Zauberhaftes Åland - Inspiration in 5 Teilen

geschrieben am 22.07.2014, von Annika Destinationen Aktiv Entdecken Caravan & Reisemobil

(Teil 1) Auf Ihrer Route zwischen Riga, Stockholm, Turku, Helsinki oder Tallin ist die Åland Inselgruppe ein ganz besonderer und außergewöhnlicher Geheimtipp, den Sie sich keineswegs entgehen lassen sollten. Mitten im Baltischen Meer befindet sich die autonome finnische Provinz Åland, die aus einem Mosaik von über 6.500 Inseln besteht und deren faszinierende und einzigartige maritime Kultur, Natur- und Meereslandschaft Ihnen neben den gastfreundlichen und aufgeschlossenen Åländern lange in besonderer Erinnerung bleiben wird.

Sobald sie mit Ihrem Reisemobil in Mariehamn von Bord fahren, werden Sie sofort diese einzigartige Mischung schwedischer, finnischer und russischer Einflüsse wahrnehmen, die Åland ein so besonderes Gesicht geben. Denn zuvor war die Inselgruppe über sechs Jahrhunderte Teil des schwedischen Königreichs bevor sie über ein Jahrhundert zum russischen Kaiserreich gehörte. Bis heute wird auf den finnischen Ålandinseln ausschließlich schwedisch gesprochen. Mit seinen rund 900km befestigten Straßen ist Åland ein perfektes Reiseziel für Reisemobilisten. Man fährt durch die herrliche Wälder, satte Wiesen, unberührte Natur und hat es nie weit bis zum Wasser. Zeugen der åländischen Kultur und Geschichte laden zu spannenden Zwischenstopps auf Ihrer Rundreise ein.

Wussten Sie? Die finnische Provinz hat nicht nur eine eigene Flagge, sondern besitzt auch eigene Briefmarken, Autokennzeichen und einen eigenen Internetdomain (.ax). Wenn man einige Zeit auf den Inseln verbringt, kann man diesen lange ausgelebten Freiheitsdrang an jeder Ecke förmlich spüren.

Maritimes Mariehamn

Beginnen Sie Ihre Åland-Erkundung mit einer kleinen Reise in die maritime Idylle des Städtchens Mariehamn und bekommen Sie ein Gefühl für die Freude, Gastfreundschaft und Herzlichkeit, auf die man in Åland so häufig trifft. Sie werden schnell merken, dass sie einen wunderbaren Gegenpol darstellt zu den oftmals etwas hektischen, großen Hafenstädten, die Sie auf Ihrer Rundreise möglicherweise schon erkundet haben. Dennoch versprüht das Städtchen diesen außerordentlich freundlich nordischen Charme, den Sie vielleicht auch in Städten wie Stockholm oder Helsinki schon schätzen gelernt haben. Mit der Fähre landen Sie direkt am Västerhamn, dem Westhafen des kleinen Städtchens. Von dort aus lädt die „Allee der Tausend Linden“ zu einem Spaziergang an den Osthafen der Stadt ein.

Den Österhamn können sie zu Fuß gemütlich in 15min erreichen. Am Osthafen befindet sich auch das Seeviertel, das schon seit jeher bekannt ist für den Schiffs-und Bootsbau. Dort werden nicht nur Holzboote aller Art gebaut–die Erhaltung der Schiffbautraditionen spielt eine tragende Rolle. Erfahrene Bootsbauer und Handwerker fertigen traditionelle Fischer- und Bauernboote und bauen unter anderem Segelfrachter aus dem 18. Jahrhundert an Hand von alten Aufzeichnungen nach. Schauen Sie sich einfach um – im Seeviertel können Sie einige Kunsthandwerker und Künstler finden, die Ihr Können ausstellen. Das Handwerkshaus „Salt“, das Handwerkskunst aus ganz Åland verkauft und ausstellt, ist definitiv einen Besuch wert. Von Decken über Schmuck und Keramik zu Schmiedekunst – vielleicht finden Sie hier ein kleines Stück Åland für Ihr Reisemobil…

Tipp: Im Falle eines Regenschauers erkunden Sie die Stadt doch mit einem der Stadtbusse. Die sind in Mariehamn alle kostenfrei – einfach einsteigen und die interessante Rundfahrt genießen. Bestimmt weiß der Busfahrer die eine oder andere Seemannsgeschichte zu erzählen. Von Juni bis August bietet die Stadt einen ganz besonderen Service: Die fahrende Touristenauskunft. Von freundlichem Auskunftspersonal, das tagsüber mit Fahrrädern unterwegs ist, erhalten Sie jederzeit Auskunft über alles, was Sie zu Mariehamn wissen möchten. Diese erkennen Sie mühelos an den Fahrrädern, die mit großen Info-Zeichen versehen sind.

Segelfrachter und Piraten

Zar Alexander der II. gründete Mariehamn im Jahre 1861, als Finnland und somit Åland noch zum russischen Kaiserreich gehörten. Die Stadt benannte der russische Zar mit „Mariehafen“ nach seiner Gemahlin Maria, der Prinzessin von Hessen. Dieser Hafen entwickelte sich in den darauf folgenden Jahren Heimathafen einiger der wichtigsten und größten Reedereien seiner Zeit. Die Schifffahrt spielte jedoch schon vor Zar Alexanders Zeit eine tragende Rolle im Leben der Åländer. Wenn man bedenkt, dass die Inseln ohne Schiffe nie bewohnt worden wären, kann man sich gut vorstellen, dass die Schifffahrt die gesamte Kultur und Geschichte stark geprägt hat und noch heute allgegenwärtig ist. Mit der Zeit wurden die Schiffe größer und die Åländer begannen, sie nicht nur durch die mosaikartige Insellandschaft zu steuern und somit ihre Lebensgrundlage zu sichern – sie gründeten einige große Frachtschiffunternehmen, die sogar auf Routen zwischen Mariehamn und Australien oder Südamerika fuhren.

Es war auch ein Åländer, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts die weltweit größte Segelflotte besaß: Reeder Gustaf Erikson. Zu seiner Flotte gehörte auch das Segelfrachtschiff Pommern, welches Sie im originalen Zustand in Maries Hafen besichtigen können. Nicht nur der maritime Handel, sondern auch die Piraterie, Meuterei und Freibeuterei haben einen wichtigen Part in der Geschichte Ålands und helfen sogar heute noch dabei, mehr über diese zu erfahren. Für die Piraten war es ein Leichtes, sich im Gewirr der 6.500 Inseln zu verstecken und Handelsschiffe anzugreifen und zu versenken. Oftmals sind aber auch die Piratenschiffe selbst an der Navigation durch die Scherenlandschaft gescheitert und gekentert. So schätzt man heute, dass in den Gewässern um Åland noch heute etwa 600-1800 Wracks aus vier Jahrhunderten darauf warten, entdeckt zu werden und Aufschluss über die Geschichte zu geben.

Wussten Sie? Im Sommer 2010 entdeckten åländische Taucher gut 200 Jahre alte Champagnerflaschen, deren Inhalt sogar noch genießbar war. Die kostbaren Sprudelweine, die aus den Häusern Veuve Clicquot, Heidsieck und Juglar stammen, wurden in Mariehamn für zehntausende Euro pro Flasche versteigert

Schifffahrtsmuseum – „Sjofartsmuseum” und die Segelfrachtschiffe

Das Schifffahrtsmuseum steht ganz im Zeichen des maritimen Ålands. Hier werden die maritimen Wurzeln Ålands zu bewahrt und auf äußerst liebevolle Art vermittelt, aber auch einen Bezug zur Gegenwart und Zukunft hergestellt. Ein ganz besonderes Highlight ist das Segelfrachtschiff Pommern, das seit kurzer Zeit zum Museum gehört. Die Pommern ist weltweit die einzige original erhaltene Viermastbark und somit ein ganz außergewöhnlicher Höhepunkt, den sie auf jeden Fall besichtigen sollten. Dort können Sie noch hautnah erleben, wie die Matrosen im frühen 20. Jahrhundert auf der weiten Weizenstrecke bis nach Australien gelebt und gearbeitet haben. Geschichten der Matrosen werden Sie in Ihren Bann ziehen. Lassen sie sich Zeit und genießen sie den Ausblick auf den Hafen von Deck und begeben Sie sich unter Deck auf eine Zeitreise in die Kajüten und den großen Laderaum.

Tipp: Ihr Eintrittsticket ist doppelt gültig. Sie können sich somit die Pommern und das Museum zusammen ansehen, aber auch entweder das Museum zweimal oder die Pommern zweimal besuchen.

Abendgenuss

Genießen Sie an den Weststrandpromenaden im Restaurant Ass Paviljongen die gemütliche Abendsonne mit Blick auf den Hafen. Bei sommerlich nordischer Küche aus lokalen Zutaten können Sie Ihren ersten Tag in Mariehamn entspannt ausklingen lassen. Lassen Sie bei einem Drink auf der Außenterrasse die maritime Atmosphäre auf sich einwirken und den Tag so gemütlich zu Ende gehen.

Fortsetzung folgt... Mehr Infos finden Sie auch unter: http://www.visitaland.com/de.

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