Welche Farbe hat ein weibliches Reisemobil?

geschrieben am 13.02.2015, von LMC LMC

Der erste Teil eines Interviews....

Gaby und Thomas sind seit fast 25 Jahren verheiratet und haben im Leben relativ spät ihre Leidenschaft für das mobile Reisen entdeckt. Er arbeitet bei einem Duisburger Metallverarbeitungs-Unternehmen, sie in Essen bei einem Entsorgungsbetrieb. In den letzten Jahren waren sie in gemieteten Reisemobilen in Italien, Dänemark, den Benelux-Ländern und an der deutschen Ostsee unterwegs. Jetzt wollen sich beide ein eigenes Reisemobil zulegen und wälzen schon seit Wochen Prospekte, recherchieren im Internet und besuchen Markenhändler.
Für einen Bericht in unserer nächsten Aufgabe eines Magazins über das mobile Reisen war ich auf einem Händlerplatz unterwegs und beobachtete potentielle Interessenten bzw. Käufer bei ihrem Entscheidungsprozess über Modelle und Ausstattung. Wir wollen in unserem Magazin Tipps und Anregungen für den Kauf eines Reisemobils geben und hier auch ein Paar bei Ihrer Entscheidung begleiten. Ich traf Gaby und Thomas und bat sie zu Einzel-Interviews. Uns interessierte zum Beispiel auch, ob es geschlechtsspezifische Sichtweisen im Urlaub und bei der Kaufentscheidung für eines Reisemobils gibt. Entsteht Geschlechterkampf um die Hoheitsgewalt im neuen Fahrzeug, der schon vor dem Kauf lebhaft beginnt? Heute gilt der Grundsatz „Ladies first“ ausnahmsweise einmal nicht. Ich beginne das ersten Interview mit Thomas.

Redaktion: Thomas, ihr habt nicht den typischen Camper-Lebenslauf: Eltern nehmen die Kinder mit zum Wohnwagen, als Jugendlicher im Zelt unterwegs, als Erwachsene begeisterte Camper. Du warst schon über 40 bei eurem ersten Reisemobil-Urlaub. Wie kam es dazu?

Thomas: Ich habe fast 20 Jahre meines Berufslebens „auf Montage“ gearbeitet. Ich kenne viele gute, schlechte und ganz schlechte Hotels überall in Deutschland. Ein Urlaub im Hotel kommt für mich deshalb nicht in Frage. Und irgendwann waren uns Ferienhäuser zu sehr ortsgebunden, wir wollten mehr von unseren Urlaubszielen sehen. Da war der Versuch mit einem Reisemobil sehr naheliegend.

Redaktion: Deine erste Reise im Reisemobil, was hat dir gefallen.

Thomas: Die Freiheit, ohne feste Termine und Routen loszufahren und genau dort zu bleiben, wo es uns gefällt.

Redaktion: Plant ihr eure Urlaubsreisen nicht? Habt ihr kein bestimmtes Ziel?

Thomas: Doch, ein bisschen. Wir fahren eher nach Himmelsrichtungen. Nach Süden, Norden, Osten oder Westen. Wir fahren los und so lange weiter, bis wir Lust haben, anzuhalten. Die genaue Route und die Auswahl der Campingplätze - das ergibt sich meist erst unterwegs, wenn wir auf unserem Tablet die Details ausarbeiten. Wir planen grob die Strecke, die Feinheiten macht dann das Navi.

Redaktion: Was sind dir aus euren ersten Mobil-Urlaub an Erinnerungen im Gedächtnis geblieben?

Thomas: Ein Standplatz für das Reisemobil auf Rügen, direkt am Meer, schon morgens ein Blick auf die Wellen, Sonne und immer ein frischer Wind. So soll Reisemobil-Urlaub sein.

Redaktion: Wer von euch beiden sitzt am Steuer?

Thomas: Beide, wir lösen uns ab. Aber Gaby fährt eher auf der Autobahn, nicht so gerne in Städten. Außerdem langweile ich mich schnell als Beifahrer, deshalb will ich immer fahren.

Redaktion: Und, wie fühlt man sich im Reisemobil, wenn man zu Hause 90 qm gewohnt ist?

Thomas: Sehr gut natürlich. Wir nehmen ja unser kleines zu Hause einfach mit.

Redaktion: Jetzt plant ihr den Kauf eines eigenen Reisemobils, was ist für dich da bei der Auswahl besonders wichtig?

Thomas: Erstens sollte es auf jeden Fall ein voll-integriertes Reisemobil sein. Zweitens die Motorisierung: man muss auch Mal auf der Autobahn überholen können oder im Gebirge Gas geben. Und drittens benötigen wir zwei Schlafsituationen. Am besten ein Doppelquerbett im Heck und ein Hubbett vorne.

Redaktion: Warum das? Gibt es Streit?

Thomas: (lacht) Nein, das nicht. Aber wenn ich nachts Angeln gehen, komme ich entweder nach Mitternacht zurück oder gehen vor Sonnenaufgang los. Da ist es nur gut, wenn Gaby sich noch ausschlafen oder weiterschlafen kann. Sie will ja am Ende nur den Fisch und nicht nachts am Wasser sitzen.

Redaktion: Warum kein Alkoven?

Thomas: Das ist eher etwas für Kinder. Der Spalt ist mir persönlich zum Schlafen zu eng. Da habe ich Platzangst. Nein, nicht wirklich, aber beim Hubbett hat man ja fast soviel Raum über sich wie bei einem normalen Bett im Heck. Und es ist ganz schnell wieder hochgeklappt, wenn man es nicht braucht.

Redaktion: Am Ziel angekommen. Was sind deine Aufgaben?

Thomas: Das klingt jetzt klassisch nach Rollenteilung, ist es aber gar nicht. Ich kümmere mich um die Toilette, den Müll, das Abwasser, Spülen machen wir gemeinsam, Gaby kocht, und nur deshalb, weil sie einfach die mit Abstand bessere Köchin ist.

Redaktion: Was ist daran nicht klassisch?

Thomas: Gaby ist wie ich schon sehr Technik-begeistert. Für uns beide sollte ein Reisemobil eine Top-Technik haben. Da unterscheiden wir uns überhaupt nicht.

Redaktion: Was heißt Top-Technik für dich?

Thomas: Tempomat und Navi. Sehr schön ist auch eine automatische Nivellierung des Mobils auf dem Campingplatz mit Hubstützen. Mit Keilen ist das nicht so komfortabel. Und die Heizung, überhaupt die Technik im Innenraum, sollte einfach zu bedienen sein. Wir hatten in einem Miet-Mobil mal eine Heizung, da hätte man für die Bedienung besser eine Ingenieurausbildung gehabt. Das macht dann keinen Spaß.

Redaktion: Mehr Technik braucht es nicht?

Thomas: Der Inbegriff des Luxus bei der Technik ist natürlich eine elektrische Rampe für die Heckgarage. Die ist für uns übrigens Pflicht. Wir sind immer mit und fast jeden Tag auf unseren E-Bikes unterwegs. Eines wiegt 25 kg, und ab und zu halten die Fahrradträger dieses Gewicht nicht. Außerdem will man in Städten die Räder nicht so sichtbar präsentieren, da ist eine Heckgarage einfach besser. Nur muss ich die zwei mal 25 kg jeden Tag zwei mal ein- und ausladen. Gaby kann das ja alleine nicht schaffen. Andererseits hält mich das fit.

Redaktion: Habt Ihr euch schon für ein Modell oder einen Hersteller entschieden?

Thomas: Fast. Wahrscheinlich wird es ein LMC, und das Modell wäre dann der Explorer SportLine.

Redaktion: Warum?

Thomas: Ganz ehrlich? Mir ist die Marke LMC einfach sympathisch. Und: Sassenberg ist nur ca. 100 km von Haltern entfernt. Unser Reisemobil muss nicht aus Italien kommen, nur weil die da angeblich besseres Design machen. Übrigens stimmt das auch gar nicht. Dazu kommt - ganz praktisch gedacht - die Garantie auf 12 Jahre Dichtigkeit. Wenn man das Fahrzeug irgendwann doch einmal verkaufen will oder muss, könnte dies wichtig beim Wiederverkaufswert sein. Und das Modell ergibt sich: Schlafzimmer plus Hubbett, Heckgarage, die Motorisierung und die Technik passt. Und ein paar Abstriche von Ideal muss man wohl überall machen. Ach ja, wichtig sind bei allem Anspruch die kompakten Maße für die Innenstädte, ein Doppelboden und ein AL-KO-Tiefrahmen.

Redaktion: Gut informiert.

Thomas: Ist ja auch eine große Investition.

Redaktion: Apropos Design. Kennst du die Polstervarianten im Explorer?

Thomas: Nein.

Redaktion: Warum nicht?

Thomas: Vielleicht habe ich dafür keinen Blick. Ist mir aber auch nicht so wichtig.

Redaktion: Wenn es ein typisch männliches Reisemobil gäbe - welche Farbe sollte es für dich haben und was wäre an Ausstattung wichtig?

Thomas: Oh je, ein Reisemobil ist immer sächlich. (Thomas lacht) Aber meine Traumfarbe wäre Champagner. Und die Ausstattung habe ich schon beschrieben. Vielleicht ein Tiefkühlfach im Kühlschrank, in dem ich den gefangenen Fisch lagern und mitnehmen kann? Aber ich freue mich auch, wenn Gaby den Fisch zubereitet. Wann fahren wir endlich wieder los?

Redaktion: Wird sich Gaby für das gleiche Reisemobil entscheiden? Oder hat sie andere Vorstellungen?

Thomas: Wir sind häufig einer Meinung. Aber vielleicht hat sie andere Punkte, die ihr wichtig sind. Ich weiß es noch nicht genau.

Redaktion: Wer setzt sich beim Kauf mit seinen Vorstellungen durch?

Thomas: Normalerweise finden wir immer einen vernünftigen Kompromiss. Wie der genau aussieht, bestimmt natürlich Gaby. (Thomas lacht wieder)

Redaktion: Vielen Dank für dieses interessante Interview.

In den nächsten Tagen finden Sie dann das Interview mit Gaby auf dieser Seite und seien Sie gespannt auf Gabys Antworten rund um ihr Traum-Reisemobil...

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