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Städtetour Amsterdam mit Kindern

Eltern und Kinder
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Städtetour Amsterdam mit Kindern

Ein toller Erfahrungsbericht: Familienurlaub, unterwegs mit dem LMC Wohnmobil im Herbst.

Nach dem Sommerurlaub am Strand ist der Herbst bei uns die Jahreszeit für Städtetouren. Nach London und Venedig stellte sich die Frage: Wo wollen wir in diesem Jahr hin? Frieda (9) und Konrad (6): „Nach Venedig!“ Die Eltern: „Da waren wir doch schon im letzten Jahr. Was hat euch denn da so gut gefallen?“ „Vaporetto fahren!“ „Okay, in welcher europäischen Großstadt gibt es noch so viele Kanäle wie in Venedig? Amsterdam?“ In der Tat zeigt eine erste Recherche bei Google: Amsterdam hat auch viel Wasser und sogar deutlich mehr Brücken als Venedig. Und von Hannover aus ist die Anreise überschaubar.

Die weitere Suche ergibt: In Amsterdam gibt es neben diversen kleineren Stellplätzen drei größere Campingplätze: Zeeburg im Osten, Vliegenbos im Norden und de Badhoeve am IJmeer. Da wir vor allem die Stadt erkunden wollen, fällt unsere Wahl auf Zeeburg. Die nächste Tram-Station in Richtung Innenstadt ist nur ein paar Minuten Fußweg entfernt. Die Online-Buchung auf Camping Zeeburg funktioniert problemlos – und empfiehlt sich in der Ferienzeit auf jeden Fall, denn Camper aus Frankreich, die am Abend vor uns am Campingplatz ankommen, bekommen keinen Stellplatz mehr: ausgebucht!

Die Anreise nach Amsterdam mit dem LMC Cruiser Comfort T732g dauert durch den dichten Freitagsverkehr dann doch länger als gedacht, sodass der geplante Zwischenstopp im Nationalpark De Hoge Veluwe mit Picknick im Skulpturenpark und Besuch des Kröller-Müller-Museums mit seiner großen Van-Gogh-Sammlung zugunsten einer Ankunft auf dem Campingplatz im letzten Tageslicht auf die nächste Holland-Reise verschoben wird.
 
Der Campingplatz Zeeburg lässt sich von der Autobahn aus gut erreichen und hat den Vorteil, dass wir mit dem großen Cruiser nicht durch die Stadt zirkeln müssen. Bei der Ankunft wird uns mitgeteilt, dass gerade ein neues Sanitärgebäude auf der Anlage gebaut wird, sodass ein Teil des Platzes gesperrt ist und es zu Baulärm kommen kann. Die Enttäuschung der Kinder darüber, dass der Spielplatz im abgesperrten Bereich liegt, ist schnell überwunden: es gibt eine Tischtennisplatte! Außerdem gibt es auf dem Platz einen kleinen Streichelzoo mit Ziegen, einen gut sortierten Supermarkt, einen Fahrrad- und Kanuverleih, moderne und saubere Sanitäranlagen und ein Restaurant. Neben den Stell- und Zeltplätzen prägen bunte Holzhütten das Bild, die ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten bieten. 

Insgesamt macht der Platz einen sehr gepflegten, freundlichen und entspannten Eindruck. Allerdings ist es auch schon Mitte Oktober – vermutlich wird es hier im Sommer ganz schön trubelig. Neben der Tomatensoße, die die jugendlichen Zelter auf der überdachten Gemeinschaftskochstelle erhitzen, prägt der Amsterdam-typische Haschisch-Geruch die laue Abendluft.

Bei den Wohnmobilen und Caravan-Gespannen haben geschätzt 80 Prozent ein deutsches Kennzeichen. Kein Wunder: Herbstferien. Nettes, unaufgeregtes Publikum – mit Ausnahme der Männertruppe aus Hamburg, die sich in der ersten Nacht einen Spaß daraus macht, mit lautem Klopfen und „Kriminalpolizei!“-Rufen die Platznachbarn zu wecken. Aber wir können ja ausschlafen! Die Plätze im Cruiser sind schnell verteilt: Konrad schläft auf der 2 mal 2 Meter breiten Liegewiese hinten bei den Eltern, und Frieda hat in der zum Bett umgebauten Sitzgruppe vorne ihr eigenes Reich. Bis wir aus den verschiedenformatigen Sitz- und Rückenpolstern in der Comfort-Variante des Cruisers zum ersten Mal einen Schlafplatz zusammengepuzzelt haben, dauert es eine ganze Weile – aber schon am zweiten Abend sitzen die Handgriffe routiniert.

Am ersten Morgen begrüßen uns die Herren aus Hamburg mit einem akkurat gegrölten „Morning has broken“ und der Himmel mit einem dichten Dauerregen. Perfekt für einen Museumsbesuch! Über die Amsterdamsebrug geht es zu Fuß zur Tram-Station Flevopark. Von dort aus fahren die Linien 7 und 14 direkt ins Zentrum. Durch den starken Wind reichen die wenigen Minuten Fußmarsch, und wir sind ziemlich durchnässt. Frieda ist sauer „Wenn ich erwachsen bin, fahre ich mit meinen Kindern im Urlaub immer nach Mallorca, da kann man in der Sonne am Strand liegen und muss nicht im Regen durch die Stadt laufen!“ Das Van-Gogh-Museum kann auch nur begrenzt entschädigen, denn das Bild von Vincents Schlafzimmer in Arles, das Frieda gerne sehen möchte, ist gerade als Leihgabe unterwegs in Japan.
 

Immerhin entdeckt Konrad die beiden Bilder, die wir vorher gemeinsam im schönen Buch „Van Gogh für Kinder“ (erhältlich bei amazon.de) betrachtet haben: das gelbe Haus und die Kartoffelesser. Beim Betrachten der Kartoffelesser fällt den Kindern ein: „Wir haben Hunger!“

Wir stärken uns mit Burgern und Salat in der SNCKBR in der Kinkerstraat – eine leckere und nachhaltige Alternative zu den klassischen Fast-Food-Ketten. Nach dem Essen regnet es immer noch. Wo bekommen wir denn einen großen Regenschirm? Na klar, bei De Bijenkorf! Das ist sowas wie das KaDeWe von Amsterdam und beeindruckt in seiner ganzen Luxus-Pracht sogar die Kinder. Als bodenständiges Kontrastprogramm gibt es dann am Abend Pasta Bolognese auf dem Gasherd im Wohnmobil. Wie hieß noch mal der Maler aus diesem Museum heute? Konrad: „Vincent van Docht“.

Am nächsten Tag überrascht uns morgens die Sonne, und wir erkunden Amsterdam vom Boot aus. Oder, wie Konrad sagt: „Wir fahren Vaporetto!“ Am Anleger vor dem Hauptbahnhof starten die Grachtenfahrten. Mit dem Hop-on-hop-off-Ticket können wir innerhalb eines Tages beliebig oft ein- und wieder aussteigen. Und bekommen zugleich eine (auch deutschsprachige) Führung zu vielen zentralen Sehenswürdigkeiten von der historischen Magere Brug bis zum futuristischen Nemo Science Center

Zum Mittagessen kehren wir bei Moeders in der Rozengracht ein. Das Restaurant mit den typisch holländischen Gerichten (Stamppot) ist eine echte Institution und über und über mit Fotos von Müttern dekoriert. Mit viel Glück ergattern wir einen Tisch, der gerade frei wird – der Laden ist brechend voll. Auf der Kinderkarte gibt es Rippchen mit Kartoffelbrei, die einstimmig mit „megalecker“ bewertet werden.
 
Am Antiekcentrum vorbei, einem Indoor-Antiquitätenmarkt, der sich über mehrere Häuserblocks erstreckt, schlendern wir entlang der Lijnbaansgracht und Leidsegracht bis zur Keizersgracht. „Hier ist es wirklich fast wie in Venedig!“ finden die Kinder – nur mit deutlich mehr Fahrrädern. Im Museum Van Loon sehen wir, wie die wohlhabenden Kaufleute in Amsterdam im 19. Jahrhundert residierten. In der historischen Küche im Souterrain und im schönen Garten hinter dem Haus stärken wir uns mit Tee und Apfelkuchen.

 
Direkt gegenüber an der Keizersgracht liegt das Amsterdamer Fotomuseum FOAM, aber die Kinder streiken: „Wir wollen zurück nach Hause!“ Und damit meinen sie nicht Hannover – das Reisemobil auf dem Campingplatz in Zeeburg ist schon nach zwei Tagen zum zweiten Zuhause geworden. Dort stellt sich heraus, dass wir etwas Wichtiges im Reisegepäck vergessen haben: Tischtennisschläger! Aber der Laden auf dem Campingplatz ist ja gut sortiert, und mit dem frisch erworbenen Set aus Schlägern und Bällen verbringen Frieda und Konrad von nun an jede freie Minute an der Tischtennisplatte.

 
Der Rhythmus aus einer Besichtigungstour, einem Restaurantbesuch und viel Tischtennis bewährt sich auch an den nächsten Tagen. Toll für Kinder ist das kleine Waisenhaus im Amsterdam Museum, in dem wir den Alltag eines Waisenkindes aus dem 17. Jahrhundert in einer interaktiven Führung (allerdings nur auf Englisch und Niederländisch) erleben können.

Im Rijksmuseum gibt es eine spezielle Multimediaführung für Familien, die in acht Rätsel-Stationen zu zentralen Exponaten wie der Nachtwache oder den Werken von Vermeer führt und den Museumsbesuch mit Kindern zu einem kurzweiligen Erlebnis werden lässt. Auch ein Besuch im Paleis op de Dam, dem Königspalast, lohnt sich: Der große Bürgersaal ist beeindruckend, und die umliegenden Räume werden bis heute bei Staatsbesuchen als Gästezimmer genutzt. 

Tipp für Freunde klassischer Musik: Im Concertgebouw am Museumsplein gibt es jeden Mittwoch um 12.30 Uhr ein halbstündiges „Lunchkonzert“ im kleinen Saal mit freiem Eintritt. Karten können allerdings nicht vorbestellt werden, also heißt es: rechtzeitig anstellen. Und: es gibt nur eine Karte pro Person, weshalb der Plan des Vaters, sich zunächst alleine anzustellen, um der Familie die Wartezeit zu ersparen, leider nicht aufging. Kurz vor der Ankunft der drei anderen Familienmitglieder hieß es: „No more tickets, sorry!“


Großes Highlight, darin sind sich alle einig, ist allerdings unsere Flucht aus dem Escape Room in der Beurs von Berlage, der ehemaligen Amsterdamer Börse am Damrak (unbedingt vorher online buchen, gute Englischkenntnisse erforderlich). Im Inneren des Gebäudes wurde ein historisches Büro aus den 1930-er Jahren für ein anspruchsvolles und spannendes Exit Game umgebaut. Wir müssen als Team innerhalb von 60 Minuten verschiedene Rätsel lösen, Schlüssel suchen und versteckte Nebenräume entdecken, um dem Geheimnis des Architekten H.P. Berlage auf die Spur zu kommen. Nicht nur die Kinder sind voll konzentriert, auch wir Erwachsenen tauchen für eine Stunde komplett in eine fiktive Welt ein.

Die Zeit vergeht wie im Flug, und erst zwei Minuten vor Ablauf der Zeit finden wir den Schlüssel zur letzten Geheimtür. Frieda und Konrad sind stolz: laut unseres Gastgebers Tom, der uns vom Kontrollraum aus zuschaut, während wir auf der Suche nach Hinweisen sämtliche Schubladen, Plattenspieler und Nähmaschinen auf den Kopf stellen, finden nur ca. 40% der Teams die Lösung des Rätsels innerhalb der zur Verfügung stehenden 60 Minuten. Den zweiten Escape Room im gleichen Gebäude, bei dem es darum geht, nicht aus-, sondern in einen Tresorraum einzubrechen, schaffen sogar nur 5% aller Gruppen. Für Konrad steht fest: „Beim nächsten Mal machen wir den – das schaffen wir!“

In Bezug auf die Restaurants sind sich unsere beiden kleinen Gastrokritiker einig: die Rippchen bei Moeders sind unschlagbar. Insbesondere bei Frieda steht allerdings auch das indonesische Restaurant Sampurna direkt am Bloemenmarkt am Singel hoch im Kurs. Das Gado Gado dort ist in der Tat lecker, aber wir haben nicht daran gedacht, das Essen extra mild zu bestellen, sodass uns allen die ungewohnte Schärfe ganz schön zu schaffen macht. Typisch holländische Pannenkoeken (Pfannkuchen) gibt es in den drei Filialen von Pancakes Amsterdam. Die größte Filiale am Westermarkt, direkt neben dem Anne-Frank-Haus, ist etwas ungemütlich – netter ist die Filiale in der Berenstrat 38. Die liegt mitten im Einkaufsviertel Negen Straatjes, das mit seinen vielen kleinen Geschäften und Cafés sowieso einen Besuch wert ist. Direkt um die Ecke, in der Huidenstraat 12, gibt es in der Patisserie Pomapadour leckere hausgemachte Pralinen und Törtchen und einen kleinen Teeraum. 

Und was fehlt neben Kanälen und Booten noch, damit sich die Kinder fast wie in Venedig fühlen? Ein italienisches Restaurant. Das Saturnino in der Reguliersdwarsstraat mitten im Zentrum ist ein familienfreundliches Lokal mit klassischer Pizza-und-Pasta-Karte, in dem die Bambini endlich einmal wieder auf Italienisch begrüßt werden. Buon giorno. Wie hat’s geschmeckt? „Die Lasagne war lecker, aber die Rippchen bei Moeders waren noch besser!“ Kleine Snacks zum Mitnehmen für zwischendurch gibt es bei den Filialen von Stach und von Vlaamsch Brodhuys sowie bei Bake my Day in der Amstelstraat 45. Am letzten Tag gönnen wir uns noch das Frühstücksbuffet im Restaurant auf dem Campingplatz – das fühlt sich dann schon fast an wie im Hotel.

Als Ausgleich zu den Museumsbesuchen hatten die Kinder schon zu Beginn der Reise einen gemeinsamen Schwimmbadbesuch eingefordert und die entsprechende Ausrüstung eingepackt. Daher hatten wir für den letzten Tag in Amsterdam das Mirandabad auserkoren, das mit der unschlagbaren Kombination aus Wellenbad und Tunnelrutsche das historische Zuiderbad aus dem Rennen warf. Allerdings war Konrad am Vorabend an der Tischtennisplatte so unglücklich auf den Kopf gestürzt, dass für ihn das Schwimmbad ins Wasser fiel. Gut zu wissen: die Ärzte von www.amsterdamtouristdoctors.nl machen auch Hausbesuche auf dem Campingplatz. Frieda und der Vater genießen allerdings das abendliche Schwimmen und das subtropische Klima unter der beleuchteten Glaskuppel im Mirandabad, zumal am Donnerstag Warmbadetag ist (die ungewöhnlichen Öffnungszeiten finden sich unter Amsterdam Demirandabad unbedingt vor dem Besuch informieren).

Nach einer Woche in Amsterdam können die Kinder routiniert Tischtennis spielen, die niederländischen Ansagen in der Tram auswendig mitsprechen („Molukkenstraat – overstappen op de lijn 759 naar Central Station“), Van Gogh von Vermeer unterscheiden und aus der Beurs van Berlage ausbrechen. Den Einbruch in den Tresorraum gibt es beim nächsten Amsterdam-Besuch, denn wir kommen gerne wieder.

Zuider Idijk 20, 1095 KN, Amsterdam, Niederlande
Camping Zeeburg

Der Campingplatz in Amsterdam! Suchen Sie einen netten, günstigen und komfortablen Übernachtungsplatz für Ihren Amsterdam-Besuch? Camping Zeeburg ist die perfekte...

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Meeuwenlaan 138, 1022 AM, Amsterdam-nord, Niederlande
Camping Vliegenbos

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Uitdammerdijk 10, 1026 CP, Amsterdam, Niederlande
Camping de Badhoeve

Camping de Badhoeve liegt wunderbar idyllisch am Wasser, ca. 10 km außerhalb von Amsterdam und ist sehr gut ausgeschildert. Segelboote...

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