Mission Atlantikküste – mit der Family vom Baskenland nach Lissabon

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von FREEONTOUR

Mission Atlantikküste – mit der Family vom Baskenland nach Lissabon

Die raue Atlantikküste ist „die wilde Schwester“ des Mittelmeeres.

Nordspanien und Portugal im Reisemobil zu erobern, das Meer immer im Blick, ist ein wahres Abenteuer. Der Norden Spaniens unterscheidet sich vom Süden des Landes wie die Nacht vom Tag. Beides hat seinen Reiz – doch wer das Land mal von seiner ungezähmten und weniger touristischen Seite erleben will, ist im Norden genau richtig. Auch die portugiesische Atlantikküste verzaubert mit ihren bunten Häusern, hübschen Städten und atemberaubenden Landschaften.

Pfingsten ist eine optimale Reisezeit, um die Atlantikküste kennenzulernen. Das Klima ist angenehm mild und die Sommerhitze und der größte Touristenboom stehen erst noch bevor. Wir begeben uns auf eine facettenreiche Reise und lernen die vielen Gesichter der Atlantikküste kennen.

Eines haben alle Orte gemeinsam, an die wir reisen: Die Spanier und Portugiesen sind herzliche Gastgeber und haben ein großes Herz für Kinder. Keiner beschwert sich, wenn die Kleinen beim Toben mal etwas lauter sind oder weinen. Im Gegenteil – im Nu halten die Kids Lollis oder kleine Geschenke in der Hand, welche die meisten Restaurants stets für junge Gäste parat haben.

Beste Voraussetzungen also für einen gelungenen Familienurlaub. Wenn Sie und Ihre Kinder begeisterte Surfer sind oder es werden möchten, warten entlang der Atlantikküste viele tolle Spots und Surf-Schulen.

Haifische, bunte Wälder und Bilderbuch-Strände im Baskenland

Willkommen in diesem nordwestlichen Zipfel Spaniens, der für seine vielfältige Kulinarik, imposante Felslandschaften, tiefe Traditionen und fortschrittliche Industrie bekannt ist.

San Sebastián, sein „Muschelstrand“ und „Pintxos“
Unsere Reise starten wir in San Sebastián, der sympathischen Küstenstadt nahe der französischen Grenze. Ihr breiter Stadtstrand „La Concha“ wurde 2018 bereits zum zweiten Mal von den Usern des Reiseportals „TripAdvisor“ zum schönsten Strand Europas gewählt.

Mit insgesamt 54.000 Quadratkilometern erstreckt sich der Sandstrand im Halbkreis vor der baskischen Stadt. Den Namen „La Concha“ („die Muschel“) erhielt die Bucht aufgrund ihrer runden Form.

Eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und den Strand genießt man von San Sebastiáns Hausberg, dem „Monte Igueldo“. Die gemütliche Zahnradbahn („Igueldo Funicular“) bringt die Besucher in kurzer Zeit nach oben. Sogar einen kleinen Vergnügungspark mit Karussells und Fahrgeschäften gibt es hier – den „Parque de atraciones“.

Ein Highlight für Kinder ist auch das Aquarium San Sebastiáns beim Hafen der Stadt. Es zählt zu den eindrucksvollsten ozeanografischen Museen Europas. Nicht nur die Seefahrtgeschichte San Sebastiáns wird anschaulich erklärt und viele Meerestiere aus dem Atlantik tummeln sich hier – auch das riesige Walskelett und der „Haifischtunnel“, in dem man die faszinierenden Tiere aus nächster Nähe beobachten kann, beeindrucken die Besucher. 

Abends sollten Sie es sich nicht entgehen lassen, die berühmte Kulinarik des Baskenlandes bei einem Bummel durch die Altstadt kennenzulernen. San Sebastián ist eine Hochburg in Sachen „Pintxos“ – Miniatur-Gourmet-Gerichte, die kunstvoll auf Brotscheiben gespießt werden.

Der „Zauberwald von Oma“ und Höhlenmalereien
Mit köstlichen Pintxos im Bauch und der Sonne auf der Haut fahren wir die Küste weiter gen Westen entlang. Ein Schlenker landeinwärts lohnt sich zum Ort „Kortezubi“, denn hier gibt es gleich zwei Attraktionen für Jung und Alt: die Höhle „Cueva de Santimamiñe“, in der Höhlenmalereien aus der Vorzeit schlummern, und den „Zauberwald von Oma“. 

Dieser „verzauberte Wald“ wurde vom spanischen Bildhauer und Maler Agustín Ibarrola geschaffen. Er nutzte die Natur als Leinwand und bemalte die riesigen Kiefern mit bunten Mustern. 

Weitere Aktivitäten für Familien im Baskenland, beispielsweise einen Besuch im Salztal „Valle Salado“, finden Sie hier.

Mystische Felsenlandschaft bei Barrika – Kulisse von „Game of Thrones“
Ein Landschafts-Highlight befindet sich beim Küstenort Barrika. Die zerklüftete Felsenlandschaft aus Sand- und Kalksteinschichten erhebt sich streifenförmig aus dem Meer und zieht sich bis zur Steilküste hoch. 

Bei dem geheimnisvollen Anblick wundert es nicht, dass diese außergewöhnliche Küstenlandschaft zu den Drehorten der Fantasy-Saga „Game of Thrones“ zählt.

Asturien – Dinosaurier und Apfelwein an der „Costa Verde“

Wir reisen weiter die Küste entlang nach Asturien. Aufgrund seiner üppigen Landschaft wird der Küstenabschnitt in dieser Region auch „Costa Verde“ („grüne Küste“) genannt. Es gibt viele Nationalparks und malerische Felsenbuchten. 

Das Fischerdorf Llanes
Das pittoreske Küstendorf zählt zu den schönsten Orten der „Costa Verde“. Da man alles bequem zu Fuß erledigen kann – einen Bummel durch die lokalen Geschäfte, Flanieren entlang der Promenade, Essen in guten Restaurants – eignet sich Llanes wunderbar für einen entspannten Familienaufenthalt. 

Der Ort ist zudem umgeben von traumhaften Stränden. Die weiße Sandbucht „Playa de Poo“ inmitten von grün bewachsenen Steilküsten beispielsweise liegt so geschützt, dass das Wasser hier spiegelglatt und glasklar ist.

Bienen, Nationalparks und Weinstuben
Wenn Sie einmal einen Ausflug ins Landleben Asturiens unternehmen möchten, empfehlen wir die Imkerei „Aula de la Miel de los Picos de Europa“ beim traditionellen Dorf Alles. Auf dem Landgut können Sie verschiedene Honigsorten probieren und lernen die verblüffende Welt der Bienen kennen.

Nicht weit entfernt befindet sich der Nationalpark „Picos de Europa“, der teils auch in der schönen Region Kantabrien liegt. Auf Wandertouren bietet er faszinierende Naturlandschaften

Der Park ist unter anderem die Heimat von Hirschen, Wildkatzen, Biberratten und Wildvögeln. Außerdem gibt es in den Wäldern Asturiens viele Sagen und Legenden über zauberhafte Wesen, die sie bevölkern.


Ganz Nordspanien ist bekannt für seinen guten Apfelwein („Sidra“). Ein wahres Mekka des goldgelben Kultgetränks ist die Stadt Oviedo und ihre Umgebung, doch finden sich auch an der Küste überall urige Weinstuben, in denen man das süß-herbe Getränk probieren kann.

Die Dinosaurierküste und das Jura-Museum Asturiens in Colunga
Kaum etwas fasziniert Kinder so sehr wie Dinosaurier. In Asturien hinterließen die Urzeitriesen im wahrsten Sinne des Wortes ihre Spuren – der Küstenabschnitt zwischen Gijón und Ribadesella wird auch „Dinosaurierküste“ genannt, weil hier viele Knochen der Reptilien gefunden wurden. Riesige, erstaunlich gut erhaltene Dinosaurier-Fußabdrücke sind bis heute an der Küste zu sehen. Sie zählen zu den bedeutendsten archäologischen Funden Spaniens.

Nahe dem Strand „Playa de la Griega“ fanden Forscher Fußabdrücke von 1,20 Metern Durchmesser – das entspricht den zweitgrößten Dinosaurier-Fußabdrücken weltweit. Die Spuren der Dinos entlang der Küste sind durch Infotafeln gekennzeichnet und für Wanderer frei zugänglich. Kinder können sich auf eine aufregende Fossiliensuche begeben. 

Ein Highlight in Sachen Dinos ist das Jura-Museum Asturiens in Colunga. Passenderweise hat es die Form eines Saurier-Fußabdrucks. Über 8000 Urzeit-Funde sind hier ausgestellt und gigantische Saurier-Modelle ragen bis zur Decke.

Galizien – Wildpferde, Leuchttürme und „Pulpo“ am Ende der Welt

Weiter geht’s nach Galizien, dem fruchtbaren Land der vielen Leuchttürme, das landschaftlich eher an Irland als an Spanien erinnert. In der Felsküste am „Kap Finisterre“ im Westen der Region sahen die Römer das Ende der bekannten Welt.

Berühmt ist Galizien auch für seinen hervorragenden Fisch. Probieren sollten Sie ebenfalls den berühmten galizischen „Pulpo“ (Tintenfisch), „Caldo“ (Suppe aus weißen Bohnen, Kartoffeln und Schinken), „Pimientos de Padrón“ (in Olivenöl gebratene teils scharfe Mini-Paprikaschoten).

Neben den traditionellen Städten und Dörfern können Sie in Galizien vor allem die Natur erleben. In Naturschutzgebieten, wie der „Sierra de Capelada“ im Norden der Region, kann man auf Wanderungen noch echte Wildpferde beobachten. Zwischen Juni und August werden sie bei einer hitzigen Treibjagd, der „Rapa de bestas“, in die Dörfer getrieben und geschoren – ein traditionsreicher, aber auch umstrittener Brauch.

Die Hauptstadt der Region mit dem klangvollen Namen „Santiago de Compostela“ ist als Endpunkt des Jakobswegs über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ihre stolze Kathedrale soll der Begräbnisort des biblischen Apostels Jakobus sein. Die mittelalterliche Altstadt erkundet man am besten zu Fuß.

Eine besonders reizvolle Badebucht in Galizien ist die sieben Kilometer lange „Playa de Carnota“ im Westen der Region. Die wunderschöne weiße Sandbucht ist hufeisenförmig und das Meer erstrahlt in einem beinahe karibischen Türkis.

„Bom dia, Porto!“ Und was Harry Potter und lieblicher Wein damit zu tun haben

Wir fahren weiter gen Süden und passieren die Grenze zum schönen Portugal. Die bezaubernde Stadt Porto im Norden des Landes besticht mit ihren bunten Häuschen, dem breiten „Rio Douro“ und den vielen gemütlichen Portweinkellern (unbedingt eine Tour machen!), in denen der liebliche Wein lagert.

Für Familien mit Kindern gibt es hier allerlei zu sehen und zu tun: Sich durch die portugiesische Küche schlemmen, die Stadt bei Bootsfahrten auf dem Rio Douro vom Wasser aus bewundern, Ausflüge zu den Buchten rund um die Stadt unternehmen – die Liste ist lang.

Eine kleine Sensation, die Sie ihren Kindern nicht vorenthalten sollten (und sich selbst auch nicht), ist eine Buchhandlung. Aber nicht irgendeine – sie könnte glatt eine Kulisse aus Harry Potter sein, und das ist kein Zufall. Denn J.K. Rowling besuchte die Buchhandlung „Lello i Irmao“ während ihrer Zeit als Englischlehrerin in Porto. Ein großer Teil des ersten Bandes entstand sogar in diesen imposanten Hallen voller Bücherregale, eleganter Treppen und Prunk.

Um noch einmal auf die portugiesische Küche zurückzukommen: Kosten Sie „Pastel de Natas“ (himmlische Puddingtörtchen), „Pastéis de bacalhau“ (Fischkroketten aus Kabeljau, dem Lieblingsfisch der Portugiesen), und „Francesinhas“ (übersetzt „der kleine Franzose“: ein abgedrehtes Käse-Schinken-Sandwich mit seeehr viel verschiedener Wurst, das in einer deftigen Käse-Fleisch-Soße schwimmt – nichts für Vegetarier!).

Nazaré und Coimbra – von Riesenwellen und Fantasy-Kulissen

Wir begeben uns langsam auf den Weg nach Lissabon. Langsam deswegen, weil – wer möchte – noch einen Zwischenstopp in Nazaré oder Coimbra einlegen kann. Ersteres ist ein Küstenort, an dem extrem hohe Wellen an der Küste brechen. Hier werden regelmäßig neue Surfrekorde aufgestellt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über Nazaré.

Coimbra lohnt sich ebenfalls für Harry-Potter- und Fantasyfans. Es zählt zu den ältesten Universitätsstädten Europas und die Studenten tragen Schuluniformen, die ebenfalls J. K. Rowlings Romanen entsprungen sein könnten. Die Stadt bietet zudem eine lebendige Bar- und Gastronomieszene und dank der beschaulichen Größe der Altstadt kann man Coimbra wunderbar zu Fuß besichtigen.

Lissabon – bunter Charme, verrückte Tramfahrten und Schlemmen auf höchstem Niveau

Lissabon zählt zweifelsohne zu den Städten, die man einmal gesehen haben muss. Kulturell und kulinarisch gesehen ist man hier im siebten Himmel. Noch dazu versprüht die portugiesische Hauptstadt mit ihren asphaltierten Hügeln, den typischen Trambahnen und den bunten, teils uralten Häusern einfach jede Menge Charme.

Ein Muss ist eine Fahrt mit der historischen Tram Nummer 28, welche Sie durch die sehenswertesten Ecken der Stadt kutschiert. Richtig abenteuerlich wird es, wenn sie durch unglaublich enge Gassen fährt! Auch eine Tuk-Tuk-Fahrt ist eine unterhaltsame Weise, um die Stadt zu erleben.

Der „Torre de Belém“ an der Mündung des Tajo ist ebenfalls einen Besuch wert. Er zählt zu den wichtigsten Wahrzeichen der Stadt und ist eines der wenigen Gebäude, die das schwere Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 überstanden haben. In der oberen Etage des 35 Meter hohen Turms befindet sich eine Aussichtsplattform. Ab dem Jahr 1521 diente er als imposanter Leuchtturm, der die ankommenden Entdecker und Handelsschiffe in Empfang nahm.

Ein Erlebnis für den Gaumen ist der „Time Out Market“. In dieser quirligen und hochmodernen Markthalle kann man die lokale Küche an zahlreichen Ständen, in kleinen Restaurants und Cafés probieren.

Sie möchten von Lissabon aus noch weiter gen Süden fahren? Dann empfehlen wir Ihnen unsere Reiseerlebnisse über die Algarve und Andalusien

Campingplätze gibt es an der Atlantikküste auch dank der Surfkultur jede Menge. Hinzu kommt erfreulicherweise, dass Freistehen an vielen Orten geduldet wird.