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So beladen Sie Ihr Wohnmobil richtig!

Outdoor und Sport
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So beladen Sie Ihr Wohnmobil richtig!

Die besten Tipps für die nächste Reise vom Womo-Experten

Um mit dem Camper sicher ans Ziel zu kommen, bedarf es einiger Kniffe bei der Beladung. Mit welchen Tricks das gelingt und wie man bei einem richtig beladenen Wohnmobil auch noch Sprit spart, erklärt Jost Krüger, Referatsleiter Technik & Umwelt beim Caravaning Industrie Verband.

FREEONTOUR: Wie muss ich ein Wohnmobil beladen, damit es sicher auf der Straße liegt?

Jost Krüger: Es gibt zwei Faustregeln. Erstens: Schweres Gepäck unten verstauen, leichtes oben. Gewichtige Dinge wie Zelte und Getränke gehören in den Doppelboden oder in den Bettkasten. Leichte Sachen wie Kleidung oder Handtücher haben in den Stauschränken ihren Platz.
Die zweite Regel lautet: Die Ladung muss gut gesichert werden. Beim Fahren treten dynamische Kräfte auf, die die ganze Ladung in Bewegung bringen können. Daher sollten Sie alles in den Heckgaragen mit Spanngurten fixieren. Schauen Sie auch, dass alle Türen und Klappen der Stauschränke fest geschlossen sind. Ein Check vor der Fahrt, ob wirklich alles gesichert ist, ist Pflicht.

FREEONTOUR: Welche gesetzlichen Vorschriften gibt es für die Beladung von Wohnmobilen?

Jost Krüger: Die Wohnmobile dürfen bis zur zulässigen Gesamtmasse beladen werden und nicht darüber. Wie viel das ist, steht im Fahrzeugschein. Zumeist sind es 3,5 Tonnen, die ein Wohnmobil leer, also ohne Insassen, wiegen darf. Ich persönlich wiege mein Wohnmobil immer mal wieder im leeren Zustand. Denn über die Jahre sammeln sich einige Sachen, die in das Wohnmobil reinwandern, aber nicht wieder rauskommen. Sonderausstattungen wie Markisen und Klimaanlagen wiegen einiges und werden beim Gesamtgewicht gerne vergessen.

FREEONTOUR: Welche Auswirkungen hat die Überladung auf die Sicherheit

Jost Krüger: Wenn Sie Ihr Wohnmobil richtig beladen, sprich: schwere Sachen nach unten und leichte Sachen nach oben, werden Sie keine Schwierigkeiten mit der Fahrsicherheit haben. Wenn Sie jedoch die Heckgarage zu voll laden und vielleicht noch ein Motorrad hinten an das Wohnmobil schnallen, dann bringen Sie zu viel Gewicht auf die Hinterachse und bekommen Probleme mit der Fahrstabilität. Im schlimmsten Fall verlieren Sie dann beim Bremsen oder in einer scharfen Kurve die Kontrolle über Ihr Womo.

FREEONTOUR: Haben Sie noch Tipps, wie man das Gewicht reduzieren und zugleich Benzin sparen kann?

Jost Krüger: Der beste Trick ist, den Wassertank nicht komplett aufzufüllen. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten: Gasflaschen aus Alu wiegen nur die Hälfte von herkömmlichen Gasflaschen. Zudem brauchen Sie nicht vorab alle Lebensmittel auf einmal einzukaufen und diese womöglich durch halb Europa zu fahren – am Urlaubsort gibt es bestimmt auch einen Supermarkt! Ich habe sogar von jemandem gehört, der nicht mal Konserven mitnimmt, sondern sich aus Gewichtsgründen von Tütensuppen ernährt. Das ist natürlich Geschmacksache.

FREEONTOUR: Sie achten also schon auf gutes Essen?

Jost Krüger: Ja, aber meine Familie benutzt dafür kein Porzellan, sondern Campinggeschirr. Das kann nicht kaputt gehen und wiegt viel weniger. Und statt eines Ersatzreifens reicht auch ein Pannenset – schon spart man viele Kilogramm Reifengewicht.

Begriffe, die Sie als Womo-Fahrer kennen sollten:

Ob ein Wohnmobil überladen ist oder nicht, hängt vom Leergewicht, dem technisch zulässigen Gesamtgewicht und von den Achslasten ab. Welche Gewichtsobergrenzen für das einzelne Fahrzeug gelten, listet die Zulassungsbescheinigung Teil 1 unter folgenden Punkten auf:

  • G (Leermasse = Leergewicht)
  • F.1 (technisch zulässige Gesamtmasse = Gesamtgewicht)
  • 7.1 bis 7.3 (technisch zulässige maximale Achslasten für die Achsen 1 bis 3)

Die Leermasse ist das Gewicht des Fahrzeugs in „fahrbereitem Zustand“ und beinhaltet bei Wohnmobilen neben den Betriebsstoffen wie Kraftstoff, Wasser und Gas auch den Fahrer mit pauschal 75 Kilogramm.

Die Differenz zur technisch zulässigen Gesamtmasse ist das Gewicht, das Sie zuladen dürfen (= Zuladung oder Nutzlast). Zur Zuladung gehören neben den weiteren Passagieren und dem Gepäck zum Beispiel auch der Hund, die Fahrräder, die Markise oder die sonstige Sonderausstattung.

Beispiel:
Leermasse: 2.665 kg
Technisch zulässigen Gesamtmasse: 3.500 kg
Erlaubte Zuladung: 835 kg

Neben dem Gesamtgewicht des Fahrzeugs gilt es die zulässigen Achslasten nicht zu überschreiten, also das Gewicht, das auf Vorder- und Hinterachse lastet. Dabei geht es um die Gewichtsverteilung im Fahrzeug. Vor allem Lenker eines Fahrzeugs mit einer sogenannten Heckgarage, einem großen Stauraum am Fahrzeugende, müssen darauf achten, dass die hintere Achse nicht zu sehr belastet ist.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vor dem Urlaub eine Fahrzeugwaage ansteuern und die einzelnen Lasten und Gewichte überprüfen. Das geht schnell und erlaubt es einem, mit gutem und sicherem Gefühl zu verreisen.

Konsequenzen bei Überladung des Wohnmobils

Neben dem Sicherheitsaspekt kann eine Überladung des Wohnmobils auch rechtliche Konsequenzen haben. 

Generell fällt ein überladenes Fahrzeug im Straßenverkehr durch sein Fahrverhalten auf. Die Polizei hat in dieser Hinsicht einen geübten Blick. Im Zweifel werden Wohnmobilfahrer in Deutschland aufgefordert, ihr Fahrzeug auf einer mobilen Waage der Polizei wiegen zu lassen. Meist geschieht dies auf einem Autobahnparkplatz oder einer Raststätte. 

Stellt sich dabei heraus, dass das zulässige Gewicht überschritten wurde, drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg. Zudem wird eine Weiterfahrt nur erlaubt, wenn das Gewicht des Fahrzeugs bis zum zulässigen Gesamtgewicht verringert wird. Gerade bei der Fahrt in den Urlaub wird dies zum Problem.

Auf einen Blick

  • Informieren Sie sich vor der Abfahrt in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 über Leergewicht, technisch zulässiges Gesamtgewicht und Achslasten Ihres Wohnmobils. Wiegen Sie Ihr Fahrzeug und die Zuladung ggf. nach, um das zulässige Gewicht nicht zu übersteigen.
  • Verringern Sie ggf. das Gewicht der Zuladung – z.B. Wassertank nicht komplett auffüllen, Gasflaschen aus Alu, weniger Lebensmittelvorrat, Campinggeschirr statt Porzellan, Pannenset statt Ersatzreifen etc.
  • Beladen Sie Ihr Fahrzeug richtig: schweres Gepäck nach unten, leichtes nach oben; Ladung gut sichern – am besten mit Spanngurten
  • Bei falsch oder zu viel beladenen Wohnmobilen verringert sich die Fahrstabilität. Im schlimmsten Fall verlieren Sie die Kontrolle über Ihr Fahrzeug.
  • Überladene Womos fallen der Polizei im Straßenverkehr auf. Sie wiegt ggf. nach. Bei Überladung drohen Geldstrafen, Punkte und das Zurücklassen von Gepäck auf der Urlaubsfahrt.