Wanderung in die Weinberge über Mauchen und Schliengen

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Wanderung in die Weinberge über Mauchen und Schliengen

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Wanderung in die Weinberge über Mauchen und Schliengen

Rundwanderung durch sonnige Reblandschaften in der Heimat des Gutedel im Markgräfler Land von Auggen auf den Himmelberg

Freeontour Wandertipp aus dem Rother Wanderbuch Weinwandern Südbaden: Schliengener Sonnenstück, Mauchener Sonnenstück und Auggener Schäf, so die wohlklingenden Namen der Weine aus dem vom Klima begünstigten südlichen Markgräflerland, der Heimat des Gutedel. Die Lagen sind erstklassig, und das nicht nur für den Weinbau, für den die warmen, kalkhaltigen Löss-Lehmböden von Vorteil sind, sondern auch für aussichtsliebende Wanderer. In den ausgedehnten Reblandschaften, die sich zwischen den hübschen Winzerdörfern Auggen, Mauchen und Schliengen erstrecken, kann der Blick ungehindert in die Ferne schweifen. Während wir zu Beginn unserer Runde den Schwarzwald im Sichtfeld haben, überblicken wir vom Himmelberg oberhalb von Mauchen das ganze Rheintal mit der gleichnamigen Bahntrasse, das von oben wie eine Modelleisenbahnlandschaft aussieht.

Daten zur Rundwanderung im Markgräflerland 

Schwierigkeitsgrad: leicht
Dauer: 2 Stunden, 30 Minuten
Länge: 8,7 km
Höhenunterschied: 230 m
Anforderungen: Zwei lange Anstiege
Markierung: Gelbe Raute, Weinlehrpfad Schliengen, Markgräfler Wiiwegli, Jakobusweg, Weinlehrpfad Auggen, teilweise unmarkiert
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Steinacker östlich vom Auggen am Waldrand, 335 m, beschilderte Anfahrt auf der Eckgasse, Bus- und Bahnanschluss in Auggen (Navi: Eckgasse, 79424 Auggen)
Einkehr: In Mauchen und Auggen
Weingut: Winzerkeller Auggener Schäf eG; Erste Markgräfler Winzergenossenschaft zu Schliengen-Müllheim eG
Wanderkarte: LGL-Wanderkarte Südliches Markgräflerland, 1:35.000

Beschreibung der Wanderung von Auggen auf den Himmelberg 

Vom Wanderparkplatz Steinacker (1), 335 m, hoch über dem Weindorf Auggen folgen wir mit der gelben Raute dem breiten Saatschulweg und blicken nach Verlassen eines ersten Waldstücks links hinter uns auf eine großflächige Weinlandschaft und links vor uns die Südschwarzwälder Vorberge. Der Weg führt in Richtung Süden und bald wieder in den Wald. Bei der roten Sitzbank am Waldende biegen wir scharf rechts ab, schreiten dann kurz am Feldrand entlang und folgen anschließend dem steinigen Weg in den Forst, wo wir auf einer Kuppe den Wegetreff Streitecken (2), 416 m, erreichen. 

Von dort wandern wir mit unserer Markierung im Mischwald links hinab in Richtung Ritzenberg. Am Waldrand empfängt uns ein toller Ausblick. Kurz darauf passieren wir das Weinanbaugebiet auf dem Ritzenberg (3), 362 m. 

Fortsetzung der Tour 

Unser Weg mündet in einen asphaltierten Weg, dem wir rechts folgen. An der fünfteiligen Wegspinne geht's unmarkiert geradeaus auf einen Weg, der zwischen zahlreichen Traubenstöcken zum aussichtsreichen Frauenberg (341 m) führt, wo wir eine weiß getünchte Winzerhütte mit Rastbank vorfinden. Links schauen wir hinab zum Winzerörtchen Mauchen, rechts führt unser Weg weiter. Direkt nach einer Linkskehre wenden wir uns rechts und keine zwei Minuten später wieder scharf links. Auf dem Weg talwärts passieren wir den Mauchener Friedhof, im Talgrund kreuzen wir die Auggener Straße und gehen danach weiter zum Haldenhof (4), 291 m. Beim Verlassen des Vorhofgeländes schreiten wir zunächst geradeaus in Richtung Süden und sehen links den markanten Hochblauen aufragen. An der ersten Verzweigung nun wieder mit der gelben Raute rechts und beim Steinkreuz in der Halde weiter bergan zu einer gemauerten Winzerhütte. Der örtliche Wanderweg bringt uns hinauf zum Standortpfosten Himmelberg (5), 341 m, wo wir einen weiten Blick über die Reben hinweg auf die Rheinebene, den Schweizer Jura und nach Frankreich genießen. Anschließend leitet uns der Weinlehrpfad Schliengen, der interessante Informationen parat hat, hinab zum Wegetreff Roggenbach (6), 300 m.

Hier stoßen wir auf das Markgräfler Wiiwegli und den Jakobusweg. Wer jetzt zur Weinprobe bei der Winzergenossenschaft Schliengen möchte, geht hier für 1,4 km links, alle anderen folgen den Fernwanderwegen rechts durch die Reblandschaft. Unterwegs erfreuen wir uns permanent einer schönen Aussicht. Bei einem kleinen Wald, den wir die Richtung beibehaltend passieren, bietet sich eine Picknickbank (7), 301 m, zur wohlverdienten Wanderrast an. Bald erkennen wir vor uns Auggen und den Hurrberg. Am Auggener Schäf breitet sich ein unglaublich weitläufiges Weinland vor uns aus. Am Ortsrand von Auggen (8), 298 m, verlassen wir Wiiwegli und Jakobusweg, indem wir unmarkiert geradeaus weiter wandern. Zwischen Wohngebiet und Rebhang umwandern wir den Ort, biegen dabei nach fünf Minuten rechts hinauf und am Querweg links ab. Nach den letzten Häusern marschieren wir auf dem Auggener Weinlehrpfad durch die wiesendurchsäte Reblandschaft bergwärts zum Waldrand. Links versetzt befindet sich unser Ausgangspunkt (1).

Winzertipp zur Wanderung

In der vor weit über 100 Jahren gegründeten Ersten Markgräfler Winzergenossenschaft zu Schliengen-Müllheim (Am Sonnenstück 1, 79418 Schliengen) werden Trauben verarbeitet, die in ausgezeichneten Lagen wie dem Schliengener und dem Mauchener Sonnenstück auf warmen, kalkdurchsetzten Löss-Lehmböden heranreifen. Wie im Markgräflerland üblich werden vor allem Gutedel und Müller-Thurgau angebaut, doch besondere Erwähnung verdient der Spätburgunder Rotwein vom Mauchener Sonnenstück - einer hervorragenden Rotweinlage in einem kleinen, von schützenden Wäldern umgebenen Seitental. Auf dem Gelände der Winzergenossenschaft findet jährlich (meist am zweiten Oktoberwochenende) der berühmte Ma­La­Pro statt, der Markt der Landwirtschaftlichen Produkte. Verkosten kann man die Weine der Schliengener allerdings auch auf den Schliengener Weintagen, die seit 2015 Ende August im Schlosspark stattfinden. Oder auf dem Weihnachtsmarkt am ersten Dezemberwochenende (voraussichtlich nicht im Jahr 2020), wo der bereits legendäre Winzerglühwein Sonnenglut (in rot und weiß) ausgeschenkt wird. 

Weinwissen - der Gutedel im Markgräflerland 

Dem einstigen Markgrafen Karl Friedrich (1728–1811) hat Baden nicht nur den Klingelberger, sondern auch die Ausweitung des Gutedelanbaus zu verdanken. Außerdem befreite der Landherr um 1783 die Winzer von der Leibeigenschaft und hob die erdrückenden Abgaben auf. Der Weinbau erlebte seinerzeit eine noch nicht gekannte Blütezeit. Nachdem Karl Friedrich 1780 nach einer Reise in die Schweiz die Anpflanzung von Gutedelreben – der vermutlich ältesten Kulturreben der Welt – im Markgräflerland veranlasst hatte, erfreute sich die recht empfindliche Pflanze einer rasant zunehmenden Beliebtheit. Heute machen die großen, hellen Gutedeltrauben etwa ein Drittel des Ertrags in der Region aus.

Lange Zeit jedoch galt der von Natur aus säurearme Gutedel, der schon im Alten Ägypten die wohlhabenderen Gaumen erfrischt haben soll, nur als einfacher Schankwein, der – obwohl er selten mehr als 11% Alkoholgehalt aufweist – besser zum Zechen als zum Genießen geeignet war. In den letzten Jahren aber hat ein grundlegender Imagewandel stattgefunden. Junge Winzer kreieren hervorragende Weine, die leicht und elegant sind. Der Gutedel wird sonst noch im benachbarten Elsass und in der Schweiz in größerem Stil angebaut und gekeltert, in allen anderen Weinbaugegenden ist die Produktion rückläufig. Neben dem Gutedel ist im Markgräflerland der Müller-Thurgau sehr beliebt, eine Neuzüchtung des Schweizer Professors Hermann Müller aus dem Kanton Thurgau aus dem Jahre 1882. Er steht als Weißweinsorte in der Region an zweiter Stelle.

Lust auf weitere Weinwanderungen entlang der Badischen Weinstraße? 

Die hier vorgestellte Rundwanderung im Markgräflerland von Auggen auf den Himmelberg sowie weitere 44 überwiegend leichte Wanderungen entlang der Badischen Weinstraße sind im Rother Wanderbuch Weinwandern Südbaden zu finden. Die Touren decken das Gebiet im sonnenverwöhnten Südbaden zwischen Karlsruhe und Lörrach ab und führen durch idyllische Winzerdörfer und Weinberge, zu urigen Winzerhöfen und Straußenwirtschaften und geben natürlich auch Infos zu Weinproben im Winzerkeller oder gar inmitten der Reben.

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