Fam. Calvados

calvados
von Kalle

Fam. Calvados

19.12.2014 - 31.01.2015 - 43 Tage

Warten auf den Wohnwagen

Es ist schon eine ganze Zeit her, dass wir unseren Wohnwagen am 1. September in Düsseldorf bestellt haben. Das Warten fällt uns zunehmend schwerer. Etwa 6 Wochen müssen wir nun noch aushalten.

06.03.2015 - 06.03.2015 - 1 Tag ca. 300km km

Erstes Einwohnen

Jungfernfahrt ins Münsterland

Am Freitag, 6. März holten wir unseren Wohnwagen in Bad Salzuflen ab. So sehr wir diesem Tag entgegenfieberten, so unspektakulär verlief die Übernahme. Der Wagen stand abfahrbereit beim Händler auf dem Hof. Wir erledigten den Papierkram und gingen anschließend mit unserem Verkäufer zu unserem C´go. Anschauen, ausprobieren, fragen, erklären, alles verlief stressfrei und das Schönste, es gab nichts, wirklich nichts zu beanstanden. Der Wagen war picobello sauber - wohnfertig! Also noch schnell das Nummernschild sowie die 100er Plakette anbringen lassen, die Taschen aus dem Kofferraum umladen, ankuppeln, Spiegel montieren, bedanken, verabschieden, einsteigen, Freude spüren, losfahren, 1. Ampel, anhalten, sich angucken, Freude explodiert, Geilo!!! Ampel wird grün, auf gehts zum Ancampen nach Sassenberg. (Für die C´go Besitzer: Dass ist der Sitz der Firma LMC. Hier werden die C´go gebaut).

Unser Ziel war der Campingplatz „Münsterland Eichenhof“.

Wir fuhren auf der A2 in süd-westlicher Richtung. Vertraut werden mit dem Gespann, mit der Geschwindigkeit. Wir bleiben hinter den LKWs. Alles gut. der Wagen schlingert nicht, leichte Nickbewegungen sind zu spüren (die waren auf der Heimfahrt, der Wagen war nun eingerichtet, deutlich weniger zu spüren.) nichts Dramatisches. Und so trauten wir uns nach einiger Zeit zu, einen langsamen LKW am Berg zu überholen. Alles ging gut, die Anspannung ließ langsam nach, das Fahren wurde entspannter.

Nachmittags kamen wir in Sassenberg an.

Infos zum Platz:

Der Campingplatz liegt in einem Ferienhaus / Wochenendhaus Park. Entsprechend viele Dauerstellplätze sind auf dem Campingplatz vorhanden.

Der Empfang an der Rezeption verlief freundlich, Fragen zu Wander- Lauf- oder Radtouren wurden freundlich beantwortet. Karten der Umgebung gibt es an der Rezeption. Unsere ACSI-Card wurde problemlos akzeptiert. Brötchen bestellten wir für Samstag und Sonntag vor.

Die Touristenplätze verteilen sich auf zwei Wiesen, die Stellplätze sind hier nicht durch Hecken oder ähnliches von einander getrennt. Anfang März ist hier noch nicht viel los. Strom, Wasser, Abwasser und TV gibt es an einer Säule für jeweils 2 Plätze. Die mitgebrachten Kabel und Schläuche müssen also nicht lang sein. Wir nutzten jedoch nur den Stromanschluss.

Die sanitären Einrichtungen sind ordentlich und sauber. Als etwas unglücklich gelöst fanden wir die Duschraumlösung. Die Dusch- Waschräume sind jeweils durch eine Tür vom Spülbereich abgetrennt. In den Duschkabinen gibt es keine Möglichkeit, seine Klamotten unterzubringen. Diese bleiben also vor der Kabine an einem Haken, bzw. auf einer Bank. Öffnete sich während des Aus- Anziehens oder des Abtrocknen die Tür zum Waschraum, hat man einen wunderbaren Blick auf den Spülbereich. Das ist dann aber auch schon das Einzige, was uns nicht so ganz gut gefallen hat. Dafür ist das warme Duschen im Preis inbegriffen.

Auf dem Platz selber befindet sich gegenüber der Rezeption ein Gasthaus mit einer recht ansehnlichen Karte. Auch hier wurden wir sehr freundlich bedient.

Zurück zu unserem Campingerlebnis:

Zum Aufstellen des Wagens wollte ich die fast leere Wiese nutzen, um das Rückwärtsrangieren zu üben. Dazu nur so viel: Rückwärts einparken in drei Zügen geht anders! Auch fand ich, dass es während des Abkuppelns etwas streng roch. Nun gut, der Geruch verflog recht schnell und wir genossen die Münsterländer Luft.

Die nächste Zeit verbrachten wir mit dem ersten Einrichten unseres C´gos´. Wir freuten uns wie die Kinder zu Weihnachten. Unser Kofferraum nebst umgeklappter Rücksitzlehne war bis unter das Dach voll geladen. Recht bald war der Kofferraum leer, alles war nun an seinem Platz und siehe da, es ist noch jede Menge Platz übrig. Ja, das ist schon etwas anderes als das Campen im Zelt. Mme Calvados hatte sich an den Tagen zuvor die Zeit genommen, die Dinge, die wir in den Wohnwagen mitnehmen zu wiegen, incl Sektflasche und Co. Demnach haben wir noch etwa 60 kg Reserve. Umschauen, staunen, freuen, herrlich!

Dann machte sich der Hunger bemerkbar. Für den ersten Abend hatten wir uns vorgenommen, das Gasthaus auf dem Campingplatz aufzusuchen. Freundliche Bedienung, gut bürgerliche Küche. Es schmeckte, das Preis-Leistungsverhältnis ist sicher in Ordnung. Wir hatten viel zu erzählen. Wir hielten uns auch nicht lange auf, wir wollten zurück in unseren Wohnwagen. Wieder „zu Hause“ angekommen machten wir es uns in unserer Sitzgruppe gemütlich. Wir hatte eine gute Flasche Sekt mitgenommen, welche ich letztes Jahr geschenkt bekam. Sie hat über ein Jahr eingekellert auf den passenden Anlass gewartet. Jetzt war es soweit - es war der richtige Anlass! Wir stießen an, schauten uns immer wieder um und an, freuten uns.

So schön das Wetter tagsüber auch war, abends, nachts wurde es kühl und kalt. Schön, wenn man eine Heizung hat - sie funktionierte tadellos. Irgendwann wurden wir dann doch müde - schön, denn das Bett hatten wir ja noch nicht ausprobiert. Meine Befürchtung, dass ich die Matratzen als zu weich empfinden würde, erwies sich als unbegründet. Wir schliefen beide wie die Murmeltiere. Was für ein Unterschied zu dem Schlafen auf der Luftmatratze.

Geweckt durch die Morgensonne und gut ausgeschlafen begann der neue Tag. Zunächst wurde gekocht. Tee für Mme. und Kaffee für M. Calvados. Oh wie gut das schmeckt. Dabei erzählten wir, schmiedeten Pläne für zukünftige Reisen. Irgendwann meldete sich der Hunger, wir bereiteten unsere erste Mahlzeit im Wohnwagen zu, ein Frühstück. Wir wollten für die erste Mahlzeit im Farbkonzept unserer Inneneinrichtung „Tonga“ bleiben. Und so gab es Rührei und Lachs. So können alle Tage beginnen.

Nach dem Frühstück wurde gespült und aufgeräumt, anschließend ging es zum Bummeln nach Sassenberg. Dort kauften wir ein Blumengesteck für unser Wohnzimmer auf Rädern.

Nachmittags spazierten wir um den Feldmarksee. Das ist eine gemütliche Runde auf gut befestigten Wegen. Im Sommer kann man hier Schwimmen, schnorcheln und Tretboot fahren. Den Nachmittag verbrachten wir faul in der Sonne, die schon recht kräftig schien.

Am späteren Nachmittag zog sich der Himmel zu, wir verbrachten die restliche Zeit des Tages im Wohnwagen. Zeit, um sich mit dem Wohnwagen weiter vertraut zu machen, Zeit, ihn weiter zu beleben.

Abends bereitet Mme. das erste Abendessen zu. Es gab ein Gericht, welches sie schon aus ihrer Kindheit als Campingessen kannte. Mir war es bis dahin unbekannt. Cornedbeefhaschee mit Reis. Das ist ein prima Essen wenn es schnell gehen soll, oder man bei einer Zwischenübernachtung keinen großen Aufwand betreiben möchte. Und auch dieses Essen passte ins Farbkonzept.

Wieder wurde es ein langer Abend, wieder eine traumhafte Nacht. So soll es sein, so kann es bleiben, …..

Am Sonntag Morgen lachte die Sonne vom wolkenlosen, azurblauen Himmel und so konnten wir dann auch den neuen Tisch einweihen. Nach dem Frühstück verbummelten wir noch etwas Zeit vor dem Wohnwagen, drehten noch eine Runde über den Platz bevor wir zusammenpackten und bezahlten. 16,-€ pro Nacht für 2 Personen alles inclusive. Wir verabschiedeten uns, kuppelten an und rollten vom Platz. Auf der Autobahn stellten wir dann fest, dass die NIckbewegungen des Wohnwagens fast vollständig verschwunden waren. Ruhig lief er hinter uns her, wir reisten ganz entspannt.

Wieder zu Hause gab es das erwartete Hallo der Nachbarschaft. Sie halfen beim Einparken, guckten sich alles an, es wurde gefachsimpelt, beglückwünscht.

Jetzt freuen wir uns auf die Provence.