auslandskranken-Versicherung verlängerte, sind wir versicherungs-technisch gut versorgt.

Bis zu einem Jahr Aufenthalt in Nord-Amerika ist die Einfuhr eigener Fahrzeuge zollfrei und es ist auch kein Umbau auf den amerikanischen, technischen Standard erforderlich. Zwei Dinge sind allerdings zu berücksichtigen. Es wird zum einen ein Adapter zum Befüllen deutscher Gasflaschen oder zum Anschluß an deutsche Druckregler benötigt. Zum anderen wird ein elektrischer Umformer von 110 auf 220 Volt gebraucht, damit lassen sich dann auch verbrauchs-intensive Geräte wie Kaffeemaschinen, Klimaanlagen etc. betreiben. Der Adapter und der Trafo können auch über Seabridge beschafft werden.

Als Nächstes waren die Fahrzeuge an der Reihe. Inspektionen, TÜV-Termine überprüfen, Beschaffen von Zubehör, etc., um mit einem guten und sicheren Gefühl auf die Reise gehen zu können.

Es wurde Mitte April und wir mussten uns überlegen, was nehmen wir alles mit? Die lange Reisezeit, mehrere Klimazonen und Jahreszeiten sind zu berück-sichtigen. Demzufolge tragen wir waschkörbeweise unsere Sachen in den Caravan. Dank des großzügigen Stauraums im "Mücke Emotion" fielen Walburg  von Tag zu Tag immer wieder weitere Dinge ein, die wir nehmen könnten. Von der Winter-Jacke bis zur Badehose, von Wanderschuhen bis Videos und Büchern ist alles an Bord und gut verpackt. Sehr praktisch, denn als Flug- gepäck wäre es unmöglich alles mitzunehmen. Meine Gewichtskontrolle des Caravans ergab, dass das zulässige Gesamtgewicht des Caravans sogar um wenige Kg unterschritten ist!

Damit ist alles erforderliche getan und  "Mücke Emotion" ist Ende April bereit für die Verschiffung und die 5.200km lange Seereise von Hamburg nach Halifax.

26.04.2015 - 13.05.2015 - 17 Tage

"Mücke Emotion" wird von Hamburg nach Halifax/Kanada verschifft

26.04.2015: Endlich geht es los. Auf die Autobahn A7 und immer geradeaus bis Hamburg. Am nächsten Morgen Abgabe des Gespanns im Hafen. Nach Anmeldung im Terminal und Aufnahme der Fahrzeugdaten erhalte ich einen Passierschein für die Einfahrt in den Hafen und zum Aufstellplatz.

Auf dem Aufstellplatz werden alle für die Verladung bestimmten ca. 6.000Fahrzeuge aufgereiht....

.... und für die Transport-Versicherung auf eventuell vorhandene Schäden inspiziert. Nach Abschluß der restlichen Formalitäten noch ein abschied-nehmender Blick auf mein "Mücke Emotion"-Gespann und dann trete ich die Rückreise nach Kempten per Zug an. Die Fahrt unterbreche ich, um mich von Verwandten und Freunden für die lange Reise zu verabschieden. 

"Mücke Emotion" wurde am 29.04. durch die Heckrampe auf ein Deck im Bauch des 292m langen Roll On/Roll Off - Containerschiffs "Atlantic Companion" einer schwedischen Reederei verladen.

Den Weg den Weg des Schiffes von Hamburg über Antwerpen und Liverpool nach Halifax haben wir über einen Internet-Link live verfolgen können. Am 13.05. sind beide im Hafen von Halifax angekommen.

Nun bleibt uns noch Zeit bis zu unserem Flug von München nach Halifax am 21.05., um die Versorgung von Haus und Garten zu organisieren. Unseren Familien und Freunden eine gute Zeit zu wünschen und ihre guten Wünsche für unsere sicher spannende Reise entgegen zu nehmen.

Mit großer Spannung erwarten wir den 22. Mai, wenn wir im Hafen von Halifax das Gespann in Empfang nehmen können. Bis dahin, Ihr hört wieder von uns.

21.05.2015 - 16.06.2015 - 26 Tage 2378 km

"Mücke Emotion" von Halifax/Nova Scotia nach Earlville/New York State

Nach einem ruhigen Flug von München über Reykjavik sind wir am 21.5.15 gut in Halifax, Hauptstadt von Nova Scotia, angekommen. Nach dem Frühstück im Erker des 

P1000050.JPG

viktorianischen Garden South Park Inn, auf zur Gespann-Abholung. Beim Spediteur erhalten wir den Frachtbrief, beim Zoll die Einfuhrbestätigung und dann per Taxi in den Hafen. Schon bei der Einfahrt in den Hafen sehen wir unser Gespann;

P1000056.JPG

mit Erleichterung stellen wir fest, es ist unver- sehrt angekommen. 

Nun auf zum nächsten Walmart um Proviant und Gas einzukaufen und dann zum Campingplatz (CP) Shubie. Es regnet in Strömen. Ich bin nass bis auf die Haut. Aber das macht nichts, denn wir sind froh, dass der Gasanschluß und Trans-formator funktionieren und wir alles einrichten können.

Jetzt kann unser Leben im Caravan  (manche unserer Lieben nennen es auch Urlaub) be- ginnen. Zunächst schauen wir uns Halifax an und machen eine Tages-Tour entlang der schönen Atlantikküste über das pitoreske Peggy`s Cove - der vielleicht meist fotografierte Ort Nova Scotias - mit seinem kleinen Leuchtturm auf einem 

P1000082.JPG

Granitrücken, seinen bunten Fischerbooten und alten Holz-Fischerhäusern. 

P1000090.JPG

Weiter fahren wir nach Mahone Bay (von deutschen Lutheranern 1754 gegründet) mit seiner Postkartenansicht der drei an einer Bucht nebneinander stehenden Kirchen 

P1000095.JPG

und den bunt gestrichenen Holzhäusern. Endpunkt der Tour ist Lunenburg (18.Jh.)  und seine seit 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannten Altstadt.

P1000115.JPG

25.5.15: Nach vier Tagen verlassen wir Halifax Richtung Truro und von dort fahren wir entlang der Bay of Fundy, mit Stop in Five Islands Lightfire Park.

P1000124.JPG

Übernachtung CP Gooscap in Parrsboro: er ist herrlich gelegen. Unser Stellplatz ist an der Steilküste, 

P1000132.JPG

von der wir die Tide beobachten können, die hier bis zu 16m beträgt.

Bei Fredericton geniessen wir einige Tage die Ruhe auf dem CP Mactaquac Provincial Park am Stausee des St. John River in Mactaquac.

P1000154.JPG

P1000157.JPG

Wir machen täglich unsere Walking-Touren, sitzen abends am Lagerfeuer oder besuchen die Altstadt Frederictons.

31.5.15: Von Riviere de Loup -eine Nacht vor der Überfahrt auf CP Camping du Quai- bringt uns die Fähre über den, an dieser Stelle ca. 20km breiten, St. Lawrence River nach St. Simeon. Auf dem Aufstellplatz zur Fähre treffen wir einen Lindauer.

P1000165.JPG

P1000173.JPG

Auf der Überfahrt haben wir großes Glück und können viele Beluga Wale beobachten. Wir entscheiden uns für den herrlich am St. Lawrence gelegenen CP Levesque, 

P1000205.JPG

Von dort unternehmen wir Ausflüge nach Tadussac und Riviere-Eternite im Saguenay Tal, der südlichste natürliche Fjord der Welt. Wegen seiner großen Tiefe ist er auch für Überseeschiffe befahrbar. Sein Süsswasser trifft auf das Salzwasser des St. Lawrence.

03.6.15: Auf der Fahrt nach Quebec nehmen wir die Nebenstrecke am St. Lawrence entlang durch die wunderschöne Region Charlevoix. Hier liegen die kleinen Städtchen Port-au-Persilo und Pionte-au-Pic, mit einem der ältesten Hotels Kanadas, 

P1000212.JPG

das Manoir Richelieu. Die Strecke hat Gefälle und Steigungen von bis zu 18% bis auf 740m.

Für die Stadtbesichtigung Quebecs wählen wir den stadtnahen CP Camping Canadian American in St.-Augustin-des-Desmaures. Es ist die einzige mit einer Stadtmauer umgebene Altstadt. Wir laufen auf ihr entlang und bewundern das  weltberühmte Hotel Chateau Frontenac, auch Wahrzeichen der Stadt. 

P1000238.JPG

P1000246.JPG

P1000224.JPG

In der näheren Umgebung von Quebec durch- wandern wir bei Beaupre den Canyon Ste-Anne

P1000295.JPG

 mit drei Hängebrücken und besuchen die gewaltige Basilika Sainte-Anne-de-Beaupre. Es ist einer der heiligsten Orte Kanadas, dem der 

P1000300.JPG

Papst Johannes XXIII 1969 die Statue Hlg. Anna schenkte. Zum Abschluß der Wasserfall  Chute

P1000306.JPG

 Montmorency, über den eine Hängebrücke führt. Auf dem Rückweg halten wir an einem garage sale an. Walburg findet natürlich etwas, unsere diesjährige, kanadische Weihnachtsdekoration!! Ist ja schließlich bald Weihnachten ....in Florida?

07.6.15: Um Montreal anzuschauen, gehen wir auf den CP Camping Amerique Montreal in St. Phillippe. Auf dem Weg dorthin, entdecken wir bei einem Tankstop einen riesigen Oldtimer-Markt mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen.

P1000317.JPG

P1000319.JPG

Nach dem Bummel durch die Altstadt, 

P1000338.JPG

fahren wir zum Olympiastadion 

P1000356.JPG

und in die unterirdische Stadt -ein riesiges Einkaufszentrum. Beeindruckend ist, dass für den Bau des Zentrums die Kirche Christ Church Cathedral unterhöhlt und auf Säulen unterstützt wurde.

P1000350.JPG

 Montreal liegt auf einer 50km langen Insel und ist im Norden begrenzt durch den 250m hohen Mont Royal, den wir erwanderten, um die tolle Aussicht auf die Stadt zu geniessen.

P1000359.JPG

Auf dem CP lernen wir Carole und Marc, ein kanadisches Ehepaar kennen, die hier während des Sommerhalbjahres in ihrem großen Trailer wohnen und im Winter in Florida. 

P1000369.JPG

Am Lagerfeuer tauschen wir Kontaktdaten, vielleicht treffen wir uns im Winter in Florida? 

11.6.15: Heute spielt die deutsche Frauen-Nationalmannschft im Fußball-Worldcup in Ottawa gegen Norwegen! Wir fahren heute ebenfalls nach Ottawa, also setze ich Walburg mit Caravan auf einem Walmart Parkplatz ab, fahre ins Lansdown Stadium und unterstütze die deutschen Girls bei ihrem 1:1. 

P1000378.JPG

P1000384.JPG

P1000375.JPG

P1000385.JPG

Am nächsten Tag schauen wir uns natürlich auch Ottawa an. Das beeindruckende House of Parliament, Altstadt, die Rideau Schleusen, Hotel Chateau Laurier und viele schöne, alte Gebäude im Kontrast zu den modernen Hochhäusern.

P1000389.JPG

P1000400.JPG

P1000414.JPG

13.6.15: Zurück am St. Lawrence finden wir am schönen Graham Lake den CP Cedar Forest Park.

P1000425.JPG

P1000426.JPG

Die freundliche Besitzerin Monia bucht uns für den nächsten Tag eine Boat-Tour von Rockport auf dem St. Lawrence durch die One Thousand Islands zur

P1000432.JPG

P1000471.JPG

P1000449.JPG

Heart Island und Boldt Castle. Das Schloß wurde von 1900-04 vom Besitzer des Waldorf Astoria Hotel New York als Sommersitz aus Liebe zu seiner Frau gebaut. Als sie plötzlich 1904 starb, stellte er die Bauarbeiten sofort ein und betrat die Insel nie wieder. Nach 70 Jahre Bauruinen-Dasein wird an der Rekonstruktion gearbeitet und das Schloß der Öffentlichkeit zugänglich ge- gemacht.

16.6.15: Heute überqueren wir die Grenze bei Lansdown über die Thousand Island Bridge in die USA. Nach 250km erreichen wir Earlville und freuen uns aufs Wiedersehen mit unseren amerikanischen Freunde. Mit ihnen werden wir am 20.6. nach Vancouver fliegen und per Schiff nach Alaska reisen. Darüber mehr im nächsten Eintrag.

20.06.2015 - 03.07.2015 - 13 Tage 8433 km

"Mücke Emotion" macht Pause in Earlville/New York State, wir gehen auf Alaska-Trip

20.6.15: Heute gehen wir mit Donna und Bruce auf gemeinsamen Alaska-Trip. Von Syracuse über Toronto fliegen wir nach Vancouver, wo wir durch die Zeitverschiebung früh ankommen. So haben wir noch Zeit für einen Bummel durch die Stadt. Mit dem Skytrain fahren wir in den ältesten Teil Vancouvers, der Gastown 

P1000523.JPG

mit Kopfsteinpflaster, Gaslaternen und der berühmten Steam Clock.

P1000522.JPG

Die dampfbetriebene Uhr pfeift zur Viertelstunde den Glockenschlag von Londons Big Ben, zur vollen Stunde unterstützt durch die große Pfeife obendrauf.

In der Nähe der Altstadt ist der Canada Place, 

P1000527.JPG

mit Kongresszentrum, das wie ein Fünfmaster aussieht, hier können 5 Kreuzfahrtschiffe an- legen. Die Aussicht auf den Stanley Park und die gegenüberliegenden Coast Mountains ist sehr schön.

P1000528.JPG

Ein paar Schritte weiter ist der Platz, wo zur Olympiade 2010 die Olympiaflamme brannte und die Medallien übergeben wurden.

P1000542.JPG

21.6.15: Am Canada Place checken wir auf MS Oosterdam ein und geniessen beim Auslaufen die Skyline und Hafen von Vancouver.

P1000551.JPG

Nach dem ersten Dinner an Bord und Tänzern auf der Showbühne, hören wir zum Tagesab- schluß noch den launigen Klängen in der Piano- Bar zu.

P1000865.JPG

22.6.15: Es ist sonniges Wetter und wir liegen an Deck, im Whirlpool und geniessen die Fahrt durch die Inselwelt der Inside Passage.

P1000583.JPG

23.6.15: Die MS Oosterdam hat über Nacht das südliche Alaska erreicht und legt am frühen Morgen in Ketchikan an.

P1000653.JPG

P1000617.JPG

1883 begann man hier mit der Lachsverarbei- tung, dann kamen die Gold-Miner und Holzfäller. Bei soviel harter Arbeit war Entspannung ange- raten und so entstand das heutige "Historic Red Light District" in der Creek Street.

P1000625.JPG

Wir sind zur Entspannung durch die Gässchen mit den schönen Holzhäusern gebummelt und  auf einen Aussichtsberg gewandert.

P1000640.JPG

P1000632.JPG

24.6.15: Der nächste Landgang in Juneau, die einzige State Capital der USA ohne Straßenan- bindung. Wir fahren mit der Seilbahn auf den Mount Roberts und machen dort eine Wanderung mit herrlichen Ausblicken. Im Natur Center sehen wir einen verletzten Weißkopfadler. Die Tiere werden hier gesund gepflegt und wieder in die Freiheit entlassen.

P1010063.JPG

In der Bergstation informiert ein Film über die Ureinwohnner dieses Gebietes, die Thingit. Bei der Herstellung von Totems schauen wir den Carvern über die Schulter.

P1000699.JPG

25.6.15: Im Visitor Center von Skagway sehen wir uns durch einen Film in die Zeit des Gold- rausches ab 1887 Jh. versetzt. Die Hauptstrasse -Broadway Street- mit den bunten Holzhäusern und Holzbürgersteigen tut ihr Übriges dazu. 

P1000776.JPG

P1000752.JPG

P1000756.JPG

Für eine Fahrt mit dem Zug White Pass&Yukon Route bleibt keine Zeit mehr, 

P1000736.JPG

aber später auf der Reise werden wir noch mit einem anderen Zug fahren.

26.6.15: Sightseeing vom Schiff aus ist für heute angesagt. Die MS Oosterdam fährt uns in die Glacier Bay National Park (UNESCO Weltnatur-erbe), um beim Kalben von 16 Gletschern zuzu- sehen. Einige Ranger sind an Bord gekommen und stehen für Erklärungen zur Verfügung. Auch Killerwale, Seehunde und -Löwen bekommen wir zu sehen.

P1000812.JPG

P1000845.JPG

P1000819.JPG

Die Gletscherschmelze ist unübersehbar!!!

P1000827.JPG

P1000862.JPG

P1000859.JPG

27.6.15: Zurück aus der Glacier Bay, haben wir einen letzten Tag auf See. So geniessen wir noch mal das Schiff, hören uns einige Vorträge über Alaska, Ureinwohner der verschiedenen Regionen und ihre Sprachen an.

28.6.15: Die MS Oosterdam läuft am frühen Morgen im Hafen von Seward ein und nach der Ausschiffung bringt uns ein Bus über Anchorage nach Denali. Nach der Nacht in der schönen McKinley Lodge 

P1000896.JPG

- der Bär ist uns nicht begegnet -

P1000909.JPG

machen wir eine Wanderung an den Nenana River, ein Guide erklärt die interessante Flora. Am nachmittag fahren wir mit einem Tourbus       - andere Fahrzeuge sind nicht erlaubt - in den Denali National Park. Er ist berühmt für den Mount McKinley, den höchsten Berg Nord- amerikas, 6194 m. 

P1000936.JPG

Weitere über 4000-er, die Flora und Fauna machen die Schönheit des Parks aus. Wir sehen weiße Dall Sheep, Moose, Caribou und auch ein Bär kreuzt unseren Weg.

P1000949.JPG

P1000926.JPG

P1000940.JPG

30.6.15: Im Panoramawagen des Alaska Railroad geht die Fahrt entlang des Denali NP nach Anchorage. 

P1000958.JPG

Allerdings haben wir 3 Stunden Verspätung durch einen technischen Schaden der Lok auf freier Strecke und eine weitere Stunde, da die Lokführer wegen Überschreitung der Fahrzeit ausgetauscht werden mußten!

1.7.15: Mit Leihwagen fahren wir entlang der Meeresbucht Turnagain mit Panoramablick auf Berge und Gletscher. In Girdwood liegt die malerische Crow Creek Mine (Gold). Im Visitor Center lassen wir uns über den Portage Gletscher informieren und bewundern ihn vom Viewpoint. In Copper Landing gehen wir ins interessante Historical Museum. Eine ältere Dame ist stolz uns alles erklären zu können.

P1010005.JPG

Dann erreichen wir Seward. Im Gegensatz zur Ankunft mit der Ms Oosterdam bei regnerischem Wetter ist heute der Himmel wolkenlos. Seward, eine der ältesten Städte Alaskas, liegt sehr schön umgeben von der Resurrection Bay und hohen

P1010032.JPG

Bergen, wie dem Mount Marathon. Malerisch sind die bunten Holzhäuser im alten Zentrum. 

P1010025.JPG

P1010012.JPG

Jedes Jahr am 4.Juli, National Feiertag der USA, findet hier der Mt. Marathon Lauf auf den Gipfel statt. 

P1010040.JPG

Ein großes Event, denn schon heute kommen laufend Camping-Fahrzeugen an.

P1010035.JPG

Diese Camper haben ihre eigene Terrasse dabei!

2.7.15: Auf der Fahrt zurück nach Anchorage machen wir Halt in Portage im Alaska Wildlife Conservation Center. Hier werden verletzte oder mutterlose Tiere gepflegt und wieder in die Wild- ness freigelasen. 

P1010062.JPG

P1010042.JPG

P1010057.JPG

P1010066.JPG

In dieser Region hat 1964 eines der größten Erdbeben enorme Schäden hinterlasen. Die Erde hat sich um bis zu 3 m abgesenkt. Noch heute sind die Folgen sichtbar, z.B. durch  abge- storbenen Bäume, verursacht in Folge der        Salzwasser-Überflutung.

P1010067.JPG

In Anchorage, Wirtschaftszentrum und größte Sadt Alaskas, bleibt uns am Nachmittag noch Zeit für eine Stadtbesichtigung.

3.7.15: Heute ist "nur" unser Rückflug, aber er ist ein Highlight unserer Alaskareise. Mehr als eine Stunde lang erleben wir bei herrlichem Wetter die grandiose Gletscherwelt Alaskas aus der Luft. Unzählige kleine, große und unterschiedlich ge- formte Gletscher. Fantastisch, welche Schön-heiten unsere Welt bietet!! ....

P1010095.JPG

P1010096.JPG

P1010098.JPG

P1010100.JPG

.... Aber wie lange noch??

P1010102.JPG

Als krönenden Abschluß auch noch der wolkenfreien Gipfel des Mt. McKinley.

P1010106.JPG

4.-9.7.15: Noch ein paar schöne Tage bei Donna und Bruce und ihrer Familie. Am 4.7., dem amerikanischen Nationalfeiertag, gibt es ein großes Feuerwerk. Wir wollen am 9.7. mit "Mücke Emotion"  gen Westen durch Nordamerika starten. Ihr werdet wieder von uns hören, bzw. lesen.

04.07.2015 - 17.08.2015 - 44 Tage 4232 km

"Mücke Emotion" von Earlville/New York State nach Denver/Colorado

Zurück aus Alaska erwarten uns noch ein paar Einladungen von Donna und Familie. Nach einer Seerundfahrt mit dem Partyboot, heißt es am 9.7. Abschied nehmen. 

Wir freuen uns aber auch, dass wir unsere Tour fortsetzen können. 

Unser erstes Ziel sind die Niagara Falls. In Youngstown an der Mündung des Niagara River in den Lake Ontario finden wir den schön gelegenen CP Four Mile Creek State Park. Am nächsten Tag erwandern wir bei 30°C die Niagara Falls von der USA- und Kanada-Seite. 

Am Lake Ontario entlang fahren wir über Toronto, deren Wolkenkratzer uns nicht so interessieren, Richtung Norden an den Lake Huron. 

In der Nähe von Parry Sound verbringen wir einige Tage auf dem am See gelegenen CP State Park Oastler. 

Das Städtchen ist sehr nett, hat einen kleinen Hafen, Wasserflugzeugen und einen Aussichtsberg, 

von dem man einen weiten Blick auf die vielen vorgelagerten Inseln in der Georgian Bay hat. 

Am 13.7. legen wir einen Übernachtungsstop in Sudbury am Ramsey See ein. Die Stadt wird oft "Welthauptstadt des Bergbaus" genannt. Beim Bau der Canadian Pacific Railway ist man hier 1883 auf große Nickelvorkommen gestoßen. Noch heute kommt ca. 75% der Weltproduktion von hier. Nicht besonders schön, aber die welthöchsten Schornsteine -bis zu 350m hoch- dominieren die Landschaft. 

Vor dem Museum, dass die Entwicklung anschaulich darstellt, steht der 10m hohe "Big Nickel" von 1951, die kanadische 5 Cents Münze. 

In westlicher Richtung entlang des Lake Huron entdecken wir im kleinen Ort Spanish den kleinen CP Mitchells Camp mit kleinem Fischerboot-hafen. 

Ein paar Dauercamper, alle Angler mit eigenem Boot, nehmen uns freundlich auf. Sie versorgen uns mit frischem, köstlichen Fisch, Dessert und Walburg erhält noch selbstge-strickte Spüllappen (!). Wir revanchieren uns mit einer Kaffeetafel und Walburgs selbstgebackenem Kuchen.

An dieser Stelle ein Wort zur Gastfreundschaft der Nordamerikaner. Wir werden überall freundlich empfangen und willkommen geheißen. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht angesprochen werden, an der Tankstelle, am CP, eben überall wo wir auftauchen. Natürlich er- wecket unser Gespann die Aufmerksamkeit, Erstaunen, dass wir es verschifft haben, und was wir vorhaben. Aber auch der "Mücke Emotion" interessiert sehr. Einige möchten einen Blick hinein werfen und sind erstaunt über das Aussen-Design, Qualität der Möbel und dem effektiven Grundriss. Der Mover ist ihnen völlig unbekannt, großes Erstaunen: "I never saw that before". Das "German Engineering" wird oft anerkannt. 

Nach ein paar Tagen fahren wir weiter am Lake Huron entlang bis Sault Ste. Marie, die Grenz- stadt zur USA. Zum Auffrischen unserer Vorräte steuern wir einen Walmart an und entdecken das 1. deutsche Wohnmobil. Es sind Ursula und Fred aus der Pfalz, unsere Fahrzeuge waren auf dem selben Schiff nach Halifax. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus und verbringen einen netten Abend zusammen. Sie fahren durch Kanada Richtung British Columbia, wir durch die USA. Vielleicht gibt es dort ein Wiedersehen.

Am 18.7. überqueren wir die bedeutenste Wasserstraße der Welt zwischen dem Lake Superior und Lake Huron. 

Hier werden jährlich über 100 Mio.T Waren durchgeschleust. Nach Überquerung der Brücke reisen wir erneut in die USA ein. Die Zöllner wollen wieder einige Fragen beantwortet haben bevor wir nach St. Ignace an der Strait of Mackinac gelangen. Eine 8km lange Brücke überspannt die Strait zwischen dem Lake Michigan und Lake Huron.  

Am nächsten Morgen fahren wir per Schiff auf die Island Mackinac im Lake Huron. Die autofreie, ziemlich touristische Insel ist aber trotzdem sehr charmant mit seinen gepflegten Holzhäusern.

 Man kann die Insel per Rad, Pferdekutsche oder zu Fuß erkunden. Wir tun letzteres und ge- niessen die Wälder und markante Felsforma-tionen.

Bevor wir nordwestlich auf der Uferstraße am  Michigan Lake bis Sheboygan weiterfahren, werden wir abends mit einem Feuerwerk verabschiedet. 

Von einem einheimischen Camper erhalten wir den Tipp und machen ein Woche Station auf dem schönen CP Sheboygan Broughton Marsh Park and Campground in Elkhart Lake. 

Wir geniessen die Ruhe und Landschaft der Marsh. 

Marc mit seinen Eltern aus Yuma/Arizona lernen wir kennen. Sie haben ein großes RV mit Verkaufstrailer für technische Teile, die sie am Road America - eine berühmte Rennstrecke - verkaufen. Sie laden uns ein auf ihren RV-Park in Arizona.

Am 25.7. wollen wir Richtung Westen auf- brechen, doch wir müssen es auf den 28. verschieben, da ein Abgassensor am Touareg ausgetauscht werden muß.

In La Crosse überqueren wir den Missisippi,

fahren durch MInnesota und sehen sehr viele Mais- und Sojabohnenfelder, soweit das Auge reicht. 

In Sioux Falls haben wir South Dakota 

erreicht und sehen die Falls, machen eine Fahrt mit dem Trolly durch die Stadt und schauen uns noch die Kathedrale St. Joseph an. 

Außer uns ist noch ein Mexicaner hier, er singt uns stimmgewaltig das Ave Maria.  

In Mitchell/South Dakota ist das sehr interessante Mitchell Corn Palace. Aussen- und Innenwände der Veranstalltungshalle werden jährlich mit Bildern aus Maiskolben und Getreide verziert. Ein Film zeigt die Entstehung dieser Besonderheit.

Nachdem Überquerung des Missouri, 

verändert sich die Landschaft stark, sie geht über in die Prärie. An die Sioux- und Cheyenne-Indianer zu denken, fällt hier nicht schwer. 

Im alten Museums-Dorf 1880 machen wir Kaffeepause in einem ausrangiertem Eisenbahn-Waggon.

Am historischen Wall Drug Store an der Interstate 90 wird am nächsten Morgen gefrühstückt. Hier gibt es unter einem Dach viele Geschäfte, Restaurants, eine kleine Kapelle und seit 1931 kostenloses Eiswasser und den Kaffee für 5 Cent (!).

Wir wundern uns, dass wir auf dem Interstate 90 von vielen Motorbikes und RV mit Anhänger überholt werden. Wie wir erfahren, werden in Sturgis am Rande der Black Hills, auch unser Ziel,  für eine Woche ca. 1 Mio. Menschen zur 75. Motorcycle Rally erwartet!

In Cactus Flat am Osteingang des Badlands NP finden wir noch Platz auf dem CP Circle 10. Er hat einen Pool. Bei dem weiterhin schönen Wetter um die 30°C, das seit wir Earlville verlassen haben herrscht, sehr angenehm. Wir bleiben 3 Tage, fahren und laufen durch die wunderschöne Landschaft der Badlands.

Nun auf nach RapidCity. Hier und im Umkreis von ca. 150km sind alle CP voll mit Bikern. 

An jeder Straßenkreuzung in Rapid City sind jeweils 4 ehemalige Präsidenten-Skulpturen zu sehen.

Wir finden Platz für 2 Nächte auf dem Grundstück einer jungen Familie. Von hieraus können wir Mount Rushmore National Memorial 

und Crazy Horse Memorial besuchen. Die Felsskulptur des Häuptlings soll ca. 200m lang werden. 

Natürlich auch hier in Begleitung "einiger" Biker. Aber es läuft sehr dizipliniert ab. So können wir trotzdem die Präsidenten-Köpfe (Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln), ca. 20m Durchmesser, bewundern. 

Wir wagen uns auch nach Sturgis, dem "Mekka" der Biker, für die Fahrt durch den kleinen Ort brauchen wir 2 Stunden!! So viele Biker haben wir noch nie gesehen, unvorstellbar. Es sollen bei diesem großen Event 10 Menschen tödlich verunglückt sein!

Über Belle Fourche, dem geographischem Mittel- punkt der USA seit Alaska und Hawaii dazu 

 gekommen sind, fahren wir zum beindruckenden Devils Tower National Monument.

Es ist ein ca. 400m aus der Landschaft heraus ragender Felsen, entstanden vor ca. 50 Mio. Jahren durch einen Magnaausbruch. Für die Indianer eine heilige Stätte und das 1. National Monument der USA seit 1906. Es ist ein beliebtes Ziel für Kletterer, die wir im steilen Hang beobachten können. Das wir auch hier von Bikern umringt waren, ist überflüssig zu erwähnen.

 Am Fuß des Felsens tummelten sich auf einer Wiese viele putzige Prärie Hunde.

Unsere Hoffnung weiter im Süden wieder einen CP zu finden hat sich bis Newcastle nicht erfüllt. Während ich an einer Entsorgungsstation beschäftigt war, hat Walburg in einem Shop nach einem CP gefragt. Eine Kundin bot uns sofort einen Platz auf ihrer 3km entfernten Ranch an. Wir erhielten Strom, Wasser und durften im Haus duschen etc. und so lange bleiben wie wir wollten. 

Und so blieben wir 4 Tage und genossen die Weite der Prärie, Antilopen vor unserem "CP". Die Gastfreundschaft von Kathleen und Steven nahm kein Ende, wir wurden zum Lunch und Dinner eingeladen. Auch unternahmen sie eine Tagestour mit uns. Steven zeigte uns dieThunder Basin Coal Mine, bei der er beschäftigt ist. 

Auch Ryan aus der Familie nahm uns mit seinem Truck mit, um uns in einem abgelegenen Canyon alte Felszeichnungen von Indianern zu zeigen.

Nicht zu glauben, wie wir von der Familie aufge-nommen wurden, wir wollen uns wiedersehen!?  Zum Abschied noch ein Lunchpaket von Kathleen für unsere Weiterfahrt. Mehr Gastfreundschaft geht wirklich nicht!

Am 10.8. haben wir über Cheyenne und einem kleinen Abstecher nach Mitchell in Nebraska

unsere Freunde Edith und Monroe in Denver erreicht. Auch mit ihnen erleben wir schöne Tage in Colorado. Zunächst schauen wir uns Denver an. 

Ein sehr schöner Ausflug war auf den 4.600m hohen Pikes Peak. 

Auf den Gipfel fährt man per Auto oder Zahnradbahn.

Unterwegs gibt es auch Wildlife zu sehen.

Vom Gipfel gibt es eine prächtige Aussicht.

Auf dem Rückweg durchfahren wir den Park Garden of Gods bei Colorado Springs.

Einen weiteren Ausflug haben wir nach Georgtown unternommen, wo im Historical District eine Oldtimer-Schau stattfand.

Zum Abschluß unserer Zeit in Denver haben wir noch den Geburtstag des Sohnes unserer Freunde gefeiert.

Wieder heißt es Abschied nehmen, wir hatten eine sehr schöne Zeit mit Edith und Monroe. Am Dienstag, den 18.08. werden wir unsere Reise fortsetzen. Sie soll uns durch den Rocky Mountains NP zum Yellowstone NP und Glacier NP ins südwestliche Kanada führen.

18.08.2015 - 29.08.2015 - 11 Tage 2348 km

"Mücke Emotion" von Denver/Colorado nach Banff/Alberta

Von Denver setzen wir unsere Tour am 18.8. fort. Unser naechstes Ziel ist der Teton und Yellowstone NP in Wyoming, die ineinander uebergehen und durch die Grenze USA / Canada getrennt sind. 

Die Fahrt geht entlang der Rocky Mountains. Dabei ueberquerten  wir die Paesse, Berthoud Pass - 3.460 m - und Rabbit Ears Pass - 2.930 m -. Vor der Grenze zu Wyoming haben wir die Bergregion hinter uns gelassen und die weite Praerie erreicht. 

Farbige Felsen, grosse Rinderherden, einsame Ranches , viele Antilopen und riesengrosse Flaechen des Sagagrases praegen das Landschaftsbild. Der Highway gehoert uns , meilenweit nobody, just us. Bis zu 1,3 miles lange Zuege mit bis zu 6 Loks rollen behaebig durch die Praerie.

Auf der Interstate 80 ueber Rock Springs erreichen wir Jackson, eine typische Westernstadt, 1897 von Mormonen gegruendet. 

Durch die doppelte Schwingtuer betreten wir die "The million dollar cowboy bar". 

An der Theke sitzt man zuenftig auf Pferdesaetteln. Sehenswert ist in Jackson auch der kleine Stadtpark, jeden der 4 Eingaenge ueberspannt ein Bogen aus Geweihen. 

Bei Jackson beginnt der Grand Teton NP, eine Gebirgskette bis zu 4.200 m hoch und einigen vorgelagerten, schoenen Seen. 

Kurz bevor wir zum CP Colter Bay Village abbiegen, entdeckt Walburg einen Baer im hohen Gras neben der Strasse und am Stellplatz begruesst uns ein Kojote. 

Am naechsten Morgen ein pruefender Blick vor den Wohnwagen, kein Baer, kein Kojote zu sehen- also fruehstuecken wir draussen.

Im nahen Visitor Center sehen wir uns einen Film ueber die Woelfe im Yellowstone NP an. Der Yellowstone NP wurde 1872 zum 1. Nationalpark der Welt ernannt, ist der groesste Nordamerikas und hat den groessten Bestand an wildlebenden Tieren.

Auf dem CP Grand Village haben wir 3 Tage reserviert und werden dort durch einen Elk (= Wapiti-Hirsch) mit riesigem Geweih und 3 Moose (= Elch) begruesst. 

Die Landschaft, wir bewegen uns hier auf einer Hoehe zwischen 2.100 bis 2.500 m ue.d.M., erholt sich nach dem verheerenden Brand von 1988 durch neuen Baumbestand. Auffallend viel Altholz liegt im Unterholz und verkohlte Baum- ruinen ragen aus den jungen Baeumen heraus.  

45% des Parks sind damals dem Brand zum Opfer gefallen, aber die Natur heilt sich selbst -  in langsamen kleinen Schritten.Der Yellowstone ist ein Maerchenland von ca. 250 aktiven Geysiren, der beruehmteste  ist der Old Faithful, der  z.Z. alle 94 Minuten sein kochendes Wasser bis zu 40 m hoch ausspeiht. 

Es ist das weltgroesste Thermalbecken mit heissen Quellen, farbpraechtigen Fumarolen, Wasserfaellen, weiss-gelb-braunen Sinter-terrassen und klaren,tiefblauen bis smaragd-gruenen Seen sowie malerische Flußläufe.

Die Landschaft von der Praerie bis zum Hochgebirge beheimatet viele wildlebende Tiere , wie Bison-Herden, Antilopen, Elks und Moose und........... Bären. 

Der Yellowstone verdankt seinen Namen den gelben Klippen im Grand Canyon des Yellow- stone River.

Wie klein die Welt geworden ist, zeigen folgende Begegnungen: zunaechst trafen wir eine deutsche Familie aus unserer Heimat  mit Kennzeichen OA / Umgebung Kempten. 

Dann kam aus einem Miet-Womo ein deutscher Mann auf uns zu und wollte uns nur mitteilen, dass er das Logbuch auf der Dethleffsseite gelesen und uns nun hier zufaellig im Yellowstone erspaeht hat.

Auf unserer Weiterfahrt Richtung Glacier NP machten wir eine Kaffeepause in dem Park des kleinen Ortes Townsend. Ein älteres Farmer-Ehepaar, Curt und Celda, sass fuer einen kurzen Lunchstop ebenfalls dort und erkundigte sich nach der Bedeutung unseres Autokennzeichens. Es entwickelte sich ein nettes Gespraech und letztendlich boten sie uns an, statt auf einem Campingplatz ein paar Tage auf ihrer Farm zu verbringen. An 3 Abenden hatten wir dann Gelegenheit auch ihre Freunde kennenzulernen - naemlich bei einem Gesangs-treffen, 

einem Dinner und einem Barbecue am Missouri. 

Ein weiteres Beispiel grosser, amerikanischer Gastfreundschaft. Wir geniessen es beide sehr mit den Menschen hier immer wieder so nah in Kontakt zu kommen und einen Teil ihres Lebens zu erfahren.

Am 29.8. müssen wir uns von Curt und Celda verabschieden - Celda hat noch ein Brot für uns gebacken, sowie Gemüse und Honig mitgegeben - und steuern das Ziel Glacier NP an. Wir fahren anstelle der I 15 über Landstrassen und passieren Helena, die Hauptstadt von Montana. Der State ist so groß wie Deutschland, aber es leben hier nur 1Mio. Menschen. So sind wir auch wieder fast alleine in der hügeligen und felsigen Prärie und durchfahren nur ein paar kleine Westernorte 

und erreichen das Reservat der Blackfeet Indianer.

In dem Städtchen Browing ist den Häusern und Menschen der indianische Einschlag deutlich anzusehen, aber auch die Armut und die Ungepflegtheit.

Auf dem CP Johnsons of St. Mary am Ost- eingang zum Glacier NP haben wir 2 Nächte reserviert. Zur Zeit gibt es wegen der Trockenheit viele Waldbrände in Montana und einigen um- liegenden States und so ist der Himmel recht dunstig. Am nächsten Morgen, es hatte nachts geregnet, klarer blauer Himmel. 

Mit den Shuttle fahren wir den 50km langen "Going-to-the- Sun Road" durch den Glacier, eine der eindrucksvollsten Gebirgsstrecken Nord- amerikas.

Auf dem 2025 m hohen Logan Pass geniessen wir bei einer Wanderung zum Hidden Lake die tolle Gebirgswelt. 

Dadurch, dass die Gletscher immer weiter zurückgehen, steigt die Baumgrenze, die Wiesen -Ernährungsgrundlage einiger Tiere - verkleinern sich dem zu Folge. Zwangsläufig ziehen sich die Tiere in höhere Lagen zurück. Wenn es irgendwann keine Gletscher mehr gibt, wird der Glacier NP seinem Namen nicht mehr gerecht.

Der Glacier und Waterton NP bilden den grenzübergreifenden Waterton-Glacier International Peace Park (World Heritage Site). So fahren wir am 31.8. in den kanadischen Teil des Parks nach Waterton -Townsite. Unterwegs sehen wir einen Schwarzbären, wie er sich ins Gebüsch zurück zieht. 

Eine anstrengende Wanderung auf den Bears Hump wird durch den grandiosen Blick auf die Upper, Middle und Lower Waterton Lakes, sowie auf Waterton Townsite belohnt. 

Das Nostalgiehotel "Prince of Wales" liegt vor uns auf einer Anhöhe. Im Ort sehen wir ein tolles kanadisches Gespann.

In nördlicher Richtung fahren wir über Cranbrook durch das Tal des Columbia Rivers. Auf der östlichen Seite flankiert von der Kulisse der
Rocky Mountains und westlich von den Columbia Mountains. 

In Fort Steele Heritage Town besuchen wir das Freilichtmuseum. Hier wurden über 60 Gebäude restauriert oder detailgetreu rekonstruiert. Fort Steeles Ursprünge gehen auf den Goldrausch 1864 und den Landstreitigkeiten zwischen den Indianern und Siedlern zurück. Zeitgenössisch kostümierte "Einwohner" spielen die wichtigsten Episoden der Stadtgeschichte auf den Strassen nach. Auch alle alten Handwerkstechniken werden demonstriert.

In Radium Hot Springs auf dem CP Dry Gulch Provincial Park haben wir uns mit Ursula und Fred aus der Pfalz verabredet. Wir haben sie, wie bereits berichtet, in Sault Ste. Marie kennen-gelernt. Am nächsten Morgen fahren wir gemeinsam im Regen - seit Wochen mal wieder - bei 4° C durch den Kootenay NP nach Banff. 

Ein dizipliniertes Bighorn Schaf hält sich an die Verkehrsregeln.

Auf dem Tunnel Mountain Campground in Banff finden wir ein Plätzchen. Das Ziel für die nächsten Tage ist der Icefield Parkway in Alberta, mein nächster Eintrag. 

06.09.2015 - 24.09.2015 - 18 Tage 1266 km

"Mücke Emotion" von Banff/Alberta nach Vancouver/British Columbia

Nach einem Regentag starten wir am 6.9. unsere Fahrt weiter nach Norden über den 230 km langen Icefileds Parkway - die berühmte Gletscher-strasse der kanadischen Rocky Mountains - durch die NP`s Banff und Jasper. Es ist eine der schönsten Gebirgsstrecken der Welt. Hier reihen sich wie  Perlen türkisfarbene Seen, tiefe Canyons, imposante Wasserfälle, unzählige vergletscherte 3000-er Berge und Lookouts aneinander. 

Die erste Perle ist der Lake Louise, ein türkis-farbener Gletschersee inmitten einer grandiosen Bergkulisse. 

Kurz vor unserem Wanderziel, das Lake Agnes Teahouse, ca. 400 m über dem See, werden die Wolken dichter und wir erleben den ersten Schneefall des kommenden Winters.

Nach einem wärmenden Getränk war der Abstieg wieder schneefrei. Nach dem Besuch des nostalgischen Nobelhotels The Fairmont Chateau Lake Louise, 

zog es uns wieder  in die Natur zum schönen Gebirgssee Lake Moraine. 

Auf der Weiterfahrt sind 2 Pässe über 2000 m Höhe zu überwinden, auf denen wir bei 0°C und leichtem Schneefall eine schöne Winterland-schaften erleben. 

In der Mitte des Parks legen wir am Glacier Discover Centre des Columbia Icefield einen Übernachtungsstop ein

und wandern von hier vorher noch zum Athabasca Glacier. 

Am nächsten Tag  bewundern wir die imposanten Tangle - ,Sunwapta - und Athabasca Falls . 

In Jasper übernachten wir auf dem CP Wapiti, wo am Abend ein Elk-Bock mit seiner 13-köpfigen Herde seelenruhig über den Platz läuft. Eine Fahrt zum Maligne Lake, mit der in fast jedem Reiseprospekt zu findenden Spirit Iceland ist ein Muss. Also machen wir uns auf den Weg, sprich Maligne Lake Road. Zunächst wandern wir durch den Maligne Canyon, 

in den sich der gleichnamige River über einen Wasserfall ergiesst. Ein großartiger Weg führt mit 6 Brücken an der 50 m tiefen, engen, moos- und farnbewachsenen Schlucht entlang. Auf der Weiterfahrt sehen wir große, schwarze Flächen an den Hängen.

 Hier hat es vor kurzer Zeit verheerende Wald- brände gegeben, deren Folgen noch viele Jahrzehnte zu sehen sein werden. 

Weiter südlich treffen wir auf ein geologisches Phänomen, dem Medicine Lake. 

Im Frühjahr füllt sich der See durch Schmelz-wasser sowie dem Maligne River und bis zum Herbst versickert das Wasser in porösen Kalksteinschichten. Die Differenz des Wasser-spiegels kann bis zu 20 m betragen.

Bevor wir den 22 km langen Maligne Lake er- reichen, trabt vor uns auf der Strasse ein Moose entlang. 

Leider gab es einen Wetterumschwung und dicke Wolken verhüllen die Berge. Deshalb verzichten wir auf die ziemlich teure Bootsfahrt zur Spirit Island und wandern dafür am See entlang. 

Auf unserem weiteren Weg mit dem mittel-fristigen Ziel Vancouver, passieren wir den mit 3954 m höchsten, vergletscherten Berg der kanadischen Rocky Mountains, den Mont Robson. 

Seinen Gipfel hat er, wie sehr oft, mit einer Wolkenkrone umhüllt. 

Ab jetzt geht es wieder in Richtung Süden. Entlang des Thompson Rivers fahren wir ab Clearwater die Stichstraße tief in den Wells Gray Provincial Park mit seiner weitgehend uner- schlossenen Wildness ein. 

Für die Übernachtungen wählen wir den schönen, am Gebirgsbach gelegenen CP Wells Gray Golf und RV Resort. 

Die 3. Nacht verbringen wir auf dem  Pyramid Prov.Campground. Wir nutzen die Zeit diesen wunderschönen Park mit seinen tiefen, schwindelerregenden Schluchten zu erwandern. 

In sie stürzen sich einige Wasserfälle, jeder in einer anderen Art. Die Spahats Creek-, Dawson- (nur 18 m hoch, aber 91 m breit) und der Helmcken Falls, der aus einem engen Durchlass 130 m in die Tiefe donnert, sind spektakulär.

An den starken Stromschnellen des Clearwater River am Bailey`s Chute ist ein besonderes Naturschauspiel zu beobachten. Hier wandern riesige Lachse zum Laichen zum Oberlauf des Flusses, dessen Strömung und Gefälle an dieser Stelle von den Lachsen nur durch weite Sprünge

 überwunden werden können. Ein verzweifelter Gewaltakt, den viele nicht überleben, wenn ihnen die Kräfte nach mehreren Versuchen schwinden. 

Über Kamloops und Vernon erreichen wir den wärmsten Teil Kanada`s , das Okanagan Valley mit seinen Seen. Es erstreckt sich über 250 km bis Osoyoos an der Grenze zu USA.

Es ist eine Wüstenlandschaft, jedoch sind die Seen gesäumt von Obst- und Gemüsefeldern, sowie Weinbergen. An der Straße entlang gibt es viele Verkaufsstände,

hier versorgen wir uns mit frischem, preiswerten Obst und Gemüse. Zu dieser Zeit gibt es natürlich auch eine riesige Auswahl an Pumpkins. In Osoyoos verbringen wir einige Tage auf dem Motel & Campground The Tamri am Lakeshore Drive. Wir stehen auch hier unter Apfelbäumen, von denen wir uns bedienen dürfen. Die Besitzer Peter und Sylvia sind sehr freundlich und hilfsbereit. Sie wäscht uns die Wäsche und er pflückt Äpfel, die Walburg zu Apfelmus kocht.

P1020198.JPG Auf den umliegenden Bergen gibt es herrliche Outlooks auf die Stadt, die Wüstenlandschaft und auf den vom Grün der Plantagen umsäumten Osoyoos Lake. Hier im Indianer-Gebiet besuchen wir das sehr interessante N`MIP Desert Cultural Centre.

Nach dem kühlen Wetter im Norden geniessen wir hier das warme Klima. 

Am 19.9. fahren wir weiter nach Westen durch das Similkameen Valley. In Keremeos decken wir uns nochmals mit frischem Obst und Gemüse an den bunt dekorierten  Erzeugerständen ein.

Anschließend bummeln wir über das Festgelände des Hot Pepper Festival.

Außer uns ist noch ein anderer Camper mit seinem modernen RV hier.

Auf der Weiterfahrt erweckt das kleine Städtchen Hedley unser Interesse. 350 Einwohner erhalten den von einem ehemalig blühendem Goldgräber-Städtchen heruntergekommenen Charme.  

Vor Erreichen von Hope sehen wir die Aus- wirkungen des Hope Slide, 1965 durch ein kleines Erdbeben ausgelöst. Felsgeröll schüttete einen See zu und zerstörte ein 3 km langes Straßenstück mit einigen Autos und Insassen. In Hope übernachten wir auf dem schön am Fraser River gelegenen Telte-Yet Campground. Den Herausgebern der Hope-Broschüre ist es 2 Seiten wert, die Rambo Site Tour zu beschreiben, wo Sylvester Stallone welche Szenen seines Rambo Films vor 30 Jahren !!! gedreht hat. Uns interessiert dies weniger, dafür aber die dekorativen, gecarvten Holzskulpturen an den Straßen und Plätzen. 

Außerdem wandern wir durch Regenwald entlang des schäumenden Coquihalla River durch die Othello Tunnel. 

Sie wurden 1911-16 von der Kettle Valley Railway unter schwierigsten Bedingungen gebaut und 1959 stillgelegt wegen ständiger Geröll-und Lawinenabgängen. Heute ist die Trasse schienenlos und ein Rad-und Wanderweg führt durch die 5, teilweise stockdunklen, Tunnel.

Auf dem am Nordufer entlangführenden Hyw 7 machen wir einen Abstecher nach Harrison Hot Springs. Leider gibt es die berühmten Sand- skulpturen am Harrison Lake seit 2 Jahren nicht mehr. 

Weiter entlang am Fraser River erreichen wir Vancouver. Die Innenstadt hatten wir uns bereits mit den Freunden Donna und Bruce vor unserer Alaska- Cruise angeschaut. Nun haben wir noch eine Wanderung zum Lynn Canyon mit der Suspension Bridge unternommen. 

Vom Outlook des Cypress Provincial Park genossen wir die phantastische Aussicht auf die Stadt, Hafen und Bay. 

Granville Island - unterhalb der Granville Bridge - 

war bis in die 70iger Jahre ein Industriestandort, übriggeblieben ist ein Betonwerk. 

Es wurde durch brasilianische artisans "verziert". Heute ist sie ein angesagter Stadtteil, der zum Bummeln einlädt, mit Kunstgalerien, Restaurants, Brauerei und sogar eine Kunsthochschule. Der Sonnenuntergang über der Skyline, vom Stanley Park aus gesehen, rundet einen wunderschönen Tag entsprechend ab.

Der Touareg fordert einen Ölwechsel und so suchen wir den nächsten VW Service auf. Da ein Filter bestellt werden muß, nutzen wir die Beschaffungszeit für einen 2tägigen Ausflug nach Vancouver Island. Den Caravan dürfen wir freundlicherwise währenddessen auf dem Gelände des VW Händlers abstellen. 

Von Tsawwassen, südlich von Vancouver, schlängelt sich die Fähre 1 1/2 Std. durch die vorgelagerten Inseln nach Swartz Bay. Auf dem  Weg nach Voctoria, Hauptstadt BC, fahren wir den Beach Drive durch schöne Villenvororte bis wir den Inner Harbour erreichen. 

Die Sehenswürdigkeiten der Old Town sind gut zu Fuß zu erreichen: das Parliament, Fairmont Empress Hotel, der Bastion-und Market-Square. 

In Duncan übernachten wir und laufen am nächsten Morgen den Totems Walk Way mit seinen farbenfrohen Holzskulpturen. 

In Chemainus gibt es die berühmten Murals. 

Es ist die größte Outdoor Art Galery in Kanada mit 44 Murals an den Hauswänden und 10 Skulpturen,  sehr sehenswert. Zurück nach Vancouver geht es mit der Fähre von Nanaimo nach Horseshoe Bay. Am 25.9. erhält der Touareg den bestellten Filter und wir verlassen nach ein paar km Kanada und reisen wieder in die USA nach Washington State ein.

25.09.2015 - 04.11.2015 - 40 Tage 3101 km

"Mücke Emotion" von Vancouver/British Columbia nach Las Vegas/Nevada

Bevor wir am 25.9. die nächste Etappe Richtung Süden der USA starten, stellen wir fest, dass auf Vancouver Island jemand Gefallen an unserem  D-Schild gefunden hat. 

An der Grenze angekommen, müssen wir wieder auf den Kontrollplatz und ins Büro zum Interview. Dass jemand mit eigenem Gespann in Amerika unterwegs ist, erscheint den Grenzern wohl sehr suspekt und eine intensive Kontrolle wert. Bei den bisherigen Einreisen hat man jedesmal bestätigt, dass ab dem Zeitpunkt ein weiterer Aufenthalt von 6 Monaten erlaubt wird. Unser Officier an diesem Morgen war nicht wirklich gut gelaunt und genehmigt zwar 6 Monate, aber ab der 1. Einreise - sie war am 14.6. - und nicht der heutigen. Dies hätte unsere Ausreise bis  13.12. zur Folge, unsere Reise würde nach 7 und nicht wie geplant nach 9 Monaten enden. 

Das wollen wir nicht hinnehmen und mit der Enttäuschung im Bauch, besuchen wir nur kurz das Boing Werk mit dem Aviation Center in Seattle

und machen einen kurzen Stop in Olympia, der Hauptstadt Oregons. Nach einer Führung durch das State Capitol und einem Stadtspaziergang, sowie Übernachtungen auf dem CP KOA Longview North Mount Helens in Castle Rock

fahren wir zum deutschen Konsulat nach Portland.  

Hier stellt uns eine nette Dame - sie kommt aus Memmingen! - den Kontakt zu einem deutschen Rechtsanwalt her. Er versorgt uns mit den erforderlichen Infos, um beim Civic Immigration Service eine Verlängerung zu beantragen. Nun macht uns die Reise wieder Freude und wir fahren am 29.9. in östlicher Richtung am schönen Columbia River entlang 

und übernachten alleine auf 1300 m Höhe am Fuße des Mount Hood mit seinem Gletscher.

Einen Tag verbringen wir anschließend im Crater Lake NP. Vor ca. 7500 Jahren ist der auf ca. 3600 m Höhe geschätzte Mount Mazama als Vulkan ausgebrochen. Ein über 500 m tiefer See mit einem Durchmesser von annähernd 10 km ist entstanden.

Aus dem Wasser erhebt sich als Insel ein weiterer Vulkankegel, der um ca. 1000 n. Chr. letztmalig aktiv war.

Auf dem 50 km langen Rim-Drive in einer Höhe zwischen 2.000 und 2.400 m haben wir den See umrundet und von erwanderten Lookouts die bizarre Landschaft mit den basaltigen Aus- würfen, die erstarrten Lavamassen und das tiefe Blau des Wassers vom Watchman Point,

mit einer phantastischen Aussicht, bei einem Kaffee genossen. 

Über Medford, hier Übernachtung auf dem CP KOA  Gold Hill, wollen wir nach Nordkalifornien an den Pacifik. 

Gleich nachdem wir Oregon verlassen, führt der Highway mitten durch den Jedediha Smith Redwoods State Park und wir sind stark beeindruckt von den gigantischen Bäumen.

Ein schöner Vogel - er ist in dem Wald eher selten, da in dem harten Holz der Redwoods  für ihn kaum Insekten für die Ernährung zu finden sind - zeigt uns nur seine schöne Rückseite.

An der Küste auf unserem Weg nach Süden werden wir noch weitere Redwood Parks sehen. 

Zunächst machen wir eine einwöchige "Pause". Wir haben bereits die erste Hälfte unserer Reise hinter uns. In Crescent City wählen wir dafür den CP Sunset Harbour RV Park. Wie bereits auf vielen vorherigen CP, leben auch hier viele Camper dauerhaft in ihren Fahrzeugen. Übrigens habe ich schon viele Kaufangebote für meinen Mücke Emotion erhalten. Immer wieder werden wir angesprochen, befragt und dann heißt es "Welcome to America - enjoy your trip". Beim Vorbeifahren winkt man uns zu, zeigt den erhobenen Daumen etc.. Auch auf Wanderungen ergeben sich nette Gespräche mit nützlichen Infos.

Crescent City ist der Tsunami erfahrendste Ort an der Pazifik Küste. 

Seit 1933 hat es hier davon 34 gegeben. Den verheerendsten 1964 infolge des Alaska-Erdbebens und der letzte in 2011 nach Fukuchima. Unser CP liegt in der damaligen Evakuierungszone, ein recht komisches Gefühl!

So lassen wir es ruhig angehen in dieser Woche und laufen zur Whaler Island, zum Battery Point Light House, 

durch Downtown, gehen auf den Farmer Market

 und beobachten Seehunde und -löwen. 

Ja, und Seafood schmeckt hier auch sehr gut. 

Zwischendurch müssen wir einen Vorderreifen abdichten lassen, Ursache war eine eingefahrene Schraube. 

Die Amerikaner mögen gern alte Autos und so hat auch Crescent seine Old Timer Show. Wir entdecken dort einen Ford Bj. 1941 mit einem Caravan aus Holz, selbstgebaut vom Eigentümer. Gekocht wird draußen im Heck und die Füsse finden nachts Platz in den seitlichen Slideouts! 

Auf dem Hwy 101 gen Süden durchfahren wir den Redwood NP und stoppen bei der Anlage Tree of Mystery, wo es natürlich Redwoods und viele Dinge aus dem Holz zu sehen und kaufen gibt. Sehr sehenswert und informativ ist hier das größte private Museum, das über die Kultur und Lebensweisen der verschiedenen Indianerstämme Nordamerikas informiert. 

Wie groß bzw. welchen Durchmesser einige dieser Redwoods haben, zeigen die Touristen, wie auch wir, den Daheimgebliebenen gern mit diesem Fotos:  

Dann kommen wir zu den kleinen Städten Arcata und Eureka, alte Fischerorte und Zentrum der Holzindustrie. Somit gibt es hier einen reichen Bestand an restaurierter, viktorianischer Holzarchitektur. Ein früherer Holzunternehmer hat sich die verspielten Exemplare Carson Mansion 

und Pink Lady gebaut. 

Eine Brücke verbindet Eureka mit dem Ort Samoa, auf einer schmalen Landzunge vor der Küste. 

In den Dünen finden wir den kleinen Samoa Recreation Park für die Nacht. Am nächsten Tag gibt es in Ferndale weitere viktorianische Häuser zu sehen. Der Ort nennt sich selbst "Victorian Ferndale", die Hauptstraße sieht aus wie im 19.Jh.. 

Anschließend geht es zurück in die Natur, wir fahren die 53 km lange Scenic Route "Avenue of the Giants" durch den Humboldt Redwood State Park. 

Am Visitor Center laufen wir einen Loop und kommen uns wie Zwerge vor unter den bis zu 100 m hohen Küstenmammutbäumen. Keine andere Baumart der Welt erreicht diese Höhen, einige sind bis 2000 Jahre alt. 

Ab Leggett zweigen wir auf den schmalen serpentinenreichen HWY 1 ab. 

Wir schrauben uns durch unzählige Kurven und Haarnadeln einige hundert Meter hoch und erreichen die wilde kalifornische  Pacifikküste. Nach wenigen Meilen sehen wir auf den Klippen über dem Meer einige Camper im Westport-Union Landing State Park. 

Diese großartige Gelegenheit, inklusive Meeresrauschen und Sonnenuntergang 

lassen wir uns nicht entgehen und bleiben 2 Tage. Ausserdem haben wir eine interessante Begegnung mit einem Indianer-Ehepaar. 

Nach einem Besuch des herrlich an der Steilküste gelegenem Künstlerstädtchen Mendocino und seinen Galerien, 

biegen wir auf dem HWY 20 nach Osten ab. Vorbei an den Mendocino und Clear Lakes - deren Wasserspiegel deutlich die Trockenheit in Kalifornien zeigt -

sowie durch meilenweite Mandel-, Walnuss- und Obstplantagen. Wir stoppen für die Übernachtung im Sacramento River Recreation State Park in Colusa. Es ist ein schöner Platz, wir lernen nette Leute aus Sacramento kennen, mit denen wir abends am Fireplace sitzen, und so bleiben wir 4 Tage. 

Im Park sind mehrere Zelte aufgebaut, deren Bedeutung wir am 1. Morgen erfahren, nachdem 3 Schulbusse mit 4-Klässlern ankommen. Eine Woche lang waren Schüler aus verschiedenen Schulen aus der weiteren Umgebung hier zum Geschichtsunterricht. 

Sie lernten die Lebensweisen der Trapper und Pelzhändler des 19.Jh. kennen.In den einzelnen Zelten unterrichteten Ranger in anschaulicher Weise.

Unser nächstes Ziel: Lake Tahoe. Über Yuba- bis Nevada City durchqueren wir flaches Land  mit vielen Nuss- und Früchteplantagen. Dann wechselt die Landschaft und wir fahren auf bewaldete Berge zu. Es geht hoch bis auf 2250 m und bleibt auch annähernd auf dieser Höhe  über viele Meilen. Dann erreichen wir Squaw Valley, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1960. 

Dann ist unser Ziel Lake Tahoe erreicht, wir finden Platz auf dem CP Sugar Pine Point State Park. Der See liegt auf 1900m Höhe,ist umringt von 3000-ern und etwa so groß wie der Bodensee. 

2/3 gehören zu Kalifornien und 1/3 zu Nevada. Durch South Lake Tahoe verläuft die Grenze und die Scenery ändert sich entsprechend. In Kalifornien sind kleine Motels und Geschäfte. Jenseits der Stateline ist Glücksspiel erlaubt und daher reihen sich dort die Kasinos und luxuriösen Großhotels aneinander.  Unser Interesse gilt aber mehr dem See und seiner wunderschönen Umgebung. Für Marc Twain - ich komme später nochmal auf ihn zurück - war es die schönste Landschaft der Welt. 

Vor den Toren Renos bleiben wir auf dem CP KOA Boomtown und sind plötzlich in der Wüste. 

Was für Las Vegas der Strip ist, ist für Reno die Virginia Street. Wir fahren auf ihr entlang und über eine schöne Bergstrecke nach Virginia City. 

Das ganze Städtchen steht praktisch als Historic District unter Denkmalschutz. 

Es wurde 1859 wegen der Gold- und Silberfunde gegründet. Viele im Stile der viktorianischen Epoche restaurierte Gebäude mit überdachten, hölzernen Gehsteigen und alten Bars sind zu besichtigen. 

Unter den damaligen Goldsuchern war auch der junge Schriftsteller Sam Clemens. Die Arbeit in der Mine war ihm wohl bald zu anstrengend und so arbeitete er 1862 - 64 als Journalist bei der Zeitung "Territorial Enterprise" und änderte seinen Namen in Marc Twain, dem Erfinder von Huckleberry Finn und Tom Sawyer. 

Über Carson City, der Hauptstadt von Nevada, 

führt uns der Weg auf den Hwy US 395 nach Süden. 

Immer wieder mal sehen wir unterwegs dieses Schild: 

Vielleicht eine gute Idee für Deutschland, den Steuer-€ auch mal arbeiten zu lassen!

Parallel zur Sierra Nevada mit seinen schneebedeckten Gipfeln (bis ca. 4000m hoch)

genießen wir die abwechslungsreiche Landschaft mit Wüste, bewaldeten Hängen, dazwischen die herbstlichen Laubfarben, kleine nette Dörfer und den schönen Topaz Lake.

Und als wenn dies alles an Schönheit nicht genug gewesen wäre, kommen wir zum Outlook des Mono Lake. 

Er liegt in der Abendsonne vor uns, das Blau des Wassers umgeben von der Wüste und im See die strahlend weissen Kalksteinablagerungen. Vom CP Mono Vista RV Park in Lee Vining genießen wir mit unseren jungen deutschen Nachbarn, Stephan und Anja aus Lübeck, bei netten Gesprächen weiterhin den Blick auf den See. Am nächsten Abend versuchen wir über einen Schotterweg den See zu erreichen, um näher an die Kalksteinablagerungen heranzukommen. Plötzlich quert ein Flusslauf unseren Weg. 

Walburg nahm an, wir kehren um. Als ich den Tuareg in den Offroad-Modus hochfahre, will sie zunächst aussteigen und zu Fuß durch das Wasser gehen. Aber dann hat sie  Mut gefasst und ist mit geschlossenen Augen mitgefahren. 

Danach kamen wir nahe an die bizaren Kalkablagerungen heran. Sie sind ca. 13000 Jahre alt, aber ragen erst seit den 60-ger Jahren aus dem See, da er seither absinkt. Grund dafür ist, dass einige Zuflüssen angezapft werden, um Los Angeles ausreichend mit Trinkwasser versorgen zu können. 

Lee Vining liegt am Osteingang des Yosemite NP. Über den 3025m hohen Tioaga Pass - hier hat es bereits geschneit - fahren und laufen wir durch die eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft zum stillen Tenaya Lake, zu den Tuolumne Meadows, sehen einen Präriewolf und schauen Kletterern an den senkrecht aufragenden Granitwänden zu.

Auf der Fahrt ins Death Valley lernen wir bei dem Supermarket Vons in Bishop Dieter und Christel kennen. Es sind Freunde von Fred und Ursula aus der Pfalz, die wir in Salt de Marie/Canada kennenlernten. Mit ihnen verbringen wir die Tage im Death Valley, das mit seinen Stein-, Sand- und Salzwüsten das trockendste, heißeste und tiefste Gebiet Nordamerikas ist. 

Das Tal wird von 2 Gebirgszügen, die mehr als 3000 m erreichen, flankiert und hat bei Badwater seinen tiefsten Punkt mit 86 m unter dem Meeresspiegel. Vor 3 Wochen hat es im Death Valley sintflutartige Regenfälle gegeben. Straßen wurden unterspült und waren teilweise unpassierbar. Die Straßen nach Badwater und Scotty`s Castle waren gesperrt. Badwater haben wir vor ein paar Jahren bereits gesehen, aber auf Scotty`s Castle hatte sich Walburg gefreut und war entsprechend leicht enttäuscht.

Wir übernachten auf dem CP Stovepipe Wells Village, 

wandern durch den engen Mosaic Canyon - mit von Wildwasser und Sturzfluten geschliffenen Wänden - 

und in die Mesquite Sand Dunes aus geldbraunem Quarzsand. 

Bei Vollmond verbringen wir die schönen Abende in der Wüste beim Barbecue am Fireplace. 

Hier in der Wüste erreichen die Temperaturen zur Zeit tagsüber30 °C  aber nachts wird es recht kühl. 

Auf der Weiterfahrt passieren wir den Zabriskie Point, einem Aussichtspunkt inmitten von wildzerfurchten gelben bis dunkelbraunen Hügeln. 

Auf einem Loup durch die Ruinen, einer ehemaligen Borax Anlage lernen wir die mühselige Gewinnung und den Transport im 19.Jh. kennen. 

An der Death Valley Junction stoppen wir am Amargosa Opera House, der Heimat der weltberühmten Tänzerin Marta Becket. Sie ist inzwischen 91 J. und lebt noch hier in der Nähe.

Sie hat alle Zimmer in jahrelanger Arbeit selber bemalt.

Sehr interessant, mehr unter: www.amargosa-opera-house.com.

In der Umgebung sahen wir eine kleine Herde Wildpferde, bevor wir unser Ziel das Historic Shoshone am 28.10.2015 erreichten. 

Shoshone ist ein Oasenörtchen mit 31 Einwohnern in der Mojave-Wüste. Es hat erstaunlicherweise ein Schulzentrum mit 7 Lehrern und 34 Schülern, die mit 3 Schulbussen aus der weiteren Umgebung hierher gefahren werden.

Das Wetter ist so schön - fast 30°C, der CP Shoshone RV Park hat einen Pool, 

Trails laden zum Wandern durch die bergige Wüste ein und so bleiben wir 1 Woche hier. Wir sind zur richtigen Zeit angekomen, um am Wochenende an den Annual Old West Days teilzunehmen. 

Im Patio der Crowbar erleben wir einen besonderen Tag bei Country-Music, Gesang -, Tanzeinlagen, Barbecue und netten Gesprächen mit Einheimischen und Besuchern aus dem weiteren Umland.

Sehr interessant war der Besuch der China Ranch Date Farm mit seinen großen Dattelpalmen-Hainen in einer versteckten Oase bei Tecopa. Da es zur Zeit im Shop ruhig war, hat man uns den kompletten Ablauf von der Ernte bis zum Versand gezeigt.

Der Bierpreis ist hier in der Wüste moderat, nur der Diesel kostet das Doppelte wie sonst üblich.

Am 04.11. verlassen wir Shoshone Richtung Las Vegas und ab dort gibt es meinen nächsten Service im Eintrag 9.

10.11.2015 - 17.12.2015 - 37 Tage 2889 km

"Mücke Emotion" von Las Vegas/Nevada nach San Antonio/Texas

Als wir Celda und Curt in Montana kennen lernten, gaben sie uns mit auf den Weg, ihre Tochter in Las Vegas unbedingt zu besuchen. 

Am 4. 11. wurden wir sodann von Whitney, ihrem Mann Hector und ihren 7 Kindern wie Freunde der Familie begrüßt. Insgesamt haben sie 11 Kinder, 4 davon sind bereits aus dem Haus. Hector hat mexikanische Wurzeln und entsprechend temperamentvoll, aber geordnet ist das Familienleben, in das wir für eine Woche aufgenommen wurden. Wir haben eine wunderbare Zeit mit ihnen verbracht. Gemeinsam haben wir vor den Toren Las Vegas den Red Rock Canyon,

Lake Mead und den Hoover Dam besucht.

Walburg genoss die Fashion Show Mall und Las Vegas Premium Outlets. Neben einem "normalen" abendlichen 

und nachmittäglichen Bummel über den Strip

hatten wir noch eine Führung am Abend von Whitney`s Freunden unter dem Motto "Kunst am Strip". 

Diese Glitzerwelt ist auf ihre besondere Art sehr beeindruckend. 

Da Whitney und Hector mit Familie der mormonischen Kirche angehört, hatten wir die seltene Gelegenheit an der Taufe eines jungen Mannes teilzunehmen und den Tempel zu besichtigen. Der Täufling muß mindestens 10 Jahre alt sein und wird in einem Becken von seinem Mentor komplett untergetaucht. 

Am 10.11. hieß es Abschied nehmen, wir fahren weiter Richtung Süden.

Nach einer Übernachtung in Kingman, fahren wir einen Abschnitt auf der Route 66 durch eine reizvolle, bergige Landschaft 

und erleben in dem kleinen, verschlafenen Oatman eine Wildwest Show auf der Main Street. 

Über Lake Havasu City mit der London Bridge - eine Attraktion in der Wüste - 

fahren wir entlang des gleichnamigen Sees. Ab Parker 

geht es 120 Meilen schnurgerade durch die Wüste bis wir Yuma/Arizona am Colorado - an der mexikanischen Grenze -  erreichen. 

Hier bleiben wir 10 Tage auf dem Miles Last Resort RV Park, um wieder einige ruhige Tage zu verbringen. Der Campingplatz gehört Mark und seinen Eltern, die wir in Elkhart am Lake Michigan kenengelernt haben. Yuma ist bekannt für sein ungewöhnlich trockenes und heisses Klima. Jetzt ist hier Winter und "nur" 28°C, für uns perfekt. Allerdings in einer Nacht müssen wir raus, um unsere Markise einzudrehen, da ein kräftiger Wüstensturm daran gezerrt hat. Am nächten Tag weiterhin Sturm , aber wolkenloser Himmel. 

Eine Hauptattraktion ist der Yuma Territorial Prison State Historic Park. Ab 1876 haben hier 3000 Gefangene, davon 29  Frauen, bei "mörderischen " Temperaturen ihre Strafen verbüßt. 

Nach der Schließung 1909 diente die denkmalgeschützte Anlage als Filmkulisse für etliche Hollywood Filme. Weiterhin ist Yuma berühmt als "Wintergarten der USA". 

Der Colorado wird hier durch mehrere Staustufen in ein Kanalsystem geleitet, zur Bewässerung der Citrus-Plantagen und der Gemüse-Felder. Die Dämme der Kanäle nutzen wir ausgiebig zum Nordic Walken. 

Mit Mark haben wir einen Ausflug nach Algodones in Mexiko gemacht, ausser vielen Geschäften und bunten Häusern war hier nicht viel zu sehen. 

Von einer Reise mit eigenem Fahrzeug weiter ins Land wurde uns wiederholt abgeraten . In Yuma wird der mexikanische Einfluß bei den Menschen und im Baustil sehr deutlich. 

In einer katholischen Kirche sahen wir zufällig eine Andacht zum Totensonntag mit jungen Tänzerinnen.

Wir sind nun 6 Monate unterwegs und ab jetzt führt uns die Reiseroute zurück Richtung Osten durch den Süden der USA. Unser Timing scheint perfekt zu sein, während die Wetterkarte im Norden Minus-Temperaturen und teils Schneefall zeigt, genießen wir hier die Wärme. Wenn wir in Shorts und Flipflops zum Einkaufen gehen und in den Geschäften "I`m dreaming of a white Christmas..." hören, fällt es uns schwer an Weihnachten zu denken. 

Am 21.11  steuern wir über die Interstate 8 unser nächstes Ziel Tucson, "City of Sunshine" mit durchschnittlich 350 Sonnentagen pro Jahr, an. Die 350 km durch die Wüste sind sehr kurzweilig. Zunächst sind wir erstaunt über die vielen, gut belegten RV Parks. Hier überwintern die sogenannten Snow Birds aus den nördlichen Staaten, d.h. die aus dem Westen zieht es nach Arizona und die aus dem Osten nach Florida. 

Die Wüste ist mit Bergketten durchzogen, auch hier gibt es viele Bewässerungskanäle und damit grüne Felder, Golfplätze und Dattelhaine. Alles eingerahmt durch den gelben Wüstensand und die farbigen Bergketten, unsere Augen werden wieder sehr verwöhnt. 

Die Interstate verläuft schnurgerade, viele schöne Trucks sind unterwegs. Parallel dazu verläuft die Bahnlinie, dort rollen km-lange Züge in beide Richtungen entlang. Einige Male sind unglaublich große Rinder-Cattles und Solaranlagen zu sehen. 

Nach der Ortschaft Gila Bend dominieren mehr und mehr die Kakteen die Landschaft.
Am auffälligsten durch ihre Größe sind die Saguaro (Armleuchter Kaktus). Kurz vor Tuscon dann noch Mais-, Baumwollfelder und große Flächen mit Lavasteinen.

Auf dem fast belegten CP Desert Trails RV Park, westlich von Tucson am Rand der Sonora Wüste, finden wir noch ein sehr schönes Plätzchen umgeben von Kakteen 

sowie amerikanischen und kanadichen Snow Birds. So werden wir deutschen Snow Birds von den Nachbarn gleich nett willkommen geheißen und zum Sundowner in ihrer Runde eingeladen.

 Viele von den Campern haben ihre Häuser verkauft und leben nur noch in ihrem RV`s. Nicht nur der CP gleicht einem Kakteen-Garten, sondern auch die Umgebung der Sonora Desert. Kein Haus weit und breit. Der CP bietet für die Snow Birds Abwechslung jeglicher Art. Den Thanksgiving Tag  haben wir mit 80 Campern und dem obligatorischen, opulenten Turkey Essen gefeiert. Auch Abends gab es Unterhaltung durch ein Blues Duo, eine Transvestiten Show und Line Dance. 

Durch die Weihnachts-Dekorationen der Amerikaner werden wir immer wieder erinnert, dass bald Weihnachten ist.

Wir bleiben eine Woche, denn in und um Tucson gibt es viel Sehenswertes. Bevor wir das erkunden, müssen wir noch unseren Antrag für die Aufenthaltsverlängerung auf den bürokratischen Weg bringen. 

Tucson bezeichnet sich als "kleinste Großstadt der USA", hat seinen provinziellen Charakter beibehalten und der spanisch-mexikanische Einfluß ist deutlich.

Viele schöne Häuser im Adobe-Baustil sind in der sehr sauberen Stadt zu finden. Sehenswert ist die St. Augustin Cathedral von 1896

und die prunkvolle Mission San Xavier del Bac von 1795. 

Vom A-Mountain hat man einen guten Blick über Downtown 

und von hier fahren wir über den Gates Pass 

westlich in die Tucson Mountains und den Saguaro NM am Rande der Sonoran Wüste.Sie ist ein einziger Kakteengarten, 

dominiert von den bis zu 15 m hohen Saguaro`s, die über 250 Jahre alt werden können. Um 1 m zu wachsen benötigen sie 40 Jahre, ein Seitenast entspringt frühestens nach 80 Jahren und sie können hunderte Liter Wasser speichern. Im Visitor Center sehen wir 

hierüber einen interessanten Film und fahren anschließend den Scenic Bajada Loop Drive

durch diese wunderschöne Landschaft. 

Wir sind so beeindruckt, dass wir am nächsten Tag das Arizona Desert Museum besuchen. Es ist eine Kombination aus botanischem Garten, Zoo und Museum und erklärt anschaulich das Leben in der Wüste mit 1300 Pflanzen und 200 Tierarten. Die Wüste lebt!!

Nach solch umfangreichen und interessanten Informationen suchen wir etwas Entspannung in den Old Tucson Studios 

bei ein paar Cowboy Shows und einem Drink mit den Show Girls im Saloon. 

Es war eine Filmstadt in der ca. 250 Filme mit vielen, bekannten Filmschauspielern, allen voran John Wayne, gedreht wurden. 

Im Sabino Canyon haben wir auf einer 12 km Wanderung unsere Fitness überprüft. 

Walburg hat die Hälfte geschafft, aber es vorgezogen, den Rückweg mit dem Trolly anzutreten. 

Anschließend haben wir dann das Biosphere 2 nördlich von Tucson besucht. 

1991 wurden in diesem Mammutbiotop 8 Personen für 2 Jahre eingeschlossen, um unter naturnahen Bedingungen zu überleben. Das Projekt scheiterte und die heutige Anlage, mit den Biotopen Regenwald, 

Meeruferzone 

und Wüste wird von der Universität Arizona für Studien genutzt. 

Am 1.12. fahren wir nach Nogales. In der geteilten Grenzstadt zu Mexiko werden wir durch die Wachtürme und Zäune stark an unsere deutsche Teilung erinnert. 

Durch die Grenzsicherung und Straßenkontrollen  soll der Drogenschmuggel und illegale Einwanderung verhindert werden. 

Weiter geht es nach Tombstone (=Grabstein), berühmt durch seine zahlreichen Wildwesthelden aus der Zeit der Silberminen um 1880 und der berühmten Schießerei am OK Corral. Heute ist es eine Touristenstadt. Die meisten der alten Gebäude aus der damaligen Zeit sind noch erhalten. Unser Empfang durch Wyatt Earp, Doc Holliday und Co. verlief friedlich

und nach der Show, sowie einem Saloon Besuch

verabschieden wir uns freundschaftlich. 

Für die Übernachtung wählen wir Tombstone Territories RV Resort in Huachuca. 

Über die Interstate 10 geht's weiter ostwärts bis Las Cruces/ New Mexico. 

Nachdem der Touareg einen Satz neue Reifen bekommen hat, besuchen wir das kleine Dorf Mesilla mit seiner Albino Church, eine der ältesten Missionsstationen in New Mexico (1851).

Billy The Kid wurde hier verurteilt, konnte fliehen, wurde aber ein Jahr später erschossen.

Nach dem wir in der White Sands Missile Range das Museum und den "Raketen-Garten" gesehen

haben (hier war auch Wernherr von Braun tätig), sind wir zum White Sands Dunes NM gefahren. 

Im Visitor Center - im Adobe-Stil gebaut- gibt es einen Film über die Entstehung der Dünen zu sehen. Der Prozess begann vor Mio. von Jahren, mehrere Seen verdunsteten nacheinander und es blieben große Selenit-Kristalle übrig. Sie wurden zu kleinen Sandkörner zersetzt, die Winderosion setzte an und formte die Dünen. Stetige Südwestwinde halten den Gipssand in Bewegung, häufen ihn an und schieben die Dünen in verschiedene  Größen und Formen. 

Sie sind fester als andere Dünenarten und viele Menschen finden Spass daran, auf einem slide hinunter zurutschen. Walburg natürlich auch!!!

Ein Loop führt durch die schöne, schneeweiße Dünenlandschaft. 

Kurz nachdem wir Texas erreichen, fällt uns ein grosses, weisses Gebäude auf. Wie wir erfahren, ist es ein Gefängnis!

Am 5.12. erreichen wir El Paso/Texas. Die Stadt mit mexikanischem Charakter liegt am Rio Grande, der die Grenze zu Mexico bildet. Jenseits des Flusses liegt Ciudad Juarez. Von der Rim Road, die sich am Berghang entlangwindet, erhalten wir den Überblick über beide Städte. Diesseits eine moderne Stadt mit Hochhäusern und Industrieanlagen, während das größere Juarez eher aussieht wie ein Dorf.

In einem älteren Reiseführer hatte ich von einer 30 Meilen östlich von El Paso liegenden Indian Cliffs Ranch mit dem Cattleman`s Steakhouse gelesen. Es soll eines der 10 besten in Texas sein, mit den besten Steaks.  Ob es das noch gibt? Trotz fehlender Beschilderung und Adresse finden wir es inmitten einer Wildwest-Landschaft. 

In einem rustikalen Ambiente genießen wir unsere, wirklich ausgezeichneten und übergroßen Steaks 

und können anschließend auf der Ranch im Caravan gut schlafen, trotz des Heulens der Coyoten. 

Unser nächsten Ziel ist der Big Bend NP am Grenzfluß Rio Grande. Wir fahren über Van Horn nach Marfa. Unterwegs laden kleine Orte mit ihren alten Häusern und historischen Hotels (teilweise dienten sie als Filmkulisse) zu Stops ein. Mitten in der Wüste hat ein Künstler ein Prada Schaufester geschaffen!! 

Nach der Übernachtung auf dem Apache Pines RV Park machen wir einen Rundgang in Shafter, einem ehemaligen Silberminen-Ort mit 11 Einwohnern. 

In Presidio schauen wir die 1. Kirche in Texas von 1683 an, die Santa Theresa de Jesus. 

Dann fahren wir die attraktive, zeitraubende, wie eine Achterbahn (mit starken Steigungen und Gefällen) geführte Straße 170 durch eine tolle Landschaft am Rio Grande entlang 

und erreichen unser Ziel den CP Rio Grande Village im Big Bend NP. 

Als wir den Boquillas Canyon Trail 

und Santa Helena Canyon Trail erwandern, 

kommen Mexikaner mit ihrem kleinen Holzboot von der anderen Seite des Rio Grande herüber

und wollen ihre handgefertigten Souvenirs verkaufen. Deprimierend zu sehen, hier die reiche USA und dort die Mexikaner in ärmlichsten Verhältnissen lebend. 

Unsere Weiterreise führt über den HWY 90 durch  Marathon und Del Rio nach Boerne in die Nähe von San Antonio. 

Für die Übernachtung entdecken wir zufällig den Seminole Canyon SP, mit  einem  auf einer Anhöhe liegendem schönen CP, mit weiter Sicht bis zum Horizont. 

Im Visitor Center gibt es einen interessanten Film über Indianer-Felszeichnungen und einen schönen Blick in den Canyon.

Bei 27° C (wir haben Dezember!!!), fast allein auf der Straße, durchfahren wir Wüste, Prärie, Buschland sowie Farm- und Ranch-Land mit Pecan- und Walnüssen. Riesige Rinder-, Schaf- und Ziegenherden säumen die Straße. Nette Orte, wie Bandera laden zum Kaffeestop ein.

Schließlich erreichen wir nördlich von San Antonio das Städtchen Boerne mit dem CP Cascade Caverns, sehr ruhig in einem Park und am Eingang zu den gleichnamigen Höhlen gelegen. Eine Woche bleiben wir, um etwas zu entspannen. Wäschewaschen, "Hausputz" etc. ist auch angesagt. Hier erleben wir in einer Nacht nach Monaten den ersten Regen und kräftigen Sturm, am nächsten Tag wieder Sonne und 24°C. 

Das Gebiet zwischen San Antonio und Austin lockte nach 1840 viele deutsche Familien nach Texas. So erleben wir deutsche Kulturreste in Fredericksburg. Viele Traditionen, zumindest äusserlich, sind erhalten geblieben. So finden wir deutschnamige Restaurants, Geschäfte und Straßen. Auch Oktober-, Schützen-, und Sängerfeste, einen Maibaum etc. gibt es hier.

Ebenso den Weihnachtsbaum brachten die deutschen Siedler mit nach Amerika. 

In einer Old German Bakery (der Eigentümer hat seine Wurzeln in Berlin) lassen wir uns Kaffee und Kuchen schmecken. 

Die Mio. Stadt San Antonio hat sich seinen kleinstädtischen Charakter erhalten. Seine wenigen, niedrigen Wolkenkratzer und der mexikanische Einfluß machen es zur gemächlichen, attraktivsten Stadt in Texas. Beeindruckend ist der 4 km lange Riverwalk entlang einer Schleife des San Antonio River.

Restaurants, Cafe's, Bistro's, Live Music und ein Freilufttheater vermitteln ein mediteranes Flair. Im angrenzenden historischen District La Villita haben Künstler ihre zahlreichen Galerien eingerichtet. 

Auf dem Plaza de Las Islas mit der San Fernando Cathedral 

gönnen wir unseren Füßen, bei Kaffee und dem Gesang einer jungen Frau, eine Pause bevor wir zum historischen Market Square laufen.

Zwischen 1718 und 1731 haben Franziskaner Mönche 5 Missionen entlang dem San Antonio River etabliert. Die erste und heutige The Alamo bildete den Grundstein für die Stadt und ist heute eine "Gedenkstätte" für die 189 tapferen Texaner, die sich 1836 in der berühmten Schlacht gegen 5000 Mexikaner schlugen und ihr Leben ließen. 

Am Mission Trail, ausserhalb der Stadt, besichtigen wir noch die beeindruckend gut erhaltenen Missionen Concepcion 

und San José.

Von den kleineren Missionen San Juan und Espada sind nur noch Reste der ursprünglichen Anlage zu sehen. 

Während unserer Tage in Boerne fahren wir auch in die kleine Stadt mit einigen alten Häusern, architektonisch eine Mischung aus viktorianischem und rustikalem deutschen Landhaus. Einen Weihnachts-Markt und -beleuchtung gibt es auch, aber so wirklich kommt bei uns noch keine Weihnachts- stimmung auf. Daran ändern auch Walburgs Weihnachts-CD`s und -Dekoration des Caravans nicht viel. 

Es ist halt schwierig in Shorts und T-Shirts bei Temperaturen um 25°C sich weihnachtlich einzustimmen. So machen wir uns am 17.12. auf den Weg nach New Orleans, um dort die Feiertage zu verbringen. Danach beginnt dann der Eintrag 10. Bis dahin wünschen wir allen, die uns "begleiten", 

ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr  2 0 1 6.

 

18.12.2015 - 08.01.2016 - 21 Tage 912 km

"Mücke Emotion" von San Antonio/Texas nach New Orleans/Louisiana.

Von San Antonio bis  New Orleans sind es ca. 1000km, für die wir uns 2 1/2 Tage Zeit lassen. Zunächst gibt es rechts und links der I10 unglaublich große Ranches zu sehen. Jetzt wird verständlich, dass einige Eigentümer ein Flugzeug benötigen, um ihr Land übersehen zu können. Wie früher üblich zu Pferd, wären sie wohl viele Tage unterwegs. 

Um Houston (es gibt keine größere Stadt in Deutschland) herum, die erwarteten riesigen Anlagen der Petro-Industrie . 

Doch für eine Sehenswürdigkeit verlassen wir die I10, für den San Jacinto  Battleground State Historical Park. 

Ein bombastisches, 173 m hohes Monument erinnert an die hier 1836 gewonnene Schlacht der Amerikaner gegen die Mexikaner. Die Annexion des heutigen Texas war die Folge. Im Fuß des Turms informiert ein Museum ausführlich über die skrupelose Gebiets-Erweiterung.

Ein Fahrstuhl bringt uns auf die Aussichtsplattform, von der man einen weiten Blick bis zur Skyline von Houston (und natürlich die Industrieanlagen!!) hat. 

In der Nähe gibt es noch eine State Historic Side Battleship "TEXAS", ein Kriegsschiff des 1. und 2. Weltkrieges zu besichtigen. Wir lassen es bei einem Foto aus der Ferne.

Bald verlassen wir Texas und  erreichen Louisiana. Ab Lafayette wählen wir die Alternative zur I10, den Hwy 90, der durch eine schöne Bayou Landschaft führt. Bei New Iberia lohnt ein kleiner Abstecher nach Avery Island. Es ist keine richtige Insel, sondern ein Geestrücken im Sumpfgebiet. Von hier kommen die berühmten Tabasco-Soßen. 

Vor über 100 Jahren wurde in der Tiefe Salz entdeckt. Auf dem fruchtbaren Boden baut man Pfefferschoten an und mischt beides heute noch zum weltberühmten Tabasco. Es gibt ein Visitor Center mit einem Film über die Herstellung und in einem Shop kann man die unterschiedlichen Sorten probieren und kaufen. Die ganze Anlage liegt in einer schönen Umgebung und tropischen Garten. 

Am 19.12. quartieren wir uns über die Feiertage auf dem Stadt nahen, sehr ruhig gelegenen CP Bayou Segnette State Park vor den Toren New Orleans ein. Wir geniessen hier nach nun schon mehr als 25.000 Fahr- Kilometern erholsame Feiertage. D.h. wirklich ruhig war es auch wieder nicht, in 2 Nächte hatten wir kräftige Unwetter, mit Gewitter, Sturm und Starkregen. Es waren die Auswirkungen eines Tornados über Arkansas/ Tennessee. 

Apropos Unwetter, einige Wunden des Hurrican Katrina in 2005 sind in New Orleans noch immer gut sichtbar. In der Laura Simon Nelson Galerie gibt es beeindruckende Dokumente dieser Katastrophe zu sehen. Einheimische erzählten uns, dass sie mit weiteren Katastrophen rechnen müssen! Obwohl die Stadt inzwischen einiges für den Schutz getan hat, wird es ausreichend sein?? Auch der Park, in dem unser CP liegt ist durch eine Mauer vor Hochwasser geschützt. 

New Orleans ist eine schöne, interessante, aber auch eine sehr touristische Stadt am Mississippi. So nehmen wir uns nach den ruhigen Weihnachtstagen im Caravan viel Zeit für die Stadtbesichtigungen. 

Da die Parkplätze in der Stadt rar und obendrein sehr teuer sind, 

fahren wir mit der Fähre vom Algiers Point in die Innenstadt. 

Alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß oder mit den offenen Streetcars (historische Straßenbahnen) zu erreichen.

Das French Quarter ist eigentlich ein Spanish Quarter, denn als es am Ende des 18.Jh. nach einem Brand wieder aufgebaut wurde, war es im spanischen Besitz.

Vor allem die französischen Stilelemente der nostalgischen Fassaden und schmiedeeisernen, reich verzierten Balkongeländer, wurden liebevoll restauriert. 

Sehenswert auch die vielen Straßenkünstler und -musikanten, die rund um den Jackson Square die Passanten in ihren Bann ziehen.

Überragt wird der Platz durch die weiße,in der spanischen Kolonialzeit erbauten St. Louis Cathedral - älteste Kathedrale der USA- , der auch Papst Johannes Paul II einen Besuch abstattete. 

Mit der Streetcar gut zu erreichen, ist der wunderschöne Garden District mit seinen eleganten, herrschaftlichen Häusern inmitten parkähnlicher Gärten. 

Die Straßen sind gesäumt von uralten, mit Spanish Moss überwachsenen Bäumen. 

Mitten im District liegt der alte Friedhof mit seinen oberirdischen (wegen hohen Grundwasserspiegel) Grabmälern, wie kleine römische Tempel. 

Die Verbundenheit New Orleans mit Louis Armstrong ist natürlich  nicht zu übersehen, es gibt einen nach ihm benannten Park und einige Statuen. 

Aber es gibt auch eine negative Seite in der Stadt, es sind sehr viele Homeless unterwegs. Immer wieder fällt der große Unterschied zwischen arm und reich auf, in den Städten und auf dem Land.

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu, wir verabschieden es im French Quarter mit einem Dinner-Buffet, Bummel durch die Straßen und

begrüßen 2016 beim Riesen-Feuerwerk über dem Mississippi.

              HAPPY NEW YEAR 2016

Ein Ausflug in das riesige Mississippi Delta ist lohnenswert. Es ist doppelt so groß wie die Everglades in Florida und besteht größtenteils aus Wet- und Marsh-Lands. Eine Rangerin erzählte uns, dass es in unserem CP Park und Umgebung Alligatoren gibt. Daraufhin machen wir einen Ausflug in den benachbarten Jean Lafitte National Historical Park und begeben uns auf die Suche nach ihnen. Im Visitor Center sehen wir einen interessanten Filme über das Delta und die beeindruckenden Land-Verluste und -Gewinne. Von hieraus gibt es einige Trails auf Bordwalks und dort werden wir dann auch fündig:

Übrigens sind wir immer wieder erstaunt, wie informativ die amerikanischen Visitor Center ausgestattet sind. Ausstellungen, Filme, Maps, Broschüren und Ranger, die alle Fragen beantworten, wirklich hervorragend.

Im neuen Jahr machen wir gleich eine neue Bekanntschaft mit Veronika und Reiner aus Herford, die ebenfalls länger mit ihrem Wohnmobil in Nordamerika unterwegs sind. Wir verbringen mit ihnen 2 sehr nette Abende, es gibt viel zu erzählen und Informationen auszutauschen. Wir "Vielreisende" sind uns einig, wir wollen und werden uns irgendwo, irgendwann wiedersehen.

Das  Wetter ist seit den Unwettern über Weihnachten regnerischer geworden und die Temperaturen sind von 28° auf 8-18°C gesunken und so machen wir uns auf zur letzten Etappe unserer Reise, nach Florida.

09.01.2016 - 16.02.2016 - 38 Tage 1916 km

"Mücke Emotion" von New Orleans/Louisiana nach Brunswick/Georgia

Noch einmal ins French Quarter, 

noch einen Kaffee und das berühmte Gebäck im Cafe du Monde, 

noch einmal Streetcar fahren, ein letzter Sundowner am Firepit

und dann müssen wir Abschied nehmen von New Orleans. 

Am 9.1.16 brechen wir auf zu unserer letzten, großen Etappe nach Florida. Über die I10 durch Marsh- und Wetlands verlassen wir Louisiana und erreichen Mississippi. 

Gleich nach der Borderline verlassen wir die I 10 wieder und nehmen die Scenic Road Hwy 90. Hier ist auch das Welcome Center, wie üblich nach dem Wechsel in einen anderen Staat. Hier kann man sich mit Karten und weiteren Info.-Material versorgen. In einigen Räumen des Visitor Center wird auf die beginnende Saison des Mardi Gras - dem Karneval der Südstaaten-Küste - aufmerksam gemacht.

In der Nähe ist auch das NASA Infinity Visitor Center. 

Ab hier folgen wir ca. 90 Meilen der Küste des Golf von Mexiko. Es ist die ganze Küste Mississippi`s, die sich komplett verändert gegenüber dem Mississippi-Delta. Weiße Sandstrände, 

Häuser auf Stelzen, lange geschwungene Brücken und wunderschöne Südstaatenvillen liegen an dieser Strecke. 

Am Ende trifft sie wieder auf die I 10 und Alabama ist erreicht. Nach kurzer Fahrt durch Mobile mit schönen, wie Tunnel wirkende Alleen, werden wir begrüßt durch:

Im obligatorischen Visitor Center werden wir zusätzlich mit einem frischgepressten O-Saft begrüßt. Da wir die restliche Zeit unserer Reise in Florida verbringen werden, deckt man uns mit vielen Informationen ein. Wieder verlassen wir die I 10 und fahren über die 3,5 Meilen lange Brücke nach Pensacola Beach und den Hwy 98 am Golf entlang. Schneeweiße Strände und Dühnen, soweit das Auge reicht. Die typischen pastellfarbenen Häuser erzeugen das Südstaatenflair. In dieser Umgebung und nach dem Spaziergang am weißen Strand schmeckt unser Nachmittagskaffee besonders gut.

Orte wie Panama City und Fort Walton Beach durchqueren wir zügig, da sie außer großen Hotels nicht viel zu bieten haben. Zwischen diesen Orten gibt es aber eine Stichstrasse zur sehenswerten Ortschaft Seaside. Hinter weißen Zäunen stehen hier schöne pastellfarbene Holz-Häuser mit für diesen Ort typischen Dachterrassen. 

Nach Port St. Joe führt die Scenic Route 30 entlang einem Küstenstreifen, der nicht mehr mit Strände, sondern mit Palmen und Kiefern besetzten Wäldern ein anderes Vegetationsbild vermittelt.

Es ist sonnig aber kühl in diesen Tagen, ein paar Grad dürfte es schon wärmer werden im Sunshine State!

Am Highway weisen immer wieder Warnschilder auf Bären hin, damit haben wir in Florida nicht gerechnet, Aber es gibt sie hier wieder vermehrt in den Südstaaten.

Dann erreichen wir Tallahassee, die Hauptstadt Floridas, und entscheiden uns für den stadtnahen CP Lakeside Travel RV Park.

Die Stadt mutet an wie ein großer Park. Spanish Moss behangene Bäume formen Alleen wie grüne Tunnel und die Häuser und Gärten sind sehr gepflegt. 

Elegant wirkt das 1845 gebaute Old State Capitol, in dem ein Museum die Geschichte Floridas darstellt. Gleich dahinter erhebt sich das nüchterne, 22-stöckige Verwaltungsgebäude aus den 1970-er Jahren.

Aber von dort oben hat man einen schönen Blick über die Stadt.

Zwischen den beiden Gebäuden hat die US Army eine kleine Ausstellung eingerichtet. Freundliche Soldaten/-innen erklären die Gerätschaften und laden ein zu Hotdog, Chips und kalten Getränken.

Auf dem Weg nach Tampa fahren wir wieder nicht die Interstate, sondern den Hwy 98. An der ländlichen Strecke gibt es viele kleine Ortschaften, in denen Wohnhäuser verlassen sind und ehemalige Geschäfte leer stehen. Vermutlich hat es die Menschen in stadtnahe Gegenden gezogen.

Übrigens, wenn man Neubauten sieht wird klar, dass der Beruf des Maurers hier eher selten ist. Auf diesen Baustellen muß der "Maurer" ein Schreiner oder Zimmermann sein.

In Homosassa besuchen wir den sehenswerten Homosassa Springs Wildlife State Park. 

Ein Boot bringt uns vom Visitor Center zum Parkeingang. Es ist ein schön angelegter Naturzoo, der alle in Florida heimischen Tiere in natürlicher Umgebung beherbergt, so u.a. Manatees, Alligatoren, Puma, Adler, Flamingos, Schwarzbär, Ahingas, Pelikane, etc., sowie eine Vielzahl von Vogelarten.

Parkranger geben ausführlich Auskunft über die Lebensbedingungen der Tiere. Ebenfalls eine gebürtige deutsche Voluntärin, die sich freut mit uns mal wieder Deutsch sprechen zu können. Aprospos Voluntäre, ohne die vielen unentgeldlich tätigen Freiwilligen, könnten die amerikanischen Parks nicht in dieser wirklich hervorragenden Art und Weise betrieben werden.

Ende Oktober haben wir im Death Valley Sue und David aus Tampa kennengelernt. Es war ein nettes, kurzes Gespräch an derem Ende David sagte, wenn ihr auch Florida besucht, seid ihr bei uns herzlich willkommen. Am 14.1. ist es soweit, wir werden von ihnen so herzlich begrüßt, als wenn wir uns schon sehr lange kennen würden. Auf unserer langen Reise hatten wir schon mehrmals Gelegenheit die amerikanische Gastfreundschaft zu erleben und so ist es auch bei Sue und David. Sie bieten uns an, bei ihnen zu bleiben und in ihrem Haus zu wohnen. Da es uns zu viel des Guten ist, sollen wir aber unseren Caravan auf ihrem Grundstück platzieren, um einige Tage mit ihnen zu verbringen. Ja, und diese Tage mit ihnen sind sehr schön. Wir sind innerhalb kurzer Zeit Freunde geworden. In herzlicher Atmosphäre und netten Gesprächen entdecken wir viele Gemeinsamkeiten. Sue und David leben hier am Ufer des Double Branch Creek in Tampa, 

es ist ein großes Grundstück mit einem alten Baumbestand, 

wir fühlen uns wie in einem schönen Park, schöner als jeder Campingplatz. 

Wir genießen die Zeit mit ihnen und die vielen gemeinsamen Unternehmungen. Wie zum Beispiel eine Fahrt entlang der Golf-Küste in nördlicher Richtung zu ein paar Orten mit warmen Quellen, wie Tarpon Springs. 

Besuch eines abendlichen Streetmarket in Safety Harbor an der Old Tampa Bay, wie auch eine Fahrt und Spaziergänge an der Bay mit Besuch im Visitor Center gehören dazu.

Eine Parade in St. Petersburg zum Gedenken an den Geburtstag von Martin Luther King lassen wir uns nicht entgehen.

David und Sue machen mit uns eine unvergessliche Tour mit ihrem Boot von Fort de Soto zur Insel Egmont Key SP im Golf von Mexiko. Auf der Hin- und Rückfahrt werden wir von neugierigen Delphinen begleitet. 

Die Insel mit den Ruinen eines ehemaligen Forts hat keine Touristen-Infrastruktur. Hier ist nur ein Lotse stationiert, der den großen Schiffen die Fahrt durch die flachen Gewässer in die Tampa-Bay ermöglicht. 

Die Hurricans haben hier deutlich ihre Spuren hinterlassen, von den Palmen stehen nur noch die Stämme.

Mit dem Slippen des Bootes geht für uns Vieren ein wunderschöner Tag zu Ende.

Mein Geburtstag naht und Sue backt zu meiner großen Überraschung einen "Old German Chocolade Cake". 

Es werden noch Freunde eingeladen und gemeinsam genießen wir die Torte, den Spaß beim anschließenden Bowling 

und abends ein paar Gläschen Rotwein im "Mücke Emotion". So hatte ich meinen Geburtstag auf unserer Reise in diesem Jahr nicht erwartet!

Dear Sue and David, once again thank you so much for this wonderful day!

Zum Abschluß des Geburtstages am nächsten Abend ein Dinner im alten spanischen  Restaurant Columbia in Clearwater.

Am 30.1. findet das jährliche Gasparilla Pirate Fest in Tampa statt. Es ist die 3. größte Parade der USA und findet zu Wasser in der Bay 

und durch die Straßen der Stadt statt. Die Parade findet seit 1904 statt und ist zurückzuführen auf die freundliche "Invasion" des mystischen Piraten Jośe Gaspar.

Heute 28.1., sind wir schon 2 Wochen bei Sue und David. Sie bieten uns an, noch bei ihnen zu bleiben. Sie überzeugen uns, dass hier im Städtedreieck Tampa/Clearwater/St. Petersburg das reale Florida ist und andere Gegenden in Florida nichts anderes bieten. Den Süden Floridas haben wir bereits in der Vergangenheit bereist, und so entscheiden wir uns zu bleiben. Wir tun es auch gerne, da wir uns gut verstehen und Freunde geworden sind.

Auch das gibt es in Florida. Am Ende dieser Palmen-Allee ein .....ALDI !

Hier gibt es auch Ende Januar noch meine vor Weihnachten so vermissten Spekulatius! Sue und David kannten sie bisher nicht, aber finden sie ebenfalls köstlich.

Ein weiterer Tagesausflug führt uns südlich entlang der Küste. Nach einem Stopp in Duniden, eine Brücke hinüber zu den Keys. 

Wie Perlen einer Kette reihen sich die der Küste vorgelagerten Inseln aneinander. Sie sind durch Brücken miteinander verbunden und reichen von Clearwater bis Fort de Soto. Am St. Pete Beach wandern wir am weißen Strand entlang 

und kehren zum Kaffee ins 90 Jahre alte Loews Don Cesar Hotel - auch "Pink Palace" genannt - ein.

Einige Gäste liegen in oder an den Pools, obwohl hier unter 300$ / Nacht nichts geht.

Anschließend haben wir von der Isla del Sol 

einen weiten Blick über die Tampa Bay bis zur Sunshine Skyway Bridge, 

die die Bay mit 1.900 m Länge und 57m lichter Höhe überquert.

Zur Abwechselung haben wir mit Sue und David auch zwei Radtouren unternommen.

Nicht nur wir genießen die warme Sonne beim Radeln, sondern auch ein Alligator am anderen Ufer eines kleinen Flusses.

Dann nochmal ein Bootsausflug in den Golf von Mexiko, zur Caladesi Island State Park. Unterwegs gehen wir an Land einer unbewohnten Insel. Sie ist in den 1960-er Jahren entstanden. Durch Hurricans in den St. Joseph Sound gespülten Sand hat man ausgebaggert und hier abgelagert, um den Sound wieder durch größere Boote befahrbar zu machen. 

Ein bewachsene Insel ist daraus entstanden und sie beheimatet heute viele Vögel. 

Entlang der Landzunge zur Honeymoon Island fahren wir zur Caladesi Island, die nicht bewohnt ist, nur ein paar Ranger sind hier stationiert. An der östlichen Küste der Insel ist die Fahrrinne durch rote, schwarze und weiße Mongroven bewachsen. 

Nach dem Vertäuen des Bootes machen wir uns auf zu einer langen Wanderung am unendlich erscheinenden, weißen Sandstrand. 

Dicht gesäht liegen die Muscheln in herrlichen Farben und Formen am Strand.

Der Fischadler lässt sich beim Lunch eines frisch gefangenen Fisches nicht stören.

Während dieser Pelican seinen Schnabel bzw. seinen Hals wohl zu voll genommen hat. Sein Partner hat es geahnt und gewartet bis er ihn wieder auspucken mußte.So geschah es dann auch und der Fisch war weg.

Zusammen mit unseren lieben Freunden Sue und David, 28°C und wolkenlosem Himmel, sowie einem Barbecue, erleben wir wieder einen Traumtag. 

Ich muß sagen, unsere Reise hat wirklich auch etwas mit Urlaub zu tun!!  :-))

Fahrt entlang der Küste und das Slippen des Bootes für die Heimfahrt.

Die Überraschungen, die uns Sue und David bereiten nehmen kein Ende. So bestehen sie darauf uns am 16.02., wenn wir das Gespann im Hafen von Brunswick/Georgia abgegeben haben und sozusagen "homeless" sind, uns von dort mit ihrem Fifthwheeler nach Orlando zu bringen. Von dort werden wir am 20.02. den Heimflug antreten.

Für die Rückverschiffung des Gespanns hatten wir ursprünglich Baltimore geplant. Da El Nino an der Ostküste möglicherweise ausgiebige winterliche Witterung schaffen wird, haben wir uns für das südlichere Brunswick / Georgia entschieden.

Am 7.2. heißt es Abschied nehmen von Sue und David, aber wir sehen uns ja nächste Woche wieder. Wir durchqueren Florida nach Vero Beach. Dort treffen wir Donna, unsere Freundin aus New York State, mit ihr und Bruce waren wir zusammen in Alaska im Juni letzten Jahres. Sie ist z.Z. in Miami bei ihrem dort überwinternden Vater. Schön, dass das Treffen noch geklappt hat und so verbringen wir noch einmal nette Stunden zusammen.

Auf der Küstenstrasse A1A nach Norden checken wir auf dem CP Anastasia State Park für 2 Tage ein und besuchen das spanisch geprägte, schöne alte Städtchen St. Augustine an der Matanzas Bay. Es ist die älteste Stadt Amerika`s. 

Sein altes Fort Castillo De San Marcos wurde ab 1672 erichtet und ist heute für Besichtigungen geöffnet.

Wir lassen uns durch die kleinen Strassen mit dem alten, hölzernem Schulhaus und vielen restaurierten Gebäuden treiben. 

Wunderschön ist auch das vom Eisenbahn-Magnat Flagler 1888 erbaute Hotel Ponce de Leon. Es beheimatet heute das Flagler College.

Am 10.2. hat "Mücke Emotion" die letzte Station in Brunswick / Georgia nach fast 30.000 km erreicht und alles ist unversehrt. Die Tage bis zur Verschiffung verbringen wir auf dem CP Golden Isles RV Park. Eigentlich sollte das auf Jekyll Island sein, aber aufgrund eines Feiertages war alles ausgebucht. Anschauen wollen wir uns die Insel trotzdem und umrunden sie per Auto und sehen die großen Sanddünen, ein paar historische Gebäude und Strand an.

Am 12.2. haben wir unseren Termin bei der Verschiffungs-Spedition in Brunswick, um die Frachtpapiere zu erstellen.

130km nördlich von Brunswick, haben wir in Savannah nochmals Gelegenheit das Südstaaten-Flair zu geniessen. 

Viele Strassen sind von alten, weitausladenden und mit "Spanish Moss" behangenden Bäumen gesäumt.

23 kleine, wunderschöne Parks sind schachbrettartig im Altstadtbereich angelegt. Wenn man 1-3 Strassen überquert, ist der nächste Park erreicht.

Wir bummeln den Savannah River Walk entlang

Sehenswert ist auch die Cathedral of St. John The Baptist.

15.2., heute muss alles transportfähig verpackt und morgen das Gespann im Hafen von Brunswick abgegeben werden! Die Carmen von der schwedischen Reederei Wallenius Wilhelmsen wird "Mücke Emotion" zurück in die Heimat bringen. Sie soll fahrplanmäßig am 7.3. in Bremerhaven ankommen.

Am Nachmittag war die Wiedersehensfreude mit Sue und David nach nur einer Woche groß. Walburg hat ein letztes, gemeinsames Dinner im "Mücke Emotion" vorbereitet, zu dem noch der letzte Rotweinvorrat getrunken werden musste. Am nächsten Morgen geht`s gemeinsam in den Hafen und nach der Abgabe des Gespanns und Umladen des Fluggepäcks in den Fifthwheeler - er bietet mit seinen großen Abmessungen und in Amerika üblichen Slideouts viel Platz für uns vier - fahren wir mit unseren Freunden zum CP Little Talbot Island State Park bei Jacksonville. 

Wir verbringen wunderschöne, letzte Tage mit Spaziergängen und Radtouren am Strand, abendliches Grillen am Lagerfeuer und vielen netten Gesprächen.

Südwärts geht`s am 18.2. auf der A1A bis Daytona und dann nach Orlando, unserer letzten Station. 

Nach dem Einchecken in unserem Motel für die verbleibenden 2 Nächte, heisst es nun leider Abschied nehmen. Dass wir in Kontakt bleiben und uns wiedersehen wollen ist selbstverständlich.

"Liebe Sue, lieber David,

habt herzlichen Dank für alles, was ihr für uns getan habt. Es war eine so unvergessliche, schöne Zeit mit euch. Bitte gebt uns die Gelegenheit, euch etwas zurückgeben zu können und euch eines Tages in Deutschland begrüßen zu dürfen.

Liebe Grüße von Walburg und Wolfgang"

Es ist ein Muss in Orlando wenigstens einen der vielen Erlebnis-Parks zu besuchen. Wir entscheiden uns für Epcot und verbingen  einen interessanten Tag. Es gibt viel Wissenswertes; 360°-Filme, Typisches und Traditionen über einige Länder zu sehen.

Heute 20.Februar 2016, wir fliegen von Orlando über Reykjavik nach München zurück in die Heimat. ,

Wir hatten eine unglaublich interessante und schöne Zeit auf unserer Reise durch Nordamerika, mit unvergesslichen Erlebnissen und Begegnungen. Den Kontinent mit seinen unterschiedlichen Facetten, von Gletschern bis Wüsten, die Tierwelt und die Naturparks, die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Menschen, sehr genossen. Das alles in der Art zu erleben wie wir es durften, ist nur möglich mit der sprichwörtlichen Freiheit auf Rädern. Wir sind dankbar, dass wir und das "Mücke Emotion"-Gespann unversehrt in die Heimat zurück reisen können.

                       "GOOD BYE AMERICA, WE WILL COME AGAIN."


22.02.2016 - 10.03.2016 - 17 Tage

Informationen und Daten zu der Reise durch Nordamerika

Am 07.03.2016 ist das Gespann "Mücke Emotion" pünktlich in Bremerhaven angekommen und so konnte ich es am 10.03. unversehrt in Empfang nehmen. 

Es fehlen nur ein paar Kilometer an 30.000, die wir auf unserer großen Nord-Amerika-Tour zurückgelegt haben. Für den Touareg war es ein Leichtes und der Dethleffs "Mücke Emotion" ist ihm immer problemlos und sicher gefolgt. Überall, wo wir auftauchten, hat das Gespann große Aufmerksamkeit und Interesse verursacht. Auch während der Fahrt wurde uns gewunken oder der erhobene Daumen gezeigt. Viele Leute konnten es nicht glauben, dass wir mit Gespann über den Atlantik gekommen sind, um 9 Monate ihr Land zu bereisen. Immer wieder wurde das Aussen- und Innendesign des Caravans bewundert, mit Hochachtung vom "German Engineering" gesprochen. Einen Caravan ohne Zugfahrzeug per Fernbedienung zu manöverieren, hatte man noch nie gesehen und wurde schon mal per Handy gefilmt!

Von technischen Problemen sind wir auf der langen Reise verschont geblieben. Im Caravan mußte ich nur ein paar Schrankscharniere - die Dethleffs freundlicherweise nach New Orleans geschickt hatte - austauschen und einen Wasserhahn abdichten. Da Volkswagen ein recht gutes Service-Netz in Nord-Amerika hat, war es kein Problem einen Sensor am Katalysator auszutauschen und einen Ölwechsel durchzuführen. Nach 23.000 km im Gespannbetrieb mit vielen bis zu 3.000 m hohen Passfahrten, verlangte der Touareg nach einem Satz neuer Reifen. Sie waren nach einem Tag verfügbar.

Tankstellen sind in Amerika flächendeckend vorhanden, nur sehr wenige haben keinen Diesel. Vor Fahrten in einsamere Gegenden und National Parks sollte man vorausschauend vorher tanken, denn dort kann das Tanken teurer werden.

Nächste Tankstelle also in 95km.

Ansonsten ist es in Amerika angenehmer als in Europa, denn der Liter Diesel kostet zwischen -,40 bis -,60€/Liter. Wir waren froh am Rand des Death Valley nicht tanken zu müssen, denn das war der höchste Preis den wir auf der Reise sahen, erfreulicherweise eine Ausnahme.

Der Preis pro Gallone Diesel 4,70$, entspricht 1,12€ pro Liter

Nord-Amerika ist ein Eldorado für uns Camper. Bei den Bewohnern ist Camping sehr beliebt. Viele Ruheständler haben ihre Wohnungen oder Häuser verkauft, und so leben und reisen sie in ihren großen Wohnmobilen oder Trailern.

Entsprechend groß ist das Angebot an Campingplätzen. Es gibt private, staatliche, einfache und komfortable Plätze (mit Pool, Waschmaschinen und Trockner, Shops, Wlan etc.), sowie auch Campingplatz-Ketten, z.B. KOA. Die schönsten, naturbelassenen Plätze findet man in den National oder State Parks.

Die CP-Preise bewegen sich ca. zwischen 15-50$. Das Internet bietet reichlich Info.-Möglichkeiten, aber auch in den Visitor Center sind Campingplatz-Verzeichnisse erhältlich. Zu bestimmten Zeiten und für beliebte Orte ist evtl. eine Reservierung angeraten. Die Amerikaner verreisen auf grund ihrer geringeren Anzahl an Urlaubstagen gern am Wochenende. Da viele Campingplätze nach dem Prinzip "first in, first service" verfahren, ist es empfehlenswert attraktive Orte spätestens bis Freitag mittags zu erreichen, um einen Stellplatz zu erhalten. Die Campingplatz-Gebühren lassen sich durch in Amerika üblichen Fragen nach einem Discount, evtl. wöchentliche Rate, AAA-Mitgliedschaft (Partnerclub des ADAC), etc. reduzieren. Einen kostenlosen Übernachtungsstop kann man bei der in ganz Nord-Amerika verbreiteten Supermarktkette Walmart einlegen. Nach einem abendlichen Einkauf kann man dann dort in einem ruhigen Eckchen des Parkplatzes (meistens steht schon ein Camper dort) übernachten und am nächsten Morgen die Fahrt fortsetzen. Tip: für ein paar Dollar ist hier auch ein Atlas zu erstehen, in dem alle Walmart`s mit Adressen aufgeführt sind.

Wenn der Besuch mehrerer National und State Parks vorgesehen ist, bietet sich der Erwerb eines jeweiligen Jahrespasses an.Der Annual Pass für alle National Parks der USA kostet z.B. 80$, ist 1 Jahr gültig und kann beliebig oft verwendet werden. Für uns hatte er sich nach nur 3 Parks bereits amortisiert! 

Nach Überqueren der State Boarder sollte ein Stop beim Welcome Center und nach erreichen einer Stadt, Sehenswürdigkeit, Park etc., ein Visitor Center obligatorisch sein. Hier erhält man kostenlos jede touristische Hilfe, Karten, Campingplatz-Verzeichnisse, Broschüren, Wander- und Besichtigungsvorschläge etc.. Auch in den AAA-Büros werden diese Informationsmittel kostenlos zur Verfügung gestell.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass in Nord-Amerika eine sehr gute touristische Infrastruktur für Camper vorhanden ist und somit ein sorgloses Reisen ermöglicht. Jeder unserer Tourabschnitte bietet schöne Landschaften und Erlebnisse, sodass er auch separat bereist werden kann. Die vielen fantastischen Parks im Westen, wie Grand Canyon, Brice Canyon, Arches, Monument Valley, Arches, Lake Powel etc.ect., sind ebenfalls eine Reise wert. Wir haben sie ausgelassen, da wir in den Vorjahren teilweise mehrmals schon dort waren. So haben wir uns mehr Zeit für die uns weniger bekannten Südstaaten gelassen.

Noch ein Wort zum Timing und Wetter der 9-monatigen Reise. Im Mai sind wir in Ostkanada in den Frühling gestartet, mit noch etwas kühlen Temperaturen. Die Temperaten in Alaska im Juni waren widererwartend gut 20°C. Die Rocky Mountains und der nördliche Westen boten uns schönes Wetter mit Temperaturen, je nach Höhenlage, 10-25°C. Der Süden auch überwiegend sonnig im höheren 20°-Bereich, in der Wüste 30°C. Der Januar und Februar in Florida angenehm warm, hinundwieder nach etwas Regen etwas kühler, aber kein Winter!!

Wer mit eigenem Fahrzeug seine Reise unterbrechen möchte oder muß, der kann es in der Zwischenzeit in einem Storage unterbringen, denn davon gibt es sehr viele.

Jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, eine Reise dieser Art wie wir sie gemacht haben, zu unternehmen, können wir nur ermutigen es zu tun. Ein unvergessliches Abenteuer ist garantiert. Wer der Offenheit der Amerikaner ebenfalls offen begegnet, wird gastfreundschaftliche Menschen treffen und in ihren Familien Einblicke ins amerikanische Leben erhalten, die ein "normaler" Tourist nicht erleben wird. Wir hatten mehrmals die Gelegenheit und haben Freunde gewonnen. Für uns werden die außergewöhnlichen Eindrücke und die Freiheit auf Rädern dieser Reise das größte Erlebnis unseres Camperlebens bleiben.

Zum Schluß möchten wir uns bei allen bedanken, die uns auf dieser Reise "gefolgt" sind, ebenso für die netten Kommentare. Vielleicht haben wir ja den einen oder anderen ermuntert und ermutigt unseren Traum -oder ähnlich - ebenfalls zu leben!!!

28.02.2016 - 06.03.2016 - 7 Tage

Informationen und Daten der Reise

...... folgen demnächst!