Stau am Brenner? Dreierlei ruhige Wandertouren im Wipptal zur Entspannung

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von Marius Schwager

Stau am Brenner? Dreierlei ruhige Wandertouren im Wipptal zur Entspannung

Fast jeder Alpenfan, Wanderer und Natursportler ist schon einmal über den Brenner gen Süden gepilgert.

Die wenigsten dagegen sind statt auf der Brenner-Autobahn durchzubrausen – oder je nach Verkehr im Stau zu stehen - einmal in eines der flankierenden Seitentäler abgebogen. Ruhige Täler, wenig Tourismus und viel landschaftliche Schönheit warten auf diejenigen, die einen kurzen (oder längeren) Stopp wagen. Einsame Wanderungen sind hier fast so garantiert wie leckeres Eis am Gardasee.

Das Wipptal ist zirka 20 km südlich von Innsbruck gelegen und wird oft nur bei der Durchreise nach Italien durchquert. Das Wipptal kennen viele nur als „die Brenner-Autobahn" - eine der Hauptverbindungen zwischen Nordeuropa und Italien. Bemerkenswert sind aber nicht nur die massiven Betonstahlkonstruktionen der Brennerautobahn, sondern vielmehr seine ruhigen und touristisch wenig erschlossenen Seitentäler.

Rund 500 Kilometer markierte Wanderwege in mehreren Seitentälern verzweigt, warten im Wipptal darauf entdeckt zu werden. Das Wipptal ist das Haupttal. Es verzweigt sich jeweils in westlicher und östlicher Richtung in mehrere Seitentäler. Im gesamten Gebiet findet sich nur eine handvoll Skilifte und dafür viel naturnahe Almlandschaften. Eine Besonderheit, die es im mittlerweile stark erschlossenen Teil der nördlichen Ostalpen nurmehr selten gibt.

Die Ferienregion Wipptal mit seinen naturbelassenen Bergtälern ist ein wahres Wanderparadies mit unzähligen Möglichkeiten für leichte Wanderungen, Bergwanderungen oder Hüttenwanderungen. Die Wanderungen sind dabei stets gut beschildert und lassen sich beliebig in Dauer und Schwierigkeit variieren, so dass vom 3-jährigen über den Sportwanderer bis hin zum Genusswanderer jeder sein eigenes Naturerlebnis erwandern kann. Ausreichend Almen und Berghütten sorgen für das kulinarische Wohl.

Tourenvorschlag Obernberger See

Kraft tanken kann man im Obernbergtal. Hier am Talschluss liegt der Obernberger See. Der Bergsee mit seinem kristallklaren, türkisblauen Wasser ein besonderer Kraftplatz der Region. Rund um den See führen schöne Wanderwege, die auch mit dem Kinderwagen begehbar sind. 

Die etwa 2-3 stündige leichte Wanderung startet im Talschluss am großen Wanderparkplatz (nicht zu verfehlen), führt durch Almwiesengelände zum Obernberger See. Hier lässt es sich hervorragend verweilen, ruhen, rasten und genießen. Die Seerunde und der Rückweg zum Parkplatz sind kaum zu verfehlen.


Start-/Endpunkt: Wanderparkplatz Obernberger See
Dauer/Höhenunterschied: 2-4h, 500-900Höhenmeter

Tourenvorschlag Brenner Grenzkamm - Obernberger See Plus

Sportlichere Wanderfreunde starten am Obernberger See nochmal richtig durch und folgen einem der Wege bis zum weithin sichtbaren grasbewachsenen Bergkamm. Hier oben verläuft die alte Brenner Grenzkamm-Straße aus dem ersten Weltkrieg. Neben einigen Kriegsstellungen begeistert der Blick zum Obernberger Tribulaun und Obernberger See auf der einen und Richtung Italien auf der anderen Seite. Je nach Lust und Wanderlaune geht man den gleichen Weg wieder zurück, oder verlängerter auf dem Grenzkamm und wandert über einen der anderen klar erkennbaren Graskämme zurück ins Obernberger Tal. Im Zweifel hilft ein Postbus den Weg zum Startpunkt zu vereinfachen.

Start-/Endpunkt: Wanderparkplatz Obernberger See
Dauer/Höhenunterschied: 2-4h, 500-900 Höhenmeter

Wandertour auf den Blaser

Wem es beim Wandern nach einer urigen Gipfelrast dürstet, der muss im Wipptal schon etwas genauer suchen. Auf den wenigsten Bergen stehen bewirtschaftete Hütten am Gipfel. Eine Paradetour führt auf den Blaser. Ob von Maria Waldrast oder ab Trins, der Kugelförmige Blaser ist von fast allen Seiten aus mit schönen und gut beschilderten Wanderwegen erreichbar.  Ab der Baumgrenze warten hier wunderbare alpine Almwiesen. Die Wiesen werden hier noch immer per Hand gemäht. Ein offener hochalpiner Bergwald und noch originale und benutzte, verwitterte Heustadl machen das alpine Almflair zu einem landschaftlichen Hochgenuss. Durch die Handmähung und die zentrale alpine Lage ist hier am  Blaser die artenreichste Almwiesenlandschaft der Alpen zu finden.

Tipp: Der Namensursprung „Blaser“ beinhaltet bereits die tendenziell windigen Bedingungen hier. Entsprechend sollte man eine Lage mehr windfeste Bekleidung mitnehmen als üblich.

Start-/Endpunkt: Parkplatz Maria Waldrast oder Trins Ortszentrum/Wanderparkplatz Blaser
Dauer/Höhenunterschied:
2-4h, 500-900Höhenmeter

Geographische Lage und Wandern im Herbst

Das Wipptal liegt am Alpenhauptkamm und bekommt seinen Niederschlag sowohl von Süden als auch von Norden. Die Niederschlagsmenge und insbesondere die Schneemengen sind daher meist gering und zudem wird Neuschnee oft von Rücken und Graten geblasen. Meist sind recht weit bis in den November, teils bis Mitte Dezember Wandertouren auch ohne Schneekontakt möglich. Empfehlenswert ist es dennoch meist auf der südseitigen Bergseite zu bleiben, der wenige Schnee wird hier oft bis weit ins alpine Gelände noch von der Sonne weggeschmolzen. Weitere Tourentipps.

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