TAG 4: Verona, Vicenza, Asolo – eine Wohnmobiletappe mit drei echten Highlights

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TAG 4: Verona, Vicenza, Asolo – eine Wohnmobiletappe mit drei echten Highlights

„Carmen“ in der Arena di Verona gehört zu den Höhepunkten der Kulturlandschaft Italiens. Wir verraten, was beim Besuch der Arena zum Pflichtprogramm gehört.

Danach schicken wir Sie auf eine Sherlock-Holmes-Tour auf der Suche nach einem Architekturmotiv. Und zeigen Ihnen, wo sich am Südhang der Alpen die idealtypische italienische Stadt versteckt – was sie nun wahrlich nicht nötig hat!

Freizeitaktivitäten für den vierten Tag auf Wohnmobilreise durch Italien

Veronas beste Osterien und Restaurants

Prosciutto, Panini und ein Gläschen Bardolino – mit einer Tour durch Veronas Osterien und Trattorien beginnt für Kenner die wahre Festspielsaison

Weshalb Sie vor dem Arena-Besuch für eine Grundlage sorgen sollten

Verona im Juni, 20.30 Uhr: Das Volk drängt durch die Gassen hin zur großen Arena. Ob Verdi, Puccini oder Bizet, um 21 Uhr öffnet sich der Vorhang zum großen Sommerspektakel, den Festspielen von Verona. Bis spät nach Mitternacht kann das Spiel um Liebe, Verrat und Tod dauern. Wer da nicht beizeiten für das leibliche Wohl sorgt, den verlässt schnell die Kondition. So kursiert auf den Internetseiten der Tipp vom urigen Picknick mit Prosecco und Prosciutto in der Arena. Doch allein bei der mitgebrachten Flasche Wein spielen die Sicherheitskontrolleure nicht mit – an Gläser, Messer oder Gabel ist schon gar nicht zu denken. So verlegt man die Sorge um sein Wohlergehen besser auf die Stunden vor Vorstellungsbeginn und lässt sich vini e panini in einer der traditionellen Osterien schmecken.

Verona – Geburtsort des Fingerfoods

„Andar per goti!“ – „gehen wir auf ein Gläschen!“ – heißt die reizvolle Art der Veroneser, mittags, nachmittags oder abends eine vernünftige Grundlage zu schaffen. Dass man dabei in einer Weinbauregion nicht nur an ein Gläschen denkt, sondern durchaus an „das ein oder andere mehr“, versteht sich von selbst. Genauso selbstverständlich sind die verführerischen deftigen Häppchen, die zum Wein gereicht werden – nicht umsonst gilt die Stadt in der Etsch-Schleife als Geburtsort des Fingerfood. So locken die urig-gemütlichen Osterien zu einer Genusstour durch die Altstadt, um auf unverwechselbar italienische Weise unbeschwerte Lebensfreude zu zelebrieren.

Hier lernen sich Einheimische und Touristen kennen

20, 30, vielleicht 50 dieser Weinbars mögen sich in der Festspielstadt angesiedelt haben, keiner hat sie gezählt. Manche haben inmitten ihrer dunklen Holzvertäfelung schon die Urgroßväter der heutigen Gäste bewirtet, nennen sich regionaltypisch „Ostaria“ mit zwei „a“. Andere haben erst kürzlich Fuß gefasst, glänzen mit modernen Einrichtungsideen und haben „Enoteca“ auf ihre Ladentafel geschrieben. Gemütlich sind sie alle! „Und gut essen kann man bei uns auch überall“, weiß Sara, die junge Chefin der Osteria Sottoriva. „Unsere Küche ist einfach, aber ehrlich. Und mit einem Gläschen Wein dazu sind sich Einheimische und Touristen schnell nicht mehr fremd“, lacht sie.

Lardo und Soppressa per Kopfnicken

Natürlich weiß auch sie, dass in der Romeo-und-Julia-Metropole Fremde zum Stadtbild gehören. Erstaunlich, dass dabei die Osterien ihren ursprünglichen Charme und ihre traditionelle Küche bewahren konnten. Sie locken mit kalter Schweinewurst und gerolltem Bauchspeck, Mortadella und Gemüsekuchen, Lardo-Crostini und Soppressa, Stockfisch und bunten Salate. Oft stehen die Leckerbissen auf großen Tabletts an der Bar und ein Nicken zum Wirt genügt, damit das Schlemmen beginnen kann.

Polpettine – die sollten Sie probieren!

Abgerechnet wird zum Schluss ganz unkompliziert an der Kasse. Das kann dann so aussehen: 0,1 l Prosecco und Valpolicella: je 1,50 Euro, 0,1 l Amarone: 5 Euro, 2 Panini Prosciutto: je 1,50 Euro, 2 Polpettine: je 1 Euro. Apropos Polpettine: Die fein gewürzten Fleischbällchen sind wohl die typischsten aller Verona-Häppchen. Wie es sich für eine norditalienische Stadt gehört, gibt es sie in den meisten Osterien auch in der Pferdefleischvariante – sicherlich nicht jedermanns Sache, aber eben sehr typisch. Kleine warme Köstlichkeiten lohnen in jedem Fall auch einen längeren Aufenthalt, bevor man in die nächste Bar weiterzieht: Tagliatelle mit Kaninchen, Risotto mit Amarone und Radiccio, Gnocci mit Kalbsragout, Polenta mit Lardo und, und, und. Bei solchen Verlockungen, einem Gläschen Wein und der zum Teil lauschigen Plätze unter Arkaden oder in Innenhöfen lässt sich’s auch an heißen Tagen wunderbar aushalten.

Treffpunkt der Prominenz

Wer die Veroneser Küche in ihrer ganzen Vielfalt kennenlernen möchte, braucht Zeit – und begibt sich am besten in die Hände von Mario Dandrea, dem Chefkoch der legendären Trattoria al Pompiere. Nur wenige Schritte vom touristisch belagerten Julia-Balkon entfernt, serviert Dandrea die zahllosen kleinen und großen Köstlichkeiten der Region.­­ Über 100 Jahre pilgern die Veroneser schon in ihr „Pompiere“, darunter zahllose Prominente und weniger Prominente, die den Gast von ebenso vielen Schwarz-Weiß-Fotos an den Wänden anlächeln. Sie alle kamen und kommen zu den wundervollen regionalen Käsen, die Dandrea mit vielerlei Marmeladen sowie Senf- und Honigsorten als Vorspeise serviert und dabei genau erklärt, welche Kombinationen am besten harmonieren.

Prosciutto in verschiedenen Reifegraden

Kenner lassen sich anschließend von Pompiere-Urgestein Natalino durch die Reifegrade seiner Schinken, Salamis und anderer Wurstköstlichkeiten begleiten. Andächtig schneidet er mit seiner roten Schinkenmaschine Scheibe für Scheibe zu einer großen Degustationsplatte, um sie anschließend fachkundig dem Feinschmecker anzubieten. Niemand bezweifelt nach solch einer liebevollen Einführung, dass Natalino wohl jedes Schwein beim Namen kannte …

Nicht verpassen: das süße Finale

Dann folgen ganz nach Appetit Dandreas köstliche Risottos, verschiedene Pasta, ein zartes Fischtartar oder auch ein in Amarone geschmortes Rinderfilet. So winkt schließlich manch ein Gast bei den vielfältigen süßen Desserts ab – was wirklich schade ist! Und es soll schon Feinschmecker gegeben haben, bei denen die abendliche Aufführung in der Arena angesichts der Pompiere-Köstlichkeiten in Vergessenheit geriet …

  • Ostaria del Bugiardo

Zwischen unverputzten Ziegelwänden und zahllosen Weinflaschen hat Winzer Alfredo Buglioni 2008 eine gemütliche, moderne Osteria eröffnet. Neben bunt belegten Panini, den feinen Valpolicellas, Bardolinos und Amarones gibt es im Bugiardo den wohl besten Spritz der Stadt, einen Aperitif aus Mineralwasser, Weißwein und Aperol. Corso Portoni Borsari 17

  • Osteria Sottoriva

Einfache Holztische unter einem steinernen Laubengang machen diese Osteria im alten, ruhigen Fährviertel Veronas zu einem herrlichen Sommer-Treffpunkt. Viele Einheimische kommen wegen der Pferde-Polpettine und anderen Köstlichkeiten, die Besitzerin Sara täglich neu auf einer Schiefertafel über der Bar anpreist. Via Sottoriva 9 a

  • Ostaria Verona

Auch diese traditionelle Ostaria hat einige Tische im Freien – im Gegensatz zur Osteria Sottoriva allerdings mitten im Trubel der Piazza delle Erbe. Bis 2 Uhr nachts mischen sich Touristen und Einheimische an den Holztischen. Auch nach Arena-Vorführungen bekommt man hier meist noch ein Gläschen. Eher kleinere Häppchenauswahl. Piazza delle Erbe 34

  • Osteria Caffè Monte Baldo

Rund 30 offene Weine, viele Panini und kalte Salate und die gemütliche Atmosphäre zwischen Weinregalen und dunklen Holzwänden laden zum Verweilen ein. Mittags zaubert Katy Scamperle auch das eine oder andere warme Gericht. Via Rosa 12

  • Enoteca Segreta

Moderne Weinbar in einem ruhigen Hinterhof im Zentrum Veronas. Im Sommer stehen ein paar Tische im Freien. Zum Käseteller hat man die Wahl aus mehreren hundert Weinen. Neben Salami, Schinken und Pasta auch einige Pferdefleisch-Spezialitäten. Vicolo Samaritana 10 Trattoria al Pompiere Mittags und abends unbedingt reservieren! Vicolo Regina d’Ungheria 5 Trattoria al Pompiere

Edles italienisches Leder im Outlet von Bottega Veneta

Was bringt man aus dem Italienurlaub mit? Richtig: gute Laune, guten Wein und eine neue Handtasche oder edle Schuhe. Lederwaren sind schließlich der Inbegriff von made in Italy. Besonders hochwertige Taschen, Schuhe, Portemonnaies und Accessoires fertigt Bottega Veneta. Seit seiner Gründung 1966 steht das mittlerweile zum GUCCI-Imperium gehörende Familienunternehmen für erstklassiges Material, zeitlos-edles Design und handwerkliche Herstellung. Eine eigene Scuola della Pelletteria sorgt für den Nachwuchs an Designern und Handwerkern.

Hier finden Sie Luxusleder zu Sonderpreisen

Markenzeichen der Luxusmanufaktur ist feines Ledergeflecht. Doch seit 2001 entwirft der deutsche Modedesigner Tomas Maier auch Damen- und Herrenbekleidung. Und weil Edles aus Italien seinen Preis hat, macht ein Abstecher in den Outlet-Store in Vicenza durchaus Sinn. Hier gibt es Bottega Veneta zu Sonderpreisen (Via della Scienza 9-11, Tel. 0039/044/4965665, Mo.–Sa. 10–19 Uhr). Und wenn man in Vicenza etwas vergessen hat: Ein weiterer Store findet sich im Noventa di Piave Designer Outlet unweit von Venedig (tägl. 10–20 Uhr). 

Palladio – von Vicenza nach Venedig

Ein Rundbogen, flankiert von zwei schmaleren und niedrigeren rechteckigen Öffnungen – so banal das klingen mag, so bedeutend ist dieses Architekturelement im Laufe der Jahrhunderte geworden. Und jeder kennt dieses Motiv. Es begegnet uns auf Schritt und Tritt. Erfunden hat es ein Architekt, dessen Name nicht mit den ganz Großen wie Leonardo da Vinci oder Brunelleschi mithalten kann – zu Unrecht: Andrea Palladio war einer der prägenden Architekten der italienischen Renaissance. Palladio? Ist das nicht der mit den Villen? Genau!

Dem Palladio-Motiv auf der Spur

Wer auf unserer Route mit dem Wohnmobil auf dem Weg vom Gardasee nach Venedig ist, wird sich die ein oder andere dieser insgesamt 60 Villen als Ziel vorgenommen haben. Gut so. Doch mindestens genauso spannend ist eine Tour auf den Spuren des oben beschriebenen Palladio-Motivs. Denn überall wird es dem Reisenden begegnen. Natürlich werden die Villen Zeuge dieser Entwicklung sein. Dann die Kirchen und Paläste in Venedig und schließlich die Architektur zu Hause in Deutschland. Palladio und sein Motiv sind kein regionales Phänomen!

Palladios Weg bis nach Venedig

Geburtsort des Palladio-Motivs ist Vicenza. Genauer gesagt die Basilica Palladiana, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Erbaut in der Mitte des 16. Jahrhunderts, findet sich das Motiv an der Fassade zum vielleicht ersten Mal. Recht offensichtlich setzt es Palladio in der etwa zeitgleich, rund 40 Kilometer südlich entstandenen Villa Poiana ein. Vielfach taucht es später auch versteckt oder abgewandelt auf – mal ist der Rundbogen riesig und die Seitenöffnungen schmal, mal andersherum. Und auch im Inneren begegnet man dem Motiv, z.B. in der berühmten Kirche Il Redentore in Venedig. Wer diese Kombination einmal verinnerlicht hat, wird ihr wieder und wieder begegnen. Die Spurensuche kann beginnen!  
 

Asolo – das perfekte italienische Dorf

Von Weitem betrachtet ist Asolo nur ein kleines Städtchen: ein zentraler Platz mit Brunnen, spielende Kindern und knatternde Mofas, historische Mauern und eine Handvoll Cafés – diese besondere italienische Mischung eben. Doch irgendetwas an Asolo ist besonderer. Asolo ist sicherlich eines der schönsten des an schönen Dörfern reichen Italiens. Wahrscheinlich kommt die Marktgemeinde unserer Idealvorstellung eines italienischen Dorfes am nächsten.

Römische Thermen und hängende Gärten des Barock

Schließlich gibt es alles, was unser romantisches Herz auf einem „Stiefelurlaub“ sucht: Ruinen von Theatern und Thermen aus der Römerzeit und ein trutziges Kastell, in dem die ehemalige Königin von Zypern ihren Lebensabend verbrachte. Auch eine prachtvolle Barockvilla mit hängenden Gärten steht hier, in der einst ein englischer Dichter wohnte und arbeitete.

Sonntags auf den Antiquitätenmarkt oder in die wunderbare Enoteca

Jeden zweiten Sonntag findet auf den Straßen und unter den Lauben ein Antiquitätenmarkt statt, auf dem die Einheimischen alte Möbel, Schmuckstücke, Drucke und Bücher feilbieten. Und nicht zuletzt nennt man hier das Prosecco-Gebiet und die Grappa-Hochburg Bassano del Grappa seine Nachbarn. So lässt sich hier vortrefflich die ein oder andere Flasche erstehen und für den Urlaub und die Erinnerungen zu Hause im Wohnmobil verstauen.

Tipp: Zum unwiderstehlichen Italienfeeling gehört auch eine Weinbar. Auch sie gibt es in Asolo in der vielleicht schönsten Art: die Enoteca Alle Ore. Planen Sie bei Ihrem Asolo-Besuch unbedingt ein Gläschen Prosecco und ein paar Scheiben Schinken und Käse ein! Via Robert Browning 186 ein (Mr. Browning war übrigens der dichtende Engländer …). 

Camping- und Stellplätze – unsere Tipps fürs Wohnmobil

Camping Sporting Center – heiße Quellen in Montegrotto Terme
Bis zu 30 Jahre braucht das Wasser in 3.000 Metern Tiefe für seinen 80 Kilometer langen Weg von den Voralpen in die Euganeischen Hügel bei Padua. Angereichert mit vielen Mineralien, tritt es in dem Gebiet vulkanischen Ursprungs als heiße Quellen zutage. Wie der Naturfango werden sie in Abano Terme, Montegrotto Terme, Teolo, Battaglia Terme und Galzignano Terme als „Medizin aus dem Herzen der Erde“ angewendet. Kurabteilungen gibt es aber nicht nur in den über 100 Spa-Hotels dieser fünf Orte. Als einziger in der Gegend besitzt der Vier-Sterne-Campingplatz Sporting Center in Montegrotto Terme große Thermalschwimmbecken inmitten einer weitläufigen Grünanlage mit gepflegten Rasenflächen, Bäumen und 185 Stellplätzen. Außerdem hat er ein eigenes Behandlungszentrum für Fangotherapie, Thermalbäder und Aerosol-Inhalationen zu bieten.

Alternative Camping- oder Stellplätze für Wohnmobile

Camping Vicenza
Freundlicher und für Besichtigungen perfekt gelegener Platz mit frischem Grün, wohltuendem Schatten und sauberen Sanitäranlagen.

Stellplatz der Fattoria Sociale Conca d’Oro
Biohof nördlich von Bassano del Grappa und eine halbe Autostunde westlich von Asolo. Sieben Stellplätze mit Stromanschluss und Duschen. Der Biohof verfügt über ein kleines Restaurant und verkauft seine Produkte. Fattoria Sociale Conca d’Oro

FREEONTOUR empfiehlt diese Camping- und Stellplätze

Via Roma 123-125, 35036, Montegrotte Terme, Italien
Camping Sporting Center

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Via U. Scarpelli 35, 36100, Vicenza, Italien
Camping Vicenza

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