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Wild Atlantic Way – Slí an Atlantaigh Fiáin - Teil 2

Outdoor und Sport
jurgen-1
von Hymer

Wild Atlantic Way – Slí an Atlantaigh Fiáin - Teil 2

Irlands spektakuläre 2.500 km lange Küstenstraße am Atlantic

Ein Reisebericht in sechs Etappen - Text/Fotos: Dirk Heckmann

1. Etappe: Kinsale – Kenmare
2. Etappe: Kenmare – Tarbert
3. Etappe: Tarbert – Galway
4. Etappe: Galway – Westport
5. Etappe: Westport – Donegal
6. Etappe: Donegal – Derry/Londonderry

Auf der 1. Etappe von Kinsale bis Kenmare bin ich die ersten drei der fünf Halbinseln, die sich wie die Finger einer Hand im Südwesten Irlands in den Atlantik strecken, gefahren. War es hier noch recht beschaulich und touristisch noch ruhig, wird es jetzt etwas voller. Es geht auf den bekannten „Ring of Kerry“ und auf die Dingle-Halbinsel und natürlich nach Killarney mit dem gleichnamigen Nationalpark. Aber der Reihe nach.
Eine Sehenswürdigkeit in Kenmare ist der Kenmare Stone Circle. Dieser aus 15 Steinen bestehende Steinkreis ist einer der größten in Irland. Die Besonderheit dieses Steinkreises ist das in der Mitte liegende Boulder Tomb, ein Grab.

Kenmare ist Anfangs-bzw. Endpunkt der Iveragh Halbinsel mit der berühmten Panoramastraße Ring of Kerry.

Als Anfangs- bzw. Endpunkt dieser Panoramastraße gilt die Stadt Killarney am gleichnamigen Nationalpark gelegen. Da es von Kenmare dorthin nur 34 km sind, empfehle ich, diesen Abstecher zu unternehmen, bevor man die Fahrt auf dem Wild Atlantic Way fortsetzt. Die Straße führt auf den ersten zehn Kilometern bis Moll’s Gap bis auf 260 m hoch. Der Ausblick ins Black Valley und die MacGillycuddy’s Reeks Gebirgskette mit Irlands höchstem Berg, dem 1.041 Meter hohen Carrauntoohill, ist beeindruckend. Ein Café und Souvenirshop stehen zum verweilen bereit. Die Fahrt durch eine offene Landschaft ermöglicht prima Aussichten. Sieben Kilometer weiter folgt bereits das nächste Café. Es liegt am Ladie’s View. Dieser Aussichtspunkt befindet sich bereits im Killarney National Park. Queen Victoria besuchte 1861 Irland und nächtigte u.a. im Muckross House in Killarney. Bei einem Ausflug in die Umgebung kam sie auch an dieser Stelle vorbei. Ihre sie begleitenden Damen sollen wohl sehr von dieser Aussicht über die Seen von Killarney und die Bergkette angetan gewesen sein, dass sie entzückte Ausrufe von sich gaben.

Die Straße windet sich durch ein Waldgebiet weiter bergab. Es geht an kleineren Seen vorbei bis zum Torc Wasserfall. Vom Parkplatz sind es etwa 500 Meter zum 18 Meter hohen, über Kaskaden verlaufenden Wasserfall. 

Nach 29 km sind Sie am Muckross House. Das viktorianische Haus wurde zwischen 1839 und 1843 erbaut. Besitzer war die Familie Herbert. Für den Besuch von Queen Victoria (1861) ließen sie es aufwendig um- und ausbauen. Dabei verschuldeten sie sich stark. Daraufhin wechselte es den Besitzer. 1911 kaufte es der US-Amerikaner William Bowers Bourn II. für seine Tochter Maud und ihren Mann Arthur Rose Vincent. Nach dem plötzlichen Tod von Maud 1929 schenkte die Familie das Haus samt dem 4.000 ha-Anwesen dem irischen Staat mit der Auflage, es als Bourn Vincent Memorial Park der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So wurden das Haus und die Ländereien zum ersten irischen Nationalpark. Weitere Landzukäufe ließen den Nationalpark bis heute auf über 100 km2 anwachsen.

Nahe des Muckross House liegt die guterhaltene Ruine Muckross Abbey, zu der man wunderbar wandern kann.

Killarney am See Lough Leane gelegen, profitiert von seiner Lage. Die Stadt selber hat mich nicht vom Hocker gehauen, aber die Natur und die vielen Sehenswürdigkeiten ringsherum sind spektakulär. Wer sein Fahrrad dabei hat, ist absolut im Vorteil, können aber auch in der Stadt ausgeliehen werden. Oder lassen Sie sich mit eine Kutsche zu all den Sehenswürdigkeiten wie dem Ross Castle oder dem Gap of Dunloe fahren. Die Tour zum Gap of Dunloe kann man am Ross Castle mit einer Bootstour über den Lough Leane und Upper Lake zum Brandon’s Cottage beginnen. Von dort kann man sich entweder zu Fuß, mit dem Rad oder per Kutsche durch das Black Valley und hinauf zur Passhöhe des Gap of Dunloe (Höhe 243 Meter) aufmachen. Durch das schmale, wild zerfurchte Tal, die Berge rechts und links sind zwischen 700 und 850 Meter hoch, passiert man den Auger Lake, den Cushnavalley Lake und den Black Lake. Am offenen Ende des 10 km langen Tals erreicht man Kate Kearney’s Cottage. Um 1840 war Kate eine bekannte Schönheit, die ihr Leben mit selbstgebranntem poitín, einem Kartoffelschnaps finanzierte. Er soll so stark gewesen sein, dass man ihn nur im Verhältnis 1:7 trinken konnte. Im Cottage kann man heute bei einer Mahlzeit wieder zu Kräften kommen. Busse fahren vom Parkplatz aus zurück nach Killarney (ca. 14 KM). Das ist ein wirklich schöner Tagesausflug, auf dem man sehr viel zu sehen bekommt.

Oder man unternimmt eine Wanderung zum höchsten Berg Irlands, dem 1.041 m hohen Carrauntoohil. Beim Ausgangspunkt Cronin’s Yard kann man auf einem einfachen Platz campen. In und um Killarney gibt es fünf Campingplätze, die aber in der Hochsaison recht schnell ausgebucht sein können.
Von Killarney aus kann man jetzt auf dem Ring of Kerry nach Killorglin weiter fahren und den Ring gegen den Uhrzeigersinn in Angriff nehmen, so wie es für alle Reisebusse vorgeschrieben ist. Oder man fährt den spektakulären Abschnitt nach Kenmare zurück und folgt dort dem WAW weiter in westliche Richtung.
Da die Reisebusse meist in Killarney zwischen 10:00 und 10:30 Uhr starten und um ca. 17 Uhr dort wieder dort eintreffen, kann man sehr gut den ersten Teil des Ring of Kerry bis ans Ende der Halbinsel am Morgen fahren, ohne auf die Busse zu treffen. Und da die meisten Highlights am Ende der Halbinsel abseits des Ring of Kerry liegen, am Skellig Coast Ring, kommt man sehr gut voran.

41 Kilometer hinter Kenmare liegt der Ort Castle Cove. Hier lohnt ein Abstecher auf einer schmaleren Straße zum Staigue Stone Fort (4 km). Diese ringförmige Festung ist eine der besterhaltenen seiner Art in Irland. Mit einem Durchmesser von 34,50 Metern ist das vor etwa 2.500 Jahre errichtete Fort auch eines der Größten des Landes. Die Mauer ist bis zu sechs Meter hoch und stellenweise bis zu 4 Meter dick.

Am südwestlichen Ende der Halbinsel, um den Ort Caherdaniel (Campingplatz vorhanden) herum, führt die Straße etwas bergauf. Der Blick hinunter über Bucht und die vorgelagerten Inseln ist sehr schön. Bei einem Abstecher hinunter in die Bucht gelangt man in den Derrynane National Historic Park und zum Derrynane House. Daniel O’Connel, Richter, Politiker und Staatsmann (und ein Nationalheld in Irland) hatte hier sein Elternhaus.

Er wurde in der ersten Hälfte des 19. Jh. in Irland berühmt für seine Bemühungen für die Gleichberechtigung der irischen Katholiken und der Beendigung der Union zwischen Großbritannien und Irland. Im Haus sind einige Möbel und Gegenstände aus seinem Leben und seiner Schaffenszeit ausgestellt. Im angrenzenden 130 ha großen Park mit einer wundervollen Küstenlandschaft, Dünen, aber auch mit Palmen und meterhohen Farnen steht ein Ogham Stein. Ogham ist ein früher in Irland benutztes Schriftsystem. Bei Ebbe ist es möglich bis zur Abbey Island zu wandern. Der Ausblick auf die Skellig Michael und die Küste ist großartig.

Es geht am Ende der Bucht den Coomakista Pass hinauf mit großem Parkplatz und einer Christusfigur. Der Pass ist um die 210 Meter hoch und überquert hier die Beenarouke Mountain. Zum einen blickt man hinunter in die Derrynane Bay, Abbey Island, Deenish Island und Scariff Island und in die andere Richtung nach Waterville auf das Loher Stone Fort sowie in die Ballinskelligs Bay.

Über die folgende Abfahrt erreicht man Waterville. Dieser Touristenort liegt zwischen der Ballinskelligs Bay und dem Lough Currane. Bei Anglern und Golfern ist der Ort sehr beliebt.

Und auch Charlie Chaplin hatte an diesem Ort gefallen gefunden. Von 1959 an reisten er und seine Familie jährlich für viele Jahre immer um Ostern herum nach Waterville. Eine Bronzestatue erinnert an seine Besuche. 

Der Ring of Kerry verläuft jetzt auf der N70 weiter direkt nach Cahersiveen. Der Wild Atlantic Way biegt kurz hinter Waterville links ab auf den Skellig Coast Drive. Dieser Abschnitt zählt für mich mit zu den schönsten entlang des gesamten WAW. Die Straße führt um die Ballinskelligs Bay herum zum wunderschönen Blue Flag Strand von Ballinskelligs. Am Ende der Bucht liegt an einem weiteren Strand die Ruine des McCarthy’s Castle. Auf einem kurzen Spaziergang am Wasser entlang kommt man zur Ballinskelligs Abbey, die Ruine eines Augustiner-Klosters. Über eine Bergkuppe hinüber (Passhöhe 110 m) geht es hinunter zu einer weiteren Bucht. Der Ausblick auf die beiden Skellig-Inseln ist brillant. Unten an der Bucht mit kleinem Strand und einer Schokoladen-Fabrik, geht es wieder bergauf. Im letzten Abschnitt sogar in drei Spitzkehren. Die Straße ist zwar nicht gerade sehr breit, aber der Verkehr ist gering und die Reisebusse fahren hier ja nicht entlang. Es geht bis auf 250 m hoch. Den Ausblick auf Portmagee und die vorgelagerte Valentia Insel ist grandios. Ein kleiner Parkplatz lädt zum kurzen Innehalten ein.

Etwas weiter unten geht es beim Café Kerry Cliffs zu den Cliffs of Kerry. Von den etwa 100 m hohen Klippen bietet sich einem ein grandioser Ausblick entlang der zerklüfteten Küste. 

In der Ortschaft Portmagee starten die Bootstouren zu den 12 km entfernten Skellig Islands: Skellig Michael und Little Skellig. Skellig Michael, die größere der beiden Inseln, wurde 1996 zum UNESCO World Heritage Site deklariert. Auf ihr steht ein aus dem 6. Jh. stammendes, gut erhaltenes Mönchskloster. Die Gebäude bestehen aus den Beehive huts, den Bienenkorbhütten, so genannt, weil sie die Form von Bienenkörben haben. Die ganze Anlage wurde terrassenförmig auf einer Höhe von rund 200 m errichtet, der höchste Gipfel der Insel ist knapp über 230 m hoch. Über 600 (sechshundert) in Handarbeit angelegte Treppen führen steil dorthin bergauf. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte von einem Besuch der Insel absehen. Etwa 600 Jahre wurde die Insel von den Mönchen bewohnt. Im Sommer nisten heute Papageitaucher (April-Juli) auf der Insel. Der Besuch dieser Insel ist ein absolutes MUSS. Wale und Delfine passieren auch häufig die Insel. Meist auf der Rückfahrt wird noch die kleinere Insel Littel Skellig umrundet. Sie ist für Menschen tabu. Auf ihr leben über 22.000 Baßtölpel, weltweit eine der größten Populationen. Ein sagenhafter Trubel auf der Insel. Auch unglaublich zu beobachten, wie die Vögel aus großen Höhen mit angelegten Flügeln wie Pfeile ins Wasser stoßen, um Fische zu jagen.

Wer nicht schwindelfrei oder nicht seetüchtig ist oder meint, dem erklimmen der 600 Stufen nicht gewachsen ist, der kann im Skellig Experience Visitor Centre in einer Ausstellung alles über die Insel erfahren und sich einen Film über selbige anschauen. Das Besucherzentrum liegt gleich hinter der Brücke, die von Portmagee auf die Insel Valentia führt.
In Portmagee liegen einige Pubs direkt am Hafen mit Draußensitzplätzen. Hier zum irischen Bier ein leckeres Fischgericht zum Sonnenuntergang ist etwas Feines. 

Oder Fahrt zum Bray Head, dem westlichen Ende der Insel Valentia. Der Parkplatz bietet eine sensationelle Stellmöglichkeit (2 € pro Tag) mit sagenhafter Aussicht. Eine Wanderung zum Bray Tower hoch über dem Meer ist wunderbar. Es geht für 2 km sachte aufwärts. Der Ausblick ist spektakulär. Ich bin den Weg einmal zum Sonnenuntergang gucken hochgegangen. Dort habe ich dann noch die halbe Nacht verbracht, um Mitte August Sternschnuppen zu beobachten. Das Wetter spielte mit und auch die Milchstraße war ganz toll zu sehen. Nach Mitternacht mit Taschenlampe ausgerüstet ging es zurück zum Parkplatz – wundervoll!

Bray Head ist aber nicht das einzige Highlight, das diese Insel zu bieten hat. Eine Fahrt zum höchsten Punkt der Insel, zum Geokaun Mountain & Fogher Cliffs, bietet 360° Rundumblicke über die 12 km lange und bis zu 5 km Breite Insel. 266 m ist der Gipfel hoch und der Blick bis hinüber zur Dingle Halbinsel mit der Blasket Insel, den Skelligs oder auch zum Leuchtturm von Valentia Island ist grandios. In Knightstown geht es mit der Fähre wieder zurück zum Ring of Kerry.

Cahersiveen ist der nächste Ort, in dem man alle Vorräte wieder auffüllen kann. Männix Point Campingplatz am Ortanfang liegt toll am Wasser.
Die Straße führt vom Wasser weg auf etwa 125 m hoch zwischen Berggipfeln hindurch, die um die 700 m hoch sind. Bergab geht es wieder Richtung Küste aber nicht bis ganz auf Meereshöhe. Die Berge reichen hier bis ans Wasser ran und auf einem schmalen Grad führt die Straße oberhalb des Wassers entlang. An einigen Parkplätzen kann man diese tolle Aussicht hinüber zur Dingle Peninsula genießen. In Glenbeigh geht es zu einem wundervollen langen Strand. Die Parkplätze haben allerdings eine Höhenbarriere. Auf der anderen Seite der Bucht liegt ebenfalls solch ein sagenhaft langer Strand, der ins Wasser hineinragt (Inch Beach). Und dort darf man auf den Strand fahren, auch mit Womos. Die Fahrt bis Killorglin am nördlichen Ende der Iveragh Halbinsel ist flach. Wenn ihr Mitte August in der Stadt seit, könnt ihr eines der ältesten Festivals Irlands miterleben: Puck Fair. An drei Tagen ist eine wilde Bergziege gekröntes Oberhaupt der Stadt.

Kurz hinter der Stadt geht es in Castlemaine links weg auf die Dingle Halbinsel. Die ersten 20 km sind noch nicht so prickelnd. Zwischen den Slieve Mish Mountains und der Küste geht es bis zum erwähnten Inch Beach. Hier ist ein Stopp Pflicht. Was für ein sagenhaft langer und breiter Strand (bei Ebbe). Wellenreiten ist hier sehr beliebt.

Einige Kilometer verläuft der WAW direkt oberhalb der Küste und den Bergen entlang.
Die nächsten knapp 30 km bis Dingle sind gut zu fahren. Die Stadt ist bei Iren als Touristenort sehr beliebt. Der berühmteste Einwohner der Stadt ist ein Delfin (Fungie). Er liebt es, die Boote, die seinetwegen in die Bucht hinausfahren, zu begleiten. Und das macht er bereits seit den 80er Jahren! Abends sind die vielen Pubs (über 50 für 1.400 Einwohner) immer gut besucht und Live-Musik dringt bis auf die Straßen.
Hinter Dingle folgt der WAW dem Slea Head Drive. Am Ende der Halbinsel ist die Straße in die fast senkrechten Felsen gehauene worden. Der Slea Head, das südwestliche Ende der Halbinsel, wird durch ein großes weißes Kruzifix markiert. Die Straße ist sehr schmal und mal eben anhalten um ein Foto zu schießen oder die sagenhafte Aussicht zu genießen ist nur an sehr wenigen Stellen möglich. Fahrt hier am frühen morgen oder gegen Sonnenuntergang entlang. Dann, wenn die „normalen“ Touristen in ihren Unterkünften sind oder die Restaurants in Dingle besuchen. Da ist es hier recht ruhig und dieses wunderschöne Ende der Halbinsel kann man dann wesentlich besser genießen. Da kann man dann den Blick auf die Blasket Island, die Skelligs, Dunmore Head und den weiten Horizont genießen. Und mit etwas Glück spottet man Delfine, Wale oder Robben.

Beehive Huts (Bienenkorbhütten) wie man sie auf Skellig Michaels findet, gibt es auch entlang des Slea Head Drives zu sehen. Informationen und Ausstellungen zur Famine, der großen Hungersnot von 1845 bis 1852, erwarten einen auch auf dem über 30 km langen Slea Head Drive im Famine Cottage.
Alle Ortsnamen auf der Halbinsel sind nur in gälisch geschrieben, was die Orientierung etwas erschweren kann. In den meisten Teilen Irlands stehen sie auf den Ortsschildern in englisch und gälisch.
Der Slea Head Drive ist ein Rundkurs mit Start und Ziel in Dingle. Um an die Nordseite der Halbinsel zu kommen fährt man über den Conners Pass. Es geht an der Dingle Brewing Company (ist zu besichtigen) vorbei. Hier wird das Crean’s Beer gebraut. Benannt wurde es nach Thomas „Tom“ Crean, einem irischen Polarforscher, der in der Nähe (Anascaul) geboren wurde. Dort hatte er nach seinen Polar-Expeditionen mit Robert Falcon Scott und Shackleton das South Pole Pub eröffnet.
Auf einer gut ausgebauten Straße geht es den Connor Pass hinauf. Es ist Irlands höchste Passstraße. Die Warnschilder an der Straße, dass Fahrzeuge nicht breiter als 1, 80 m und länger als 7,30 m, sein dürfen, die diese Straße passieren wollen, sollte man ernst nehmen. Auch wenn euer Fahrzeug größer ist, fahrt zumindest die 7 km bis zur Passhöhe und genießt die Aussicht vom 456 Meter hoch gelegenen Parkplatz, sie ist wirklich spektakulär. Der höchste Berg der namenlosen Gebirgskette ist der 952 Meter hohe Mount Brendan.
Wenn das eigene Fahrzeug nicht weiter durch die Straße passt, sind es von Dingle in die nächste Stadt (Tralee) am nördlichen Ende der Dingle-Halbinsel knapp 50 km. Auch dieser Weg führt über die Bergkette, die die komplette Halbinsel durchzieht. Es geht auf knapp 200 m hoch und der Ausblick voraus über die Tralee Bay ist prima. Unterhalb sieht man einige Campingplätze.

Tralee ist mit seinen 21.000 Einwohnern die Hauptstadt des County Kerry. Eine Fußgängerzone mit Einkaufszentren lädt zur Abwechslung mal zum Shoppen ein. Jährlich Mitte August findet das Festival „Rose of Tralee“ statt. Frauen irischer Abstammung aus der ganzen Welt nehmen beim Schönheitswettbewerb Rose of Tralee teil. Der Titel des Wettbewerbs entstammt einer Textzeile eines alten Volksliedes in dem es hieß: „That made me love Mary, the Rose of Tralee“. Über 50.000 Besucher kommen zu dem 9-tägigen Festival in die Stadt. 

Die folgende Etappe bis zum Ziel dieses Abschnitts, bis nach Tarbert, ist auf direktem Wege knapp 50 Kilometer lang. Der Wild Atlantic Way braucht 82 Kilometer. Er führt durch landwirtschaftlich genutzte Fläche und ist selten am Wasser. Sehenswert ist das Franziskanerkloster in Ardfert oder die geteilten Strände Ladies Beach und Mens Beach in Ballybunion, geteilt von der auf einem Felsen stehenden Schlossruine. Da es gleich zu Beginn der nächsten Etappe (Tarbert – Galway) spektakulär weitergeht, kann man hier ruhigen Gewissens die direkte Variante wählen.
In Tarbert fährt man mit der Fähre über den Shannon, Irlands längsten Fluss.

Fortsetzung folgt ......