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Historische Schätze, hervorragendes Essen

Outdoor und Sport
annika
von Hymer-Fahrer Dieter Meurer

Historische Schätze, hervorragendes Essen

Ein Reisebericht von Dieter Meurer

Am Samstag, den 26.05.2012 trafen sich 13 Wohnmobile mit einer Crew von insgesamt 25 Besatzungsmitgliedern im Hafen von Genua. Dort wurden wir von unserer Reiseleitung Petra und Max Wagner von Siwa Tours empfangen. Nach der Überfahrt bei sonnigem Wetter trafen wir am Samstagabend im pulsierenden Leben der Millionenstadt Palermo ein. Durch das abendliche Palermo erreichten wir bei Einbruch der Dunkelheit den Campingplatz in Sferracavallo, unser erstes Ziel der Reise. Ungewohnte Verkehrsverhältnisse (vier Fahrzeuge auf zwei Fahrspuren mit einem Gewusel an Zweirädern, die quer über alle Fahrspuren überholen) verlangten volle Konzentration. Aber schließlich erreichten alle wohlbehalten den ersten Campingplatz.

Am Montag stand die Besichtigung von Palermo und Monreale auf unserem Programm. Der Bus holte die Gruppe am Campingplatz ab. Mit sehr kundigem und gut aufgelegtem Reiseführer genossen wir die Besichtigungen und das einzigartige Flair. Der ortskundige Führer begleitete uns durch die Gassen der Altstadt, über den Markt und zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Palermo.

Mittwoch führte ein Fahrtag zunächst entlang der Nordküste nach Cefalù, einer touristisch erschlossenen Stadt ebenfalls mit einem imposanten Dom. Von dort ging es ins Landesinnere nach Piazza Armerina. Mittlerweile fand sich die zusammen gewürfelte Truppe der HYMER-Fahrer aus ganz Deutschland und unser Einzelkämpfer aus der Schweiz zu einem fröhlichen Team zusammen. Das gemeinsame Essen auf einem Agriturismo, wo wir auch übernachteten, wurde bereits mit Musik und Tanz begleitet.

Weiter durch das Inland startete die Reisegruppe eine für die größeren HYMER-Modelle (wegen der zum Teil engen und kurvenreichen Straßen) anspruchsvolle Fahrt nach Avola bei Siracusa, wo wir unter fachkundiger Führung den Archäologiepark und das Ohr des Dionysios besichtigen, eine künstlich hergestellte Grotte, die 65 Meter lang und teilweise bis zu 23 Meter hoch ist.

Hier war Petra Wagner mit ihrem Faible für Biologie voll im Element. Sie zeigte uns im Park für uns unbekannte Pflanzen und Blumen und wusste alle mit den Erklärungen in ihren Bann zu ziehen. Am Abend gab es als Krönung eine Grappa- und Limoncelloprobe auf dem Campingplatz, bei der unser sizilianischer Gastgeber wort- und gestenreich "seinen" Berlusconi gegen die kritischen Nachfragen der deutschen Gäste verteidigte.

Auf dem mit Blumen, exotischen Sträuchern und Pflanzen gestalteten, sehr gepflegten Platz mit der unmittelbaren Nähe zum Strand ließ sich während der besichtigungsfreien Zeit wunderbar faulenzen und entspannen.

Weiter führte die Reise in Richtung Taormina nach Calatabiano. Vom Camping Almoetia besuchten wir den Ätna, der sich uns bei Sonnenschein und nebelfrei mit leichten Rauchschwaden von seiner besten Seite zeigte.

Mittags genossen wir einen landestypischen Brunch, der mit leckeren Mandelplätzchen und Kaffee abschloss.

Es stand von dort auch ein Ausflug mit dem Linienbus ins Nahe Taormina auf dem Programm, was uns durch die herrliche Lage über dem Meer und den imposanten Ausblicken sehr gut gefallen hat. Vom antiken Theater hatten wir wiederum einen herrlichen Blick auf den größten Vulkan Europas.

Von dort durchquerten wir die vegetationsreiche Insel nochmals am Ätna vorbei Richtung Agrigento, das vielleicht der Höhepunkt der Reise werden sollte. Das Tempeltal wurde uns von Esther, einer in Köln groß gewordenen Sizilianerin bei einem herrlichen Spaziergang vorgestellt. Bei einem nächsten Besuch müssen wir ihr auf jeden Fall ein "Kölsch" aus dem Rheinland mitbringen. Den Schirm vom Oktoberfest hat sie ja bereits erhalten.

Der Campingplatz bei Secca Grande bot neben dem nahe liegenden Meer einen Swimmingpool, der zur Entspannung genutzt wurde. Abends stand wiederum ein gemeinsames Essen auf dem Programm und wir ließen uns von sizilianischer Musik einfangen. Als Krönung empfing uns unter dem nächtlichen Sternenhimmel nach einem opulenten Essen vor dem Lokal ein von Max Wagner vorbereitetes Feuerwerk.

Leider ging die Sizilienreise langsam ihrem Ende zu. Auf dem Weg Richtung Fährhafen besuchten wir gemeinsam noch Selinunt. In Petrosino, der letzten Etappe der Reise, genossen wir auf dem dortigen Campingplatz noch einmal eine kulinarische Köstlichkeit. Es wurden im gepflegten Restaurant Vorspeisen, Fischspezialitäten, ein köstlicher Nachtisch und leckerer Wein aufgetragen.

Über Marsala und die Salinen von Trapani erreichten wir schließlich Erice, ein Bergdorf mit charmantem Ambiente. Die letzte Etappe führte uns dann wieder ins pulsierende Palermo, wo wir gegen Mitternacht mit Kurs auf Genua ablegten. Während dieser Kurz-Kreuzfahrt konnten wir unsere Eindrücke und Erlebnisse von Sizilien noch einmal in entspannter Atmosphäre Revue passieren lassen.

Für uns war es die erste geführte Wohnmobilreise. Wir standen ihr zunächst skeptisch gegenüber und fragten uns, ob der ständige Kontakt mit anderen Mitreisenden und das ausgefüllte Programm uns zusagen würden, weil wir doch sonst eher selber Reiseablauf und Tagesstruktur bei unseren Wohnmobilreisen bestimmen. Nach Ende der Reise stellen wir für uns beide fest, dass es eine sehr gelungene Wohnmobiltour in eine uns unbekannte Ecke von Italien war. Wir haben nette Bekanntschaften geschlossen und fühlten uns rundum wohl. Dies ist nicht zuletzt auf die nette Reisegruppe und die hervorragende Reiseleitung von Petra Wagner zurückzuführen. Sie wurde unterstützt von Max, der, wenn er nicht als "Klettermaxe" unterwegs war, sich durch seine nette Art als Organisator für die täglichen Bedürfnisse der Besatzungen nützlich machte. Dank ihm gab es jeden Tag das vorbestellte leckere Brot.

Es wird sicher nicht unsere letzte Reise mit HYMER Card sein. Wir glauben, dass dieser Reisebericht sicherlich mehr aussagt als eine Schulbewertung. Sicherlich müssen bei der Beurteilung der Qualität der angefahrenen Campingplätze Abstriche gegenüber unseren immer mehr steigenden Bedürfnissen gemacht werden.

Es sollte aber nicht Ziel sein, Qualitäten von Campingplätzen zu bewerten oder das berühmte Haar in der Suppe zu finden. Die gute Organisation, Betreuung und fachliche Kompetenz der Reiseleitung hat den Reiseteilnehmern das wunderschöne Sizilien in vierzehn Tagen auf beste Weise näher gebracht. Petra und Max Wagner haben uns angesteckt mit ihrer Liebe zu Sizilien, den dortigen Menschen, den historischen Schätzen und nicht zuletzt dem hervorragenden Essen.