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Die Seniorenmädels sind wieder auf Tour... - Part 7

Outdoor und Sport
buerstner
von Bürstner

Die Seniorenmädels sind wieder auf Tour... - Part 7

Von der Dreisam bis zur Newa

Marianne und Inge, beide im besten Rentenalter, machen jedes Jahr interessante Fahrten mit ihrem Bürstner Nexxo.

Es geht weiter in Polen mit einer Besichtigung der Stadt Danzig.

Danzig, Gdansk, markante Dinge fallen uns ein. Hier begann der 2.Weltkrieg, hier streikten die Werftarbeiter der Lenin Werft, hier wurde die Gewerkschaft Solidarnosc von Lech Walesa gegründet, und auch hier war Johannes Paul II., der polnische Papst, auf seinem Weg für den Frieden. Sicher mag man über ihn ganz unterschiedlich denken, aber sein Beitrag zur Öffnung des Ostens, zum Fall der Berliner Mauer, und auch die riesigen Veränderungen in Russland sind bei den Menschen hier angekommen. Außerdem war er natürlich ihr polnischer Landsmann, und gefühlt „ ist er es immer noch“. Los geht es, auf nach Danzig. An der Straßenbahnhaltestelle angekommen, stehen gleich zwei Straßenbahnen bereit. Wir nehmen die offensichtlich modernere. Die andere Straßenbahn fährt ab. Dumm gedacht, und wie es gelaufen ist, das kommt jetzt: Der Fahrer räumt aus den Einstiegen den Dreck weg. Hier eine Dose, dort Papier, doch eine Tür klemmt. Wir sollen uns hinsetzen, es geht noch eine Weile, es quietsch, klappert, brummt und scheppert. Der Fahrer setzt sich ins Führerhaus, schließt mit großem Getöse die Türen, außer der einen Tür, die sich nicht schließen lässt, dann fährt er los. Die Leuchtschrift können wir mit Hilfe unseres sparsam ausgelegten Wörterbuchs erahnen. Das bedeutet ganz einfach: nicht einsteigen.

Er fährt an allen Haltestellen vorbei, genau bis dorthin, wo wir aussteigen wollen. Die Leute stehen an den Haltestellen, wir zwei sitzen in der holprigen, scheppernden Straßenbahn, und im Grunde fehlt nur ein Glas Cremant, um diese Einzigartigkeit zu unterstreichen. Ich glaube, niemand von den Wartenden hat verstanden, warum da zwei Leute in einer Straßenbahn mit Anhänger durch die Gegend gefahren werden. Wir fanden das natürlich absolut lustig. Die Frage war nur, sollen wir jetzt winken und lächeln wie die Queen, oder halten wir es mit den strahlenden Holländern, oder sind wir einfach weiter fröhlich und winken auf unsere Art. Wir entscheiden und für die dritte Möglichkeit, denn schließlich hatten wir keine Zeit, uns auf dasZuwinken unserer Bewunderer einzustellen, um dann vielleicht royal zu reagieren. Altstadt, die Türen öffnen sich, aber der rote Teppich fehlt. Wir haben wenige Schritte, bis wir das Kran-Tor sehen. Wir spazieren durch das grüne Tor, erleben das bunte Treiben am , und wir können es nicht lassen, uns mal wieder über das Touristentreiben zu amüsieren.

Am Neptunbrunnen erinnern wir uns, dass noch Danziger Goldwasser in unserer Bar vergraben ist. Neptun verzeiht uns, dass „das Tröpfen“ noch nicht verzehrt ist, und wir lächeln ihm dankbar zu. Immerhin hat er das Gold des Goldwassers erfunden. Da waren doch Touristen, die Münzen in seinen Brunnen geworfen haben, und voller Zorn stieß er seinen Dreizack auf die Münzen. das Gold zersprang in ganz kleine Plättchen und mischte sich mit dem bekannten Kräuterlikör aus Danzig, Danziger Goldwasser eben. Wir bewundern die so gut gelungene Restaurierung der Altstadt. Man spürt förmlich das Treffen der Kaufleute. Das beschließt den Langen Markt auf der anderen Seite. Das Zeughaus erscheint in alter Pracht und der größte mittelalterliche Kirchenbau nördlich der Alpen, ganz aus Backsteinen errichtet, lässt uns staunen. Hier ist auch die astronomische Uhr sehr interessant anzusehen, besonders, weil wir diesbezüglich ja auch Vergleiche haben. Ein Seitenaltar mit einem künstlerischen Werk als Erinnerung an den Flugzeugabsturz des Präsidenten Kaschinsky am 10. April 2010 in Smolensk. Da gibt es immer noch unterschiedliche Ansichten und Berichte. Natürlich ist in dieser Kirche auch ganz klar die hohe Verehrung des Polenpapstes zu erkennen. Die gotische Kirche wirkt nüchtern und sachlich, aber bei näherem Hinschauen entdecken wir immer wieder Bilder, alte Freskenreste, restaurierte Werke und natürlich auch hier, der Blick zur Orgel.

Wir laufen weiter durch die Frauengasse, gespickt mit Bernsteinverkauf, und landen wieder am Kran-Tor, wo wir es uns gemütlich machen, um etwas zu essen. Wir wollen nicht zur Westernplatte, denn die Wolfsschanze reicht noch, um unsere Nazierlebnisse wach zu halten. Immer wieder der Gedanke, bitte nie wieder Krieg, und wir schauen gleichzeitig sorgenvoll nach Syrien und in die Türkei. Morgen geht die Reise weiter.


Nachdem die Deutsche Grenze überquert wurde wird auf der Heimfahrt ein Halt in Dresden gemacht.

Wir starten in den Tag mit einem Frühstück mit frischen Roggenbrötchen. Das war wirklich seit April nicht mehr! Das Frühstück ist sowieso unser guter Start in den Tag. Wie wird das Wetter????? Regen oder kein Regen? Wir sind optimistisch und erwarten keinen Regen. Die moderne Straßenbahn bringt uns in zwanzig Minuten in die Innenstadt. Theaterplatz, nein, wir sind nicht beim Monopoly, sondern wir sind direkt vor der Semperoper. (...)

(...) Die Touristeninformation ist in einem Teil es Zwingers. Dort haben wir unsere Opernkarten beim zweiten Opernerlebnis abgeholt. Was gibt's denn heute???? Ah, heute ist Manon Lescaut von Puccini. Ob es wohl noch Karten gibt? Sollen wir fragen…? Fragen kann man ja. Es gibt noch Karten, und just in diesem Moment sind zwei Karten für die Königsloge zurückgegeben worden. Wir schauen uns an, es ist so zwischen heiß geworden. Herzklopfen bei Inge und Tränen in den Augen bei mir. Wir lassen uns noch einen Einblick in das Bühnenbild geben, dann steht fest: Heute Abend ist unser dritter Besuch in der Semperoper. Wir werden in der Königsloge sitzen! So ganz kapiert haben wir das noch nicht, wir müssen das erst mal realisieren. (...)

(...)Mit der Straßenbahn fahren wir zurück zu unserer Casima, um uns auf dieses abendliche Erlebnis vorzubereiten. Ich schlafe noch ein Stündchen, dann geht es wieder los. Unsere Nachbarn sehen uns festlich gekleidet, wünschen uns schönen Abend, und das werden wir haben, mehr als das. Nach der uns begeisternden Opernaufführung sitzen wir noch in einem Gartenlokal, der Blick ist auf die Oper und den Dom gerichtet. Für diesen Besuch ist Dresden nicht mehr zu übertreffen. Da muss man am nächsten Tag wegfahren, der Kopf hat keinen Platz mehr für mehr Dresden. Das gibt dann irgendwann eine andere Tour. Wir lassen den Abend im wahrsten Sinne des Wortes ausklingen, die Musik klingt nach, das Erlebnis ist noch mehr Musik: wie hat uns die freundliche Dame zu unseren Plätzen geleitet, wie umfasste uns die Musik in dieser Loge, wie konnten unsere Blicke schweifen, ohne überhaupt alles aufnehmen zu können. Die Pracht des Opernhauses, die Darbietung, das Orchester, in der Pause der Blick auf den sonnengefluteten Turm des Domes, dann Richtung Elbterrasse, eine ganz besondere Freude. All das klingt nach, ein Abend der ganz besonderen Eindrücke, der sicher in ganz besonderer Weise in Erinnerung bleibt.

Wer wissen will, wie die Reise im Nexxo endet, der kann das Buch "Träume werden wahr" von Marianne Müller auch im Tredition Buchshop erwerben.

ISBN

PaperbackISBN 978-3-7323-2819-2

HardcoverISBN 978-3-7323-2820-8

E-BookISBN 978-3-7323-2851-5