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Träume werden wahr - Mit dem Nexxo in Kroatien (Part 3)

Outdoor und Sport
buerstner
von Bürstner

Träume werden wahr - Mit dem Nexxo in Kroatien (Part 3)

Marianne Müller ist mit ihrer Freundin Inge im Nexxo unterwegs durch Europa und erzählt dabei von ihren Erlebnissen. Die Reise geht weiter Richtung Gebirge und Naturpark Velebit.

Wir haben noch gestern Abend so ziemlich alles eingeräumt. Tisch, Stühle, Wäscheleine, ich durfte sogar die Wäsche-klammern aufräumen, denn da kenne ich mich ja jetzt auch aus. Inge hat noch unsere frisch gewaschene Wäsche wieder in den Schubladen und Schränken verstaut, wir sind schon fast startklar.

Am Morgen haben die Temperaturen einen beträchtlichen Schritt nach unten gemacht. Sie sind sogar mit einer Differenz von 20 Grad nach unten gerasselt, so dass wir heute am frühen Morgen bei 15 Grad angekommen waren. Auch die schöne blaue Adria hat sich mit dem Alltag vermischt. Gerade vergisst sie ihre Farbenpracht zu zeigen, stattdessen baut sie immer mehr Schaumkronen auf, Schaumkrönchen wäre geschmeichelt. Die Wellen krachen mächtig gegen die Felsen. Herr Neu-Ulm war als einziger Mensch trotzdem im Wasser. Auch da sind die Temperaturen auf 18 Grad gesunken, der Wind und die Wellen verleiten nicht zum Baden. Für uns macht es die Abreise und das heutige „do viđenja schöne blaue Adria“ viel einfacher.

Kaffeegeschirr spülen, Schmutzwäsche von gestern in die entsprechenden Behältnisse, Gas zudrehen, Fernseher einklappen und aufräumen, und dann zu guter Letzt Strom abhängen, eventuell noch Auffahrkeile verstauen und es kann los gehen. Das liest sich viel schlimmer, als es ist. Wir haben schon lange unsere Routine darin, jeder Handgriff sitzt, sowohl bei Inge wie bei mir, und es ist eigentlich genau wie zu Hause, da gibt es ja auch morgendliche Routine.

Wir sind also bereit, abzufahren, doch wen sehen wir denn da, kaum zu glauben, Willi ist sichtbar. Fangen wir mal unten an: Blaue Badeschuhe, hochmodern und ohne Socken!!! Ein orangefarbenes „Höschen mit schwarzen Seitenstreifen“, entweder aus Ballonseide oder aus Polyester, das sich bei jedem Windstoß richtig aufbläst, und dann – unverzichtbar - weißer Feinripp. Willi steht da, Mund offen, und schaut mir beim Rangieren zu. Inge sagt nur noch: , und damit meint sie sicher nicht mich.

Ein Abschiedsblick noch auf die Badebucht, dann noch einkaufen im Plodine und ab in die Berge. Wir wollen das Velebit Gebirge nochmal durchqueren. Doch bevor wir dorthin kommen, gilt es noch Sträßchen zu passieren und Dörflein zu durchqueren. Immer wieder sehen wir auch die Überbleibsel des schrecklichen Krieges. Zerbombte Häuser, zerschossene Orte, von denen so gut wie nichts mehr übrig blieb. Es ist nicht das, was man Touristen zeigen will, so wie wir es in Dubrovnik erlebt haben, sondern das Elend, das der Krieg auch nach ca. zwanzig Jahren noch hinterlassen hat. Es ist die Gegenwart der Vergangenheit.

Wir fahren durch ein Dorf, das recht modern erscheint. Neue Häuser, frische Farben und ein dicker Stein auf der Straße. Ich zirkele den Stein zwischen die Räder, und Inge macht mich auf den Panzer aufmerksam. Nein, nicht den Panzer, der irgendwo als Relikt steht, sondern der "auf dem Stein". Mein vermeintlicher Stein war eine ziemlich große Schildkröte, die ich dann zum Glück nicht geknackt habe. Dann geht es die Serpentinen und S-Kurven hoch ins Velebit. Dieses Karstgebirge mit den riesig wirkenden Steinformationen ist richtig interessant. Velebit heißt frei übersetzt "großes Wesen", und so gibt es viele geheimnisvolle Erzählungen um das mächtige Gebirge. Fährt man hindurch, so kann man das nachvollziehen. Hinter jeder Kurve könnte ein Fabelwesen warten. Schluchten und Seen, Felsen und Höhlen, Weite und totale Enge, einfach eine Erlebnisfahrt. Die Straßen sind relativ gut zu befahren, obwohl sie natürlich volle Konzentration verlangen. Es ist nicht viel Verkehr, die meisten Fahrzeuge fahren über die Autobahn, denn die Fahrt durchs Gebirge bedeutet auch Zeit einzukalkulieren. Vorbei am CP Borje, von wo aus wir die Plitwitzer Seen besucht haben, vorbei an den Parkplätzen zu den Seen und Höhlen, stetig Richtung Karlovac.

Bei Rakovica stehen sehr viele LKWs auf den Parkplätzen. Die Straßenränder sind voll geparkt. Das sehen wir auch bei Slunj nochmals. Riesige Parkplätze, gefüllt bis zum letzten Meter mit LKWs. Hier muss der Transport aller möglichen Güter nach Bosnien Herzegowina durchgehen. Wir kennen tägliche LKW Staus von unserer A5 vor Basel, aber wir sind beide überzeugt, noch nie eine solche Ansammlung von LKWs gesehen zu haben.

Vom Essen her fehlt uns noch die Spezialität des Schweins vom Grill, und das gibt es entlang der Landstraße wieder. Also erklären wir ein Restaurant, wo nur einheimische Autos parken, zur menschlichen Futterkrippe. Wir werden nicht enttäuscht, im Gegenteil, die freundliche Serviererin macht uns darauf aufmerksam, dass eine Portion Schweinebraten 350 Gramm sind, und wir sollen doch besser einfach 500 Gramm vom Schweinebraten bestellen. Wenn man dann die Knochen abzieht, dann ist es eine gute Portion. Das ist ja mal was. Da dieses Fleisch den ganzen Tag am Grill dreht, ist es knusprig und saftig. Eine richtig gelungene Entscheidung, die uns auch fit macht für die Weiterfahrt. Gegen fünf am Nachmittag kommen wir in Karlovac an. Wir sind wieder auf dem CP Slapic in Dugaresa, dort wo wir Bodil und Stefan getroffen haben. Da nehmen wir doch gleich mal Kontakt mit den beiden auf, und die gegenseitige Freude darüber passt gut in den heutigen Tag.

Wir beschließen, von hier mit unserer Casima nach Zagreb zu fahren, denn zweimal 2 Stunden mit der ollen Bimmelbahn, ich könnte auch Bummelbahn sagen, reizen uns nicht gerade. Von dort aus gehen wir dann auf die Autobahn nach Ungarn.

Zuerst aber wollen wir heute dem WM Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal zuschauen. Von links heißt es good luck, von rechts bonne chance. Der Engländer kommt sogar in der Halbzeit als Strahlemann, Daumen nach oben, fantastic team the Germans, nur die anwesenden Niederländer sind desinteressiert am Spiel der deutschen Mannschaft. Das kann man natürlich nicht generell sagen, aber beim Blick in die Runde haben wir so leicht den Eindruck. Deutschland gewinnt gegen Portugal mit 4:0 Toren, wer hätte das gedacht. Lore meint, sie darf am nächsten Tag mit ihrem deutschen Auto nicht auf die Straße, und diesem Witzchen stimmen wir sogar zu.

Wer jetzt schon wissen will, wie die Reise im Nexxo weitergeht, der kann das Buch "Träume werden wahr" von Marianne Müller auch im Tredition Buchshop erwerben.