Welche Farbe hat ein weibliches Reisemobil denn nun wirklich?

geschrieben am 22.02.2015, von LMC LMC

Der zweite Teil eines Interviews...

Nachdem Thomas uns für den ersten Teil unseres Interviews sehr interessante Antworten bezüglich seines Traum-Reisemobils gegeben hat, sind wir nun sehr gespannt auf die Sichtweisen seiner Frau Gaby und das gemeinsame Ergebnis, wie das Reisemobil denn nun wirklich aussehen wird.

Redaktion: Gaby, wie hast du eure ersten Tage im Reisemobil empfunden?

Gaby: Super, meistens suchen wir uns Ziele aus, die man in ein paar Stunden oder einem Tag erreichen kann. Wenn wir losfahren, geht der Urlaub los. Vorher haben wir die vorbereiteten Kisten verstaut, unsere Kleidung, Schlafsachen wie das Bettzeug usw., aber wenn wir Haltern verlassen haben, beginnt die Erholung.

Redaktion: Was unterscheidet sich von euren bisherigen Urlauben?

Gaby: Erstens fliege ich nicht gerne. Dann kann ich mich in Hotels nicht wirklich zu Hause fühlen. Man hat nur das Bett und vielleicht einen Stuhl, und wenn man sich abends mal hinfläzen will, fängt das Problem schon an. Die Hotelzimmer sind viel zu klein und ungemütlich. Für mich gehören die gemütlichen Abende zum Urlaub aber dazu. Und - wir planen nicht groß. Wir legen los, wenn wir morgens fertig sind, fahren, solange wir Lust dazu haben und bleiben, wo es uns gefällt. Oder weichen dem Wetter aus, zum Beispiel in ein Museum, das nicht eingeplant war.

Redaktion: Ein Erlebnis, das in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Gaby: An einem schönen Ort einfach anhalten am nächsten Morgen gemütlich frühstücken. Die Spannung, was der nächste Tag oder Campingplatz für Überraschungen bringt. Die Möglichkeit, jeden Tag neu zu entscheiden, was man sich anschauen möchte. Die Touren mit den E-Fahrrädern. Alles, das ganze Drumherum, keine Zwänge, einfach frei sein.

Redaktion: Ihr seid auf einem Campingplatz angekommen. Wer macht was? Was sind deine Aufgaben?

Gaby: Thomas kümmert sich um das Reisemobil. Fahrzeug ausrichten, die technischen Anschlüsse, usw. In der Zeit lege ich schon einmal alles bereit, was wir für den Aufenthalt brauchen. Meist haben wir schon zusammen eingekauft. Ich koche und spüle. Viel mehr gibt es ja nicht zu tun.

Redaktion: Thomas sagt, ihr spült zusammen.

Gaby: Thomas! (gespielt vorwurfsvoll) Ja, manchmal trocknet er ab.

Redaktion: Wie muss euer neues Reisemobil aussehen? Was gehört für dich persönlich unbedingt zur Ausstattung?

Gaby: Da ich gerne frisch auf Märkten einkaufe und dann koche, fehlt es mir in der Kochecke manchmal an Ablage- und Arbeitsfläche. Der Kühlschrank reicht eigentlich immer, wenn man jeden Tag frische Waren holt. Die Küche sollte also viel Platz bieten, mehr als ein paar Schubfächer. Viele Auszüge in diesem Bereich.

Redaktion: Fehlt dir allgemein Platz im Reisemobil?

Gaby: Himmel, wir haben zu Hause 8 m Kleiderschrank. Das kann man nicht erwarten. Wichtig im Schlafbereich ist, dass man an die Kleidung kommt, ohne das Bett umzubauen oder sich halb darunter zu legen.

Redaktion: Und das Bad?

Gaby: Ehrlich gesagt, eine Dusche bräuchten wir gar nicht. Dazu sind wir ja auf Campingplätzen mit sehr guten sanitären Einrichtungen. In der Dusche hängen Kleidungsstücke, die auf Bügel müssen, oder Sachen zum Trocknen. Und die Toilette benutzen wir nur in Notfällen, unterwegs oder in der Nacht. Aber manchmal habe ich mich gefragt, wie da eine etwas dickere Person hineinpassen soll. Das ist häufig wirklich sehr eng im Bad- und Toilettenraum.

Redaktion: Worauf freust du dich bei eurem neuen Reisemobil besonders?

Gaby: Dass man ein paar Dinge dauerhaft unterbringen kann und nicht bei jedem Trip wieder ein- und ausräumen muss. Dann kommt man schneller los. Man sollte ja auch ein wenig auf das Gewicht achten. (Lacht laut los). Nein, nicht das eigene. Obwohl natürlich auch. Aber ich meine die Dinge, die man einlädt,damit man das zulässige  Gesamtgewicht nicht überschreitet. Wir haben das jetzt alles in Camping-Boxen, die ich vorher packe. Alles leichte Sachen. Zum Kochen, für das Bad, für den Fahrerraum usw. Da ist dann alles drin. Aber das muss halt hinterher auch wieder raus. Und darauf, dass wir am Wochenende einfach mal spontan losfahren können.

Redaktion: Was sind für dich die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des neuen Reisemobils?

Gaby: Wie gesagt, eine gemütlich Sitzecke mit Platz. Abends gemütlich ein Glas Wein trinken oder Fernsehen oder man hat Lust auf einen Spieleabend. Ein Apotheker-Schrank in der Küche wäre toll. Und ein Bügelbrett. (Lacht wieder laut). Nein, war nur Spaß. Zum Bügeln von ein paar Leinensachen reicht der Tisch. Und gute Campingplätze haben ja sogar einen Bügelraum. Aber in die Oper gehen wir im Urlaub nicht. Und wenn möglich, sollte der gesamte Innenraum keine Stufen haben. Weder zum Schlafbereich noch zum Führerhaus. Irgendwann bleibt man da doch hängen und stolpert. Aber vielleicht gewöhnen wir uns bei unserem eigenen Fahrzeug dann so sehr daran, dass dies gar nicht mehr auffällt.

Redaktion: Deine Meinung zum Innenraum. Was sagst du zu den Polstern?

Gaby: In unseren Mietfahrzeugen waren alle Polster wirklich gruselig. Wir haben noch kein Reisemobil geliehen, der ein wirklich schönes Interieur hatte. Ich mag es nicht, wenn die Polster abgesteppt sind oder überall Tröddelchen haben. Oder zu bunt sind, oder gestreift. Oder sogar genietete Kanten haben. (Schüttelt sich). Nein, ein Polsterstoff muss strapazierfähig sein, leicht zu reinigen, und eher schlicht und zeitlos. Bloß kein Leder. Wenn man da im Sommer verschwitzt mit nackter Haut drauf sitzt ..., einfach schrecklich. Das Gegenteil von erotisch.

Redaktion: Das heißt für euer neues Reisemobil?

Gaby: Die Polster Aurora oder Maura gefallen mir gut. Die sind eher so aus meiner Farbwelt.

Redaktion: Und das Holzdekor?

Gaby: Kein Gelsenkirchener Barock, eher ein neutrales Holz. Teak und Akazie finde ich sehr schön. Bloß keine Buche, und dann noch Klavierlack drüber. Nein, das ist nicht meine Welt. Aber Holz ist grundsätzlich schon besser als alles in Weiß.

Redaktion: Interessiert dich die Technik im Fahrzeug?

Gaby: Teilweise. Ich habe schon Spaß, wenn ich auf der Autobahn auch mal Gas geben kann. Natürlich nur, um einen LKW zu überholen. (Grinst). Wenn Heizung, Wasser, Gaskocher usw. funktionieren, brauche ich nicht viel. Wir nehmen auch keine elektrischen Küchengeräte mich. Das brauche ich alles nicht.

Redaktion: Auch an dich die Redaktion: Wenn es ein typisch weibliches Reisemobil geben würde, welche Farbe hätte es und was wäre die ideale Ausstattung?

Gaby: Rot. Und die beste Ausstattung für den Urlaub ist mein Mann, Thomas. Da hab ich alles, was ich brauche.

Redaktion: Rot?

Gaby: Ja, ein bisschen wie ein Feuerwehr-Auto.

Redaktion: Ist das nicht ein Männertraum? Aber Thomas möchte eher Champagner als Farbe.

Gaby: Champagner? (Entsetzt). Ist das eine Farbe? Nein, da muss ich noch einmal gezielt auf ihn einwirken.

Redaktion: Hat sich Thomas für das gleiche Reisemobil entschieden? Oder musst du da auch noch einwirken?

Gaby: Eigentlich haben wir uns ja schon geeinigt. Die Frage ist der Zeitpunkt. Wenn wir jetzt noch ein bis zwei Jahre warten, gibt es wieder neue Modelle und Lösungen. Das hängt natürlich mit unserer Lebensplanung zusammen. Wie lange müssen und wollen wir noch arbeiten? Spielt die Gesundheit mit? Gibt es unerwartete Ausgaben?

Redaktion: Wer setzt sich beim Kauf mit seinen Vorstellungen durch?

Gaby: Die Vernunft. Und die ist häufig auf der Seite von Thomas. Aber ein paar Dinge kann ich schon durchsetzen. Hoffentlich.

(Thomas kommt zurück und setzt sich zu uns).

Thomas: Eigentlich unterschieden wir uns gar nicht und sind häufig einer Meinung. Ich glaube nicht, dass es bei uns typische Geschlechterrollen gibt.

Redaktion: Ich fasse dann gerne mal zusammen. Ihr wollt ein rotes und Champagner-farbenes Reisemobil. Es soll außen kompakt sein und innen einen 8 m Kleiderschrank haben. Zur Ausstattung gehören Hubstützen, eine Heckgarage, ein automatischer Lift für die Räder, ein Bügelbrett, zwei Schlafwelten, eine große gemütliche Sitzecke, ein Apotheker-Schrank, insgesamt Top-Technik, elegante Polster und schönes Holzdekor.

Gaby: Haben wir das so gesagt?

Redaktion: Fast. Natürlich stark gekürzt und überspitzt.

Thomas: Oh je. Ich glaube, wir werden ein bisschen diskutieren müssen.

Gaby: Eigentlich sind wir uns ja einig. Der LMC Explorer SportLine kommt dem sehr nahe, wenn wir beide auf etwas verzichten.

Thomas: Aber ich brauche meinen Tiefkühlfach.

Gaby: Klar. Und hinten schweißen wir einen Angelhaken an.

Redaktion: Vielen Dank euch beiden für die Offenheit in diesem Gespräch.

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