Camping-Roadtrip Neuseeland: Das sollten Sie nicht verpassen

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Camping-Roadtrip Neuseeland: Das sollten Sie nicht verpassen

Neuseeland, das sind drei Inseln im Südpazifik, umgeben von sehr viel Meer. Und obwohl das Land kleiner ist als Deutschland, ist es unglaublich vielseitig & abwechslungsreich:

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Wer mit dem Camper unterwegs ist, kann an einem Tag locker Regenwälder und Gletscher, Vulkane und Maori-Dörfer oder auch Weinbaugebiete und Strände sehen. Einiges davon ist weltweit sogar einmalig. FREEONTOUR verrät Ihnen, was Sie in Neuseeland auf keinen Fall verpassen sollten.

Filmreife Strände sehen

An Neuseelands Stränden werden Sie keine aufgereihten Liegen und Sonnenschirme finden – versprochen! Vielmehr begeistern sie durch ihre wilde Schönheit. Und bei rund 15.000 Kilometern Küstenlänge ist es selbst in der Hauptsaison möglich, menschenleere Traumstrände zu entdecken. Vor allem wenn man mit dem Camper unterwegs ist und jederzeit von den Hauptrouten abzweigen kann. Es gibt sogar Strände in Neuseeland, die so schön sind, dass dort Filme gedreht werden.

„Whale Rider“: Der international wohl bekannteste neuseeländische Film über ein Maori-Mädchen, das mit den Traditionen bricht, um ihren Platz als künftige Anführerin des Stammes einzunehmen, erhielt unzählige Auszeichnungen. Gedreht wurde er im Örtchen Whangara an der East Coast der Nordinsel, wo die Kultur der Maori bis heute sehr präsent ist.

„Das Piano“: Drei Oscars räumte das Drama, das Mitte des 19. Jahrhun-derts spielt, 1994 ab. Eine Schlüsselszene des Films wurde am Karekare Beach an der Westküste Aucklands gedreht.
„Die Chroniken von Narnia“: Okay – diesen Strand werden Sie höchstens im Winter oder frühmorgens menschenleer vorfinden. Aber Cathedral Cove auf der Coromandel-Halbinsel ist mit seinem kathedralenhohen Tor im Fels und dem karibisch anmutenden Meer so unglaublich schön, dass Hollywood ihn im Film kurzerhand als Tor in eine andere Welt nutzte. Wenn Sie selbst hindurchgehen, werden Sie verstehen, warum.

Auf einen Vulkan steigen

Apropos filmreif: „Man kann nicht einfach nach Mordor spazieren!“, sagt Boromir im ersten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie. Wenn der wüsste! Viele Neuseeland-Touristen tun auf der Nordinsel nämlich genau das: Sie wandern die wohl berühmteste Tagestour des Landes, die über eine ganze Kette von Vulkanen führt – unter anderem den noch aktiven Mount Ngauruhoe, besser bekannt als Mount Doom (Schicksalsberg). In einem hat Boromir allerdings Recht: Eine gewisse Kondition braucht man für das sechs- bis achtstündige Tongariro Crossing schon. Und wer tatsächlich auf den 2.287 Meter hohen Mount Ngauruhoe steigen will, muss sich auf eine heftige, etwa zweistündige Kletterpartie über Geröll einstellen. Aber auch wer „nur“ das Crossing läuft, darf gewiss sein: Der Blick auf den Schicksalsberg wie auch die gesamte Wanderung sind spektakulär.

(Fast) Als Erste auf der Welt die Sonne aufgehen sehen

Zwischen Neuseeland und der Datumsgrenze liegen nur noch kleine In-selstaaten wie Fidschi und Tuvalu. Wer also am östlichsten Punkt Neu-seelands – am East Cape auf der Nordinsel – die Sonne aufgehen sieht, begrüßt als einer der Ersten auf der ganzen Welt den neuen Tag. Der schönste Platz dafür ist oben am Leuchtturm: Mit etwas Fantasie glaubt man hier, bis nach Südamerika blicken zu können, tatsächlich sieht man natürlich nur den Pazifik bis zum Horizont, aus dem langsam die Sonne auftaucht. Und der beste Platz, um mit dem Camper die Nacht davor zu verbringen, ist ein ganz schlichter Campground nur etwa 20 Fahrminuten vom Kap entfernt. Die Ausstattung dort ist karg, nicht mehr als ein Plumpsklo, dafür steht man auf einer ein-samen Wiese, die sanft bis zum Meer abfällt. Ein tolles Panorama, das man mit etwas Glück ganz für sich alleine hat.

Weltklasse-Weine verkosten

Hawke's Bay und Marlborough, diese beiden neuseeländischen Weinregionen haben sich inzwischen international einen Namen gemacht. Die anderen beiden, Wairarapa und Central Otago, fliegen noch ein wenig unter dem internationalen Radar, die dort produzierten Weine können sich jedoch ebenfalls sehen oder vielmehr trinken lassen.

Neben dem neuseeländischen Klassiker Sauvignon Blanc sind das auch sehr gute Chardonnays, Pinot Gris, Pinor Noirs, Merlots, Syrahs, ja sogar Rieslinge. Viele Weingüter stellen allerdings nur so kleine Mengen her, dass sich der Export nicht lohnt; manche vertreiben ihre guten Tropfen sogar nur direkt. Deshalb und weil zu vielen Weingütern erstklassige Restaurants gehören, sollten Sie unbedingt die ein oder andere „cellar door“ für eine Verkostung besuchen. In der Hawke's Bay (Nordinsel) und in Marlborough (Südinsel) liegen die Weingüter so dicht beieinander, dass man sie auf dem „wine trail“ sogar per Rad besuchen kann. Oder man fragt nett an, ob man nach der Weinprobe womöglich die Nacht über auf dem Parkplatz stehen bleiben darf.

Nervenkitzel erleben

Der erste kommerzielle Bungy-Sprung der Welt wurde 1988 von A. J. Ha-ckett in der Nähe von Queenstown angeboten. Heute ist die Kawarau Bridge eine Pilgerstätte für Adrenalinjunkies, die sich einmal kopfüber in eine 43 Meter tiefe, legendäre Schlucht stürzen möchten – je nach Gusto mit oder ohne Eintauchen in den Fluss. Der größte Nervenkitzel ist das in der selbst ernannten Adventure Capital Of The World jedoch längst nicht mehr. Der höchste Bungy-Sprung zählt dort mittlerweile 134 Meter, das sind 8,5 Sekunden freier Fall.

Wenn Wassersport eher Ihr Ding ist, können Sie auch mit einem Jetboot über den Fluss flitzen, beim Whitewater Rafting Stromschnellen meistern oder beim Canyoning Klippen und Wasserfälle. Das Sahnehäubchen auf diesen Abenteuern ist die dramatische Landschaft, in der man sie erlebt: Queenstown liegt an einem türkisblauen See, umgeben von Berggipfeln, die die Hälfte des Jahres weiß überzuckert sind. In einer solchen Land-schaft wird auch eine Kajaktour, ein Offroad-Trip oder ein Ausritt zum un-vergesslichen Erlebnis. Die Campingplätze direkt in Queenstown zählen leider zu den teuersten im Land. Unser Tipp: Etwas außerhalb steht man günstig und wunderschön am 12 Mile Delta Campsite.

Die Kultur der Maori kennenlernen

Te Araroa, das Land der langen weißen Wolke – so heißt Neuseeland in der Sprache der Ureinwohner. Der Legende nach kamen sie in großen Kanus übers Meer und besiedelten Neuseeland, das damals noch von gigantischen Kauri-Bäumen und Urwäldern bedeckt war und Heimat so vieler Vögel, dass James Cook, der als erster Europäer 1769 die Inseln betrat, den betörenden Vogelgesang in seinem Logbuch notierte. Die Maori waren von den europäischen Siedlern natürlich alles andere als begeistert, es wurden einige blutige Kriege geführt und schließlich 1840 ein Vertrag unterzeichnet, der den Staat Neuseeland als britische Kolonie begründete, dessen Dimensionen die Ureinwohner jedoch nicht begriffen. Er kann heute im toll gemachten Museum der Waitangi Treaty Grounds besichtigt werden.

Was fast 180 Jahre später erfreulicherweise ebenfalls möglich ist: die Kultur der Maori kennenzulernen. Wer sich für Rugby interessiert, wird den Haka schon kennen – den Kriegstanz der Maori, den die neuseeländische Nationalmannschaft vor jedem Spiel aufführt. Wer das Augenrollen, Zungerausstrecken, Zischen und Rufen einmal live erlebt, der versteht, warum der Haka einst Teil der Kampftaktik war. Wer eine „Maori Experience“ bucht, etwa in Rotorua oder in Waimarama (nahe Taupo) oder auch in der Whale-Watching-Hauptstadt Kaikoura, der wird jedoch noch viel mehr über die Kultur der Ureinwohner lernen. Unser Geheimtipp: Wer die Straße am Wanganui River entlangfährt, die eine wichtige Rolle in der Geschichte der Maori spielte, taucht ganz automatisch in ihre Lebenswelt ein. Die Straße lässt sich als Tagesausflug fahren; schöner ist es jedoch, sich unterwegs für Stopps Zeit zu nehmen und eine Nacht auf dem kostenlosen DoC-Campground auf halber Strecke, direkt am Fluss, zu verbringen.

Sein Abendessen selbst sammeln

Frischer als in Neuseeland, diesem Inselstaat im weiten Ozean, werden Sie Fisch und Meeresfrüchte wohl nie wieder auf den Teller bekommen. Das Angebot in den Supermärkten ist erstklassig und relativ günstig. Wenn Sie mit Ihrem Camper an einem einsamen Strand stehen, könnten Sie aber auch einfach mal versuchen, selbst einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen oder Muscheln zu sammeln. Das haben Sie noch nie gemacht? Nun, in Neuseeland macht es jeder. Es gehört einfach zum entspannten Lebensstil der „Kiwis“ dazu – und der ist echt ansteckend. Denn es ist noch dazu supersimpel: An den Küsten ist es grundsätzlich ohne Lizenz erlaubt, die Angel auszuwerfen, und wenn Sie bei Ebbe auf einem Felsen Mies- oder Grünlippenmuscheln entdecken, dürfen Sie sich einfach welche mitnehmen. Natürlich in gewissen Maßen meist definiert über den Eigenbedarf. Ganz genau steht das hier: Regeln und Bestimmungen fürs Angeln in Neuseeland

Tiere in freier Wildbahn erleben

In und um Neuseeland lebt eine ganze Reihe von Tieren, die man sonst nur aus dem Zoo oder Kino kennt. Hier kann man sie plötzlich hautnah erleben – und muss teilweise nicht einmal dafür bezahlen! Im Süden der Südinsel, etwa in der Curio Bay, am Nugget Point und auf der Otago-Halbinsel, lassen sich mit etwas Glück Pinguine beobachten, die zum Ausruhen oder Brüten an Land kommen. Das Gleiche gilt für Seelöwen, die sich vor allem an den einsamen Stränden der Catlins gerne in der Sonne räkeln.

Weltweit einmalig ist die Royal Albatross Colony auf der Otago-Halbinsel: Nur hier brüten die majestätischen Flugkünstler auf von Menschen bewohntem Land; wer einen kleinen Eintritt bezahlt, kann sie aus nächster Nähe bewundern. Wohl am bekanntesten sind die Walbeobachtungstouren vor der Küste von Kaikoura. Und am begehrtesten dürfte der Kiwi sein, Neuseelands nachtaktiver, flugunfähiger Nationalvogel. Es ist selbst im Rahmen einer geführten Tour Glückssache, eines der knuffigen Tierchen zu entdecken. Unser Tipp: der DoC-Campground Trounson Kauri Park. Direkt daneben befindet sich ein kleines Naturschutzgebiet, in dem man die fast ausgestorbenen, eindrucksvollen Kauri-Bäume bewundern kann und bei Nacht stehen die Chancen gut, einen Kiwi zu erspähen.

Auf den Spuren von Hobbits, Elben, Zwergen und Orks wandeln

Für Fans der „Hobbit“- und „Herr der Ringe“-Filme ist ein Roadtrip durch Neuseeland zugleich eine Reise durch Mittelerde. Viele der Drehorte lie-gen völlig unspektakulär am Wegesrand. Wer mit dem Camper unterwegs ist, kann einfach kurz links ranfahren und sich mal eben in jene Szene in The Shire oder Lothlórien versetzen. Ein hilfreicher Begleiter ist dabei Ian Brodies „Middle-Earth Location Guide Book“. Zwei Pflichtbesuche stehen für echte Fans natürlich auf der Liste: Die Weta Workshops und der Weta Cave in Wellington ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen der preisgekrönten Filmstudios und auf einige Requisiten aus den Filmen. Und natürlich das Filmset von Hobbiton, das man nur im Rahmen einer geführten Tour erleben kann.

Das Paradies besuchen

Das meistfotografierte Schild Neuseelands befindet sich an einer einsa-men Straße ganz im Süden der Südinsel. Darauf steht: „Paradise. No exit“. Die Gegend heißt tatsächlich so, und wenn man dramatische Land-schaften und ursprüngliche Natur liebt, stehen die Chancen gut, dass man sich das Paradies genau so vorstellt: ein weites Tal, durch das sich der verzweigte Dart River mit seinem gletschereisblauen Wasser schlängelt, und ringsum Zweieinhalbtausender mit schroffen Gipfeln und weißen Häubchen, an deren Flanken weltberühmte Wandertouren wie etwa der Routeburne Track entlangführen.

Die Landschaft in Paradise ist so fantastisch, dass hier für „Herr der Ringe“ Szenen des Elbenlandes Lothlórien gedreht wurden. Wenn Sie die Gegend am liebsten gar nicht mehr verlassen würden, dann bleiben Sie doch einfach: Von Queenstown erreichen Sie in 45 Fahrminuten (die am Ufer des Lake Wakatipu entlangführen und für sich schon spektakulär genug sind) den frisch renovierten Campground in Glenorchy, von dem aus sie ins Paradies spazieren können. Oder Sie fahren mitten hinein und campen an der Mündung des Dart River in den See.