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Träume werden wahr - Mit dem Nexxo in Kroatien (Part 2)

Outdoor und Sport
buerstner
von Bürstner

Träume werden wahr - Mit dem Nexxo in Kroatien (Part 2)

Marianne Müller ist mit ihrer Freundin Inge im Nexxo unterwegs durch Europa und erzählt dabei von ihren Erlebnissen. Die Reise geht weiter auf die Insel Pelješac, mit der Besichtigung der Stadt Ston.

Tag der Schalen-, Kriech- und Panzertiere, so könnte man den heutigen Tag zumindest zum Teil beschreiben.

Wir fahren auf dem CP Kate in Mlini ab, um dann auch den Wendepunkt unserer Reise einzuleiten. Dubrovnik hatten wir als südlichsten Punkt eingeplant. Wir verabschieden uns noch von Simone und Jürgen, unsern netten Nachbarn, und vielleicht sieht man sich ja noch einmal irgendwo. Heute wollen wir nicht weit fahren. Noch vor dem Neretva Delta biegen wir links ab und kommen auf die Insel Pelješac. Hier gibt es eine Besonderheit.

Ston, heute ein nettes kleines Örtchen, war als das Tor zum Pelješac eine sorgfältig bewachte Pforte. Von 1333 bis 1808 gehörte die Insel Pelješac zur Republik Dubrovnik. Da muss man sich etwas genauer überlegen, es sind fast 500 Jahre. Und auch heute beginnt Kroatien mit dem Autobahn- und Brückenbau zur Insel Pelješac, um damit unabhängig von Fähren und vom Grenzübergang Bosnien-Herzegowina zu sein.

Das ist sie also, die Insel des Weins und der Meeresfrüchte. Beides wird hier in nicht unbedeutenden Mengen gezüchtet, doch als erstes fällt uns die riesige Steinmauer auf, die wie die chinesische Mauer in Verzweigungen über den großen Karstfelsen führt. Das hat folgende Bedeutung: Ston hat zwei Ortsteile, Mali Ston und Veliki Ston. Diese beiden Ortsteile liegen an zwei verschiedenen Buchten, die wiederum durch einen Berg getrennt sind. Die mächtigen Mauern und das sehr durchdachte Befestigungssystem der Anlage verbinden die beiden Ortsteile dennoch. Klar, dass heute auch gute Straßenverbindungen da sind, aber wer will, kann sich gern bei weit über 30 Grad auf den steinigen Höhenweg begeben. Immerhin gibt es noch 20 Wehrtürme. Der Rundblick muss toll sein, aber wir ersparen uns trotzdem den Weg und schauen erst einmal die Austernzuchtanlage an, soweit man das überhaupt so sagen kann. Wir schauen auf die malerische Bucht, eine Handvoll Boote dümpeln dort, und es riecht hier nicht so nach extremem Tourismus. Die Austern, gratiniert mit Parmesankäse, reizen dann doch unsere Geschmacksnerven. Sie sind besonders, wenn sie so gerade frisch aus dem Wasser kommen, ein wahrer Hochgenuss, vorausgesetzt, man mag sie in dieser Form und überhaupt.

Unsere Meinung von Besuchern werden wir ganz schnell ändern, denn sie kommen wieder, die Busse, die die Asiaten von den Schiffen an die interessanten Plätze bringen. Wir machen uns auf, um die Insel kennenzulernen. Da finden wir sie, diese so oft beschriebenen Straßen, eng, direkt am Steilhang, keine Seitenbefestigungen, keine Leitplanken. Dafür aber atemberaubende Aussichten über Meer und Inseln. Schon bald ist auch das erste Kriechtier zu sehen, es schlängelt sich gemächlich über die Betonpiste, und es passt genau zwischen unsere Räder. Wandern hier, besser nicht, Warnungen vor Wildschweinen, na das wär's ja, keine Randbefestigung, keine Leitplanke aber Wildschweine. Das bleibt uns erspart. Stattdessen sehen wir den Weinbau, wo die Reben in steilen Hängen, die bis zu siebzig Prozent Steigung haben, bearbeitet werden müssen. Das geht nur mit Steigeisen, also sehr mühsam. Dafür sollen hier die besten Weine Kroatiens wachsen. Da Kroatien über siebenhundert Rebsorten hat, können wir diese Aussage weder bestätigen noch dementieren. Die Wärme, der Boden und die Sonne bieten aber optimale Voraussetzungen. Diese werden dadurch gekrönt, dass es so wenig Luftfeuchtigkeit gibt, dass Schimmelpilze keine Chancen haben. Gleichzeitig heißt das natürlich auch, Ein-sparung von Spritzmitteln. Wir werden die edlen Tropfen genießen und uns daran freuen. Vorher kommen aber noch die letzten Kilometer bergab, und da soll der wunderbare CP direkt am Meer liegen.

Er liegt am Meer, von wunderbar keine Rede, und wir sind am goldenen Horn gelandet, wegen des starken Windes ein Paradies für Surfer und Kiter. Das haben wir wohl überlesen; wir wenden und sind mit dem Heck so gerade über dem Rand der Fluten, die sich im Rahmen der Gezeiten gerade über die allerseits vorhande-nen Kiesstrände schieben.

Wir fahren wieder bergauf, ok, nehmen wir den anderen CP. Hier sind zwecks Erweiterung riesige Bauarbeiten im Gang. Ein dickes, fettes Baufahrzeug und wir teilen uns die spärliche Straße, und dann muss ich wenden. Der Capo vom Bau meint natürlich mal wieder, Frau kann das nicht. Er rudert wild mit den Armen. Inge steigt aus, Rückfahrkamera an, und das machen wir immer selbst. Dann wieder bergauf, an der im Bau befindlichen Rezeption rechts ab, und kurz danach links, da gibt es Platz. Das kurz danach links ist eine Spitzkehre, die nicht mal einen Winkel von 45 Grad hat, dazu dem Heck keine Ausschwenkmöglichkeit gibt, also, die sollen uns mal gern haben. Wir suchen uns eine Wendemöglichkeit, und jetzt gibt es nur noch eine Möglichkeit, wenn wir einen Campingplatz wollen: Wir müssen ca. 50 km zurück durch die Berge fahren. Machen wir, und wenn wir die Nase voll haben, fahren wir alternativ zu einem Winzer auf den Hof. Wir fahren wirklich noch bis zum CP, doch vorher haben wir noch sehr schöne Begegnungen. Panzertiere, die man Schildkröten nennt, kreuzen unsern Weg. Nun ist ja das Tempo zwischen einer Schildkröte, einer Schlange und einem Geko sehr unterschiedlich, und so gelingt es mir, ohne Einsatz besonderer Fahrfertigkeit, die Schildkröte zu umkurven. Leider gibt es keine Haltebucht, und damit auch kein Foto. Wir sehen nochmal eine Schildkröte, und das ist so in freier Natur doch eine Seltenheit. Leider gibt es auch hier keine Möglichkeit für den Fotostopp. Kurz vor dem Ort Ston geht es rechts ab zu einem Fähranleger. Da soll ein guter Campingplatz sein. Rechts ab heißt echt abwärts, mindestens wieder 12% Gefälle, auf kürzester Strecke erreichen wir Meereshöhe und die Einfahrt zum CP. Hier gibt es auch den einzigen bisher gesehenen Sandstrand, der aber den großen Lastwagen zu verdanken ist, die den Sand hier abgeladen haben. Wir finden ein gemütliches Plätzchen und erfahren, dass das Restaurant des CPs auf die Zubereitung von Muscheln aus der hiesigen Zucht spezialisiert ist. Vielleicht ein Plan für morgen.

Wer jetzt schon wissen will, wie die Reise im Nexxo weitergeht, der kann das Buch "Träume werden wahr" von Marianne Müller auch im Tredition Buchshop erwerben.