Tipps zum Wintercamping

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von Freeontour

Tipps zum Wintercamping

Winterfreuden

Entweder man liebt es, oder man lässt es – beim Wintercamping scheiden sich die Geister. Schließlich stellt diese Art des individuellen Reisens ganz spezielle Herausforderungen an uns Camper, entschädigt im Gegenzug jedoch mit märchenhaften Winterlandschaften.

Fahrzeug-Check

Egal ob Wohnmobil oder Gespann: Vor Reisebeginn sollte das Fahrzeug durchgecheckt werden – das ist gerade bei den erschwerten Bedingungen im Winter besonders wichtig. Lange Nächte stressen die Fahrzeug-Beleuchtung, aufspritzende Gischt die Scheibenwischer und Minustemperaturen fordern einen ausreichenden Frostschutz in Waschanlage und Kühler. Darüber hinaus verlangt der Ladezustand (aller) Batterien und die Profiltiefe der Winterreifen (mindestens vier Millimeter) sowie die Funktion der Heizung vor Reisebeginn einen prüfenden Blick.Wer nun noch die Dichtungsgummis an Türen und Klappen mit Silikon oder dem klassischen Hirschtalg gegen Festfrieren rüstet, Eisschaber, Abschleppseil, Starthilfekabel und gegebenenfalls Schneeketten einpackt, ist für die Reise bestens gewappnet.

Winterliche Straßenbedingungen

Gerade auf glatten Straßen hat die Gewichtsverteilung sowohl bei Caravan-Gespannen als auch bei Reisemobilen einen besonders starken Einfluss auf die Fahrstabilität. Entsprechend penibel sollte das Gepäck verstaut werden: Schweres nach unten und beim Caravan möglichst nahe an die Achse – beim Reisemobil gilt es dagegen, die beiden Achsen möglichst gleichmäßig zu belasten.

Aus Gründen der Fahrsicherheit muss vor dem Losfahren noch der Schnee vom Dach gekehrt und an den Fahrzeugscheiben mehr als ein „Guckloch“ freigekratzt werden.Beim Fahren fordern dann die glatten Straßen einen besonders gefühlvollen Umgang mit Lenkung,  Gas- und Bremspedal, damit das Gespann oder Reisemobil nicht ins Schlingern kommt. Die Griffigkeit des Untergrundes und die Fahrzeugreaktionen auf die aktuellen Straßenverhältnisse kann man durch eine Brems- und Lenkprobe auf einem breiten und übersichtlichen Streckenabschnitt ohne Gegenverkehr und nachfolgende Fahrzeuge testen – so vermeidet man böse Überraschungen. Auf Brücken, wo sich die Glätte oft hartnäckig hält, und beim Abbiegen auf verschneite Nebenstraßen ist nochmals erhöhte Vorsicht geboten.

Die Wahl des Stellplatzes

Den frostigen Temperaturen muss auch die Infrastruktur des Campingplatzes angepasst sein: Beheizte Sanitäranlagen sind ein Muss, Trockenräume für Ski & Co. oder auch warme Aufenthaltsräume mit Wifi-Hotspot steigern den Urlaubskomfort weiter. Da beim Wintercamping die Heizung den Gasvorrat zügig minimiert, ist es auch wichtig, die Flaschen direkt vor Ort tauschen zu können. Füllstandsanzeiger schützen vor der unliebsamen Überraschung einer leeren Gasflasche, bei Zweiflaschen-Systemen erhöht ein automatisches Umschaltventil den Komfort.Um dem Einsinken der Caravanstützen bei Tauwetter vorzubeugen, ist es ratsam, großflächige Platten unterzulegen und nach ergiebigen Schneefällen muss auch das Dach des Caravans abgekehrt werden – damit der Abluftkamin der Heizung nicht verstopft wird.

Wohlige Wärme

Die Heizanlagen in Caravans und Reisemobilen sind in aller Regel so dimensioniert, dass sie auch beim Wintercamping den Innenraum ausreichend beheizen – sofern man einige Dinge beachtet. Da sich trockene Luft leichter erwärmt als feuchte, sollte nasse Kleidung nicht im Fahrzeug zum trocknen aufgehängt werden und beim Kochen das Fenster über dem Herd gekippt bleiben, damit sich kein Kondenswasser bildet. Kältebrücken, die vornehmlich an den unisolierten Fensterflächen im Fahrerhaus von Reisemobilen entstehen, verhindern Thermomatten vor den Fenstern, während sich mit Thermovorhängen Fahrer- und Wohnbereich sogar komplett voneinander abschotten lassen. Kalte Füße im Bad oder in der Dinette verhindern elektrische Heizteppiche, während nach dem gleichen Prinzip arbeitende, aufklebbare Heizfolien oder Heizkabel dem Einfrieren von nicht isolierten Wasser- und Abwassertanks sowie den dazugehörigen Leitungen entgegen wirken.