Wohnwagen oder Wohnmobil – welche Urlaubsform passt zu mir?

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Wohnwagen oder Wohnmobil – welche Urlaubsform passt zu mir?

Am Anfang jedes eingefleischten Caravanisten oder Wohnmobilfans steht die Frage: Wofür soll ich mich entscheiden – Wohnmobil oder Wohnwagen?

Unser Experte hilft:

Einer, der wissen muss, welcher fahrbare Untersatz zu wem passt, ist Ralph Zell. Der Verkaufsleiter der Erwin Hymer World berät täglich Kunden und hilft, das richtige Gefährt zu finden.

1. Fahren mit Wohnwagen und im Wohnmobil

Ganz klar, beim Fahrverhalten haben Wohnmobil und Wohnwagen ihre jeweiligen Vor- und Nachteile: Ein Wohnwagen ist mit seiner großen Gesamtlänge und durch die Fahreigenschaften eines Gespanns anfangs ungewohnt. Das betrifft vor allem das Abbiegen und Wenden, das Kurvenverhalten und das Rückwärtsfahren. Das alles ist aber keine Hexerei und lässt sich auch schnell lernen – zum Beispiel bei einem speziellen Fahrsicherheitstraining. „Ist man am Zielort angekommen und hat sein Zuhause am Campingplatz abgestellt, steht das Auto für Ausflüge zur Verfügung. Ein ganz großer Vorteil des Wohnwagens! Das ist angenehmer, als mit dem Wohnmobil durch enge Altstädte zu kurven“, so Zell. Auch beim Wohnmobil muss man bestimmte Abmessungen beachten, etwa die Höhe bei Unterführungen. „Insgesamt kommt man mit einem Wohnmobil über weite Strecken aber etwas flotter voran.“

2. Das kann das Wohnmobil am besten

„Wer sich für ein Wohnmobil entscheidet, will in der Regel reisen – also von einem Stellplatz zum nächsten fahren“, weiß Zell. Solche speziellen Stellplätze gibt es in Europa reichlich und die Anzahl steigt. Diese Art des Reisens erlaubt es vor allem, ein Land in kurzer Zeit kennenzulernen. „Der typische Wohnmobilbesitzer hat in der Regel keine Kinder mit an Bord. Viele nutzen das Wohnmobil auch, um in Marokko oder Spanien zu überwintern.“ Ein weiterer Vorteil ist, dass man auch Sportanhänger, etwa für Boote oder Motorräder, problemlos anhängen kann.

3. Die Stärken des Wohnwagens

Am Urlaubsort angekommen, kann man es sich mit dem Wohnwagen richtig gemütlich machen. Einmal abgestellt und gesichert, kann er schnell mit einem Vorzelt erweitert werden und bietet so ein echtes Zuhause und eine Basis für Ausflüge im eigenen Pkw. „Auch bei Wintercampern in kühleren Regionen ist der Wohnwagen aus diesen Gründen und wegen seiner guten Isolierung sehr beliebt“, so Zell. Vor allem, wer mit Kindern unterwegs ist, schätzt in der Regel den An- und Abreisekomfort sehr hoch ein, den ein Pkw bietet.

4. Kauf und Wertverlust bei Wohnwagen und Wohnmobilen

„Was die Anschaffungskosten betrifft, sind die Unterschiede ganz eindeutig“, so Zell: „Bei vergleichbarer Ausstattung bekommt man einen Wohnwagen für knapp die Hälfte des Preises eines Wohnmobils. Der liegt bei Wohnwagen im Durchschnitt bei 35.000 Euro oder rund 70.000 Euro beim Wohnmobil.“ Für den Einstieg gibt es neue Wohnwagen bereits ab 20.000 Euro, Wohnmobile ab 40.000 Euro. Eine günstige Alternative sind gebrauchte Mobile und Caravans. „Was den Wertverlust betrifft, so liegt der beim Wohnwagen am niedrigsten. Beim Wohnmobil gibt es in den ersten fünf Jahren einen ähnlichen Wertverlust wie bei Autos, danach bleibt der Wert aber sehr stabil.“

5. Unterhalt und Führerschein

Bei den Unterhaltskosten punktet der Wohnwagen: „Er ist vor allem steuerlich deutlich und bei der Versicherung etwas günstiger als das Wohnmobil.“ Beim Wohnmobil kommen zudem Wartungskosten in Form von Kfz-Servicediensten hinzu. Die Möglichkeit, mit einem Saisonkennzeichen an Unterhaltskosten zu sparen, gibt es nur beim Wohnmobil.
Eine Fahrerlaubnis für ein Wohnwagen-Gespann oder ein Wohnmobil, das eine Gesamtlast von 3,5 Tonnen nicht überschreitet, haben Sie automatisch mit dem Führerschein der Klasse B. Wer den Führerschein der Klasse 3 vor 1999 erworben hat, darf ohne weitere Zusatzqualifikationen ein Wohnmobil mit bis zu 7,5 Tonnen fahren.