Camping in Corona-Zeiten: Möglichkeiten und Einschränkungen

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Camping in Corona-Zeiten: Möglichkeiten und Einschränkungen

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Camping in Corona-Zeiten: Möglichkeiten und Einschränkungen

In welchen Bundesländern ist Camping in Deutschland möglich und mit welchen Einschränkungen ist durch Covid-19 zu rechnen?

Letztes Update: 16.06.2020 

Nachdem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen seit dem 11. Mai Campingplätze und Wohnmobilstellplätze unter Auflagen wieder öffnen dürfen, haben mittlerweile alle Bundesländer im Lauf des Monats Mai in Sachen Tourismus nachgezogen. Dabei wird sich der Campingurlaub in diesem Jahr aber anders gestalten müssen, als gewohnt. Was sollten Camper dabei beachten, mit welchen Einschränkungen müssen sie rechnen und wie haben sich die Campingplätze auf den Campingurlaub in Corona-Zeiten eingestellt?

In allen Bundesländern in Deutschland ist der Tourismus im Mai schrittweise wieder angerollt und auch Wohnmobilstellplätze und Campingplätze dürfen nun unter bestimmten Auflagen wieder für touristische Camper öffnen. Das bedeutet zwar nicht, dass die jeweiligen Landesregierungen und die Bundesregierung Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands empfehlen, aber sie sind auch nicht mehr verboten – zumindest so lange die Anzahl der Neuinfektionen unterhalb des festgelegten Levels bleibt. Seit dem 15. Juni sind auch Reisen im europäischen ausland teilweise wieder möglich. Hier können Sie sich informieren, ob und wie weit beliebte Reiseländer in Europa ihre Corona-Maßnahmen bereits gelockert haben.  

Wer trotz Covid-19 nun für den Sommer oder Herbst seinen Campingurlaub oder seine Wohnmobiltour in Deutschland planen möchte, findet bei Freeontour nicht nur viel Inspiration zu passenden Reisezielen, sondern auch die entsprechenden Stellplätze und Campingplätze dazu. Denn viele Campingplätze haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten bereits darauf vorbereitet, „Camping mit Abstand“ zu ermöglichen. Welche Vorgaben genau in den jeweiligen Bundesländern gelten werden, wird noch individuell von den Landesregierungen festgelegt und kann variieren. Freeontour erklärt anhand verschiedener Positionspapiere aus der Politik und der Campingbranche zusammenfassend, was das bedeuten könnte und auf welche Einschränkungen sich potenzielle Camper eventuell einstellen sollten. 

Inhalt im Kurzüberblick 

Wer darf wann wo wieder campen?
- Tabelle zu den 16 Bundesländern mit Öffnungsdaten für Dauercamping und touristisches Camping  

Welche Maßnahmen müssen Campingplätze ergreifen, um wieder öffnen zu dürfen?
- Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln und Zugangsbeschränkungen
 
Auf welche Einschränkungen sollten sich Camper darüber hinaus einstellen?
- Gemeinschaftsanlagen voraussichtlich eingeschränkt nutzbar; andere Einrichtungen wie Schwimmbäder & Thermen bleiben geschlossen
 
Sollte man seinen Campingplatz für den Sommerurlaub jetzt schon reservieren?
- Geänderte Stornobedingungen für mehr Flexibilität 

Kurzinterview: 3 Fragen an Eicke Schüürmann von LeadingCampings 
- Infos zu Sicherheit, Abstandsregeln und Preisgestaltung auf dem Campingplatz  

Wer darf wann wieder wo in Deutschland campen? 

Fast jedes Bundesland in Deutschland hat eigene Regeln, wenn es um die Wiederaufnahme des Campingtourismus in Deutschland geht. In der folgenden Tabelle finden Sie einen kurzen Überblick: 

Wie sich die Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Bezug auf den Campingurlaub in den einzelnen Bundesländern im Detail gestalten, haben wir hier in einem separaten Beitrag für Sie zusammengestellt

Welche Maßnahmen müssen Campingplätze ergreifen, um wieder öffnen zu dürfen?

Ob und inwiefern Änderungen auf dem Campingplatz vorzunehmen sind, hängt individuell von der jeweiligen Infrastruktur des Campingplatzes und den Vorgaben des jeweiligen Bundeslands ab. Um sowohl Mitarbeiter als auch Gäste zu schützen, müssen aber generell verstärkt Hygienevorkehrungen getroffen und entsprechende Hygiene- und Abstandskonzepte entwickelt werden. Einige Campingplätz haben damit bereits sehr frühzeitig begonnen. Eicke Schüürmann, Geschäftsführer der Campingplatzvereinigung LeadingCampings, erklärt beispielsweise: „In diesem Punkt haben unsere Mitgliedscampingplätze proaktiv reagiert und bereits Anfang März zusätzliche Desinfektionsspender an allen Eingängen und Zugängen platziert – auch in den Restaurants.“ Darüber hinaus wurden verstärkte Desinfektions- und Reinigungsroutinen erarbeitet.

Da sich auf einem Campingplatz die neuralgischen Punkte in Sachen Übertragungsrisiko generell dort befinden, wo sich mehrere Personen in einer Gemeinschaftsräumlichkeit aufhalten, wird es in diesen Bereichen vermutlich Maßnahmen wie Abstandsregeln und beschränkte Zugangskontrollen geben. Im Sanitärbereich kann das beispielsweise bedeuten, dass nur jedes zweite Waschbecken zur Nutzung freigegeben wird und sich nur eine bestimmte Anzahl an Menschen zur gleichen Zeit in diesem Raum aufhalten darf. Ähnliches gilt für Spül- und Kochräume. Auch im Bereich der Rezeption und der Shops müssen Abstände und Zugangsbeschränkungen analog den jeweiligen Vorgaben für öffentliche Einrichtungen eingehalten werden. Daher ist im Umfeld der Gemeinschaftsbereiche unter Umständen auch mit Wartezeiten zu rechnen.

Vorteile hat da auf jeden Fall, wer mit Caravan oder Wohnmobil unterwegs ist und die eigene Sanitärzelle nutzen kann. Vorteile kann es auch bieten, sich für einen Campingplatz im 4- oder 5-Sterne-Bereich zu entscheiden. Laut Eicke Schüürmann bieten beispielsweise die Mitglieds-Campingplätze von LeadingCampings überdurchschnittlich viele Privatsanitäreinrichtungen: „Daneben gibt es auch überdurchschnittlich viele Gemeinschaftssanitäranlagen, die aber dennoch mit einzelnen Familienbädern arbeiten.“

Auf welche Einschränkungen müssen sich Camper darüber hinaus einstellen?

In der ersten Phase der Lockerungen, die ausschließlich die Dauercamper betrifft, bleiben in der Regel sämtliche Gemeinschaftsanlagen geschlossen. In der zweiten Phase, in der touristisches Campen wieder erlaubt wird, werden Gemeinschaftsanlagen wie Sanitärbereiche, Koch- und Spülräume etc. unter spezifischen Abstandsregeln meist wieder nutzbar sein. Auch Restaurants und die Außengastronomie dürfen in eingeschränkter Form je nach Vorgaben des jeweiligen Bundeslands eventuell wieder genutzt werden. Schwimmbäder, Thermen und Wellnessbereiche bleiben zunächst hingegen geschlossen und auch Gruppenaktivitäten wie Kinderbetreuung und Führungen werden voraussichtlich nicht angeboten. Outdoor-Aktivitäten, die kontaktarm sind, dürfen aber angeboten werden. Dazu können beispielsweise Kanuverleih, Fahrradverleih, Outdoor-Sportanlagen oder auch Outdoor-Gymnastikangebote zählen, an denen die Gäste mit viel Abstand zueinander teilnehmen können.

Was genau auf den geöffneten Campingplätzen erlaubt sein wird und was nicht, werden die einzelnen Bundesländer individuell festlegen. Ein Blick nach Dänemark oder in die Niederlande, wo der Campingbetrieb vielerorts bereits wieder aufgenommen wurde, gibt einen groben Anhaltspunkt. „In Dänemark und den Niederlanden sind die Campingplätze selbst geöffnet und es gibt Take-away-Möglichkeiten“, berichtet Eicke Schüürmann Ende April 2020. „Aber alle Indoor-Spielplätze, Trampolinhallen, Schwimmbäder, Wellnesseinrichtungen oder ähnliches sind geschlossen. Die Shops sind unter den gleichen Bedingungen wie öffentliche Supermärkte geöffnet. Das heißt, dass die Gäste sich auf ihrer Parzelle vergnügen und Outdoor-Angebote mit den entsprechenden Abstandsregeln nutzen dürfen. Aber alles andere entfällt momentan.“

Sollte man seinen Campingplatz für den Sommerurlaub jetzt schon reservieren?

Eine absolute Planungssicherheit für den Sommerurlaub oder den Herbst kann zurzeit niemand geben. Steigende Infektionszahlen können kurzfristig erneut Einschränkungen nach sich ziehen und somit touristische Reisen unmöglich machen. Viele Campingplätze haben aber mittlerweile auf diese variable Situation reagiert und ihre Stornierungsbedingungen zugunsten der Gäste angepasst. „Bei den LeadingCampings können die Gäste nun beispielsweise bei einigen Campingplätzen ihre Buchung teilweise bis sieben oder 14 Tage vor Anreise ohne jeden Verlust der Anzahlung oder Kosten durch andere Bearbeitungsgebühren stornieren“, erklärt Eicke Schüürmann. „Die sonst übliche zeitliche Staffelung der Stornierungsgebühren wurde bei unseren Mitgliedscampingplätzen fast überall ausgesetzt. Insofern würde ich auf jeden Fall zum frühzeitigen Buchen raten, insbesondere wenn die Reise in die Zeit der Sommerferien fallen sollte. Das gibt dem Urlauber etwas Planungssicherheit, aber auch der Campingplatz kann besser einschätzen, auf wie viele Gäste er sich vorbereiten muss.“ 

Wer in den kommenden Wochen und Monaten einen Aufenthalt auf einem Campingplatz plant, sollte also vor der Buchung einen Blick auf die Stornierungsbedingungen werfen und einen Platz wählen, der den Gästen in dieser Hinsicht entgegenkommt. Ähnlich wie im Bereich der Pauschalreisen bieten viele Campingplätze in Deutschland jetzt übrigens auch die Möglichkeit, die Anzahlung im Fall einer eventuell notwendigen Stornierung in einen Gutschein zu verwandeln oder den Aufenthalt auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Auf diese Weise können Camper, die selber kurzfristig nicht finanziell auf ihre Anzahlung angewiesen sind, den jeweiligen Campingplatz unterstützen und diesem vorübergehend eine gewisse finanzielle Liquidität ermöglichen.

Kurzinterview: 3 Fragen an Eicke Schüürmann

Wie sicher ist Ihrer Meinung nach die Urlaubsform Camping in Corona-Zeiten? 
Schüürmann: Ich bin ein großer Freund der Wortschöpfung Caravantäne. Ich denke, dass der Campingurlaub per se unabhängig von der aktuellen Situation eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Urlaubsform ist: Die Familie reist, ohne ein anderes Verkehrsmittel zu benutzen und steht dann auf einer Parzelle, die bei uns im Minimum oft 100 m² groß ist. Bis zum nächsten Nachbarn bedeutet das bisweilen mehr Abstand als in so mancher Stadtwohnung. Außerdem kann die Familie an der frischen Luft sein und hat trotzdem eine ausreichende und je nach Gefährdungslage selbst zu wählende Distanz zum Nachbarn. Voraussetzung ist natürlich immer, dass die Abstandsregeln von den Campern befolgt werden. Aber generell bietet der Campingplatz die Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen und es trotzdem schön zu haben.

Wie kann ein Campingplatz sicherstellen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden? 
Schüürmann: Einerseits hat ein Campingplatzbetreiber verschiedene Möglichkeiten, um den Zugang zu gemeinschaftlich genutzten Räumlichkeiten zu kontrollieren und zu steuern. Andererseits wird er auch mit Hilfe des Personals Kontrollgänge durchführen können, um sicherzustellen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Schließlich hat der Campingplatzbetreiber das Hausrecht und kann zur Not auch einen Platzverweis aussprechen. Letztlich geht es natürlich vor allem um die persönliche Disziplin der Gäste. Ich glaube aber, dass die meisten Camper im Großen und Ganzen vernünftig sind und dass sie mittlerweile so dankbar dafür sind, endlich wieder etwas mehr Freiheit zu bekommen, dass sie diese Freiheit nicht leichtfertig aufs Spiel setzen werden.

Werden die Campingplätze für den Sommer ihre Preise erhöhen, um die Verluste des Frühjahrs auszugleichen? 
Schüürmann: Nicht unbedingt. Der Preis ergibt sich in einer Marktwirtschaft natürlich immer aus Angebot und Nachfrage. Die meisten Campingplätze sind aber weit davon entfernt, mit dynamischen Preisen zu arbeiten, wie man sie etwa aus dem Bereich der Airlines kennt. Vielmehr legen die meisten Campingplätze ihre Preislisten zu Beginn eines Jahres fest und halten sich dann daran. Insofern glaube ich nicht an eine generelle Preisexplosion beim Campingurlaub, sondern ich denke vielmehr, dass hier alles im Rahmen bleiben wird. Darüber hinaus halte ich es auch nicht für angebracht, Preise zu erhöhen, wenn man nur ein eingeschränktes Angebot bieten kann. Denn wir wissen ja noch gar nicht, wann das komplette Angebot eines Campingplatzes überhaupt wieder zur Verfügung stehen wird. 

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