Slow Travel – Bewusst Reisen

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Slow Travel – Bewusst Reisen

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Slow Travel – Bewusst Reisen

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Mit Abstand die beste Urlaubsform – Interview mit Martin Brandt, CEO der Erwin Hymer Group, zur Absage des Caravan Salon 2020 und dem Boom im Caravaning.

Das Reisen mit Wohnmobil, Camper Van oder Wohnwagen boomt wie selten zuvor: Immer mehr Menschen entdecken die mobile Freiheit des Caravanings für sich und verschreiben sich dem bewussten, entschleunigten und selbstbestimmten Reisen des Slow-Travel-Prinzips. Ein Trend, der durch die Corona-Pandemie weiter verstärkt wird. Martin Brandt, CEO der Erwin Hymer Group (EHG), erklärt im Gespräch, was es damit auf sich hat und warum die Marken der EHG – darunter auch Freeontour – bis Ende 2020 auf die Teilnahme an Messen in Europa und auch am Caravan Salon in Düsseldorf verzichten werden.

Freeontour: Herr Brandt, die Caravaning-Branche hat in Bezug auf Neuzulassungen in Deutschland 2020 das beste erste Halbjahr ihrer Geschichte verzeichnet – und das trotz der Corona-Pandemie. Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?
 
Martin Brandt: Zunächst einmal freuen wir uns über das anhaltend große Interesse im Bereich der Reisemobile, Camper Vans und Caravans, welches ja schon in den vergangenen Jahren sehr hoch war. Vor allem sind wir natürlich froh, dass sich unser Pandemie-Plan in der Lock-Down-Phase bewährt hat und der Corona-bedingte Einbruch im April in einigen Ländern in Europa bereits im Mai und Juni aufgeholt werden konnte. In Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern wurde im Juni 2020 bei den Reisemobil-Neuzulassungen gegenüber dem Juni des Vorjahres sogar ein beeindruckendes Wachstum erzielt.

Einerseits sehen wir hier sicherlich einen Lock-Down bedingten Nachholeffekt. Andererseits bestätigt diese Entwicklung aber auch den schon seit längerem anhaltenden Trend zum entspannten und selbstbestimmten Reisen mit Wohnmobil, Caravan und Camper Van. Analog zur Slow-Food-Bewegung fassen wir dies unter dem Begriff Slow Travel zusammen. Darüber hinaus sehen wir aber auch, dass sich viele Menschen aufgrund der Reisebeschränkungen im Bereich anderer Urlaubsformen erstmals für Camping interessieren und das Caravaning in einem gemieteten Fahrzeug ausprobieren möchten.

Freeontour: Somit könnte der Trend zum Caravaning durch das COVID-19-Virus sogar noch verstärkt werden? Worin liegen denn Ihrer Meinung nach die Vorteile des Caravanings im Vergleich zu anderen Urlaubsformen?

Martin Brandt: Wir sind davon überzeugt, dass die gegenwärtige Krise den Trend zum Slow Travel weiter verstärken wird. Denn in der aktuellen Situation erweist sich die Urlaubsform Camping als eine der sichersten und flexibelsten: Im Zuhause auf Rädern hält man automatisch mehr Distanz zu Dritten als im Flugzeug, in einer Hotelanlage oder auf einem Kreuzfahrtschiff. Man reist mit der Familie, dem Partner oder engen Freunden, hat seine „eigenen vier Wände“ zum Wohlfühlen dabei und hält sich viel im Freien auf. Reisemobile und viele Camper Vans sind mit eigenem WC, Dusche und Frischwassertank außerdem autark, sodass man hier hygienetechnisch auf der sicheren Seite und gleichzeitig nicht unbedingt auf die Infrastruktur der Campingplätze angewiesen ist.

Das sorgt für mehr Flexibilität und ermöglicht auch spontane Ortswechsel. In etwas eingeschränkterem Maß trifft das auch auf Wohnwagen zu. Völlig unabhängig von der Pandemie-Situation stehen Caravaning und Slow Travel darüber hinaus für individuelles, bewusstes und naturnahes Reisen – und liegen somit bei Urlaubern quer durch alle Altersgruppen im Trend. Beide stehen für die Reiseform der Zukunft.

Freeontour: Unter dem Motto „Slow Travel – Bewusst Reisen“ werben die Marken der Erwin Hymer Group im Rahmen einer europaweiten Kampagne für den selbstbestimmten und entschleunigten Urlaub mit Reisemobil, Caravan und Camper Van. Was genau ist unter Slow Travel zu verstehen? 

Martin Brandt: Slow Travel steht für entspanntes und sicheres Reisen – und damit für Entschleunigung und Achtsamkeit. Dabei geht es nicht um die Frage, mit wie viel km/h ein Fahrzeug unterwegs ist, sondern vielmehr darum, das Alltagstempo zu drosseln und Qualitätserlebnisse anders wahrzunehmen. Es geht darum, den Urlaub wirklich zu genießen, statt immer neue Eindrücke in möglichst kurzer Zeit zu sammeln, und einfach nur dort zu bleiben, wo es einem gefällt, und die wirklich wesentlichen Dinge im Leben wieder schätzen zu lernen. Jenseits von Pauschalurlaub und Massentourismus bietet das Caravaning die Möglichkeit, wirklich zu entschleunigen und den Urlaub ganz bewusst zu gestalten.

Wer langsam und reduziert reist, sieht einfach mehr und nimmt seine Umgebung ganz anders wahr. Denn in einer Welt, die stetig schneller und der Alltag immer komplexer wird, findet bei vielen Menschen auch ein Umdenken in Sachen Urlaubsgestaltung statt. Das Bedürfnis nach Entschleunigung und Selbstbestimmung wächst. Ein Bedürfnis, das keine andere Urlaubsform so gut erfüllt, wie das Reisen mit Wohnmobil, Camper Van und Wohnwagen. Daher denken wir, dass die Begeisterung für Caravaning und Slow Travel in Zukunft weiter zunehmen wird.

Freeontour: Angesichts dieses wachsenden Interesses sind Messen wie der Caravan Salon in Düsseldorf normalerweise eine ideale Gelegenheit für Caravaning-Fans, um sich über Neuerungen zu informieren und um sich Freizeitfahrzeuge vor Ort anzuschauen und zu kaufen. Nicht zuletzt locken hier oft attraktive Messekonditionen. Bis Ende 2020 verzichtet jedoch die EHG mit all ihren Marken aufgrund der Pandemie-Situation auf die Teilnahme an Messen und Großveranstaltungen in Europa. Wie können sich die Kunden dennoch über neue Fahrzeugmodelle und Innovationen informieren? 

Martin Brandt: Die Sicherheit und die Gesundheit unserer Kunden, Mitarbeiter und Handelspartner stehen für die EHG an erster Stelle. Und da uns die Pandemie mit ihren speziellen Anforderungen an Abstand und Hygiene sicherlich noch einige Monate begleiten wird, haben wir uns gemeinsam mit unseren Marken dazu entschieden, europaweit auf die Präsentation unserer Neuheiten und Innovationen auf Messen zu verzichten. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, da nicht zuletzt der Caravan Salon in Düsseldorf auch für uns eine wichtige Plattform für Information, Beratung, Verkauf und den Austausch mit unseren Kunden ist. Doch wie so oft in den letzten Monaten ist auch hier ein Umdenken erforderlich, denn die vergangenen Wochen haben uns immer wieder vor Augen geführt, wie schnell ein lokaler oder regionaler Infektions-Hotspot entstehen kann.

Daher empfehlen wir all unseren Kunden und Interessenten, sich direkt bei einem unserer Handelspartner in der eigenen Region informieren und beraten zu lassen. Denn diese haben bereits flächendeckende Vorkehrungen für eine kontaktlose Beratung getroffen. Dazu gehören beispielsweise Telefon- und Onlineberatung, die Online-Fahrzeugkonfiguration, 360-Grad-Sessions oder auch Probefahrten. Mit einem Netz von europaweit 1.200 Handelspartnern können wir auf diese Weise sicherstellen, dass alle Interessenten unsere Produktneuheiten 2020/21 sicher und entspannt erleben können – natürlich auch mit attraktiven Angeboten und Finanzierungen. Auf der neuen Landingpage slowtravel.partners finden Interessenten jetzt übrigens ganz einfach ihren Slow Travel Partner direkt in ihrer Nähe.

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