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Junge Frauenpower

Outdoor und Sport
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von Hymer

Junge Frauenpower

So stellen sich junge Frauen den idealen Camper vor. Beim Azubi-Projekt „Lady Camper“ arbeiten zwölf junge Damen, die momentan bei HYMER ihre Ausbildung absolvieren, vollkommen eigenständig an der Entwicklung eines Fahrzeuges. Dabei bringen sie von der Planung bis hin zur Umsetzung ihre Ideen und Verbesserungsvorschläge ein – und zwar ganz aus der Perspektive von Frauen.

Die holde Weiblichkeit und ihre Kleider und Schuhe – ein Thema, welches schon seit vielen Generationen
Philosophen und Verhaltensforschern aufgrund seiner unglaublichen Komplexität ein immenses Kopfzerbrechen
bereitet, unzählige Seiten in Modezeitschriften füllt und für Männer eines der letzten großen Rätsel
der Menschheitsgeschichte darstellt – eben dieses Thema soll bei der Ausstattung von Reisemobilen
und Caravans eine eher untergeordnete Rolle spielen? „Kann doch gar nicht sein“, muss sich Laura Blank wohl
gedacht haben und trommelte ihre weiblichen Azubi-Kolleginnen zusammen.

„Wir haben uns dann des Öfteren mal getroffen und darüber gesprochen, was uns als Frauen beim Campen
denn besonders wichtig ist oder was man bei der Ausstattung des Fahrzeuges noch verbessern könnte“,
erinnert sich die angehende Industriekauffrau, die derzeit bei HYMER ihre Ausbildung macht. Vorschläge gab
es genügend und im Laufe der Zeit sollte sich ein richtiger Ideenpool ansammeln. Mit ihrem Anliegen traten
die Mädels dann an Rainer Buck und Marcus Metzler vom Geschäftsbereich HYMERCAR heran. Beide waren
von der Initiative ihrer jungen weiblichen Schützlinge positiv überrascht und sofort sehr angetan von deren
Idee. „Ich bin jetzt seit gut 25 Jahren hier, aber ein derartiges Engagement unserer Auszubildenden und dann
auch noch in diesem Umfang habe ich noch nie erlebt“, lobt Rainer Buck, Leiter des Geschäftsbereiches.

Aus der Idee wurde dann recht schnell ein richtiges Projekt. „Lasst uns mal so tun, als würden wir tatsächlich
ein völlig neues Fahrzeug entwickeln, das anschließend auch in Serie geht“, schlug Rainer Buck vor. Das
Azubi-Projekt „Lady Camper“ war geboren und Laura Blank wurde die Teamleitung anvertraut! Insgesamt
sind jetzt zwölf junge Frauen an diesem Projekt beteiligt, die bei HYMER verschiedene Ausbildungsberufe
absolvieren. Die komplette Arbeitsorganisation von der Ideenfindung über die Umsetzung der jeweiligen
Entwicklungsschritte bis hin zur erstmaligen öffentlichen Präsentation bei der Ravensburger Bildungsmesse
Anfang Februar liegt damit voll und ganz in weiblichen Händen. Unterstützt werden sie dabei durch den
Geschäftsbereich HYMERCAR, wobei Rainer Buck und Marcus Metzler sich dabei ganz dezent im Hintergrund
halten, jedoch als Ansprechpartner für Fragen jederzeit zur Verfügung stehen.

Emblem in Form eines High Heels

An einem kompakten HYMERCAR Cape Town auf Basis eines VW T5 dürfen sich die jungen Auszubildenden
seit einigen Wochen so richtig austoben. „Wir haben uns das Fahrzeug angeschaut, Vorschläge gesammelt
und diese dann auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft. Dann bekam jeder von uns einen speziellen Aufgabenbereich
zugewiesen“, erklärt Nicole Kibler, die sich zurzeit bei HYMER ebenfalls zur Industriekauffrau ausbilden
lässt. Sogar einige Testfahrten mit dem HYMERCAR Cape Town wurden unternommen, um eventuelle
Defizite im Praxistest aufzuspüren. Und sie wurden fündig! So kamen sie zum Beispiel auf die Idee der
herauszunehmenden Korpusse mit den drei Optionen Minibar, Kleiderschrank und Toilettenkorpus. Da das
Fahrzeug nur Platz für zwei Varianten bietet, sollte sich die Zusammenstellung nach Belieben variieren lassen.
Oder der ausfahrbare Kleiderschrank als Verstaumöglichkeit für Kleider, die so während der Fahrt platzsparend
im Korpus versenkt werden können. Generell wünschten sich die Frauen mehr Staufachmöglichkeiten
für Schuhe, Taschen usw. Auch ein extra Fach für Schminke, Schmuck und andere Utensilien sowie einen
Handtuchhalter würden sie sehr begrüßen. Genauso wie neue Stoffe für Vorhänge, Matratzen und Kissen
sowie neue Farbvariationen aus Beerentönen.

Nachdem nun die ganzen Ideen alle auf dem Tisch lagen, stand als Nächstes die praktische Umsetzung
auf dem Plan. Mittels CAD wurden technische Lösungen entworfen und konstruiert, Möbel entsprechend
geschreinert und zusammengebaut, eine Kostenkalkulation erstellt und eine buchhalterische Budgetüberwachung
vorgenommen. Für den Einkauf der benötigten Teile machten sich die Auszubildenden dann an
die Lieferantensuche, holten unter Berücksichtigung der Lieferzeit diverse Angebote ein und veranstalteten
regelmäßige Projektmeetings, um alle Beteiligten über die aktuellen Entwicklungen zu informieren. „Mit
dem momentanen Stand des Projektes sind wir sehr zufrieden. Fast alles, was wir uns vorgenommen haben,
konnten wir auch umsetzen“, sagt Laura Blank. Natürlich ließen sich nicht alle diese kreativen Ideen wie
gewünscht in die Tat umsetzen, da technische oder ökonomische Belange dem entgegenstanden. Aber
Rainer Buck kann sich sehr gut vorstellen, dass einige dieser Vorschläge bei zukünftigen HYMERCAR-Modellen
zum Einsatz kommen werden.

Auf jeden Fall haben die zwölf jungen Damen in der Zwischenzeit sehr viel gelernt. Darüber, wie man das
theoretische Wissen, das einem während der Ausbildung vermittelt wird, dann auch in die Praxis umsetzt
und wie die einzelnen Entwicklungsprozesse ablaufen. Auch selbstständiges Arbeiten im Team, Verantwortung
übernehmen und nach Lösungen und Kompromissen suchen – vor allem dann, wenn unvorhersehbare
Widerstände auftauchen – haben die Azubis dabei trainiert. Ferner waren kundenorientierte Erfahrungen
dabei. Beispielsweise wie stark man die Wünsche der Kunden und deren Interessen zu berücksichtigen hat
und man demzufolge seine eigenen Vorstellungen und Ideen eventuell zurückstellen muss. „Für uns alle war
es ein enormer Lernprozess“, versichert Projektleiterin Laura Blank.

Wenn also künftig laute Jubelarien über den Campingplatz hallen, besteht kein Grund zur Verwunderung.
Man kann dann eher davon ausgehen, dass die vielen Ideen der HYMER-Azubis offenbar Früchte getragen
haben und sich in den Fahrzeugen aus Bad Waldsee wiederfinden. Es dürfte sich dann halt um Frauen
handeln, die beim Anblick ihrer ordentlich aufgeräumten schönen Schuhe und Kleider lediglich ihrer Begeisterung
Ausdruck verleihen – ganz nach dem Motto

„Schrei vor Glück!“.