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Eine Wohnmobilreise durch das winterliche Lappland - Teil 2 des Wintermärchens

Outdoor und Sport
anita
von Dethleffs

Eine Wohnmobilreise durch das winterliche Lappland - Teil 2 des Wintermärchens

Der Fotograf Dirk Heckmann wagt mit einem Dethleffs Globetrotter XL I den Härtetest. Lesen Sie, wie seine abenteuerliche Reise weiter verlaufen ist und genießen Sie seine traumhaften Aufnahmen.

Ich stehe die Nacht in Kolari an der finnisch-schwedischen Grenzen an einer Automatentankstelle für die Nacht. Das Wetter war leider nicht so, wie es der norwegische Wetterdienst für die Nacht vorhergesagt hatte. Es war 22 Uhr und der Himmel hatte sich komplett zugezogen. Ich bin noch einmal aus dem Womo ausgestiegen, es waren immerhin -21°C draußen, und wollte die interessant beleuchtete Automatentankstelle fotografieren.

Als mein Blick gen Himmel ging, sah ich einen Stern. Sollte sich das Wetter etwa … Ja! Ab ins Womo, alles verstaut und raus aus Kolari. Ich bin die „80“ Richtung Ylläsjärvi knapp 10 km gefahren, aber es kam einfach kein Parkplatz. Also wieder zurück und in Kolari auf der E8 Richtung Norden. Nach einigen Kilometern kam der Abzweig auf die „940“ nach Äkäslompolo. Und hier direkt an der Kreuzung war ein großer und auch freigeräumter Parkplatz. Ich habe mich warm, sehr warm angezogen, da die Temperatur jetzt um ca. 23 Uhr knapp um die 25°C im Minus lagen. Ich habe meine beiden Kameras auf Stative montiert, den kabellosen Fernauslöser montiert und ab ging es nach draußen. Nachdem sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, traute ich meinen Augen nicht; da bewegte sich ein breites Polarlicht direkt über mir. Und es war extrem intensiv. Es war unglaublich, mit was für unterschiedliche Farben und Formen es sich präsentierte. Mal bewegte es sich langsam und es war nicht ganz so hell, dann wieder schien der Himmel förmlich zu explodieren und die Bewegungen waren so schnell, dass ich die bekannten, gewohnten Einstellungen an den Kameras komplett neu eingeben musste. Das Feuerwerk am Himmel war für mich um ein vielfaches spektakulärer als ein Silvesterfeuerwerk.

Die Kälte setze mir und auch den Kameras ganz schön zu. Ab und an, dann, wenn das Nordlicht mal etwas schwächelte, bin ich in den Globetrotter gegangen und habe mich aufgewärmt. Bis morgens um 6:20 Uhr bin ich da draußen herumgeturnt, dann fing es langsam an zu dämmern und somit war das Polarlicht nicht mehr so intensiv zu sehen. Die Stimmung war zwar toll, aber ich musste dann doch mal ins Bett. Das war eine sensationelle Lichtershow und der norwegische Wetterdienst hatte doch recht mit seiner Vorhersage.

Den nächsten Tag verbrachte ich bei schönstem Wetter in Äkäslompolo. Ich bin auf den Campingplatz gefahren, da ich die Kamera-Akkus aufladen musste. Und am Abend freute ich mich auf die sehr gute Sauna. Ich war mal nicht der einzige Womo-Reisende, es waren auch einige finnische Camper da. Ich war am Nachmittag noch ins Besucherzentrum des Pallas Nationalparks gegangen und von dort aus habe ich eine kleine Schneeschuhwanderung unternommen.

Von Äkäslompolo bin ich durch das winterlich verschneite Finnland über Sodankylä weiter Richtung Norden fahren. Die Region ist sehr spärlich besiedelt und somit ist auch der Straßenverkehr angenehmer Weise auf den winterlichen Straßen sehr überschaubar. Die Straße ist hier oben sehr oft mit einer gefrästen Eisschicht bedeckt. Und wieder führt die Straße durch unendliche Waldgebiet.

Die mit Schnee oder Raureif verzierten Bäume bilden einen wundervollen Kontrast zum Himmel, egal welche Farbe er hat. Die Temperatur hat sich tagsüber so bei -15°C eingependelt. Kurz vor Ivalo passiere ich das Skigebiet von Saariselkä. Da es aber doch recht heftig angefangen hat zu schneien, spare ich mir hier einen Stopp. Die Straße führt hinter dem Ort über eine baumlose „Hochebene“ und hinunter nach Ivalo. Gleich am Ortsanfang liegt der Campingplatz Ivalo River Camping an der Tankstelle mit Restaurant und Ivalo Safaris. Nachdem ich den Dethleffs an den Strom angeschlossen hatte, die Heizung angemacht hatte und mir etwas gekocht hatte, bin ich noch mal rüber ins Restaurant und zu Ivalo Safari. Dort war man gerade dabei eine Gruppe für eine Polarlicht-Tour einzukleiden. Man sagte mir, dass die Chance besteht, dass der Nachthimmel gegen 21 Uhr aufklart. Als ich zurück zum Womo ging schneite es noch immer. Während ich meine Fotos vom Tag auf meine Speicherplatten übertrug, schaute ich immer wieder aus dem Fenster. Und ihr ahnt es schon, der Himmel klarte tatsächlich auf. Also schnell alles verstaut, den Dethleffs vom Strom genommen und los, einen guten Platz suchen. Kaum hatte ich einen einigermaßen guten Parkplatz gefunden, wurde das Polarlicht recht intensiv. Es dauerte etwa 1 ½ Stunden, dann war es vorbei. Da die Temperaturen in der Nacht wieder unter -20°C lagen, war es mir ganz recht, wieder auf den Campingplatz zu fahren.

Als sich der Morgennebel am nächsten Tag gelichtet hatte, war das Wetter zum Zunge schnalzen. Ich bin noch mal zurück Richtung Saariselkä auf die Hochebene gefahren um dort eine Schneeschuhwanderung durch diese einmalige Winterlandschaft zu unternehmen.

Der 300-Einwohnerort Saariselkä hat für Wintersport-Fans viel zu bieten: ein 230 km Langlaufloipennetz (35 km davon beleuchtet) und elf Abfahrtspisten. Die höchste Erhebung erreicht 718 m und liegt im angrenzenden Urho-Kekkonen-Nationalpark.

Ich bin noch die knapp 40 km von Ivalo nach Inari am gleichnamigen See gefahren, an dessen Ufern die Straße immer wieder kurvig entlangführt.

Am Ortsanfang liegt der Campingplatz Holiday Village. Habe ich bisher auf meiner Tour durch Lappland nicht ein deutsches Wohnmobil gesehen, stehen hier auf dem Campingplatz gleich zwei. Und eines davon ist auch ein Dethleffs Globetrotter XLi – was für ein Zufall! Das Wetter sah zwar nicht so aus, als besteht die Chance, das Polarlicht zu sehen. Dennoch habe ich eine Aurora Snowmobile Expedition auf dem Inarijärvi (Järvi = See) gebucht. Vorher habe ich noch lecker im Womo gekocht und natürlich etwas mit den „neuen Nachbarn“ gequatscht.

Um 20 Uhr, es war natürlich schon längst dunkel, ging die Ausfahrt los. Wir haben immer wieder einmal auf dem See angehalten und Ausschau nach dem nächtlichen Himmelsleuchten gehalten, doch die Wolken wollten sich einfach nicht verziehen. Der Inarisee ist der sechstgrößte See Europas. In ihm befinden sich an die 3.300 Inseln.

Zu einer Insel sind wir gefahren, die bei den Sami als heilig gilt. Aber auch hier keine Lichtershow am Himmel. Auf dem Rückweg steuerten wir am Ufer eine Grillhütte an, um uns mit Grillwürstchen und warmen Getränken zu stärken und auch aufzuwärmen. Als wir dann weiterfahren wollten, da … nein, leider nicht. Der Himmel klarte leider nicht auf. Aber dennoch war die 3-stündige, nächtliche Ausfahrt auf dem zugefrorenem Inarijärvi, auf der wir knapp 25 km zurückgelegt hatten, ein ganz tolles Erlebnis.

Für den nächsten Tag hatte ich mich für eine weitere Husky-Schlittentour angemeldet. Um 10:30 Uhr fuhren wir mit einem kleinen Bus zur Husky-Farm, die etwas außerhalb des Ortes Inari lag. Die Art der Hundehaltung und wie wir auch in die komplette Vorbereitung mit eingebunden wurden, hat mir sehr gut gefallen.

Die Hunde werden auch hier in Käfigen gehalten. Um alle Käfige herum ist noch einmal eine Umzäunung, in die wir gegangen sind. Dann wurden die Hunde aus ihren Käfigen gelassen und konnten sich und uns ausgiebig begrüßen. Nachdem uns gezeigt wurde, wie man das Hundegeschirr anlegt, haben wir geholfen, alle Hunde, die für die Tour eingeplant waren, „einzukleiden“. Da sie wussten, was auf sie zukommt, haben sie ganz toll stillgehalten, so dass das Ganze gut funktionierte.

Und es gab natürlich auch hier eine Einweisung, was man als Musher zu beachten hat. Danach wurden die Teams den Schlitten zugewiesen und passend dazu die Anzahl der Hunde. Und dann ging es raus in die Wildnis. Es war toll zu sehen, was für einen Spaß die Hunde bei dem Ausflug hatten. Knapp 1,5 Stunden haben sie uns durch die mal bewaldete mal baumlose Wintermärchenlandschaft gezogen. Natürlich haben wir nach der Rückkehr auch wieder geholfen, die Hunde von ihrem Geschirr zu befreien. Danach gab es etwas zu fressen für die Tiere und die Streichel-, Kuschel-, und Schmusezeit wurde eingeläutet. Sind sie auf der Piste die absoluten Energiebündel, lieben sie es hinterher mit Streichel- und Kuscheleinheiten belohnt zu werden. Danach kamen sie wieder in ihre Käfige und wir gingen ins Tipi, wo ein Feuer loderte und wir uns bei einem Warmgetränk wärmten. Natürlich wurden die Guides mit viele Fragen zu den Tieren gelöchert.

Nachdem wir zurück in Inari waren, bin ich in das Siida, das Sámi-Museum und Naturzentrum, gegangen. Hier wird sehr anschaulich die Geschichte und Kultur der Samen sowie über die Natur Nordfinnlands informiert. Der Besuch ist wirklich lohnenswert.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz kam ich an einem Fluss vorbei, der an einigen Stellen nicht zugefroren war. Hier konnte ich zwei Wasseramseln beobachten, wie sie versuchten, in dem eiskalten Wasser Beute zu machen. Glücklicherweise hatte ich mein Teleobjektiv dabei, so dass ich ein paar Fotos von ihren Jagdversuchen schießen konnte.

Wieder am Womo wurde ich mit einer angenehmen Wärme im Inneren empfangen. Die Standheizung über den Strom funktioniert sehr gut. Sie schafft in der höchsten Stufe einen Temperaturunterschied von etwa 25 °C auszugleichen. Das heißt, wenn es draußen -15°C sind, erwärmt sie das Fahrzeuginnere auf etwa +10°C. Dann noch das Gas dazu geschaltet und man erreicht sehr gut z.B. die eingestellte Raumtemperatur. An den Tagen, an denen ich den ganzen Tag draußen unterwegs bin, und das Fahrzeug am Strom angeschlossen ist, stelle ich die Temperatur meist auf 15°C.

Am Abend habe ich dann wieder meine Fotos auf den Festplatten gesichert und die Akkus aufgeladen. Und natürlich ging der Blick immer wieder nach draußen, ob vielleicht der Himmel wieder aufklart.

Ich war auch am Schauen, wie das Wetter die nächsten Tage weiter nördlich werden sollte. Denn ich musste die Entscheidung treffen, ob ich ganz hoch zum nördlichen Zipfel Finnlands fahre und dann weiter nach Norwegen auf die Varanger-Halbinsel und noch nach Kirkenes oder vorher links abbiege und über Karasjok nach Lakselv und weiter zum Nordkap fahre.

Die Varanger-Halbinsel kenne ich noch nicht, am Nordkap war ich schon einige Male im Sommer gewesen. Die Wettervorhersage war mehr pro Nordkap.

Also fuhr ich von Inari auf der E75 weiter Richtung Norden und dann auf die 92 nach Norwegen Richtung Karasjok. Die kleinere Straße war geräumt, aber dennoch durchgängig mit Eis und Schnee bedeckt. Die Straße verläuft oft schnurgerade und leicht wellig durch die finnische Weite.

Ein Hochnebel bedeckt die Sonne leicht, sie schimmert aber immer etwas hindurch. Eine sehr interessante Lichtstimmung. An einem Stopp an einem Parkplatz, ich wollte mir gerade einen Kaffee kochen, sah ich ein Sonnenhalo, quasi ein Regenbogen um die Sonne. Er entsteht, wenn Licht auf Eiskristalle in einer Höhe von 5.000 bis 12.000 Metern Höhe trifft und das Licht brechen. Innen ist der Kreisrand meist rötlich gefärbt und recht klar zu sehen. Nach außen hin wird er immer diffuser und geht in eine blauviolette Farbe über. Dieser Halo war nicht komplett zu sehen, da die Sonne schon recht tief stand und der untere Teil hinter dem Horizont verschwand. Leider sagt man, dass Halos oftmals einen Wetterumschwung mit sich bringen.

Die Landschaft wurde jetzt zur finnisch-norwegischen Grenze hin immer hügeliger, was immer wieder tolle Ausblicke ermöglichte.

An der Grenze habe ich noch etwas Lebensmittel eingekauft und vollgetankt, denn in Norwegen ist alles „etwas“ teurer als in Finnland. Und es sind nur noch 277 km bis hoch zum Nordkap.

Noch etwas zum Tanken: Es ist kein Problem, in regelmäßigen Abständen Tankstellen in Lappland zu finden. Meistens sind es Automatentankstellen, an denen man mit Kredit- oder EC-Karte bezahlt. Karte in den Terminal einschieben, Kraftstoffart wählen, Betrag auswählen, Pin eingeben und innerhalb der nächsten zwei Minuten anfangen zu tanken. In Finnland verwenden sie speziellen Winterdiesel, der erst bei -38°C gefriert (Normaldiesel bei -15°C). Der Treibstoff ist in Finnland günstiger als im Nachbarland Norwegen.

Die Straße verläuft jetzt oberhalb des Flusses Karasjokka, der sich hier ein kleines Tal geschaffen hat, in dem er stark meandert. Karasjok ist neben Kautokeino ein Zentrum der Samen in Norwegen. Das autonome Samen-Parlament (Sámediggi) oder auch der Sápmi Culture Park sind hier angesiedelt. In dem 3.000-Einwohnerort wurden mit -51,4°C die tiefste Temperatur in Norwegen gemessen. Heute waren es angenehme -14°C.

Am Anfang habe ich mich gewundert, dass doch recht viele Nordländer im Winter immer dick angezogen im Auto sitzen. Das ist jetzt nicht, weil er nicht weiß, wie man die Klimaanlage im Auto bedient, sondern im Falle einer Verletzung durch einen Unfall hat er vielleicht nicht mehr die Chance eine Jacke anzuziehen.

Hinter Karasjok ändert sich die Landschaft, es wird hügelige und etwa 30 km vor Lakselv werden die Berge rechts und links der Straße höher und spektakulärer. Auch die Straße ist jetzt um einiges welliger und auch kurviger, was wunderschöne Ausblicke auf die Berge ermöglicht. Ich war zur Dämmerungsphase in der Ecke, was wunderschöne Lichtstimmungen zu den Bergen des Stabbursdalen Nationalpark schräg voraus ermöglichte. Leider kamen hier keine Parkplätze und auch das Fotografieren war auf einem Teil der Strecke nicht erlaubt, da hier eine Garnison der norwegischen Armee stationiert ist.

Lakselv liegt am südlichen Ende des Porsangerfjord und direkt am Wasser liegt Fjordutsikten mit Wohnmobilstellplätzen.

Am Abend kam ich mit dem Koch und ein paar Gästen ins Gespräch. Sie luden mich ein, am nächsten Tag mit Ihnen zum Eisfischen zu gehen.

30 km am Fjord entlang gefahren kam der See unweiter der Straße. Mit Handbohrer hat sich jeder ein Loch in das etwa ein Meter dicke Eis gebohrt und den Köder bis etwas über den Grund ins Wasser hinabgelassen. Der See ist ungefähr acht Meter tief. Wenn man nicht recht bald etwas fängt, bohrt man sich ein neues Loch. Es waren knapp -10°C und es schneite, aber da kein Wind ging, waren die Temperatur gut auszuhalten. Zumal man ja auch durch das „ständige“ Loch bohren gut in Bewegung war.

Meine drei Mitangler zogen in regelmäßigen Abständen bis zu 30 cm lange, lachsähnliche Fische aus dem Wasser, bei mir wollte das nicht so recht klappen, worüber ich auch nicht unbedingt böse war, wollte ich doch eh lieber den Erfolg der anderen bildlich festhalten. Etwa 5 Stunden haben wir auf dem Eis verbracht und einige Kilogramm Fisch erbeutet.

Am Abend haben wir einige der Fische in der Gemeinschaftsküche wirklich ganz vorzüglich zubereitet. Ein wirklich absoluter Gaumenschmaus. Für den nächsten Tag haben wir uns für eine Schneemobiltour verabredet. Ich habe das Schneemobil von der Fjordutsikten-Besitzerin Wenke geliehen bekommen. Petter (mit Sohn Herman in einem Anhänger) und Pål hatten ihre eigenen Scooter dabei. Das Wetter war wieder bewölkt, die Wolken hingen tief, aus denen auch immer wieder Schnee fiel. Und in diesem Neuschnee zu fahren hatte enorm viel Spaß gemacht. Wir fuhren durch Waldgebiete und über zugefrorene Seen zu einem Grillplatz mit Windschutz. Dort haben wir im Schneetreiben Würstchen gegrillt, für den Norweger etwas ganz Normales. Die Temperaturen lagen nur knapp unter Null Grad, doch der recht kräftige Wind ließ es kälter erscheinen. Da der Schneefall immer stärker wurde, haben wir unsere Tour nicht weiter fortgesetzt, sondern sind die knapp 15 km wieder nach Lakselv zurückgefahren.

Am Abend haben wie uns in der Sauna, die sich in einem übergroßen Fass befindet und direkt am Fjord steht, wieder aufgewärmt.

Da die Wettervorhersage für den Norden Norwegen recht gutes Wetter vorhersagte, bin ich am folgenden Tag Richtung Nordkap aufgebrochen. Auf der Fahrt entlang des Porsangerfjord war auch mehr und mehr blauer Himmel zu sehen. Und der viele frische Neuschnee der in den letzten beiden Tagen gefallen ist, machte das ganze Szenario noch schöner.

In Olderfjord zweigt die Straße rechts auf die E69 weg und verläuft jetzt direkt am Wasser entlang fast die ganzen 100 km bis nach Honningsvåg.

Am ersten der fünf Tunneln (Skarvbergtunnel, 2.980 m) auf dem Weg nach Honningsvåg musste ich halten, da eine Schranke die Weiterfahrt unmöglich macht. Hier standen auch schon andere Fahrzeuge die warteten, denn die Durchfahrt ist nur zu bestimmten Zeiten am Tag in Kolonnenfahrten möglich. Ich musste knapp 45 Minuten warten, was in einem Wohnmobil ja recht angenehm ist. Ich habe mir einen Kaffee gekocht und etwas fotografiert.

Die Straße sowie auch der Tunneleinfahrt liegen direkt am Wasser. Da es recht windig war, konnte ich prima den Wolkenzug über dem Fjord mit unterschiedlichen Lichtstimmungen beobachten. Als es um 14:45 Uhr weiterging setzte auch die Dämmerungsphase ein, denn so weit im Norden geht die Sonne jetzt Ende Februar um 16 Uhr unter. Und da sie in einem flachen Winkel hinter dem Horizont eintaucht, ist die Dämmerungsphase sowie die Blaue Stunde recht lang. Zum Fotografieren in dieser sagenhaft schönen Winterlandschaft ein absoluter Traum. Ich habe die Autos hinter mir gerne vorbeigelassen, damit ich in Ruhe diese sagenhafte Landschaft genießen konnte und um natürlich auch zu fotografieren.

Die Einfahrt zum Nordkaptunnel erreichte ich nach Sonnenuntergang zur Blaue Stunde. Die gelben Straßenlampen und der blauschimmernde Schnee bildeten einen wunderschönen Kontrast. Der Tunnel erreicht eine Tiefe von 212 Metern unter dem Meeresspiegel bei einer Länge von 6.870 Metern. Das ergibt schon ein ganz ordentliches Gefälle.

Nach der Durchfahrt befindet man sich auf der Insel Magerøya mit dem Hauptort Honningsvåg, der nach der 4.440 Meter langen Durchfahrt durch den Honningsvågtunnel erreicht ist. Bild_53 Nachdem ich mich ein wenig im Ort umgeschaut habe, bin ich wieder zum Honningsvågtunnel gefahren, da vor der Einfahrt ein größerer, vom Schnee geräumter Parkplatz liegt, auf dem ich die Nacht verbringen wollte. Hier standen auch schon zwei andere Camper. Das Polarlicht kann man hier natürlich nicht gut beobachten, da es zu viel Streulicht von der Stadt gibt. Von der vereinzelten Bewölkung hätte es der Himmel hergegeben. Es war auch nicht mehr so kalt, nur noch knapp unter Null Grad Celsium. Da verbrauche ich dann nicht so viel Gas.

Von meiner Fahrt zum winterlichen Nordkap und der weiteren Tour durch das spektakuläre Norwegen und wieder zurück nach Finnland möchte ich Ihnen gerne in meinem nächsten Bericht, dem 3. Teil meiner „Wohnmobilreise durch das winterliche Lappland“, schildern. Und natürlich auch, ob ich noch einmal die Chance bekommen habe, dass Polarlicht zu sehen.

Hier geht es zum 1. Teil der Winterreise

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