Nordlicht fotografieren - Tipps und Tricks für Polarlicht Urlauber

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von FREEONTOUR

Nordlicht fotografieren - Tipps und Tricks für Polarlicht Urlauber

Wie macht man gute Fotos vom Nordlicht und welche Ausrüstung ist dafür erforderlich? Tipps für alle, die sich auf die Jagd nach dem Polarlicht machen wollen.

Es ist immer wieder ein faszinierendes Erlebnis, wenn das Nordlicht in einer klaren Nacht am Himmel tanzt. Ein Anblick, den Polarlicht-Reisende gerne mit nach Hause nehmen möchten. Und das ist mit der passenden Fotoausrüstung und ein wenig Know-how gar nicht so schwierig. FREEONTOUR gibt die passenden Tipps dazu.   

Mit dem Herbst beginnt wieder die Zeit, in der sich das Nordlicht im Norden Europas beobachten lässt. Alljährlich lockt dieses faszinierende Naturphänomen - völlig zurecht - immer mehr Reisende in der kalten Jahreszeit dorthin. Zwar können Polarlichter bisweilen auch ausnahmsweise in Deutschland gesehen werden und sogar im Mittelmeerraum sollen sie schon über den Himmel geflackert sein, aber am besten ist die Chance auf Nordlicht immer noch in Nordeuropa. In Nordnorwegen sowie in Schwedisch Lappland und Finnisch-Lappland hat man gute Chancen, das Himmelsfeuer zu sehen.

Dabei gilt: Je weiter südlich die eigene Position liegt, desto tiefer über dem Horizont wird in den meisten Fällen das Leuchten im Norden zu beobachten sein. In kalten Nächten wird man übrigens das Nordlicht besser beobachten können – nicht, weil es dann heller ist. Doch kalte Nächte sind meist Nächte mit einem klaren Himmel. Und der ist nun einmal die Grundvoraussetzung, um die mystischen Schleier über das Firmament ziehen zu sehen – und fotografieren zu können. Aber wie fotografiert man das Nordlicht richtig? 

1. Die richtige Ausrüstung fürs Nordlicht 

Notwendig ist eine Kamera, bei der sich Belichtungszeiten von mehreren Sekunden einstellen lassen. Auch eine manuelle Einstellung, oft „bulb“ genannt, ist geeignet. In dem Fall zählt man die Sekunden mit. Die Empfindlichkeit sollte auf eine ISO-Zahl von mindestens 1600 eingestellt werden. Allerdings gilt: Je höher die Empfindlichkeit, desto mehr Rauschen wird die Aufnahme haben. Ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv mit 28 mm oder weniger mit einem Öffnungsverhältnis von 1:2,8 ist daher gut, eine Lichtstärke von 1,2 oder 1,4 noch deutlich besser. 

Da mit längeren Belichtungszeiten gearbeitet werden muss, ist ein stabiles Stativ unbedingt notwendig, sonst verwackeln die Aufnahmen. Das ist übrigens auch der Grund, warum man nicht auf den Auslöser drücken sollte, sondern die Aufnahme entweder mit einem Fernauslöser startet oder den Timer nutzt. Wie lange belichtet wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Hat man ein helles Nordlicht über sich, lohnt sich ein Versuch mit vier Sekunden bei einer um eine Stufe geschlossenen Blende. Ist nur ein fahler Lichtschimmer zu sehen, sind 3200 oder 6400 ISO sowie Zeiten von zehn Sekunden und mehr eine Lösung. In die Jackentasche gehört außerdem noch eine Ersatzbatterie für die Kamera und auf den Kopf eine Stirnlampe, da man dadurch die Hände frei hat. Unabdingbar sind warme Kleidung, Mütze und Handschuhe. Und gut isolierende Stiefel, da die Kälte meist vom Boden in den Körper kriecht. 

2. Welcher Standort eignet sich, um das Polarlicht zu fotografieren?

Um schöne Fotos vom Nordlicht machen zu können, ist es wichtig, einen Standort möglichst weit weg von größeren Siedlungen zu beziehen. Dadurch vermeidet man das Streulicht. Einzelne Höfe im Hintergrund, eine nur sporadisch befahrene Straße, ein Wäldchen, das Meer oder Berge können dem Betrachter des Bildes Orientierung bieten. Aufnahmen, auf denen ausschließlich Himmel zu sehen ist, wirken meist langweilig. Besser ist es, den Horizont in den unteren Teil der Aufnahme zu platzieren und so die Umgebung einzubeziehen.

3. Das müssen Sie bei der Aufnahme beachten 

Der Standort ist gefunden, das Stativ steht stabil. Nun kann die Kamera daran befestigt werden. Anschließend wird der Autofokus der Kamera ausgeschaltet und die Entfernung manuell auf un-endlich eingestellt – eine querliegende acht auf der Skala. Auf keinen Fall bis zum Anschlag drehen, dann droht Unschärfe! Alternativ kann man auch mit dem Live-Display arbeiten.  Anschließend die Zeit- und Blendeneinstellungen kontrollieren, den passenden Bildausschnitt festlegen und den Fernauslöser oder Timer drücken. Nach wenigen Sekunden wird das Foto auf dem Display erscheinen. 

Zu dunkel? Dann verlängern Sie die Belichtungszeit, zum Beispiel von vier auf acht oder gar 16 Sekunden. Oder Sie erhöhen den ISO-Wert auf 3200 oder 6400. Und falls Sie bei der Blende noch Spielraum haben, kann diese weiter geöffnet werden. Das Bild ist zu hell? Dann verringern Sie die Belichtungszeit oder die ISO-Zahl. Ein weiterer wichtiger Tipp: Verpacken Sie die eiskalte Kamera möglichst luftdicht, bevor es zurück in den warmen Camper oder ins Hotel geht und wärmen Sie die Kamera dort ganz langsam auf. Ansonsten droht im Gehäuse die Bildung von Kondenswasser, das die empfindliche Elektronik zerstören kann!

4. Tipps für die Nachbearbeitung 

Am Computer können die Nordlichtaufnahmen nochmals deutlich verbessert werden. Vor allem das störende Rauschen lässt sich mit der passenden Software vermindern. Am besten ist es, wenn Sie die Aufnahmen nicht nur in JPG, sondern auch im RAW-Format aufnehmen und abspeichern. Dadurch halten Sie sich alle Optionen für die Nachbearbeitung offen. Eine entsprechende Einstellung ist in vielen Kamera-Menüs zu finden. Unser Fazit: Nordlichtfotografie ist mit der passenden Ausrüstung kein Hexenwerk. Der richtige Standort, klarer Himmel und eine gute Kamera sind jedoch Voraussetzung für faszinierende Aufnahmen. Ebenso wie etwas Glück und manchmal auch viel Geduld. 

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