Isa’ s Tour durch Schweden - Teil 1

geschrieben am 14.06.2016, von Isabel Speckmann isaswomo.de und FREEONTOUR; Copyright Text und Bildrechte liegen bei Isabel Speckmann und FREEONTOUR, Titelbild Ostküste Entdecken

Isa schlägt sich durch und berichtet in 2 spannenden Artikeln über ihre mutigen Abenteuer und spannenden Erfahrungen auf der langen Reise quer durch Schweden, Geheimtipps inklusive. Aufgepasst: hier gibt’s den ersten Teil.

Im vergangenen Jahr konnte ich mir einen großen Traum erfüllen, 4 Monate Wohnmobil “Roadtrip” und um es schon mal vorweg zu nehmen… es war einfach großartig!!!

Ende Mai ging es los… von Dortmund aus fuhr ich die erste Etappe bis Rostock und von da aus ging es auf die Fähre Richtung Trelleborg/ Schweden. Solltet ihr so eine Tour auch mal planen kann ich euch nur den Tipp geben die Nacht nicht unbedingt direkt am Rostocker Hafen zu verbringen. Dort werden immer wieder Wohnmobile ausgeraubt!

Rostock hat aber einen ganz vernünftigen und netten Stellplatz in einem Industriegebiet, da steht ihr gut und deutlich sicherer. Innerhalb von 15 Minuten seid ihr, bei freien Straßen, von diesem Stellplatz aus am Anleger, ihr müsst also keine langen Strecken mehr fahren, um zur Fähre zu gelangen. Gerade wenn die Fähre nachts los tuckert, ist es ja schon nett, wenn man nicht noch ewig lange fahren muss.

Da ich ja immer meine Hündin Milla dabei habe, mussten wir von Anfang an auf der Fähre eine Kabine zu buchen. Im ersten Moment dachte ich ja noch, ooooookkkkk die Kabine ist mehr “ Keller” als ein schönes Zimmer, aber nachdem mir schon IM HAFENBECKEN (ohne Seegang) schlecht wurde… war ich einfach nur noch froh, dass ich ganz, ganz ruhig und still im Bett liegen konnte :-) Bitte nur nicht bewegen! :-)

   
    © DFDS Seaways

Zudem hatte meine kleine Fellnase anfangs schon ordentlich Angst vor den vielen lauten Geräuschen auf der Fähre, so dass auch sie sehr froh war, als sie in ihrem Körbchen vor meinem Bett liegen konnte und ein “ sicheres” Plätzchen hatte. So eine Kabine kann sich also echt lohnen…

Naja, 7 Stunden später war es geschafft und ich war soooooo aufgeregt, als es zum Ersten Mal auf die schwedischen Straßen ging. Ich hatte mir vor Reisebeginn schon ausgesucht, an welchem Ort ich die ersten Tage bleiben möchte. Ansonsten habe ich mir allerdings EXTRA keine genaue Route überlegt. Ich habe mir vor ab einige Sehenswürdigkeiten raus gesucht, die ich auf jeden Fall besuchen wollte, habe mich über “das schwedische Leben mit Hund”  informiert, besondere Verkehrsregeln heraus gesucht und mich über die Zahlweise in Schweden informiert. Ansonsten habe ich mich nicht weiter auf die Tour vorbereitet, ich wollte einfach ganz “frei” fahren und von Tag zu Tag schauen, wo mein nächstes “Etappenziel” sein würde.

  

    1. Stellplatz in Trelleborg

Den ersten Stopp wollte ich auf einem Stellplatz kurz hinter Trelleborg einlegen. Dieser Stellplatz, vor einem großen Bauernhof samt Hofcafé und dazu ganz nah am Meer, war für mich der perfekte Ort zum Ankommen. Durch das Hofcafé konnte ich schon am ersten Tag in Schweden die herrlichen Zimtschnecken probieren (hmmmmmm!) und da der Platz direkt am Meer liegt, war es für mich der perfekte Ort zum “Seele baumeln lassen” und um die ganze Aufregung runter zu fahren! Allerdings aufgepasst: Man konnte den Stellplatz nur in bar, also mit schwedischen Kronen bezahlen, nehmt also für die ersten Tage genügend gewechseltes Bargeld mit.


Küste kurz hinter Trelleborg

Ansonsten kommt ihr allerdings ÜBERALL mit einer Visa oder Mastercard klar! Selbst 2 Brötchen vom Bäcker oder das Parkticket am Automaten könnt ihr in Schweden per Karte bezahlen. Es gibt sogar einige Tankstellen, gerade an eher einsamen Orten, an denen ihr nur per Karte bezahlen könnt, da es keine “ Kassierer” mehr gibt. Eine Kreditkarte ist also für eine Tour durch Schweden sehr, sehr hilfreich!

Bevor ich im vergangenen Jahr in Schweden war, war ich auch schon mehrere Monate in Frankreich und Spanien “on Tour” und in beiden Fällen waren die ersten Tage nicht wirklich entspannt. Ich war bisher auf diesen langen Auslandstouren immer extrem aufgeregt, ich hatte ein bisschen Angst nicht mit den Straßen, Schildern und dem Womo klar zu kommen und hatte einfach durchgehend einen Puls von 300. Das legte sich zwar nach ein paar Tagen, aber bis ich wirklich entspannen und genießen konnte, waren es anfangs eher mürrische und “schwierige” Tage.

In Schweden war das alles anders!!!

Auf den Straßen sind die Schweden total entspannt und wenn es mal ein Problemchen gab, wurde mir IMMER nett und hilfsbereit geholfen. Ich brauchte in Schweden keinen ganzen Tag um mich “einzugrooven” und konnte sofort genießen. Das lag aber nicht an mir und meinen größeren Erfahrungen, sondern vor allem daran, dass die Schweden es einem so einfach machen, sie selbst und ihr Land ins Herz zu schließen!

Die ersten 7-10 Tage fuhr ich (relativ) strikt an der Ostküste entlang und suchte mir immer Stellen oder Campingplätze zum Übernachten. Die allgemeinen Preise in Schweden waren ungefähr mit den Preisen in Deutschland vergleichbar. Einige Dinge waren etwas teurer, andere dafür günstiger, einzig und allein die Campingplätze empfand ich (gut, es ging natürlich auch langsam in die Hauptsaison) als sehr teuer. Darum war mir auch schnell klar, dass das Leben auf Stell-/ und Campingplätzen meine Reisekasse auf Dauer nicht mit machen wird, oder zumindest würde ich nicht so lange wie gedacht unterwegs sein können.

So kam es also zur ersten Nacht in der ich “wild campen” wollte. In anderen Ländern würde ich NIEMALS frei stehen, ich fahre als Frau alleine und normalerweise ist mir das Risiko zu groß, bzw. ich denke immer, wenn ich dann Nachts sowieso nicht gut schlafe, bringt mich das „wild campen“ auch nicht weiter. In Schweden fühlte ich mich aber so sicher, dass ich absolut keine Panik hatte, frei zu stehen. Und um auch dies schon mal vor weg zu nehmen, in knapp 4 Monaten hatte ich nicht eine schlechte Erfahrung gemacht, eher ganz im Gegenteil!

Einmal habe ich z.B. tagsüber nicht erkannt, dass ich direkt vor dem Anleger eines Partyboots stand. Erst als ich Nacht‘s mit bekam wie dieses Boot einfuhr, war mir klar, dass der Platz zum Schlafen vielleicht doch nicht sooooo perfekt war. Sofort dachte ich natürlich „oh Mann!“, wenn da jetzt eine ganze Horde angetrunkener Jugendliche aussteigt, hoffentlich gibt das keine Probleme!!! Ich hab dann überall im Womo Licht angemacht, weil ich dachte wenn die Burschen sehen, dass ich sie im Blick habe, hemmt es sie vielleicht am Wohnmobil zu rütteln. Aber was konnte ich feststellen? Als die Jugendlichen sahen, dass da jemand geschlafen hat, fingen sie an zu flüstern und gingen ganz ruhig an dem Womo vorbei!!! Unglaublich oder? Aber genau so war es!!!

Ein andermal stand ich auf einem kleinen Parkplatz in der Stadt Mora. Eigentlich ein wunderschöner Ort, direkt an einem riesig großen See! Ich stand da vollkommen alleine und weit und breit war niemand zu sehen und alles war ganz ruhig. Bis dann mitten in der Nacht plötzlich drei Luxus-Limousinen angefahren kamen. Milla knurrte direkt wie wild und ich stand mehr oder weniger Senkrecht im Alkoven. Vom Alkoven aus hatte ich alle Seiten des Womos im Blick und sah, dass mich diese 3 Limousinen “ eingekesselt” haben. …Hieß also: Ein Auto stand rechts neben mir, eines links neben mir und eines ganz nah hinter mir. Vor mir war der See, ich konnte also nicht einfach weg fahren!


Kleiner Parkplatz in Mora

Dann stiegen aus diesen Autos auch noch 6 junge, dunkle Männer und ich hatte das erste Mal auf dieser Tour so richtig Angst! Milla spürte meine Panik natürlich auch sofort und knurrte und bellte wie wild und ich dachte immer nur, was machst du jetzt, wenn die Gestalten ans Womo kommen, oder gar die Tür aufbrechen???!

Direkt hatte ich mein Pfefferspray in der einen Hand und das Handy, um die Polizei zu rufen, in der anderen und so kniete ich “bereit” zum Angriff im Alkhoven und behielt die Typen genau im Blick! Dann gingen die Männer auch noch alle an ihre Kofferräume und da war ich mir sooooo sicher: Die holen da jetzt ganz bestimmt Waffen, Baseball Schläger und Brecheisen raus. Die Situation war wirklich wie im Kino und in so einer Lage kommt man ja auf die “dollsten Gedanken!“ Später schlugen sie die Kofferraumtüren wieder zu und ich dachte: „Jetzt geht’s los!“… doch was sahen meine Augen? Keine Waffen, kein Brecheisen und keine bösen Jungs!

Die Männer haben ihre Angelausrüstung aus den Kofferräumen geholt und gingen samt Angel, Eimer, Hocker und Thermoskanne ganz leise am Wohnmobil vorbei in Richtung See!

So viel zum Thema: „Die bösen Männer sind hinter mir her.“ Am nächsten Morgen sah ich sie immer noch ganz ruhig und nett an der Wasserkannte sitzen und als sie sahen das bei mir die Tür auf ging, kam einer der Jungs sofort angerannt und fragte ob er sein Auto versetzen sollte, damit ich los fahren konnte. :-)

Man kann als Camper also ganz toll in Schweden frei stehen, wenn man dies möchte. Nur wie findet man die besten Stellen zum frei stehen? Das war am Anfang auch mein größtes Problem. Ich habe mich auf dem Weg von Ziel zu Ziel zwar schon immer umgesehen und da waren auch immer einige Plätze auf denen ich hätte frei stehen können, aber eigentlich wollte ich ja nicht wieder bis dahin zurück fahren.

Irgendwann hatte ich dann aber den Dreh raus. Erst habe ich mir durch das Navi Parkplätze anzeigen lassen. Ganz normale Parkplätze an einem See, in einer Stadt, an einem Museum, Hafen oder Park, eben immer da wo ich tagsüber gerne hin wollte. Dort angekommen habe ich mir grundsätzlich in den Tourist-Informationen eine Karte/ einen Stadtplan geben lassen. Die Tourist-Infos gibt es in jedem kleinen Örtchen und die Pläne sind meistens immer kostenlos.

Dann habe ich mir auf den Stadtplänen entweder eine Stichstraße oder direkt einen kleinen Parkplatz an einem See, einem Fluss oder eben an der Küste gesucht und habe dort immer einen netten Platz zum Übernachten gefunden. Am Ende von diesen kleineren Stichstraßen sind meist kleine, einfache Parkplätze oder es gibt ganze Parkflächen entlang der Flüsse. So hab ich die gesamten 4 Monate gut gestanden und bin nur noch sehr selten auf Stell-/ oder Campingplätze gewechselt. Wenn überhaupt, dann zum Wäsche waschen, Batterien aufladen oder, oder, oder… Durch das freie campen konnte ich natürlich viel Geld sparen, welches ich für besondere Unternehmungen besser ausgeben konnte.

Weiter ins Landesinnere

Von der Ostküste aus bin ich irgendwann “Links abgebogen” und in die Mitte des Landes getuckert, denn ich wollte unbedingt eine Zeit lang entlang des Göta Kanals fahren.

Dieses Gebiet kann ich euch nur dringendst empfehlen. Zum einen gibt es zig Schleusen und an fast jeder Schleuse gibt es einen kleinen Stellplatz samt Strom usw. Dazu könnt ihr wann immer ihr wollt direkt am Wasser stehen und um den Kanal herum habt ihr viele kleine Städte und Sehenswürdigkeiten. Dies alles ohne ewig lange Strecken fahren zu müssen. Eine Womo-Tour entlang des Göta Kanals lohnt sich also ganz besonders für alle Reisende, die nicht so viel Zeit haben, um über Wochen das gesamte Land zu erkunden.

 
Perfekt zum "frei stehen", der Göta Kanal

Ich bin dann immer weiter entlang des Kanals wieder zur Ostküste zurück gefahren und landete so direkt in Stockholm, eine wuuuuuunderschöne Stadt. In Stockholm stand ich dann allerdings 3 Tage fest auf dem Stellplatz ”Unter der Brücke”. Zum einen steht man da wirklich gut, man hört fast nichts von der riesigen Brücke hoch über einem und man kann zu Fuß in die Stadt laufen. Dazu lohnt sich das “frei Stehen” in Stockholm nicht. Jeder Parkplatz im Stadtgebiet ist kostenpflichtig und auf 24 Stunden gerechnet kostet der Parkplatz genau so viel, wie der Stellplatz.


Blick auf Stockholm vom Stellplatz aus

Nach der Ankunft auf dem Stellplatz hatte ich 4 super Tage in Stockholm. Mein Tipp: überlegt euch, ob es sich lohnt die Stockholm Card zu kaufen. Diese Karte ist zwar nicht ganz günstig, aber dadurch könnt ihr dann “kostenlos” in die meisten Museen und könnt vor allem einfach an den laaaaangen Warteschlangen am Eingang vorbei gehen, da ihr ja schon eine “Eintrittskarte” besitzt. In der Karte ist eine Stadtrundfahrt per Bus und Boot inbegriffen und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel steht euch auch frei. Die Karte könnt ihr schon vor der Reise im Internet bestellen, oder aber ihr kauft sie so wie ich direkt in Stockholm, z.B. werden sie auch auf dem Stellplatz verkauft.

 
Stockholm Palast; die Vasa (17. Jhd.) im Stockholmer Vasa-Museum 

Wie geht die Schwede Reise weiter? Welche Orte besucht Isa und welche Erlebnisse und Herausforderungen treffen auf Sie, während Ihrer Tour? Dies erfahren Sie im FREEONTOUR-Portal im 2. Teil des Artikels, in der kommenden Woche.

Noch mehr spannende Geschichten rund um das Thema "Unterwegs mit dem Wohnmobil", Tipps und Tricks, Videos etc. findet Ihr in Isa's Blog: http://isaswomo.de/ und hier im FREEONTOUR-Portal.

FREEONTOUR empfiehlt diese Campingplätze:


Ostseecamp Rostocker Heide

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Dalabadets Campingdalabadets Camping

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3 stjärnig familjecamping med 5 stjärnig personal. Campingen ligger vid stranden med restaurang, minigolf och en nybyggd handikappsanpassad brygga som är 140 meter lång. Ligger nära Tysklandsfärjorna (5 min), Köpenhamn (90 min) med buss och tåg.

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Östermalms Citycamping

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FREEONTOUR empfiehlt diese Stellplätze:


Stellplatz am P&R Strand Mitte

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Gebührenpflichtiger Stellplatz für 25 Mobile am westlichen Stadtrand bei der Jugendherberge. Großparkplatz nur 100 m vom Ostseestrand mit Strandzugang entfernt. Im Pkw-Format parzellierte Stellflächen auf Rasengittersteinen. Grünstreifen zwischen den Parkreihen kann für Überhang genutzt werden. Markisen und Campingmöbel nicht erlaubt....

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Långholmens Husbilscamping

Skutskepparvägen 1, 11733, Stockholm, Schweden Webseite

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 60 Mobile in zentraler Lage auf einer grünen Insel inmitten der Hauptstadt. Untergrund aus Kies, nachts beleuchtet. Brücke führt über dem Platz vorbei, daher Autogeräusche hörbar. U-Bahn-Station 600 m, Altstadt 2,5 km. Rezeption von 8–22 Uhr geöffnet....

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Tantolundens Husbilscamping

Ringvägen 24, 11867, Stockholm, Schweden Webseite

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 15 Mobile am Tantolundenpark im Stadtzentrum. Geschotterter Untergrund unter Bäumen, an einer Bahnlinie gelegen. U-Bahn-Station 600 m, Altstadt 2 km. Reservierung erforderlich. Ganzjährig nutzbar.

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