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Isa tourt durch Schweden - Teil 2

Outdoor und Sport
freeontour
von von Isabel Speckmann isaswomo.de und FREEONTOUR; Copyright Text und Bildrechte liegen bei Isabel Speckmann und FREEONTOUR Titelbild Nässja

Isa tourt durch Schweden - Teil 2

Auch verfügbar in folgende Sprache:

Weiter geht die spannende Fahrt mit Isa Richtung Norden. Was sie dort erlebt hat, erfahren sie hier im 2. Teil des Artikels.

Weiterfahrt in Richtung Norden

Nach 3 Nächten in Stockholm ging es wieder weiter, immer in Richtung Norden. Die ersten Kilometer hinter Stockholm beginnt eine wunderschöne Schären-Küste. Es ist total sehenswert wie manche Sommerhäuser in die Felsen gebaut wurden. Da lohnt sich ein weiterer Stopp, nach nur wenigen Kilometern sehr.

 
Schären hinter Stockholm mit Sommerhäuschen  

Von dort aus ging es für Milla, die Omi (mein Wohnmobil) und mich immer, immer weiter in den Norden. Hinter der Höga-Kusten merkt man dann deutlich, dass die unbewohnten Strecken immer länger werden und von da an lohnt sich auch ein Stopp an jeder Tankstelle, da man nie genau weiß, wann die nächste geöffnete Tankstelle wieder auf dem Weg liegt. Nördlich der Hoga-Kusten muss man sich auch keine Gedanken mehr zum „frei Stehen“ machen (zumindest außerhalb der wenigen größeren Städte), da es unendlich viele Seen und Flüsse zum Übernachten gibt.

So ging es auf jeden Fall weiter auf meiner Reise durch Lappland, entlang dem sehr dünn besiedelten Norden Schwedens. Ich habe leider auf der ganzen Tour nicht einen wilden Elch gesehen (nur die Elche in den vielen Wildparks), dabei war ich doch schon soooo weit weg “im Nirgendwo”. Die Straßen dort oben im Norden bestanden aus immer mehr Schotter als Asphalt! Aber gut, wir hatten ja Zeit, Hauptsache “die Omi” hielt durch.

 
Hoch im Norden, Wasserfälle Lappland

Irgendwann war ich kurz vor Kiruna und mehr oder weniger von jetzt auf gleich hatte einfach genug von der Einöde. Einöde ist sehr hart gesagt. Ich hab es ja auch wirklich tooootal genossen zu stehen, zu fahren, zu essen, zu schwimmen, ein zu kaufen, zu fahren und zu stehen und dabei am Tag vielleicht 10 anderen Autos bzw. Leuten zu begegnen. Aber kurz vor Kiruna hatte ich einfach keine Lust mehr. Ich wollte zurück “ins Leben”.

Im ersten Moment hatte ich sogar die Idee durch Norwegen wieder Richtung Süden zu fahren, also bin ich auf dem kürzesten Weg zur norwegisch/ schwedischen Grenze. Dort bin ich auch noch über die Grenze nach Norwegen gefahren bis zur ersten Tankstelle. Da hab ich dann die Diesel / Benzinpreise angeschlagen gesehen, hab kurz angehalten, mir überlegt wie wichtig mir Norwegen ist und bin wieder zurück nach Schweden getuckert. Die Preise in Norwegen waren mir einfach zu hoch auch wenn es sicherlich ein wunderschönes Land ist! Aber ich empfand auch Schweden als soooo unglaublich schön, dass mir Norwegen nicht wichtig genug war, um viel mehr Geld zu zahlen. So ging es also langsam und entspannt die ersten Kilometer wieder zurück in Richtung Heimat. Erst immer entlang der Berge zur norwegischen Grenze ganz im Westen bis ich zum Hornavan See kam.


Kurz vor der norwegischen Grenze

Ich muss sagen: Diese riesigen Seen, faszinieren mich total! Man fühlt sich wie am Meer. Manchmal habe ich sogar morgens aus dem kleinen Alkoven Fenster geschaut und dachte im ersten Augenblick: „Och wie schön, …“die See” ist heute aber ruhig“ :-), dabei stand ich ja an einem See. Der Hornavan See war für mich der mit Abstand schönste See auf meiner gesamten Tour. Es gab einige kleine, ganz wunderschöne Dörfer um den See herum, es gab “Leben”, aber der Hornavan See ist einfach bei weitem nicht so touristisch “umlagert”, wie seine großen Brüder, dem Vännern, Siljan oder Vetternsee. Sicherlich ein kleiner geheim Tipp für eure nächste Schwedentour!

 
Hornavan See

Zurück in den Süden

Vom Hornavan See ging es lange weiter Richtung Süden, bis ich irgendwann endlich in Östersund war. Östersund wollte ich unbedingt anfahren. Ich mag die Biathlon Übertragungen im Winter unheimlich gerne, sodass ich doch unbedingt mal an der Strecke stehen wollte. Es war zwar Sommer und wirklich was sehen konnte ich auch nicht, aber jetzt kann ich zumindest sagen: „Ich war da schon!“ Ansonsten ist Östersund eine schöne, aber auch recht “normale” Stadt, wie viele andere auch.

Falun

Mein nächstes großes Ziel war Mora und der Siljansee. Mora empfand ich als eine sehr schöne Stadt. Dort war der Vorfall mit den nächtlichen Anglern gewesen und auch der Siljansee gefiel mir noch besser als die beiden größten schwedischen Seen.

Mittlerweile war ich zurück in Mittelschweden und mit jedem Kilometer mehr wurden die Straßenverhältnisse besser,

voller und es gab mehr Bewegung auf den Straßen. Nachdem ich Mora verlassen hatte ging es noch einmal ein bisschen weiter in die süd-/ östliche Richtung, denn mein nächstes Ziel war Falun. In Falun gibt es ein großes Eisenerz Werk und genau dort entsteht auch die rote Farbe der originalen Schwedenhäuser. Ich fand dieses Werk absolut sehenswert! Wenn man vom Werk aus auf der Hauptstraße den Schildern zum Badesee in der Nähe folgt, kommt man übrigens zu einem sehr netten See, an dem man toll frei stehen kann. (Falun)

Von Falun aus ging es weiter in den Süden, ganz strickt und relativ zügig immer weiter bis zum Vänernsee. Meinen ersten Stopp am Vänern legte ich in Kristinhamn ein.


Weg zum Vätternsee

Erst nach 3 entspannten Tagen am Vänernsee und der Innenstadt von Kristinhamn startete ich durch und machte mich von dort aus auf den direkten Weg zum größten See Schwedens, dem Vätternsee.

Angefangen in Askersund (eine Stadt die mir von allen Orten an den beiden großen Seen am aller besten gefiel, da dort alles künstlerisch angehaucht ist), ging es weiter über Motala in die Kleinstadt Nässja, gelegen auf einer kleinen Halbinsel im See und von dort aus immer am Wasser entlang bis Jönköping. Wenn man so viel Zeit hat wie ich, muss man die beiden riesigen Seen unbedingt gesehen haben, denn dies gehört hat zu einer Schwedentour dazu.

  Kleine Straße in Askersund, Schwedenhäuser Typisch Nässja

Solltet ihr nicht so viel Zeit haben sind die beiden Seen meiner Meinung nach kein absolutes Highlight. Da gab es spannendere Ecken (die Ostküste, Stockholm, den Göta Kanal oder den Hornavan See) die ich deutlich schöner und einfach als “schwedischer” empfand.

Von Jönköping ging es auf direktem Weg wieder zurück zur Westküste und zwar direkt nach Göteborg! Die Westküste ab Göteborg unterscheidet sich TOTAL von der Ostküste. Die Westküste ist warm, flach, deutlich voller, total touristisch und gilt als Badewanne der Schweden. Die Ostküste dagegen war deutlich “härter”, kälter, felsiger und auch bei weitem nicht so stark bewohnt. Wenn ihr mich fragt: Ich fand die Ostküste schöner, auch wenn die meisten Leute im Internet anderer Meinung sind. Die Ostküste war einfach mehr schwedentypisch für mich.Die Westküste ist auch schön, keine Frage, hat aber ein bisschen was von der deutschen Nordseeküste in Niedersachen. Die deutsche Nordseeküste finde ich ja auch toll, aber wenn ich in Schweden bin, mag ich es auch, wenn es sich nach Schweden anfühlt, wenn ihr wisst, was ich meine. Die Westküste ist ein absolutes Touri-Gebiet und das merkt man auch. Göteborg war nicht meine Stadt, vielleicht lag es auch daran, dass ich von Stockholm so sehr begeistert war (bin). Da konnte keine andere Stadt so richtig gegen halten.


Typisches Bild von der Westküste

Von Göteborg aus ging es noch weiter in den Süden und langsam wurde mir klar, dass meine Tour bald zu Ende gehen würde. Aber vor dem wirklich aller letzten Punkt meiner Tour, kam für mich noch ein absolutes Highlight. Von Göteborg aus ging es (eeeendlich) nach Ullared! Besser bekannt als “Gekas City!“ :-) Gekas ist der größte Supermarkt der Welt … kein Quatsch! Das gesamte Gekas-Gelände ist groß wie eine Kleinstadt. Es gibt neben dem eigentlichen Markt ein Gekas Hotel, einen Gekas Campingplatz, einen Gekas Stellplatz, ein Gekas Restaurant, ein Gekas Cafe, eine Gekas Hundebetreuung, einen Gekas Shuttelbus …usw. usw.. Was da “ab geht” ist echt Wahnsinn!

Dieser Markt ist total sehenswert, alleine schon was “zusätzlich” zu diesem Markt gehört ist einfach nur zum Staunen. Einkaufswägen mit eigenem Navi damit man alle Produkte findet, es gibt Rollstuhl-Einkaufswägen und Elektro-Einkaufswägen für LeuteGekas City die nicht gut laufen können. Allein die Kassenzeile hat sage und schreibe 62 einzelne Kassen. Zudem sind die Preise in dem Gekas Markt nochmal deutlich günstiger als im restlichen Land und somit war Gekas der perfekte Ort für jede Menge Mitbringsel. Insgesamt 3 Tage bin ich auf dem Stellplatz in Ullared geblieben, bevor es dann auf die aller letzte Etappe ging: Malmö. (Gekas City)

In Malmö angekommen bin ich auf direktem Weg zum Hafen gefahren und habe ein Fährticket gekauft. Da ich am Schalter nur gesagt habe, dass ich eine Fähre + Kabine innerhalb der nächsten Tage für meinen Hund, das Womo und mich brauche und dies hauptsächlich günstig, konnte die Dame am Schalter nach einem Restplatz schauen. Zweieinhalb Tage später ging meine Fähre von Malmö in Richtung Travemünde. Bis dahin hatte ich noch 2 tolle Aufenthalte in Malmö.

Ein Tipp: hinter dem ausgewiesenen Wohnmobil Stellplatz in Richtung Öresundbrücke gibt es wunderbare Parkplätze an einem Naherholungsgebiet. Im Gegensatz zu dem sehr teuren und trotzdem unhübschen und winzigen Stellplatz von Malmö, steht man da mit Blick auf die lange Brücke, ganz besonders schön. Gerade am Abend bzw. in der Nacht, wenn die Brücke hell beleuchtet wird, ist der Blick einfach grandios!

Öresundbrücke

Auf in die Heimat

Meine Abfahrtszeit der Fähre war dahin entgegen leider kein absoluter Hammer. Mitten in der Nacht, so gegen kurz vor 2 Uhr, legte die Fähre ab. Allerdings konnte ich durch die Restplätze und der kurzfristigen Buchung nochmal richtig Geld sparen. Im Gegensatz zu der Hinfahrt, wo ich das Ticket im voraus gebucht hatte und ich auch schon dachte, dass ich ein günstiges Ticket ergatterte, hat durch einen Restposten-Vorteil das Ticket für den Rückweg weniger als die Hälfte gekostet. Hier lohnt es sich, wenn man für die Rückfahrt genügend Zeit ein plant und nicht zu einem fixen Termin abreisen muss.

Auf dem Schiff angekommen, traute ich im ersten Augenblich meinen Augen kaum. Diesmal war es keine einfache “Keller Kabine” sondern ich hatte die „ 1A Luxus Kabine“… die war riesig groß, ganz hell und modern, hatte ein großes Badezimmer samt Badewanne, große Fenster und ein rieeeeeeeßen Bett! Da ließ sich auch die wiederkehrende Seekrankheit ganz gut überstehen und auch Milla war diesmal deutlich ruhiger und entspannter.

Ca. 7 Stunden später kamen wir in Travemünde an und ich bin noch weiter gefahren bis zum Stellplatz in Bad Schwartau. Dieser Stellplatz ist übrigens super, richtig nett ausgebaut, eine Hundewiese gibt es auch noch auf der Rückseite des Stellplatzes und gerade für 1-2 Nächte eignet sich der Platz perfekt. Auf dem Stellplatz angekommen habe ich noch eben alle Fenster dicht gemacht und dann den halben Tag verschlafen. Das Zimmer auf der Fähre war ja super, aber die Übelkeit und die Panik zu verschlafen, ließen mich dann doch nicht richtig tief einschlafen.

Am nächsten Tag ging es dann endgültig zurück nach Hause. Nach 3 Monaten, 22 Tagen, knapp 10.000 gefahrenen Kilometern und um 100.000 Erfahrungen reicher, bog ich am späten Nachmittag wieder in meine “Heimatstraße” ein. Dort wartete schon mein Vater auf mich und es begann ein langer Abend voller Erzählungen, Mitbringseln und spannenden Geschichten.

Diese Tour durch Schweden war unglaublich schön und, um nicht zu sagen: „Es war der Sommer meines Lebens!”  Ich kann nur jedem Camper empfehlen eine Reise durch Schweden zu unternehmen, auch gerade Camping-Anfänger werden in Schweden gut zurechtkommen. Auf den Straßen geht es deutlich entspannter zu, die Schweden sind extrem nett und hilfsbereit und die großartige Natur macht es einem leicht, tolle Plätze zum Übernachten zu finden.

Schweden ist ein Camper Traum!!!
Ganz liebe Grüße und bleibt gesund
Isa

Noch mehr spannende Geschichten rund um das Thema "Unterwegs mit dem Wohnmobil", Tipps und Tricks, Videos etc. findet Ihr in Isa's Blog . Hier geht's zum ersten Teil des Artikels. 

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