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Mitmachen und gewinnen beim HYMER-Krimi-Gewinnspiel - Teil 1

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von Hymer

Mitmachen und gewinnen beim HYMER-Krimi-Gewinnspiel - Teil 1

"Böse Sach" Krimi in 3 Teilen. Beantworten Sie uns zu jedem der 3 Artikel die richtige Lösung und gewinnen Sie ein Buch bzw. Hörspiel mit fesselnden Kriminalgeschichten, skurrile Charaktere und kulinarischen Geheimnissen, abgeschmeckt mit einer guten Prise Humor - feinste Krimikost a` la Carsten Sebastian Henn.

Hauptkommissar Josef Indlekofer vom Morddezernat D1 in Waldshut-Tiengen hob den Kopf der Leiche, er wollte das Gesicht betrachten, es sah ehrlich überrascht aus. Kein Wunder, hing der Mann doch kopfüber im Taufbecken. Dazu kam diese elende Sauerei, dem Toten waren nämlich die Ohren abgeschnitten worden, bevor er ertränkt wurde.
Indlekofers Berner Sennenhund Latschari schlabberte unbeeindruckt im Taufbecken. Prima, da musste er ihm gleich nix mehr geben.
»Und, Chef?«, fragte Polizeikommissarin Lioba Weißenberger, den Notizblock gezückt. Sie hatte brünette Haare, eine gesunde Bräune und lange Beine. Indlekofer hatte vom Herrgott nur kurze Stampfer erhalten, machte dieses Manko mit seiner Breite jedoch mehr als wett. Er war stets auf Rammkurs mit der Außenwelt. Nun blickte er bedeutungsvoll, hob seinen Finger und schnaubte.
»Böse Sach.«
Lioba Weißenberger nickte und schrieb es dienstbeflissen auf.
»Folgen Sie mir!« Indlekofer steckte sich eine Zigarette an und durchschritt die St. Peter und Paul Kirche im Klettgauer Ortsteil Grießen. Er rauchte nicht nur Kette, sondern auch Übergröße. Lange, schlanke Zigaretten, die sich sonst zwischen den liebreizenden Lippen der Damenwelt fanden.
Indlekofer konnte das Grießener Gotteshaus nicht leiden. Was vor allem daran lag, dass seine Familie aus dem Nachbarort Erzingen stammte. Der einzig wahren Metropole Klettgaus. Alles, was mit Grießen zusammenhing, war Indlekofer zuwider. Allerdings stand der Ort nur auf Rang drei seiner liebsten Feinde. Den ersten Platz belegten unangefochten die Schweizer, gefolgt von den Schwaben. Fingen beide mit ›Schw‹ an – genau wie ein bestimmtes Borstenvieh. Das passte schon.
Indlekofer schritt durch die neogotische, wunderbar ausgemalte Kirche und suchte nach etwas, das die unfähige Spurensicherung übersehen hatte. Zwei von denen kamen schließlich aus Grießen, was konnte man da schon erwarten? Märkte veranstalten konnten sie hier, auch Blasorchester gründen – aber Verbrecher stellen?
Diesmal hatten sie allerdings gut gearbeitet, und nur ein Stofftaschentuch nahe dem Altar übersehen. Es war größtenteils zerknittert, doch eine Ecke sah so glatt aus wie frisch gebügelt. Indlekofer hob es auf, keine Stickereien. Benutzt worden war es anscheinend auch nicht.
»Tütchen«, schnauzte er die Weißenberger an und steckte das Tuch in selbiges.
»Böse Sach«, wiederholte Indlekofer und grunzte: »Informationen«, während er sich auf eine Kirchenbank plumpsen ließ. Sie war hart. Man saß schlecht. Typisch Grießen.
Lioba Weißenberger wusste, was ihr Vorgesetzter hören wollte. »Der Tote ist Karl-Heinz Scholling, ein Winzer aus Erzingen. Er hat gerade erst einen Betrieb gegründet, für nächste Woche stand seine Hochzeit mit Philomena Bernhard an, einer Käserin aus Grießen. Eine interessante Frau, sie hat vor ihrer Lehre Kunstgeschichte studiert, mit Schwerpunkt Neogotik. Dann ging sie zu den Eidgenossen, um die Kunst der Käseherstellung zu lernen.«
»Alibi?«
»Wasserdicht wie Schweizer Hartkäse.« Lioba Weißenberger kicherte vergnügt.
»Ruhe ist!«, herrschte Indlekofer sie an. Wieder blickte er vielsagend, hob seinen Finger und schnaubte. »Weiter!«
» ›Wein und Käse‹ heißt ihr gemeinsamer Laden. Sehr schick und ein ganz tolles Konzept. Da gibt es den passenden Käse zum Wein. Oder Käse mit Wein, Weintrauben oder Weingelee.«
»Und Wein mit Käsestücken? Gibt's den auch?«
Sie schüttelte unsicher den Kopf. »Ich glaube nicht.«
»Gut so«, grunzte Indlekofer. »Schulden? Ehebruch? Erbschleicherei?«
»Soweit wir bisher wissen, nein.«
»Und was hat er hier zu suchen gehabt?«
»Ich verstehe nicht«, antwortete die junge Polizistin.
»Das ist die katholische Kirche von Grießen. Hier gehört ein ordentlicher Erzinger nicht hin.« Deshalb ging auch Indlekofer nun hinaus. Er hatte genug gesehen.

                             

Vor dem Kirchentor erwartete ihn bereits eine Menge Schaulustiger. Das elende Geschmeiß von der Presse war auch da. Vor über hundertfünfzig Jahren hatte es hier schon mal einen solchen Menschenauflauf gegeben. Damals hatten sich mehr als dreihundert Männer der revolutionären Hochrhein-Kolonne angeschlossen. Die Grießener waren Aufständler, immer schon. Das hatten sie auch 1525 bei den Bauernkriegen bewiesen. Und jetzt hatten sie einen Erzinger ertränkt! Indlekofer würde den Täter fassen. Heute noch. Denn morgen ging es für ihn in den Urlaub. Nach Südtirol. Er hatte keine Lust, den zu verschieben. Sein geliebter HYMER Tramp SL, in dem er nicht nur während der Urlaube lebte, war vollgetankt und frisch poliert. Auf dem Kommissariat nannten sie ihn deshalb nur ‚Den Camper‘ – womit Indlekofer sich mehr als wohl fühlte.
Indlekofer sah an der Kirche empor. Der Turm war höher und die imposanteste Glocke größer als die Erzingens – das hatten sie sich von dem Gießer schriftlich geben lassen, diese Kleingeister.
Grummelnd bahnte er sich mit Latschari einen Weg durch die Massen zum seinem Reisemobil und fuhr zur Gaststätte ›Brauhaus‹. Hier würden sie sich zusammenrotten, die Grießener. Hier würden sie die Welt erklären. Genau der richtige Platz, um Mäuschen zu spielen. Der Wein würde die Zungen der Revolutionäre sicher lockern. Die Weißgerber sollte derweil recherchieren, wie sie es heute eben in den Polizeischulen lernten. Ordentliches Zuhören brachten sie den jungen Leuten nicht bei. Es war eine Schande.
Er setzte sich noch eine Weile an den Esstisch im Tramp und trank in aller Ruhe einen Kaffee, bevor er sich auf den Weg ins ›Brauhaus‹ machte. Als er die gelb gestrichene Gaststätte mit den braunen Fensterläden betrat, putzte der Wirt gerade den Tresen. »Hunde sind hier nicht erlaubt«, sagte er statt einer Begrüßung.
»Bei mir schon«, raunzte Indlekofer.
»Außerdem sind wir rauchfrei.«
»Ich aber nicht.« Indlekofer zeigte dem Wirt seine Polizeimarke. »Keine Musik heute und gib mir Erzinger Wein.«
»Haben wir nicht.«
»Ihr sauft lieber ›Kaiserstühler‹, was?«
»Oder Bier. Alles besser als das Zeug von denen.«
Sonst trank Indlekofer immer Erzinger ›Stigli-Wii‹, selbstvergoren, nur für den Hausgebrauch. Den gab es für gute Freunde. Hier im Feindesland orderte er nun einen ›Zibärtle‹-Brand. Und gleich noch einen hinterher. Der Klare aus Wildpflaumen beruhigte mit seinem zarten Marzipanaroma Indlekofers Nerven, zumindest etwas.

Schon gespannt, wie es weiter geht? Fortsetzung folgt ...

Am Ende der dreiteiligen Krimi-Reihe haben Sie die Möglichkeit, an unserem HYMER-Krimi-Gewinnspiel teilzunehmen. 
Notieren Sie sich hierfür doch gleich mal die Antwort zur 1. Gewinnspielfrage:

1. Gewinnspielfrage: Was für ein Reisemobil besitzt Hauptkommisar Indlekofer?

(Bitte diesen Artikel nicht kommentieren, Lösung kann am Ende der Krimi-Reihe eingegeben werden)