Mitmachen und gewinnen beim HYMER-Krimi-Gewinnspiel - Teil 2

geschrieben am 06.04.2016, von Hymer Hymer Caravan & Reisemobil

"Böse Sach" Krimi in 3 Teilen. Beantworten Sie uns zu jedem der 3 Artikel die richtige Lösung und gewinnen Sie ein Buch bzw. Hörspiel mit fesselnden Kriminalgeschichten, skurrile Charaktere und kulinarischen Geheimnissen, abgeschmeckt mit einer guten Prise Humor - feinste Krimikost a` la Carsten Sebastian Henn.

Nach und nach füllte sich die Gaststätte. Irgendwann hatten alle Gäste vergessen, dass Indlekofer unter ihnen weilte. Dank seiner grauen Jacke war er chamäleongleich mit der Wand verschmolzen. Nur seine Augen bewegten sich – und seine Ohren, je nachdem, wem er lauschte. Latschari schlief die ganze Zeit. Er hatte einen guten Schuss ›Zibärtle‹ in den Napf bekommen.
»Der hat's bestimmt verdient. Die Erzinger sind doch alle Wildsäue!«
»Aber wir keine Esel!« Die Männer lachten lauthals. Einige klangen dabei durchaus wie Esel. Maulesel im Besonderen. 
Frauen gab es hier keine. Wie vermehrten sich Grießener eigentlich? Wo lernten sie ihre Zukünftigen kennen? Oder praktizierten sie in Grießen die Zellteilung?
»Böse Sach«, brummte Indlekofer und meinte diesmal nicht den Mord.
»Was denken Sie, Herr Pfarrer? Immerhin ist er in Ihrer Kirche gefunden worden?«
Dem Priester stand der Schweiß auf der Oberlippe. Er trug immer noch die Soutane von der Morgenmesse. Indlekofer kannte den jungen Geistlichen. Er zählte zum Grießener Adel, denn er stammte von Claus Meyer ab, einem der aufständischen Bauern im Mittelalter, zudem beschäftigte er sich ausgiebig mit der Historie des Ortes. Und seiner geliebten Kirche.
»Dieser Scholling ist nie zuvor in mein Gotteshaus gekommen“, erklärte er jetzt. „Ein roter Hund war das. Den hat der Herrgott gestraft!«
Johlen ertönte, und der Geistliche orderte eine Lokalrunde. Indlekofer hatte sich mittlerweile die ganze Flasche ›Zibärtle‹ kommen lassen und füllte selbst nach. Das dumme Geschwätz war anders nicht zu ertragen. Der Priester murmelte irgendetwas vor sich hin und schlug drei Kreuze.
»Der war ein Schmuggler, das weiß doch jeder«, rief nun der Ortsvorsteher Grießens. »Dem sein Vater und Großvater haben schon Zucker, Mehl und Schokolade über die Grenze gebracht. Bei Weisweil und über unseren alten Schmugglerweg. Ein elendes Pack, diese Sippe! Fast so schlimm wie die Sauschwaben! Der Scholling war bekannt dafür, Geldkoffer über die Grenze zu schieben. Da hat er den Zaster dann auf Nummernkonten eingezahlt. Hatte sich auf Zahnärzte spezialisiert, weiß ich aus sicherer Quelle.«
»Kennt ihr die Geschichte, wie damals der Zöllner mit Weideruten erdrosselt worden ist und sie ihn im Karren ins Dorf gebracht haben?«
»Die haben nicht lange gefackelt, die Verbrecher. Waren sicher alle Schollings.«
»Wer schmuggelt, lebt gefährlich! Dieser Scholling wird einen Kunden beschissen haben. Da darf er sich nicht wundern, wenn er im Weihwasser landet.«
»Der wundert sich sicher nicht mehr!«, schrie der Ortsvorsteher geradezu. Es sorgte für Erheiterung.
»Die nächste Runde geht auf mich«, sagte er danach und stürzte sein Bier in einem Zug herunter. Der Pfarrer murmelte erneut etwas Unverständliches, den Rosenkranz fest umklammernd.
»Hat sicher gewildert, unsere Sikahirsche gejagt«, war plötzlich der ehemalige Schuldirektor zu vernehmen.
Normalerweise schimpften alle über das seltene, vor Jahrzehnten „eingebürgerte“ Wild. In Erzingen wie in Grießen. Gruppen von zwanzig, dreißig Tieren waren keine Seltenheit, und sie fraßen sich gerne am Wald satt. Doch hier schienen sie mit einem Mal ganz hoch im Kurs zu stehen.
»Die Pracht des Klettgaus!«
»Könige unter den Hirschen!«
»Jeder Wilderer gehört im Weihwasser ersäuft – ein Prost auf den Mörder!«
Sie stießen an.

                              

Vermaledeite Revolutionäre, dachte Indlekofer. Ganz Grießen gehörte seiner Meinung nach eingemauert, mit Selbstschuss-
anlagen! Flugzeuglärm war zu hören. Die Gläser erzitterten.
»Böse Sach«, kam es aus Indlekofers Mund. Damit meinte er diesmal den ›Welt-Flughafen‹ Zürich und dessen Einflugschneise. Er meinte aber auch die Atomkraftwerke und Endlager, welche die Eidgenossen so gerne an die Grenze setzten, und die Ackerflächen, die sie den deutschen Bauern wegschnappten. Er meinte die Schweizer im Allgemeinen. Er hatte viel zu oft mit Leichen zu tun – viel zu wenige davon waren Schweizer. Auch der Wirt beteiligte sich nun an der kleinen Debattierrunde – und teilte anscheinend Indlekofers Meinung über die Schweizer.
»Die von drüben waren neidisch, dass einer vor ihnen die Idee hatte, Wein und Käse unter ein Dach zu bringen. Deshalb haben sie den Scholling einfach abgemurkst.«
»Wie nennt man einen intelligenten Menschen in der Schweiz?«, fragte nun der Pfarrer kichernd.
»Tourist!« brüllte der ganze Laden zurück.
Indlekofer lächelte. Er musste den Grießenern Recht geben. Ausnahmsweise. Latschari hob den Kopf und bellte zustimmend. Trotzdem war der Hauptkommissares nun leid. Seine Zigarettenschachtel war leer, die ›Zibärtle‹-Flasche ebenfalls, und langsam nahm auch die Taubheit in seinem Mund ab. Er würde den Fall jetzt lösen, dann ab ins gemütliche Bett seines Reisemobils und morgen früh nach Südtirol.

Schon gespannt, wie es weiter geht? Fortsetzung folgt ...

Am Ende der dreiteiligen Krimi-Reihe haben Sie die Möglichkeit, an unserem HYMER-Krimi-Gewinnspiel teilzunehmen.
Notieren Sie sich hierfür doch gleich mal die Antwort zur 2. Gewinnspielfrage:

2. Gewinnspielfrage: In welcher Urlaubsregion möchte der Hauptkommisar Indlekofer Urlaub machen?

(Bitte diesen Artikel nicht kommentieren, Lösung kann am Ende der Krimi-Reihe eingegeben werden)

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