Grundregeln und Tipps zum sicheren Fahren mit Wohnmobil oder Caravan

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Grundregeln und Tipps zum sicheren Fahren mit Wohnmobil oder Caravan

Unsicher, ob Wohnmobil oder Caravan nicht zu kompliziert zu fahren sind?

Solche Bedenken gibt es, doch die Praxis stellt sich als viel leichter heraus – vorausgesetzt, man beherzigt ein paar Grundregeln.

Tipps vom Experten: Ronald-Geyer

Verkehrssicherheitsexperte Ronald Geyer von der Verkehrs- und Arbeitssicherheitsagentur hat die Antworten auf typische Fragen von Neueinsteigern.

Fährt sich ein Wohnmobil anders als ein Pkw?

Die angenehm erhöhte Sitzposition und die moderne Armaturengestaltung geben tatsächlich das Gefühl, in einem Personenwagen zu sitzen. Doch Ronald Geyer stellt klar: „Es geht hier um andere Fahrzeughöhen, -breiten und -massen. Außerdem ist der Schwerpunkt von Wohnmobilen und Caravans viel höher. Man ist also gut beraten, sich diese Tatsachen vor Fahrantritt bewusst zu machen, um später Fehlentscheidungen beim Fahren zu vermeiden.“

Worauf muss man sich beim Fahren einstellen?

„Gespann und Wohnmobile haben längere Beschleunigungsphasen“, erklärt Ronald Geyer: „Daher ist vorausschauendes Fahren sehr wichtig, um Unfälle zu vermeiden. Auch bei Seitenwind heißt es aufpassen, denn die Angriffsflächen sind größer. Grundsätzlich ist die Kippneigung höher als beim Pkw – zum Beispiel bei überhöhter Geschwindigkeit in Kurven, ungebremsten Spurwechseln und falschem Bremsverhalten.“ Hymer bietet hier beispielsweise Fahrassistenzsysteme, die die Gefahren deutlich reduzieren.

 
Was sind die typischen Anfängerfehler?

„Drei Dinge sind besonders charakteristisch für Einsteiger“, berichtet Ronald Geyer aus der Praxis: „Eine falsche Sitzposition des Fahrers, das Nichterkennen der fahrphysikalischen Zusammenhänge zwischen Lastverteilung, Reaktionsweg und Bremsweg und schließlich noch eine falsche Beladung.“

Ist die Beladung nicht eine Wissenschaft für sich?

Das richtige Beladen ist extrem wichtig und bei Berücksichtigung von ein paar Grundregeln auch nicht kompliziert: „Vor allem sollten die Hinweise in der Betriebsanleitung beherzigt werden“, klärt Ronald Geyer auf: „Das Fahrzeug darf nie überladen sein und bei Wohnwagen die zulässige Stützlast nie überschritten werden.“ Auch gilt der Grundsatz, dass Schweres nach unten, Leichtes nach oben muss, um den Fahrzeugschwerpunkt nicht negativ zu beeinflussen. „Wichtig ist natürlich auch die Ladungssicherung: festklemmen, Lücken ausfüllen, Netze oder Spanngurte verwenden“, rät Geyer. Wer das umsetzt, fährt nicht nur in Kurven und bei starken Bremsmanövern sicher, sondern bringt seine Ausstattung auch heil ans Ziel.

 
Gibt es eine Möglichkeit, sich schon vor Fahrantritt mit Wohnmobil oder Caravan vertraut zu machen?

Es ist ratsam, sich ein bisschen mit der Theorie zu beschäftigen. „Eventuell leiht der Verkäufer schon vor der Auslieferung eine Betriebsanleitung aus – die Erfahrung zeigt, dass in dieser Phase die Neugierde des Besitzers am größten ist“, weiß Ronald Geyer: „Aber auch praxisnahe Fachbücher geben einen guten Einblick, gerade auch für die Mieter von Wohnmobilen.“ Die beste Vorbereitung bleibt aber das Fahrsicherheitstraining.

 
Ist ein Fahrsicherheitstraining nicht nur etwas für Vielfahrer und Profis?

„Die Trainings sind für unerfahrene Neueinsteiger mit geringem Gefahrenbewusstsein ideal“, stellt Ronald Geyer richtig: „Aber auch alte Hasen sind hier gut aufgehoben, denn der Straßenverkehr wird immer komplexer. Mein Motto: Wer nicht lernt, besser zu werden, der verlernt, gut zu sein!“

 
Ist das Rangieren nicht furchtbar kompliziert?

Hier helfen inzwischen nützliche Hilfsmittel wie 360°-Kamera, Sensoren an Fahrzeugfront und -heck sowie ein Einparkassistent. „Das Wichtigste bleibt aber der Mensch“, ist sich Ronald Geyer sicher: „Beim Rangieren ist zum Beispiel die Abstimmung zwischen Fahrer und Sicherungsposten sehr wichtig. Und das kann man üben – privat, aber natürlich auch in den erwähnten Fahrsicherheitstrainings.