Herbstwanderung in Donegal

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von FREEONTOUR

Herbstwanderung in Donegal

Indian Summer im Nordwesten von Irland - Freeontour Wandertipp für Individualisten

Irland zählt bei Campern vielleicht nicht unbedingt zu den offensichtlichen Reisezielen im Herbst. Die Überlegung lohnt sich aber durchaus - ganz besonders für alle Wanderfans. Denn nicht nur der Indian Summer sorgt dafür, dass die Grafschaft Donegal im Nordwesten von Irland immer mehr Wanderer mit faszinierenden Naturerlebnissen anzieht. Freeontour-Autor Jörg Berghoff nimmt Sie mit auf eine herbstliche Wanderung, bei der gälische Traditionen der Zeit ein Schnäppchen schlagen.

Der Geruch des Windes, der über die Wiesen schwingt. Die Weite der Hügellandschaften, die Geschichten von Pilgern und dem entbehrungsreichen Leben der Bauern erzählen. Das Salz des Meeres, das in der Luft liegt und das Atmen verlangsamt. Man riecht, man sieht, man atmet neu und lässt die Geschwindigkeit der modernen Welt zurück. Hier draußen im Nordwesten Irlands hat die Zeit seine Geschwindigkeit verloren. In Donegal wandern heißt, noch einmal in die Schule zu gehen. Eine Schule allerdings, die nicht benotet, belehrt oder bestraft, sondern eine, die durch ihr bloßes Dasein wirkt. Eine Schule, die auf stille Art mit der Sprache der Natur zeigt, dass es eine Welt gibt jenseits von Börsenkursen, Konsumhatz und Gewinnmaximierung. Auch wenn diese einen gelegentlich einzuholen versucht - zum Glück mit mäßigem Erfolg.

Wandern in den Bluestack Mountains 

Zum Träumen lädt der sanfte Nieselregen nicht gerade ein, der am Startpunkt der ersten Etappe die Blicke auf den von Wolken verdüsterten Himmel verschleiert. Aber wer im Westen von Irland wandert, ist gut gerüstet für solche Fälle. Regenzeug gehört einfach in den Rucksack und stört auch nicht weiter - genauso wenig wie der erste Anstieg zur Hochebene der Bluestack Mountains. Da wird einem gleich warm ums Herz und die Beinmuskulatur kommt in Fahrt. Denn der eher schmale Pfad schlängelt sich am Wald entlang durch Geröll und matschige Torftümpel, um die man besser einen Bogen macht. Wenn man sie nicht so gut kennt wie John McGrory. Als Polizist verdient er seinen Lebensunterhalt in der Grafschaft Donegal, heute und hier ein eher geruhsamer Job. Seine Leidenschaft gehört dem Wandern und zusammen mit einer Gruppe von Wander-Enthusiasten, zu dem sich jetzt auch die örtliche Tourismus-Organisation dazugesellt hat, bringt er den Besuchern auf fuß- und handverlesenen Wanderrouten die archaische Schönheit seiner Heimat näher. Kleine Scherze inklusive.

Unterwegs auf dem Bluestack Way 

Der Bluestack Way westlich von Lough Eske zieht sich auf einer Länge von insgesamt 47 Kilometern von Donegal Town über den Gebirgszug bis nach Ardara. Vertieft in gälische Traditionen haben sich in Donegal, Irlands größter Gaeltacht Region, auch viele Dörfer der Halbinsel bis hinaus zum Rossan Point gehalten. Hier ist Gälisch Alltagssprache und das reiche keltische Erbe lebendig. Auch wenn die Zeiten vorbei sind, in denen selbst viele Iren nicht hierher in den Nordwesten reisten, weil sie die Gegend mit Nordirland und den „troubles“ gleichsetzten, ist Donegal noch immer ursprünglicher und anders als der Rest der Republik. Das schließt die Beschilderung der Wanderwege mit ein: „Wir stellen jetzt immer mehr Loop Walks zusammen", erklärt John McGrory. "Diese Rundwanderwege führen zum großen Teil querfeldein über Land, das den Farmern gehört. Die sind damit einverstanden, solange man sich umweltbewusst verhält. Und auch mit der Wegemarkierung wollen wir eine Balance finden zwischen ausreichender Orientierung und Erhalt des einmaligen Charakters der Landschaften in Donegal. Einen Schilderwald wird es nirgendwo geben, da setzen wir lieber auf detaillierte Karten.“ Und die führen uns geradewegs in ein fast verlassenes Tal, das Eglish Valley. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Vereinzelte Höfe ducken sich hinter meterhohen Fuchsienhecken und Schafe heben am Horizont ihren Kopf, als spähten die Wächter einer anderen Welt nach Eindringlingen, die es zu vertreiben gilt. Im 18. Jahrhundert lebten hier noch 300 Menschen, heute sind es nur noch drei Farmer-Familien.  

Weitere Wandertipps in Donegal

Wer durch Donegal wandert, kommt an den höchsten Klippen Europas nicht vorbei. Die Sleave League, die „grauen Klippen“, erwandert man am besten von Teelin aus. Nach sechs Kilometern bergauf und einem waghalsigen one man path wird man hier mit grandioser Aussicht und windumwehter Fernsicht über die Donegal Bay hinweg auf die unendlich erscheinende Weite des Atlantiks belohnt. Danach kommt nur noch Amerika. Zu den beliebten Wanderwegen zählt auch der Glencolumbkille Loop Walk, der den Pilgerstationen des Heiligen Columban folgt. Nicht zu vergessen die zahlreichen Wanderrouten durch den Glenveagh National Park, auch das Schloss und seine Gärten lohnen einen Besuch. Ein weniger bekannter Tipp ist aber auch der Weg um den Lake Dunlewey und den höchsten Berg der Grafschaft, den Errigal Mountain. Der idyllische Rundweg um den See und den kegelförmigen Berg beschwört Bilder vom Land der Elfen in Mittelerde herauf. Eingekehrt wird dann am Abend in Leo´s Tavern in Meenaleck. Denn was gibt es Schöneres nach einem Wandertag, als den Abend am Torffeuer mit Clannad-Songs und Balladen ausklingen zu lassen?

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