10 Einsteigertipps fürs Wintercamping

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10 Einsteigertipps fürs Wintercamping

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10 Einsteigertipps fürs Wintercamping

Tipps aus der Praxis fürs Wintercamping und Checkliste für die Vorbereitung des Winterurlaubs mit Wohnmobil oder Caravan

Viele Camper melden ihre Wohnmobile oder Wohnwagen im Winter ab und stellen sie zum Einwintern an einem trockenen und sicheren Ort ab. Immer mehr Camper finden aber Gefallen daran, auch im Winter auf Tour zu gehen. Gerade für Camping-Neulinge kann das Wintercamping aber auch besondere Herausforderungen beinhalten. Freeontour hat Tipps aus der Praxis erfahrener Wintercamper zusammengestellt, damit auch Einsteiger den Winterurlaub in ihrem mobilen Zuhause so richtig genießen können. 

1. Fahrzeug auf den Winter vorbereiten

Egal, ob Wohnmobil oder Gespann: Der Winterurlaub stellt noch einmal etwas verschärfte Anforderungen an jedes Freizeitfahrzeug. Daher sollten Reisemobil oder Wohnwagen - inklusive Zugfahrzeug - rechtzeitig vor dem Urlaub noch einmal gründlich durchgecheckt und fit für den Winter gemacht werden. Wie bei jedem Pkw auch stehen dabei für Wohnmobile zunächst einmal die offensichtlichen Punkte auf dem Programm: Scheibenwaschanlage mit Frostschutzmittel auffüllen, Motoröl auf Wintertauglichkeit überprüfen und checken, ob sich genügend Frostschutzmittel im Kühlwasser des Motors befindet. Ebenfalls zum Standard sollte gehören, die Funktionstüchtigkeit der  Wischerblätter zu testen und gegebenenfalls gegen neue auszutauschen. Wer einen vollen Reservekanister im Fahrzeug mitführt, sollte darauf achten, ob dieser Sommer- oder Winterdiesel beinhaltet. Falls ersteres der Fall ist, sollte den Kanister für alle Fälle mit Winterdiesel befüllen. 

2. Winterbereifung aufziehen & prüfen

Ebenfalls zum Pflichtprogramm eines jeden Fahrzeugbesitzers gehört es, sich um die richtige Bereifung zu kümmern. Dabei spielt es nicht nur eine Rolle, welche Regeln in Sachen Winterbereifung im eigenen Heimatland gelten, sondern es sind natürlich auch die Regelungen des Ziellandes sowie der Transitländer zu beachten. Wer in der warmen Jahreszeit mit seinem Camper mit Sommerreifen unterwegs ist, sollte also rechtzeitig an den Reifenwechsel denken und auch sicherstellen, dass die Profiltiefe der Winterbereifung mindestens 4 mm beträgt. Hier gibt es eine Übersicht zur Winterreifenpflicht in Deutschland und anderen europäischen Ländern

3. Zusätzliche Fahrzeugausstattung für den Winter 

Wer für alle Eventualitäten gewappnet sein möchte, sollte für alle Fälle auch an Schneeketten denken. Denn diese können nicht nur bei starken Schneefällen sehr hilfreich sein, sondern auch wenn Wohnmobil oder Caravan-Gespann im Matsch steckenbleiben - beispielsweise nach starken Regenfällen auf der Campingparzelle. Eine Überlegung wert ist für solche Situationen auch die Anschaffung spezieller Unterlegbleche, mit denen das Wohnmobil bei glattem Untergrund wieder Grip bekommt. Solche Platten können beispielsweise bei Tauwetter auch das Einsinken der Caravanstützen oder Hubstützen des Reisemobils vorbeugen. Wie in jedem Pkw gehören im Winter natürlich Eiskratzer, Handfeger und Handschuhe zur Fahrzeugausstattung. Darüber hinaus können aber Starthilfekabel, Abschleppseil und Unterlegkeile sinnvoll sein. Bei Reisezielen, die eine hohe Schneewahrscheinlichkeit haben, bietet sich zusätzlich eine Schaufel an. 

4. Batterien, Gas & Heizung checken 

Damit es im Inneren des Campers im Winter nicht zu unerfreulichen Ausfällen kommt, sollte man vor der Reise auch den Ladezustand aller Fahrzeugbatterien überprüfen und sicherstellen, dass sämtliche Batterien voll geladen sind. Denn gerade die dunkleren Tage und langen Nächte stellen höhere Anforderungen an die Beleuchtung als im Sommer. Für den Notfall und eine gemütliche Atmosphäre kann man den Camper natürlich auch zusätzlich mit ein paar LED-Kerzen ausstatten. Zusätzlich sollte man innen wie außen die Funktion aller Beleuchtungselemente prüfen. Ebenfalls im Winter sehr wichtig ist ein Testlauf der Heizung und der Warmwasserbereitung, um eventuelle Funktionsstörungen auszuschließen. Und natürlich sollte man den Füllstand der Gasflasche(n) überprüfen und gegebenenfalls aufstocken. Denn gerade im Winter ist der Gasverbrauch des Wohnmobils oder Wohnwagens deutlich höher als im Sommer. Geeignete Tools für die Füllstandsmessung gibt es im Zubehörhandel in unterschiedlichen Preiskategorien. Bei Zweiflaschen-Systemen erhöht außerdem ein automatisches Umschaltventil den Komfort.

5. Dichtungen prüfen & pflegen

Undichte oder poröse Gummidichtungen an Türen, Fenstern oder Dachluken können im Winter schnell unangenehme Folgen haben. Daher sollte man diese vor dem Winterurlaub mit einem feuchten Microfasertuch von Dreck befreien und auf ihren Zustand überprüfen. Sofern sie noch in Ordnung sind, steht ein Pflegegang mit einem silikonhaltigen Pflegemittel, Talkum oder dem klassischen Hirschtalg an. Das pflegt die Dichtungen nicht nur, sondern hilft auch gegen Festfrieren. Sollten die Dichtungen an einzelnen Stellen schon porös sein, ist es zu empfehlen, diese auszutauschen. Übrigens: Auch Hubstützen sollten mit einem wintergeeigneten Fett gegen Witterungseinflüsse und Streusalz geschützt werden.       

6. Auf die richtige Gewichtsverteilung achten

Das Gewicht für die Fahrt mit Wohnmobil, Campervan oder Caravan-Gespann richtig zu verteilen, ist prinzipiell immer wichtig. Gerade im Winter kann die Gewichtsverteilung die Fahrstabilität auf glatten Straßen aber noch einmal verstärkt beeinflussen, weswegen das Gepäck in dieser Jahreszeit noch penibler als sonst verstaut werden sollte. Generell heißt es: Schweres nach unten und beim Caravan möglichst nahe an die Achse – beim Reisemobil gilt es dagegen, die beiden Achsen möglichst gleichmäßig zu belasten. Hier gibt es ausführliche Tipps für die richtige Gewichtsverteilung für die jeweiligen Fahrzeugtypen: 

7. Den individuell passenden Campingplatz bzw. Stellplatz wählen 

Wie in allen anderen Jahreszeiten spielen bei der Wahl des Campingplatzes oder Wohnmobilstellplatzes fürs Wintercamping natürlich auch die individuellen Vorlieben und Ansprüche die wichtigste Rolle. Wer beispielsweise plant, die Sanitäranlagen eines Campingplatzes zu nutzen, sollte darauf achten, dass diese auch beheizt sind. Bei der Kombination von Wintercamping und Skiurlaub sollte man sich auch die Frage stellen, wo die nassen Skiklamotten gelagert und getrocknet werden können. Wer eine große und beheizte Heckgarage hat, muss sich darüber nicht den Kopf zerbrechen. Alle anderen sollten darauf achten, ob es der Campingplatz über einen gemeinschaftlichen Trockenraum verfügt.

Auch die Dauer des Aufenthalts kann insbesondere für Caravaner bei der Wahl des Platzes eine Rolle spielen: Wer einen längeren Aufenthalt an einem Ort plant, sollte darauf achten, ob der Gasflaschentausch direkt vor Ort angeboten wird. Für Familien kann es bei schlechtem Wetter auch ein großes Plus sein, wenn es vor Ort beheizte Aufenthalts- oder Spielräume gibt - im Idealfall natürlich inklusive WLAN. Und angesichts kürzerer Tage im Winter sollte man bei längeren Aufenthalten auch nicht auf einen Stromanschluss verzichten. Im Freeontour Campingplatzführer lassen sich all diese und weitere Ausstattungsmerkmale herausfiltern, so dass man ganz leicht den individuell passenden Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz finden kann.     

8. Stand von Batterien und Gasflaschen im Auge behalten

Besonders wichtig beim Wintercamping ist es, den Ladestand der Bordbatterie sowie den Füllstand der Gasflaschen im Auge zu behalten. Ein gelöstes Stromversorgungskabel kann schnell dazu führen, dass die Batterie "leerläuft" und Schaden nimmt. Und auch ein Heizungsausfall durch eine mitten in der Nacht zu Ende gehende Gasflasche kann das winterliche Campingerlebnis immens trüben. 

9. Den Camper richtig heizen und isolieren

Die Heizanlagen in Caravans und Reisemobilen sind in aller Regel so dimensioniert, dass sie auch beim Wintercamping den Innenraum ausreichend beheizen – sofern man einige Dinge beachtet. Da sich trockene Luft leichter erwärmt als feuchte, sollte nasse Kleidung nicht im Fahrzeug zum Trocknen aufgehängt werden. Außerdem sollte beim Kochen das Fenster über dem Herd gekippt bleiben, damit sich kein Kondenswasser bilden kann. Kältebrücken, die vornehmlich an den nichtisolierten Fensterflächen im Fahrerhaus von Reisemobilen entstehen, können durch Thermomatten vor oder in den Scheiben gemindert werden. Mit Thermovorhängen lassen sich Fahrerhaus und Wohnbereich sogar komplett voneinander abschotten - allerdings entfallen dann Fahrer- und Beifahrersitz als Sitzgelegenheit. Wer keine Fußbodenheizung im Camper hat, kann kalten Füßen mit elektrischen Heizteppichen entgegenwirken. Ganz wichtig: Insbesondere nach ergiebigen Schneefällen muss das Dach des Caravans abgekehrt werden, damit der Abluftkamin der Heizung nicht verstopft wird. Auch bei Reisemobilen ist darauf zu achten, dass dieser immer frei ist.  

Kalte Füße im Bad oder in der Dinette verhindern elektrische Heizteppiche, während nach dem gleichen Prinzip arbeitende, aufklebbare Heizfolien oder Heizkabel dem Einfrieren von nicht isolierten Wasser- und Abwassertanks sowie den dazugehörigen Leitungen entgegen wirken, sofern Caravan oder Reisemobil nicht ohnehin über die entsprechende Winterausstattung verfügen. 

10. Wasserleitungen und -tanks vor Frost schützen 

Beim Wintercamping muss ein besonderes Augenmerk auf Frisch- und Abwassertanks sowie deren Zuleitungen gelegt werden. Bei ausdrücklich als winterfest deklarierten Fahrzeugen sind diese Komponenten ab Werk bereits isoliert und beheizt, so dass es hier keine Probleme geben sollte. Aber auch für Camper, deren Tanks und Wasserleitungen weder isoliert noch beheizt sind, gibt es Möglichkeiten zum Nachrüsten oder improvisieren. Beispielsweise gibt es aufklebbare Heizfolien oder Heizkabel, die vor dem Einfrieren schützen. Hier gibt es weitere Tipps zum Thema Wasser und Abwasser beim Wintercamping: 

Freeontour Checkliste fürs Wintercamping

Hinweis für Nutzer der Freeontour App: Die Checkliste ist in der Freeontour App nicht verfügbar. Um die Checkliste einsehen zu können, wechseln Sie bitte hier ins Freeontour-Portal.

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